Buddha & Co.

Die fünf ethischen Grundsätze Buddhas

In der Fassung von Thich Nhat Hanh

Erster Grundsatz

Des Leidens bewusst, das durch die Zerstörung von Leben entsteht, will ich mitfühlende Zuwendung üben und Wege finden, um das Leben von Menschen, Tieren und Pflanzen zu bewahren. Ich bin entschlossen nicht zu töten, andere nicht töten zu lassen und den Akt des Tötens nicht herunterzuspielen – weder in meinem Denken noch in meinem Handeln.

Zweiter Grundsatz

Des Leidens bewusst, das durch Ausbeutung, soziale Ungerechtigkeit, Diebstahl und Unterdrückung verursacht wird, bin ich zur Entwicklung von liebender Güte entschlossen und möchte Wege finden, dem Wohlergehen von Menschen, Tieren und Pflanzen zu dienen. Ich möchte Großzügigkeit praktizieren, indem ich meine Zeit, Energie und materiellen Mittel mit denen teile, die es brauchen. Ich gelobe nicht zu stehlen. Ich werde den Besitz anderer achten und wenn immer möglich, andere davon abhalten, sich am menschlichen Leiden oder dem Leiden anderer Lebewesen zu bereichern.

Dritter Grundsatz

Des Leidens bewusst, das durch sexuelles Fehlverhalten verursacht wird, bin ich zur Entwicklung von Verantwortungsgefühl entschlossen und möchte Wege finden, die Sicherheit und Unversehrtheit von Individuen, Paaren, Familien und der Gesellschaft zu schützen. Ohne Liebe und eine langfristige Absicht will ich mich nicht in eine sexuelle Beziehung begeben. Ich bin zur Achtung gegenüber meinen Versprechen und denen der anderen entschlossen, um mein Glück und das der anderen zu erhalten. Alles in meiner Macht Stehende will ich tun, um Kinder vor sexuellem Missbrauch zu schützen und um zu verhindern, dass Paare und Familien durch sexuelles Fehlverhalten auseinanderbrechen.

Vierter Grundsatz

Des Leidens bewusst, das durch unachtsame Rede und die Unfähigkeit, anderen zuzuhören verursacht wird, bin ich zur Entwicklung von einfühlsamer Rede und tief mitfühlendem Zuhören entschlossen. Damit will ich meinen Mitmenschen Freude bereiten und ihr Leiden lindern. Wissend, dass Worte Glück, aber auch Leiden verursachen können, will ich mich bemühen, im Einklang mit der Wahrheit zu sprechen und Worte zu gebrauchen, die Selbstvertrauen, Freude und Hoffnung wecken. Ich werde keine Informationen verbreiten, für deren Richtigkeit ich mich nicht verbürgen kann und nicht Dinge kritisieren und verurteilen, deren ich mir nicht sicher bin. Ich werde Äußerungen unterlassen, die Uneinigkeit oder Spaltung verursachen und die Familien oder die Gemeinschaft auseinanderbringen könnten. Ich will alles daran setzen, jeden Konflikt zu schlichten und zu lösen.

Fünfter Grundsatz

Des Leidens bewusst, das durch unachtsamen Konsum verursacht wird, bin ich entschlossen, auf körperliche und geistige Gesundheit meiner selbst, meiner Familie und meiner Gesellschaft zu achten, indem ich mich in achtsamem Essen, Trinken und Konsumieren übe. Ich will nur Dinge zu mir nehmen, die Friede, Wohlergehen und Freude in meinem Körper und Bewusstsein fördern. Ich bin entschlossen, keinen Alkohol und andere Mittel einzunehmen, die meine Praxis behindern, wie z.B. bestimmte Fernsehsendungen, Zeitschriften, Filme und Unterhaltungen.

Ich will an der Umwandlung von Gewalt, Furcht, Wut und Verwirrung in mir selbst und in der Gesellschaft arbeiten, indem ich ein maßvolles Leben führe zum Wohle aller. Ich erkenne, dass dies für die Transformation der eigenen Person und der Gesellschaft entscheidend ist.

Weitere Gedanken

14 Kommentare zu “Buddha & Co.

  1. Interessanter Blog.

    Karl Marx zu Thema Religionen:
    „Das religiöse Elend ist in einem der Ausdruck des wirklichen Elendes und in einem die Protestation gegen, das wirkliche Elend. Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüt einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. Sie ist das Opium des Volks“.

    Damit ist alles gesagt.

