Hart(zig)e Zeiten und engagierter Buddhismus

Es gibt nichts Gutes, außer, man tut es
Erich Kästner

Oft wurde ich gefragt, wie sich meine (unterstellt 😉 ) „latent-aggressive“ Haltung gegenüber der herrschenden (Sozial)Politik mit dem „friedlichen Buddhismus“ denn in Einklang bringen lasse.
Meine Antwort darauf war und ist die immer die gleiche:
Empörung und lautstark geäußerter Zorn sind mit „Aggressivität“ vielleicht auf den ersten Blick identisch, aber das täuscht.
Zorn kann, im Gegensatz zur „puren Aggressivität“ dazu anregen, Zustände ändern zu wollen. Er lässt sich, auch im Gegensatz zu Hass, lenken.
Zorn kann beflügeln, kann konstruktive und nützliche Handlungen nach sich ziehen.
Mensch kann empört und zornig sein, und doch pazifistisch. Zorn und Buddhismus schließen sich – aus meiner Sicht – daher nicht zwingend aus.

Die soziale Lehre Buddhas

Die weit verbreitete Ansicht, man müsse sich, wenn man Buddhas Lehre folgt, aus dem Leben zurückziehen, ist ein Irrtum. Es ist dem Grunde nach vielleicht sogar eine Art der „unbewussten Abwehr“ dagegen, seine Lehre zu praktizieren.
Für manche Menschen mag es gewiss angenehm sein, ein zurückgezogenes Leben an einem stillen Ort fern von Lärm und Störungen zu führen. Aber ich denke, es ist sicher „folgerichtiger“ im Sinne der Lehre, den Buddhismus zu praktizieren, in dem man unter seinen Mitmenschen lebt, ihnen hilft und nützlich ist.
Gegen eine regelmäßige Auszeit in (klösterlicher) Stille ist hingegen nichts einzuwenden…ganz im Gegenteil.

Eine kleine Geschichte, welche die Sinnhaftigkeit meiner Behauptung vielleicht beweist, gibt es auch 🙂 hier verkürzt wiedergegeben aus dem Buch „Der Mensch der Zukunft – meine Vision“ http://www.amazon.de/Mensch-Zukunft-Dalai-Lama-XIV/dp/3502610096

Ein Wanderer trifft im Wald auf einen meditierenden Einsiedler. Er fragt ihn, worüber er in dieser Einsamkeit denn meditiere. Der Eremit antwortet: „Über Geduld“.
Der Wanderer schickt sich an zu gehen, dreht sich um und ruft unvermittelt:“Ach übrigens, zum *Teufel* mit Dir“.
Worauf der Einsiedler wütend erwidert: „Was soll das? Zum *Teufel* mit DIR!“.
Der Wanderer erinnert den Einsiedler sofort lächelnd daran, worüber dieser doch meditierte

Geduld lässt sich also leichter erlernen, wenn diese „auf die Probe gestellt wird“. Soziales Engagement (auch tätiges Mitgefühl genannt) kann entsprechend nicht in Isolation praktiziert werden.

Mit offenen Augen, Herz und Verstand

Wer annimmt, der Buddhismus beschäftige sich lediglich mit hohen Idealen, hehren moralischen Grundsätzen und philosophischen Gedanken, er ignoriere aber das soziale und wirtschaftliche Wohlergehen der Menschen, der irrt.
Buddha wollte, dass die Menschen glücklich sind. Glück war für ihn nicht möglich ohne eine reine Lebensgestaltung, basierend auf der Grundlage moralischer und spiritueller Prinzipien. Aber er wusste auch sehr wohl, wie schwierig es ist, ein derartiges Leben unter widrigen materiellen und sozialen Bedingungen zu führen.
Der Buddhismus sieht materielles Wohlergehen nicht als das Ziel als solches, vielmehr als „Mittel zum Zweck „. Aber materielles Wohlergehen ist ein nicht zu unterschätzendes Mittel, unerlässlich gar, um ein höheres Ziel für menschliches Glück zu erreichen. Daher anerkennt der Buddhismus das Bedürfnis nach „materiellen Bedingungen“.
Buddha betrachtete das Leben also nicht herausgerissen aus dem Kontext des sozialen und wirtschaftlichen Backgrounds, er sah es vielmehr als ein komplettes Ganzes, auch mit all seinen sozialen, wirtschaftlichen und politischen Facetten.

Die moralische, ethische und philosophische Lehre Buddhas ist mithin bekannt, leider nahezu unbekannt (insbesondere in westlichen Ländern) ist hingegen seine Lehre hinsichtlich politischer, wirtschaftlicher und sozialer Fragen.In einigen der Sutren (= Lehren in Versform) weist er deutlich darauf hin, dass Armut häufig die Ursache von Hass und Verbrechen ist.

