Mitarbeiter der Jobcenter sind keine Idioten. Stimmt fast, denn…

…Pauschal-Schelte ist niemals zutreffend ;).

Allerdings übersieht der Mitarbeiter, welcher diese Mail an Inge Hannemann richtete, bei seiner Kritik vermutlich, dass viele seiner Kollegen eben NICHT kritisch sind, dass sie abgestumpft, müde, in Sorge um ihr eigenes (befristetes) Arbeitsplätzchen oder eben auch Überzeugungstäter sind.
Einem ebenso pauschalierenden „…sind keine Idioten…“ kann ich insbesondere im Hinblick auf die letztgenannte „Spezies“ daher nicht zustimmen.
Schade ist es auch (verständlich dennoch, so aus der ur-eigensten „Betroffenensicht“ dieses Jobcentermitarbeiters gesehen), dass er zwar Bezug nimmt auf die Wallraff-Reportage, inhaltlich aber lediglich auf die schönfärberischen Stellungnahmen der BA-„Elite“ hinsichtlich der offensichtlichen „Verarsche“ gegenüber den eigenen Kollegen Stellung nimmt.
Äußerungen, die einem Parallel-Universum zu entspringen scheinen, finden sich keineswegs nur in der Mitarbeiterzeitung „Dialog“, so z.B. Heinrich Alt, als er in der Frankfurter Rundschau von einer Kultur der Wertschätzung fabulierte…kurz nach der Wallraff-Sendung
http://www.fr-online.de/gastbeitraege/hartz-iv-und-bundesagentur-fuer-arbeit-fuer-eine-kultur-der-wertschaetzung,29976308,30573666.html
Ein offenes Wort dergestalt, dass sich durch diese verlogenen und heuchlerischen Stellungnahmen von Alt,Weise und Becker insbesondere die Leistungsberechtigten und die (altgedienten) Aktivisten als Lügner gebrandmarkt sehen, vermisse ich in der ansonsten wohltuend kritischen Mail doch sehr…

altonabloggt

Guten Tag Frau Hannemann!

Mit großem Entsetzen und Wut haben wir die neueste Ausgabe der internen „Propagandazeitung“ „Dialog“ zur Kenntnis genommen. Es ist so gekommen, wie wir geahnt haben: Gehirnwäsche wie immer, erneut werden Missstände verleugnet und die Vorstände Weise, Alt und Becker vertuschen ihre Fehler.

Das interne Interview von Herrn Becker ist eine bodenlose Frechheit. Er behauptet: “Mitarbeiter fühlen sich durch die Sendung Wallraff verunglimpft“. Wir haben uns den Bericht mehrmals angesehen, eine Verunglimpfung unserer Kollegen/innen ist absolut nicht zu erkennen. Ganz im Gegenteil: Sie haben endlich mal die Wahrheit über die jahrelangen Missstände gesagt, die von der Behördenleitung permanent verleumdet werden. Schade, dass Herr Wallraff nicht bei uns war. Danke Wallraff!

Die Einzigen, die hier durch die Bundesagentur für Arbeit-„Führung“ verleumdet werden, sind der Journalist Wallraff, die gezeigte Wahrheit und viele Kollegen bundesweit.

Weiter sagt Becker: (…) „es kann durchaus mal sein, dass eine Maßnahme…

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5 Kommentare zu “Mitarbeiter der Jobcenter sind keine Idioten. Stimmt fast, denn…

  1. Lieber „weisser Ritter“,
    für die Adelung meines Textes als „theoretisch-akademisch“ will ich zwar nicht undankbar sein, muss sie aber dennoch zurückweisen. Das bedeutet freilich nicht, dass ich, auch mit dieser Antwort, den Fehdehandschuh werfe.
    Auch wenn ich eine fundierte theoretische Ausbildung habe, war und ist Theorie für mich immer nur sinnvoll (von wenigen Ausnahmen abgesehen) als sie sich als praxistauglich erweist. Daraus ist jedoch nicht der populistische Ausspruch „Theorie ist nichts, Praxis alles“ abzuleiten.

