Das Charakter ABC – Heute K wie…

…die/der Korrekte

Ein kleiner Exkurs zuvor:

„Es gibt kein richtiges Leben im Falschen.“ (Adorno)

Meine Interpretation dieses Spruches ist: Wer im Kleinen, also in der Wahl seiner Mittel, immer anständig bleibt, für den der übergeordnete Zusammenhang – Sinn und Ziel – aber unbedeutend sind, handelt letztlich auch verantwortungslos.
So könnte man denn auch sagen, dass kein noch so „anständiges Verhalten“ eines Jobcenter-Mitarbeiters letztlich richtig sein kann, da seine Tätigkeit per se dazu beiträgt, ein falsches, weil zutiefst inhumanes System am Leben zu erhalten.
Über diesen Standpunkt zu diskutieren, ist jedoch hier nicht der richtige Beitrag, denke ich. Letztlich ist auch dieser Teil der „Mini-Serie Charakterbeschreibung“ nur eine (subjektive) Wiedergabe von persönlichen Erfahrungen…

Vorrang für die Sachlichen

Die/der Korrekte zeichnet sich bereits bei der ersten Begegnung durch  Sachlichkeit aus. Persönliche Befindlichkeiten (so sie vorhanden sind) kommen nicht zum Tragen, die Sachebene wird nicht verlassen.
Damit unterscheidet sich die/der Korrekte in wesentlichen Teilen schon einmal angenehm von den Kollegen, welche diese Professionalität  nicht beherrschen.

Sachlich korrektes Vorgehen bedeutet nun keinesfalls, dass das „amtliche Gegenüber“ ein Ausbund an Empathie sein muss. Das Gegenteil kann durchaus der Fall sein…aber letztlich suchen die Betroffenen ja auch keine Freunde in „ihrem“ Jobcenter.
Was sie hingegen völlig zu Recht erwarten dürfen, ist ein stringentes Vorgehen nach der Rechts/Gesetzeslage (die ist ohnehin schon schlimm genug). Und da sind sie bei der/dem Korrekten vergleichsweise „gut aufgehoben“

Wie im Finanzamt

So oder so ähnlich geht die/der Korrekte vor. Um die jeweilige Rechtslage  wissen diese Mitarbeiter meist Bescheid. Ist dies nicht der Fall, dann machen sie sich schlau. Dies liegt aus meiner Sicht auch darin begründet, dass es ihrem Charakter entspricht, sich „nichts nachsagen lassen zu wollen“. Ein Stück weit also lässt sich die/der Korrekte mit manch Finanzbeamten vergleichen.
Begegnungen mit solchen Menschen sind „naturgemäß“ nicht unbelastend (je nach Sachstand), jedoch nutzt der Korrekte seinen Status nicht aus, um sein Gegenüber zu erniedrigen, demütigen oder zu quälen.
Dazu fehlt ihm schlicht das Interesse, denn so, wie der Leistungsberechtigte im Jobcenter keine Freunde sucht, so hegt auch der Mitarbeiter keinen Wunsch, dem Gegenüber „menschlich näher zu kommen“. Doch mit etwas Glück addiert sich zur Korrektheit des Mitarbeiters auch noch ein wenig Mitgefühl…
Grundsätzlich gilt aber:
Die/der Korrekte will die übertragene Arbeit ordentlich erledigen, fertig.

Stichwort Finanzen

Die/der Korrekte arbeitet meist in der Leistungsabteilung, Zahlen und „Fakten“ liegen ihr/ihm doch ein wenig mehr als die ständige Konfrontation mit Arbeitssuchenden, deren individuellen Bedürfnissen  wenig Rechnung getragen werden kann (und soll).
Der korrekte Mitarbeiter braucht eine gewisse Klarheit und Verlässlichkeit, Zahlen und Gesetzestexte vermitteln diese Sicherheit.
Wie bereits geschrieben, auch ohne Verbeamtung könnte man – ohne Wertung in die eine oder andere Richtung- daher durchaus von einem „Beamten-Charakter“ sprechen.

