MainArbeit – Wer kämpft, kann verlieren…

…wer nicht kämpft, hat bereits verloren.

Was „verlieren“ nun im konkreten Einzelfall bedeuten kann, ist nicht Thema dieses Artikels.
Wichtiger erscheint mir, festzuhalten, ab wann/unter welchen Umständen es Menschen (wie mir) nicht mehr möglich ist, als würdevoller Verlierer vom Platz zu gehen.

Was bedeutet „Menschen wie mir“?
Gemeint sind damit Menschen mit einem ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit.
Menschen, die (hoch)emotional auf Mißstände und Ungerechtigkeit reagieren.
Menschen, die nie aufgehört haben, immer zuerst das Gute in ihren Mitmenschen sehen zu wollen…trotz anderslautender Erfahrungen.
Naivlinge, Gutmenschen,so oder ähnlich betitelt.
Wie auch immer…

Ein Anwalt, der sich selbst vertritt, hat einen Esel zum Mandanten

Dieser Juristenscherz ist wohl ebenso anwendbar auf Menschen, welche diejenigen „vertreten“, die ihnen am meisten bedeuten.
Should have known better…in diese emotionale Falle bin ich – trotz Warnungen und wider besseren Bauchgefühls – nun selbst hineingetappt.
Ab einem bestimmten Punkt war mir neutrale Sachlichkeit einfach nicht mehr möglich, zu stark war der Zorn. Und da schnappte die Falle
– die ich mir aufgrund von Naivität und irrwitziger Hoffnung, zudem getränkt mit ein paar Tropfen „Größenwahns“ á la:
„mir wird Glaube
n geschenkt werden“ selbst stellte – zu.
Peng, das war’s…

Recht vs. Gerechtigkeit

Die Diskrepanz zwischen Verstand und Herz ist schon irgendwie beeindruckend.
Sagte mein Verstand doch seit Jahren:

Ich glaube eher an die Unschuld einer Hure als an die Gerechtigkeit unseres Sozialsystems

so wollte doch mein Herz bis neulich nicht wahrhaben, dass  Ehrlichkeit, handfeste Beweise, Zeugen, verifizierbare Fakten ect.pp innerhalb dieses Systems bedeutungslos sind.
Was also hilft der Intellekt? Was das Wissen um Rechte?Wissen ohne Macht ist und bleibt ein stumpfes Schwert
Das System hat gewonnen.
Den Offenbacher Apologeten dieser Gesetz gewordenen Menschenverachtung übermittle ich an dieser Stelle meine Glückwünsche.

Bettina Wegener…

diese wundervoll warmherzige und politisch so klare Liedermachererin textete einmal, dass sie ihre Gitarre einpacken werde, wenn ihre Lieder nicht mehr stimmen.
An diesem Punkt – falls der Vergleich zwischen einer solch wunderbaren Künstlerin und mir, einem kleinen Schreiberling, überhaupt statthaft ist – bin ich jetzt, nicht erstmalig, aber letztmalig angelangt.
Wozu noch anschrei(b)en gegen Unrecht, wozu?
Sinnlose Zeitverschwendung… daher letztmalig ein…

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…“offener Brief“an einen Narzissten

Glückwunsch! Du hast diese Schlacht gewonnen…wie der Krieg hingegen ausgehen wird, das wissen weder Du noch ich.
Du wähnst Dich als Gewinner? Klar, Dein narzisstisches, breitbeiniges Ego kann vermutlich gar nicht anders.
Du redest Dir ein, dass Du alles richtig gemacht hast? Verständlich, Menschen mit soziopathischen Zügen sind so…

Aber wer oder was bist Du wirklich?
Ich sage es Dir:

Du hast es irgendwie geschafft, als rechtskräftig verurteilter Betrüger eine Anstellung im öffentlichen Dienst zu erhaschen.

Hier kannst Du Dich ausleben, in ein System von Lug und Trug schmiegst Du Dich prima ein.
Du bist ein Seelenverkäufer.
So wie Du damals Menschen innerhalb Deiner privatwirtschaftlichen Tätigkeit über den Leisten gezogen hast, so tust Du es jetzt auch.
Kunde bleibt Kunde, egal, ob man diese nun innerhalb einer “ privaten Institution“ belügt und betrügt…oder eben innerhalb der MainArbeit.

Betrüger bleibt Betrüger, so auch ein befreundeter Anwalt.
Und so wird es auch weiterhin Menschen geben, die anfänglich – wie einst Mogli vor der Schlange Kaa – von Dir gebannt sind. Die Dir vertrauen, denn (das können soziopathisch-narzisstische Persönlichkeiten eben häufig perfekt) Du bist ein hervorragender Blender.
Diese Menschen werden ihr Vertrauen bereuen, früher oder später…

Wissen Deine Kollegen eigentlich, welch erbärmliches Dasein Du in Wirklichkeit fristest?
Wissen sie, dass Du ein rechtskräftig verurteilter Straftäter bist?
Wissen sie, dass Du den finanziellen Schaden, den Du in Deiner früheren Karriere verursacht hast, trotz Pfändung niemals mehr zurückzahlen kannst?
Vermutlich nicht.

Du hast Glück, eindeutig.
Das ist nicht verwunderlich, denn der Volksmund sagt nicht zu Unrecht, dass der Teufel immer auf den dicksten Haufen scheißt.
Deine Vorgesetzten kennen Deine Vergangenheit vermutlich, nur:
Es interessiert sie nicht, denn Du bist ein perfekter Mitträger des Systems. Du hast deren Rückendeckung,  weil Du die Zahlen lieferst, die der MainArbeit wichtig sind.
Dass auch Du letztlich nur ein nützlicher Idiot bist, ist Dir vermutlich nicht bewusst…

In einem Rechtsstreit zu verlieren, in welchem mit sauberen Mitteln agiert wird, das wäre zwar unangenehm gewesen, aber hinnehmbar.
Gegen einen systemtreuen, manipulativen, vorbestraften und verlogenenen Intriganten den Kürzeren zu ziehen, ist hingegen unerträglich.

Die Wahrheit ist zu einem bedeutungslosen Wort verkommen, Ehrlichkeit wird abgewatscht. Ich kann mich solchen Menschen wie Dir nicht einmal mehr schriftlich „stellen“, ohne sofort den Wunsch zu verspüren, im Strahl zu kotzen!
Daher:

Rückzug!

Deine Methoden sind dreckig, Dein Charakter nicht minder. Deine Manipulationen fast schon bewundernswert.
Und bevor ich an diesem Dreck ersticke oder mich verliere (siehe Nietzsches „Abgrund“), räume ich das Feld.

