Ein neuer Artikel? Mitnichten, nur eine…

 

…Sammlung von Zitaten und Aphorismen, die,in den Kontext gestellt mit erlebten Situationen  in Jobcentern, gewiss die passende „Antwort“ gewesen wären.

Wie in „über mich“ dargestellt, liebe ich Zitate und denke durchaus, sie auch passend verwenden zu können…was vor einiger Zeit zur Folge hatte, dass der Geschäftsführer der MainArbeit in einer an mich gerichteten Mail mutmaßte, ich besäße eine, Zitat, “ Zitatensammlung vom Wühltisch einer Bücherei“ 😀
Niedlich, nicht wahr? Und so sachlich…
So sehr ich dann aber auch suchte, eine solch umfängliche Sammlung, wie ich sie benötigen würde, um auf die verschiedensten Sachverhalte mittels Zitat antworten zu können, habe ich leider nicht gefunden.
Mir bleibt also nach wie vor nichts Anderes übrig, als auf meine zahlreichen Bücher (und das im Gehirn Abgespeicherte) zurückzugreifen.

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Erfahrung heißt gar nichts. Man kann seine Sache auch 35 Jahre schlecht machen.
Kurt Tucholsky

„Antwort“ auf Bemerkungen wie: „Ich arbeite lange genug im Jobcenter, um das beurteilen zu können“ , „Ich kann mir aufgrund meiner Erfahrung ein Bild machen“ usw.

Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf. Aber wer sie weiß und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher.
Bertolt Brecht

„Antwort“ auf dreiste Lügen, die getätigt wurden, um rechtmäßige Leistungen vorenthalten zu wollen, obschon deutlich auf die Rechtslage hingewiesen wurde.

Das größte begangene Böse ist das Böse, das von Niemanden getan wurde, das heißt, von menschlichen Wesen, die sich weigern, Personen zu sein.
Hannah Arendt

Keine Schneeflocke in einer Lawine wird sich je verantwortlich fühlen.
Stanisław Jerzy Lec

„Antworten“ auf das immerwährende Rechtfertigungs-Mantra vieler Jobcentermitarbeiter, doch nur das Gesetz zu befolgen, die Vorschriften, die Fachanweisungen…

Die wohlfeilste Art des Stolzes hingegen ist der Nationalstolz. Denn er verrät in dem damit Behafteten den Mangel an individuellen Eigenschaften, auf die er stolz sein könnte, indem er sonst nicht zu dem greifen würde, was er mit so vielen Millionen teilt.
Wer bedeutende persönliche Vorzüge besitzt, wird vielmehr die Fehler seiner eigenen Nation, da er sie beständig vor Augen hat, am deutlichsten erkennen. Aber jeder erbärmliche Tropf, der nichts in der Welt hat, darauf er stolz sein könnte, ergreift das letzte Mittel, auf die Nation, der er gerade angehört, stolz zu sein. Hieran erholt er sich und ist nun dankbarlich bereit, alle Fehler und Torheiten, die ihr eigen sind, mit Händen und Füßen zu verteidigen.
Arthur Schopenhauer

„Antwort“ auf latenten und offen zu Tage tretenden Rassismus, der von manch Mitarbeiter geäußert wird, ungeniert häufig, manchmal auch -vermeintlich- ungehört. Aber – insbesondere im Hinblick auf aktuelle Ereignisse –  gleichsam auch die Antwort auf Äußerungen von vielen anderen, ebenso erbärmlichen Wesen…

Wer wirklich Autorität hat, wird sich nicht scheuen, Fehler zuzugeben.
Betrand Russell

„Antwort“ auf die mannigfachen „politischen Relativierungen“, das In-Abrede-stellen objekiv nachzuweisender Mißstände, welche gebetsmühlenartig vom/n Geschäftsführer/n der MainArbeit/Jobcenter kolportiert werden

Die Strafe, die züchtigt, ohne zu verhüten, heißt Rache.
Albert Camus 

„Antwort“ auf „Argumente“ von Sanktionsbefürwortern

 

Wähle einen Beruf den Du liebst, und Du brauchst
keinen Tag in Deinem Leben mehr zu arbeiten.
Konfuzius 

„Antwort“ auf all die Weiterbildungs,Ausbildungs und Qualifizierungsverweigerer, die da meinen, es gäbe keinerlei Rechtfertigung dafür, einen Beruf anzustreben, den mensch aus tiefster Überzeugung ausüben möchte.
Wer mag, kann sehr gerne ergänzen…

