MainArbeit – Beistand und Bevollmächtigung aus Sicht der Kollegen

Wie im letzten Artikel (und in einigen zuvor) beschrieben, ist das Thema Beistand offenbar eines der Reizthemen schlechthin.
Beistand ist nicht erwünscht, die Frage nach dem „Warum“ ist für jeden, der die Abläufe in der MainArbeit kennt, gewiss keine Frage mehr.
Ein Kollege der „Hartz4Hilfe Offenbach“ hat vor geraumer Zeit (wie auch ich) einen umfassenden Artikel bezüglich der Rechte von Betroffenen zu diesem Thema verfasst.
Diesen Artikel „copy/paste“ ich der Einfachheit halber jetzt hier in wesentlichen Teilen.
Besten Dank an „Charly“ 😉 auf diesem Wege.

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Seit einigen Monaten versucht die MainArbeit verstärkt gegen Begleitpersonen vorzugehen, die Kunden ins Jobcenter begleiten, und hat sich dazu ein par neue Tricks einfallen lassen Zeugen, Helfer und Vertreter an ihrer Arbeit zu hindern.

Hier drei Beispiele:

1.) Personen, die zwischen Kunde und Sachbearbeiter in und aus fremden Sprachen übersetzen, wird von der MainArbeit manchmal erzählt, sie dürften überhaupt nicht übersetzen, wenn sie das nicht beruflich machten, irgendein Zertifikat vorweisen oder ihren Arbeitgeber benennen können.

2.) Kollegen aus unserer Beratungsstelle und ich werden seit Neustem bei Vorsprachen auf der MainArbeit immer nach dem Personalausweis des Kunden, den wir vertreten, gefragt – und teilweise nicht bedient, wenn wir den natürlich nicht bei uns haben.

3.) Mitglieder von antragstellenden Familien werden schon beim Erstantrag auf Arbeitslosengeld von der MainArbeit hinausgeschmissen, und zwar auch dann, wenn sie selbst Mitglied der Bedarfsgemeinschaft sind oder sein könnten. So wurde z.B. kürzlich der deutsche Ehemann einer Ausländerin mit schlechten Sprachkenntnissen, der gemeinsam mit seiner Frau aufstockende Leistungen beantragen wollten, aus dem Schalterbereich verwiesen. Die Begründung dafür lautete wörtlich: „Sie haben hier nichts zu suchen!“ Danach wurde dann der Antrag der Frau nicht entgegen genommen, weil sie nicht ausreichend Deutsch verstand.

Ich nehme dies zum Anlass, noch einmal eine grobe Übersicht zum Thema „Beistand und Bevollmächtigter“ zu geben, damit MainArbeit Kunden und ihre Helfer wissen, wie sie sich in solchen Situationen zu verhalten haben.

Zunächst einmal gilt ganz grundsätzlich, dass sich jeder Behördenkunde von 1 oder 2 Begleitpersonen begleiten lassen darf. Das nennt das Gesetz Beistand – und dieser bedarf keiner besonderen Legitimation. Eine Begleitperson muss sich streng genommen nicht ausweisen und noch nicht mal sagen, wie sie heißt und warum sie überhaupt dabei ist. Eine Begleitperson muss grundsätzlich zugelassen werden und der Sachbearbeiter muss mit ihr sprechen und ihr zuhören, außer wenn der Kunde das nicht will. Widerspricht der Kunde seinem Begleiter, dann gilt natürlich was der Kunde sagt.
Dass es unter Umständen oft die Höflichkeit gebietet, sich vorzustellen, z.b. wenn der Sachbearbeiter dies auch tut oder darum bittet, das steht auf einem anderen Blatt. Aber müssen tut ein Beistand rein gar nichts, außer dabei zu sein (und sich anständig zu benehmen, was allerdings für Kunden und Sachbearbeiter auch gilt.)

Die einzige Ausnahme ist, wenn die Begleitperson zur Erbringung zulassungspflichtiger Rechtsdienstleistungen gegenüber dem Kunden grundsätzlich befugt ist, also z.b. Rechtsanwalt oder gesetzlicher Betreuer ist. Solche Personen dürfen grundsätzlich nicht als Beistand mit, sie gelten auch dann, wenn der Kunde mit im Raum ist, als Bevollmächtigte (bzw. der Anwalt auch als sog. Rechtsbeistand). Demzufolge können solche Personen auch nur Behördenkunden begleiten, wenn sie von diesen bevollmächtigt sind.

Ein Bevollmächtigter ist jede Person, die für eine andere stellvertretend handelt. Wir gewöhnlichen Zivilisten können uns z.B. dazu bevollmächtigen lassen, eine Auskunft bei einer Behörde einzuholen, oder einen Widerspruch zu formulieren und ihn ansschließend zur Post zu bringen. Hat man eine Zulassung als Rechtsanwalt, kann man auch stellvertretend für andere Personen Anträge oder Widersprüche unterschreiben oder einen Behördenkunden vor Gericht vertreten.

Ein Sonderfall sind Personen, die als Übersetzer andere auf ein Jobcenter begleiten. Wenn jemand einen größeren Teil eines Gesprächs zwischen zwei anderen übersetzt, kann ja nicht ausgeschlossen werden, dass er sich mal irrt oder sogar absichtlich falsch übersetzt. Dadurch hätte er dann stellvertretend für den Kunden gehandelt, und deswegen kann von Übersetzern verlangt werden, dass sie als Bevollmächtigte auftreten.

Anm. von mir:
Das sehe ich deutlich anders als der Kollege, siehe auch FH zum Thema Dolmetscher.

Im Folgenden noch einmal die Unterschiede zwischen Kunde, Beistand, und Bevollmächtigten:

Der Kunde bzw. Antragsteller steht im sozialrechtlichen Verhältnis zum Amt. Daher muss seine Identität geklärt werden, wozu im Regelfall Ausweispapiere verlangt werden können. Sind aus irgendeinem Grund keine Ausweispapiere vorhanden (was bei Staatenlosen oder Obdachlosen öfters vorkommt als man denken könnte), ist der Kunde dazu verpflichtet, sein Bestes zu geben, wieder welche zu erlangen. Und das Amt ist solange verpflichtet, ihm alternative Beweismöglichkeiten für seine Identität vorzuschlagen und sein Anliegen erst einmal trotzdem zu bearbeiten.

Der Beistand ist einfach nur dabei. Er braucht weder einen Ausweis mitnehmen, noch diesen vorzeigen, noch müsste er sonst irgendwas tun, was das Amt von ihm verlangt. Er muss nur das tun, was der Kunde sich von ihm wünscht. Will das Amt nicht mit dem Beistand sprechen oder ihn hinaus werfen, ist es dazu verpflichtet, dies schriftlich zu begründen.

Der Bevollmächtigte handelt stellvertretend für einen anderen. Man ist also immer dann Bevollmächtigter, wenn der Kunde gerade nicht anwesend ist, während man etwas für ihn erledigt. Ein Bevollmächtigter muss sich gegenüber der Behörde auf verlangen auweisen, und evtl. auch einen Nachweis der Vollmacht erbringen.

Aber die MainArbeit hat doch gesagt, dass…?

Nun, die MainArbeit erzählt viel, wenn der Tag lang ist.

Die Praxis der MainArbeit, Personalausweise von Beiständen zu verlangen, ist überflüssig. Die Praxis der MainArbeit, die Personalausweise von Kunden oder Beiständen in Gewahrsam zu nehmen, bis man das Haus wieder verlassen hat, ist schlichtweg illegal.
Nicht selten kommt es vor, dass die MainArbeit Ausweise erst einzieht, und dann den Inhaber des Ausweises ohne seinen Ausweis wieder hinaus bittet – dabei handelt es sich dann um Unterschlagung, und die ist strafbar.
Dass dies in vielen Justizvollzugsanstalten, Fitnesscentern oder Schwimmbädern auch gerne so gehandhabt wird, macht es übrigens nicht besser, dass die MainArbeit das tut!

Das Gleiche gilt für das Fotokopieren von Personalauweisen. Die MainArbeit erstellt regelmäßig Kopien von Ausweisen von Begleitpersonen, die dann später in der Leistungsakte des Kunde landen. Diese Kopien haben dort absolut nichts verloren. Es ist zwar rein theoretisch zulässig, einen Ausweis zu kopieren, allerdings ist es ein erheblicher Verstoß gegen das Bundesdatenschutzgesetz, diese Kopie auch irgendwo aufzubewahren. Insofern ergibt es keinen Sinn, wenn die MainArbeit sich Kopien von Personalauweisen macht. Sie darf diese Kopien zu nichts benutzen.
Warum sollte man Dinge mitmachen, die keine Sinn ergeben? Verweigern Sie dies, wenn die MainArbeit Ihren Ausweis kopieren will!

Datenschutzrechtlich bedenklich sind ohnehin die besonderen Merkmale und die Ausweisnummer. Diese sollten beim Kopieren grundsätzlich abgedeckt werden. Sie werden zur Feststellung der Identität oder zur Aufnahme der Personalien definitiv nicht benötigt.

Das Scannen von Personalausweisen ist ohnehin gleich ganz verboten. Verweigern sie dies in Jobcentern grundsätzlich, und machen Sie es vor allem auch selbst nicht!

An Bullshit kaum noch zu überbieten ist schließlich der Versuch der MainArbeit, bevollmächtigte Personen dazu aufzufordern, den Personalausweis des Kunden mit sich zu führen, ihn bei der MainArbeit vorzuzeigen und ihn sich dort, wenn es schlecht läuft, wegnehmen zu lassen.

Insbesondere gilt für den neuen Personalausweis, dass es schon dem Inhaber des Ausweises schlichtweg verboten ist, seinen Ausweis aus der Hand zu geben. Ganz zu schweigen davon, dass Fremde dann Dritten ermöglichen sollen, den Ausweis in Gewahrsam nehmen und Kopien davon anzufertigen… Ein Bevollmächtigter zeigt seinen eigenen Ausweis und seine Vollmacht beim Amt vor, und das wars! Mehr muss und darf er nicht!

Kommen wir zum dritten Beipiel, der Antragstellung durch mehrere Mitglieder einer Bedarfsgemeinschaft.
Lassen Sie sich nicht von der MainArbeit erzählen, Ihre Familienmitglieder müssten alle Einzeln vorsprechen und getrennte Anträge stellen. Auch das ist grober Unfug, und zwar alleine schon deswegen, weil ja jeder Behördekunde das Recht hat, sich eine Begleitperson seiner Wahl mit zu nehmen – warum dann nicht auch den eigenen Partner oder das eigene Kind. Und zwar unabhängig davon, ob diese Personen im selben Haushalt leben und unterhaltspflichtig für einander sind oder nicht.

Quelle Hartz4Hilfe Offenbach http://www.hartz4hilfe-of.de/

MainArbeit und das „Beistandsproblem“ – Neue Besen kehren…

…genauso schlecht wie die alten.
Gleich eingangs möchte ich festhalten, dass heute ein Rekord gebrochen wurde:
Noch nie war ein von mir begleiteter „Beratungstermin“ in der MainArbeit so kurz.
Acht Minuten…das wurde bislang noch nicht unterboten 😀
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Wer die Leiter hält, ist so schuldig wie der Dieb

Diese Worte lassen sich 1:1 auf sehr viele Mitarbeiter der MainArbeit übertragen.
Wider besseren (Ge)wissens agieren sie zu Lasten der „Kunden“…Ausnahmen bestätigen die Regel.
Nun war ich ja „früher“ 😉 einmal geneigt, neuen Mitarbeitern so etwas Ähnliches wie „Welpenschutz“ zuzugestehen. Eingewöhnung, neue Vorgaben, andere Fachanweisungen…all das habe ich damals berücksichtigt resp., es zumindest versucht (gelle, Frau L. 😉 ).
Diese Zeiten sind lange vorbei.
Schließlich kann – ein neuer Mitarbeiter im Frisörsalon Meier beispielsweise – ja auch seine Ahnungslosigkeit nicht damit erklären, dass er zuvor bei Müller tätig war…
Und davon völlig abgesehen, trotz unzureichender Schulung (eine Tatsache, die für mich keine Rechtfertigung ist!) spielen merkwürdigerweise auch „die Neuen“ von Anbeginn die Klaviatur der (versuchten) „Rechtsbeugung“ hervorragend. Wenn sie auch ansonsten eher keine Ahnung haben, DAS funktioniert immer.
So auch heute.

Klagen, klagen, klagen…

…scheint wohl das einzig Sinnvolle zu sein, wenn:
1.
Kranke Leistungsberechtigte seit einem Jahr NICHT den Haus-und Hof Ärzten der MainArbeit zugewiesen werden, obschon sie wiederholt betonen, nicht/nur sehr eingeschränkt leistungsfähig zu sein.
2.
Stattdessen Sanktionen (mittlerweile 100%) förmlich konstruiert werden, indem man
die bekennend (!) kranke Betroffene zur EGV nötigt („Sonst werden Sie sanktioniert“) und danach mit Vermittlungsvorschlägen „überzieht“

Das alles war natürlich heute nicht Thema. Der Vorgang ist mittlerweile sowohl bei der Bereichsleitung als auch beim Anwalt anhängig.Der vorherige Arbeitsvermittler (der, dessen Vorgehensweise ich oben beschrieb) hat den Fall abgegeben.
Der neue pAp der Klientin glänzte beim Erstgespräch (vor etwa 3 Wochen) damit, dass er:
1.
Eine rechtswidrige Eingliederungsvereinbarung (gesundheitliche Inhalte sind nicht statthaft) abschließen wollte
2.
Keinen Hinweis (weder im Gespräch, noch schriftlich) gab, dass die Entbindung von der ärztlichen Schweigepflicht freiwillig ist.
3.
Diese Entbindung als Vorraussetzung für die Zuweisung zur sog. „Medizinisch-psychologischen Beratung“ genannt hat.

Nun kann mensch sich ja nach einem Jahr fast schon glücklich schätzen, dass endlich eine Zuweisung zum „ärztlichen Dienst“ erfolgt.
Aber warum um alles in der Welt wird bereits beim ersten Gespräch versucht, die Betroffene hinter die Fichte zu führen?

Und heute?

Der „Turbo-Termin“ verlief trotz der Kürze unangenehm.
1.
Die Klientin hatte einen Termin ausserhalb der Öffnungszeit. Eine pünktliche Abholung fand nicht statt, der pAp (telefonisch nicht erreichbar) wurde durch die Security informiert, dass sein „Termin“ wartet. Im Winter wäre das deutlich unangenehmer geworden, 15 Minuten im Freien zu stehen…
2.
Nachdem ich mich (noch vor der Tür) als Beistand vorstellte, wollte er diese Begleitung verhindern.
O-Ton „Das will ich nicht“.
Schade eigentlich, da es ja bekanntermaßen für den ersten Eindruck keine zweite Chance gibt…
Seine „Kundin“ wollte die Begleitung nach dieser Bemerkung noch stärker als zuvor…
3.
Er holte sich seinerseits einen „Beistand“ (Kollegen) mit hinzu…kein Kommentar
4.
Er wollte die Zuweisung zum „ärztlichen Dienst“ für erledigt erklären, da die Betroffene sofort klarstellte, die Schweigepflichtsentbindung in Unkenntniss der Freiwilligkeit unterschrieben zu haben, diese nun widerruft und erst beim ärztlichen Beratungsgespräch der Ärztin aushändigen wird (modifiziert, versteht sich 😉 ).
5.
Nachdem die Betroffene auf sein Versäumnis („Sie hätten mir sagen müssen, dass die Schweigepflichtsentbindung freiwillig ist“) hinwies, behauptete er, dass,
O-Ton: „sie ihm das Wort im Mund herumdrehe“ (Fakt ist, dass binnen 3 Jahren weder den Aktivisten von der Erwerbslosen-Initiative noch mir auch nur ein Fall bekannt ist, in welchem die Freiwilligkeit erklärt wurde…und auf den Formblättern dazu ist dies ebensowenig vermerkt)
6.
Während des Turbo-Gesprächs NICHT sitzen zu bleiben, sich vielmehr hinter den Stuhl zu stellen und auf die vor ihm sitzenden – im Wortsinne – herabzublicken, ist grob unhöflich.
Beeindruckt hat das jedoch weder die Betroffene, noch mich. Alberne Psychospielchen, die niemandem nutzen…welch Energieverschwendung.
Oder war es doch nur ein Versuch, Unsicherheit zu überspielen? Mir ist es egal, da unter’m Strich die Wirkung identisch ist -> unangenehm und unhöflich.

Zusammengefasst:
Ahnungslosigkeit und/oder nicht rechtskonforme/s Ansätze/Vorgehen gepaart mit grenzwertigem Verhalten hinsichtlich der Umgangsformen…er könnte – im Sinne „der MainArbeit“ – ein perfekt passender Mitarbeiter sein.
Schade.

to be continued

MainArbeit – Security oder gefährliches Sicherheitsrisiko?

Nachstehend eine Mail, welche ich an die Bereichsleitungen und den Teamleiter „Erdgeschoss/Security“ richtete.
Der Inhalt ist selbsterklärend, die roten Anmerkungen sind, wegen evtl. „Überspitzung“, im Original nicht enthalten.

Guten Tag Herr O***,

wie Ihnen sicherlich noch erinnerlich ist, sprach gestern ein Mitarbeiter der MainArbeit-„Security“ bei Ihnen vor, um nachzufragen, ob es erlaubt sei, einem Menschen auf dessen Bitte hin (und unter Verweis auf aktuelle Kollapsgefahr) ein Glas Wasser zu bringen.
Dieser, in seiner Gesundheit massiv bedrohte Mensch vom gestrigen Tag, das bin ich.
Ich möchte vorweg schicken, dass ich KEIN Leistungsberechtigter der MainArbeit bin, ich war in Ihrem Haus lediglich in der Funktion des Beistands. Ich hätte aber auch „sonstwer“ sein können, Journalistin beispielsweise…

Diese Einschränkung soll nicht (!) bedeuten, dass ich hinsichtlich angewandtem Anstand unterscheide zwischen Betroffenen ( á la -> bei „Hartzern“ ist abfälliges Verhalten legitim) und anderen Besuchern der MainArbeit ( á la -> „gute Bürger“, die muss man anständig behandeln)
Es soll nur verdeutlichen, dass gegenüber Niemandem, der die MainArbeit als „Besucher“ betritt, seitens der sog. „Securities“  auch nur der geringste Respekt gezeigt wird!

Obschon ich den Mitarbeiter deutlich darauf hinwies, dass es mir aktuell sehr schlecht geht und ich dringend ein Glas Wasser BENÖTIGE, ging er in einem Tempo, bei welchem man ihm locker während des Schleichens die Schuhe hätte besohlen können, zunächst zu Ihnen, um sich Ihr OK abzuholen.

Das hatte deutlich etwas von Provokation!


Mit Verlaub Herr O***, welche Auffassung von einem Mindestmaß (!) an menschlich-humaner, ethisch-verantwortlicher Reaktion herrscht hier in der MainArbeit vor?

Diese Frage ist eher rhetorischer Natur…

Wieso muss ein MA sich die Erlaubnis einholen, einem älteren und offensichtlich (!) aktuell fast kollabierendem Menschen (ich musste gestützt werden) ein Glas Wasser anzureichen?
Welche Dienst/Fachanweisung besagt dies?
Oder ist auch bei den sog. „Securities“ das vorrangige Einstellungsmerkmal, jedwede Empathie und vor allem den gesunden Menschenverstand – spätestens ab Betreten des Gebäudes der MainArbeit – zu deaktivieren und sie agieren dann entsprechend autark-menschenverachtend?

Auf eine Antwort bezüglich der Dienstanweisung warte ich gespannt, vielleicht auch vergebens…

Als nach über 4 Minuten der Benannte noch immer nicht da war, fragte ich bei seinem älteren Kollegen nach.
Dieser befleißigte sich eines herrischen und herablassenden Tonfalls und meinte (Zeuge vorhanden) „Ich solle mal nicht so einen Stress machen“
Mit Verlaub, Herr O***, welches Menschenbild herrscht offenbar auch (!) in dieser alleruntersten Charge vor?
Gestatten Sie mir diese beißende Polemik:
Sind die Menschen, die – warum auch immer – die MainArbeit frequentieren, per se „Untermenschen“, welche durchaus auch umkippen oder gar verrecken dürfen?

Auch rhetorisch. Viele Menschen, darunter auch ex-und interne Bedienstete in und für die MainArbeit, vertreten diese Auffassung. Leistungsberechtigte sind in vieler Menschen Augen „Assis“, die man getrost wie den letzten Abschaum behandeln darf. Folgen dauerhafter medialer Hetze, eines gnadenlosen A-Sozialgesetzes, mangelnder Fähigkeit zum Selbstdenken und letztlich auch Begleiterscheinungen der strukturellen Gewalt.