Nichts begriffen seit Buddhas Zeiten

In den alten Zeiten versuchten dieHerrscher, genau wie die Regierungen heute, Verbrechen mittels Bestrafung zu unterdrücken.

Und heute?

Ein sinnloses Unterfangen, wie Buddha schon im Kutadante-Sutra erklärte. Stattdessen riet Buddha an, die wirtschaftlichen Bedingungen der Menschen zu verbessern.

Heute nennt man das wohl „linkes Gutmenschentum“ oder „Sozialromantik“

Saatgut und Gerätschaften sollten Bauern zur Verfügung gestellt , für Händler sollte Kapital bereitgestellt werden, Angestellte sollten ordentlich entlohnt werden.

Heute steht Anstand unter Finanzierungsvorbehalt

Wer Menschen mit Möglichkeiten versorgt, sich ein ausreichendes Einkommen zu verdienen, macht sie zufriedener und dementsprechend ist das Land friedlicher und freier von Verbrechen (begangen aus wirtschaftlicher Not).

Aktueller denn je, nicht wahr?

Deshalb lehrte Buddha die Suchenden, wie wichtig es ist, auch ihre wirtschaftlichen Bedingungen zu verbessern.
Dies bedeutet natürlich keinesfalls, dass er es guthieß,  gierig Reichtümer anzusammeln und geizig zu horten, dies verstieße schlicht gegen die essentielle Lehre.

Heutzutage zählt „Geiz ist geil“

Und auch nicht jede Art, seinen Lebensunterhalt zu verdienen, hielt er für gut.
Die Produktion und der Verkauf von Waffen wurde von ihm als verwerfliche Art, den Lebensunterhalt zu verdienen, bezeichnet.

Wer könnte ihm angesichts der heutigen Weltlage widersprechen?
War Buddha etwa ein Linker 😉 ?

Ebenso klar äußerte sich Buddha zu Politik, Krieg und Frieden.
Es ist hinreichend bekannt, dass der Buddhismus Gewaltlosigkeit als seine universelle Botschaft propagiert und keinerlei Gewalt oder Zerstörung gutheißt.
Zu Buddhas Zeiten, unverändert bis zum heutigen Tag , gab und gibt es Herrscher bzw. Regierungen, die ihre Länder ungerecht regierten und regieren. Menschen wurden und werden unterdrückt, geknechtet, versklavt, gefoltert und verfolgt, mit horrenden Steuern und grausamsten Bestrafungen überzogen.

Friedlicher Widerstand und tätiges Mitgefühl…

…können und müssen daher aus meiner Sicht Hand in Hand gehen, will man sich als „Buddhist“, besser, Schüler/in der Lehre Buddhas bezeichnen.
Den Handlungen derer, die das Wohlergehen ihrer Mitmenschen mit Füßen treten, muss sich entgegengestellt werden, in Wort(gewalt) und Tat.
Friedlich, aber massiv und bestimmt.
Den unterdrückten und in Not geratenen Menschen zu helfen, Hilfe zur Selbsthilfe anzubieten (oder auch mal ein Dach über’n Kopf, wenn die Not eben Obdachlosigkeit heißt), das ist tätiges Mitgefühl…ob mit oder ohne buddhistischen Hintergrund.

Tätiges Mitgefühl hat viele Gesichter.
Die Not und das Elend auch, so gut maskiert es auch (noch) daher kommt.
In Deutschland hat  Verelendung vor 10 Jahren einen weiteren Namen erhalten:

Hartz 4

Es wäre gewiss vermessen, „die ganze Welt retten“ zu wollen.Irgendwie muss mensch auch hier Entscheidungen treffen, und meine Entscheidung fiel nun einmal (hauptsächlich) zugunsten der Betroffenen der unsäglichen VerarmungsAgenda 2010.
Mich macht diese Gesetz gewordene Zwangsverelendung, dieses flächendeckende „Milgram2.0“, diese über Leichen gehende Menschenverachtung zornig, sehr zornig.
Und wenngleich ich die Menschen, die diese bislang größte deutsche Schande seit Ende des dritten Reiches mittragen (gemeint sind die, die „doch nur ihren Job machen“), nicht verachte, so werde ich dennoch nicht aufhören zu versuchen, sie auszubremsen, mit den wenigen Möglichkeiten, die ich habe.
Mein zorniges „Brüllen“ dann und wann gehört ebenso dazu wie die praktische Hilfe für die Opfer dieser A-Sozialgesetze und das Ausloten aller nur denkbaren, juristisch (gerade noch 😉 ) legalen Möglichkeiten.