 

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11 Kommentare zu “Ein neuer Artikel? Mitnichten, nur eine…

  1. Apropos Zitate!
    „Ohne Lohn geht gar nichts! Ohne Lohn ist alles umsonst! Vergeblich! Wer es dennoch tut oder nicht tut, erhofft als Lohn Vergebung. Zuweilen wird sie sich für diese Vergabe vergeben müssen.“ (Lido a Dotto)
    “Der höchste Lohn ist die Freiheit. Die höchste Freiheit ist die Unabhängigkeit vom Lohn.“ (Saskia Silbereisen)
    „Zwei Gottheiten und davon jede Menge!
    Ein heilsames Leben braucht Ordnung. Die Ordnung braucht und schafft zu ihrer Heilung Chaos.
    Ein heilsames Leben braucht Harmonie. Die Harmonie braucht und schafft zu ihrer Heilung Streit.
    Ein heilsames Leben braucht Wissen. Das Wissen braucht und schafft zu seiner Heilung Erkenntnis.
    Ein heilsames Leben braucht Bindung. Die Bindung braucht und schafft zu ihrer Heilung die Trennung.
    Ein heilsames Leben braucht Struktur. Die Struktur braucht und schafft zu ihrer Heilung die Gefühle.
    Ein heilsames Leben braucht Objektivität. Die Objektivität braucht und schafft zu ihrer Heilung die Subjektivität.
    Ein heilsames Leben braucht die Selbstbeherrschung. Die Selbstbeherrschung braucht und schafft zu ihrer Heilung die Fremdbestimmung.“
    Ottokar Liebel.
    Ich finde, so ich will, noch viele Zitate. Wie viele Zentner wiegen die, oder wie hoch tragen die, wenn sie von wem sind? Da sage ich doch ganz im Sinne von Ottakar Liebel: Ein heilsames Leben braucht Vorgedachtes. Das Vorgedachte braucht und schafft zu seiner Heilung Selbstdenken. Oder? Brauchen Ja! Aber schaffen? Angedenk der Realitäten in der Main Arbeit und auf den Weltmeeren braucht sowohl das Mit- als auch das Selbstdenken noch etwas anderes. Aber was? Unser Schaffen hat es geschaffen! OK! Es waren unsere Ängste! Und jetzt, so scheint es, haben wir Angst, uns unsere Ängste anzuschauen. Wie auch? Da bleiben wir notgedrungen doch lieber in der Tradition von Adam und Eva. Irgendwie wollen wir doch funktionieren. Ein heilsames Leben braucht eben Ruhe. Die Ruhe aber braucht und schafft zu ihrer Heilung Bomben. Das ist im Grunde ganz einfach! Wer aber will es denn so einfach? Lösungen müssen her! Alles rennet und rettet sich!? Wenn sie es denn täten! Ein heilsames Leben braucht Retter. Die Retter aber brauchen zu ihrer Heilung?????????????????

  2. Freilich Ellen, erschließt sich der Sinn zunächst erst einmal immer nur individuell. Wenn er sich denn erschließt, wozu vielfach keine Notwendigkeit vorliegt. Sinnvoll ist das Erschließen des Sinnes –ich nenne das, das Bewusstwerden von Gewinn und Gewinnerwartung bzw. Hoffnung – wenn der Haushalt durcheinander kommt oder der Hausstand gar gefährdet ist. Und das umso mehr, als die üblichen Pillen und sonstige Therapien nicht jenes Gleichgewicht zurückbringen oder erstmals herstellen, welches wir brauchen um uns zu erschaffen bzw. heilvoll bei uns anzukommen. Einige schaffen das über die Zenmeditation, andere wollen, müssen- insbesondere, wenn sie dem System von Lob und Tadel bzw. dem System der Anerkennung unterliegen, erst mal beim anderen ankommen. So braucht der eine Künstler für seinen Erfolg die Augen der anderen, und der andere Künstler seine eigenen Augen, mit denen er sich in seine Werke erkennen kann. Es gibt sicher eine Vielzahl von Künstlern, die sich ihres Standes zwischen dem Einen oder dem Anderen nicht bewusst sind. Da unterscheiden die sich nicht von vielen Mitarbeitern der Main-Arbeit. Und vielleicht auch nicht von mir und Dir, wenn wir bedenken, dass unsere Handlungen ein Tarnkleid der Übereinstimmung mit von uns und anderen für positiv Befundenem tragen kann. Ein Burnout, welches ja die Insignien des Erfolges um des Ankommenswillen trägt, ist nun mal ein Kind jenes Kindes, für das Selbstbezogenheit gefährlich sein könnte. So gesehen, liebe Ellen, kann für die Main-Arbeiterin eben auch Empathie gefährlich sein. Zitat hin, Zitat her. Kann! Kann auch anders sein. Was folgt ist der Erfolg. Und ohne die Aussicht darauf bringst Du kein Zitat an. So, wie ich Dir nicht antworte ohne Aussicht auf Erfolg. Wobei der Erfolg durchaus auch darin liegen kann, dass es Dir gelingt, meine Sätze nach allen Regeln der Kunst zu zerpflücken, sofern ich einen Gewinn daraus ziehen kann.
    Es ist nicht zu Deinem Vorteil, wenn Du andere für weitaus klüger hältst, als Dich, und, wenn Du das Verschaffen eines guten Gefühles für egoistisch hältst.