Ich bin herzkrank, Diabetiker UND Hypertoniker, mein Blutdruck steigt – insbesondere nach stressintensiven Gegebenheiten wie dem vorangegangenem Termin – häufig in schlaganfallrelevante Höhen. Ihr Kollege Ei*** hat das bereits miterlebt und löblicherweise SOFORT reagiert.
Ich MUSS dann umgehend Wasser trinken UND meine Notfalltablette zu mir nehmen.
Hätte der Betroffene, als dessen Beistand ich gestern im Hause war, mich nicht gehalten, wäre ich während der Wartezeit schlicht umgefallen!
Hätten die sog. „Securities“ dann auch noch um Erlaubnis ersuchen müssen, den RTW anzurufen?

Grundsätzlich ist es merde-egal, ob jemand krank ist oder „nur“ einen Schwächeanfall hat oder oder… einem Menschen, der unter Hinweis auf aktuelles Unwohlsein um Wasser bittet, dem lehnt man diese Bitte nicht ab, da reagiert man, PUNKTUM!

Es geht hier auch um die Frage, ob  künftig eine Straftat, also eine Unterlassene Hilfeleistung nach § 323c StGB vorliegen kann, wenn auch künftig in dieser menschenverachtenden Form agiert, ZU spät reagiert resp., einem „Kunden“ die Bitte um Hilfe abgeschlagen wird.
Der Gesetzestext im StGB wird wie folgt formuliert: „Wer bei Unglücksfällen oder gemeiner Gefahr oder Not nicht Hilfe leistet, obwohl dies erforderlich und ihm den Umständen nach zuzumuten, insbesondere ohne erhebliche eigene Gefahr und ohne Verletzung anderer wichtiger Pflichten möglich ist, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.“

Es wäre i.d.T. hochinteressant zu wissen, wie im Falle von „erheblichen, gesundheitsschädlichen Folgen“ (wegen zu später oder gar keiner Reaktion) eine gerichtliche Würdigung ausfallen könnte…

Ich fordere Sie eindringlich auf, auch diesen Umstand künftig zu bedenken und entsprechende, klare Anweisungen an das fremde „Fach“personal zu erlassen. Ob dieses „Fach“personal tatsächlich „vom Fach“ ist, sprich, zumindest die Prüfung zur GewO34a bestanden hat, wage ich anzuzweifeln. Denn auch Fragen zum § 323c StGB sind in den Prüfungsfragen implementiert…

Gesunden Menschenverstand und Empathie spreche ich diesen „Securities“ ohne jedweden Zweifel aber rundweg ab.
Ihrer Stellungnahme sehe ich entgegen und verbleibe

Schaun mer mal, ob, und wenn, was da als Antwort kommt.
Fakt ist, wäre mir in dieser „Institution“ ein Schaden aufgrund verschleppter Hilfeleistung entstanden, hätten die – insbesondere aber der schon vielfach sehr unangenehm aufgefallene, ältere – (Un)Sicherheitsmitarbeiter keinerlei Chance mehr, sich in der nächsten Zeit noch einmal abfällig seines Mundwerks bedienen zu können…frei nach dem Motto:
„Huste mal, wenn Du keinen Hals hast“…

ProArbeit Dietzenbach/ Abteilung Ü50 oder doch Kindergarten (große Gruppe) ?


Das liebenswerte Jobcenter des Landkreises Offenbach sorgte vor einigen Jahren schon für das (auch bei manch dort tätigem Mitarbeiter) , was man gemeinhin“Fremdschämen“ nennt.
Unvergessen die Ex-Mitarbeiterin Helena Fürst, die damals das mediale „Hartzer-Bashing“
(mittels der TV-Sendung „Gnadenlos gerecht“ ) aus das Widerlichste forcierte.
Irgendwann mutierte sie dann vorgeblich zur „Anwältin der Armen“…der Geldbeutel dürfte hier wohl ausschlaggebend gewesen sein. An eine Läuterung vermag ich nämlich nicht zu glauben…
Um Frau Fürst geht es im heutigen Beitrag aber nicht 😉

Vorgeschichte

Ein Leistungsberechtigter mit 2/3 Stelle – sog. Aufstocker – erhielt im Januar d.J. per Verwaltungsakt eine Eingliederungsvereinbarung, welche offensichtlich (neben der „Statistik“ der jeweiligen Mitarbeiter) ausschließlich dem Zweck diente, Sanktionen konstruieren zu können. Selten habe ich etwas derart Absurdes in Händen gehalten.
Lange Rede, kurzer Sinn:
Widerspruch, Antrag auf einstweilige Anordnung zwecks aufschiebender Wirkung beim Sozialgericht gestellt…das Ding war sehr rasch vom Tisch und der Betroffene nunmehr 3 Monate EinV-befreit.
Dass der Leistungsberechtigte die Schriftsätze nicht selbst verfasst hat, nunja, dass war wohl auch der Arbeitsvermittlerin von Anfang an klar…sie hatte ohnehin bereits vom ersten Tag an ein offensichtliches Problem mit dem „Thema sachkundiger Beistand“, das kam wiederholt und auf teils subtil-diskreditierende Art und Weise ihrem „Kunden“ gegenüber zum Tragen.
Was soll’s…geschenkt…

What the hell…

…diese Fachkraft sich bei ihrem heutigen Auftritt gedacht hat, weiß nur sie allein.
Der Termin begann damit, dass sie sofort verweigerte, mich als Beistand zuzulassen, O-Ton: „Ich möchte Sie nicht dabei haben“.
Und das, nachdem ich sie doch so freundlich begrüßte, das machte mich schon sehr betroffen 😀
Gewohnt liebenswürdig erwiderte ich, dass es wohl kaum in ihrem Ermessen stünde, Beistandschaft zu verweigern. Es folgte darauf der nicht unübliche Versuch, mir dann zumindest ein Redeverbot aufzuerlegen, was der Betroffene mit dem Satz: „Dann brechen wir an dieser Stelle ab“ quittierte. Danach wurde es zunehmend:

Albern, infantil und unprofessionell

Nun, als Beistand muss nicht reden, im Bedarfsfall aber darf ich es. Den Bedarfsfall bestimmt der Betroffene.Dies ist Fakt und im Detail geregelt (§ 13 SGB X).
Während 1,5 Stunden „Verhandlung über die Eingliederungsvereinbarung“ – in der Realität in langatmiges Abklopfen von Daten und Fakten, welche seit Jahren hinlänglich bekannt sind – wurden Albernheiten á la
„Mit Ihnen rede ich nicht, weil Sie nicht der Rechtsbeistand sind“
„Wenn Sie mit dem Herrn X Unterverhandlungen (!) führen wollen, dann verlassen Sie beide das Büro“
usw usf gebetsmühlenartig abgespult.
Witzig auch der Spruch, dass die Mitarbeiterin bezüglich der eingedampften EinV mehrmals betonte, nicht diskutieren zu wollen (und mit mir schon gar nicht 😉 ) und doch ständig diesen Faden wieder aufnahm.
Beim dritten Male (oder war es das vierte? ) konnte ich es mir nicht mehr verkneifen zu fragen, warum sie denn dann immer wieder mit der Diskussion begänne…hmmmm
Es gipfelte darin, dass der nicht-sachkundige (!) Betroffene letztlich als  „Sprachrohr“ zwischen „Fachkraft“ und mir fungierte.
Mir fielen beispielsweise diskriminierende Formulierungen in Vorsprachenachweisen (Bescheinigung für die Vorsprache bei potentiellen Arbeitgebern) auf. Dem Betroffenen nicht.
Da Frau „What the hell“ 😉 mir permanent das Wort abschnitt (Mit Ihnen rede ich nicht) blieb mir letztlich nichts anderes übrig, als mich dem „Kunden“ zuzuwenden und ihn zu bitten:
„Sag Du doch bitte der Frau H., dass diese und diese Formulierung so nicht bei einem möglichen Arbeitgeber vorgelegt werden kann.“
Die „Fachkraft“ saß kaum einen Meter entfernt…
Der Betroffene spielte dieses alberne Spiel auch mit 🙂
Mir wurde es dann letztlich doch zu doof…

Stutenbissigkeit, Zickenzoff oder Kindergarten (große Gruppe) ?

Die Frage stelle ich mir noch immer.
Ich fragte, da mir dieses Albernheiten zunehmend auf den Geist gingen – nach wie vor ruhig-freundlich (ok, vielleicht schien mein Dauerlächeln doch irgendwann etwas süffisant) – worin eigentlich das Problem bestünde, mich punktuell (!) in die Verhandlungen mit einzubringen, wenn es doch vom „Kunden“ gewünscht sei…
Dass es hier doch um einen Konsens und nicht um Konfrontation ginge…
Ich fragte, welches Problem sie mit mir denn eigentlich mit mir habe, ich sei schließlich sachlich, höflich und freundlich…
Exkurs: Logisch (irgendwie), dass die „Fachkraft“ – wohlwissend, WER ihre EinV hat eindampfen lassen – mir nicht wohlgesonnen ist.

Die Antwort war kindisch-zickig:
„Das könnte ich Ihnen sagen, tu ich aber nicht“
Ich wartete für wenige Sekunden tatsächlich darauf, dass sie mir wohl gleich die Zunge herausstreckt…
Ähnlich auch ihre Reaktion bzgl. meines Namens. Sie bat mich, ihn aufzuschreiben.
Nun pflege ich mich – überwiegend – namentlich vorzustellen, für mich eine Sache der Höflichkeit. Es gab zudem bereits mindestens 6 Begegnungen mit Frau „What the hell…“, darauf wies auch der Betroffene hin.Die Nachfrage, wie man meinen Namen ausspreche, erwiderte ich kurz mit „französisch -> Wodlee“
Das von dieser, ca. 50jährigen, „Fachkraft“ erfolgende „Hach, wie schööön“ (begleitet von entsprechender Mimik) hätte einer 15Jährigen gewiss gut zu Gesicht gestanden… 😀 für eine gestandene Frau war dies einfach nurmehr als infantil und damit traurig-lächerlich zu bewerten.

Unzählige Albernheiten…

zuviel, um sie aufzuzählen, das würde schlicht den Rahmen sprengen.
Erwähnenswert bezüglich der „Beratung“ wäre vielleicht noch, dass sie nicht wusste, wieviel Fahrtzeit gesetzlich als zumutbar festgelegt ist.
Dass sie behauptete, die Berücksichtigung der Pflege eines Angehörigen greife erst bei Pflegestufe drei.
Dass…, ach, ich lasse es dabei bewenden, es ist schlicht zuviel des Unguten.
Es bleibt die Feststellung, dass eine solch offen zur Schau gestellte Unprofessionalität eigentlich nicht mehr hätte getoppt werden können.
Eigentlich.
Denn Kollege Computer wollte nach diesem ganzen Gezetere doch partout die EinV nicht ausspucken 😀
Die Kollegin wurde zur Hilfe geholt, ohne Erfolg.
Tja, und dass der eingeforderte Fahrkostenantrag mit einem falschen Wohnort des „Kunden“ ausstaffiert wurde…klar, wieder ein Verschulden des Kollegen Computer.
Peinlich, peinlich, so meine bescheidene Meinung zu diesen ganzen Abläufen.

Mitgefühl?

Aber ja doch…irgendwo hatte ich es schon.
Irgendwo halt und rein auf der Tatsache beruhend, dass auch sie – wie wir alle – nur ein fehlbarer Mensch ist, zudem mit offensichtlichen Problemen gegenüber selbstsicheren Geschlechtsgenossinnen behaftet.
Nicht zu erreichen, weder auf der emotionalen, noch auf der Sach- und schon gar nicht auf der Meta-Ebene.
Bleibt mir nur zu hoffen, dass die überwiegende Klientel Frau H.s männlicher Natur ist…und zudem wehrhaft. Wobei Letzteres vermutlich ein „frommer Wunsch“ bleiben wird.

MainArbeit/Obdachlosigkeit – Update zwischen Lichtblick und Absurdität

Vorab die gute Nachricht:
Die katastrophale Unterbringungssituation der Betroffenen aus meinen vorangegangenen Berichten (  https://erbendertara.wordpress.com/2015/02/21/mainarbeit-der-unsagliche-umgang-mit-obdachlosen/ und https://erbendertara.wordpress.com/2015/02/25/mainarbeit-obdachlosigkeit-und-die-verlorene-menschenwurde/ ) hat in Kürze ein Ende.
Frau G. hat ab April eine seniorengerechte Wohnung.

Grund zur Freude ? Leider nicht uneingeschränkt !

Sicherlich, für die Betroffene ist es natürlich wunderbar und ich freue mich mit ihr und für sie.
Doch was ändert sich an der unsäglichen Vorgehensweise der MainArbeit für all die anderen, wohnungslosen Bürger?
Richtig – Nichts!

Die MainArbeit hält an der bekannten Vorgehensweise fest. Aufgrund welcher Rechtsgrundlage hier (teils ad hoc)-Entscheidungen getroffen werden, ist nach wie vor ungeklärt.
Zwar hat die mittlerweile involvierte Rechtsanwältin diverse Fragen aus meinem zuvor gestellten Antrag auf Auskunft und Beratung aufgegriffen, ich vermute aber, dass die Antwortschreiben der Rechtsabteilung keinerlei Aufschluss geben werden.So sie denn eintreffen…

Akteneinsicht – „Verblüffung“

Zunächst erfuhr ich anlässlich dieses Termins, dass seitens der MainArbeit Zuweisungen und „Umquartierungen“ nicht als Verwaltungsakt angesehen werden. Dies war eine vorab mündliche Auskunft, die Anträge – sowohl der Anwältin als auch meine – waren der aktuellen Leistungakte noch nicht anhängig.
Was genau diese Verfügungen nach Lesart der MainArbeit also darstellen, bleibt abzuwarten.
Dass es sich bei diesen Verfügungen jedoch eindeutig um Verwaltungsakte handelt, dürfte unstrittig sein.
Ich zitiere dazu aus einem Beschluss des Verwaltungsgerichts Neustadt:

Das Verwaltungsgericht Neustadt (Weinstraße) stellte mit Beschluss vom 03.06.2014 (5 L 469/14.NW), dass dieser Bescheid rechtswidrig ist und stellte daher die aufschiebende Wirkung des Widerspruches wieder her… http://www.juraforum.de/recht-gesetz/anforderungen-an-unterkunft-fuer-obdachlose-familie-510806

Und weiter geht’s…

Nach wie vor wird behauptet, die gesundheitlichen Einschränkungen (welche eine Gemeinschaftsunterbringung unmöglich machen) seien nicht bekannt gewesen.
Dumm nur, dass das amtsärztliche Gutachten aus einem früheren Zeitraum direkt hinter dieser Einlassung abgeheftet war und diverse, relevante Krankheitsbilder aufweist.

Die „ärztliche Stellungnahme“ zur Gemeinschaftsunterbringung

Frau G. wurde – im Gegensatz zum sonst üblichen Procedere der „Gutachtenerstellung nach Aktenlage“ – zur sog. „beratenden Ärztin“ einbestellt. Die teils sehr entwürdigende, inquisitorisch anmutende Befragung ließ mich bereits da nichts Gutes erahnen.

Wie kann es beispielsweise sein, dass, wenn ein Mensch über starken Harndrang (auch nachts) berichtet, dem Weinen nahe erzählt, dass es nicht zu schaffen sei, den – baurechtlich zu beanstandenden (!) – Weg in das Keller-Klo zu bewerkstelligen und er daher aus Verzweiflung in einen im Zimmer vorgehaltenen Eimer uriniert, die lapidare Antwort erfolgt:
„Das war ja früher gang und gäbe“

Ich schreibe jetzt besser nicht, welche Sorte Ärzte „früher“ auch „gang und gäbe“ waren…es soll aber in einer dunklen Ära Deutschlands durchaus Ärzte gegeben haben, die ihre Menschenverachtung mit mehr als nur Worten auslebten…und sie befolgten doch nur das damals geltende Gesetz, die Anweisungen des Führers der Führungskräfte…welche sie zudem vermutlich sehr frei interpretieren konnten.
Und nein, das war definitiv KEIN Vergleich, liebe Leser.
Es waren lediglich Gedanken, die mir beim Niederschreiben des Miterlebten in’s Hirn krochen…

Ergebnis der „ärztlichen“ Befragung…

…gegen eine gemeinschaftliche Unterbringung bestehen keinerlei Bedenken. Die fachärztlich attestierten Erkrankungen der Betroffenen spielen keinerlei Rolle.
An dieser Stelle drängt sich mir die Frage auf, wer das Wort „Gefälligkeitsgutachten“ besser nicht in den Mund nehmen sollte…die Betroffenen(Vertreter), wenn sie über die sog. „beratende Ärztin“ sprechen, oder doch eher die „führenden Köpfe“ der MainArbeit resp. der ZVU (Zentrale Vermittlung von Unterkünften/Frankfurt) ?

(Willkürliche) Vertreibung aus dem „Paradies“?

Die Umquartierung von einem Einzelzimmer in einer Notunterkunft in ein Mehrbettzimmer einer üblen „Hotel“Unterkunft wird grundsätzlich nach einem gewissen Zeitraum vorgenommen. Wer diesen Zeitraum aufgrund welcher Kriterien festlegt, habe ich im oben erwähnten Antrag angefragt.
Aus den Leistungsakten der Betroffenen geht aber bereits jetzt eindeutig hervor, dass es sich hierbei in erster Linie um fiskalische Gründe handelt.
Ebenso wurde mir – wie zuvor der Betroffenen selbst – zu verstehen gegeben, dass durch diese „Maßnahme“ die „Motivation zur Wohnungssuche“ erhöht werden soll.

Es mag – jetzt benutze ich das von der Geschäftsführung der MainArbeit so gern genutzte Wort – Einzelfälle geben, welche sich in der Notunterkunftssituation „einrichten“.
Für das Gros der Wohnsitzlosen gilt dies jedoch keinesfalls!
Es ist daher – insbesondere unter Berücksichtigung des angespannten Wohnungsmarktes – blanker Zynismus, mittels praktizierter, schwarzer Pädagogik (= erwachsene Menschen deshalb bewusst in menschenunwürdigen Bruchbuden unterzubringen, um ihre Motivation zur Wohnungssuche zu steigern) vorzugehen.
Subsumiert: Widerwärtig!

Menschenwürde ? Unnützer Ballast !

Nach wie vor wird seitens der MainArbeit behauptet, dass die sog. „Doppelzimmer“ und Gemeinschaftszimmer in den Unterkünften angemessen seien.
Wie in den anderen Beiträgen geschrieben, handelt es sich hierbei um teils winzigste Zimmerchen.
Der Zustand lässt sich als verdreckt, heruntergekommen und verwahrlost bezeichnen.
Leider kann ich die vorhandenen Fotos (noch) nicht veröffentlichen, der „Spaß“ käme mich sicherlich teuer…und ich möchte zudem keineswegs irgendwelche „Abmahn“Anwälte co-finanzieren.
Bezüglich der Hinnehmbarkeit einer Notunterkunft im Hinblick auf deren des „Zustand“ zitiere ich zunächst das Resumé des Verfassers aus dem verlinkten Artikel (Harald Büring/Jura-Forum.de):

…Obdachlose wollten sich vor allem dann beraten lassen, wenn sie in schmuddeligen Unterkünften untergebracht werden, in denen Gefahr für ihre Gesundheit besteht (etwa aufgrund Schimmel, unzureichende Beheizung etc.). So etwas ist nicht vereinbar mit der Menschenwürde.

Genau solche Zustände wie die, in denen die Betroffene lebt, sind also aus Gründen der Menschenwürde keineswegs hinnehmbar!
Was nun hinsichtlich der Größe eines „Doppel/Gemeinschaftszimmers“ die Auffassung der MainArbeit/der ZVU betrifft, ist auch diese bereits durch den oben erwähnten Beschluss ad absurdum geführt.
Bei weiterer Recherche werden sich mit Gewissheit ähnliche Beschlüsse finden lassen. Ich zitiere erneut ->

…Denn eine derartige Unterkunft von 25 qm ist für eine Familie mit einem 8 jährigen Kind nicht mehr als menschenwürdige Unterbringung anzusehen. Dies gilt in besonderem Maße dann, wenn es keinerlei abgetrennten Bereiche gibt, in die sich die einzelnen Mitglieder der Familie einmal zurückziehen können. Hinzu kam, dass mit einer längeren Nutzung der Unterkunft zu rechnen war…

Wenn 25 m² menschenunwürdig sind für 3 Personen, die miteinander verwandt sind, wie können dann 11 m² für die Unterbringung von zwei sich wildfremden Menschen menschenwürdig sein?

Diese Frage mögen Herr N. von der ZVU und Herr Dr. Schulze-Boeing (Geschäftsführer der MainArbeit) mir doch bitte einmal schlüssig beantworten!