Ein letztes Wort noch:
Es gibt nicht viel, was ich aus tiefstem Herzen bedaure.
Eines der wenigen Dinge, die ich gerne ungeschehen machen würde, so ich es könnte, ist mein Vertrauen in Dich.

Bezeichnete ich Dich damals – in den Zeiten Deiner Insubordination gegenüber Deinem Arbeitgeber – noch als „Goldtaler unter vielen Blechmünzen“, so ist nun klar, dass es sich bei Dir lediglich um Katzengold handelte…und Flugrost hat es zudem auch angesetzt.
Ich bedaure, dass ich mit diesen Worten vielleicht Kollegen von Dir zu Unrecht herabwürdigte…
Und wenn ich gerade bei „Belobigungen“ bin:
Eine gewisse Statue gebührt Dir nicht.Falls (wenngleich ich dies nicht vermute) noch ein Hauch dessen in Dir vorhanden ist, was mensch „Anstand“ nennt, dann wirf – wenn nicht bereits geschehen – die Statue in den Müll.
Jeden blauen Sack kleidet diese Figur besser als Dich…

Mitgefühl?

Irgendwo, recht abstrakt und ein Stück weit rationalisiert, existiert dieses Mitgefühl auch Dir gegenüber noch.
Zu beneiden bist Du nicht…ewig umhergetrieben, niemals ruhig, voll nicht eingestandener Ängste und diesbezüglicher Kompensationsversuche, sorgenvoll und Tasche leer…nein, ich möchte nicht mit Dir tauschen, gewiss nicht.
Vom Karma rede ich erst gar nicht…
Vielleicht passt ein kleiner Reim, um es auf den Punkt zu bringen:

Trotz Großmann-Tums bleibt ***** ***
eine erbärmlich arme Sau

Habe fertig.

sendeschluss

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Mitläufer und Abnicker – alles Normopathen* oder was?

Irgendwann habe ich aufgegeben.
Aufgegeben, begreifen verstehen zu wollen, was Menschen dazu bringt, tatenlos mit anzusehen, wie anderen fühlenden Wesen Unrecht zugefügt wird.
Aufgegeben, unterscheiden zu wollen zwischen Denjenigen, die schädliche Handlungen begehen und Denjenigen, die sie zulassen und/oder unwidersprochen hinnehmen.
Generell. In allen Lebensbereichen.
Daher eben auch – oder insbesondere – innerhalb der Jobcenter…

Verstehen vs. „ErklärenKönnen“

Es gab in der Vergangenheit immer wieder einmal Diskussionen mit Bezug auf mein vermeintliches „Verständnis“ für eigentlich „nicht hinnehmbare Taten“.
Es verwunderte nicht, dass (nicht nur) mir – insbesondere, aber nicht nur – von gegnerischer Seite unterstellt wurde, „böse Taten“ zu relativieren und zu „verstehen“.
Auch Kollegen  unterstellten mir bisweilen „Verständnis“ für die (Schand)Taten der Jobcenter-Mitarbeiter….
An dieser Stelle möchte ich daher zum wiederholten Male darauf hinweisen, dass ein „ErklärenKönnen/Wollen“ nichts, aber auch rein gar nichts mit Verständnis im originären Sinn zu tun hat.
Es handelte und handelt sich bei meinen Versuchen des „VerstehenWollens“ dem Grunde nach nur um die Nutzung des „Krückstocks Rationalisierung“.
Rationalisieren…
…weil es (für mich) gerade keinerlei tiefes inneres Verständnis für so viele schädliche Handlungen und Unterlassungen gibt.
…weil das Verhalten vieler Menschen in „Macht“positionen mich noch immer fassungslos macht, mich häufig zutiefst entsetzt.
Soziologie, (Sozial)Psychologie und sogar die buddhistische Lehre helfen bei dieser Rationalisierung zwar ungemein…und doch bleibt eine Leere, die auch dieser „Krückstock“ nicht füllen kann.Mit dieser „Leere“ werde ich wohl lernen müssen, zu leben…

Normopathen*

Während es mir noch einigermaßen gut gelingt, rationale Erlärungen zu finden für die Handlungen so mancher – ich nenne sie jetzt einfach einmal so – „Direkt-Täter“, fällt es mir ungeheuer schwer, Mitläufer-und Abnickertum – dieses oft sogar wider besseres Wissen resp. Gewissen – zu versachlichen.
Wenn ich ganz tief in mich hineinlausche, muss ich zudem feststellen, dass mich diese Menschen fast noch mehr anwidern als die Sorte Täter, die ihre schädlichen Handlungen als richtig befinden, Überzeugungstäter also…dies mag durchaus auch auf die diversen Erfahrungen in letzter Zeit zurückzuführen sein.
Irgendwann einmal stieß ich auf das Wort „Normopath“…und befand es für so treffend, dass ich es nur zu gerne künftig stellvertretend für Mitläufer, Abnicker und Ja-Sager verwendet hätte…aber:
Wäre ich so anmaßend, allen Abnickern eine psychische Erkrankung zu unterstellen (ich mag die inflationäre Verwendung psychischer Diagnosen aus nicht-berufenem Munde ohnehin nicht), so spräche ich sie gleichsam auch frei von Schuld oder Verantwortung…und das ist nun gewiss nicht meine Intention.
* https://de.wikipedia.org/wiki/Normopathie

Ein paar Sätze über den Charakter eines „typischen Ja-Sagers“

…ein subalterner (= untergeordneter/unterwürfiger) Bürokrat ohne nennenswerte eigene Initiative.
…sowohl diabolischer (= teuflischer) Charakter und ideologischer Fanatismus fehlen, jedoch erstickt systematisch vorangetragene Indoktrinierung jedweden Ansatz von Solidarität.
…ungewöhnliche Beflissenheit, alles zu tun, was dem eigenen Fortkommen dient, verbunden mit persönlichem Ehrgeiz hinsichtlich irregeleiteter Pflichterfüllung, der in bürokratischen Kadavergehorsam mündet.
…sich nicht vorstellen können, was man anstellt (=Schutzwall gegen die Realität:absoluter Mangel an Vorstellungskraft)
…Nutzung von „Amtssprache“ á la Phrasen. Dahinter könnte man Gedanken vermuten, die aber nicht vorhanden sind. Die Unfähigkeit, sich selbst auszudrücken, ist eng verbunden mit dem nicht selbst denken können,d.h.,sich aus dem Gesichtsfeld eines anderen Menschen heraus, etwas vorstellen zu können.
…Rückzug auf die Funktion: Wenn ich es nicht mache, macht es ein Anderer
…Rückzug auf die Statistik: Einer muss es ja machen
…der psychologische Habitus (Einstellung zu Familie/Freunden) ist völlig normal bis vorbildlich