  3. In bestimmter Hinsicht hast Du meines Erachtens Recht oder um es mit dem Volksmund zu sagen „Auf einen groben Klotz gehört ein grober Keil“.
    Wobei der „grobe Keil“ durchaus dem feingeistigen Milieu entstammen kann, die Wirkung allerdings dem „Spruchsinn“ entspricht.
    Was mich jedoch stört, ist die Masse der Vergleiche – jeder für sich hat seine Berechtigung, in der Masse wird daraus jedoch eine menetekelhafte Anklage, die im Einzelnen noch an weiteren Punkten „krankt“.

    1. überzogene bis falsche Aussagen,
    2. uneingedenk einer mittlerweile gefestigten (Rechts)Kultur die vor allem die Tat, den Täter „nur“ mittelbar darüber be-/verurteilt, geschieht mit „Dummkof“, „erbärmlicher Tropf“, usw. genau das Gegenteil.
    Damit steht der „Täter“, nicht hingegen die Tat, im Fokus.

    Beispiele zu 1. und 2.
    Bei aller Verehrung dieser hervorragenden Geister, bin ich Deiner Auswahl gegenüber skeptisch. Möglich bis wahrscheinlich ist auch, dass diesen „Sprüchen“ der Kontext fehlt oder sie heute anders lauten/gesagt würden.

    „Erfahrung heißt gar nichts. Man kann seine Sache auch 35 Jahre schlecht machen.“
    (Kurt Tucholsky)
    Dem ist in seiner totalen Aussage „gar nichts“ insofern energisch zu widersprechen, als ein Großteil unseres Verhaltens aus Erfahrung resultiert. Bedauerlicherweise machen Menschen auch negative Erfahrungen die sie ebenso „prägen“ wie weitergeben.
    Deutet man diesen Satz hingegen nur im Sinne der Berufserfahrung, wird er völlig abwegig. Denn wer wollte ernsthaft bestreiten, wie wertvoll diese ist.
    Wie man es auch betrachtet, es bleibt ein Allgemeinplatz, denn man kann seine Sache, nicht zuletzt aufgrund der Erfahrung, auch 35 Jahre gut bis hervorragend machen.

    „Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf. Aber wer sie weiß und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher.“
    (Bertolt Brecht)
    Der „nicht Wissende“ ist zunächst nur unwissend.
    Ob tatsächlich ein „Dummkopf“ ist für die folgende Aussage unerheblich, wozu also diese Wertung der „DIE Wahrheit Kennenden“ gegenüber „nicht Wissenden“? 😉

    „Keine Schneeflocke in einer Lawine wird sich je verantwortlich fühlen.“
    (Stanislaw Jerzy Lec)
    Auch die Lawine nicht. 😉
    Hier scheitert die Ironie dieses hervorragenden Beispiels daran, dass viele Menschen ohnehin Natur und von Menschen Gemachtes zunehmend vergleichen oder gar gleichsetzen, um damit von der (eigenen) Verantwortlichkeit abzulenken.
    s.a. „grausame“ oder „brutale“, d.h. mit menschlichen Empfindungen/Maßstäben unterlegte Naturereignisse oder tierische Verhaltensweisen als „Gegenpol“.

