Quo vadis, Welt?

Die Liebe und das Mitgefühl sind die Grundlagen für den Weltfrieden – auf allen Ebenen.
Dalai Lama

Vorwort

Der nachstehende Text entstammt – leider – nicht meiner „Feder“.
Diese Feder streikt angesichts der (scheinbaren?) Sinnlosigkeit meines/unseres „An-Schreibens“ gegen das immer deutlicher werdende Ungleichgewicht in unserer Gesellschaft immer häufiger.

Sie streikt, weil die dreiste Verlogenheit Weniger die Barbarei, das Greuel, die Menschenverachtung gegenüber Vielen kleinredet, relativiert und euphemistisch als „alternativlos“ darstellt (an dieser Stelle spanne ich einen welt-weiten Bogen, von Syrien über Griechenland bis hin zum „verharzten“ Deutschland…den sowohl gedanklichen als auch faktischen „Zusammenhang“ zu erkennen, bitte ich an dieser Stelle selbst anzustrengen)

Sie streikt ob der (scheinbaren?) Sinnlosigkeit jedweden Aktivismus‘ für eine andere (bessere) Gesellschaft.
Sie streikt in Folge eines stumpfen Gefühls der Hilf-und Machtlosigkeit gegenüber einer (scheinbaren?) Übermacht derer, welche die Geschicke dieser Welt lenken, geradewegs in eine Zukunft hinein, die für uns – und vor Allem für unsere Kinder – keineswegs als „glücklich“ bezeichnet werden kann.

Sie streikt aber insbesondere deshalb, weil die „feder“führende Hand, welche sich seit Jahren in versöhnlicher und liebevoller Geste auch oder gerade den Menschen entgegen streckt, die sich mit dem „Bösen“ arrangiert zu haben scheinen, sich allmählich zur Faust zusammenballt.
Ungewollt, fast unmerklich, schleichend und damit umso beängstigender.
Es scheint mir daher derzeit die schwierigste Übung schlechthin zu sein, Mitgefühl und Menschenliebe in mir selbst aufrecht zu erhalten, meinen Zorn und auch die Angst zu rationalisieren und zu versuchen, diese Emotionen nach wie vor in konstruktive Bahnen umzuleiten. Impulsen wie Wut zu widerstehen, Gleiches nicht mit Gleichem „vergelten“ zu wollen…

Rainhard Fendrich schrieb in seinem Lied „Irgendwann“ die Textzeile:
…Aber irgendwann, du wirst es ned gneissen (= verstehen)
Irgendwann, da frißt deren Schmäh
Irgendwann, es ist zum scheissen
Irgendwann, dann bist so wie die…

Ob auch er Nietzsche gelesen hat? Ich weiß es nicht. Unter’m Strich jedenfalls kommt er auf das gleiche Ergebnis, wenngleich vermutlich als Resultat völlig verschiedener Ansätze

Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehn, dass er nicht dabei zum Ungeheuer wird. Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein.

Friedrich Nietzsche (Werk: Jenseits von Gut und Böse, Aph. 146)

Ich danke an dieser Stelle @sbo herzlich für die freundliche Überlassung des nachstehenden Textes.
Es wäre mir wohl momentan selbst nicht möglich gewesen, meine – völlig identischen  – Gedanken und Gefühle so zu formulieren.
_________________________________________________________________

Unsere Gesellschaft scheint an Hass und Narzissmus zu ersticken.
Wie im Wahn streben wir danach, höher zu kommen, schneller und besser zu sein, als alle anderen. Zwanghaft suchen wir nach Selbstbestätigung, so als wären wir nichts ohne dass uns ständig einer sagt, wie gut wir sind, ohne, dass wir ständig andere abwerten müssen, um gefühlt eine Stufe höher zu stehen.
Wir pushen unser kleines, zerbrechliches, bedürftiges Ego mit Fußtritten auf unseresgleichen.
Der Einzelne bildet sich ein, im Besitz der einzigen Wahrheit zu sein. Wir sind vereinzelt. Wir wollen gut und klug sein, und den Schein unseres „Gutseins“ und „Klugseins“ verteidigen wir so aggressiv, dass unser Mitgefühl stirbt. Wir bekämpfen uns. Wären wir Blätter an einem Baum, würde dieser an unserem Kampf zugrunde gehen und wir mit.

Wenn wir daran dächten, dass unser Sein, unser Handeln, all unsere Gedanken und Ängste auf unseren Erfahrungen beruhen. Wenn wir daran dächten, dass all unsere Wahrnehmungen nur subjektiv sein können. Wenn wir daran dächten, dass die meisten Emotionen auf Angst basieren. Angst, nicht mitzuhalten. Angst, nicht anerkannt zu werden. Angst, einen Krieg zu erleben. Angst, zu sterben. Angst, elendig gewaltsam zu krepieren, wie täglich tausende Menschen. Angst, einen Freund, ein Kind, die Mutter, die Schwester zu verlieren. Rückzug und Depression oder Aggression und Hass sind die möglichen Antworten auf Angst. Sind wir Tiere im Käfig?