Tipps zum Umgang mit den Korrekten

Viel gibt es nicht zu anzuraten. Die Begegnung mit dem korrekten Mitarbeiter sollte aber unbedingt frei von eigenen Emotionen sein, auch wenn es schwer fällt. Damit kann die/der Korrekte eher nicht ganz so gut umgehen, da sie/er eher ein Faktenmensch ist.
Daher ist es ratsam, sich (zumindest den eigenen „Fall“ betreffend)Faktenwissen anzueignen. Einem sachlichen Faktenaustausch ist der korrekte Mitarbeiter gegenüber nämlich durchaus aufgeschlossen, Fehlentscheidungen werden auch entsprechend korrigiert, sollten sie stattgefunden haben.
Auf die wenigen, vorhandenden Ermessensspielräume sollte man diese Mitarbeiter gelegentlich aber doch hinweisen… 😉 es lohnt sich meist, da sie diese a) manchmal nicht kennen und b) ohne Bewertung ihres Gegenübers ihre (dann häufig positive) Entscheidung fällen.
Das ganze findet dann in sachlich-friedlicher Atmosphäre und frei von Eitelkeiten statt…das ist alles Andere als unangenehm.

Kurzum, bezüglich dieser Mitarbeiter braucht es keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen. Nur leider sind auch sie eher „dünn gesäht“…
…und wenn ein MainArbeits-kundiger Leser jetzt vermutet, in diesem Artikel eine (irgendwie geartete) Anspielung auf ganz bestimmte Sachbearbeiter gefunden zu haben hat, dann hat er sich vermutlich nicht getäuscht 😉

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Das Charakter-ABC / Heute: B wie…

… Der Blender

Timeo Danaos et dona ferentes – Ich fürchte die Danaer, auch wenn sie Geschenke bringen (aus einer Geschichte mit einem Holzpferd 😉 ).

Von Furcht ist – insbesondere in „Sachen Jobcenter“ – abzuraten. Furcht ist immer ein schlechter Ratgeber . Erhöhte Aufmerksamkeit und Wachsamkeit sind jedoch immer angezeigt.
Ganz besonders gut hinsehen und hinhören ist bei der Gattung der Blender geboten. Das Problem ist nur – und hier passt das obige Zitat wie die Faust auf’s Auge – auch heutzutage sind trojanische Pferde nicht eben leicht zu erkennen.

Die Verpackung hui, der Inhalt…

Es ist gewiss nicht leicht, einen Blender zu durchschauen. Richtig schwierig wird es, wenn der Blender sein Blendwerk nicht nur versteht, sondern dazu noch mit professionellen Methoden daherkommt.
Ja, es gibt tatsächlich so etwas wie „Profi-Manipulation“ , auch ausserhalb der dafür bekannten Bereiche wie beispielsweise dem Verkauf überflüssiger Versicherungen, überteuerter Ware oder windigen Geldanlagen. Die bekannteste Methode ist NLP (Neurolinguistische Programmierung).

Mittels dieser Methode lässt sich auch so manch nicht wirklich naive Mensch durchaus leicht hinter die Fichte führen…und erkennt den Inhalt des trojanischen Pferdes erst, wenn es zu spät ist.
Nun ist NLP dem Grunde nach lediglich ein Werkzeug. Es kommt daher immer darauf an, WER es zu WELCHEM Zweck verwendet. Das ist bei allen Werkzeugen gleich. NLP ist in Teilen der Psychotherapie entliehen. Es stellt sich für mich daher die grundsätzliche Frage, ob ein solches Werkzeug in Laienhände gehört. Und vor Allem:
Was hat dieses Werkzeug im Jobcenter zu suchen?

Der Blender nutzt dieses Werkzeug (wie auch der profitgeile Vertreter oder der windige Bankster) jedoch niemals, um anderen Menschen nützlich zu sein, Dingen einen „positiven Schubs“ zu geben, denn der Blender hat stets nur sein eigenes Wohl im Visier, auch wenn es anfänglich anders erscheint. Trojanisches Pferd eben…

Wer sich mit fundierter Kritik zu NLP auseinandersetzen möchte, hier die Seite des Dr. Bördlein http://www.boerdlein.gmxhome.de/nlpmemo.html

Egopolitur und so

Den Blender (in den allermeisten Fällen männlicher Natur) trifft man im Jobcenter kaum im Backoffice an.
Er braucht Publikum, je applaudierender, desto besser. Er wird dementsprechend bevorzugt den Kundenkontakt suchen, sei es im Arbeitgeber-Service, sei es als Arbeitsvermittler.
Anzutreffen ist er auch häufig als Dozent/Leiter dubioser Maßnahmen, die qua Gießkannenprinzip über die Erwerbslosen ausgeschüttet werden. Auch dort kann er sich so richtig ausleben, Gehirnwäsche-Programme abspulen, die Betroffenen manipulieren.
Die „alten Hasen“ unter den Aktivisten und sehr viele Betroffene wissen aus teils leidvoller Erfahrung, wovon ich hier schreibe…
Doch das ist eine andere Baustelle, daher zurück zum Jobcenter.