    „Die wohlfeilste Art des Stolzes hingegen ist der Nationalstolz. Denn er verrät in dem damit Behafteten den Mangel an individuellen Eigenschaften, auf die er stolz sein könnte, indem er sonst nicht zu dem greifen würde, was er mit so vielen Millionen teilt.
    Wer bedeutende persönliche Vorzüge besitzt, wird vielmehr die Fehler seiner eigenen Nation, da er sie beständig vor Augen hat, am deutlichsten erkennen. Aber jeder erbärmliche Tropf, der nichts in der Welt hat, darauf er stolz sein könnte, ergreift das letzte Mittel, auf die Nation, der er gerade angehört, stolz zu sein. Hieran erholt er sich und ist nun dankbarlich bereit, alle Fehler und Torheiten, die ihr eigen sind, mit Händen und Füßen zu verteidigen.“
    (Arthur Schopenhauer)
    Die Analyse ist zweifelsohne scharfsinnig zutreffend, legt den Fokus aber zu sehr auf die „fertige“ Person („erbärmlicher Tropf“) statt zu fragen welche gesellschaftlichen und persönlichen Bedingungen zu diesem Ergebnis führen.
    Was Schopenhauer noch nicht wissen/berücksichtigen konnte, es gibt mittlerweile noch weitere Massenphänomene, insbesondere die „fanatische Identifikation“ mit einem Fussballverein aber auch die „hysterische Veehrung“ medialer „Superstars“ aus Kultur oder Politik.
    Das entspringt zwar einer ähnlichen „individuellen Schwäche“, überspringt zum Teil allerdings nationale Grenzen.

    Obgleich wahrscheinlich weniger schädlich – fraglich ob man explizit die Anhänger von „Bayern München“ oder „Lady Dy“ zu einem Krieg verführen könnte, wäre eine Veränderung, ohne das Individuum völlig aus seiner Verantwortung zu entlassen, eine gesellschaftliche Aufgabe.
    Wie wenig das allerdings, ob (vermutlich) zu Schopenhauers oder in heutiger Zeit, Ziel der gesellschaftlichen „Eliten“ ist, ist unschwer an dem Inhalt des Begriffes der „bildungsfernen Schichten“ auszumachen.
    Gemeint ist ganz offensichtlich ein durch berufsbezogenes „Wissen“ flexibleres Individuum und nicht ein durch „Bildung“ selbstbewußterer Mensch.

    Wir sollten uns hüten, mit falschen/fragwürdigen Argumenten, auch und gerade wenn sie moralisch sauber erscheinen, einen „Krieg“, bzw. die Gegenwehr, zu motivieren.
    Niemand wird je vergessen, womit ich hierzu beitragen möchte, dass allein die Lüge einer angeblichen, kuwaitischen Krankenschwester – tatsächlich eine PR-Aktion mit der Tochter des kuwaitischen Botschafters in den USA, dass irakische Soldaten Babies aus ihren Brutkästen gerissen und ermordet hätten, selbst wenn der Angriff aus anderen Gründen moralisch-heuchlerisch, siehe dazu die angeblichen Massenvernichtungswaffen, gerechtfertigt gewesen wäre, diesen Angriff für alle Zeiten als Unrecht brandmarkt.

    Hartz4 war der Startschuss zu einer Austeritätspolitik, euphemistisch als „Reform zur Konsolidierung“ verkauft, tatsächlich eine einseitige Verarmungspolitik zu Lasten der „Unterprivilegierten“ die es in der Vergangenheit schon immer gegeben hat.
    „Neu“ sind nur die Begleitumstände, die „demokratische Legitimation“ und somit ebenso scheinbare, wie faktisch tatsächliche Zustimmung einer „breiten Masse“, die nicht begreifen will und kann, dass sie selbst zu den „Opfern“ gehört. Mit anderen Worten, die Lüge hinter der Lüge für diesen Krieg.