Und jetzt, liebe Leser_innen, überlegt bitte selbst, ob „Buddhismus“ und „Kampf“ gegen ein unerträgliches Entwürdigungs-Gesetz sich wirklich widersprechen…

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4 Kommentare zu “Hart(zig)e Zeiten und engagierter Buddhismus

  1. Nun, ihr lieben Leserinnen und Leser, finde ich, Herr Kästner hat absolut recht. Schließlich und Schlussendlich ist die Schöpfungsgeschichte von Wesen geschrieben, die nicht anders können, als die Welt zu bewerten. Und so befand Gott alles was er geschaffen hat als Gut. Später hat er dann das nicht gute an seiner Schöpfung –sozusagen das Böse- auf seine Geschöpfe projiziert. Auf die Eva und auf den Adam. Die wollen –ob der drohenden Strafe- aber nicht böse sein und schon gar nicht schuldig. Ein schwieriges Unterfangen, denn sie können nicht besser sein als Gott. Also tun sie, und in Folge wir, es ihm gleich und projizieren das Böse(die Schuld) auf andere. Und so bringen wir Menschen hervor, die können beim besten Willen nichts Gutes an der Welt erkennen. Einige von ihnen haben gar nicht mal mehr einen Willen. Denen wird Herrn Kästners Weisheit nicht helfen. Aber den Menschen im Zwischenreich, möglicherweise schon. Sie erschaffen das Gute indem sie es tun.
    Freilich, es könnte sein, das Gott –so jedenfalls sagen es einige Christen- einen Plan hat. Und dann könnte die Schuld, das Böse und überhaupt das ganze Elend am Ende gut sein. Es könnte uns dienen, das Gute zu erschaffen. Wobei und womit sich viele aufreiben und aufreiben uns aufreiben. Wie auch kann ich was erschaffen, was ich nicht kenne? Also schieße ich Herrn Kästners Wahrheit, auch wenn sie wahr ist, in den Wind, und entdecke, möglichst illusionsfrei und möglichst ohne Schönfärberei, das bereits existierende Gute oder das, was ich als gut empfinden kann. Das ist die Voraussetzung, um mein Lebenslicht nicht erlöschen zu lassen. Und weil solch eine Voraussetzung eben auch Schönfärberei bzw. Verdrängung von leidschaffenden Realitäten hervorbringt, steht für mich an erster Stelle des Guten tuens, dass ich mir mehr und mehr meiner eigenen Geschichte und gegenwärtiges Sein bewusst werde. So kann ich mich von der Last des ständigen Verurteilens von anderen (und damit auch mich selbst) langsam aber sicher befreien. Andere tun Gutes mit der Armenspeisung. Wieder andere tun Gutes oder glauben gutes zu tun, wenn sie rebellieren oder gar einen Krieg beginnen(vielleicht auch nur den unsichtbaren fortsetzen bzw. ins Bild bringen)
    So tobt- für viele unsichtbar und mitten drin im Wohlstandsgebaren- auch der Krieg bei den vermeintlichen und tatsächlichen Machern unserer Geschichte. Ein Ergebnis von Vielen, Harz IV. Das Ergebnis von Harz IV habe ich offensichtlich falsch eingeschätzt. Ich konnte und kann es mir immer noch nicht so recht vorstellen, dass der Bezug von –wenn auch sehr geringen- Lebensunterhalt keine Hilfe sein sollte. Klar ist, dass die Bedingungen zerstörerisch sein können. Bei und für alle? OK, wenn nicht für alle, bleibt es doch, was es ist. Und dies umso mehr, als auch außerhalb von Harz IV ein unerbittlicher Kampf statt findet, bei dem die Machtverhältnis zu Gunsten der Kapitaleigner ausfällt. Wie ist das aufzulösen? Könnten die vier Sätze des Herrn Götz Werner ausführlich dargelegt und verbreitet werden, könnte das hilfreich sein!? Ich kenne das, dass ein Hilfesystem einen Beitrag zur Erhaltung „sozialer Schwierigkeiten“ leisten kann. Vor zwanzig Jahren allerdings, arbeiteten wir noch nach den BSHG und hatten mehr Möglichkeiten. Dennoch sind Obdachlose auf der Straße erfroren.
    Ja ich nähme deine Einladung gerne an, aber ich schaffe es zur Zeit nicht mal meine eigenen Einladungen anzunehmen.