Präsenz und Wortschwall

Die erste Begegnung mit einem Blender kann positiv wirken.
Er gibt – immer! vorausgesetzt, dass es ihm lohnenswert für sich/sein Ego erscheint – sich richtig Mühe. Er legt sich tüchtig in’s Zeug, um „seinen Kunden“ Wege zu öffnen.
Und doch tut er dies nur für sich selbst, indem er sich und anderen zeigt, was für ein toller Hecht er doch ist.
Oftmals zeigt er nahezu kumpelhaftes Verhalten, betont, dass seine Vorgehensweise so ganz anders sei als die der Kollegen. Er wirbt damit um Vertrauen, oft mit Erfolg. Breitbeinig, männlich, dynamisch präsent stellt er sich dar, lacht gerne und viel, wirkt oftmals charismatisch und leider auch überzeugend.
Der Blender redet viel und laut, am allerliebsten über sich. Er kennt Alles, weiß Alles und vermittelt immer wieder sehr geschickt mit Worten und Gesten, dass er sein Gegenüber versteht. Im NLP-Jargon nennt man dies übrigens „spiegeln“ oder „Rapport herstellen“, d.h., sich in Körperhaltung, Stimmlage und Wortwahl an den anderen angleichen
Seine beruflichen Erfolge (gute bis beste Quoten) sind nicht von der Hand zu weisen. All das schafft zunächst häufig Vertrauen, aber…

Warte, warte nur ein Weilchen

Da der Blender egozentriert ist, ist er nur insoweit an seinen „Kunden“ interessiert, wie deren „Erfolge“ seinem Erfolg dienen. Denn dem Blender ist es egal, was er „verkauft“, Arbeitsplätze (eher:Jobs) , Humankapital oder Versicherungsverträge, Hauptsache, seine Quote stimmt.
Oder die Anerkennung. Am besten beides.
Wie unecht das vermeintlich menschenfreundliche Verhalten ist, merkt der Betroffene spätestens dann, wenn Probleme auftauchen.
Ruckzuck zeigt der Blender dann die andere Seite seines Januskopfes. Das Erwachen kann dann für den zuvor vertrauensvollen Betroffenen brutal werden.
An arbeitsintensiven Problemlösungen ist der Blender nämlich nicht annähernd so interessiert wie am schnellen Erfolg, der (öffentlich) geäußerten Wertschätzung, der Politur seines Egos.
Der jetzt um Unterstützung und Hilfe Nachsuchende lernt rasch, wie sich ein heiße Kartoffel fühlen mag…
Oft erfahren Betroffene dann auf unangenehmste Art und Weise, dass sich die wirklichen Ansichten des Blenders auch kaum unterscheiden von denen der Kollegen, die ihren Sozialrassismus offen ausleben.

Game over

Weiß der Blender, dass er durchschaut ist, lernt man schnell sein eigentliches Wesen kennen. Jetzt macht es für den Blender keinen Sinn mehr, sich zu verstellen.
Der zuvor vermeintlich „auf Augenhöhe“ wahrgenommene Mensch ist dem Blender völlig gleichgültig. Er war es ja auch schon immer, nur begriffen hat er es leider vorher nicht.Insbesondere, weil er glaubte, ernstgenommen und real gefördert zu werden. Doch ernstgenommen hat der Blender stets nur sich selbst.
Als Mittel zum Zweck hat der Kunde ausgedient…aber es warten ja genügend Neu-Kunden, die sich vermutlich auch beeindrucken lassen.
Und doch mag es der Blender irgendwie nicht, durchschaut zu werden. Obschon er sich oft selbst verrät (sei es durch einen dummen Zufall, sei es, weil es halt doch schwierig ist, sich dauerhaft zu verstellen) ist nach Lesart des Blenders IMMER die andere Seite schuld.
Selbstzweifel, so sie denn doch vielleicht einmal kurz aufkommen, werden zur Seite gewischt, Schuldzuweisungen im üblichen Jobcenter-Duktus gemacht. Diese Sprüche kennen wahrscheinlich alle Betroffenen zur Genüge…
Auch werden dann die üblichen Jobcenter-Karten gezückt, von (versuchten) Rechtswidrigkeiten bis hin zu kleineren oder größeren Schikanen, ab jetzt unterscheidet sich der Blender in nichts mehr von dem Großteil seiner Kollegen.
Mit ganz viel Pech hört der enttäuschte Betroffene dann mit eigenen Ohren noch (hinter vermeintlich verschlossener Tür oder auf anderem Wege) die entwürdigenden, menschenverachtenden und abwertenden Lästereien über sich. Worte, die ich hier im O-Ton aus Respekt vor den Leistungsberechtigten niemals wiedergeben würde…