    Zu Deinen Anmerkungen, die zwar zum Standardwissen im Zusammenhang mit Hartz4 gehören sollten, aber zum Verständnis des Textes „Mitarbeiter der Jobcenter sind keine Idioten…“ ff. Kommentare nicht unbedingt notwendig sind,

    1. die Anfänge von Hartz4:
    hat Prof Helga Spindler ausführlich beschrieben. M.E. aber mit dem Manko, weder die Vorgänge der Sozialhilfereform in den USA noch den Zusammenbruch des „real existierenden Sozialismus“ ff. Zusammenbruch und Einverleibung der DDR (89/90) hinreichend zu berücksichtigen. Ohne diese Vorbedingungen erscheint das Ganze aber in der Tat als eine „Kampfansage“ der „Arbeitslosigkeit, dem Werteverlust und der abnehmenden Lebensqualität in Deutschland“ zu begegnen. Dies wiederum stützt die beweisbaren! Behauptungen eines Peter Hartz, dass die Reformen gut und richtig, nur leider falsch, d.h. nicht gemäß seiner Vorgaben, angewendet sind und waren.
    Dem widerspreche ich allerdings ganz energisch. Hartz4, die Ummodelung der SGBs, die Agenda 2010, war von Anfang an ein Instrument der Deregulierung, der teilweisen Entrechtung und bewußten Destabilisierung der „Überflüssigen“ ff. der Arbeitenden (Klasse).
    Die Reform war, von wenigen Ausnahmen abgesehen, folglich kein „Fehler“, sondern die bewußte Veränderung der Gesellschaft oder „Es herrscht Klassenkrieg, richtig, aber es ist meine Klasse, die Klasse der Reichen, die Krieg führt, und wir werden gewinnen.“ (W. Buffet und andere).
    Diese, zugegebenermaßen nahezu unfassbare Dimension zu übersehen, und/oder Politiker in diesem Zusammenhang „lediglich“ als „minderfähig“ zu betrachten, selbst wenn dies nicht ganz untypisch ist, verkennt insofern den Ernst der Lage, als die Zielrichtung eben eine deutlich andere ist – die (Re)institutionalisierung feudaler Strukturen mit allen Mitteln – „zur Not“ auch um den Preis einer völligen gesellschaftlichen Destabilisierung. Das Zusammentreffen des globalen Zusammenbruchs des Sozialismus mit der Generation Y, Egotaktiker um (nahezu) jeden Preis, ist dabei der zufällige nichtsdestotrotz ideale Zustand.

    2. Abgeordnete als „in der Mehrzahl Beamte oder Standesrechtler ohne kaufmännische Grundkenntnisse“ sowie „mangels Vorhandensein qualifizierter und abgeschlossener Ausbildungen“ zu beschreiben hat zwar eine kabarettistische Dimension, ist aber außerhalb dieses Raumes insofern gefährlich, weil es den Gegner unterschätzt.
    Ohne jetzt eine Statistik zu bemühen, verfügen die Abgeordneten i.d.R. über gehobene Ausbildungen, die im Gegensatz zur landläufigen Meinung aber eben nicht zu sozialer Intelligenz oder selbst nur Kompetenz (ver)führen muss. Tatsächlich, jetzt mal mit Statistik, haben etwas mehr als 25 % eine juristische Ausbildung und auch wenn nicht jeder ein Papier, Voßkuhle, Spellbrink, usw. ist, wohin bestimmte Gesetzesformulierungen führen oder eben nicht, dass werden wohl die meisten ohne Probleme sehen können. Es ist folglich weder Dummheit noch Ignoranz oder Populismus was sie antreibt, sondern knallharter (Ir)Realismus – die Wahrscheinlichkeit, dass ihnen ihr derzeitiges Verhalten keine Nachteile einbringt ist einfach höher als das Gegenteil. Das reicht zur Standortbestimmung auf jeden Fall so lange, wie die Fragen von ebenso intelligenten wie systembejahenden Journalisten gestellt werden. (und alle anderen einfach ignoriert werden)