  4. Und welchen Sinn, liebe Ellen, hat dann das Weiterreichen von Zitaten? Kommst Du mit der ganzen merde besser zurecht, wenn Du mitteilst, was Dich stützt? Wenn Du Dich in Deiner Verbundenheit mit dem geistigen Gut anderer darstellst? Und bewirkt diese Art der Selbstdarstellung, dass Du Dich veränderst? Ja und gerade weil –wenn denn- Milgram allgegenwärtig ist, lohnt das Zitieren nicht. Vielleicht ja aber doch, denn wir können nicht wissen, wie viel davon auf bzw. angenommen wird. Was nicht ausschließt, dass Nebenschauplätze und Pingpongspiel eben nicht im Bereich der Märchen und Mythen bleiben. Im Übrigen liegt in meiner von Dir sogenannten Theorie nicht der Anspruch nach Sanftheit. Im Gegenteil! Es braucht härteres als das Zitieren von Zitaten. Zudem! Gerade an Horten institutioneller und struktureller Gewalt zeigt sich das Menschsein, Womit sich die Frage stellt, was Menschsein heißt. Klar doch gehört es auch zum Menschsein, denjenigen als Dummkopf zu bezeichnen, der die Wahrheit nicht weiß. In diesem Sinne wäre auch Hannah Arendt ein Dummkopf, weil sie nicht weiß, dass das größte begangene Böse eben doch von Personen getan wurde und getan wird.

    • Der Sinn, Peter?
      Ich schaffe es derzeit – leider – nicht, in den philosophischen Tiefgang zu schalten, möchte zum „Sinn“ (oder Un-Sinn) all dessen, was wir alle tagtäglich so tun oder lassen, aber Folgendes sagen:
      Sinn ist das, was wir den „Dingen“ an Sinn zuerkennen.Wenn ich beispielsweise es auch als völlig sinnlos betrachte, dass Menschen kleine bedruckte Papierfetzen sammeln, hegen, pflegen und teilweise Unsummen dafür ausgeben, so macht genau dieses Tun für den Briefmarkensammler Sinn.
      Der Sinn vieler Dinge erschließt sich einem anderen Menschen nicht, Sinn ist – so meine Auslegung – daher immer individuell.
      Wenn Sinn nur dann Sinn ergibt, sobald er in den Augen Anderer von (irgendeinem)“Erfolg“ gekrönt ist – und das scheint mir Deine Kernaussage innerhalb Deiner sanften Kritik zu sein – dann könnten „wir“ Vieles drangeben.
      Wozu soll ein Künstler noch Lieder gegen den Krieg schreiben oder singen, es ist doch offenbar sinnlos (im Hinblick auf Erfolg).
      Wozu dichtet ein Dichter, warum malt ein Strassenkünstler mit vergänglicher Kreide auf Asphalt?
      All das scheint ebenso sinnlos wie mein Versuch, mittels Zitaten „aufzuzeigen“, dass weitaus klügere Menschen, als ich einer bin, „meine Auffassung/Ethik/was-weiß-ich“ teilten und Gegenteiliges anprangerten.
      Wo liegt also der Sinn meines Tuns?
      Ich habe keineswegs einen irgendwie gearteten „Erfolg“ durch meine Schreiberei/Zitirerei zum Ziel. Ich schreibe/zitiere, weil ich es will. Und weil es – vielleicht – irgendwen, der es liest, innehalten lässt, nachdenken lässt.
      Einen „Erfolg“ strebe ich andernorts an. Es ist – ja, auch ich bin da „egoistisch“ – ein gutes Gefühl, wenn ich es schaffe, Betroffene ein wenig „aufzubauen“, ihnen Mut machen kann dadurch, dass sie durch meine Tipps und/oder meine Begleitung ihr Recht (im Jobcenter) leichter durchsetzen können.
      Erfolg ist es, wenn Rechtswidrigkeiten verhindert/beendet werden können. Das Alles ist aber Live-Arbeit und hat mit dem Bloggen wenig zu tun.
      Btw.: Ein Blog ist ein Tagebuch. In ein solches schreibt man seine Gedanken. Sinnvoll?Ich teile diese Gedanken, lasse andere daran teilhaben, wenn sie das möchten. Erreichen á la:
      Die MainArbeit liest mit und reagiert auf meine „Vorhalte“ möchte damit nichts. Das allein zu hoffen, wäre mehr als naiv, es wäre zudem eine riesige Selbstüberschätzung, zu der ich nun wirklich nicht neige.
      Ausnahmen sind direkte Fallschilderungen und offene Briefe.
      Damit möchte ich ausdrücken:
      Euer Tun bleibt nicht unbemerkt. Das ist das Ziel, denn eine negative „Presse“ scheut „die MainArbeit“ nun einmal…obwohl sie – leider – auch aus der negativsten Presse noch nie Konsequenzen erfahren musste, weder personell noch strafrechtlich oder finanziell.