  2. Nein liebe Ellen, ich beziehe mich nicht allein auf Dich. Darum habe ich „der/die“ geschrieben. Dieses Zitieren begegnet mir ständig. Je nach Spruch, schätze auch ich das Vorgedachte. Da kann ich leichter Nachdenken. Und wenn ich dann beim Nachdenken feststelle, dass dies Vorgedachte so klug bzw. weise nicht ist, weil so einer Teilwahrheit wesentliches fehlt, ergänze ich sie. Was nichts mit Zerreden zu tun hat. Es ist ganz einfach falsch, dass das Gute nur durch die gute Tat zustande kommt. Ich unterstelle Herrn Kästner nicht, dass er seinen Satz so gemeint hat. Aber ich unterstelle, das dieser Satz vielen Predigern das Zeug redet, und dass er sich leicht als ein irriger Glaubenssatz festfrisst. Mit kaum absehbaren negativen Folgen. So gesehen halte ich meine Einlassung schon für wichtig; auch wenn es – das weiß ich eben nicht- keinem wichtig ist. Die Unterscheidung zwischen Gut und Nützlich macht nur einen Sinn, wenn ich gut mit dem breit gefächerten Begriff Richtig in Verbindung bringe. Vor allem, wenn ich gut mit heilsam verbinde. Und wäre der misslungene Versuch, einen Satz zu finden, der von Jedem als kategorischen Imperativ angenommen werden kann, ein Kriterium dafür, eine „Weisheit“ nicht zu analysieren und umzustellen, sähe es mit der Analyse der Gesetzgebung respektive des Harz IV nicht gut aus. Wie? Das ist nicht vergleichbar? Steckt in Harz IV nicht die Weisheit vieler Politiker? Und das kategorische Imperativ des einen denkenden Menschen, steht gegen das kategorische Imperativ des anderen denkenden Menschen.
    Auf meine Einlassung bezüglich Harz IV, sowie Deiner Antwort darauf, antworte ich später. Is ja schon fast Ein Uhr.

  3. Es gibt nichts Gutes, außer, man tut es
    Erich Kästner
    Welche Funktion hat die Tradition der Beifügung von Zitaten, an das eigene Gedankengut? Mir dünkt, als brauche der/die Schreiberin einen Sicherheitsgurt bei der Fahrt in seiner Gedankenwelt. Wird es dadurch richtiger? Erhöht es die Chance, dass der Leser nunmehr das Richtige, das Gute tut? Dass er besser Einsicht gewinnen kann? Welche Einsicht? Das es nichts Gutes gibt, außer, dass man es tut? Man tut es oder tut es nicht. Dieses man, enthält so viel Unverbindlichkeit wie es verpflichten soll. Wie käme das an, hätte der gute Erich geschrieben: Es gibt nichts Gutes, außer, ich tue es. Womit freilich noch lange, lange nicht geklärt ist, was gut ist. Zudem! Zuweilen –stark untertrieben- ist das Gute Tun so gut nicht. Wem beispielsweise, tun die Guttuer- die Tafelbetreiber, gut? Wen oder was unterstützen sie? Nicht, dass sie es nicht tun sollten! Wenn sie es aber dabei belassen, möglicherweise um sich mehr selbst gut zu tun, die Sache also nicht an ihrer Wurzel packen, oder ihr Packen sich im Jammern oder im Schimpfen über die Nichtguten verläuft, ja dann kehrt das Gute sich schleichend um. Zudem gibt es viel Gutes obgleich es niemand tut. Es ist einfach da! Vieles davon wird nicht gesehen oder „wir“ zerstören es. Zum Beispiel mein Leben an sich, welches ich unter der Prämisse, vielleicht gar elterlichen oder religiösen Rute, dass man Gutes tut, so ziemlich versauen kann. Auch die Sonne ist gut, sofern ich mich ihr, mit meiner empfindlichen Haut, nicht zu lange aussetze; und insofern, als wir die schützende Ozonschicht nicht zerstören. Also ist es doch auch richtig, wenn ich sage: Es gibt viel Gutes, außer, man lässt es nicht.

    „Hartz IV ist offener Strafvollzug. Es ist die Beraubung von Freiheitsrechten. Hartz IV quält die Menschen, zerstört ihre Kreativität“
    Und Harz IV hat schon vielen geholfen! Gibt es Zahlen darüber? OK! Selbst wenn es fiffti fiffti stünde, wäre Harz IV nicht OK. Aber solch eine Zuspitzung??? Gibst Du damit nicht jenen Vorschub, die Dich lieber im Abseits sehen oder glauben, Dich nicht ernst nehmen zu müssen?