Apropo Dr. Schulze-Boeing – hier noch eine akademische „Glanzleistung“

Der Akteneinsicht war zu entnehmen, dass, aufgrund der Beschwerden, der Geschäftsführer das beanstandete Hotel höchstpersönlich inspizierte.
Dass er die Schwarzschimmel-verseuchte und völlig verdreckte Gemeinschaftsdusche als „einfach, aber nicht zu beanstanden“ befand…nunja, die übliche Beschönigung eben. Übel, aber keineswegs neu, derlei Relativierungen.
Ein wenig fassungslos -insbesondere, da sie von einem promovierten Menschen getroffen wurde – machte mich aber folgende Feststellung, welche (sinngemäß) lautete:

„Da die Beschwerdeführerin nicht anwesend war, konnte deren Zimmer nicht begutachtet werden. Ich habe mir jedoch ein ähnliches Zimmer zeigen lassen, welches keinerlei Mängel aufwies…“

Soll das jetzt ernsthaft als eine adäquate Stellungnahme angesehen werden?
Mit Verlaub, eine solche Einlassung ist an Lächerlichkeit wohl kaum mehr zu übertreffen…

Einen solchen „Vergleich“ vorzunehmen, ist in etwa so, als solle ein KFZ-Gutachter den roten VW-Polo vom Eigentümer Meier begutachten.
Leider hat Herr Meier aber aber den Garagenschlüssel zu der Garage, in welcher sich dieses Fahrzeug befindet, nicht griffbereit.
Der Gutachter hat jedoch die Möglichkeit, in der offenen Garage nebenan den grünen Seat Ibiza Herrn Meiers zu prüfen.
Ergebnis:
Der rote Polo bekommt das positive Wertgutachten, weil der grüne Seat keine Mängel hat…

Willkommen in Offenbachs Absurdistan… mehr fällt mir derzeit dazu nicht ein.
Fortsetzung folgt…

 

 

 

 

MainArbeit , Datenschutz und mehr – „erschreckender“ Realitäts-Check

Ach ja, es liest sich – wenngleich nur auf den ersten Blick – so „bürgernah“, fast schon verständnisvoll, blickt mensch auf die Seite der Stadt Offenbach, auf welcher der neue Ombudsmann (= Schiedsmann) vorgestellt wird.

http://www.offenbach.de/offenbach/themen/rathaus/aemter-und-gesellschaften/ombudsmann-der-mainarbeit/article/ombudsmann-dr-christian.html

Die eigentliche Aussage, welche im Subtext da deutlich mitschwingt, ist hingegen alles Andere als freundlich, Zitat:

„…Es hat sich gezeigt, dass Bescheide manchmal nicht richtig verstanden werden oder den Betroffenen die zugrundeliegenden Gesetze nicht bekannt sind,“ erläutert Susanne Pfau, stellvertretende Geschäftsführerin der MainArbeit. „Meist geht es um Kosten der Unterkunft, Einkommensanrechnungen, die Anschaffung von Mobiliar oder auch Diskrepanzen zwischen der Einschätzung des Arbeitsberaters und der Selbstwahrnehmung des Kunden…“ 

Übersetzung von Polit-Sprech in Einfach-Sprech:

1.
Der Leistungsbezieher kapiert nicht, dass die MainArbeit doch nur die Gesetze umsetzt = natürlich alles richtig macht. Dafür isser schlicht zu doof…
2.
Der Leistungsbezieher ist nicht in der Lage, die selbstverständlich stets und immer richtig erlassenen Bescheide zu kapieren (böse Zungen behaupten übrigens, in den höheren Chargen der MainArbeiter herrsche der Gedanke vor, dass die Leistungsberechtigten und ihre Bevollmächtigten per se zu doof sind, Rechtliches und Widerrechtliches zu erkennen…so könne man getrost auch Widerrechtliches anordnen und durchsetzen)
3.
Die Arbeitsvermittler allein wissen, was für den „Kunden“ das Richtige ist. Die Betroffenen selbst hingegen haben eine falsche Selbstwahrnehmung.

Der Ombudsmann soll also, grob gesagt, den Ratsuchenden erklären, was sie falsch eingeschätzt und/oder falsch verstanden haben.
Zweifel an der Selbstwahrnehmung der MainArbeit scheinen hier ernsthaft angebracht, denn wie nur zwei nachstehend geschilderte Beispiele aus der allerjüngsten Vergangenheit zeigen, geschehen hier „Fehler“ (ach, was bin ich heute höflich 😉 ) die zwar erklärbar, aber durch nichts zu rechtfertigen sind…wäre es da nicht angebracht, wenn die Führungsspitze der MainArbeit öffentlich zumindest einräumte, dass „Fehler“ auch seitens der MainArbeit geschehen?
Aber nein, das Saubermann-Image soll um jeden Preis gewahrt werden, das ist halt Politik…

Datenschutz Story 1 – Wir können Alles, nur nicht richtig…

…zum Beispiel Wohnraumhilfe.
Wohnraumhilfe bedeutet: Wenn Menschen Mietschulden haben und der Vermieter die Räumungsklage eingereicht hat, ist das Amtsgericht verpflichtet, den zuständigen Sozialleistungsträger über die drohende Obdachlosigkeit zu informieren.  Zur Vermeidung von Obdachlosigkeit kann ein Darlehen gewährt werden.
Bislang hatte diese Aufgabe die Wohnraumhilfe des Sozialamtes inne, dort arbeiteten „alte Hasen“, die ihren Job verstanden.
Seit 22.12.2014 ist nunmehr die MainArbeit hierfür zuständig.
Mich gruselte bereits letztes Jahr, als ich davon erfuhr.
Auch ohne Kristallkugel prophezeite ich seinerzeit, dass, wenn die MainArbeit auch diese Aufgabe noch übernimmt, es nur katastrophal werden kann…denn wenn es schon so häufig mit der Bewältigung der originären (oft simplen) Aufgaben nicht klappt, wie dann erst mit dieser neuen Materie…

Heute war es dann soweit.
Eine meiner Vollmachtgeberinnen bat mich nachzufragen, weshalb ihr neuer Vermieter noch keine Kaution erhalten habe und überreichte mir zudem ein Schreiben der MainArbeit, in welchem „Beratung zu Miet-und Strom-Schulden“ offeriert wurde. Textbausteinblatt versteht sich, nichts Individuelles.
Im Zuge des Mailverkehrs konnte dann geklärt werden, was da „schief lief“.
So erhielt ich dann auch eine Zweitschrift des Schreibens vom Amtsgericht an die MainArbeit wegen der Räumungsklage.
Dumm nur, dass es sich bei dem Beklagten nicht um meine Klientin handelte, vielmehr um einen Mann gleichen Nachnamens, der zu allem Überfluss nicht einmal „Kunde“ der MainArbeit ist.
Bedingt durch die Bevollmächtigung erhielt ich also Kenntniss (samt aller Eckdaten und Geschäftszeichen) darüber, dass ein mir völlig unbekannter Mann eine Räumungsklage an der Backe hat…
Auf meinen sofort erfolgten Hinweis hinsichtlich der datenschutzrechtlichen Brisanz wurde freundlich, angemessen und mit entsprechender Ernsthaftigkeit reagiert…es bleibt zu hoffen, dass hier eine sofortige Verbesserung für die Zukunft erarbeitet wird.
Nicht auszudenken, welch Chaos entstehen kann, wenn der nächste Mietschuldner Müller oder Öztürk heißt…davon gibt es viele Dutzend in OF, mit und ohne Leistungsbezug.
Resumé:
Schuster MainArbeit, bleib bei Deinem Leisten…besser wär’s

Datenschutz (und mehr) Fall 2 – Die geschäftliche Heimsuchung

Ein Leistungsberechtigter arbeitet auf Basis von 450.-€ als Frisör. Jetzt hatte er die Möglichkeit, in einem Schichtbetrieb einen Vollzeitarbeitsplatz zu erhalten. Seine Chefin bestand jedoch – völlig zu Recht – auf Einhaltung der 4wöchigen Kündigungszeit, es wäre somit zu nicht überbrückbaren Überschneidungen gekommen.
Mitten im Geschäftsbetrieb tauchten letzte Woche in diesem Frisörsalon zwei Männer auf, welche sich nicht auswiesen und die dort tätige Frisörin fragten, ob diese mal eben 5 Minuten Zeit habe. Diese verwies auf die wartende Kundschaft und verneinte. Man(n) fragte nach „2 Minuten Zeit“.
Diese wurden dann auch gewährt 😉 und die Männer sagten der Frisörin, dass sie von der MainArbeit seien, es um die Aushilfe Herrn X ginge und  es doch möglich sein müsste, dass auf die Kündigungszeit verzichtet würde. Es wurde regelrecht bedrängt, so dass ein anwesender Kunde die Situation als „bedrohlich“ einschätzte und bereits aufstand…
Was die zwei MainArbeiter nicht wissen konnten, war, ob es sich bei der anwesenden Frisörin überhaupt um die Geschäftsinhaberin handelt!
Datenschutz auch hier – völlige Fehlanzeige…
…von der Übergriffigkeit und Impertinenz, „mal eben so“ auf Arbeitgeber im laufenden Geschäftsbetrieb rechtswidrig Einflussnahme ausüben zu wollen einmal völlig abgesehen…und der Anwalt der Arbeitgeberin freut sich gewiss über leicht verdientes Geld.Diesen informierte die völlig aufgeregte und wütende Geschäftsinhaberin nämlich umgehend.

Wie man so schön sagt, stinkt der Fisch ja immer vom Kopf her.
Ich frage mich daher – insbesondere angesichts des letztgeschilderten Vorfalls – ob „Narzisstische Grandiosität“ vielleicht doch eine ansteckende Krankheit sein könnte, welche sich viral vom „Kopf “ hin zu den „Füßen“ ausbreitet… 😉

 

 

MainArbeit, Obdachlosigkeit und die verlorene Menschenwürde

Wie bereits hier https://erbendertara.wordpress.com/2015/02/21/mainarbeit-der-unsagliche-umgang-mit-obdachlosen/ berichtet, begleite ich derzeit eine ältere Dame, die Tag für Tag ein wenig mehr an den unwürdigen und gesundheitsbeeinträchtigenden Zuständen innerhalb der ihr zugewiesenen „Hotel-Notunterkunft“ zerbricht.

Dass sowohl die Gesundheit als auch der letzte Rest Menschenwürde für obdachlose Offenbacher unter Finanzierungsvorbehalt stehen, ist leider nichts Neues.
Die – auch in anderen Fällen – immer wieder bis zum Erbrechen betriebene Politik der Schuldzuweisungen und Schutzbehauptungen ist ebenfalls kein Novum.
Es ist auch eine Tatsache, dass sich weder Kommunalpolitik noch sonstige „honorige Bürger“ für das obdachlose Klientel einsetzen, diese Menschen interessieren schlicht nicht.
So lässt es sich vermutlich auch erklären, dass niemand ausser den Betroffenen selbst aufschreit und sich gegen Grundrechtsverletzungen – körperliche Unversehrtheit sei beispielhaft genannt – zur Wehr setzt.

Besuchsverbot in allen Notunterkünften…

aus „gutem“ Grund!
Das wahre Ausmaß, die wahren Zustände sollen (!) nicht bekannt werden… auch wenn eine Bekanntheit nichts daran ändern würde, dass sich niemand für diese unsäglichen Zustände interessiert, besser, zumindest niemand, der diese Zustände zum Positiven hin verändern könnte…

Auf der Suche nach Informationen stieß ich auf diesen Artikel in der Offenbach Post
http://www.op-online.de/lokales/nachrichten/offenbach/offenbach-bewohner-berichten-notunterkuenften-3514400.html

Auszugsweise daraus zitiert:
Dann sei vier Wochen lang in der Wohnung kein warmes Wasser geflossen; in den Wänden klafften Löcher, der Abfluss sei kaputt gewesen, das Licht im Hausflur defekt, das Bad schimmelig. „Der Hausmeister tut, was er kann, aber er kriegt kein Geld für die Renovierung, weil Mainarbeit und Diakonie (Dachverband der ZVU; die Red.) sich um die Kosten streiten...

Das möge mir bitte jemand erklären!

Alle (!) Offenbacher Notunterkünfte, ob gemeinschaftliche oder „Hotels“ gehören privaten Betreibern/Besitzern.
Es bestehen Nutzungsverträge, welche die finanzielle Seite klar regeln.
Ein Objektbesitzer bekommt von der MainArbeit als Leistungsträger also ein gewisses Entgelt für die Überlassung der Räumlichkeiten an Obdachlose.Abgerechnet wird über die bevollmächtigte (?) ZVU.
Die Räumlichkeiten befinden sich dennoch im privaten Besitz!
Für Reparaturen und Instandhaltung ist somit der Besitzer verantwortlich, denn es ist SEIN Haus, sein Hotel.
Diese meine Überlegung erachte ich auch insofern noch als schlüssig, alsdass es der Gipfel des Hohns wäre, den Leistungsträger hier ebenfalls in’s Obligo nehmen zu wollen, denn:
Pro Bett (!) werden täglich minimum etwa 20.-€ seitens der privaten Betreiber/Hausbesitzer eingefordert.
So kommt man bei einer notuntergebrachten 10-köpfigen Familie ganz schnell einmal auf knapp 3000.-€ Mieteinnahme – für eine Wohnung (!) mit 64m² http://www.extratipp.com/news/aufreger/familie-kleine-2483630.html

Mensch muss wahrlich kein Rechenkünstler sein, um eine Hochrechnung anzustellen: Diese privat betriebene Notunterkunft hält 8 oder mehr (müsste ich nochmals aufsuchen) Wohnungen vor. Legt man eine durchschnittliche Belegung von 4 Menschen pro Wohnung zugrunde (8×4=32) und einen durchschnittlichen Kostenaufwand von 500.-€ pro Mensch und Monat (30×20…abgerundet) so kommt man auf (32×500) ca. satte 16000.-€ Mieteinnahmen monatlich.
Von einer solchen Summe träumt wohl jeder Besitzer einer derart heruntergekommen Immobilie.
Zum Vergleich:
In meinem – sehr gepflegten – Wohnhaus (ebenfalls 8 vermietete Wohnungen) erzielt der Vermieter 4000.-€ +/-.
Selbst wenn man noch evtl. fällige Gebühren für die Koordination der ZVU, den Lohn für den Hausmeister und die Stromkosten in Abzug bringt, bleibt zu konstatieren:

Mit Armut verdient sich so mancher eine goldene Nase

Allein dieser private Hausbesitzer (GbR) hält drei große, heruntergekommene (und damit an Nichtbedürftige kaum zu vermietende) Immobilien vor.
Unter Einsatz des gesunden Menschenverstandes lässt sich dann auch eine Analogie herstellen zu den Hotelbetreibern:
Würde „es sich nicht rechnen“, träfen sie auch keine Abkommen mit der Kommune!

Besuchsverbot auch in Hotels, damit die Zustände nicht publik werden ?

„Behördlicherseits“ wurden auch die sanitären Anlagen in Hotels offenbar in Augenschein genommen und als „angemessen“ befunden.
Nun, ich glaube zunächst nichts, was ich nicht selbst gesehen habe.Insbesondere, wenn die MainArbeit in irgend einer Form involviert ist. Doch steht einem Besuch in einer Notunterkunft zunächst das Besuchsverbot entgegen.
Dies mit „Hausrecht“ zu begründen, ist aus meiner Sicht aus mehreren Gründen nicht haltbar (hier jetzt das Grundgesetz – Art. 1, 2, 3 – und/oder die Europäische Menschenrechtskonvention – Art. 8/Art. 14 – anzuführen, geht an dieser Stelle zu weit )
Wenn Mitarbeiter der MainArbeit dann aber noch auf Beschwerden diesbezüglich mit – Zitat aus dem oben verlinkten Artikel in der Offenbach Post – folgender Aussage glänzen:

Hausrecht geht vor Grundrecht“, habe ihm der zuständige Sachbearbeiter auf seine Beschwerde hin gesagt…

dann fällt mir so rein gar nichts mehr ein.

Eine eigene Inaugenscheinnahme vorzunehmen, ist für Aussenstehende also sehr schwierig (Zerberus, der Höllenhund könnte von so manchem „Concierge“ noch viel lernen 😉 ), nichtsdestotrotz ist es mir mehrfach gelungen.
Die Schilderungen, auch oder insbesondere die der Leistungsberechtigten Geyer, sind nicht übertrieben.

Das Alles sind bislang nur (teils fotodokumentarisch fixierte) Feststellungen, die den Betroffenen (noch) nichts nützen.Und doch – nennt mich gerne naiv, liebe Leser – werde ich am Ball bleiben und die Hoffnung, dass sich etwas Grundsätzliches verändern kann, nicht vorschnell aufgeben…

 

 

 

 

Darum ist ein Beistand wichtig – Phantomschmerzen im Jobcenter

Über das Thema Beistand habe ich mich ja erst neulich in fast schon epischer Breite 😉 ausgelassen ->

https://erbendertara.wordpress.com/2015/02/05/nachtrag-zum-thema-beistand-infos-nicht-nur-fur-betroffene/

Der nachstehend verlinkte Artikel zeigt auf, dass es wichtiger denn je ist, ohne Begleitung möglichst niemals Jobcenter-Termine wahrzunehmen.

Zusammengefasst:
Ein Leistungsberechtigter erhielt im Jobcenter Iserlohn ein einjähriges Hausverbot.  Zur Begründung dieses Hausverbotes wurde vom Geschäftsführer vorgetragen, ein Sachbearbeiter  habe sich durch den Mann bedroht gefühlt.
Der Betroffene bestreitet das
Aussage gegen Aussage, so weit – so schlecht („wir“ wissen nur zu gut, wem qua Automatismus Glauben geschenkt wird)

Was danach folgte, hat eine völlig neue „Qualität“…

…wenn das Schule macht, kaum auszudenken.
Zitat:

Und als wäre das alles noch nicht genug der Peinlichkeiten, legte der geschundene Kunde ein weiteres Schreiben des Jobcenters vom 18.02.2015 vor. Darin meldet nunmehr die Sachgebietsleiterin – Personal und Finanzen Gabriele C-S einen „Schadensersatzanspruch gegen Dritte gemäß § 24 Tarifvertrag für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer der Bundesagentur fur Arbeit (TV-BA)“ an.

Darin heißt es:
„am 28.01.2015 wurde der Mitarbeiter Herr Herbert K. im Verlauf eines Beratungsgespräches von Ihnen bedroht. Aufgrund der psychischen Belastung durch diesen Vorfall musste er sich in ärztliche Behandlung begeben und wurde vom 29.01.2015 bis zum 06.02.2015 arbeitsunfähig geschrieben. Für diesen Zeitraum erhielt mein Mitarbeiter Gehalt im Krankheitsfall und sonstige Bezüge.“
Schadensersatzanspruch (<- Originalschreiben anonymisiert)

Vollständiger Artikel -> http://www.lokalkompass.de/iserlohn/politik/phantomschmerzen-im-jobcenter-maerkischer-kreis-hausverbote-gegen-erwerbslose-d520035.html

„Gelber Urlaub“ , vom Erwerbslosen finanziert?

Ob, und wer wen „psychisch belastet“ hat, kann ich in diesem Fall naturgemäß nicht beantworten…ich verfüge ja lediglich über einige Jahre Erfahrung mit Mitarbeitern, welche teilweise ein deutliches „Bedrohungspotential“ an den Tag legen, kann mit dem Begriff der strukturellen Gewalt durchaus etwas anfangen und auch die Marienthal-Studie ist mir nicht fremd, aber in Iserlohn war ich nun einmal nicht dabei.
Um Wahrheitsfindung geht es mir hier also nicht (primär).

Mein Anliegen ist es an dieser Stelle „nur“, auf eine mögliche (!) , perfide neue Masche hinzuweisen.
Zur der Angst, mit Hausverbot belegt zu werden und sich als „latent-aggressiv“ geschildert in Beratungsvermerken wieder zu finden (mit allen Folgen daraus), addiert sich jetzt auch noch die Befürchtung, für einen „amtlichen Blaumacher“ möglicherweise finanziell gerade stehen zu müssen.
Selbst wenn (was ich für wahrscheinlich halte) sich der vermeintliche „Akut-Auslöser Bedrohtfühlen“ für die „krankmachende psychische Belastung“ letztlich nicht gerichtsverwertbar nachweisen lassen wird, so ist dieses „neue Instrument“ dennoch ein weiterer, und zwar sehr realer, Belastungsfaktor für alle wehrhaften Betroffenen, die noch nicht auf Knien und gesenkten Hauptes das Jobcenter betreten.

Aussage gegen Aussage entkräften…

…funktioniert (eingeschränkt) nur, wenn der Vorgeladene niemals allein vorspricht.

Das Recht auf Hinzuziehen eines Beistandes hat für Leistungsberechtigte nach SGB 2 Pflichtcharakter! Allein machen „sie“ Dich ein!