    Ich stehe zunehmend fassungslos vor der Tatsache, dass in einer „aufgeklärten
    Welt“ Menschen an so etwas wie den Dreifaltigen oder sonst eine Märchengestalt glauben.

  2. Guten Tag.
    Nur noch mal eine Richtigstellung zu den „bösen, grausamen Tieren“, mit dem wohlfeilen Beispiel des Turteltäubchens …
    Derlei geschieht IN GEFANGENSCHAFT.
    Welch` großen Unterschied dass macht, brauche ich einem klugen Atheisten nicht erläutern, denke ich.
    MfG
    BTB

  3. Guten Tag,
    ehrlich gesagt, weiß ich nicht, worauf Tom hinaus will.
    Auch ich habe schon bedenkliches z.B. über die Auswirkungen eines Teils des Buddhismus in Tibet vor China gehört und gelesen.
    Es geht mir also nicht um die Verteidigung einer Religion gegen die andere.
    Aber das Christentum wird vom Islam auch nicht als monotheistisch wahrgenommen.
    Was mich aber am meisten verwirrt – die Religionen bringen alle nichts, weil sie nicht der Natur des Menschen entsprechen? Und die ist (überwiegend) böse. Aha. Und – was wäre dann religionsmäßig eine Alternative? Das frage ich mich wirklich.
    Und das auch die Fauna „böse“sein soll – ist mir völlig neu. Da hätte ich dann gern mal Belege / Quellen.
    MfG
    buktombloch
    aka
    Burkhard Tomm-Bub

    • Die Quellen sind bereits in meiner Antwort konkret benannt. Das Internet bietet darüber hinaus genügend weitere Informationen. Indirekt machst Du deutlich, daß die Akzeptanz von Religion in der Regel auf einem Defizit an Wissen beruht. Wie kann man z.B. den Zen-Buddhismus im Westen nachspielen, obwohl inzwischen hinreichend bekannt ist, was für eine Gesellschaft er hervorgebracht hat. Wozu benötigst Du überhaupt eine religiöse Alternative? Würdest Du Dich ohne Zauberei unsicher und orientierungslos fühlen? Hier findest Du eine Alternative:
      http://www.giordano-bruno-stiftung.de/

      • Guten Tag Herr „Tom“,
        ah, jetzt wird die Sache klarer. Ein Atheist. Die gesamte Antwort kommt bei mir recht „von oben runter“ an.
        Herr Bruno ist mir wohlbekannt, keine Angst.
        Die Bezeichnung aller Religionen als „Zauberei“ atmet für mich die übliche (heißt: sehr oft erfahrene) Arroganz der Glaubensgemeinschaft der Atheisten.
        So etwas kannte ich zuvor wirklich nur von (anderen) religiösen Fundamentalisten.
        Was ich von dieser Art und Weise der Atheisten halte, habe ich bereits ausführlich nieder gelegt. Jedoch die Information vorab: es handelt sich um einen Rant.
        Derlei veranstalte ich nicht oft, in diesem Falle „mußte es mal raus“.
        http://kopfmahlen.blogspot.de/2012/06/rant-wider-die-atheisten-von-buktom.html
        Gruß
        Burkhard Tomm-Bub, M.A.
        aka
        BukTom Bloch
        Btw.: ich verorte mich selbst als Pantheist / Panentheist.

  4. Wir sind uns da anscheinend weitgehend einig, Ellen. Ich hab gleich mal nachgekuckt bei den Verhaltensforschern, weil mich sowas interessiert, und Konrad Lorenz hat z.B. bei seinen Versuchen Neid, Gier, Hass und anderes festgestellt. Die schlimmste ist das Turteltäubchen, das „ohne jede Hemmung seinesgleichen zu Tode schinden kann“. Und ich brauch nur meine Ziegen und Katzen zu beobachten.
    Mit dem Buddhismus ist das so: Sehr kritische Menschen gehen mit der Gesellschaft in D hart ins Gericht und picken sich dann „asiatische Weisheiten“ heraus, ohne zu berücksichtigen, daß jene in einem geschichtlichen Kontext stehen, der mindestens so wirr ist, wie in der Bibel. Asiaten wiederum, die ihre verkommenen Priester schon länger kennen, suchen im Christentum Erlösung von dem Übel und halten das sogar für modern. Und der hiesige chinesische Buddhismus ist noch nicht mal monotheistisch. Deshalb könnte sich der westliche Sucher genauso gut oder sogar besser an europäischer Philosophie orientieren, aber das ist zu anstrengend, nicht exotisch und riecht auch nicht so gut.
    Schönen Gruß von
    Tom
    p.s: Ähnlich ist es übrigens mit der durchaus berechtigten Kritik an der wissenschaftlich orientierten Medizin, bei der dann manche problemlos zum Hokuspokus überwechseln.