Falls Du, geneigter Leser, jetzt vermutest, dass ich…

…genau „Deinen“ unempathischen Sachbearbeiter zu beschreiben versuchte, dass mit diesen Sätzen haargenau „Dein“ Arbeitsvermittler gemeint sein könnte oder der Teamleiter „Deines“ persönlichen Ansprechpartners im Jobcenter treffend skizziert wurde…
weit gefehlt.
Diese Beschreibung eines kadavergehorsamen Bürokraten ohne eigenständige Meinung ist bereits über 50 Jahre alt, stammt nicht aus meiner Feder und ist – das „Grundsätzliche“ wiedergebend, leider noch immer brandaktuell.
Manche Dinge ändern sich offenbar nie wirklich.
Ich habe mir erlaubt, die zitierten Sätze minimalst umzuformulieren, es dürfte dennoch kein wirkliches Problem darstellen, ihre Quelle herauszufinden… 😉

Von „Schwarzköppen“, „Gutmenschen“ und der Wichtigkeit des Mitgefühls

Vorwort
Es herrschte Stille hier im Blog. Über einen längeren Zeitraum. Wieder einmal.
Nun könnte ich es mir einfach machen und lapidar eine „Schreibblockade“ als Erklärung vorschieben. Doch ganz so einfach möchte ich es mir gerade nicht machen, zudem ich ja auch recht gut weiß, worauf diese meine „Schreibblockade“ zurückzuführen ist.
Um es kurz zu machen:
Ich war und bin angewidert. Ich verspüre Ekel, großen Ekel. Ich ertrage das ganze Unrecht, die Ungerechtigkeiten und vor Allem die allgegenwärtigen Lügen kaum mehr. Dieses – für mich dem Grunde nach relativ neue – Gefühl wiegt mittlerweile tonnenschwer. Und derartige Gewichte „blockieren“…

Gewiss muss ich meinen Lesern nichts (mehr) von „Krisen“und von den großen menschlichen Nöten weltweit erzählen.Sie sind wohl mittlerweile unübersehbar geworden…im Gegensatz zu den oft versteckten Nöten derer, für die sich auch „im Jahre 10 nach Hartz“ viel zu wenig Menschen interessieren.
Die Rede ist von drangsalierten, gedemütigten und gebrochenen Menschen im Leistungsbezug des SGB2.
Von „Hartz4-Beziehern“ also.
Begleitet man diese Menschen bei ihren Besuchen im Jobcenter, versucht man, diese Menschen zu unterstützen, wird man dann häufigst mit genau dem konfrontiert, was (zumindest mir persönlich) schon allein via Presse, Internet und TV immer mehr Übelkeit, Zorn und Ekel verursacht:

Schamlose Lügen und geballte Menschenverachtung

Nein, ich werde jetzt nicht umfangreich schreiben, wie sehr es mich anwidert, wenn ich höre/sehe/lese, wie dreist den betroffenen Menschen (nach Lesart Mancher leider: Unter-Menschen) das Wort im Munde herumgedreht wird, wie man versucht, zugunsten des eigenen, aufgeblähten und dennoch kleinen Egos seine – eigentlich lächerlich geringe – „Macht“ zu demonstrieren und dabei auch vor gröbsten Lügen, widerlichsten Äußerungen und Handlungen nicht zurückschreckt.
Bis hin zur völligen, existentiellen Vernichtung des „Schmarotzers“!
Wie hinter geschlossener Bürotür so lautstark über „Schwarzköppe, Kanacken (Anm.: Migranten sind damit gemeint) und gefährliche Gutmenschen“ abgeledert wird, dass dies sogar Wartenden auf dem Flur nicht verborgen bleibt…
Nein, das unterlasse ich an dieser Stelle (noch!)
Vielmehr wollte ich festhalten, dass der folgene Satz Nietzsches (aus „Jenseits von Gut und Böse“) offenbar nichts an Bedeutung verloren hat:

„Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehn, dass er nicht dabei zum Ungeheuer wird. Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein.“

Für mich persönlich bedeuten diese Worte sehr viel, hielt ich mich doch für genug gefestigt und gefeit gegen „das Böse“.
Welch Trugschluss!
Mein Ekel vor einer ganz bestimmten „Sorte Mensch“, mein Zorn darüber, dass diese (scheinbar) ungebremst ihre schändlichen Taten fortsetzen können, ließ auch mich in manch Stunde gedanklich bereits zum „Ungeheuer“ werden…Näheres hierzu zu schreiben, verkneife ich mir…

Dank an meine Freunde in Nah und Fern

Vielen Gesprächen mit unterschiedlichen Menschen ist es letztlich zu verdanken, dass das „Ungeheuer in mir“ erkannt und (hoffentlich dauerhaft) gebannt wurde.
Das, was ich seit Jahren „predige“ 😉 (Empathie, Mitgefühl ect) ist in der Theorie schnell anzunehmen. Nur sollte mensch eben niemals das „Annehmen“ mit dem „Verinnerlichen“ gleichsetzen, denn erst in „Extrem-Situationen“ zeigt es sich wohl, ob man diese Werte auch tatsächlich zu 100% leben kann…und ich hoffe, es gelingt mir selbst auch künftig (wieder) besser, mich nicht mehr zu sehr von Ekel, Wut und Zorn vereinnahmen zu lassen.
Letztlich blockieren diese negativen Energien (bis hin zur Schreibblockade), verhindern eine klare Sicht auf die Dinge und verursachen schlechtestenfalls irreparable Schäden…bei anderen fühlenden Wesen UND sich selbst…