Nun mag so manch cleverer Zeitgenosse sich denken, im Zeitalter von Smartfone und co – welche ja alle mit Sprachaufnahmefunktion versehen sind – könnte man diese zwecks „Beweissicherung“ diskret (= versteckt) einsetzen.
Ich las vereinzelt davon, dass dies mancher Erwerbslose auch bereits macht, so rein zum Eigenschutz, zum Beispiel, wenn sich kein Beistand finden ließ.

Nur zu gerne würde ich anraten, dies verstärkt zu tun!
Aber ich darf das nicht 😉 denn ohne das Wissen des Gesprächspartners ist die Gesprächsaufzeichnung leider verboten.
Daher würde ich selbstverständlich niemals zu einer solchen Straftat auffordern…

So bleibt:
Sucht Euch Menschen, die Euch begleiten. Sie müssen sozialrechtlich nicht wissend sein, sie sollten lediglich gut zuhören und mitschreiben/protokollieren!

Der Beistand hat somit eine gewisse Zeugenfunktion.
Nur: Nennt Euren Beistand niemals „Zeuge“! Zeugen brauchen nicht zugelassen werden, Beistände (§ 13 SGB X) hingegen schon!

MainArbeit – Der unsägliche Umgang mit Obdachlosen

Ich fasse die Vorgeschichte kurz zusammen, ausführlich kann mensch sie in der Offenbach Post -> http://www.op-online.de/lokales/nachrichten/offenbach/mainarbeit-offenbach-gibt-hartz-iv-empaengerin-drei-tage-zeit-umzug-4707465.html nachlesen.

Und es wird wahrlich nicht bei diesem bislang „ersten Schritt in die Öffentlichkeit“ bleiben!

Ene mene mu, und schuld bist Du (?)

Frau Geyer (64 Jahre) hat ein arbeitsames Leben gelebt, weit mehr als dreißig Jahre in die Sozialkassen einbezahlt. Dann verlor sie ihre jahrelange Arbeitsstelle aufgrund von Firmeninsolvenz, es folgten nurmehr kurzfristige und Aushilfstätigkeiten, letztlich Erwerbslosigkeit und „Hartz4“.
Irgendwann in dieser Zeit erkrankte sie an Alkoholismus, der dann zu „Impulskontrollverlusten“ führte.Diese zogen den Verlust der Wohnung nach sich, obwohl zu keinem Zeitpunkt Mietschulden bestanden.
Frau Geyer wurde von der MainArbeit „notuntergebracht“.

Trotz dieser schlimmen Situation gelang es Frau Geyer, ihre Krankheit als solche anzuerkennen, einen klinischen Alkoholentzug zu durchstehen und therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen.Und sie ist trocken – bis zum heutigen Tag –
Dies nötigt mir gehörigen Respekt ab!
Umso schlimmer also, wie mit der Betroffenen seitens der MainArbeit umgegangen wurde und wird!

Krank und alt

Wie im Artikel geschildert, liegt der MainArbeit ein fachärztliches Attest seit nunmehr 3 Wochen vor.
Die Erkrankungen als solche sind aber bereits seit Jahren bekannt.

Daher ist die Einlassung des Geschäftsführers, Dr. Schulze-Boeing, „man habe nichts von relevanten Krankheiten gewusst“, als reine Schutzbehauptung zu werten (ich selbst bevorzuge dafür allerdings das, meiner persönlichen Meinung hierzu entsprechende, Wort: Lüge)

Da Frau Geyer vor Längerem schon dem damals noch zuständigen ärztlichen Dienst der BA zugewiesen wurde, müssen ihre Erkrankungen aktenkundig sein (Eintrag in Verbis bzw. Lämmkomm, das sind die Erfassungssysteme des Jobcenters, bevor und nachdem die MainArbeit Optionskommune wurde).
Die insulinpflichtige Diabetes (und die damit verbundene, zwingend einzuhaltende Hygiene, Stichwort „Diabetischer Fuß“) ist noch viel länger aktenkundig, denn Frau Geyer erhielt den 2008 abgeschafften ( BA in ihrer „HEGA 05/08 – 23 – Prüfung des Mehrbedarfs wegen kostenaufwändiger Ernährung (§ 21 Abs. 5 SGB II) /GA Nr. 17/2008) Mehrbedarf  zuvor im entsprechenden Umfang.
Noch etwas zur Diabetes:
Es sind zwingend (Zwischen)Mahlzeiten einzunehmen. Wie das in einem Zimmer ohne Kochmöglichkeit, ohne Kühlmöglichkeit und ohne einen Tisch funktionieren soll, erschließt sich dem Herrn Geschäftsführer offenbar als Einzigem

Meine Einlassungen sind, s.O., verifizierbar!

Fakten vs. Schutzbehauptungen, weiter im Text

Die Darstellung, dass die Betroffene sich nicht um die Anmietung einer Wohnung gekümmert habe, ist ebenso falsch.
Gespräche hierzu fanden auch mit der zuständigen Arbeitsvermittlerin und der Leistungssachbearbeitung statt.
Wenngleich eine „Dokumentationsliste“ nicht wie gewünscht geführt wurde (krankheitsbedingt fällt Frau Geyer das handschreiben schwer), so müssten sich in den entsprechenden Akten auch Beratungsvermerke finden lassen, die Akteneinsicht (beantragt) wird dies zeigen.
Dass sich die Leistungssachbearbeiterin weigert, den entsprechenden E-Mail- und Schriftverkehr, auch innerhalb der bekannten Plattformen wie ImmobilienScout/ImmoNet, auf dem Tablet der Betroffenen anzusehen und entsprechend als „Bemühungen“ anzuerkennen, ist nicht Frau Geyers Problem.

Obendrein liegen mir stapelweise Zeitungen mit angekreuzten Annoncen und Kurzbemerkungen der Betroffenen vor.
Somit ist auch diese Einlassung von mir nachweissicher!

Was die Akzeptanz von vor Ort gezeigter, elektronischer Nachweise anbelangt, wird es Zeit, dass auch die MainArbeit endlich in „Neuland“ ankommt.
Eine Verweigerung diesbezüglich ist nicht nur engstirnig ausgelegtes Ermessen, es riecht schon förmlich nach Willkür…

Dazu kommt:
Es gibt nicht sehr viele „angemessene“ Wohnungen, die provisionsfrei (ohne Makler) zu bekommen sind.Frau Geyer ist seit knapp zwei Jahren notuntergebracht.

Wieso wurden dann erst vor kurzer Zeit sog. „Maklerscheine“ ausgehändigt? Warum nicht vor 6,8,10 oder 15 Monaten bereits?

Gefälligkeitsatteste, Exempel statuieren und Weiteres

Herr Dr. Schulze-Boeing sicherte gegenüber dem Journalisten der Offenbach Post zu, dass man das Attest Frau Geyers prüfen lassen wolle.

Dies ist nunmehr 3 (!) Wochen her, geschehen ist bis dato – NICHTS.

Und überhaupt:
Das Attest ist sowohl fachlich dezidiert geschrieben als auch laienverständlich formuliert. Mit welchem Recht wird also zum wiederholten Male übrigens – ein ärztliches Attest angezweifelt?
DAS erinnert an die Einlassung eines gewissen Herrn N. (Zuweiser der Zentralen Vermittlung von Unterkünften) welcher sich mir gegenüber im Falle einer risikoschwangeren Obdachlosen vor knapp zwei Jahren dergestalt dreist äußerte, dass er das Attest für ein Gefälligkeitsgutachten halte!

Jetzt möchte man also ein Gespräch veranlassen zwischen der „beratenden Ärztin“ – die MainArbeit verfügt über keinen Ärztlichen Dienst im Sinne der BA – und der Betroffenen.
Wäre ich gehässig, würde ich behaupten, man spiele auf Zeit, vielleicht erledigt sich der Problemfall ja von allein…aber Gehässigkeit liegt mir fern.

Da diese sog. „ärztliche Beraterin“ doch ohnehin angehalten ist, Stellungnahmen möglichst nur nach Aktenlage vorzunehmen, wieso ist das nicht bereits längstens geschehen? Das Attest liegt seit drei Wochen vor!

Chefsache, leider

Meinem gestrigen Telefonat mit der Teamleitung Leistung – welche ich im Übrigen nach wie vor als angenehmen Menschen wertschätze – war klar zu entnehmen, dass der „Fall Geyer“ nunmehr Chefsache ist.
Aus meiner Sicht war dies nach Einschaltung der Presse ohnehin zu erwarten, bedauerlich ist es dennoch. Gerade in einer solch verzwickten Situation wäre neben fundiertem Rechtswissen (dazu weiter unten mehr) nämlich auch Empathie gefragt!

Rechtsgrundlagen/ Rechtsmeinungen vs. Menschenwürde

Wenn Herr Dr. Schulze-Boeing darstellt, dass die MainArbeit „gesetzlich nicht zur Unterbringung verpflichtet sei“, dann ist diese Einlassung bestenfalls eine Halbwahrheit.
Tatsächlich sieht das SGB2 eine Notunterbringung als originäre Aufgabe nicht vor.
Die Unterbringung von Obdachlosen unterliegt dem Hessischen Gesetz über die öffentliche Sicherheit und Ordnung.
Im Spannungsfeld zwischen Finanzierung der Unterbringung (Sozialrecht) und eben diesem Landesrecht ist es aber eine – aus meiner Sicht unzulässige – Irreführung, eine solche Verlautbarung in der Presse zu lancieren. Der geneigte Leser sieht sich dadurch veranlasst, eine „mitfühlende Handlung“ der MainArbeit zu mutmaßen, im Sinne von:

„Ach schau an, das Jobcenter hilft, obwohl es gar nicht müsste“

Und dem ist mitnichten so!
Die Kommune ist in der Pflicht, und die MainArbeit ist Teil der Kommune. Es wäre ja durchaus möglich, dieses Aufgabenfeld den Ordnungs-und Sozialämtern zu übertragen, aber das wurde bislang nicht gemacht, im Gegenteil.
Daher ist die MainArbeit im Obligo, punktum.

Damoklesschwert Gemeinschaftsunterbringung

Nach wie vor steht die „Drohung“ im Raum, in diesem Kabuff Zimmer, welches Frau Geyer derzeit bewohnt, eine weitere Person unterzubringen.
Völlig abgesehen von dem  Zustand des Zimmers und unter Berücksichtigung der gesundheitlichen Situation Frau Geyers, ist dies schon rein rechtlich nicht haltbar. So zumindest lege ich das Hessische Gesetz über die öffentliche Sicherheit und Ordnung hinsichtlich der Menschenwürde aus (Fußnoten und Aufsätze hierzu s.u.)
Das „Zimmer“ im Hotel Europa, welches Frau Geyer „bewohnt“, hat die Maße 4,7 x 2,4 Meter, also nicht einmal 12m².
Gut 5 m² also pro Person!
Ohne Tisch, ohne Kochgelegenheit. Es darf getrost bezweifelt werden, ob dies noch mit „Menschenwürde“ ** in Einklang zu bringen ist.

Dies als „Doppelzimmer“ zu deklarieren – wobei es immer zu bedenken gilt, dass es sich bei den Bewohnern dann um 2 sich völlig unbekannte Menschen handelte – ist schon einigermaßen infam.

Zu dieser persönlichen Wertung muss dann noch das
http://www.landesrecht-hessen.de/gesetze/31_oeffentliche_sicherheit/310-63-hsog/hsog.htm

i.V.m. dem
http://www.rv.hessenrecht.hessen.de/jportal/portal/t/j60/page/bshesprod.psml?pid=Dokumentanzeige&showdoccase=1&js_peid=Trefferliste&documentnumber=2&numberofresults=22&fromdoctodoc=yes&doc.id=jlr-WoAufGHErahmen%3Ajuris-lr00&doc.part=X&doc.price=0.0&doc.hl=1#jlr-WoAufGHEpP1
addiert werden.

Die Fragen die sich hieraus ergeben, werden die nächsten Tage in Antragsform der MainArbeit zugehen, zudem werde ich mich an die entsprechenden Ministerien wenden.

Die Umquartierung

Wie im Artikel beschrieben, musste der Umzug von der „akzeptablen Notunterkunft“ im Kaiserhof hin zum Hotel Europa (1,5 KM) binnen drei Tage bewältigt sein.
Auf Nachfrage der Betroffenen, wie sie – alt und krank – das denn bewerkstelligen solle, riet ihr die Leistungssachbearbeitung, sich im Supermarkt hierfür einen Einkaufswagen zu holen.
O.k., die junge Dame hat offenbar
1.
keine Ahnung vom Verwaltungsrecht, denn eine Umquartierung ist ein Verwaltungsakt, der schriftlich und rechtsbehelfsfähig zu ergehen hat. Aber in Offenbach genügt, so vermutlich die Meinung der involvierten Bediensteten, ein schlichter Zuruf.*
2.
Einkaufen geht diese Mitarbeiterin offensichtlich auch nicht, sonst wüsste sie, dass Einkaufswagen eine Blockierung eingebaut haben und jenseits des Marktgeländes nicht mehr rollen.

Und was haben  syrische Flüchtlinge mit dem Ganzen zu tun?

Die Behauptung, dass Frau Geyer das Zimmer im Kaiserhof hätte räumen müssen, da Raum benötigt würde für, u.A., Flüchtlinge aus Syrien, lässt sich trotz gründlicher Recherche nicht verifizieren.
Das Argument „es kommen 17 syrische Flüchtlinge“ hörte ich im Übrigen bereits vor über drei Wochen vom Hausmeister einer der privaten Notunterkünfte in Offenbach.
Auch hier wurde binnen zweier Tage eine junge Frau von einer Unterkunft in die andere verlegt.
Daher halte ich die Aussage, das Zimmer im Kaiserhof sei einem anderen „Kunden“ der MainArbeit zugewiesen worden, zunächst für glaubhaft, Recherche folgt.

Das Argument, welches Frau Geyer gegenüber ebenfalls noch gebracht wurde, war das der Kostenersparnis.Sie „dürfe nicht mehr als 20.-€ pro Nacht kosten“.
Wenn die Unterbringung im Kaiserhof 820.-€ monatlich betrug , wie hoch ist die Einsparung (geschätzt 200.-€/Monat) dann?

Rechtfertigen 200.-€ monatlich an Einsparungen tatsächlich die billigende Inkaufnahme der gesundheitlichen Gefährdung Frau Geyers?
Wieviel ist ein Menschenleben wert?

Zudem äußerte die Leistungssachbearbeiterin gegenüber der Betroffenen sinngemäß, dass durch den „Umzug“ ihre Bereitschaft, sich eine Wohnung zu suchen, erhöht werden soll.
Auch das ist dreist, denn Frau Geyer muss nicht motiviert werden, sie will (!) endlich eine eigene Bleibe! Und sie suchte und sucht noch immer!
Fakt ist aber, dass ein Leistungsberechtigter, zudem ein Notuntergebrachter, denkbar schlechte Karten auf dem ohnehin angespannten Wohnungsmarkt hat.
Da hilft auch eine Zuweisung zur „Wohnraumberatung der Caritas“ herzlich wenig, der Termin war somit völlig überflüssig…
Stopp ganz so überflüssig doch nicht, denn auf diesem Wege erhielt ich Kenntniss über die rechtswidrigen Versuche (Lex Offenbach specialis), die Mietobergrenzen nach unten zu „regulieren“
Aber das ist ein anderes Thema…

Die ominösen 17 syrischen Flüchtlinge…

…argumentativ gegenüber einem verzweifelten Menschen in’s Feld zu führen, der sich in einer unerträglichen „Wohn“situation befindet, ist an Dummheit kaum zu überbieten.

So, genau so schürt und nährt man Ressentiments gegenüber „den Ausländern“, die „den Deutschen alles wegnehmen“.

Von PEGIDA und  anderem (braunen) G’sockse hat diese SB offenbar nichts mitbekommen, von den irrationalen Ängsten vieler „Geburtsdeutscher“ in Bezug auf „die Ausländer“ offenbar auch nicht…oder es interessiert sie schlicht nicht, was sie mit solchen Sprüchen auslösen kann. Das grenzt an geistige Brandstiftung!
Unfassbar!

Und überhaupt: Ich recherchiere seit Tagen, finde aber in der Presse keinerlei Mitteilungen darüber, dass, und wenn ja, wie viele Flüchtlinge die Stadt Offenbach überhaupt aufgenommen hat.
Immer wieder lese ich nur, dass die Kommunen im Landkreis Offenbach keine Kapazitäten mehr haben…von der Stadt Offenbach lese ich – NICHTS –
Die ominöse Zahl „17“ findet nur Niederschlag in einer Meldung aus Neu-Isenburg, doch da war von 117 Menschen die Rede (und das bereits zum Ende des letzten Jahres)
http://sdp.fnp.de/lokales/kreise_of_gross-gerau/Trafohaus-fuer-Fluechtlinge;art688,885023

War es nicht auch so, dass Offenbach eine Art „Sonderstatus“ hinsichtlich Flüchtlingsaufnahme genoss, weil hier noch bis vor Kurzem Hessens einziger Abschiebeknast war?

Es mag dennoch sein (die Abschiebehaft wurde ja nach Ffm-Preungesheim verlegt), dass auch die Stadt Offenbach (syrische) Flüchtlinge aufgenommen hat , aber hier gilt für mich: quod erat demonstrandum = beweist es (denn ich vertraue nicht auf eine solche Aussage aus dem Munde von bestimmten Mitmenschen)
Ich lasse mich gerne überzeugen!

Zum Abschluss sei gesagt:
Das Thema Geyer ist noch lange nicht durch. Das gilt im Übrigen für die gesamte Situation der Offenbacher Notunterbringungen und Notunterkünfte.
Offenbach ist kein rechtsfreier Raum, so sehr sich manch Zeitgenosse dies auch wünschen mag…

Fußnote *
Soll ein Obdachloser von einer bisherigen gemeindlichen Obdachlosenunterkunft in eine andere durch eine einheitliche Verfügung „umgesetzt“ werden, so muß in dieser grundsätzlich die Räumung der bisherigen Unterkunft und die Einweisung in die neue verfügt werden; gegebenenfalls bedarf es auch der Aufhebung der bisherigen Einweisungsverfügung.
VGH-BADEN-WUERTTEMBERG – Beschluss, 1 S 147/96 vom 08.02.1996

Fußnote **
problemfeldunterkunft

MainArbeit – eine Täuschung der ganz perfiden Art…

…und für mich, dieses Mal so ganz persönlich, eine mehr als unangenehme Form des Blendwerks (wahlweise auch: Hinterlist)
Kurzum:

Ich möchte speien, nicht nur wegen des Umgangs mit der Betroffenen, die heute bei mir war…

Versuchter Rechtsbruch oder „nur“ mieser Manipulationsversuch?

Das eigentliche Thema ist mit wenigen Sätzen erklärt. Eine Klientin, U25, alleinerziehende Mutter eines heute 7 Monate alten Babys, erhielt eine Einladung zur Arbeitsberaterin. So weit, so „normal“.
Direkt bei der Begrüßung äußerte diese Mitarbeiterin, es freue sie, dass die junge Frau diesmal ohne ihren Beistand (bis dato 😉 ich) gekommen sei, jetzt könne man ja „richtig“ reden.
Das „Reden“ zielte darauf ab, dass die junge Frau förmlich genötigt wurde, für ihr Baby (!) einen Platz in einer Krabbelgruppe zu organisieren, sie – die Mutter – müsse (!) – schließlich arbeiten…oder zumindest in eine Maßnahme!
Obschon die junge Frau betonte, dass sie für ihr Kind (man erinnere sich, ein Säugling , Mutter ist alleinerziehend) da sein möchte und sie wisse, dass das Gesetz ihr diese Möglichkeit auch einräumt, wurde der Druck erhöht.
Das ganze Spektrum der üblichen Psycho-Maschine kam zum Tragen, von Sprüchen wie
“ wer stellt Sie denn noch ein, wenn Sie 3 Jahre zu Hause bleiben“
über
„das Kind (damals 5 Monate!) müsse unter Gleichaltrige“
bis hin zu
„Ich (damit meinte die „Beraterin“ sich selbst) bin schließlich auch arbeiten gegangen“.

Für „Nicht-Informierte“:
Bis zum vollendeten dritten Lebensjahr eines Kindes muss sich ein (!) Elternteil nicht (!) dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stellen.
Eine alleinerziehende Mutter hat also alles Recht der Welt, erst einmal ausschließlich ihr Muttersein genießen zu dürfen!