Können wir nicht verstehen, dass wir Mitgefühl, Solidarität – einen Plan – und nicht Krieg und Hass brauchen?

Wann werden wir erkennen, dass es „die Wahrheit“ nicht gibt? Werden wir irgendwann begreifen, dass wir ALLE nur Tell eines großen Ganzen sind, und dass unsere Kriege den „Baum“, der uns Leben gibt, zerstören werden?

Jeder Mensch, der leidet, der hungert, der flüchtet, der zwischen Elend und Tod in einer Situation leben muss, die wir ändern könnten, aber es nicht tun, zerstört uns am Ende alle. Wir sind keine von allem abgetrennten Wesen.

Wozu haben wir sprechen gelernt, wenn wir die Sprache nicht für Verständigung nutzen, sondern nur dazu, uns aufzuwerten, uns zu bestätigen? Jeder, ausnahmslos jeder, wurde als kleines, unschuldiges Baby geboren. Und jeder wurde durch die Umstände zu dem, was er ist, was er denkt, was er fühlt. Verdammt noch mal, wir sind doch aufeinander angewiesen!

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6 Kommentare zu “Quo vadis, Welt?

  1. Die Liebe und das Mitgefühl sind die Grundlagen für den Weltfrieden – auf allen Ebenen. Dalai Lama
    „Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehn, dass er nicht dabei zum Ungeheuer wird. Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein.“ Friedrich Nietzsche(Werk: Jenseits von Gut und Böse, Aph. 146)
    Dazu müsste jedem Neugeborenen die Fähigkeit zu lieben und mitzufühlen in die Wiege gelegt sein. Dem ist nicht so! Denn, in die Wiege gelegt sind ihm nicht allein seine genetische Ausstattung, sondern ebenso alle Umstände seiner Zeit und Örtlichkeit. Und von wegen unschuldig! Eine aus der Unwissenheit geborene romantische Vorstellung, das mit der Unschuld. Hilflos! Ja weitgehend hilflos ist das Neugeborene. Wenn es „Glück“ hat, beherrscht es –und in Folge das Kind- sein Gegenüber ihm zunutze. Wobei der geebnete Weg ebenso wie das Hindernis bezüglich der Entwicklung seiner Potentiale ihm zu nutze sein kann. Immer aber bleibt die Schuld sich selbst gegenüber. Und die äußert sich im Bestreben nach Erhalt des Lebens, wozu auch die Absicherung und Behauptung der eigenen Identität gehört. Und der Kampf gegen alles, was etwas an dem ändern könnte, womit „man“ es eben bis dahin geschafft hat. Und dieses Spiel ist –mehr als uns bewusst ist- vernichtend. Wo bleibt da die Liebe und das Mitgefühl? Ist das produzierbar? Ergo, kann es keinen Weltfrieden geben! Das aber wollte Dalai Lama sicher nicht vermitteln. Seine Aussage ist wohl eher als Appell gedacht. Appell der hunderttausendste? Und die, die glauben lieben zu können und mitfühlend zu sein, glauben obendrein auch noch, andere müssten das doch auch lernen können. Und wäre ihnen bewusst, dass das Vermögen, soll heißen, das Können und Nichtkönnen, das Wollen und Nichtwollen der Anderen, gleichermaßen determiniert ist, also aus einer Folgerichtigkeit geboren ist, wie ihr eigenes Vermögen, brauchten sie im Kampf mit dem Ungeheuerlichen nicht zum Ungeheuer werden. Denn, ein Ungeheuer bleibt nur solange ein Ungeheuer, bis das Ungeheuer sich in seiner Ungeheuerlichkeit erkannt hat.
    Wie viel Ungeheuerlichkeit liegt im Spruch des Daila Lamas? Wie viel Ungeheuerlichkeit liegt in der Ansprache des @spo ? Wie viel Ungeheuerlichkeit liegt in meiner Antwort? Welches dieser drei Ungeheuer leistet den größten Beitrag wider die Liebe und dem Mitgefühl?
    Welchen Erfolg bzw. welche Folgen hat die Abmahnung von Hass und Narzissmus? Und freilich gibt es viele, viele Menschen, die auf Anerkennung angewiesen sind. Wer kann ihnen jene Achtung geben, die sie aus dieser systemimmanenten Üblichkeit befreiht? Usw., usw..
    Fortsetzung auf Wunsch!