    • Kluge (auch im Vergleich von Medizin vs. „Voodoo“)Worte, Tom.
      Ein wenig nachdenklich hast Du mich schon gemacht.

      Zitat:“Deshalb könnte sich der westliche Sucher genauso gut oder sogar besser an europäischer Philosophie orientieren, aber das ist zu anstrengend, nicht exotisch und riecht auch nicht so gut.“

      Deine feinsinnige Ironie gefällt mir 😉
      Ich kann ja nun ausschließlich nur von mir/meinen Beweggründen schreiben, alles Andere wäre anmaßend.
      Solange ich zurückdenken kann, war Mitgefühl/Altruismus mein „roter Faden“ (da wusste ich noch nicht mal, wie man das schreibt bzw. konnte selbst noch nicht mal lesen/schreiben)
      Viele Dinge erschienen mir bereits als Kind/junger Frau so sinnfrei, so bescheuert, so unnütz.Deshalb habe ich viele „Spiele“ einfach nicht mitgespielt und „mein Ding“ durchgezogen, weil ich es aus dem Bauch heraus als richtig befand.Diese Haltung erschien meinen Mitmenschen oft befremdlich, das gipfelte auch in „liebevoll“-spöttischen Bezeichnungen wie „die Mutter Theresa unter den Truckern“.
      In meiner Sozialisierung ist die Ursache für meine „Art des Seins“ eher nicht zu finden, es scheint wohl angeboren.Darauf mich aber bitte nicht festnageln, vielleicht sähe dies ein Psychoanalytiker völlig anders…
      Wohlgefühlt habe ich mich unter der Kritik (…das bringt doch nix…was hast Du davon ausser Arbeit ect.)oft nicht, obwohl mein Bauch mir sagte, dass meine Handlungen „richtig“ sind. Ich grübelte oft, warum ich auf Mitmenschen „anders“ wirkte.

      Irgendwann fiel mir das Buch „Der Mensch in meiner Vision“ von Dalai Lama in die Hände.
      Nickend wie ein Wackeldackel las ich das 😉 Die schlichte Klugheit und die praktischen/pragmatischen Herangehensweisen deckten sich zu 100% mit meinem Bauchgefühl und meiner Art, mit Dingen umzugehen.Seit diesem Zeitpunkt versuche ich, das was ich zuvor auf den Bauch horchend tat, bewusst zu praktizieren…und unter dem Strich hat sich für mich wenig geändert, ausser, dass ich gelassener wurde. Ich bin noch immer das, was ich zuvor war, mitfühlend-pragmatisch…
      Ich sag’s mal so:
      Da ich ein „Abbrecher“ bin, nicht studiert habe, kein Akademiker bin und auch keine Intellektuelle, hatte ich wenig bis keine Berührungspunkte mit Platon, Demokrit und co.
      Auf die neueren Philosophen stieß ich auch erst, als ich ein gewisses politisches Bewusstsein entwickelte (und da war ich echt ein Spätzünder).Ich stellte fest, dass es durchaus Analogien zwischen den Philosophien gibt, fand und finde ich faszinierend.
      Schlußendlich: Das „Exotische“ überlasse ich den Wellnessbuddhisten , ich selbst fühle mich in der Praxis des gelebten Mitgefühls und des kritischen Hinterfragens schlicht und einfach nur zu Hause. Unspektakulär und mit Bodenhaftung…wenngleich: Das „Gutriechen“ ist i.d.T. eine sehr angenehme Randerscheinung 😉
      lG
      Ellen

  5. Deinem „neutralen“ Natur-Begriff kann ich zustimmen, Ellen, nicht aber, daß es z.B. keinen Neid, Gier oder „Quälerei“ im Naturbereich gibt. Tiere tun sehr viel mehr als nur Nahrungsbeschaffung. All die „schlechten“ Eigenschaften sind bereits da, jedoch entwickeln sie sich im menschlichen Gehirn eventuell auf besonders perfide Weise. Das ist nur ein gradueller Unterschied zum Tier. Zu den Fehlfunktionen des menschlichen Gehirns gehört, daß er sich einen Überbau zusammenphantasiert, der das alles bewirkt, steuert, mit dem man reden kann. Im Buddhismus erscheint das (je nach Sekte) besonders primitiv und unwissenschaftlich (z.B. die Fantasie von der Wiedergeburt) oder von geheimnisvollen Strömen im Körper, die man beeinflussen könne, usw..