Abwehr/Hilfestrategien, wenn der pAP ein Blender ist

Schwierig bis sehr schwierig, um es kurz zu beschreiben.
Schwierig in erster Linie deswegen, weil es nicht ganz einfach ist, einen Blender als solchen auf Anhieb zu erkennen.Einige typische Merkmale habe ich beschrieben, letztlich aber schützt nur erhöhte Wachsamkeit.
Hat mensch den Durchblick (herzlichen Glückwunsch 🙂 ) dann kommt es auf den eigenen Grad der Coolness und auf die eigene Manipulationsfähigkeit an.
Da der Blender ein eitler Mensch ist, möchte er beeindrucken.
Diese Eitelkeit kann man sich zunutze machen, ein Quäntchen Abgebrühtheit vorausgesetzt.

Hoch soll er leben

Der Blender ist anfällig für Vergleiche, in welchen er positiv abschneidet. Die gewünschte Weiterbildung, die Förderung des Führerscheines oder Ähnliches lässt sich daher eventuell erreichen, wenn der Betroffene betont, wie engagiert er seinen neuen pAP doch findet, wie wenig sich man bislang für seine Belange eingesetzt habe und dass man jetzt ein völlig anderes Bild von Jobcentermitarbeitern habe.

Aber Vorsicht, nicht auf der Schleimspur ausrutschen 😉 !
Blender sind manipulative Meister und kennen „ihre Schweine am Grunzen“. Das bedeutet, es ist schwer, einen (durchwegs intelligenten) Manipulateur zu manipulieren.
Klar muss auch sein, dass man immer und zu jeder Zeit damit rechnen muss, keinen Rückhalt mehr zu haben, fallengelassen zu werden und letztlich doch in der Prekärarbeit zu landen.Also:

Versuchen, Nutzen zu erzielen – Ja
Vertrauen haben – Niemals
Auf der Hut sein – Immer

Aus meiner Sicht ist der Blender einer der gefährlichsten Charaktere und sich ihm stellen zu müssen, setzt Durchblick und Nervenstärke voraus.
Ist mensch zudem abgebrüht und geschickt, kann er aus den Charakterschwächen (Geistesgifte/Verblendungen) des Blenders durchaus Vorteile für sich generieren.
Aber: Will mensch das?
Wäre ich betroffen, ich käme mir reichlich seltsam vor bei derart Heuchelei, selbst wenn sie mir zum Vorteil gereichen würde.Kaum etwas irritiert mich mehr als Verlogenheit und ich lehne daher alles Manipulative i.V.m.Unehrlichkeit strikt ab.
Aber ich bin ja dankenswerterweise kein Maßstab und wünsche mir daher, dass die Betroffenen keinerlei Bedenken haben, selbst tief in die Manipulationskiste zu greifen…wat mutt, dat mutt 😉

Charakter-ABC / Heute: U wie…

…Die/Der Unfähige
– Zu allem fähig, aber zu nichts zu gebrauchen –

Herr (oder Frau) Unfähig ist häufig ein sogenannter „Quereinsteiger“. Der Mangel an Wissen hält diesen Menschen aber weder davon ab, die ihm aufgetragenen Arbeiten „irgendwie“ bewältigen zu wollen, noch hält dieser Mangel ihn an, fachliche Defizite durch Nachfragen oder gar Einfordern von Einweisungen zu beheben.
Wozu auch?
In seiner früheren Tätigkeit bei der Telekom, der Post oder ähnlichen Unternehmen fiel das Hindurchlavieren ja auch niemals auf…

Für seine Kunden bedeutete dies seinerzeit, dass diese dann eben wochenlang auf einen neuen Telefonanschluss warten mussten. Ärgerlich zwar, aber nicht lebensbedrohlich.
Anders hingegen bei seinen heutigen „Kunden“: Für diese Menschen ist Herr (oder Frau) Unfähig eine latente Gefahr, ein dauerhaft über dem Kopf schwebendes Damoklesschwert.
Arbeitet Unfähig in der Leistungsabteilung des Jobcenters, so trifft er u.A. auch Entscheidungen, welche – anders als bei einem beantragten  Telefonanschluß – über „essen oder nicht“ oder über „obdachlos oder nicht“ bestimmen.