Ein Appell an die Empathie von Arno Grün

Die nachstehenden Worte des wunderbaren, weisen Psychologen Arno Grün möchte ich daher all den Menschen anreichen, die – wie ich selbst – das Vertrauen in den Sinn empathischen Eingehens auf „die Menschen“ ein Stück weit eingebüßt haben/hatten.
Vielleicht helfen sie dem ein‘ oder anderen Zweifler dabei, zu vermeiden, dass der Abgrund allzu tief in sie hineinblickt…
Danke für’s Lesen.
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„Wir glauben, unser Denken sei realistisch, wenn es von Mitgefühl befreit ist, von der Fähigkeit, Schmerz zu teilen, Leid zu verstehen, und vom Gefühl der Verbundenheit mit allen Lebewesen.
Denken wir aber ohne Mitgefühl, dann leben wir in einer Scheinwelt aus Abstraktionen, die Kampf und Konkurrenz zu den Triebkräften unserer Existenz machen. In dieser Welt der Abstraktionen dominiert die Gewalt.
Ein Bewusstsein, das auf Abstraktionen basiert und das Empathische verdrängt, entfernt den Menschen von der Realität. Es führt zu den uns zerstörenden gewalttätigen Kriegen, welche die Geschichte der Zivilisationen charakterisieren….
Der unmittelbare Ausdruck des Wahnsinns derer, die sich ganz ausschließlich der „Realität“ widmen, ist immer eine Art von Zerstörung. Dieser Wahnsinn verleugnet das Menschliche, wird aber öfters nicht erkannt, da es unter dem Deckmantel der scheinbaren Sorge für Menschen ausgetragen wird. Ihre Vertreter verstehen sich ein menschliches Antlitz zu geben, haben aber keinerlei entsprechende Gefühle, da sie keine Verantwortung für ihr zerstörerisches Tun akzeptieren….
Dies zu erkennen würde bedeuten, an das Fundament unserer, die Empathie unterdrückende, Zivilisation zu gelangen sowie Wettbewerb, Egoismus, Profitdenken, Wachstum und Leistung in Frage zu stellen. Wir müssen deshalb unser Bewusstsein zur Integration des Kognitiven und des Empathischen zurückführen.“
(Zitate aus „Der Wahnsinn der Normalität“)

Wetteraukreis – Quo vadis, LINKE ?

Dem ein oder anderen Leser ist gewiss geläufig, dass ich – trotz Ablehnens von „Schubladen-Denke“ – politisch im linken Spektrum 😉 beheimatet bin.
Dass ich einmal gegen „Genossen“ (noch dazu solchen, die sich aktiv in die Erwerbslosenarbeit einbringen) „anschreiben“ würde, hätte ich mir nicht träumen lassen…dachte ich doch in meiner Naivität, dass zumindest in Bezug auf die Definitionen von „Arbeit und Würde“ bundesweiter Konsens bestünde.
Hier habe ich mich offenbar getäuscht. Besser: Auch (!) hier…

Worum gehts?

Meine Empörung richtet sich gegen den, von der LINKEN herausgebrachten, „Sozialkompass“, siehe -> http://www.die-linke-wetterau.de/content/presse/557-neu-sozialkompass-f%C3%BCr-die-wetterau.html
Ich erlaube mir zunächst, Kollegen zu zitieren:
Viele Jahre ist es mittlerweile her, als Die Linke noch Widerstand gegen Hartz IV leistete. Siehe  die Broschüre „Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt“ – Hinweise und Tipps für Hartz IV-Betroffene:

http://die-linke.de/…/0801_fraktion_tipps_fuer_hartz_iv_bet…

Die Linke heute (und nicht nur Die Linke – Kreisverband Wetterau!) schlägt sich mittlerweile auf die Seite der Hartz IV-„Begünstigten“.
In Ihrem „Sozialkompass“ findet man keinen Widerstand, nein, im Gegenteil, dem ALG-II-Empfänger werden unter dem Begriff „Arbeit finden“ Adressen von Leih- und Zeitarbeitsfirmen, privaten Arbeitsvermittlern, präsentiert. (Seite 6)
Was ist das Linken-Credo doch sonst?
Gegen Leiharbeit, gegen prekäre Arbeit…wenn ich mich recht erinnere!

Private Firmen und private Adressen sind die Ausnahme…

…so lautet es in der Einleitung auf der HP der Linke/Wetterau. Genau dies trifft auf die „Arbeitgeber“ (natürlich) nicht zu. Da wäre es – nicht nur – aus meiner Sicht gewiss sinnvoller gewesen, auf Adressen von Ausbeuterfirmen und „privaten Arbeitsvermittlern“ gänzlich zu verzichten

Und auch sonst erinnert diese „Hilfebroschüre“ ein Stück weit an das Pamphlet des Jobcenters Pinneberg aus dem Jahr 2013 ( http://www.n-tv.de/politik/Hartz-IV-Empfaenger-verkauft-eure-Moebel-article11013516.html )…auf die Infantilisierung durch bunte Comicbildchen haben die Genossen dankenswerterweise verzichtet (einen gewissen Intellekt traut „der LINKE“ seinen erwerbslosen Mitbürgern als doch noch zu…wenigstens ein winziger Lichtblick)

Ebenso soll man sich, laut Die Linke Wetterau, bei der Jobbörse der Arbeitsagentur bewerben. Ob jemals einer der Autoren dieses „A-Sozialkompasses“ einen Blick auf die Seite der Arbeitsagentur geworfen hat, ist fraglich. Oder handelt es sich um Absicht? Vielleicht gar um Anbiederei oder sogar um Zusammenarbeit? Man weiß es nicht und wird es nie erfahren.

Weiter zu Punkt 3. Überleben – Seite 10.
Hier wird der Leser in unterwürfiger Weise auf die Tafeln, hauptsächlich von Caritas und AWO ( also auf Profiteure [siehe u.A. die von diesen Orgas gern ausgebeuteten genommenen „Ein-Euro-Jobber]), verwiesen, ebenso auf „Kinderkisten“, Kleiderläden und ähnliches im Umkreis von Wetterau. Dies könnte man so deuten: „Und hast Du nichts zum Fressen, dann wehr Dich nicht, sondern friss Müll!“

Die „Ratschläge“ zum Thema Wohnung/Umzug (Seite 58) sind in Teilen unterirdisch.
Es wird auf ein „Muss“ zur vorherigen Einholung einer „Umzugsbewilligung“ abgestellt.
Danach könne ein Antrag auf Umzugskosten und Kautionsdarlehen gestellt werden.
Dies so (vereinfacht) zu formulieren, ist aus meiner Sicht sowohl faktisch eine falsche Darstellung, daher irreführend als auch ein (vermutlich nicht gewolltes) „Unterstützen rechtswidriger Forderungen“ mancher Jobcenter(mitarbeiter).
Und noch etwas zum Thema Wohnen, liebe Genossen:
Wenn Ihr schon (vermutlich zu Recht) beanstandet, dass das sog.“schlüssige Konzept“ des Wetteraukreises alles andere als schlüssig ist, warum geht Ihr dann nicht geschlossen dagegen vor?
Betroffene mit der Ablehnung für eine vermeintlich „unangemessen teure Wohnung“ in der Hand dürften doch gewiss bei Euch schon vorgesprochen haben.
Die könntet Ihr begleiten und unterstützen auf dem Klageweg.
Der Wetteraukreis wäre nicht die erste Kommune, deren „nicht-schlüssiges Konzept“ seitens der Gerichtsbarkeit in den Orkus geschickt wurde…

Fast schon gnädig erscheint es, wenn man nach Durchsicht dieses unsozialen Pamphlets zum Ende der Broschüre gelangt und liest, dass der Verkaufspreis für Menschen mit geringem Einkommen 1 € beträgt – statt 2,50 €. Es stellt sich nur die Frage, ob Die Linken in der Wetterau einen stigmatisierenden Nachweis für diese Preisreduzierung verlangt.