  5. Wie sachlich, liebe Ellen, also der Sache angemessen, ist das Zitieren irgendwelcher Erkenntnisse ? Was ist die Sache? Das Verhalten bzw. die Reaktion der Mitarbeiter der Main-Arbeit? Oder die Durchsetzung von berechtigten Interessen Deiner Klientel? Es ist sicher nicht ausgeschlossen, dass benannte Mitarbeiter ob der Zitate auch positiv angesprochen werden können. Die Gefahr von unsachgemäßen Reaktionen ist wahrscheinlicher. Was wiederum die Gefahr birgt, Nebenschauplätze bzw. unsachgemäße Pingpongspiele zu bewirken. Solche unsachgemäße Auseinandersetzungen –die ein Zusammensetzen erschweren- sind nunmehr schwer zu erkennen, sind sie doch bezogen auf den, dem Zitat entsprechenden Vorgang, sachlich. Es mutet schon fast grotesk an, ist aber eher traurig, dass „wir“ unbelehrbar Andere durch unsere gefundenen und für uns nachvollziehbaren Weisheiten, Belehrungen, Zitate, zu Verhaltensänderungen bringen wollen, obgleich sie auch auf unser Verhalten recht wenig Einfluss nehmen. Ja, sogar sehr viel konkretes Wissen über unser Verhalten bezüglich unserer Gesundheit bewirkt kaum eine Verhaltensänderung. Oder?

    • Hallo Peter,
      in aller Kürze:
      Ich versuche nicht (mehr), andere Menschen zu bewegen, sich zu verändern. Ich suche nur noch nach einem für mich gangbaren Weg, mit der ganzen merde zurecht zu kommen, d.h., mich selbst zu „verändern“.
      Was das Ping-Pong und die vermeintlich DARAUS resultierende Negativ-Resonanz betrifft, lass Dir sagen:
      Ich habe – und manche mir wohlgesonnenen Mitarbeiter der MA könnten das bestätigen – mich vehement gegen „Feindbilder gewehrt, positive Bestärkung „praktiziert“ usw usf.
      Das Ergebnis?
      Ausser den Genannten (die es sich aber auch niemals wagen würden, innerhalb ihrer Arbeit eine Frau Vaudlet positiv zu schildern) war das Ergebnis -> 0, zero, nada, niente.
      Verschleuderte Energie, Milgram ist allgegenwärtig und mehr „Probanden“ denn je drehen am Schalter…
      Deine Theorie muss ich somit -leider!- in den Bereich der Mythen und Märchen verweisen.
      Aber mach Dir nichts draus, auch ich glaubte lange daran, dass Sanftheit Sanftheit hervor ruft.
      Die Realität hat mich dahingehend belehrt, dass dies unter Menschen vermutlich fast überall funktionieren kann, jedoch nicht an Horten institutioneller und struktureller Gewalt…denn da ist das „Menschsein“ nicht erwünscht.
      Menschsein, das meint hier Emotionen anderer wahrnehmen zu können und darauf eingehen zu „dürfen“. Hüben wie drüben.
      Dies aber ist in Jobcentern unerwünscht, denn sonst könnte eine Instititution, die nur aus Zahlen, Statistiken, rankings ect. besteht, all diese Dinge nicht mehr aufrecht erhalten.
      Von daher ist es schnuppe, ob ich freundlich schreibe (schau mal in früheren Beiträgen, wie oft ich das wenig Positive hervorhob, wie oft ich um mehr von dieser „Menschlichkeit“ bat) oder polemisch anprangere.
      Es ist egal, wie ich schreibe, es ist wurscht, ob ich konstruktive Vorschläge mache, es genügt, dass ich überhaupt (!) kritisch meinen Mund öffne.
      Besser noch: Es reicht aus, dass ich die bin, die ich bin!
      Ich bin ein „Betroffenen-Vertreter“ und damit per se eine persona non grata 😉 Eine Gegnerin, die mal mehr, mal weniger ernstgenommen, mal mehr und mal weniger in „latent-gefährlichen Ecken“ verortet wird.
      Also kann ich meinem noch immer vorhandenen Zorn auch mit drastischen Worten Luft machen (wobei die Zitate nun wirklich nicht aggressiv sind)
      „Richtig“ machen kann ich nichts, zumindest nicht in den Augen der Überzeugungstäter.
      Betroffene mögen das vielleicht anders sehen…

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