Die Mitarbeiterin händigte der Betroffenen noch eine Liste mit KiTa’s aus, dann war das Gespräch beendet.
Es folgte später ein Schreiben, in welchem stand:

…am xxx forderte ich Sie auf, Ihr Kind in den Kitas „Erasmus“ und „Krawallschachtel“ ( Anm.: U3 – Kitas) mittels den ausgehändigten Kitaanmeldebescheinigungen anzumelden und mir diese bis xxx einzureichen.Dies haben Sie bis heute nicht erledigt.
Bitte reichen Sie bis zum xxx folgende Unterlagen ein bzw. beantworten Sie die Fragen:
1. Anmeldebescheinigung für beide Kitas oder wenn vorhanden
2. Kitavertrag
3. Betreuungszeiten in der Kita?
Sollte keine Aufnahme stattgefunden haben, bitte ich um Angabe der Hinderungsgründe.

Im Westen nichts Neues…

könnte mensch jetzt gelangweilt abwinken. Das probieren „die“ doch immer, könnte man ebenso sagen.
Alles richtig, auch Mütter von Säuglingen wurden und werden drangsaliert, auch ihnen wird viel erzählt…nur selten rechtlich Korrektes. Das ist leider bundesweit Gang und Gäbe.
Weshalb bin ich also, wie eingangs geschrieben, „persönlich“ so echauffiert?

Diese Frau gibt tatsächlich vor, Buddhistin zu sein!

Mit Verlaub, ich könnte ko****
Und ich ärgere mich doch auch ein wenig über mich selbst, dieses verlogene Blendwerk nicht viel eher durchschaut zu haben. Ich verteidigte diese Mitarbeiterin sogar, als sie mir zu einem früheren Zeitpunkt als unehrlich und „sanktionsgeil“ beschrieben wurde.
Ich wollte nicht glauben, dass ein Mensch, der die ethische Lehre des Buddha als seine annimmt, anderen fühlenden Wesen schaden will.
Durch Einsatz eklatanter Falschbehauptungen (…arbeiten müssen) zu versuchen, die eigene Vermittlungsquote in die Höhe zu treiben, ist unethisch und zudem eine Lüge!
Einen Menschen unter psychischen Druck zu setzen (die Betroffene weinte sehr lange nach diesem Gespräch) trotz Wissens um die anderslautende Rechtslage, ist als billigende Inkaufnahme der Schädigung eines fühlenden Wesens anzusehen!
Jeder Buddhist bejaht – ohne Zwang und mit freiem Willen – die 5 Silas (Sittlichkeitsregeln), die vierte dieser Regeln lautet:

Nicht lügen oder unheilsam reden.

Menschen lügen, das ist nichts Neues. Unabhängig vom Glauben, ob sie Atheisten oder Agnostiker sind, das ist völlig egal.
Den Glauben sucht sich der Mensch meist eher selten aus.
Eltern Christen, Kind wird Christ ect.
Gebote (ähnlich, teils identisch mit den Grundregeln im Buddhismus) werden damit bereits mit der Taufe (oder anderen Riten) quasi „übergestülpt“. Ob sie später, im Erwachsenendasein, dann auch bereitwillig angenommen und gelebt werden, ist eine andere Sache.Mensch hält sich dran, oder auch nicht.

Wenn ich mich hingegen als längst erwachsener Mensch entscheide, der Lehre Buddhas zu folgen und dennoch gegen die damit freiwillig (!) von mir angenommenen ethischen Grundsätze verstoße, dann gibt es dafür – aus meiner Sicht – nur zwei Erklärungen:

1.
Ich bin Wellness-Buddhist. Das bedeutet, den äußeren Schein (Buddhafigürchen, Räucherwerk und co) toll zu finden, vielleicht auch versuchen, hin und wieder zu meditieren, weil mir die dazu passende, ruhige Musik so gut gefällt.
2.
Ich bin durch Familie, Eheschließung oder Ähnliches „zum Buddhismus gekommen“, weiß aber letztlich nichts darüber (und dessen Ethik interessiert mich eh einen feuchten Kehrricht).

Dann aber wäre es einfach nur richtig, wenn mensch sich nicht als Buddhist bezeichnet.
Das Symbol für das „Om“ an die Bürowand zu kleben und zu erzählen, auch Buddhistin zu sein, reicht vielleicht aus, eine Zeitlang Menschen (leider auch mich) dahingehend täuschen zu können.
Es reicht aber keinesfalls aus, auch nur im Ansatz das, was man vorgibt, auch wirklich zu sein.
Vielleicht, Frau P., sollten Sie daher überdenken, Ihr Büro neu zu dekorieren.
Auf einen Appell an Sie,  Ihre Haltung – insbesondere hinsichtlich Ihrer Anhaftungen – einmal deutlich zu hinterfragen, verzichte ich…

Dennoch: Namaste

 

 

 

 

 

MainArbeit vs. Beistand – BrainFuck de Luxe, Bosheit oder doch…

…“nur“ dümmliche Arroganz?

Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht!
(B. Brecht)

Vorweg: Ich bin zornig, sehr zornig sogar!
Es ist mir daher völlig egal, ob sich „irgendein“ Mitarbeiter oder Honorartätiger der MainArbeit jetzt auf den Schlips getreten fühlt, denn mein Zorn richtet sich nicht gegen diejenigen, welche rechtskonform handeln. Diesen „sage“ ich:
„Ihr seid nicht gemeint, wenngleich ich im Anschluss die verallgemeinernden Begriffe wie -Ihr- oder -Euch- verwenden werde.“

Könnt oder wollt Ihr nicht begreifen, was ein Beistand ist?

Ebenso, dass ein Beistand zuzulassen ist, nahezu immer, mit nur ganz wenigen Ausnahmetatbeständen?
Mit Verlaub, Euer selbstherrliches und im Höchstmaße arrogantes Verhalten kotzt mich mittlerweile nur noch an.
Es ist aber auch beschämend, und zwar ausschließlich für Euch selbst! Egal, wie man Euer Gebaren auch einordnet!
Woran also liegt es, dass selbst einer an Eindeutigkeit und Klarheit kaum zu übertreffenden Paragraphen – § 13 SGB X -> http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_10/__13.html – in schöner Regelmäßigkeit mißachtet wird? Erklärungen fallen mir einige ein…

Variante 1:
Ihr, die Ihr „das Gesetz“ umsetzt, seid tatsächlich völlig unbedarft in dem, was Ihr tut.
Wenn Ihr aber keinerlei – nicht einmal marginale – Kenntnisse über die Rechte der Leistungsberechtigten nach SGB 2 habt, wieso erdreistet Ihr Euch dann, Euch über genau diese Rechte hinweg  setzen zu wollen?
Hier möchte ich ausnahmsweise Dieter Nuhr zitieren:

Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten

Variante 2:
BrainFuck de Luxe.
Die stetige, (mediale) Gehirnwäsche hat Euren Geist derart vernebelt, dass Ihr nicht einmal im Ansatz auf die Idee kommt, ein Betroffener des SGB2 und/oder dessen Beistand  könnte (politisch) gebildet sein, seine spärlichen Rechte kennen und diese auch einfordern.
Leistungsbezug = grenzdebil, so könnte Eure Einstellung entsprechend dann lauten.Sollte dies die Erklärung sein, dann ist dies Menschenverachtung pur. Und Ihr merkt es nicht einmal…

Variante 3:
Bösartigkeit. Ihr habt einfach Spaß daran, Menschen zu demütigen und zu verunsichern. Es gefällt Euch, Eure mickrige Macht zu demonstrieren. Für Euch sind „Hartzer“ doch ohnehin Untermenschen keine wertvollen Mitglieder der Gesellschaft. An „denen“ darf man sich getrost abarbeiten, an diesem elenden Schmarotzerpack…
Dies als Erklärung für Euer Verhalten anzunehmen, ist die unschönste aller Varianten. Ausschließen kann ich sie leider nicht…

Eure Respektlosigkeit ist widerlich!

Daher jetzt kurz und bündig im Klartext, gerichtet an alle Mitarbeiter und Honorarkräfte mit Doktortitel, welche (noch immer erfolglos 😉 ) sich gegen das Hinzuziehen eines Beistands „wehren“:

Zu unterstellen – mal mehr, mal weniger subtil – ein Betroffener sei ein „Muttersöhnchen“, weil der Beistand die eigene Mutter ist, ist eine bodenlose Frechheit!
Der Betroffene kennt seine Rechte und nimmt sie wahr, punktum!

Scheinheilig nachzufragen, ob der Beistand die „Betreuung“ sei, ist entweder schiere Blödheit oder bewusste Provokation!
Betroffene haben einen Rechtsanspruch auf das Hinzuziehen eines Beistands, punktum!

Sprüche wie:“ Sie sind ein erwachsener, junger Mann, wieso wollen Sie eine Begleitung?“ gehören in die Abteilung verbaler Sondermüll!
Dies gilt auch für alle ähnlich lautenden Einlassungen und Fragen wie: „Haben Sie Angst, alleine zu kommen“ oder „Brauchen Sie jemanden an Ihrer Seite, sie sind doch ein Mann…“
Betroffene müssen sich vor Euch
für die Wahrnehmung Ihrer Rechte niemals rechtfertigen, punktum!

Ein solches Verhalten, völlig unabhängig vom Warum, ist in jeder Hinsicht beschämend. Und es offenbart Euer noch viel beschämenderes Menschenbild.
Noch dazu sorgt es von der ersten Sekunde an für eine schlechte Stimmung, die ein sachliches Gespräch danach letztlich verunmöglicht.
Auf diese Art sorgt Ihr – bewusst? – dafür, dass sich die Wahrscheinlichkeit eines Eklats vervielfacht. Kommt es dann zum Eklat, ist das Wehgeschrei groß. Und der Schuldige steht auch gleich fest:
Es ist natürlich der Erwerbslose. So kann man natürlich auch für „sich selbst erfüllende Prophezeihung“ sorgen…

Wer nichts zu verbergen hat…

…der scheut auch keinen Beistand!
Es gibt genügend Mitarbeiter innerhalb der MainArbeit, die das Recht des Betroffenen auf einen Beistand ohne vorheriges Gezeter respektieren.
„Witzigerweise“ sind das genau die Mitarbeiter, mit denen konstruktive/sachliche Gespräche möglich sind, die sich noch keinen Namen gemacht haben in Bezug auf rüdes Verhalten, versuchte „Rechtsbeugung“ ect ect.
Das lässt tief blicken…

Werdet endlich professionell, verflixt und zugenäht!

Eure lächerlichen Versuche, die wenigen, verbliebenen Rechte der Betroffenen zu atomisieren, führen zu nichts…ausser zu Frust.
Diejenigen, die um ihre Rechte wissen, werden sich diese ohnehin nicht nehmen lassen!
Da könnt Ihr noch so sehr die Backen aufblasen!
Da könnt Ihr auch noch weitere Demütigungsversuche starten und (vermutlich) reichlich angepi**t sein darüber, dass diese Betroffenen nicht untertänigst und unterwürfig gehorchen.
Ihr verschwendet – nicht nur Eure – Lebenszeit und Energie, und wofür?
Nicht einmal Streicheleinheiten für’s Ego fallen für Euch ab, im Gegenteil!
Ganz im Ernst:
Ist ein derartiges Einbringen persönlicher Befindlichkeiten nicht im Höchstmaß unprofessionell?
Glaubt Ihr wirklich, da nimmt man Euch noch ernst?

Denkt mal über Eure eigene „Aussenwirkung“ nach…vielleicht hilft das.
Denn an Eure nicht vorhandene Empathie gegenüber Erwerbslosen appelliere ich schon lange nicht mehr…ich habe dazu gelernt!
Seid auch Ihr lernfähig?

 

MainArbeit Offenbach – „Zwickt’s mi…

…i glaab, i draam“ 😀

So lautet ein Titel von Wolfgang Ambros.
Für diejenigen, welche mit dem Wiener Dialekt so gar nichts anfangen können:
Übersetzt bedeutet das, es gibt Momente, die derart unglaublich erscheinen, dass man gezwickt werden möchte, um über diesen „Schmerz“ zu begreifen, dass man nicht nur träumt.
Das funktioniert in beide Richtungen, positiv als auch negativ.
Der heutige Artikel hat ausschließlich positiven Charakter!

14-Tage-Rückblick

Wie im vorherigen Artikel über „Bubi und Tracey“ angedeutet, hatte ich kurzfristig ein junge Frau bei mir aufgenommen, die – weitestgehend unverschuldet! – obdachlos wurde.
Die Hintergründe hierzu sind komplex und interessieren an dieser Stelle eher nicht.
Die Unterbringung in einer der berühmt-berüchtigten Notunterkünfte Offenbachs funktionierte „einigermaßen gut“, dem Thema Unterbringung werde ich dennoch einen zornigen Artikel widmen in der Hoffnung, dass der ein oder andere Leser mir vielleicht Input geben kann zu Fragen wie der Vereinbarkeit von Art. 2 GG und Inhalten der Menschenrechtskonvention vs. „Hausrecht von privaten Unterkunftsbetreibern“…
Mit diesem Thema bin ich noch lange nicht durch, einem „gewissen Treiben“ sollte endlich Einhalt geboten werden!

Neben der Begleitung dieser jungen Frau, aka „Tracey“, fand und findet die intensive Unterstützung einer „Neu-Alleinerziehenden“ statt, hier überlappen gleich mehrere Rechtsgebiete, das SGB 8 (Kinder-und Jugendhilfe), das SGB 2 und das Familienrecht. Und weil das noch nicht kompliziert genug ist, erweitert sich mein Arbeitsfeld hier auch noch um den Bereich des Dolmetschers 😉

Eine „Langzeit-Klientin“ kommt dazu, auch hier schien es notwendig, erneut zum Gespräch begleiten.
Der übliche „Kleinkram“ (Bescheide prüfen, Widersprüche andenken, online Auskunftserteilung, mit Fachanwälten Rücksprache halten ff ) läuft parallel dazu, im Hintergrund quasi, mit…

Summa sumarum:
Es waren anstrengende Tage für uns Alle.
Zumindest aber ist meine mentale Belastung hinsichtlich des Verdachtes auf Gehirntumor bei meinem Sohn beendet, denn das MRT war ergebnislos.
Wenngleich die Zungentumore und weitere gesundheitliche Einschränkungen noch immer der fachärztlichen Klärung bedürfen, so war es doch ungeheuer befreiend, dass sich zumindest der schlimmste Verdacht nicht bewahrheitet hat. Das gab und gibt mir die Kraft, mich auch weiterhin um Hilfestellung für andere fühlende Wesen bemühen zu können 😀

Lob, wem Lob gebührt!

Dem Jobcenter MainArbeit Offenbach spendiere ich in meinen Berichten eher selten ein Lob.
Das muss nicht verwundern, denn zum Einen finden sich „naturgemäß“ bei mir eher selten Mitmenschen ein, welche keine massiven Probleme mit den dortigen Mitarbeitern haben.
Zum Anderen ist die repressive Gesetzgebung schlechthin für Mißstände verantwortlich, und zum Dritten stinkt gerade in Offenbach der sprichwörtliche Fisch ja noch immer vom Kopf her.
Aus letztgenanntem Grund muss(te) nicht nur ich in all den Jahren immer wieder die Erfahrung machen, dass ohne Krampf und Kampf selbst glasklare gesetzliche Vorgaben, gefestigte Rechtsprechung des BSG usw. ignoriert wurden und noch immer werden.
Umso angenehmer ist es – auch aufgrund des Seltenheitswertes – daher, mich auch einmal wohlwollend äußern zu können. Einziger Wermutstropfen dabei:
Zu gerne würde ich die Mitarbeiter namentlich belobigen, welche mir positiv auffielen. Sie könnten dem Gros der – wahlweise – eher unprofessionellen, abgestumpften und unempathischen Kollegen als Vorbild dienen. Doch genau damit würde ich den „Guten“ leider einen Bärendienst erweisen, daher bleibt es bei den für mich üblichen Umschreibungen und Metaphern…ich vermute aber, „man(n)“ wird sich und die von mir gemeinten Kollegen (m/w) dennoch wiedererkennen 😉

In Sachen „Tracey“: Bitte weiter so…

…“meine“ Damen und Herren aus der Leistungsabteilung.
Im Falle von „Tracey“ zeigten sich Teamleitung und Mitarbeiter rechtskonform, flexibel und bürgernah. Realitätsbewusstsein war vorhanden und die pragmatische Abwicklung nicht zu beanstanden.
Somit konnte ich feststellen, dass zumindest hier das Peter-Prinzip noch nicht umgesetzt ist, dass auch ein Löwe nicht immer ein furchterregender Gegner ist und  „Tracey“ somit nicht den (sprichwörtlichen) …Bach hinunterging 😀 .
Ein „Facebook-likes“ Daumen hoch auch für die (entsprechenden) Mitarbeiterin(nen) der ZAS. Die dortige Abwicklung von „Traceys Fall“ (Erstvorsprache) zeigte zum wiederholten Male, dass der Begriff „blondes Gift“ nicht zwingend stimmen muss. Freundlichkeit statt „Giftigkeit“  waren hier angezeigt.
Mit dieser Feststellung werte ich „die Brünetten“ übrigens keineswegs ab, aber diese wurden ja bereits früher in einem anderen Artikel positiv erwähnt… 😉

Empathie Fehlanzeige? Diesmal nicht

Dass der recht komplizierte „Fall“ der zuvor erwähnten, alleinerziehenden Mutter nicht zu einem familienrechtlichen Desaster ausartete, ist auch den Mitarbeitern einer anderen Leistungsabteilung zu verdanken.
Das im gesetzlichen Rahmen vorgesehene Ermessen wurde hier zugunsten der Betroffenen ausgelegt, Teamleiter und Mitarbeiter zogen da „an einem Strang“. Auch unwürdiges Procedere (hiermit ist auch die „grundsätzliche Vorverdächtigung bzgl. potentiellen Sozialbetrugs“ und die entsprechende Einschaltung des sog. „Ermittlungsdienstes“ gemeint) wurde vermieden.
Die Bewilligung der Erstausstattung für die neu angemiete Wohnung ging binnen sagenhafter 10 Stunden über die Bühne, das ist rekordverdächtig!
Man kennt mich eher nicht als „sprachlos“ 😉 hier bin ich es, noch immer.
Sachbearbeiter und Teamleiter können sich, bar jeder Eitelkeit, auf ihre Fahne schreiben, dass der Betroffenen dank ihnen ein großer Felsbrocken (oh je, diese Metapher hinkt 😉 ) von der geplagten Seele plumpste.
Mich freut in diesem Zusammenhang ganz besonders, dass diese rechtskonforme und doch flexible Vorgehensweise ziemlich eindeutig aussagt:
Nicht alle Mitarbeiter vorverurteilen.
Nicht alle haben ihr Mitgefühl verloren.
Nicht für jeden Mitarbeiter besteht das Offenbacher Klientel nur aus potentiellen „Betrügern, Gestörten, Asozialen, Kanacken und Schwarzköppen“…wenngleich es zu derartigen menschenverachtenden Äußerungen seitens Einiger immer wieder kommt.
Dass es auch bei der MainArbeit noch empathische Mitarbeiter gibt, das gibt mir die Kraft, weiterhin den eingeschlagenen Kurs fortzuführen, der da heißt:
„Stellvertreterkämpfe“ in aller Härte und Verbissenheit, wenn es nicht anders geht.
Aber zunächst werde ich weiterhin jedem Menschen auf der „anderen Seite des Schreibtischs“ auch die Chance einzuräumen, sich als mitfühlender und mitdenkender Mensch einzubringen…das (gebundene) Ermessen gibt dies nämlich noch IMMER her…(Jobcenter)-mensch muss es nur WOLLEN.

Arbeitsvermittlung Team U25

Auch hier lief ein Beratungstermin ( „Langzeit-Klientin“) entgegen aller Ängste der Betroffenen ausnehmend gut. Nicht ohne Grund schrieb ich deshalb das Wort Beratung hier ausnahmsweise einmal nicht in „Gänsefüßchen“. Der Berater mit dem Namen, der dem Pseudonym von Martin Luther äußerst ähnelt 😉 , ist somit ebenfalls positiv zu „bewerten“

Nein, ich habe nicht „die Seiten gewechselt“…

mir hat auch niemand das Gehirn gewaschen 🙂 das werden die kommenden Artikel erneut unter Beweis stellen.
Aber:
Ich bin ein großer Freund der (nicht nur) Skinner’schen Theorie von „positiver Bestärkung“.
Und wenn ich schon geregelt bei den gleichgültigen, unempathischen, „fiesen und miesen“ Mitarbeitern verbal „draufschlage“, wenn ich das Schlechte vor Ort sowohl anprangere als auch dagegen ankämpfe, dann ist es nur recht und billig, die „guten Handlungen“ seitens mancher MainArbeiter nicht einfach unter den Tisch fallen zu lassen.
Das ist ein – für mich –  schlicht folgerichtiges Vorgehen.
Gerechtes Denken und Handeln ist niemals eine Einbahnstrasse!
Denn ebensowenig wie es DEN „Hartzer“ gibt, gibt es auch DEN Mitarbeiter. Gleichmacherei ist meiner Ansicht nach niemals (!) sinnvoll…wenngleich natürlich Eines für mich unverändert gilt:

Es gibt kein richtiges Leben im falschen (Adorno)
Der Artikel in der „Zeit“ vermag diese Aussage ein wenig zu erklären -> http://www.zeit.de/2001/19/200119_ka-philo-.xml

Jeder Mitarbeiter der Jobcenter ist demnach – unabhängig von seinem persönlichen Verhalten – noch immer ein Unterstützer des menschenverachtenden „Hartz-Systems“, denn keine Uhr könnte funktionieren, wenn die kleinen Zahnräder blockieren!

