ProArbeit Dietzenbach/ Abteilung Ü50 oder doch Kindergarten (große Gruppe) ?


Das liebenswerte Jobcenter des Landkreises Offenbach sorgte vor einigen Jahren schon für das (auch bei manch dort tätigem Mitarbeiter) , was man gemeinhin“Fremdschämen“ nennt.
Unvergessen die Ex-Mitarbeiterin Helena Fürst, die damals das mediale „Hartzer-Bashing“
(mittels der TV-Sendung „Gnadenlos gerecht“ ) aus das Widerlichste forcierte.
Irgendwann mutierte sie dann vorgeblich zur „Anwältin der Armen“…der Geldbeutel dürfte hier wohl ausschlaggebend gewesen sein. An eine Läuterung vermag ich nämlich nicht zu glauben…
Um Frau Fürst geht es im heutigen Beitrag aber nicht 😉

Vorgeschichte

Ein Leistungsberechtigter mit 2/3 Stelle – sog. Aufstocker – erhielt im Januar d.J. per Verwaltungsakt eine Eingliederungsvereinbarung, welche offensichtlich (neben der „Statistik“ der jeweiligen Mitarbeiter) ausschließlich dem Zweck diente, Sanktionen konstruieren zu können. Selten habe ich etwas derart Absurdes in Händen gehalten.
Lange Rede, kurzer Sinn:
Widerspruch, Antrag auf einstweilige Anordnung zwecks aufschiebender Wirkung beim Sozialgericht gestellt…das Ding war sehr rasch vom Tisch und der Betroffene nunmehr 3 Monate EinV-befreit.
Dass der Leistungsberechtigte die Schriftsätze nicht selbst verfasst hat, nunja, dass war wohl auch der Arbeitsvermittlerin von Anfang an klar…sie hatte ohnehin bereits vom ersten Tag an ein offensichtliches Problem mit dem „Thema sachkundiger Beistand“, das kam wiederholt und auf teils subtil-diskreditierende Art und Weise ihrem „Kunden“ gegenüber zum Tragen.
Was soll’s…geschenkt…

What the hell…

…diese Fachkraft sich bei ihrem heutigen Auftritt gedacht hat, weiß nur sie allein.
Der Termin begann damit, dass sie sofort verweigerte, mich als Beistand zuzulassen, O-Ton: „Ich möchte Sie nicht dabei haben“.
Und das, nachdem ich sie doch so freundlich begrüßte, das machte mich schon sehr betroffen 😀
Gewohnt liebenswürdig erwiderte ich, dass es wohl kaum in ihrem Ermessen stünde, Beistandschaft zu verweigern. Es folgte darauf der nicht unübliche Versuch, mir dann zumindest ein Redeverbot aufzuerlegen, was der Betroffene mit dem Satz: „Dann brechen wir an dieser Stelle ab“ quittierte. Danach wurde es zunehmend:

Albern, infantil und unprofessionell

Nun, als Beistand muss nicht reden, im Bedarfsfall aber darf ich es. Den Bedarfsfall bestimmt der Betroffene.Dies ist Fakt und im Detail geregelt (§ 13 SGB X).
Während 1,5 Stunden „Verhandlung über die Eingliederungsvereinbarung“ – in der Realität in langatmiges Abklopfen von Daten und Fakten, welche seit Jahren hinlänglich bekannt sind – wurden Albernheiten á la
„Mit Ihnen rede ich nicht, weil Sie nicht der Rechtsbeistand sind“
„Wenn Sie mit dem Herrn X Unterverhandlungen (!) führen wollen, dann verlassen Sie beide das Büro“
usw usf gebetsmühlenartig abgespult.
Witzig auch der Spruch, dass die Mitarbeiterin bezüglich der eingedampften EinV mehrmals betonte, nicht diskutieren zu wollen (und mit mir schon gar nicht 😉 ) und doch ständig diesen Faden wieder aufnahm.
Beim dritten Male (oder war es das vierte? ) konnte ich es mir nicht mehr verkneifen zu fragen, warum sie denn dann immer wieder mit der Diskussion begänne…hmmmm
Es gipfelte darin, dass der nicht-sachkundige (!) Betroffene letztlich als  „Sprachrohr“ zwischen „Fachkraft“ und mir fungierte.
Mir fielen beispielsweise diskriminierende Formulierungen in Vorsprachenachweisen (Bescheinigung für die Vorsprache bei potentiellen Arbeitgebern) auf. Dem Betroffenen nicht.
Da Frau „What the hell“ 😉 mir permanent das Wort abschnitt (Mit Ihnen rede ich nicht) blieb mir letztlich nichts anderes übrig, als mich dem „Kunden“ zuzuwenden und ihn zu bitten:
„Sag Du doch bitte der Frau H., dass diese und diese Formulierung so nicht bei einem möglichen Arbeitgeber vorgelegt werden kann.“
Die „Fachkraft“ saß kaum einen Meter entfernt…
Der Betroffene spielte dieses alberne Spiel auch mit 🙂
Mir wurde es dann letztlich doch zu doof…

Stutenbissigkeit, Zickenzoff oder Kindergarten (große Gruppe) ?