Tja, verehrte Genossen, gut gemeint ist noch lange nicht gut gemacht, das zeigt Euer netter Sozialkompass deutlich. Und nett ist halt noch immer der kleine Bruder von Sch****

@Undine 😉 Ich glaube, wir sollten unser Nachschlagewerk bald in Angriff nehmen…

Ein neuer Artikel? Mitnichten, nur eine…

 

…Sammlung von Zitaten und Aphorismen, die,in den Kontext gestellt mit erlebten Situationen  in Jobcentern, gewiss die passende „Antwort“ gewesen wären.

Wie in „über mich“ dargestellt, liebe ich Zitate und denke durchaus, sie auch passend verwenden zu können…was vor einiger Zeit zur Folge hatte, dass der Geschäftsführer der MainArbeit in einer an mich gerichteten Mail mutmaßte, ich besäße eine, Zitat, “ Zitatensammlung vom Wühltisch einer Bücherei“ 😀
Niedlich, nicht wahr? Und so sachlich…
So sehr ich dann aber auch suchte, eine solch umfängliche Sammlung, wie ich sie benötigen würde, um auf die verschiedensten Sachverhalte mittels Zitat antworten zu können, habe ich leider nicht gefunden.
Mir bleibt also nach wie vor nichts Anderes übrig, als auf meine zahlreichen Bücher (und das im Gehirn Abgespeicherte) zurückzugreifen.

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Erfahrung heißt gar nichts. Man kann seine Sache auch 35 Jahre schlecht machen.
Kurt Tucholsky

„Antwort“ auf Bemerkungen wie: „Ich arbeite lange genug im Jobcenter, um das beurteilen zu können“ , „Ich kann mir aufgrund meiner Erfahrung ein Bild machen“ usw.

Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf. Aber wer sie weiß und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher.
Bertolt Brecht

„Antwort“ auf dreiste Lügen, die getätigt wurden, um rechtmäßige Leistungen vorenthalten zu wollen, obschon deutlich auf die Rechtslage hingewiesen wurde.

Das größte begangene Böse ist das Böse, das von Niemanden getan wurde, das heißt, von menschlichen Wesen, die sich weigern, Personen zu sein.
Hannah Arendt

Keine Schneeflocke in einer Lawine wird sich je verantwortlich fühlen.
Stanisław Jerzy Lec

„Antworten“ auf das immerwährende Rechtfertigungs-Mantra vieler Jobcentermitarbeiter, doch nur das Gesetz zu befolgen, die Vorschriften, die Fachanweisungen…

Die wohlfeilste Art des Stolzes hingegen ist der Nationalstolz. Denn er verrät in dem damit Behafteten den Mangel an individuellen Eigenschaften, auf die er stolz sein könnte, indem er sonst nicht zu dem greifen würde, was er mit so vielen Millionen teilt.
Wer bedeutende persönliche Vorzüge besitzt, wird vielmehr die Fehler seiner eigenen Nation, da er sie beständig vor Augen hat, am deutlichsten erkennen. Aber jeder erbärmliche Tropf, der nichts in der Welt hat, darauf er stolz sein könnte, ergreift das letzte Mittel, auf die Nation, der er gerade angehört, stolz zu sein. Hieran erholt er sich und ist nun dankbarlich bereit, alle Fehler und Torheiten, die ihr eigen sind, mit Händen und Füßen zu verteidigen.
Arthur Schopenhauer

„Antwort“ auf latenten und offen zu Tage tretenden Rassismus, der von manch Mitarbeiter geäußert wird, ungeniert häufig, manchmal auch -vermeintlich- ungehört. Aber – insbesondere im Hinblick auf aktuelle Ereignisse –  gleichsam auch die Antwort auf Äußerungen von vielen anderen, ebenso erbärmlichen Wesen…

Wer wirklich Autorität hat, wird sich nicht scheuen, Fehler zuzugeben.
Betrand Russell

„Antwort“ auf die mannigfachen „politischen Relativierungen“, das In-Abrede-stellen objekiv nachzuweisender Mißstände, welche gebetsmühlenartig vom/n Geschäftsführer/n der MainArbeit/Jobcenter kolportiert werden

Die Strafe, die züchtigt, ohne zu verhüten, heißt Rache.
Albert Camus 

„Antwort“ auf „Argumente“ von Sanktionsbefürwortern

 

Wähle einen Beruf den Du liebst, und Du brauchst
keinen Tag in Deinem Leben mehr zu arbeiten.
Konfuzius 

„Antwort“ auf all die Weiterbildungs,Ausbildungs und Qualifizierungsverweigerer, die da meinen, es gäbe keinerlei Rechtfertigung dafür, einen Beruf anzustreben, den mensch aus tiefster Überzeugung ausüben möchte.
Wer mag, kann sehr gerne ergänzen…

 

MainArbeit – Security oder gefährliches Sicherheitsrisiko?

Nachstehend eine Mail, welche ich an die Bereichsleitungen und den Teamleiter „Erdgeschoss/Security“ richtete.
Der Inhalt ist selbsterklärend, die roten Anmerkungen sind, wegen evtl. „Überspitzung“, im Original nicht enthalten.

Guten Tag Herr O***,

wie Ihnen sicherlich noch erinnerlich ist, sprach gestern ein Mitarbeiter der MainArbeit-„Security“ bei Ihnen vor, um nachzufragen, ob es erlaubt sei, einem Menschen auf dessen Bitte hin (und unter Verweis auf aktuelle Kollapsgefahr) ein Glas Wasser zu bringen.
Dieser, in seiner Gesundheit massiv bedrohte Mensch vom gestrigen Tag, das bin ich.
Ich möchte vorweg schicken, dass ich KEIN Leistungsberechtigter der MainArbeit bin, ich war in Ihrem Haus lediglich in der Funktion des Beistands. Ich hätte aber auch „sonstwer“ sein können, Journalistin beispielsweise…

Diese Einschränkung soll nicht (!) bedeuten, dass ich hinsichtlich angewandtem Anstand unterscheide zwischen Betroffenen ( á la -> bei „Hartzern“ ist abfälliges Verhalten legitim) und anderen Besuchern der MainArbeit ( á la -> „gute Bürger“, die muss man anständig behandeln)
Es soll nur verdeutlichen, dass gegenüber Niemandem, der die MainArbeit als „Besucher“ betritt, seitens der sog. „Securities“  auch nur der geringste Respekt gezeigt wird!

