MainArbeit Offenbach – Feste feiern und Party on…wer zahlt die Zeche?

Eigentlich…ja, eigentlich wollte ich (nach längerer Zeit) einen Artikel schreiben über die Gründe meiner (momentanen?) „Zurückhaltung“. Einen Artikel über Müdigkeit, über das „Don Quichotte-Gefühl“ usw usf.
Als ersten Vorgeschmack hierzu verweise ich auf mein aktuelles Zitat des Tages, der Rest muss aus aktuellem Anlass noch ein wenig warten…

Der aktuelle Anlass = eine aktuelle Ausschreibung der MainArbeit, welche…

…irgendwie sinnbildlich dafür ist, wie sehr sich die Verantwortlichen schon aus ihrer Verantwortung gestohlen haben, wie deutlich die Distanz der MainArbeiter selber zu Ihrem
eigenem Tun und Handeln ist. Sollen sich doch Andere und Fremde Gedanken
machen, wie man ein Projekt zum Abschluss bringt.

Worum geht’s?

Es geht um das Projekt „Chance50 plus“
Der Beschäftigungspakt Chance 50plus ist ein regionales Netzwerk zur Aktivierung und Integration von langzeitarbeitslosen Menschen ab 50 in den Arbeitsmarkt in der Stadt Offenbach, in den Kreisen Groß-Gerau, Wetterau, Hochtaunus, Stadt und Landkreis Gießen und der Landeshauptstadt Wiesbaden. Chance 50plus wird/wurde vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales im Rahmen der Kampagne Perspektive 50plus gefördert.

Betroffene nennen diesen „Beschäftigungspakt“ auch sehr gerne Verfolgungsbetreuung…
Die Gängelung, die Umgangsformen, das Hineinpressen der Betroffenen in (meist) prekäre Arbeitsverhältnisse…es lässt sich gewiss trefflich darüber streiten, ob diese Art der Förderung positiv zu bewerten ist, oder eher nicht. Das kommt wohl darauf an, auf welcher Seite man sich befindet
Für die statistische Aufwertung gewiss dienlich (gelten doch „Vermaßnahmte“ in der Statistik als nicht erwerbslos), für die Erwerbslosen hingegen? Kaum anzunehmen!
Ich bin davon überzeugt, dass es unter diesen Betroffenen ein nahezu flächendeckendes Aufatmen geben wird, denn:

Nach 10 Jahren „Chance50 plus“ ist Schicht im Schacht

Das Projekt wird eingestellt. Soweit, so gut. Müsste man kein Aufheben drum machen, auch einen Artikel bloggen lohnte sich kaum, wäre da nicht die eingangs erwähnte Ausschreibung der MainArbeit.

Das Projektende soll nämlich gebührend zum Ausklang gebracht werden.
Mit all dem Bedauern über dessen Ende, mit all den schönfärberischen Reden um die „Erfolge“, mit geladenen Gästen aus der MainArbeit, der kommunalen Politik, Vertretern der profitierenden Arbeitgeber (die mit bis zu 70% des gezahlten Lohnes für einen ex-erwerbslosen Mitarbeiters „gefördert“ wurden) und last but not least mit Abgesandten der Bildungs-Mafia privaten Bildungträger.

Die MainArbeit feiert – der vielzitierte Steuerzahler spielt den Zahlmeister

In der Ausschreibung 15-27-MA FestivittLeistungsbeschreibung-mit-Bewertungsmatrix-1
wird für eine 3-5stündige Veranstaltung mit zwischen 80 und 120 geladenen Gästen ein Anbieter gesucht, der über die umfassenden Qualitäten der berühmten „eierlegenden WollMilchSau“ verfügen soll.
Diesem Anbieter – und nicht etwa der initiierenden Führungsriege der MainArbeit, welche die „Schirmherrschaft“ über diesen Pakt von 6 mittelhessischen Kommunen innehat – obliegt es, sowohl über die Referentenauswahl zu befinden als auch die Lokalität und den Caterer auszuwählen, die Vor-und Verträge zu gestalten ect.pp.
Kurzum – ein Rundum-sorglos-Paket ist zu gewährleisten.

Fressen, saufen und parlieren…

…, Geld spielt keine Rolex (wenngleich auch hier einer der billigsten Anbieter wohl den Zuschlag bekommen wird…oder vielleicht auch nicht, wenn denn Amigos…weitere Ausführungen überlasse ich der Fantasie der Leser) währenddessen die Kosten für aktive und passive Leistungen dauerhaft niedrig gehalten werden.