Ein verschlampter Antrag (im Büro von Unfähig oft unter diversen Aktenbergen verborgen) bedeutet: Keine Leistung zum kärglichen Überleben.
Freilich würde Unfähig die Unfähigkeit aber niemals eingestehen. Da wird es sich dann doch recht einfach gemacht: Der „Kunde“ muss eben neu beantragen…und eine Vorschusszahlung lehnt Unfähig ab, denn letztlich ist er unfähig zu erkennen, dass dem Notleidenden diese Leistung zusteht.

Auch eine Ablehnung – geschrieben aus völliger Unfähigkeit, die simpelsten Rechenwege nachvollziehen zu können – für eine dringend benötigte Wohnung kann (und wird oft) in die Obdachlosigkeit führen.
Das tangiert Unfähig aber nicht, denn er ist schließlich unfähig…auch zur Selbstkritik.
Hier ähnelt er deutlich dem Kollegen G (= gleichgültig).Beide haben eine Gemeinsamkeit: Das Desinteresse gegenüber „ihrer Kundschaft“

„Schuld“ an Unfähigs Unfähigkeit trägt nicht er selbst, schuld sind immer „die Anderen“.
Zunächst einmal ist der Erwerbslose schuld…hier trifft es sich übrigens gut, dass seit der Einführung von „Hartz4“ ohnehin immer und grundsätzlich die Betroffenen schuldig sind.
An ihrer Situation, am Wetter und vermutlich auch am Untergang der Titanic.
Nach neoliberaler Lesart ist Erwerbslosigkeit eben identisch mit Schuldigsein, das sitzt fest in den Köpfen der allermeisten Jobcenterbediensteten.Und leider nicht nur in diesen…
Klappt es dann ausnahmsweise doch einmal nicht mit derlei Schuldzuweisung, lässt sich das eigene Versagen also nicht wie gewohnt dem „Kunden“ anlasten, dann waren es eben der Kollege, die Urlaubsvertretung, die Mitarbeiter der Poststelle, der Briefträger…und zur Not der Computer.
Einen aber trifft kein Verschulden: Unfähig selbst.

Unfähig wurstelt sich irgendwie durch, die Kollegen und die Teamleiter haben dann mitunter auch ihren „Spaß“.
Sind sie es doch, die oftmals das ausbügeln müssen, was Unfähig zuvor an Mist veranstaltet hat.
Das mag zwar intern bisweilen als unangenehm empfunden werden, in der Aussenwirkung wird dies aber niemals zum Tragen kommen.Korpsgeist gibt es nicht nur unter Uniformträgern…

Stichwort Aussenwirkung:

Trifft eine sachkundige Person auf Unfähig und versucht, beispielsweise, einen deutlichen Hinweis auf eklatante Fehler zu geben, dann bleibt Unfähig nicht nur weiterhin unfähig, nein, jetzt addiert sich Ungehaltensein hinzu.
Ein kleines Beispiel dazu aus meinem Erfahrungs-Schatzkästchen:

Anno 2011 in der Leistungsabteilung der MainArbeit

Die hochschwangere Betroffene wollte von ihrem gesetzlich verankerten Recht auf Hinzuziehens eines Beistands (meine Person) Gebrauch machen.
Ihre Leistungs-SB verweigerte dies vehement. Meiner „Funktion“ gerne nachkommend, erklärte ich ruhig, dass gemäß § 13 SGB X (Zehn) ein Beistand zuzulassen ist (die Erwähnung der Ausnahmetatbestände ließ ich aussen vor, da ich sowohl geistig gesund, volljährig und nicht unter dem Einfluß von Alkohol/Drogen war 😉 , desweiteren hätte dies wohl zur völligen Überforderung dieser Fachkraft geführt)
Die im Brustton der Überzeugung geäußerte, empörte Entgegnung Frau Unfähigs war (O-ton, den werde ich wohl nie vergessen)

„SGB Zehn giltet hier nicht, hier ist das SGB Zwei“
6 Jahre! nach Einführung der „Hartz-Gesetze“. Unfassbar unfähig.