    3. befristete Arbeitsverhältnisse:
    alle! mir bekannten Dokumentationen gehen von 10 % und weniger solcher AV aus. Wobei bereits das als Propagandainstrument der vermeintlich durch die Umstände gezwungenen MA genutzt wird. Ähnlich verhält es sich mit den ehemaligen DB-, DP- und Telekom-MitarbeiterInnen, das ist mittlerweile 10 Jahre her und dient lediglich (immer noch) als Propagandainstrument.
    Das Gros der MA setzt sich hälftig aus abgeordneten MA der BA und Kommunen, i.d.R. Sozialämter, zusammen. Vergessen wird hierbei, dass die regulär abgeordneten MA ihren Status als MA der abordnenden Stelle behalten, d.h. es gibt de jure KEINE „Jobcentermitarbeiter“, das ist, trotz eigener Personalvertretung!, lediglich ein dienstrechtlicher Status. Diese grundsätzliche Einteilung kann! natürlich in Einzelfällen variieren.

    4. AB-Maßnahmen (ABM-Stellen):
    diese gibt/gab es mit Einführung von Hartz4 nicht mehr. Eines der wesentlichen Kennzeichen war die völlige Sozialversicherungspflicht inkl. AV. Selbst in der Sonderform für die Sozialämter „Arbeit statt Sozialhilfe“ war diese enthalten. D.h. über diesen „Umweg“ war es möglich bisherige Sozialhilfeempfänger in das System der Arbeitlosenversicherung zu „überführen“. Neben einem tariflichen! Lohn in der ABM ein wichtiges persönliches Instrument, zumindest für die, die sich aktiv aus der Sozialhlfe „verabschieden“ wollten, denn die gesellschaftliche Ächtung der „Schmarotzer“ gibt es nicht erst seit Clement, Müntefering, Westerwelle und Co.

    5. Don Quichote und zum Scheitern verurteilt:
    zweifellos richtig auch wenn die „Organizer“ aus der Szene nicht müde werden das Gegenteil zu behaupten.
    Dennoch „lohnt“ der Kampf insofern, als einer ganzen Reihe von Menschen damit nicht nur das soziokulturelle Leben (wieder) geschenkt wurde, sondern ohne diesen Kampf, die stetige Erinnerung an das Unrecht, nächste Schritte undenkbar wären.
    Ohne das Wachhalten, den tagtäglichen Kampf vieler und doch viel zu weniger Aktivisten hätten sich die meisten Menschen z.B. bei dem Protest von Hannemann nur verwundert die Augen gerieben und gefragt „was will die denn?“. Und auch das Motto der LiNKE „Weg mit Hartz4“ wäre nur (noch) ein seelenloser Spruch.

    Mit anderen Worten – der Kampf ist vergeblich aber nicht nutzlos.

    Was der „Liebermann“ bedeutete ist bekannt?

    fG

  2. Liebe/r „Undine“ 😀 und „Widerstand“
    Ich halte meine Antwort kurz…was sollte ich auch – insbesondere angesichts des stimmigen Stimmungsbildes Galeere/Ruderboot – noch groß ergänzen können…
    Es ist wohl meine (wahrscheinlich gibt es aber noch andere Aktivisten mit diesem Problem) „höchstpersönliche Krux“, dass ich es noch immer nicht ganz geschafft habe, diesen „Ein-Boot-Wunschgedanken“ aus meinem Kopf zu verbannen.
    Wäre es nicht wunderbar, wenn…ach, lassen wir das.