  2. Auch wenn es sich nicht beweisen lässt, soll schon Sokrates geklagt haben: „Die Jugend liebt heute den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt mehr vor älteren Leuten und diskutiert, wo sie arbeiten sollte. Die Jugend steht nicht mehr auf, wenn Ältere das Zimmer betreten. Sie widerspricht den Eltern und tyrannisiert die Lehrer.“
    Jedenfalls hat er sich beweisbar mehrfach über das Verhältnis von jung und alt nachteilig geäußert.
    Soll heißen, es gibt sie (fast) nicht – die objektiv ganz besonders schlechte Zeit, es liegt immer im Auge des jeweiligen Zeitzeugen. Das einschränkende fast bezieht sich dabei auf besondere Ereignisse, die für die jeweils Beteiligten selbstverständlich besonders „schlimm“ waren, weil sie dem hilflos ausgeliefert waren.
    „Erinnern“ wir uns an den Massenmord bei der Christianisierung Südamerikas, die teilweise vollständige Ausrottung der Indianer Nordamerikas, den Sklavenhandel ff Rassismus sowie die Genozide an Armeniern und Juden, der Völkermord in Ruanda aber auch „kleinere“ Verbrechen wie z.B. Srebrenica – vieles davon erst im letzten Jahrhundert, also zu einer Zeit da Aufklärung, Menschenrechte und humanitäre Standards längst existierten.
    „Wir“ und auch unsere Urururenkel werden eine rein friedvolle Zeit sicher nicht erleben.
    Alle! Gesellschaftssysteme haben sich als untauglich für einen solchen Zustand erwiesen.
    Nicht zuletzt vermutlich deshalb, und hier „beißt sich die Katze in den Schwanz“, weil es eben „die Wahrheit“ nicht gibt und die jeweils siegreiche Partei zum Teil bereits während der Handlungen die Geschichte schreibt und mit „ihrer Wahrheit“ begründet.
    Das derzeit letzte Kapitel in dieser unendlichen Geschichte deren Zeitzeugen wir sind, wird gerade mit Griechenland geschrieben. (Parallel natürlich auch anderswo, aber diese Größenordnung ist schon erschreckend) Mit einer geradezu unglaublichen Brutalität – aber wohlgesetzten Worten und Gründen, wird ein „ganzes Volk“ fremdbestimmt, fremdgesteuert und drangsaliert. Auch hierbei gilt jedoch, ausgenommen sind die anpassungsfähigen/-willigen Polit-, Wirtschafts- und Geistes“eliten“. Der „Rest“, und sei er noch so anpassungswillig und -fähig, wird dafür bluten – z.T. im wahrsten Sinne des Wortes.
    Ich wünsche den Griechen, den Ukrainern, den Syrern und all den derzeit „Vergessenen“, dass sie für sich einen Ausweg finden.
    Denn eine Wahrheit gibt es, all den bisherigen Ausführungen zum Trotz – wenn „ich“ bewußt, das heißt wissentlich und willentlich, niemandem schade(n will), dann lebe ich ein gutes Leben,.
    Mehr ist nicht zu erwarten.

    ps habe soeben festgestellt, dass der Videolink nicht wie gewünscht funktioniert, bitte versucht
    http://www.myvideo.de/watch/8486036/Katze_Kraehe_Freundschaft
    Eine (fast) unglaubliche Geschichte

  3. und hier
    [video src="http://tac.bplaced.net//tac/katze-kraehe-email.mp4" /]
    noch ein Beispiel für etwas, dass unmöglich erscheint

  4. Hallo Ellen,

    nachdem ich versucht habe, Dir über Deine aol-Adresse zu schreiben, die Mail aber wieder zurückkam, probiere ich es noch mal über Deinen Blog. Am nächsten Dienstag, dem 7.7., gibt es in der Linken Ecke von 10 – 12 Uhr ein Erwerbslosenfrühstück mit leckerem Buffet und (hoffentlich) unterhaltsamen Gesprächen.
    Falls die Idee eines Frühstückstreffpunktes auf Anklang stößt, wollen wir einmal im Monat einen solchen Termin anbieten. Das erste Frühstück wird ausgerichtet von Barbara Cardenas, der Landtagsabgeordneten der Linken für Offenbach, den nächsten Termin übernimmt dann die Fraktion Die Linke. in der Stadtverordnetenversammlung.
    Wir wollen zwar zunächst keine allzu öffentliche Werbung für die Veranstaltung machen, also keine Flugblätter vor der MainArbeit verteilen. Du kannst aber gerne andere Menschen, die Du kennst und die im Idealfall auch erwerbslos sind, dazu einladen. Die Veranstaltung steht und fällt damit, dass genug nette Leute zusammenkommen – also aufgerafft, Freunde geschnappt und am Dienstag mit Ergün und mir in Brötchen, Obstsalat und Müsli geschwelgt.

    Viele Grüße und hoffentlich bis Dienstag,

    Marion

    • Liebe Marion,
      ich hoffe, dass ich kommen kann. Mundwerbung verspreche ich aber bereits jetzt 😉
      Gesundheitlich gehe ich derzeit tendenziell Richtung „Zahnfleisch“, insbesondere das Gehen als solches mutiert täglich mehr zum Kraftakt.
      Dennoch, ich versuche es und finde die Idee im Übrigen hervorragend
      lG
      Ellen

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