Die Frage stelle ich mir noch immer.
Ich fragte, da mir dieses Albernheiten zunehmend auf den Geist gingen – nach wie vor ruhig-freundlich (ok, vielleicht schien mein Dauerlächeln doch irgendwann etwas süffisant) – worin eigentlich das Problem bestünde, mich punktuell (!) in die Verhandlungen mit einzubringen, wenn es doch vom „Kunden“ gewünscht sei…
Dass es hier doch um einen Konsens und nicht um Konfrontation ginge…
Ich fragte, welches Problem sie mit mir denn eigentlich mit mir habe, ich sei schließlich sachlich, höflich und freundlich…
Exkurs: Logisch (irgendwie), dass die „Fachkraft“ – wohlwissend, WER ihre EinV hat eindampfen lassen – mir nicht wohlgesonnen ist.

Die Antwort war kindisch-zickig:
„Das könnte ich Ihnen sagen, tu ich aber nicht“
Ich wartete für wenige Sekunden tatsächlich darauf, dass sie mir wohl gleich die Zunge herausstreckt…
Ähnlich auch ihre Reaktion bzgl. meines Namens. Sie bat mich, ihn aufzuschreiben.
Nun pflege ich mich – überwiegend – namentlich vorzustellen, für mich eine Sache der Höflichkeit. Es gab zudem bereits mindestens 6 Begegnungen mit Frau „What the hell…“, darauf wies auch der Betroffene hin.Die Nachfrage, wie man meinen Namen ausspreche, erwiderte ich kurz mit „französisch -> Wodlee“
Das von dieser, ca. 50jährigen, „Fachkraft“ erfolgende „Hach, wie schööön“ (begleitet von entsprechender Mimik) hätte einer 15Jährigen gewiss gut zu Gesicht gestanden… 😀 für eine gestandene Frau war dies einfach nurmehr als infantil und damit traurig-lächerlich zu bewerten.

Unzählige Albernheiten…

zuviel, um sie aufzuzählen, das würde schlicht den Rahmen sprengen.
Erwähnenswert bezüglich der „Beratung“ wäre vielleicht noch, dass sie nicht wusste, wieviel Fahrtzeit gesetzlich als zumutbar festgelegt ist.
Dass sie behauptete, die Berücksichtigung der Pflege eines Angehörigen greife erst bei Pflegestufe drei.
Dass…, ach, ich lasse es dabei bewenden, es ist schlicht zuviel des Unguten.
Es bleibt die Feststellung, dass eine solch offen zur Schau gestellte Unprofessionalität eigentlich nicht mehr hätte getoppt werden können.
Eigentlich.
Denn Kollege Computer wollte nach diesem ganzen Gezetere doch partout die EinV nicht ausspucken 😀
Die Kollegin wurde zur Hilfe geholt, ohne Erfolg.
Tja, und dass der eingeforderte Fahrkostenantrag mit einem falschen Wohnort des „Kunden“ ausstaffiert wurde…klar, wieder ein Verschulden des Kollegen Computer.
Peinlich, peinlich, so meine bescheidene Meinung zu diesen ganzen Abläufen.

Mitgefühl?

Aber ja doch…irgendwo hatte ich es schon.
Irgendwo halt und rein auf der Tatsache beruhend, dass auch sie – wie wir alle – nur ein fehlbarer Mensch ist, zudem mit offensichtlichen Problemen gegenüber selbstsicheren Geschlechtsgenossinnen behaftet.
Nicht zu erreichen, weder auf der emotionalen, noch auf der Sach- und schon gar nicht auf der Meta-Ebene.
Bleibt mir nur zu hoffen, dass die überwiegende Klientel Frau H.s männlicher Natur ist…und zudem wehrhaft. Wobei Letzteres vermutlich ein „frommer Wunsch“ bleiben wird.

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13 Kommentare zu “ProArbeit Dietzenbach/ Abteilung Ü50 oder doch Kindergarten (große Gruppe) ?