Obschon ich den Mitarbeiter deutlich darauf hinwies, dass es mir aktuell sehr schlecht geht und ich dringend ein Glas Wasser BENÖTIGE, ging er in einem Tempo, bei welchem man ihm locker während des Schleichens die Schuhe hätte besohlen können, zunächst zu Ihnen, um sich Ihr OK abzuholen.

Das hatte deutlich etwas von Provokation!


Mit Verlaub Herr O***, welche Auffassung von einem Mindestmaß (!) an menschlich-humaner, ethisch-verantwortlicher Reaktion herrscht hier in der MainArbeit vor?

Diese Frage ist eher rhetorischer Natur…

Wieso muss ein MA sich die Erlaubnis einholen, einem älteren und offensichtlich (!) aktuell fast kollabierendem Menschen (ich musste gestützt werden) ein Glas Wasser anzureichen?
Welche Dienst/Fachanweisung besagt dies?
Oder ist auch bei den sog. „Securities“ das vorrangige Einstellungsmerkmal, jedwede Empathie und vor allem den gesunden Menschenverstand – spätestens ab Betreten des Gebäudes der MainArbeit – zu deaktivieren und sie agieren dann entsprechend autark-menschenverachtend?

Auf eine Antwort bezüglich der Dienstanweisung warte ich gespannt, vielleicht auch vergebens…

Als nach über 4 Minuten der Benannte noch immer nicht da war, fragte ich bei seinem älteren Kollegen nach.
Dieser befleißigte sich eines herrischen und herablassenden Tonfalls und meinte (Zeuge vorhanden) „Ich solle mal nicht so einen Stress machen“
Mit Verlaub, Herr O***, welches Menschenbild herrscht offenbar auch (!) in dieser alleruntersten Charge vor?
Gestatten Sie mir diese beißende Polemik:
Sind die Menschen, die – warum auch immer – die MainArbeit frequentieren, per se „Untermenschen“, welche durchaus auch umkippen oder gar verrecken dürfen?

Auch rhetorisch. Viele Menschen, darunter auch ex-und interne Bedienstete in und für die MainArbeit, vertreten diese Auffassung. Leistungsberechtigte sind in vieler Menschen Augen „Assis“, die man getrost wie den letzten Abschaum behandeln darf. Folgen dauerhafter medialer Hetze, eines gnadenlosen A-Sozialgesetzes, mangelnder Fähigkeit zum Selbstdenken und letztlich auch Begleiterscheinungen der strukturellen Gewalt.


Ich bin herzkrank, Diabetiker UND Hypertoniker, mein Blutdruck steigt – insbesondere nach stressintensiven Gegebenheiten wie dem vorangegangenem Termin – häufig in schlaganfallrelevante Höhen. Ihr Kollege Ei*** hat das bereits miterlebt und löblicherweise SOFORT reagiert.
Ich MUSS dann umgehend Wasser trinken UND meine Notfalltablette zu mir nehmen.
Hätte der Betroffene, als dessen Beistand ich gestern im Hause war, mich nicht gehalten, wäre ich während der Wartezeit schlicht umgefallen!
Hätten die sog. „Securities“ dann auch noch um Erlaubnis ersuchen müssen, den RTW anzurufen?

Grundsätzlich ist es merde-egal, ob jemand krank ist oder „nur“ einen Schwächeanfall hat oder oder… einem Menschen, der unter Hinweis auf aktuelles Unwohlsein um Wasser bittet, dem lehnt man diese Bitte nicht ab, da reagiert man, PUNKTUM!

Es geht hier auch um die Frage, ob  künftig eine Straftat, also eine Unterlassene Hilfeleistung nach § 323c StGB vorliegen kann, wenn auch künftig in dieser menschenverachtenden Form agiert, ZU spät reagiert resp., einem „Kunden“ die Bitte um Hilfe abgeschlagen wird.
Der Gesetzestext im StGB wird wie folgt formuliert: „Wer bei Unglücksfällen oder gemeiner Gefahr oder Not nicht Hilfe leistet, obwohl dies erforderlich und ihm den Umständen nach zuzumuten, insbesondere ohne erhebliche eigene Gefahr und ohne Verletzung anderer wichtiger Pflichten möglich ist, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.“

Es wäre i.d.T. hochinteressant zu wissen, wie im Falle von „erheblichen, gesundheitsschädlichen Folgen“ (wegen zu später oder gar keiner Reaktion) eine gerichtliche Würdigung ausfallen könnte…

Ich fordere Sie eindringlich auf, auch diesen Umstand künftig zu bedenken und entsprechende, klare Anweisungen an das fremde „Fach“personal zu erlassen. Ob dieses „Fach“personal tatsächlich „vom Fach“ ist, sprich, zumindest die Prüfung zur GewO34a bestanden hat, wage ich anzuzweifeln. Denn auch Fragen zum § 323c StGB sind in den Prüfungsfragen implementiert…

Gesunden Menschenverstand und Empathie spreche ich diesen „Securities“ ohne jedweden Zweifel aber rundweg ab.
Ihrer Stellungnahme sehe ich entgegen und verbleibe

Schaun mer mal, ob, und wenn, was da als Antwort kommt.
Fakt ist, wäre mir in dieser „Institution“ ein Schaden aufgrund verschleppter Hilfeleistung entstanden, hätten die – insbesondere aber der schon vielfach sehr unangenehm aufgefallene, ältere – (Un)Sicherheitsmitarbeiter keinerlei Chance mehr, sich in der nächsten Zeit noch einmal abfällig seines Mundwerks bedienen zu können…frei nach dem Motto:
„Huste mal, wenn Du keinen Hals hast“…

In aller Kürze: Zitate diametral – Ghandi vs. Droste

Wenn Dinge unvereinbar scheinen,
wenn Gegebenheiten sich diametral gegenüberstehen,
wenn – auch nach bestmöglicher Prüfung – es sich als unmöglich erwiesen hat, konträre Standpunkte in einen Konsens zu überführen, dann…

…ja, dann muß mensch sich für die eine oder andere Variante entscheiden (und ggfs die aus dieser Entscheidung resultierenden Konsequenzen  auch ertragen)

Hier und heute – wie in der Überschrift erwähnt, als Zitat – stehen sich gegenüber:
Wiglaf Droste, zeitgenössischer Autor und Satiriker, seine Worte:

„Das ist die Lehre von Mike Hammers Magnum:
Jesusmäßig die andere Wange hinhalten ist Quatsch mit Soße.
In seine Feinde soll man Löcher machen – und zwar große.“

vs.
Mahatma Ghandi, Friedensnobelpreisträger, der da sagte:

„Auge um Auge, und die Welt wird erblinden“

Hinsichtlich der eingangs erwähnten Unvereinbarkeit der beiden Zitate zitiere ich abschließend noch den dazu passenden Spruch von
Gaius Julius Caesar – römischer Feldherr
( so bezeichnet man den Oberbefehlshaber und höchsten Militärangehörigen im Krieg ) – und laut Überlieferung [Plutarch] als gebildeter Patrizier der griechichen Sprache mächtig)

„ἀνερρίφθω κύβος“

Alles zu kryptisch? Macht nix, Aufklärung erfolgt zu gegebener Zeit…

 

Quo vadis, Welt?