    • Zitat: „…Mir dünkt, als brauche der/die Schreiberin einen Sicherheitsgurt bei der Fahrt in seiner Gedankenwelt. Wird es dadurch richtiger? Erhöht es die Chance, dass der Leser nunmehr das Richtige, das Gute tut?…“

      Keineswegs, Peter, meine Gedanken benötigen weder Gurt, noch Netz oder doppelten Boden 😉
      Ich wertschätze lediglich die Gedanken kluger Vordenker, insbesondere, wenn sie in kurzer Zitatform „serviert“ werden.
      Nebenbei, ich bin noch immer weiblich, es darf also bei „Schreiberin“ bleiben…denn Du beziehst Dich ja hier und jetzt auf meine (!) Gewohnheit, Artikel gelegentlich mit einem Zitat einzuleiten :).

      Du analysierst nun dieses Kästner-Zitat, das steht Dir frei.
      Vielleicht solltest Du aber zunächst damit beginnen, zwischen „Gutem“, Nützlichem ff zu differenzieren.
      Und: Ist diese Art der Analyse überhaupt so wichtig?
      Dass „Dinge“ zwei „Gesichter“ haben, nichts ausschließlich „gut oder schlecht“ sein kann, dürfte jedem denkenden Menschen spätestens dann klar sein, wenn er versucht, auch nur einen (!) Satz zu finden, der als kategorischer Imperativ angenommen würde…von Jedem.
      Daher , so meine Meinung, ist denken, zerpflücken, hinterfragen und durchleuchten grundsätzlich wichtig, letztlich kann mensch Dinge aber auch „zer-reden“… ob das nun (immer) Sinn macht?
      Vermutlich bin ich da doch wesentlich einfacher gestrickt als Du ;), vereinfache die Vorgänge auch dementsprechend…und doch deckt sich mein Denken häufig mit dem von Menschen, die mir intellektuell eindeutig haushoch überlegen sind/sein müssten.

      Die Bezugnahme auf das Götz Werner Zitat führt – aus meiner Sicht – Deine vorherigen Einlassungen auch schon wieder ad absurdum.
      Du „widersprichst“ dieser, zugegeben sehr kategorischen, Feststellung, indem Du Du nicht minder kategorisch behauptest, „Hartz4“ habe aber auch Vielen geholfen.
      Jetzt frage ich Dich:
      Wenn Du andere Zitate auf ihren Sinngehalt zerpflückst, wieso hinterfragst Du dann nicht die – politische – Darstellung, Hartz4 4 hülfe und wiederholst sie sogar ?
      Was ist, um es Dir nun fragenderweise gleich zu tun 😉 , denn bitteschön „helfen“? Wem wurde wie durch Hartz4 geholfen?
      Und nein, ich halte die Darstellung von Herrn Werner keinesfalls für überspitzt. Schon deshalb nicht, weil er das finanzielle Überleben/besser,Vegetierenkönnen „dank“ Hartz4, ja überhaupt nicht in Frage stellt.
      Ihm, vielen anderen mit identischer Meinung und auch mir, die ich diese Worte unterstreiche, geht es vielmehr um das, was dieses unsägliche Gesetz und die noch viel unsäglichere Interpretation dessen ,durch irgendwelche ausführenden Kräfte (Mitarbeiter der Jobcenter), mit den Menschen macht.
      Ja, es ist offener Strafvollzug und die Beraubung von Freiheitsrechten!
      Der Begriff „Ortsabwesenheit“ sagt Dir etwas? Im offenen Vollzug ist Dir Dein erlaubter „Radius“ vorgegeben, so auch als Leistungsbezieher. Den Radius ohne Erlaubnis zu überschreiten und dabei erwischt zu werden, bringt Sanktionen, sowohl für den Häftling, als auch für den Leistungsbezieher.
      Hartz4 quält die Menschen. Wisst Du das wirklich als überspitzt bezeichnen? Dann lade ich Dich gerne erneut ein, ein paar Tage mit mir und meiner „Arbeit“ zu verbringen.
      Oder noch besser: Wenn Du das nicht glauben möchtest, dann frage doch einfach mal andere langjährige Begleiter. Oder noch besser: Frag die Betroffenen selbst…
      Für die Zerstörung der Kreativität gilt das Gleiche.

      Und nein, ich gebe denen, die mich abseits sehen wollen, gewiss keinen Vorschub, ich vermute auch, mittlerweile werde ich ernster denn je genommen.
      „Vor Ort“ agiere ich nämlich so, dass es ernst zu nehmen ist…Polemik findet nur im Blog statt…

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