Ob und wann die Zahnräder sich mehrheitlich nicht mehr drehen wollen, weiß ich nicht.
Solange aber dieses „System“ noch Bestand hat, gilt das, was ich einem anderen (eher unschönen) „Beratungs“gespräch erwähnte:

Würde man sich in der MainArbeit (und natürlich auch andernorts) zumindest an die Gesetzgebung und die gefestigte Rechtsprechung halten,
würde das durchaus vorhandene Ermessen zugunsten (!) der Betroffenen ausgeübt,
würde nicht jede „handgestrickte Dienst/Fachanweisung der Marke Lex Schulze-Boeing“ unkritisch abgenickt und umgesetzt, dann hätten sich ca 75% der Mißstände schon erledigt.
Wäre das nicht vorteilhaft, liebe mitlesenden MainArbeiter? Für die Betroffenen, aber auch für Euch und Euer ramponiertes Image?
Vielleicht denkt Ihr mal darüber nach…

 

 

 

 

Bubi ist ein Idiot – oder: Vom scheinbaren Versagen in Zeiten des Fördern und Forderns

Bubi ist ein Idiot…der Titel dieser Kolumne, geschrieben von Strafverteidiger Heinrich Schmitz, hat mich zunächst doch sehr irritiert.
Als ich den Artikel  http://www.theeuropean.de/heinrich-schmitz/9488-bubi-eine-wahre-geschichte-ueber-das-system dann durchgelesen hatte, stellte sich einmal mehr tiefe Nachdenklichkeit ein.
Denn auch ich kenne solche Menschen…die letzten Tage erst hatte ich einen „Idioten“ bei mir aufgenommen, da akute Obdachlosigkeit drohte.
Aber der Reihe nach…

Formen und Normen

Es ist wahrlich keine subjektive Wahrnehmung, wenn ich schreibe, dass unser vermeintlich „so wunderbar funktionierendes, soziales Netz“ sehr große Löcher hat. Mit der Einführung der unsäglichen Agenda 2010 und der dort beinhalteten „Hartz-Gesetze“ wurde letztlich auch das Ende der individuellen Hilfestellung eingeläutet.
Nein, ich werde gewiss nicht das Hohelied auf alte Zeiten anstimmen, denn auch das „alte System“ (BSHG = Bundessozialhilfegesetz) war für die Betroffenen kein Zuckerschlecken.
Doch war es immerhin möglich, individuelle Hilfe zu bekommen, wenn man um diese nachsuchte. Wenngleich auch in den Sozialämtern oft ein rauher Ton herrschte, so wurden die Betroffenen dennoch als Mensch wahrgenommen, nicht als BG-Nummer.
„Man“ kannte eben seine Pappenheimer, wusste um die unterschiedlichsten Problemlagen ( was nicht heißt, dass alle Mitarbeiter vor Mitgefühl nur so strotzten) und meist auch, wie „man“ damit umzugehen hatte. „Man“ wusste auch, dass manche Hilfebedürftigen sehr „speziell“ waren.
Anders als in den heutigen, „hartzigen Zeiten“, in denen ohne Rücksicht auf die jeweilige Persönlichkeitsentwicklung, mögliche Traumata, intellektuelle oder emotionale Einschränkungen ect. ect. von jedem Hilfebedürftigen das Gleiche abgefordert wird. Es wird normiert, was nicht normiert werden kann…one size fits all, das funktioniert eben nur in der Textilbranche, und selbst da nicht immer.

Funktionieren oder…

…am System zerbrechen, früher oder später, auf die eine oder andere Art.

Was im Umkehrschluss keinesfalls bedeutet, dass die angepasst Funktionierenden vor dem Zerbrechen geschützt wären. Denn während es die „Non-Konformisten“ früher erwischt (wohl denen, die ihren Widerstandsgeist bewahren können), kommt bei den Angepassten das Leid eher schleichend daher. Aber es kommt.
Es äußerst sich vielleicht zunächst in eher diffuser Unbehaglichkeit, in  psychosomatischen Beschwerden, in “grundloser” schlechter Laune und so manchem mehr. Dem Grunde nach könnte ich hier, etwas spekulativ (?), sogar einen Bogen spannen bis hin zu PEGIDA, aber dies hier ist kein politischer Beitrag…
Fakt ist:
Dieses “Sozialsystem” ist schon allein aus einem Grund als unmenschlich zu bezeichnen: Weil es keinen Raum bietet für Unterschiede.
Aber Menschen sind nun einmal unterschiedlich!
“Der Mensch” – auch der leistungsbeziehende Mensch, der “Hartzer” – ist  kein Teil einer homogenen Masse.
Der Mensch unterscheidet sich von anderen Menschen nicht nur durch Geschlecht, Alter, Hautfarbe usw.
Der Mensch ist noch immer ein Individuum mit eigenen Wünschen und  Problemen, mit einer Vergangenheit, die ihn prägte, mit eigenen Fähigkeiten, Träumen, Sehnsüchten und Abneigungen.
Wir sind eben Menschen, keine Humanoiden!

Menschen wie „Bubi“…
haben in diesem System keinen Platz.
„Bubi’s“ Werdegang steht hier exemplarisch, ich könnte – aus momentanem, direktem Miterleben heraus – auch die Geschichte von „Tracey“ skizzieren (Der Name ist ebenfalls nicht echt)
Tracey ist jung, sie sieht gut aus und hat das Herz auf dem rechten Fleck. Sie schaut nicht weg bei menschlichem Leid, ist meist fröhlich und sehr hilfsbereit.
Doch Tracey ist, wie auch „Bubi“, nach den Wertevorstellungen Vieler (und insbesondere nach der Einschätzung ihres Jobcenter-„Beraters“) nicht mehr als eine asoziale Kriminelle.
Dass Tracey niemals „bodenständig sozialisiert“ war, dass ihr eigener Vater versuchte, sie schon in frühester Jugend auf den Strich zu schicken, dass sie niemanden hatte, der sie auffing, dass Drogen gerade dann am verführerischsten sind, wenn das Umfeld kaum zu ertragen ist…all das weiß man im Jobcenter nicht, all das steht nicht in Traceys Akte.
Und das ist vermutlich auch gut so, denn selbst wenn man darum wüsste, so wäre sie noch immer „eine eigenverantwortliche Erwerbsfähige“, die zu funktionieren hat.Punkt. Egal wie. Sonst Sanktion.Gerne auch auf 0,00 €.
Das System ist nun mal nicht zum wirklichen Helfen da. Auch nicht dazu, um auf die individuell belastenden Hintergründe eines Menschen einzugehen.
Funktioniere oder verrecke, so einfach ist das.
Tracey wollte funktionieren, aber es gelang ihr nicht.Wirkliche Hilfe (zur Selbsthilfe) erhielt sie nie. Das sieht das Hartz-System nicht vor.
Tracey ist jetzt obdachlos…

Funktionsunfähigkeit und die (tödlichen) Folgen

Wurde anhand von „Bubis“ und „Traceys“ Geschichten gezeigt, wie schnell mensch in diesem System zum „asozialen Kriminellen“ werden kann, so ist dies doch nur ein winziger Ausschnitt dessen, was es bedeutet, den Anforderungen eines fordernden Systems nicht gewachsen zu sein.
Nein, ich schreibe jetzt nicht über die rasante Zunahme depressiver Erkrankungen, auch nicht über die zahllosen Suizide, die in (un)mittelbarem Zusammenhang mit „Hartz4“ stehen.
Ebensosowenig schreibe ich über Deutschlands ersten Hungertoten nach Kriegsende, zu ihm (André Kirsch) hier nur ein link. Es steht jedem Leser frei, sich diese belastende Schilderung lesenderweise anzutun ->
http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/0344e1992c0af5213.php

Ich schreibe nicht darüber, weil all dies unter uns „alten Aktivisten“ leider sattsam bekannt ist.
Ich schreibe auch deshalb nicht darüber, weil diejenigen, die “ so etwas“ nicht glauben wollen, es auch dann nicht tun würden, erschienen auch noch hunderte weiterer Artikel darüber.
Worüber ich aber schreiben möchte ist, dass ich es mittlerweile auch als unfassbar töricht empfinde, wie mit menschlichen Potentialen umgegangen wird.

Sich in die Gegenseite hineindenken…

…ist oft hilfreich. Versucht mensch nun, das „System“ zu verstehen, ist relativ schnell klar, welche „Sorte Mensch“ – auch oder insbesondere unter Zuhilfenahme der „Hartz-Gesetze“ – gezüchtet werden soll.
Ora et labora (Bete und arbeite) war früher, heute lautet die Devise consumo et labora (konsumiere und arbeite).
Erwünscht ist der unreflektierte Mensch, der auch unter den unsäglichsten Bedingungen schuftet, immer vom irrigen Wunsch beseelt, sich das kaufen zu können, von dem die Werbung ihm vorgaukelt, dass es unerlässlich für ihn sei. Ein „nützlicher Idiot“, sozusagen.
Was ich dabei nicht begreifen kann:
Gerade die „Bubis“ und „Traceys“ sind doch wie geschaffen dafür,  solch „nützliche Idioten“ zu werden.
Gäbe man ihnen die Chance, das zu tun, was sie können, mögen und wollen, sie würden sich doch in’s Zeug legen! Glückliche, zufriedene Konsumsklaven, die das, was sie tun, gerne tun. Auch, aber nicht nur wegen des Geldes…

Warum um alles in der Welt investiert man also nicht ordentlich in diese Menschen, es rechnet sich doch langfristig? Warum nimmt man ihre Vorstellungen (welche selten völlig unrealistisch sind) nicht ernst?
Wie töricht ist es also, Potentiale brachliegen zu lassen oder diese Menschen so lange zu schurigeln, bis sie sich völlig aufgeben? Es wäre ein so Leichtes, sie zu konditionieren, man müsste doch nur ein wenig auf ihre Wünsche eingehen…

Dass ich im vorherigen Absatz versucht habe, den zynischen „Advocatus Diaboli“ zu geben, ist dem geneigten Leser hoffentlich klar 😉
Meine persönliche Denke ist selbstredend völlig anders.
Mit meinen, schlichten Gedanken – z.B. denen, dass jeder Mensch ein Dasein in Würde führen dürfen soll, unabhängig von seinen Verdiensten, einfach, weil er ein Mensch ist – stehe ich zwar auch nicht allein da, aber:
So etwas ist im Zeitalter der Effizienz doch eher verschrieen als

Sozialromantisches Gutmenschentum

Meinetwegen. Ist mir persönlich völlig egal, als was „man“ meine Denke bezeichnet. Denn es geht nicht um mich, nicht um meine Befindlichkeiten.
Es geht um alle Traceys und Bubis, um alle Ayshes und Zorans, es geht um die betroffenen Menschen.

Völlig unerwähnt von mir blieben zudem diejenigen, die weder „behindert“, noch „kriminell“ sind. Hier sind die Individualisten gemeint, die mit ihren Lebens-und Wertevorstellungen ebenfalls nicht in das „System“ passen. Künstlertypen, unkonventionell Daherkommende, Menschen, die eher unangepasst, nicht obrigkeitshörig sind usw.
Statt hier zu unterstützen, werden auch diese Menschen mit Forderungen überzogen und vermeintlichen „Notwendigkeiten“ konfrontiert, die mit allem zu tun haben, nur nicht mit der Lebenswirklichkeit dieser Personen. Und dann ist man seitens der Jobcentermitarbeiter noch verwundert, weshalb ihnen Mißtrauen, Verachtung und „mangelnde Kooperationsbereitschaft“ entgegenschlägt?
Das ist nun wirklich naiv!

Um zum Abschluss zu kommen:
Menschen WIRKLICH zu fördern, die eine Förderung wünschen und brauchen, muss überhaupt nichts mit humaner Einstellung zu tun haben.
Man kann dies auch unter dem Gesichtspunkt kalter Effizienz angehen, sachlogisch, rechnerisch:
Investiert man in die von den Betroffenen erwünschte Förderung, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass diejenigen dann in ihrem Wunschberuf auch verbleiben. Denn das, was sie tun, ist das, was sie mögen.
Nachhaltigkeit lässt grüßen.
Verfrachte ich einen solchen Menschen hingegen in Zeitarbeit  oder ähnlich prekäres Gedöns, liegt es auf der Hand, dass die „innerliche Kündigung“ schon vor dem ersten Arbeitstag ausgesprochen wird.
Dann grüßt der Drehtür-Effekt.
Ob man es also aus mitfühlend-humaner Sicht betrachtet oder nur rechnerisch kalkuliert, nicht individuell zu fördern ist und bleibt in jedem Fall eine Narretei!
Und solange solche Narretei vorherrscht, werden Menschen wie ich nicht ruhen. Denn vielleicht haben auch die Bubis und Traceys so doch noch eine Chance…

 

 

 

 

 

MainArbeit – Der Mann mit dem Schlapphut

Schlapphut, das war früher einmal ein gängiger Begriff für Spione, gerne auch Schnüffler genannt. Nun mögen sowohl der Begriff als auch der Hut nicht mehr en vogue sein, Menschen, die gegen Bezahlung ihre Mitmenschen ausspionieren, sind hingegen leider noch nicht ausgestorben.
In den Jobcentern nennt man die Schlapphüte „Ermittlungsdienst“.

Es wird seitens der Schönredner Verantwortlichen gerne bestritten, dass die Mitarbeiter des „Ermittlungsdienstes“ ihre Grenzen (so sie diese überhaupt kennen) häufig überschreiten.
Doch genau das ist an der Tagesordnung, wie der gestrige Tag erneut beweist.

Welche Ausbildung und Kernkompetenzen haben Schnüffler?

Nun, echte Detektive haben gewiss einiges auf dem „Kasten“.
Die Spione während des kalten Krieges hatten dies gewiss auch (wenngleich nicht jeder ein James Bond war 😉 )
Die Jobcenter hingegen scheinen offenbar jeden „Kreti und Pleti“ als „Ermittler“ einzustellen, wenngleich als Voraussetzung Kenntnisse des SGB,OWiG aufgeführt werden…Papier ist geduldig und eine Ausbildung als Bürokraft zunächst ausreichend 20140909_Ausschreibung_MA_Außendienst-akt-

In Offenbach trieb lange Zeit ein ehemaliger Mitarbeiter des Vermessungsamtes sein dienstliches Unwesen, im Landkreis ein ehemaliger Polizist (warum hatte der wohl seinen Beamtenstatus verloren?) Quereinsteiger sind sie allesamt und ich wage – auch aus privater Erfahrung mit einem solchen Menschen heraus – zu behaupten, dass eine gewisse „charakterliche Neigung“ für diesen „Beruf“ unabdingbar ist.

Inkompetent, anmaßend und dreist

So könnte man die Auftritte der Offenbacher Aussendienstler durchgängig bezeichnen, wobei die weiblichen unter ihnen – auch das muss gesagt werden – zumindest höflich und in den Äußerungen etwas zurückhaltender sind. Nicht so Herr Schlapphut.

Er wurde zu einer meiner „Klientinnen“ geschickt. Diese hat ergänzende Erstausstattung beantragt, da sie zwischenzeitlich geheiratet hat und ihr Ehemann leider wieder erwerbslos ist. Er selbst hat niemals Erstausstattung beantragt, benötigt werden lediglich ein weiterer Kleiderschrank und ein Ehebett. Zudem steht die Frage im Raum, wie eine Ersatzbeschaffung für den defekten Elektroherd zu finanzieren ist. Die Dame wurde (dem Treiben konnte ich ja danach ein Ende setzen 😉 ) seinerzeit gezwungen, diesen bei dem stadteigenen Träger Zebra zu kaufen. Und der ist bekanntermaßen insolvent.

Duzen, verunsichern und schnüffeln

Ich liste jetzt einmal im Schnelldurchgang auf, was der Herr Ermittler unter korrektem und rechtskonformen Vorgehen versteht und verlinke im Anschluss daran die Weisungen, an die sich ein Aussendienst zwingend zu halten hat. Die Diskrepanz ist selbstverständlich beschwerdewürdig, meine erste Dienst-und Fachaufsichtsbeschwerde des Jahres 2015 wird am Montag der Bereichsleitung vorliegen.

Herr Schlapphut kam allein
Er zeigte nicht unaufgefordert seinen Dienstausweis
Der Ermittlungsauftrag wurde nicht vorgelegt
Er duzte die junge Frau durchgängig
Er befragte den Ehemann, was er gelernt habe, was er arbeitet und wann er eingezogen sei
Er betrat das Kinderzimmer zum ausmessen (wozu?), obwohl die junge Mutter darauf hinwies, dass das Baby schlafe
Er öffnete den Kühlschrank und versuchte auch, den Wohnzimmerschrank zu öffnen
Er „riet“, für die benötigten Gegenstände ein Darlehen zu beantragen
Er definierte einen Fleck an der Wand als Schimmel (Resultat von schwungvoll ausgeschenktem Glühwein 😉 ) und teilte mit, wenn dies Schimmel sei, O-Ton, …“dann zahlen wir keine Erstausstattung, dann müssen wir sie entmieten und Sie müssen dann in eine Notunterkunft“
Er vermaß sämtliche Räume (hatten wir schon bei Einzug)

Last but not least:
Ich konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht anwesend sein, Herr Schlapphut wusste aber sehr wohl, dass ich die Bevollmächtigte bin. Die Betroffene war soweit von mir auch instruiert (konnte aber die Kühlschranköffnung nicht verhindern) und verlangte nach dem Ermittlungsprotokoll. Dies wurde ihr verweigert mit dem Hinweis, dass, O-ton …“ dies nicht mehr üblich sei, dies nur zu Sozialhilfezeiten galt, sie seine Schrift ohnehin nicht lesen könne und das Protokoll ihm gehöre. Frau Vaudlet könne ja Akteneinsicht nehmen“

Hier zum Vergleich die Fachlichen Hinweise der BA (alte Version), wie ein Aussendienst vorgehen sollte. http://hartz.info/dateien/pdf/leitfaden_aussendienst.pdf

Die FH sind zwischenzeitlich aktualisiert worden, ich werde sie versuchen, sie aufzutreiben. Falls ein Leser sie griffbereit hat, bitte im Kommentarfeld einstellen, vielen Dank. Zunächst ein grober Überblick (im Vergleich zu o.a. Beschwerdepukten) hier nachzulesen unter Punkt 4 – letzte Seite Die Amtsermittlungspflicht und die Arbeit des Außendienstes im Rahmen des § 7 Abs. 3 Nr. 3c SGB II_ Dr. Bettina Weinreich, Schwerin_Aufsatz_SRa_14_05

Ach übrigens, liebe mitlesenden Mitarbeiter der MainArbeit (mit oder ohne Schlapphut):
Wussten Sie schon, dass eine Videoüberwachung in den eigenen Wohnräumen statthaft ist, Aufzeichnung inklusive? Ein Hinweis an der Eingangstür genügt völlig…vielleicht sollte mensch künftig da mal genauer hinschauen.
Die Anwesenheit einer Frau Vaudlet ist nicht immer zwingend erforderlich… 😉 😀

Gedanken und Gefühle zum Tod im Jobcenter Rothenburg

Gedanken und! Gefühle?
Ja, durchaus.
Jedoch sind nurmehr die Gedanken noch (fast) identisch mit denen, die ich hatte, als in Neuss eine Mitarbeiterin des dortigen Jobcenters getötet wurde.
Meine Gefühle hingegen…

Da ist kein Erschrecken mehr, keine Fassungslosigkeit.Kein Entsetzen.Diese Emotionen sind weg. Sie sind einem, ich nenne es jetzt einmal so, rationalen Erklärenkönnen in bedauernder Resignation, gewichen.

Natürlich fühle ich mit den Angehörigen des Getöteten, so er sie hat. Einen geliebten Menschen zu verlieren ist immer schlimm, noch schlimmer, wenn es durch eine solch sinnlose Tat geschieht.
Den Getöteten zu betrauern, steht mir jedoch nicht zu, und es wäre zudem ziemlich heuchlerisch.
So bleibt es letztlich bei meinen grundsätzlichen Gedanken, denen, dass niemand das Recht hat, einem anderen, fühlenden Wesen Leid zuzufügen.
Dass es durch nichts zu rechtfertigen ist, einem Menschen das Leben zu rauben.