Die Liebe und das Mitgefühl sind die Grundlagen für den Weltfrieden – auf allen Ebenen.
Dalai Lama

Vorwort

Der nachstehende Text entstammt – leider – nicht meiner „Feder“.
Diese Feder streikt angesichts der (scheinbaren?) Sinnlosigkeit meines/unseres „An-Schreibens“ gegen das immer deutlicher werdende Ungleichgewicht in unserer Gesellschaft immer häufiger.

Sie streikt, weil die dreiste Verlogenheit Weniger die Barbarei, das Greuel, die Menschenverachtung gegenüber Vielen kleinredet, relativiert und euphemistisch als „alternativlos“ darstellt (an dieser Stelle spanne ich einen welt-weiten Bogen, von Syrien über Griechenland bis hin zum „verharzten“ Deutschland…den sowohl gedanklichen als auch faktischen „Zusammenhang“ zu erkennen, bitte ich an dieser Stelle selbst anzustrengen)

Sie streikt ob der (scheinbaren?) Sinnlosigkeit jedweden Aktivismus‘ für eine andere (bessere) Gesellschaft.
Sie streikt in Folge eines stumpfen Gefühls der Hilf-und Machtlosigkeit gegenüber einer (scheinbaren?) Übermacht derer, welche die Geschicke dieser Welt lenken, geradewegs in eine Zukunft hinein, die für uns – und vor Allem für unsere Kinder – keineswegs als „glücklich“ bezeichnet werden kann.

Sie streikt aber insbesondere deshalb, weil die „feder“führende Hand, welche sich seit Jahren in versöhnlicher und liebevoller Geste auch oder gerade den Menschen entgegen streckt, die sich mit dem „Bösen“ arrangiert zu haben scheinen, sich allmählich zur Faust zusammenballt.
Ungewollt, fast unmerklich, schleichend und damit umso beängstigender.
Es scheint mir daher derzeit die schwierigste Übung schlechthin zu sein, Mitgefühl und Menschenliebe in mir selbst aufrecht zu erhalten, meinen Zorn und auch die Angst zu rationalisieren und zu versuchen, diese Emotionen nach wie vor in konstruktive Bahnen umzuleiten. Impulsen wie Wut zu widerstehen, Gleiches nicht mit Gleichem „vergelten“ zu wollen…

Rainhard Fendrich schrieb in seinem Lied „Irgendwann“ die Textzeile:
…Aber irgendwann, du wirst es ned gneissen (= verstehen)
Irgendwann, da frißt deren Schmäh
Irgendwann, es ist zum scheissen
Irgendwann, dann bist so wie die…

Ob auch er Nietzsche gelesen hat? Ich weiß es nicht. Unter’m Strich jedenfalls kommt er auf das gleiche Ergebnis, wenngleich vermutlich als Resultat völlig verschiedener Ansätze

Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehn, dass er nicht dabei zum Ungeheuer wird. Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein.

Friedrich Nietzsche (Werk: Jenseits von Gut und Böse, Aph. 146)

Ich danke an dieser Stelle @sbo herzlich für die freundliche Überlassung des nachstehenden Textes.
Es wäre mir wohl momentan selbst nicht möglich gewesen, meine – völlig identischen  – Gedanken und Gefühle so zu formulieren.
_________________________________________________________________

Unsere Gesellschaft scheint an Hass und Narzissmus zu ersticken.
Wie im Wahn streben wir danach, höher zu kommen, schneller und besser zu sein, als alle anderen. Zwanghaft suchen wir nach Selbstbestätigung, so als wären wir nichts ohne dass uns ständig einer sagt, wie gut wir sind, ohne, dass wir ständig andere abwerten müssen, um gefühlt eine Stufe höher zu stehen.
Wir pushen unser kleines, zerbrechliches, bedürftiges Ego mit Fußtritten auf unseresgleichen.
Der Einzelne bildet sich ein, im Besitz der einzigen Wahrheit zu sein. Wir sind vereinzelt. Wir wollen gut und klug sein, und den Schein unseres „Gutseins“ und „Klugseins“ verteidigen wir so aggressiv, dass unser Mitgefühl stirbt. Wir bekämpfen uns. Wären wir Blätter an einem Baum, würde dieser an unserem Kampf zugrunde gehen und wir mit.

Wenn wir daran dächten, dass unser Sein, unser Handeln, all unsere Gedanken und Ängste auf unseren Erfahrungen beruhen. Wenn wir daran dächten, dass all unsere Wahrnehmungen nur subjektiv sein können. Wenn wir daran dächten, dass die meisten Emotionen auf Angst basieren. Angst, nicht mitzuhalten. Angst, nicht anerkannt zu werden. Angst, einen Krieg zu erleben. Angst, zu sterben. Angst, elendig gewaltsam zu krepieren, wie täglich tausende Menschen. Angst, einen Freund, ein Kind, die Mutter, die Schwester zu verlieren. Rückzug und Depression oder Aggression und Hass sind die möglichen Antworten auf Angst. Sind wir Tiere im Käfig?

Können wir nicht verstehen, dass wir Mitgefühl, Solidarität – einen Plan – und nicht Krieg und Hass brauchen?

Wann werden wir erkennen, dass es „die Wahrheit“ nicht gibt? Werden wir irgendwann begreifen, dass wir ALLE nur Tell eines großen Ganzen sind, und dass unsere Kriege den „Baum“, der uns Leben gibt, zerstören werden?

Jeder Mensch, der leidet, der hungert, der flüchtet, der zwischen Elend und Tod in einer Situation leben muss, die wir ändern könnten, aber es nicht tun, zerstört uns am Ende alle. Wir sind keine von allem abgetrennten Wesen.

Wozu haben wir sprechen gelernt, wenn wir die Sprache nicht für Verständigung nutzen, sondern nur dazu, uns aufzuwerten, uns zu bestätigen? Jeder, ausnahmslos jeder, wurde als kleines, unschuldiges Baby geboren. Und jeder wurde durch die Umstände zu dem, was er ist, was er denkt, was er fühlt. Verdammt noch mal, wir sind doch aufeinander angewiesen!

Mitarbeiter der Jobcenter sind keine Idioten. Stimmt fast, denn…

…Pauschal-Schelte ist niemals zutreffend ;).