Fazit

Unfähig ist latent gefährlich.
Nicht aus Boshaftigkeit, nicht aus Sadismus, nicht aus anderen,niederen Beweggründen heraus, „nur“ begründet in der Unfähigkeit.
Da es sich im Jobcenter nahezu immer um Existenzielles dreht, spielt es auch kaum eine Rolle, welche Position Unfähig inne hat.
Ob als pAP unfähig, adäquate Arbeitsangebote zu unterbreiten (und das Nichtgehorchen/bewerben des „Kunden“ zu sanktionieren, denn DAS hat Unfähig nun doch verinnerlicht) oder ob als Leistungs-SB – der Betroffene kann niemals unbesorgt davon ausgehen, das ohnehin unzureichende Existenzminimum auch pünktlich und ungekürzt zu erhalten.

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Und morgen öffnet sich das dritte Türchen dieses speziellen „Adventskalenders“: Der Auftritt des B.
Die angenehmen/angenehmeren Charaktere müssen sich leider noch in Geduld üben, bis sie sich hier wiederfinden. Ihnen bleiben die Sonn-und Feiertage vorbehalten… 🙂

Das Charakter-ABC der Jobcentermitarbeiter – Inhaltsverzeichnis

Wie vor Kurzem erwähnt, habe ich begonnen, die diversen „Gattungen der Jobcentermitarbeiter“ alphabetisch nach deren – im beruflichen Handeln! aufgezeigten – Charakter zu sortieren.

https://erbendertara.wordpress.com/2014/11/21/neue-kategorie-im-blog-das-abc-der-charaktere-von-jobcentermitarbeitern/

Da Adventszeit ist, wird nunmehr täglich ein „neues Türchen“ aufgemacht 🙂
Positive(re) Charaktere behalte ich mir für die Feiertage vor, ebenso, wie ich auch im Übrigen die alphabetische Reihenfolge nicht einhalten werde.
Kurzum, sehr viel Angenehmes wird es leider nicht zu lesen geben, und auch Wiedererkennungswert ist, da es sich um gemachte Erfahrungen mit real existierenden Menschen handelt, nicht ausgeschlossen.
Der (zu einem gewissen Prozentsatz quasi dann schon „naturgemäß“  ab)geneigte Leser kommt also vermutlich um ein zustimmendes Nicken doch nicht ganz herum…

Noch eine Anmerkung zu „Der und Die“:
Da der Genderwahn aus meiner Sicht immer absurdere Züge annimmt, verzichte ich bewusst auf ergänzende „_innen“.
Also, liebe Menschen und Mensch_innen 😉 , wenngleich manch Charakter erfahrungsbasiert doch eher als „typisch männlich“ oder auch „weiblich“ einzuordnen wäre, so spielt dies in der Auflistung dennoch keine Rolle.
Die Verwendung von männlichem und weiblichem Artikel fand nur statt, wenn es das darauf folgende Nomen ohne Ergänzung zuließ.

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Von A bis Z (und Umlaute gibt es als Bonus)

A – Die/Der Aggressive

B – Der Blender

C – Die/Der Cholerische

D – Der Duckmäuser

E – Die/Der Empathische (oder auch Engagierte)

F – Die/Der Freundliche

G – Die/Der Gleichgültige

H – Die/Der Hasserfüllte

 I  – Der Idealist

– Der Jasager

K – Die/Der Korrekte

L – Die/Der Liebe

M – Die Mütterliche

N – Die/Der Neutrale

O – Der Oberlehrer

P – Der Pedant (wahlweise auch: Prinzipienreiter)

Q – Der Querulant

R – Die/Der Rückgratlose

S – Der Sadist

T – Die/Der Triebgesteuerte

U – Die/Der Unfähige

V – Der Verweigerer

W – Der Wasserträger

X  – Die Xanthippe

– Der „Yale-Absolvent“

–  Der Zermürber (alternativ: Zerstörer)

Die Umlaute:

Ä –  Die/der Ängstliche

Ö – Der Ökonom

Ü – Der Überzeugungstäter

Neue Kategorie im Blog – das ABC der Charaktere von Jobcentermitarbeitern

Nahezu jeder Leistungsberechtigte des (A)Sozialgesetzbuch 2 weiß ein Lied davon zu singen, wie es sich „anfühlt“, wenn der Umgang mit ihm nicht im Mindesten dem entspricht, was gemeinhin als „auf Augenhöhe“, höflich, rechtskonform usw usf bezeichnet wird.
Wenigen Leistungsberechtigten hingegen widerfährt „Positives“ , dennoch – oder gerade deswegen – sollte
auch dies nicht unerwähnt bleiben.