    Es fällt mir noch immer sehr schwer zu akzeptieren (der Kopf muss wohl noch lernen, was das Emotionszentrum längst begriffen hat…oder doch umgekehrt?) dass wir – also „beide Schreibtischseiten“ – zwar Menschen – und daher allesamt fühlende Wesen mit oft ähnlichen Ängsten, Träumen, Erwartungen ect – sind, eine echte Solidarität einerseits und eine Art Mitgefühl andererseits im derzeitigen „Konstrukt SGB2“ dennoch niemals zustande kommen wird…

  3. Ob Mitarbeiter der Jobcenter Idioten sind oder nicht ist in diesem Zusammenhang eher nebensächlich. Fakt ist, dass viele, sehr viele, zu viele „das Spiel“ ohne Not ! mitspielen. Die befristeten Verträge liegen unter 10 %, alle anderen sind abgeordnet und können (nahezu) jederzeit in ihren alten „Job“ zurück, warum tun sie es nicht?!?!
    Die berechtigten Klagen vieler Leistungsberechtigter richten sich nicht (nur) gegen das SGB II sondern vor allem gegen Be-/Misshandlungen die ihnen seitens der MA OHNE gesetzliche Grundlage angetan werden – dass „vergessen“ regelmässig nicht nur die entsprechenden Vertreter der „gemäßigten“ JC-MA, Personalvertreter, etc. sondern immer wieder leider auch Aktivisten. Kurz – wir saßen nie in „einem Boot“ und werden auch nie zusammen in einem Boot sitzen. Jedenfalls nicht in diesem sprichwörtlichen Sinne.

    Um das an dem Beispiel Hannemann zu verdeutlichen, H. taucht erst Mitte 2012 zaghaft auf, konkret sogar erst Anfang 2013 im Zuge der eigenen Betroffenheit (Abmahnung, Suspendierung). Zu diesem Zeitpunkt gab es das SGB II/Hartz4 mit allen Schikanen! aber bereits 7,5 bzw. 8 Jahre !
    Anfang/Mitte 2014 erfolgte die Wahl in die Bezirksvertretung, Anfang 2015 in die Bürgerschaft Hamburg jeweils für die LiNKE. Zwischenzeitlich noch ein Buch geschrieben und inzwischen auch einen anderen Job.
    Zu keinem Zeitpunkt hat sie meines Wissens mit Erwerbsloseninitiativen zusammengearbeitet oder Interna an solche herausgegeben und erst recht nicht veröffentlicht, gewiss aber an Führungskader der LiNKE – Gegenleistung s. Wahllisten.
    D.h. in nur 2 Jahren hat sich ihre ohnehin nicht üble Situation drastisch! verbessert und nicht etwa wie die ihrer „Unterstützer“ verschlechtert. Das aber nur am Rande, auch wenn ich es bereits 2013 befürchtet bzw. vorhergesagt hatte, dass es auch bei der „deutschen Fabienne“ (rofl) diese „ein Boot“-Mentalität nicht gibt.

    Aus der Makrosicht ist das zwar richtig, nur sehen das die Peitschen schwingenden Aufseher eben anders als die Rudernden. Sie kümmern sich um ihr Wohl und sehen das „Schicksal“ ihrer Betreuten bestenfalls als Randnotiz, die da lautet mehr Aufseher zu besseren Bedingungen dann geht es auch den Rudernden besser!?!
    Sie inkl. Hannemann (et. al.), die LiNKE, ver.di (als zuständige Gewerkschaft), etc. haben eben immer noch nicht begriffen was Götz Werner (ehemals DM-Märkte) bereits 2006 in die treffenden Worte gefasst hat „Hartz IV ist offener Strafvollzug. Es ist die Beraubung von Freiheitsrechten. Hartz IV quält die Menschen, zerstört ihre Kreativität“. Hinzuzufügen wäre – Hartz4=Armut depriviert und deprimiert, macht auch körperlich krank, verkürzt die Lebenserwartung und verstellt bereits die Sicht auf Zukunft.
    Vor und nach ihm haben andere, Spindler, Hengsbach, Wolff und viele andere sowie zum guten Schluss sogar Papst Fanziskus herbe und sachlich fundierte Kritik geübt, von den unzähligen Aktivisten und Betroffenenberichten mal ganz abgesehen.
    Und das alles mündet bei den „aufständischen“ Personalräten in die große Betroffenheit hinsichtlich ihrer Arbeitsbedingungen und ein klein wenig auch, als Brosamen die vom Tische fallen, in ein Bedauern gegenüber den Betroffenen.