    • Jetzt habe ich wohl verstanden, was Du meintest…

      Bezüglich der Tiere halte ich mich mal bedeckt, schlicht, weil ich mich zu wenig damit beschäftigt habe. Es war bislang mein Eindruck, dass die negativen Ausprägungen (Gier, Hass, Neid ect.) da nicht zu finden sind, im Gegensatz eben zum Menschen, dessen Elend genau da zu verorten ist. Aber mangels fundiertem Wissen lasse ich das jetzt offen…

      Zitat:“Zu den Fehlfunktionen des menschlichen Gehirns gehört, daß er sich einen Überbau zusammenphantasiert, der das alles bewirkt, steuert, mit dem man reden kann.“

      Ich denke, man kann, so man das will, es durchaus Fehlfunktion nennen. Ich selbst erkläre mir den (mono)theistischen Glauben damit, dass der Mensch nicht akzeptieren kann/will, dass die Natur auch ohne ihn „ihr Ding“ (ganz gut) macht. Er sucht quasi Verantwortung bei (einem) übergeordneten, oft metaphysischen Wesen.Für das für ihn schlechte sowieso (Strafe Gottes usw.) aber auch für die (eigentlich) perfekte Natur (die muss „irgendwer“ ja erschaffen haben ).
      Für mich wäre diese Haltung so weit o.k. – jeder, wie er mag – wenn aus diesen Glaubenshaltungen nicht so viel Schlimmes resultierte. Glaubenskriege, (Selbst)Tötungen, Hexenverfolgung ff.
      Ich selbst teile einen solchen Glauben nicht und, jetzt der springende Punkt, weshalb ich den Buddhismus als grundsätzlich mal richtige Philosophie oder Ethiklehre ansehe:
      Auch „der“ Buddha (Siddharta) war gegen blinden Glauben. Die Überlieferungen besagen, dass er durchaus auf Hinterfragen, den Verstand nutzen und eine gewisse Empirie abstellte.
      Daher rührt auch der oft mißverstandene Spruch: „Wenn Du Buddha siehst, töte ihn“. Das heißt nichts anderes, als dass er erwartete, dass auch seinen Erkenntnissen keinesfalls blind geglaubt werden solle.Dass der Mensch diese Lehre des Mitgefühls prüfen soll, auf „Wirksamkeit“ testen und nicht einfach abnicken und blind befolgen.Also dem Grunde nach eine durchaus rationale Vorgehensweise, die da ursprünglich anempfohlen wurde…
      Buddha war ein kluger Lehrer, niemals aber „Gott“(gleich).Diese Position wurde ihm regelrecht angedichtet und ich vermute, es gefiele ihm so gar nicht.

      Zusammengefasst:
      Der Buddhismus in seiner „Reinform“ ist -in meinen Augen- eine Lehre, die sowohl rational schlüssig als auch dem Zusammenleben der vielfäligen Lebensformen dienlich ist. Teils sogar mit regelrecht bestechender Logik.
      Was „der Mensch“ im Laufe von Jahrtausenden allerdings draus machte…und damit meine ich nicht nur die westlichen Wochenend-Wellness-„Buddhisten“…ist in weiten Teilen deutlich zu hinterfragen.

    • Hallo Tom,
      es ist doch seit Jahrtausenden und völlig unabhängig von der Religion immer wieder die selbe Krux:
      Die Menschheit bekommt es nicht hin, die grundsätzlich nützliche und heilsame „Botschaft“, die quasi „universelle Wahrheit“ oder auch „goldene Regel“:
      „Was Du nicht willst, das man Dir tu, das füg auch keinem andern zu“
      umzusetzen.
      Der Widerspruch innerhalb des Menschen (ich kenne niemanden, der diesen Spruch nicht sofort unterschreiben würde, doch die allerwenigsten verhalten sich auch so) machte mich früher fassungslos.Mittlerweile gehe ich gelassener damit um.
      Dennoch glaube ich, dass ein „Umdenken“ möglich sein kann.Allerdings kann dies nicht durch „missionieren“ angeschubst werden.Die Erkenntniss kann nur in jedem Individuum selbst entstehen. Und da niemand gerne leidet, halte ich es nicht für ausgeschlossen, dass „der Mensch“ sich irgendwann einmal an seine eigentlich „neutrale“ Natur erinnert und andere fühlende Wesen auch nicht (mehr) leiden lassen will…

