MainArbeit und das „Beistandsproblem“ – Neue Besen kehren…

…genauso schlecht wie die alten.
Gleich eingangs möchte ich festhalten, dass heute ein Rekord gebrochen wurde:
Noch nie war ein von mir begleiteter „Beratungstermin“ in der MainArbeit so kurz.
Acht Minuten…das wurde bislang noch nicht unterboten 😀
___________________________________________________________

Wer die Leiter hält, ist so schuldig wie der Dieb

Diese Worte lassen sich 1:1 auf sehr viele Mitarbeiter der MainArbeit übertragen.
Wider besseren (Ge)wissens agieren sie zu Lasten der „Kunden“…Ausnahmen bestätigen die Regel.
Nun war ich ja „früher“ 😉 einmal geneigt, neuen Mitarbeitern so etwas Ähnliches wie „Welpenschutz“ zuzugestehen. Eingewöhnung, neue Vorgaben, andere Fachanweisungen…all das habe ich damals berücksichtigt resp., es zumindest versucht (gelle, Frau L. 😉 ).
Diese Zeiten sind lange vorbei.
Schließlich kann – ein neuer Mitarbeiter im Frisörsalon Meier beispielsweise – ja auch seine Ahnungslosigkeit nicht damit erklären, dass er zuvor bei Müller tätig war…
Und davon völlig abgesehen, trotz unzureichender Schulung (eine Tatsache, die für mich keine Rechtfertigung ist!) spielen merkwürdigerweise auch „die Neuen“ von Anbeginn die Klaviatur der (versuchten) „Rechtsbeugung“ hervorragend. Wenn sie auch ansonsten eher keine Ahnung haben, DAS funktioniert immer.
So auch heute.

Klagen, klagen, klagen…

…scheint wohl das einzig Sinnvolle zu sein, wenn:
1.
Kranke Leistungsberechtigte seit einem Jahr NICHT den Haus-und Hof Ärzten der MainArbeit zugewiesen werden, obschon sie wiederholt betonen, nicht/nur sehr eingeschränkt leistungsfähig zu sein.
2.
Stattdessen Sanktionen (mittlerweile 100%) förmlich konstruiert werden, indem man
die bekennend (!) kranke Betroffene zur EGV nötigt („Sonst werden Sie sanktioniert“) und danach mit Vermittlungsvorschlägen „überzieht“

Das alles war natürlich heute nicht Thema. Der Vorgang ist mittlerweile sowohl bei der Bereichsleitung als auch beim Anwalt anhängig.Der vorherige Arbeitsvermittler (der, dessen Vorgehensweise ich oben beschrieb) hat den Fall abgegeben.
Der neue pAp der Klientin glänzte beim Erstgespräch (vor etwa 3 Wochen) damit, dass er:
1.
Eine rechtswidrige Eingliederungsvereinbarung (gesundheitliche Inhalte sind nicht statthaft) abschließen wollte
2.
Keinen Hinweis (weder im Gespräch, noch schriftlich) gab, dass die Entbindung von der ärztlichen Schweigepflicht freiwillig ist.
3.
Diese Entbindung als Vorraussetzung für die Zuweisung zur sog. „Medizinisch-psychologischen Beratung“ genannt hat.

Nun kann mensch sich ja nach einem Jahr fast schon glücklich schätzen, dass endlich eine Zuweisung zum „ärztlichen Dienst“ erfolgt.
Aber warum um alles in der Welt wird bereits beim ersten Gespräch versucht, die Betroffene hinter die Fichte zu führen?

Und heute?

Der „Turbo-Termin“ verlief trotz der Kürze unangenehm.
1.
Die Klientin hatte einen Termin ausserhalb der Öffnungszeit. Eine pünktliche Abholung fand nicht statt, der pAp (telefonisch nicht erreichbar) wurde durch die Security informiert, dass sein „Termin“ wartet. Im Winter wäre das deutlich unangenehmer geworden, 15 Minuten im Freien zu stehen…
2.
Nachdem ich mich (noch vor der Tür) als Beistand vorstellte, wollte er diese Begleitung verhindern.
O-Ton „Das will ich nicht“.
Schade eigentlich, da es ja bekanntermaßen für den ersten Eindruck keine zweite Chance gibt…
Seine „Kundin“ wollte die Begleitung nach dieser Bemerkung noch stärker als zuvor…
3.
Er holte sich seinerseits einen „Beistand“ (Kollegen) mit hinzu…kein Kommentar
4.
Er wollte die Zuweisung zum „ärztlichen Dienst“ für erledigt erklären, da die Betroffene sofort klarstellte, die Schweigepflichtsentbindung in Unkenntniss der Freiwilligkeit unterschrieben zu haben, diese nun widerruft und erst beim ärztlichen Beratungsgespräch der Ärztin aushändigen wird (modifiziert, versteht sich 😉 ).
5.
Nachdem die Betroffene auf sein Versäumnis („Sie hätten mir sagen müssen, dass die Schweigepflichtsentbindung freiwillig ist“) hinwies, behauptete er, dass,
O-Ton: „sie ihm das Wort im Mund herumdrehe“ (Fakt ist, dass binnen 3 Jahren weder den Aktivisten von der Erwerbslosen-Initiative noch mir auch nur ein Fall bekannt ist, in welchem die Freiwilligkeit erklärt wurde…und auf den Formblättern dazu ist dies ebensowenig vermerkt)
6.
Während des Turbo-Gesprächs NICHT sitzen zu bleiben, sich vielmehr hinter den Stuhl zu stellen und auf die vor ihm sitzenden – im Wortsinne – herabzublicken, ist grob unhöflich.
Beeindruckt hat das jedoch weder die Betroffene, noch mich. Alberne Psychospielchen, die niemandem nutzen…welch Energieverschwendung.
Oder war es doch nur ein Versuch, Unsicherheit zu überspielen? Mir ist es egal, da unter’m Strich die Wirkung identisch ist -> unangenehm und unhöflich.

Zusammengefasst:
Ahnungslosigkeit und/oder nicht rechtskonforme/s Ansätze/Vorgehen gepaart mit grenzwertigem Verhalten hinsichtlich der Umgangsformen…er könnte – im Sinne „der MainArbeit“ – ein perfekt passender Mitarbeiter sein.
Schade.

to be continued

Advertisements

2 Kommentare zu “MainArbeit und das „Beistandsproblem“ – Neue Besen kehren…

  1. 14 Worte:

    1.
    Unprofessionell, unhöflich.

    2.
    Rechtswidrig.

    3.
    Feige, unprofessionell, umständlich.

    4.
    Unfachlich, trotzig.

    5.
    Unbeherrscht, ungeschickt, unprofessionell.

    6.
    Unhöflich, unsicher, ungeschickt.

    MfG
    Burkhard Tomm-Bub, M.A.
    – Ex – Fallmanager im jobcenter –

    • Danke für Deine Einschätzung, Burkhard.Sie deckt sich (mit Ausnahme des „trotzig“) mit meiner.
      Was bleibt also unter dem Strich?
      Es bleiben die Un-Worte. Die Gesamtsituation ist mit diesen bestens umschrieben bzw. kann noch ergänzt werden mit unschön und unsinnig.
      Was das Prädikat „Trotz“ betrifft:
      Da ich generell – zunächst einmal – immer (!) von einem professionell und erwachsen agierenden Mitarbeiter ausgehe und „trotzig“ (für mich ganz persönlich) eher eine Beschreibung kindlichen Verhaltens ist, habe ich diese Formulierung gar nicht auf dem Schirm gehabt…jetzt allerdings……
      lG
      Ellen

Teile uns deine Gedanken mit:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s