Genau das aber geschieht in jeder Sekunde, ständig und überall auf dieser Welt. Der Getötete Rothenburger ist somit lediglich ein weiteres Opfer „der Umstände“, welche ich eher als Geistesgifte bezeichnen möchte.
Diese „Umstände“ mögen zwar auf den ersten Blick die unterschiedlichsten Gesichter haben, die ihnen zugrunde liegende Ursachen aber sind immer dieselben und so alt, wie die Menschheit selbst: Gier, Neid, Verblendung und Hass.

Opfertäter/Täteropfer

Mich widert, mit Verlaub, die heuchlerische Stellungnahme einer Frau Nahles genau so an, wie seinerzeit die der von der Leyen (Neuss ) .
Damals schrieb ich meine Gefühle und Gedanken in einem offenen Brief an Letztgenannte.https://erbendertara.wordpress.com/2012/09/30/tod-im-jobcenter-offener-brief-an-ursula-von-der-leyen/

Ich flehte förmlich darum, Lehren zu ziehen aus der Bluttat. Ich appellierte an Mitgefühl (wie lächerlich, so im Nachgang betrachtet) und Verstand.
Jedem denkenden Menschen musste bereits weit vor den ersten Bluttaten, welche im Gegensatz zu den „stillen Opfern“ (Suizide im zumindest mittelbaren Zusammenhang mit „Hartz4“) medial entsprechend ausgeschlachtet wurden, klar sein, dass es nur eine Frage der Zeit sein kann, bis die durch „Hartz4“ ausgeübte, strukturelle Gewalt ihre Opfer fordert. Auf beiden Seiten.
Das ist einfachste Physik: Druck erzeugt Gegendruck.
Das ist biologisches Wissen: Fühlt sich ein Tier bedroht, in eine aussichtslose Situation gedrängt, wird es mit hoher Wahrscheinlichkeit aggressiv.
All das, was geschieht – und noch geschehen wird – war und ist vorhersehbar. Nur:
Die, die den Druck aus dem Kessel nehmen könnten, interessiert es nicht!
Kollateralschäden – auf beiden Seiten! – werden billigend in Kauf genommen, so einfach ist das. Ob erschossene Leistungsbezieherin oder toter SB, diese „bedauerlichen Einzelfälle“ gehen den lobbygesteuerten Politdarstellern ganz gediegen am A*** vorbei. Anderslautende Lippenbekenntnisse sind Heuchelei, enthielten sie auch nur Fünkchen Wahrheit aka echtes Mitgefühl, würde man dieses Sozialgesetzbuch längst auf den Scheiterhaufen der Geschichte befördert haben!

Die Verantwortung des Einzelnen

Zusätzlich zu Inge Hannemanns Ansicht, dass die Schuld im System zu suchen sei (ja sicher, aber mM nicht ausschließlich) oder der Stellungnahme Martin Behrsings, dass solche Taten auf den (zweifellos herrschenden) „Klassenkampf von oben nach unten“ zurückzuführen ist, sehe ich die Verantwortung aber auch in jedem einzelnen Mitarbeiter der Jobcenter. Dies ausblenden zu wollen, wäre aus meiner Sicht sowohl töricht als auch fatal…

Stellen wir uns vor, alle Mitarbeiter würden künftig „menschlichen Anstand“ zeigen und ihre persönlichen Befindlichkeiten nicht am (schwachen) Gegenüber ausleben.
Dies würde natürlich Zufallsopfer nicht generell ausschließen, leider (der Hass auf das System ist nicht eben klein seitens vieler Betroffener).
Es würde aber die Gefahr mindern.
Jeder Mitarbeiter hat daher zumindest – aus meiner Sicht – die Pflicht! , dieses ohnhin entwürdigende, unter Generalverdacht stellende, unsägliche SGB2 so einzuhalten, dass „man“ das daraus entstehende Leid ausschließlich! eben diesem Gesetz resp. den Gesetzgebern anlasten kann.

Die Realität sieht aber völlig anders aus!

Milgram lässt grüßen

Da werden Sympathie-und Antipathieentscheidungen getroffen, da werden persönliche Befindlichkeiten ausgelebt bis zum Exzess, es wird aus Freude schikaniert, es werden Menschen mit verächtlichen Worten (denen meist auch Taten folgen) tituliert, es wird in’s Gesicht gelächelt und hinterrücks das Messer gewetzt.
Von der ständigen Angst der Betroffenen in Bezug auf Leistungsentzug, verschlampte und falsche, zu geringe monetäre Leistungen, von der Angst um das Überleben also, schreibe ich hier nichts, dies ist nur ein weiterer Mosaikstein im großen Puzzle.
Der „Kunde“ wird, ich bedaure diese harten Worte, oftmals behandelt wie ein Haufen Scheißdreck. Mieseste Unterstellungen ohne Substanz werden den Betroffenen in’s Gesicht geschleudert, mit einem Handstreich die Zukunft versaut, selbst anwesende Zeugen werden (wenn sie Derartiges thematisieren) der Lüge bezichtigt.
Übergriffigkeiten, ausgelebte Allmachtsphantasien, Anbrüllen, Hinterfotzigkeiten, Lächerlichmachen, belügen, pathologisieren ff …all das ist (dreckiges) Tagesgeschäft.
Ist es jetzt unangemessenes „Nachtreten“ (der Getötete war Honorarpsychologe im Jobcenter), wenn ich schreibe, dass es hier sog. Psychologinnen im Jobcenter gibt, die sich in üblem, pathologisierenden und übergriffigen Gebaren üben? Vielleicht…und doch ist es Fakt.

Für das persönliche Verhalten  sind weder das Gesetz, noch der Gesetzgeber verantwortlich!

Diejenigen, welche ihr Mitgefühl noch nicht verloren haben, sind in der Minderheit und haben vermutlich unter den Kollegen nicht den besten Stand. Diejenigen, welche unkritisch alles „Vorgegebene“ abnicken und umsetzen, bilden die Mehrheit. Die Autorität gibt vor, der SB/AV/pAp setzt um…oder um bei Milgram zu bleiben, dreht den Schalter.
Die oben geschilderten Verhaltensweisen beim „umsetzen“ sind dann charakterabhängig.

Was bleibt?

Ich gebe es offen zu:
In weiten, und mir ehemals wichtigen, Teilen habe ich resigniert. Es war ein liebevoller Traum, eine Seifenblase, die zerplatzte.
Die, eher hilflosen denn wirkungsvollen, Versuche, in meinem Amts-Gegenüber den Menschen anzusprechen und damit für die Betroffenen künftig etwas mehr empathisches Eingehen auf sie zu bewirken, sind gnadenlos gescheitert.
Somit bleibt mir nur noch ein weiteres „Herumdoktern an Symptomen“, einschreiten, wenn es nicht gesetzeskonform läuft und somit „helfen“, wenn ich es denn vermag…

Diejenigen Mitarbeiter
(ja, trotz des Aufschlags auf dem Boden der Realität und der teils sehr persönlichen Enttäuschung über gewisse Spezies gibt es sie noch immer) welche ihre Empathie noch nicht eingekerkert haben, die zwar dem System zuarbeiten (das tun nun mal alle)
aber dennoch nicht zu „emotionalen Amöben“ mutierten, hatten meine Versuche, den inneren Menschen zu beleben, niemals nötig.
Diese Menschen hätten den Milgram-„Schalter“ ohnehin niemals gedreht.

Die anderen hingegen habe ich nicht „erreicht“ und werde ich nicht erreichen, ergo versuche ich es auch nicht mehr. Das wäre töricht und „Perlen vor die Säue geworfen“.
Vielleicht begreifen sie irgendwann die Tragweite ihres persönlichen Handelns.
Wieviele Tote es bis dahin noch geben wird, sollte denn tatsächlich einmal ein Umdenken stattfinden, steht in den Sternen…

Nachtrag:
Ich schrieb von Täteropfern und Opfertätern.
Dies schließt die (mir) so gerne unterstellte (gehässige) Haltung des „die Mitarbeiter sind doch selbst schuld, wenn ihnen etwas zustößt“ aus.
So einfach, wie es manch promovierter Soziologe gerne und häufig unterstellt, mache ich es mir nicht…

 

 

MainArbeit – Was haben „Beratungsunfähigkeitsbescheinigung“ und George Orwell miteinander gemein?

Nun, auf den ersten Blick eher – nichts.
Auf den zweiten Blick hingegen…

Kurze Vorgeschichte:
Ein Leistungsberechtigter (=euphemistisch: Kunde) der MainArbeit erhält eine Vorladung (=euphemistisch: Einladung) von seinem Arbeitsvermittler.
Der Betroffene ist gesundheitlich nicht auf der Höhe, eine endgültige Diagnose steht noch aus…Fachärzte und Kliniken haben bekanntermaßen häufig sehr lange Wartezeiten.
Die, diagnostisch noch ungeklärten, gesundheitlichen Einschränkungen wurden „der MainArbeit“ so auch mitgeteilt.
Zwar besteht hinsichtlich der weiteren, beruflichen Eingliederung dem Grunde nach dringender Gesprächsbedarf, jedoch ist es ohne ein abschließend festgestelltes Leistungsbild völlig sinnfrei, bereits jetzt über die – konkret vorhandenen – Zukunftspläne des Betroffenen zu diskutieren.

Exkurs Orwell Teil 1 – Krieg ist Frieden

In Orwells dystopischem Roman „1984“ zeigte der Autor durchgängig auf, wie manipulativ die Anwendung von Worten sein kann. Wie genial eine Gehirnwäsche funktioniert, wenn Worte in ihrer Bedeutung umgekehrt werden und wie schnell Menschen diese völlig absurde Umkehrung für sich annehmen.
Da gibt es im Roman beispielsweise das Propagandaministerium.
Staatstragende Propaganda besteht in den aller-allermeisten Fällen aus Lügen. In Orwells Roman ist dies zu 100% so. Und wie heißt da das Ministerium?
Es nennt sich „Mini-Wahr“, die Abkürzung von „Ministerium für Wahrheit“.

Die Macht der Worte kennen natürlich auch die Strategen, welche in Wahrheit (nein, der Peter Hartz und der Kanzler der Bosse waren es seinerzeit nicht wirklich) für das unsägliche SGB2 verantwortlich zeichnen.
Und so, wie es Orwell damals schrieb, so funktioniert Gehirnwäsche in der Realität noch heute:
Um Akzeptanz in der Bevölkerung zu schaffen, müssen Negativbegriffe zunächst vermieden und durch positiv klingende Termini ersetzt werden.
So wurde im Roman ein Lügenministerium zum Wahrheitsverkünder,
und in der jetzigen, realen Welt ist es augenscheinlich genau so:
Eine Vorladung benennt man jetzt Einladung.
Ein erwerbsloser Leistungsbezieher wird zum Kunden…usw usw usw
George Orwell und die „Bertelsmänner“
(wer über die wirklichen Strippenzieher von „Hartz4“ Näheres lesen will, hier ein Aufsatz von Prof. Spindler -> ghostwriter_spindler_2012)
war/sind eindeutig Menschenkenner…

Zurück zur „Beratungsunfähigkeitsbescheinigung“

Der zuvor erwähnte „Kunde“ erhielt also eine „Einladung“, so weit, so „gut“.
Im Rahmen meiner Bevollmächtigung durfte ich diese einsehen und mir fiel ein Textbaustein auf, den ich SO bislang noch nie gesehen habe.
Es wurde darauf hingewiesen, dass eine normale (und vom Gesetzgeber als ausreichend befundene) Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung nicht genügen würde, sollte krankheitsbedingt der Termin nicht wahrgenommen werden können. Es wurde zudem eine Beratungsunfähigkeitsbescheinigung (nachfolgend BUA) eingefordert.
Ohne jetzt auf juristische/prozessuale Feinheiten einzugehen
(derart Atteste mit beliebig vielen, unterschiedlichen Fantasienamen werden seitens vieler Jobcenter  eingefordert, seit das Bundessozialgericht 2010 in einem (!) sehr speziellen Einzelfall urteilte, dass die Beibringung eines solchen Zusatzattestes nicht immer unzumutbar sei) ist nachlesbar:

Der Gesetzgeber sieht grundsätzlich keine „Sonderbescheinigungen“ zur Glaubhaftmachung einer Arbeitsunfähigkeit vor, punktum!

Zudem ist die so gerne vorgenommene Bezugnahme auf dieses eine (!) Urteil aus 2010 insofern bereits längst überholt, als dass sich die Gesetzeslage in 2011 geändert hat.
Die Jobcenter haben seitdem die nunmehr gesetzlich verankerte Möglichkeit, wie sie Arbeitgeber seit „eh und je“ schon hatten:
Sollten Zweifel an einer „Krankschreibung“ bestehen, so kann das Jobcenter gem. § 56 SGB 2 unter Bezugnahme auf § 275 SGB 5 die Überprüfung der Arbeitsunfähigkeit durch die Einschaltung des MDK (medizinischer Dienst der Krankenkassen) einleiten.
Ausführlich beschrieben wird das einzuhaltende Procedere auch in den Fachlichen Hinweisen der BA -> FH-56—20.03.2013
Die „Alten“ unter uns kennen derartige Überprüfungen übrigens noch unter dem Begriff  „Vorstellen bei dem Vertrauensarzt“ 😉

L’État, c’est moi!

Dieser Leitsatz des Absolutismus – Der Staat bin ich! – lässt sich für die Führungsspitze der MainArbeit problemlos umbenennen in:
Das Sozialgesetzbuch bin ich!
Vielleicht könnte man die permanenten Versuche, eine Offenbacher „Spezialgesetzgebung nach Gutsherrenart“ innerhalb des bestehenden SGB 2 zu etablieren, auch als angehende „Lex Schulze-Boeing“ bezeichnen…

Anders ist nicht zu erklären, dass mein Antrag auf Auskunft, welchen ich für den betroffenen „Kunden“ verfasste und in dem ich u.A. nach der Rechtsgrundlage für die Einforderung einer Fantasiebescheinigung fragte, zwar wortreich beantwortet wurde, eine Rechtsgrundlage aber nirgends aufgeführt wurde.
Wie auch?

Exkurs Orwell Teil 2 – Alle Tiere sind gleich

In Orwells Roman „Farm der Tiere“ wurde zutreffend festgestellt, dass zwar alle Tiere gleich sind, einige aber dennoch gleicher.
In totalitären Machtgefügen ist eine solche Unterscheidung normal, in sog. demokratischen Verhältnissen…leider auch.
Und in der MainArbeit?
Auch dort dürfen die Berater offenbar frei entscheiden, von welchem „Kunden“ sie im Krankeitsfall eine Fantasiebescheinigung zusätzlich zur regulären AUB anfordern, oder eben nicht.
Gleiche „Kunden“, gleichere „Kunden“?

Der Textbaustein „Beratungsunfähigkeitsattest erforderlich, sonst ggfs. Sanktion bei Nichterscheinen zum Termin“ ist nämlich nicht in der ansonsten rechtskonformen und fixierten Rechtsfolgenbelehrung (= RFB, liegt jeder Einladung bei) verankert.

Gäbe es eine glasklare gesetzliche Grundlage, dann wäre die MainArbeit gewiss das erste Jobcenter bundesweit, welches bei jeder Einladung diesen Textbaustein in die übliche RFB aufnimmt.
Da ich zudem, wie geschrieben, diese Einforderung das erste Mal gelesen habe (und ich habe wahrlich schon genügend Vorladungen gesehen), liegt es auf der Hand, dass die Entscheidung des „ob oder ob nicht“ den Beratern obliegt.

Ein weiteres Indiz hierfür ist, dass, gäbe es eine Rechtsgrundlage für eine solche Forderung, diese zu 100% auch genutzt werden müsste. Angeordnet mittels verbindlicher Dienstanweisung.
Denn: Einen Sanktionstatbestand (und die damit verbundene Einsparung von Geld) nicht zu nutzen, käme auch Geldverschwendung gleich.Das aber könnte, dürfte und wollte sich gerade das Jobcenter einer solch hochverschuldeten Stadt wie Offenbach gewiss nicht erlauben.

Die Grenze zwischen Willkür und Ermessen…

…hat offensichtlich keinen Schlagbaum.
Ich kann nur vermuten, dass es aber sogar in der MainArbeit Mitarbeiter gibt, die diese vermutlich erwünschte, aber eben nicht rechtsverbindlich festgelegte Sanktions-Chance nicht nutzen möchten.
Genauso gut kann ich mir vorstellen, dass  es Mitarbeiter gibt, die sogar mit großer Freude auf dieses Bestrafungselement setzen.
Einmal mehr frage ich mich daher, warum es nicht möglich sein soll, für Rechtssicherheit beider „Schreibtischseiten“ zu sorgen.
Wo ist also das Problem?

Selbst bei Anwendung von nur wenig Logik stellen sich mir zwei Fragen:

1)
Ist die Anforderung juristisch nicht angreifbar, warum wird sie nicht generell eingesetzt? Da ist doch Sanktions- und damit Einsparpotential vorhanden, warum wird das nicht genutzt?
Aus Mitgefühl etwa ? Ok, diese Anmerkung ist eher rhetorischer Natur 🙂

2)
Steht die Anforderung hingegen auf „eher wackeligen, rechtlichen Füßen“, warum verzichtet man dann nicht grundsätzlich darauf und macht im Zweifelsfall von der Anwendung des § 56 SGB 2 Gebrauch?
Warum wird den Mitarbeitern ein rechtlich (offenbar) unsicheres Instrument an die Hand gegeben?

Warum leckt sich ein Rüde seine Hoden?

Antwort: Weil er es kann!
Dieser – zugegeben ziemlich alberne – Spruch 🙂 lässt sich einmal wieder 1:1 auf die MainArbeit umlegen.
Das überwiegende Klientel der MainArbeit ist rechtlich wohl relativ „unbeleckt“.
Die Angst vor Sanktionen ist groß, die Wehrhaftigkeit eher gering. Zusammengefasst also überwiegend Menschen, mit denen „man es machen kann“.
Somit kann mit einem, nach Belieben eingesetzten, Textbaustein sowohl Einsparpotential generiert werden als auch Druck auf den erkrankten Leistungsberechtigten ausgeübt.
Quasi zwei wünschenswerte Fliegen mit einer Klappe geschlagen…

Ich kann ja bislang nur vermuten 🙂

Aber, einmal ganz „naiv“ gefragt:
Hat Irgendwer irgendetwas Verifizierbares anzubringen, das tauglich genug ist, um meine Vermutungen zu entkräften und meine Spekulationen engültig zu beenden?
Ja?
Dann bitte ich freundlich um einen entsprechenden Kommentar.

Bis dahin bleibt es hinsichtlich des „BUA“ bei meiner Einschätzung , die man getrost auf nur zwei umgangssprachliche Worte reduzieren kann:
Haltloser Blödsinn!

Ich denke, es ist allerhöchste Zeit, sich um juristische Klärung zu bemühen…

MainArbeit/bundesweit – Angst essen Seele auf

Der ein oder andere Leser erinnert sich gewiss noch an Fassbinders filmisches Meisterwerk mit dem von mir hier übernommenen Titel. Eine Filmkritik dazu lautete:

…Ein Melodram, das mit kühler Brillanz die Mißachtung von Minderheiten und die Mechanismen sozialer Unterdrückung analysiert…

http://www.dieterwunderlich.de/Fassbinder_angst.htm

(Zu) weit hergeholt?

Die Erfahrungen der letzten Zeit zeigten mir einmal mehr, dass die einprägsamen Worte des Filmtitels an Aktualität nichts eingebüßt haben.
Fassbinder möge mir verzeihen 😉 , ich übertrage mit diesem Artikel meine hochgekochten Emotionen angesichts der mir berichteten, erneuten Mißachtung jedweden Respektes gegenüber Menschen, die (auch) nicht-deutscher Herkunft sind.
Doch trotz  Zorn und Empörung, trotz der „Einsicht in die Notwendigkeit des Wehrens“, sind weitergehende „Schritte“ seitens der Betroffenen nicht gewünscht.