      Eine philosophische Betrachtung allein ist wunderbar, mir persönlich genügt das aber nicht. Ich habe (so ganz für mich) beschlossen, alles dranzusetzen, diese Regel zu befolgen. Weil sie eben alles beinhaltet, was es für ein friedvolles Zusammenleben braucht. Mehr braucht es nicht.
      Das Witzige ist ja, dass diese schlichte Wahrheit in nahezu allen Menschheitsepochen und allen Religionen ihre Niederschrift fand. Von der vorchristlichen Zeit bis hin zu der noch jungen Glaubenslehre der Bahai, von Konfuzius bis Kant.
      Ob es noch mehr Leidensdruck braucht, dass in den Herzen und Köpfen ein „Schalter umgeht“, ob die Erde erst kurz vor ihrem Ableben stehen muss, um ein „neues (in Wahrheit uraltes) Denken“ und folgerichtig auch Handeln der Menschheit auszulösen, ich weiß es nicht. Erleben werde ich es zumindest nicht mehr, da bin ich mir sicher.

      Deinen Blog werde ich mir näher anschauen. Gestern zu später Stunde war ich damit schlicht überfordert, fand Deine kritische Auseinandersetzung mit Zen aber schon mal (be)merkenswert

      • Ich weiß nicht, was Du unter „neutraler Natur“ verstehst. Zumindest sahen Biologen wie Ernst Haeckel den Menschen nur als graduell höher entwickeltes Naturwesen (somit Affen auch zu schützen sind), das eben um seinen Platz kämpft und aus Gründen der Ernährung auch tötet (als natürliche Erscheinung). Anstatt dies nun vernünftig sozial zu regeln, findet eine irrationale Mystifizierung statt, die sich aus der Natur nicht ableiten läßt und nirgendwo funktioniert.
        http://tomschrat.wordpress.com/2013/08/13/die-weltrtsel/

        • Das mit der irrationalen Mystifizierung bitte ich Dich, mir näher zu erklären (bzw., was meine, durchaus rationale Einstellung – finde ich zumindest – damit gemein hat).

          Neutrale Natur, darunter verstehe ich, dass Leiden verschaffen nicht natürlich im Wortsinne ist. Dem Grunde nach (da gehen wir wohl konform) ist „der Mensch“ ursprünglich bestrebt, seine Bedürfnisse zu erfüllen. Das ist -inkl. des Tötens- ein Vorgang, den wir überall in der Natur antreffen. Da ist töten nicht als „böse“ anzusehen, sondern als natürlichen Vorgang zum Schutz/ Beschaffung von Nahrung, Domizil,Arterhaltung, Artgenossen. Wie bei anderen Lebewesen eben auch.Wieso es dazu kam, dass er daneben auch Handlungen begeht, die diesen Zwecken nicht dienlich sind, anderes Leben aber schädigen, weiß ich nicht.
          Hass, Gier, Neid, Sadismus ff…all das ist jenseits der Überlebensnotwendigkeit. Und (verbessere mich bitte, wenn ich mich täusche) es sind wohl bei keinem anderen Lebewesen diese Eigenschaften zu finden. Kein Tier tötet ein anderes, um sich sein Fell überzuziehen, kein Tier beansprucht mehr Lebensraum, als es benötigt. Ich wüsste auch nicht von „tierischen Sadisten“.
          Will heißen, die neutrale Natur bedeutet für mich, dass es Begrifflichkeiten wie gut oder böse gar nicht gibt, es gibt nur das Werden, Leben und Vergehen als Kreislauf.
          Warum der Mensch nun gerade als intellektuell begabtes Wesen die anderen, schädlichen und nicht lebensnotwendigen Eigenschaften entwickelt hat, weiß ich nicht zu erklären. Das hält mich aber nicht davon ab, für mich festzustellen, dass es allen Wesen gut täte, wenn der Mensch es schaffte, diesen Mist abzulegen und zu der natürlichen Lebensform (zurück) zu finden.
          Das ist auch nichts mystisch Angehauchtes, das ist simple Logik, denke ich: Was zur Zerstörung führt, kann nicht gut sein. Und diese genannten menschlichen Eigenschaften wie oben erwähnt, zerstören in letzter Konsequenz auch die Menschheit.

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