    • Omg, Hefner…dagegen ist die – eine oder andere – „Glanzleistung“ aus Offenbach (MainArbeit) oder Dietzenbach (ProArbeit) echt pille-palle.
      Hast Du versucht, Öffentlichkeit zu schaffen (abseits der Oppossition)? Fast fürchte ich, Deine Antwort zu kennen…die Medien zeig(t)en kein Interesse.
      Ich wünsche Dir ganz viel Kraft und Durchhaltevermögen!
      Respekt an Dich, andere Mitmenschen hätten bei einer solchen – aus meiner Sicht durch und durch bewusst betriebenen – Zermürbungstaktik das Handtuch geworfen oder wären „durchgeknallt“ (mit Folgen, die sich niemand wünscht).

      liebe und solid. Grüße
      Ellen

  1. Guten Abend Frau Vaudlet,

    schön nach längerer Zeit mal wieder etwas von Ihnen zu hören bzw. zu lesen. Hatte
    mir schon wieder ernsthafte Sorgen um Ihr persönliches Befinden gemacht!

    Zur Sache: Sie sind doch sicherlich durch den vielfältigen Umgang mit unquali-fizierten -aber demgegenüber diametral unhöflichen- und an einer gesetzlich durch die MA der Job-Centern geschuldeten aber dessinteressiert getragenen Beratung
    gestresst….oder gehe ich fehl in der Annahme? Falls nicht, kann man Ihnen doch
    keinen Vorwurf machen, wenn Sie auf Grund dieses Stresses hier und da mal ver-
    gessen Ihr Handy während der Termine abzuschalten??!!!!! Das ist doch nur
    menschlich und wenn das zu einer zufälligen und unabsichtlichen Aufnahme führt……würde das weniger vor Gericht aber dafür gegenüber Pressevertretern helfen!
    Im Umgang mit rechtswidrig operierenden JC-Mitarbeitern muss man sich eben zu
    helfen wissen.

    • Guten Abend,

      ich darf Ihnen versichern, bereits einige Male derart gestresst gewesen zu sein, dass mir ein solcher Lapsus evtl. bereits unterlaufen ist 😉
      Frau ist schließlich auch nur Mensch…

  2. „… dieser, ca. 50jährigen, “Fachkraft” … hätte einer 15Jährigen“

    Frau „Wodlee“ 🙂 es grenzt an „übelster Nachrede“ eine 15-jährigen als „Fachkraft“ titulieren zu wollen …

    • Du hast völlig Recht, Ron. Es war unverzeihlich von mir, 15jährigen Mädels soviel Infaltilität zu unterstellen 😀 ich schäme mich dafür…

  3. Zitat: „Albern, infantil und unprofessionell“

    Zitat: „Es gipfelte darin, dass der nicht-sachkundige (!) Betroffene letztlich als “Sprachrohr” zwischen “Fachkraft” und mir fungierte.“

    Das erinnert mich an eine Szene aus dem herrlich schnulzigen Film (ja, manchmal mag ich so einen Kitsch, ich schäme mich dafür … 😉 ) „Der kleine Lord“:

    Zeitindex 53:30

    Wie schön, wenn arge Ämter Kindheitserinnerungen wecken. 😉

    • Mensch Frank…Du hast mich soeben erleuchtet 😉
      Ernsthaft: Ich habe vorgestern noch gegrübelt, an was mich diese absurde Situation erinnert und war i-wie bei einem Steve Martin Film angekommen, mir dessen aber nicht ganz sicher.
      Und jetzt ist’s klar, es war „Der kleine Lord“! Übrigens, ich mag diesen Film auch sehr gerne, etwas Gefühlsduselei ist sicher nicht ganz so schädlich…

  4. Hach, die Dietzenbacher ^^ Da habe ich auch schon unvergessliche Stunden als Beistand verbracht – ein herrlicher Schlag Menschen ^^

    • Ja, Widerstand, DAS war wirklich ganz speziell.
      Solch einen (recht offensichtlichen) „Weiberkram“ habe ich in dieser Ausprägung noch nicht erlebt.
      Jetzt überprüfe ich die postalisch eingetroffene EinV…und eine weitere aus Dietzenbach.Habe sie beide als Mail-Anhang bekommen, der Spaß geht also weiter…

  5. 2 Std. Lebenszeit ( mit Fahrt ) verschenkt und das ohne Nikotin und Nüsschen ich möchte da nicht mehr hin. Wir haben etwa 30 min. damit verbracht Frau H. beim laut denken zuzusehen. Kasperltheater mochte ich schon als Kind nicht wirklich.

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