Die Betroffenen haben Angst vor weiteren Schikanen, vor weiterer Übergriffigkeit. Stillschweigendes Ertragen, in der Hoffnung, bald der Knute des Jobcenters entfliehen zu können, eine ordentlich bezahlte Arbeit zu erlangen…Angst essen Seele auf…und bindet mir die Hände

Fragen über Fragen

Ist es eigentlich statthaft, Leistungsberechtigten zu untersagen, das Büro verlassen zu dürfen?
Ist es in Ordnung, mit den Worten „Keiner verlässt den Raum“ demonstrativ aufzustehen und die Tür zu schließen?
Ist es vielleicht schon als rassistisch anzusehen, wenn ein anwesender Dolmetscher der Mitarbeiterin erklärt, dass ihr massives, lautstarkes Auftreten vor allem den mitanwesenden Kindern Angst bereitet, da weder diese noch die Eltern gut genug deutsch sprechen, und diese darauf erwidert:

„Warum gehen die dann nicht zurück in ihre Heimat“
(Der Vater war in Deutschland sozialversicherungspflichtig beschäftigt)

Ist es noch human, lautstark Schuldzuweisungen zu äußern, obwohl der Fehler eindeutig auf Seite der MainArbeit zu suchen ist (Doppelterminierung zur identischen Uhrzeit in zwei verschiedenen Büros) ?
Ist es ermessensfehlerfrei, wenn der Hinweis auf einen hier sinnvollen Deutschkurs abgebügelt wird mit den Worten: „Hier entscheide ich und es gibt eine Maßnahme, keinen Deutschkurs“ ?
Ist es professionell, herum zu brüllen?

Die Antworten mag sich der geneigte Leser selbst geben…

Hätte, wäre, wenn…

Ich bin überzeugt davon, dass hier sehr Vieles „schief gelaufen“ ist. Ein solches Verhalten wie das dieser MainArbeiterin ist nicht nur skandalös, menschenverachtend, angstauslösend, respektlos und für die Betroffenen zutiefst demütigend.

Ein solches Verhalten wirft zudem ein schlechtes Licht auf alle Kollegen, die sachlich/freundlich/professionell/rechtskonform versuchen, ihrem Auftrag, Bedürftige zu unterstützen, nachzukommen.

Es verwundert daher nicht, dass sehr viele Betroffene nicht mehr willens und in der Lage sind, zu differenzieren. Bei Menschen, die derartig negative Erfahrungen machen mussten, ist es nachvollziehbar, wenn sie verallgemeinern.

Ein solches Verhalten schadet somit auch den Kollegen!
Mit Verlaub, gehen Euch, die Ihr Euch so verhaltet, auch die eigenen Kollegen am Ar*** vorbei?
Was, wenn auch in Offenbach ein derart Gedemütigter die Selbstbeherrschung verliert?
Was, wenn es zu Gewaltausbrüchen kommt?
Seht Ihr denn niemals in den Spiegel der Vernunft?
Bedenkt Ihr , die Ihr so selbstgerecht handelt, dass sich die Wut auch bei einem Unbeteiligten entladen kann?
Fehlt Euch, die Ihr Euch so benehmt, jedwedes Mitgefühl? Sogar das für die „eigene Seite“?
Den Eindruck kann man durchaus gewinnen…

Sehr gerne hätte ich hier (insbesondere, da aus meiner Sicht – aka meine MEINUNG!-  hier mehrmals auch gegen div. Gesetze verstoßen wurde)  „Ross und Reiter“ benannt.
Ein solches Verhalten ist nicht hinnehmbar, Rechtsmittel stünden zur Verfügung.
Doch leider ist die Sorge vor weiteren Repressionen sowohl seitens der Betroffenen als auch des Dolmetschers (der auch „Kunde“ der MainArbeit ist) zu groß.

Das Ok, anonymisiert zu bloggen, habe ich bekommen…der, nicht nur von mir erwünschte, Klartext muss leider ausbleiben.

Angst essen eben Seele auf…

 

 

 

Pinocchios Erben

 

Es gibt Tage, da mag mensch schier an seinem Verstand zweifeln.
Oder an seiner Hörfähigkeit.
Vielleicht auch an seiner Fähigkeit, in deutsch vorgebrachte Sätze verstehen zu können.

Zweifeln sollte mensch jedoch niemals an:
Die Partei, die Partei, die Partei das Jobcenter hat IMMER Recht
.
Oder so... 😉

Um es kurz zu machen:
Dienst-und Fachaufsichtsbeschwerden  wurden kurzerhand abgebügelt. Nun, nichts Anderes hatte ich erwartet, denn man nennt diese Beschwerden ja nicht ohne Grund
f,f,f = formlos, fristlos, fruchtlos.

Die ausführliche Begründung hingegen hat mich doch, nicht nur ob der ihr innewohnenden Ausserachtlassung geltenden Rechts, etwas verblüfft.
Wäre die Angelegenheit nicht von grundsätzlicher Brisanz, könnte ich darüber lächeln, dass ein Geschäftsführer der Ansicht ist, geltendes Recht mittels „hausinternen Anweisungen“ einfach mal so aushebeln zu können.

Auch die Tatsache, dass, obwohl die Betroffene als auch ich mit eigenen Ohren eine getätigte, diskreditierende unwahre Behauptung vernahmen, dies „ausdrücklich bestritten“ wird, ist nichts Neues.

Bürgernah und außerordentlich kooperativ…

…jawoll 🙂 So, und NUR so verhält man sich im Offenbacher Jobcenter. Ganz besonders in dem einen, „besonderen“ und von mir vorgebrachten „Fall“.
Die Partei, die Partei das Jobcenter hat immer Recht, jawoll!
Konkret dreht es sich um das im letzten Abschnitt Geschilderten -> https://erbendertara.wordpress.com/2014/09/04/mainarbeit-offenbach-die-sache-mit-dem-sack/

Ethik und so

Zunächst einmal sei festgestellt:
Mein bereits vor Jahren freiwillig abgelegtes Gelübde beinhaltet – neben weiteren vier Grundsätzen, welche den christlichen Geboten sehr ähneln – auch die selbstauferlegte Verpflichtung, keine Unwahrheit zu sprechen!
Und nun liegt das Antwortschreiben des Herrn Dr. Schulze-Boeing vor mir, in welchem ich – indirekt – bezichtigt werde, zu lügen.
Denn nichts von dem von mir Vorgebrachten träfe zu, nichts Derartiges sei geschehen, im Gegenteil…o.k., es steht quasi Aussage gegen Aussage, und selbstredend wird weder Betroffenen noch ihren lästigen Beiständen „Glauben geschenkt“.
Im Westen nix Neues…

„Man“ behält sich Strafverfolgung wegen Verleumdung vor

Das hat nun doch eine besondere „Qualität“.
Statt einGespräch, die Klärung, eine Verbesserung anzustreben, wird offenbar versucht, mich mundtot zu machen.

Ich werde nicht schweigen angesichts der vielen Ungerechtigkeiten, niemals!

Und doch werde ich künftig etwas „behutsamer“ vorgehen müssen.
Nicht aus Eigeninteresse, keinesfalls!
Mein Augenmerk liegt auf den Betroffenen, welche – würde es gelingen, mich zum Schweigen zu bringen und/oder mich „handlungsunfähig“ zu machen – dem bürgernahen, kooperativen, rechtskonformen, kompetenten und äußerst fürsorglichen Verwaltungsgeschehen dann überwiegend allein ausgesetzt gegenüber stehen würden.

Und dann wären da noch die „Guten“

Damit meine ich die Mitarbeiter der MainArbeit, die sich durch Freundlichkeit, Empathie und den Willen zur Rechtskonformität auszeichnen.
Den **** werd‘ ich tun, diese als „Zeugen“ für getätigte und nunmehr bestrittene Aussagen zu benennen.

Selbst dann nicht, wenn die Androhung Überlegung, mich strafrechtlich zu belangen, realisiert wird!
Ich bin froh und dankbar, dass es diese Mitarbeiter gibt und werde nichts unternehmen (wie beispielsweise anzuregen, diese unter Eid aussagen zu lassen) was ihnen schadet.
Eine solche Handlung wäre gleichwohl egoistisch als auch kontraproduktiv für die Leistungsberechtigten.
Und: Ich wertschätze diese Mitarbeiter – m/w/Plural! – also werde ich ihnen nicht im Ansatz Probleme bereiten!

Schlußüberlegung zum Strafgesetzbuch:

Wenn die Dinge nicht mehr beim Namen genannt werden dürfen, wenn ich mit jeder drastisch und polemisch formulierten Schilderung wahrer Ereignisse künftig Gefahr laufe, strafrechtlich belangt werden zu können nach § 187 StGB, dann lohnt sich doch direkt ein Blick auf das zu verhängende Strafmaß.

Im Vergleich:
Bei einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren wegen „Verleumdung“ und einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren wegen eines Vergehens nach § 201 StGB erscheint mir Letzteres in zweierlei Hinsicht als das geringere Übel:
Zum Einen, die Strafe ist geringer.
Und zum Anderen könnte ich, wenn ich wollte, dann den (leider gerichtlich nicht verwertbaren) Beweis für meine „Behauptungen“ antreten…

Da ich im Knast aber so gar niemandem mehr nützlich sein kann (oder doch?) , bleibt es bei diesem Gedankenspiel… 😉

 

MainArbeit Offenbach – Die Sache mit dem Sack…

…oder: Manchmal ergeben sich recht merkwürdige Assoziationen 🙂
So auch meine, zugegeben etwas strange, gedankliche Verbindung MainArbeit vs. „Sack“.
Warum das so ist, ist eigentlich schnell erklärt. Und doch ist der Artikel einmal wieder lang geworden…

Die vergangene Woche war in Teilen sehr anstrengend. Nein, ich habe keineswegs erwartet, dass sich während meiner dreimonatigen „Einsatz-Pause“ irgendetwas im Offenbacher Jobcenter zum Besseren hin verändert hat. Aber soviel gebündelte ***** in so kurzer Zeit? Und im Hinterkopf dazu das Wissen, um wie viele Mißstände ich nichts weiß…
Kurz gesagt, einige der Mitarbeiter gingen mir ganz gehörig auf den (imaginären) Sack!

Machtspielchen

Da gibt es beispielsweise einen großen, weißen Vogel 😉 in der Beratung bei den U25ern. Diese Mitarbeiterin ist bei den jungen „Kunden“ zu Recht verschrieen. Ich hörte erstmals vor einem Jahr dergestalt von ihr – wollte das zunächst nicht glauben – dass sie von einer jungen, schwangeren Frau verlangte, ihren Bauch zu entblößen, weil die Schwangerschaft nicht erkennbar sei.
Nachdem ich als Beistand einer hochschwangeren, jungen Frau ihre – durchaus „beherrschte“ – aber spürbar abwertende, empathielose Art und die für mich deutlich erkennbare Geringschätzung, fast schon Angewidertsein wahrnahm, glaube ich die Geschichte mit dem Bauchzeigen“müssen“ jetzt auf’s Wort.
Das mit der Mimik sollten Sie noch ein wenig üben, Frau S., diese ist, neben Anderem, gar zu verräterisch….
Diese Koryphäe weiß sehr wohl, wer ich bin. Pures Machtspiel, dass sie einen Ausweis einforderte, der ihr selbstredend nicht zusteht.
Das ist eben der Unterschied zwischen Beistand und Bevollmächtigung…aber was schreib‘ ich da.
Den § 13 SGB X in der aktuell gültigen Fassung gibt es ja erst seit 2004, da darf man doch nicht erwarten, dass sich jetzt bereits eine Mitarbeiterin damit auskennt.
Und wenn gar die Teamleitung dieser Abteilung die erforderlichen Zweitschriften an mich mit „Frau Betreuerin“ adressiert, zeigt es nur, dass es noch ein sehr weiter Weg ist, bis vielleicht das „kleine 1×1“ in Sachen Sozialgesetzgebung in den Köpfen ankommt…

Become obdachlos, it’s fun

Da wird ein in Schichtarbeit erwerbstätiger Bürger, der – die Gründe spielen für mich keinerlei Rolle – obdachlos wurde, in eine Sammelunterkunft verwiesen, obschon es hinreichend bekannt ist, dass gerade dort an Schlaf kaum zu denken ist. Das dortige Klientel ist überwiegend suchtkrank, Polizeieinsätze sind keine Seltenheit, die Zustände sind erbarmungswürdig.
Die LeistungsSB weiß sehr wohl, dass der Mensch wohnungssuchend ist. Gut, er hatte seine vergebliche Wohnraumsuche nicht akribisch dokumentiert, er wusste nichts von dieser Pflicht. Und er ist „amtsbekannt“ keiner der wenigen OfW’ler, die überzeugt „Platte machen“. Die Dokumentation lässt sich im Übrigen spielend leicht nachholen.
Aber nein, es fielen Sprüche wie:
„Notunterkünfte seien kein Wunschkonzert“ oder „sie (die SB) sei nicht das Kindermädchen und müsse ihn schon gar nicht über die Obliegenheiten informieren“.
Hallo Frau O., sagen Ihnen die §en 13,14 und 15 SGB 1 so rein gar nichts?
Sie haben die Pflicht, aufzuklären, zu beraten und Auskunft zu erteilen!
Ergebnis meiner Vorsprache bei der Teamleitung war letztlich positiv, ob die veranlassten Dienst-und Fachaufsichtsbeschwerden für die Mitarbeiterin dies auch sein werden, weiß ich natürlich nicht…

Wundert es da noch irgendwen, dass Menschen nach derart (und leider oft häufigen) Erfahrungen der Meinung sind, die Mitarbeiter gehörten alle in einen großen Sack, mit dem Knüppel draufgeschlagen, es träfe ohnehin immer den Richtigen?

Von derart Äußerungen distanziere ich mich ausdrücklich, Verallgemeinerungen sind aus meiner Sicht unklug, und dennoch sind sie zu verstehen <- im Sinne von: zu erklären…

Obdachlos = Schlampe?

Der bislang letzte „Einsatz“ dieser Woche war auch für mich eine Herausforderung, oder besser, eine Nagelprobe für meinen Pazifismus 😉
Eine junge, gut ausgebildete Frau gerät aufgrund „zwischenmenschlichen Irrtums“ in die Obdachlosigkeit. Nach mehreren Jahren gelingt ihr die Trennung von dem Partner, der sie in diese Exkremente hinein geritten hat.
Sie ersucht folgerichtig um eine Zuweisung zu einer anderen Notunterkunft, erhielt diese auch nach stundenlanger Warterei. Letztlich ist sie erschöpft und schläft bei einem Bekannten (der sich auch schützend vor sie stellte, als es zu Übergriffigkeiten seitens des Ex kam und bei dem sie ihre wenigen noch heilen Kleidungsstücke deponierte) ein.
Erst am Folgetag spricht sie im Hotel vor.
Nachlässig? Ja, aber das ist der Jugend geschuldet!
Nachdem sie dort abgewiesen wurde (ich war als Begleitung dabei) weil der Zuweisungsschein bereits am ersten Tag eingelöst werden muss – auf Anordnung der MainArbeit – da sonst der Hotelbetreiber seine Kosten nicht erstattet bekommt, erneute Vorsprache im Jobcenter.
Zunächst verweigerte man ihr diese Zuweisung, es wurde schwadroniert von „Polizeieinsätzen ihretwegen“ (die -auf Nachfrage bestätigt durch die Bullizei – nicht stattgefunden haben!) , es fielen Sprüche wie „letzte Chance vertan“ ect.
Letztlich stellte ich klar, dass ich es nicht zulassen werde, dass die junge Frau auf der Strasse steht und die Angelegenheit umgehend der Bereichsleitung vortragen werde. Diese hat sich – ich muss es erneut betonen – bislang immer sachlich-freundlich und rechtskonform gezeigt.
Wenige Augenblicke später wurde uns mitgeteilt dass ein neuer Zuweisungsschein ausgestellt wird, wir möchten uns doch bitte bei Frau SB einfinden 🙂

Auf sehr deutliche Nachfrage meinerseits – die Mitarbeiterin (mit dem frühlingshaften Namen und der sympathischen Ausstrahlung eines Novembertages) weigerte sich nahezu durchgängig, mit mir zu sprechen – wurde dann das bestätigt, was mir die junge Frau bereits am Tag zuvor sagte:

Kein Hotel wolle sie mehr haben aufgrund ihres häufigen Männerwechsels!
So die Aussage des N. (auf das Wort „Herr“ verzichte ich) Einweiser und einzig Zuständiger der vorgeschalteten ZVU (zentrale Vermittlung von Unterkünften).
Wir erinnern uns:
Die Dame trennte sich nach mehrjähriger(!) Beziehung von einem Partner und die SB übermittelt mit unübersehbarer Häme zum wiederholten Male den Vorwurf der Promiskuität – vulgodeutsch Vielfi**erei mit häufig wechselnden Partnern!

Dienst- und Fachaufsichtsbeschwerden sind bereits raus, zum Strafantrag wg. des Verdachtes auf Vergehen nach den §en 185, 186 und 187 ( http://www.verteidiger-berlin.info/docs/beleidigung-verleumdung.php ) habe ich angeraten.
Ein Schuss vor den Bug sollte hier sein, wenngleich diese Anträge i.d.R. nicht weiterverfolgt werden.

Und warum nur…

…kommt mir beim Schreiben des letzten Absatzes urplötzlich das Wort Drecksack in den Sinn?
Ach ja, richtig, ich war ja heute irgendwie dem Wort Sack zugeneigt…

Die „Anderen“

Dass es auch Mitarbeiter gibt, die ihren Job
(und nein, ich werde jetzt nicht erneut lang und breit erklären, dass alle Mitarbeiter zwar dem System dienen, dennoch nicht alle Menschenschinder sind…)
innerhalb dieses menschenverachtenden Systems so gut wie möglich im Sinne der Betroffenen verrichten, habe ich diese Woche erneut erleben dürfen.
An dieser Stelle seien daher wohlwollend erwähnt:
Frau V. von der ZAS
– man sollte innerhalb ihres Namens das U durch ein I ersetzen und hoffen, dass sie dem Namen entsprechend ansteckend wirkt ( ich liebe diese Wortspiele 😉 ) –
Frau F. aus der Leistungsabteilung…liefe es doch nur immer so friedlich
Frau M. aus der Abteilung U25 – da bricht sich die Empathie immer mehr Bahn
und Andere…

 

 

MainArbeit Offenbach – Wenn ein kleiner Buchstabe einen großen Unterschied macht

Es ist bekannt, dass durch hinzufügen oder weglassen von Buchstaben ein Wort einen völlig neuen Sinn bekommt.Nehmen wir beispielsweise das Wörtchen „schmeissen“ (vulgo für „werfen“ ). Wird hier das „m“ vergessen, dann kann das Geschriebene recht unappetitlich werden… 😉

Bei Namen ist das wohl ähnlich.
Es gibt im hiesigen Jobcenter eine Mitarbeiterin, welche ihrem Namen (geht mensch auf den Wortstamm zurück) so gar keine Ehre macht.
Dabei bürgt dieser Name doch gerade für die den Deutschen anheim gestellte Tugenden wie Genauigkeit, Exaktheit,Gründlichkeit…im eher negativen Sinne wird er auch gerne mit  Begriffen wie „Zucht und Ordnung“ verbunden.
Von den zuvor genannten Tugenden war nur leider erneut (!) nichts zu bemerken. Ohne auf Details einzugehen (das nähme zuviel Zeit in Anspruch) , nur soviel:
Ein derartiges Maß an Dilletantismus sucht seinesgleichen. Nach all den Jahren als Unterstützerin für Betroffene des SGB2 bin ich ja an ein gerüttelt Maß Merkbefreitheit gewöhnt und verliere nicht so schnell die Fassung. Diese Angelegenheit jedoch – welche im Grunde wirklich leicht zu behandeln ist – hat selbst bei mir ungläubiges Kopfschütteln ausgelöst:
Wenn ehrenamtliche Berater Berechnungen und damit die Lösung des Problems förmlich auf dem Silbertablett servieren, wenn angeboten wird, das Widerspruchsverfahren zu umgehen und die Fehler Punkt für Punkt herausgearbeitet werden…wenn dann der nahezu identische Bescheid mit den zu 100% identischen Fehlern als „Korrektur“ übersandt wird, dann hat frau es einmal mehr mit einer echten Koryphäe zu tun. Oder doch eher Konifere (siehe vorletzter Beitrag 😉 ) ?

Ich ziehe ein „E“ und möchte lösen

In einer anderen Leistungsangelegenheit begleitete ich nach diesem morgendlichen „Kopfschüttel-Lashflash“ eine Betroffene zur entsprechenden Teamleitung.
Der Name dieser mir seit Jahren als angenehm und kompetent bekannten TL unterscheidet sich von dem der zuvor erwähnten „Fachkraft“ nur durch einen weiteren Buchstaben. Der Unterschied aber ist gigantisch 🙂
Die eher verworrene Leistungsberechnung wurde peu à peu aufgedröselt, Fehler erkannt und benannt, schnelle Abhilfe zugesichert.
Die vormals nervöse Betroffene war hochzufrieden…und ich somit auch.

Bleibt zu wünschen, dass alle Betroffenen, die mit diesen Damen zu tun haben, beim Adressieren keinen Buchstaben auslassen oder hinzufügen. Gerechtfertigte Beschwerden über die erstgenannte Mitarbeiterin würden sonst aufgrund der Namensähnlichkeit vielleicht zu Lasten einer wirklich vorbildlichen TLin gehen, das wäre dann doch sehr unschön…