Das Gesetz – das SGB2 also – ist für die Betroffenen schon schlimm genug. Darum geht es in dieser Kategorie auch nicht.
Ich möchte mich hier denjenigen widmen, die das in Teilen sehr schwammig gehaltene Gesetz umsetzen, den Mitarbeitern der bundesweiten Jobcenter.
Sie sind letztlich für die rechtskonforme Umsetzung verantwortlich. Dass dies häufig nicht „gelingt“, hat viele Ursachen.
Wie diese Mitarbeiter aber mit den Menschen umgehen, liegt ausschließlich in deren Verantwortung, ist also keine Gesetzesangelegenheit, vielmehr „Charaktersache“

Charaktere von A bis Z

Einige meiner Leser wissen, dass ich an einem (hoffentlich trotz der unangenehmen Materie unterhaltsamen) Buch arbeite, welches voraussichtlich im März 2015 erscheinen wird.
Ein kleines Kapitel darin widmet sich den verschiedenen Charakteren der Menschen, die letztlich verantwortlich sind für das Wohl und Wehe unzähliger Betroffener des SGB2.
Ohne große Übertreibung kann man durchaus sagen:

Letztlich sind sie „Herr über Leben und Tod“, zumindest mittelbar.

Bah, watt habt Ihr für e’ne fiese Charakter

Manch Leser wird noch die wunderbare Komödie „Die Feuerzangenbowle“ kennen. Der Ausspruch, den ich hier als Zwischenüberschrift wählte, stammt von dem Physiklehrer Crey, genannt „Bömmel“.Ein deftiger Lausejungenstreich brachte ihn zu dieser Äußerung.

Anders als im Film bewirkt aber leider manch „fieser Charakter“ in Gestalt eines Jobcentermenschen weitaus Schlimmeres als die Offenbarung von Ringelsocken (in der Komödie wurden „Bömmels“ Schuhe versteckt).

Charakter“studien“…

…durfte ich im Laufe der mithin siebenjährigen Unterstützungstätigkeit, häufig unfreiwillig, zur Genüge machen.
Vorwiegend in der MainArbeit Offenbach, aber auch in einigen anderen Jobcentern. Studien schrieb ich übrigens bewusst in Apostrophen, schließlich habe ich nicht studiert.
Es sind unzählige „Momentaufnahmen“, die sich im Laufe der Zeit zu diversen Charaktereinschätzungen verdichteten.
In meinem „Charakter ABC“ erhebe ich daher weder Anspruch auf Vollständigkeit noch auf  „empirische Erhebungen“ 😉
Es sind die Erfahrungen, die ich machen durfte und musste, welche mich anregten, die verschiedensten Charaktere alphabetisch zu sortieren.
Misch-Charaktere 😉 sind dabei natürlich auch völlig normal.
Wichtig zu erwähnen ist vielleicht noch, dass ich selbstverständlich nur davon ausgehen kann, wie sich die Mitarbeiter gegenüber den Leistungsberechtigten zeigen.
Dieses Verhalten aber gibt selbstredend keinerlei Aufschluss darüber, wie diese Herrschaften im privaten Leben „drauf sind“. Stellte man Berufsleben dem privaten gegenüber, könnte man zu völlig unterschiedlichen Ergebnissen kommen…das aber ist (allerspätestens seit Milgram http://de.wikipedia.org/wiki/Milgram-Experiment ) nun so gar keine neue Erkenntniss…

Peu á peu

Künftig und in unregelmäßigen Abständen werden in dieser neuen Kategorie also – gewohnt sarkastisch – Typisierungen auftauchen, bis ich das Alphabet abgearbeitet habe.
Von F wie „Die Freundliche“ bis X wie „Xanthippe“ wird vieles vertreten sein…