Gefördert wird mit einer solchen Steuergeldverschwendung par excellence lediglich die Verdauung der handverlesenen Gäste, gefordert wird weiterhin nur von den – in weiten Teilen – wenig wehrhaften Offenbacher Erwerbslosen…

Wäre es nicht die MainArbeit, hätte ich vielleicht Worte wie „unglaublich“ oder „unfassbar“ gewählt, aber so?
Resigniert-kopfschüttelnd komme ich einmal mehr zu dem Ergebnis, dass dieser – aus meiner Sicht – Steuerskandal, den sich das kommunale Jobcenter einer hochverschuldeten, unter dem Rettungsschirm stehenden Stadt hier erlaubt, in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen, geschweige skandalisiert wird.

Und einmal mehr kommt mir der Liebermann in den Sinn…

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3 Kommentare zu “MainArbeit Offenbach – Feste feiern und Party on…wer zahlt die Zeche?

  1. Liebe Frau Vaudlet,

    gerade aus dem Urlaub zurück finde ich Ihren Beitrag ……und bin entsetzt!

    Nach rd. 10 Jahren täglich vielfach und vielschichtig präsentierter Unfähigkeit auf allen
    Ebenen soll jetzt -mir nichts, dir nichts- damit Schluss sein? Wer hat sich das ausge-
    dacht und wie denkt er über die persönliche Zukunft eines jeden bisher in dem Bereich
    eingesetzten Mitarbeiters nach?

    Mein Gott, was wird dann aus dem schon mehrfach vuliminiant gescheiterten pAp´s
    der Abteilung bei der MainArbeit? Unser Tanzbär -muss der jetzt sein Geld als pro-
    fessioneller Salsa-Tanzlehrer in Zukunft verdienen? Wie ist da die Vermittlungschance
    für einen selbst Ü-50jährigen Ex-MA-Mitarbeiter?
    Oder unser mit Legasthenie geplagter Dipl.-Pädagoge, muss der künftig -da ja mehrere
    Anläufe sich über irgendein Partei-Ticket eine gutbezahlte Verwendung als Ja-Sager
    zu verschaffen gescheitert sind- etwa als freiberuflicher Fotograf durchschlagen?
    In fast allen anderen Berufen ist er ja schon gescheitert! Schade, wo er doch gerade wieder einen Anlauf in Frankfurt nimmt, dort in irgendeiner IG politischen Einfluss zu erlangen!
    Und erst unser Traktor fahrender (ach nein, war ja nur ein Uralt-Kadett) Odenwälder
    Schollen-Ingenieur – muss der jetzt etwa wieder in aller Hergottsfrühe und bei jedem
    Wetter auf die Scholle udn Knollen ernten? Und, und, und….derer wären noch viele zu benennen.

    Man stelle sich vor….die sind so oft in ihrer Zeit bei der MainArbeit während der Be-
    treuungszeiten für ihr Klientel entweder 2Brötchen kaufen“, „auf Lehrgang“ oder „in Teambesprechungen“ verschwunden, dass hier faktisch nicht von erbrachter Arbeitszeit/-leistung gesprochen werden kann….jetzt doch soooo qualifiziert im Akten“bearbeiten“, Akten „verlegen“, Mobbing, Papier korekt mittig lochen…..für die MUSS es doch auch danach noch eine sinnfreie Verwendung innerhalb der MainArbeit oder der Stadtverwaltung geben!

    Oder sollte man doch hingehen und sie/die am eigenen Leib einmal spüren lassen, wie
    sie selbst mit ihren Klienten umgesprungen sind und jede sinnvolle Tätigkeit bei an-
    gemessener Bezahlung im Vorfeld torpediert haben???

    Was denken andere Leser darüber?

    • Ein HALLO an den wie ich doch hoffe gut erholten weißen Ritter sende !
      (…nun ähh räusperrr „mein erster kurz Kommentar“ )
      Hierzu sogleich noch meine aufrichtige Anmerkung, das ich u. a. entzückt wieder von Ihnen zu lesen.
      Nun ich denke, man sollte diese bäh MA. alle unverzüglich ausnahmslos, den sooo gelobten Maßnahmeträger gegenüber ausliefern-!.
      ( Und dies ausdrücklich unter den ALG ll Bezüge im Rahmen einer EGV !!! )

  2. »Und einmal mehr kommt mir der Liebermann in den Sinn…«

    Auch kotzen kann ja Spaß machen – kommt immer drauf an zu wem man sich vorher umgedreht hat ^^

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