    Mit freundlichen Grüßen
    „Max Liebermann“

    • Sehr geehrte/r Kommentator/in „UDINE/Liebermann“,

      Ihre Ausführungen lesen sich gut -aber leider ein wenig zu theoretisch-akadamisch
      und bedürfen zu einzelnen Punkten aus dieser Sicht einer Anmerkung:

      Grundsätzlich ist das Augenmerk auf die Anfänge des unseeligen HARTZ-IV-Kon-
      strukts zu richten:
      eine Interessengemeinschaft aus rücksichtslosen Arbeitgebern, überforderten
      Gewerkschaftern, einem später als Betrüger verurteilten Manager, einem nicht zum
      Aushängeschild deutscher Politik taugender Altkanzler und einer Gruppe selbst
      nur eigener Vorteilssuche verpflichteter Abgeordneter zweier bestimmter Parteien
      bedienen sich zudem der Hilfe eines sich selbst überschätzenden „Zaren“ u.a. um
      mittels einer hochtrabend „AGENDA 2010“ getauften Schwachsinnigkeit der Arbeits-
      losigkeit, dem Werteverlust und der abnehmenden Lebensqualität in Deutschland
      den Kampf anzusagen. Und schon nahm das Chaos seinen Lauf – der Kampf glich
      dem des Don Quichote und war von vornehein zum Scheitern verurteilt!
      Politiker jeder Coleur und Parteienzugehörigkeit zeichnen sich i.d.R. durch persön-
      liche Minderfähigkeit bei gleichzeitiger völliger Selbstüberschätzung und patholo-
      gischen Verlust jeden Realitätssinns und fehlende Verantwortungskompetenz aus!
      Wer als Politiker ohne zu handeln zusieht, wie Unternehmen sich auf Kosten der
      Sozialsysteme sich überflüssiger Mitarbeiter entledigt und „sparen“ um gleichzeitig
      die eigene Produktion „kostengünstig“ in Drittländer auszulagern, gleichzeitig aber
      wieder teuer retournieren, der hat von Tuten und Blasen keine Ahnung oder kein
      Interesse. Die Feinheiten der Volks- und Betriebswirtschaft sind den Abgeordneten
      der etablierten Parteien (weil in der Mehrzahl Beamte oder Standesrechtler ohne
      kaufmännische Grundkenntnisse) und denen der anderen Parteien (mangels
      Vorhandensein qualifizierter und abgeschlossener Ausbildungen oftmals „Böhmische Dörfer“.
      Nach dieser längeren Einleitung kommt das Fazit: selbst wenn es dem einen oder
      anderen mittlerweile dämmert was das SGBII zwischenzeitlich an kaum noch wieder
      gut zu machenden wirtschaftlichen und sozialen Schäden zu verantworten hat, werden die dafür verantwortlichen Politiker daran nichts zum Guten ändern, sondern
      mit gleichermassener Unfähigkeit und Desinteresse aufmerksamkeitsheischend
      statt dessen weiter daran herumdoktorn und kaputtreparieren.

      In den Anfängen des SGB -Hartz IV- ging es in erster Position um die beabsichtigte
      Reduzierung der Arbeitslosigkeit und dazu bediente man sich der Auslagerung der
      Leistungsbezieher in unzählbare, unsinnige Fortbildungen und ABM-Massnahmen.
      Geholfen hat das nur der Statistik, die liess sich so wunderbar manipulieren, den
      wie Pilze aus dem Boden schiessenden „Massnahmeträgern“ und wieder der
      öffentlichen Hand -die waren mit die ersten die ihre angestellten Arbeiter (Parade-
      beispiel die Stadt Offenbach!) entliessen und sie sofort wieder als ABM-Kräfte ein-
      stellten.
      Mittlerweile gibt es aus dem bundespolitischen Topf deutlich reduzierte Zahlungen,
      Massnahmeträger wurden nicht mehr in dem Mass wie bisher gebucht und mussten
      Leute entlassen und man hat erkannt, dass das Instrument „Arbeitsvermittlung
      durch kommunale Betreuung“ faktisch nur eine Kostenhydra ist. Auch hierfür ist
      die Stadt Offenbach besonders heraus zuheben. Hier hat es aber noch das Ge-
      schmäckle unseriöser Konstrukte (z.B, die Frage: wer in welcher Position in Offen-
      bach profitiert nebenher noch vom Geschäft mit Leistungsbeziehern zugunsten
      eigener Kasse).
      Und am Beispiel der MA-Mitarbeiter trifft die Zahl von rd. 10% als befristet eingestellt auch nicht zu; es dürften ca. 25% sein. Zudem wurden zuvor bei der
      Auffanggesellschaft der Deutschen Bahn/Deutschen Post/ etc. zwischengeparkte
      Angestellte und Arbeiter in Schnellkursen auf die Grundanforderungen gebimmst
      und auf Linie eingeschworen. Gerne genommen wurden auch Mitarbeiter ehemaliger Massnahmenträger oder selbst unternehmerisch Gescheiteter. Die
      restlichen, von anderen Verwaltungseinheiten übernommene Mitarbeiter sind sich
      heute ihrer damaligen Arbeitsplätze auch nicht mehr sicher. Viele wurden ersatz-
      los gestrichen oder „outgecourst“.
      Nahezu jeder dieser Mitarbeiter hat daher ein höchst persönliches Interesse sich
      dem „Zar“ und dessen Auffassung stromlinienförmig anzupassen: die eigene Rente,
      das noch nicht abbezahlte Haus, die Versorgung der Familie allgemein und die
      Ausbildungsfinanzierung der Kinder (die sollen später schliesslich nicht auch als
      gescheiterte Existenzen willfähig den Zaren die Füsse lecken müssen!) etc.. Und
      schlussendlich steht man ja auch selbst als „Mitarbeiter einer Behörde“ besser da,
      als zuvor als Briefträger, Hilfsarbeiter, etc.

      Das System „Hartz-IV“ wird sich in diesem Leben vermutlich nicht mehr zu besseren
      ändern lassen…..es sei denn, es käme noch mal ein Urknall.

  4. Ellen: »Ein offenes Wort dergestalt, dass sich durch diese verlogenen und heuchlerischen Stellungnahmen von Alt, Weise und Becker insbesondere die Leistungsberechtigten und die (altgedienten) Aktivisten als Lügner gebrandmarkt sehen, vermisse ich in der ansonsten wohltuend kritischen Mail doch sehr …«

    Nun, es sind auch die wenigsten Aktivisten und Leistungsberechtigten, die sich besonders über das Leid oder die Belange der JC-Mitarbeiter (oder anderer Noch-Lohnsklaven denen das System ebenso schadet wie uns LB und Aktivisten) äußern, und ich denke das ist auch normal; der Gedanke dass wir in diesem Boot alle zusammen sitzen muss sich erst noch verbreiten ^^

    Ich warte eher darauf dass der Kritik und dem Hinweis auf die große Zahl der Unterstützer Frau Hannemanns möglichst bald Taten folgen und diese ganzen Unterstützer mal Konsequent immer zum Arzt gehen und sich eine AUB holen, wenn es ihnen nicht gut geht; viel effektiver als jeder Streik und über Monate und Jahre hinweg machbar ^^

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