Allerdings übersieht der Mitarbeiter, welcher diese Mail an Inge Hannemann richtete, bei seiner Kritik vermutlich, dass viele seiner Kollegen eben NICHT kritisch sind, dass sie abgestumpft, müde, in Sorge um ihr eigenes (befristetes) Arbeitsplätzchen oder eben auch Überzeugungstäter sind.
Einem ebenso pauschalierenden „…sind keine Idioten…“ kann ich insbesondere im Hinblick auf die letztgenannte „Spezies“ daher nicht zustimmen.
Schade ist es auch (verständlich dennoch, so aus der ur-eigensten „Betroffenensicht“ dieses Jobcentermitarbeiters gesehen), dass er zwar Bezug nimmt auf die Wallraff-Reportage, inhaltlich aber lediglich auf die schönfärberischen Stellungnahmen der BA-„Elite“ hinsichtlich der offensichtlichen „Verarsche“ gegenüber den eigenen Kollegen Stellung nimmt.
Äußerungen, die einem Parallel-Universum zu entspringen scheinen, finden sich keineswegs nur in der Mitarbeiterzeitung „Dialog“, so z.B. Heinrich Alt, als er in der Frankfurter Rundschau von einer Kultur der Wertschätzung fabulierte…kurz nach der Wallraff-Sendung
http://www.fr-online.de/gastbeitraege/hartz-iv-und-bundesagentur-fuer-arbeit-fuer-eine-kultur-der-wertschaetzung,29976308,30573666.html
Ein offenes Wort dergestalt, dass sich durch diese verlogenen und heuchlerischen Stellungnahmen von Alt,Weise und Becker insbesondere die Leistungsberechtigten und die (altgedienten) Aktivisten als Lügner gebrandmarkt sehen, vermisse ich in der ansonsten wohltuend kritischen Mail doch sehr…

altonabloggt

Guten Tag Frau Hannemann!

Mit großem Entsetzen und Wut haben wir die neueste Ausgabe der internen „Propagandazeitung“ „Dialog“ zur Kenntnis genommen. Es ist so gekommen, wie wir geahnt haben: Gehirnwäsche wie immer, erneut werden Missstände verleugnet und die Vorstände Weise, Alt und Becker vertuschen ihre Fehler.

Das interne Interview von Herrn Becker ist eine bodenlose Frechheit. Er behauptet: “Mitarbeiter fühlen sich durch die Sendung Wallraff verunglimpft“. Wir haben uns den Bericht mehrmals angesehen, eine Verunglimpfung unserer Kollegen/innen ist absolut nicht zu erkennen. Ganz im Gegenteil: Sie haben endlich mal die Wahrheit über die jahrelangen Missstände gesagt, die von der Behördenleitung permanent verleumdet werden. Schade, dass Herr Wallraff nicht bei uns war. Danke Wallraff!

Die Einzigen, die hier durch die Bundesagentur für Arbeit-„Führung“ verleumdet werden, sind der Journalist Wallraff, die gezeigte Wahrheit und viele Kollegen bundesweit.

Weiter sagt Becker: (…) „es kann durchaus mal sein, dass eine Maßnahme…

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Auf ein Wort

An dieser Stelle hatte ich mittels „rebloggen“ einen Artikel aus dem Blog „Mein Name ist Mensch“ verlinkt.
Grob geschildert ging es um eine, seitens eines Jobcenters unterstellte, „eheähnliche Gemeinschaft“.
Das JC verfügte eine Leistungseinstellung, welche auch das kranke Kind der „Zwangsverehelichten“ betraf, da der männliche Part sich weigerte,  seine Einkünfte nachzuweisen. Das leidige Thema „Einstandsgemeinschaft“ eben…oftmals heiß und kontrovers diskutiert seit Jahren.
Da der Beitrag im Orig.Blog offenbar gelöscht wurde, vermute ich, dass der Betroffene dies so wünschte. Das ist, wenn, natürlich zu respektieren.
Irgendwie ist es aber dennoch schade, denn wenn Beiträge rebloggt werden können und der rebloggende Verbreiter nicht täglich Kontrolle liest, dann steht nach Löschung nur mehr eine Überschrift einsam im Raum…und die Diskussion in den Kommentaren wirkt sinnentleert. Dankenswerterweise wurde ich auf das Verschwinden des Ursprungsartikels von einem lieben Leser zeitnah hingewiesen… 😉

MainArbeit, Obdachlosigkeit und die verlorene Menschenwürde

Wie bereits hier https://erbendertara.wordpress.com/2015/02/21/mainarbeit-der-unsagliche-umgang-mit-obdachlosen/ berichtet, begleite ich derzeit eine ältere Dame, die Tag für Tag ein wenig mehr an den unwürdigen und gesundheitsbeeinträchtigenden Zuständen innerhalb der ihr zugewiesenen „Hotel-Notunterkunft“ zerbricht.

Dass sowohl die Gesundheit als auch der letzte Rest Menschenwürde für obdachlose Offenbacher unter Finanzierungsvorbehalt stehen, ist leider nichts Neues.
Die – auch in anderen Fällen – immer wieder bis zum Erbrechen betriebene Politik der Schuldzuweisungen und Schutzbehauptungen ist ebenfalls kein Novum.
Es ist auch eine Tatsache, dass sich weder Kommunalpolitik noch sonstige „honorige Bürger“ für das obdachlose Klientel einsetzen, diese Menschen interessieren schlicht nicht.
So lässt es sich vermutlich auch erklären, dass niemand ausser den Betroffenen selbst aufschreit und sich gegen Grundrechtsverletzungen – körperliche Unversehrtheit sei beispielhaft genannt – zur Wehr setzt.

Besuchsverbot in allen Notunterkünften…

aus „gutem“ Grund!
Das wahre Ausmaß, die wahren Zustände sollen (!) nicht bekannt werden… auch wenn eine Bekanntheit nichts daran ändern würde, dass sich niemand für diese unsäglichen Zustände interessiert, besser, zumindest niemand, der diese Zustände zum Positiven hin verändern könnte…

Auf der Suche nach Informationen stieß ich auf diesen Artikel in der Offenbach Post
http://www.op-online.de/lokales/nachrichten/offenbach/offenbach-bewohner-berichten-notunterkuenften-3514400.html

Auszugsweise daraus zitiert:
Dann sei vier Wochen lang in der Wohnung kein warmes Wasser geflossen; in den Wänden klafften Löcher, der Abfluss sei kaputt gewesen, das Licht im Hausflur defekt, das Bad schimmelig. „Der Hausmeister tut, was er kann, aber er kriegt kein Geld für die Renovierung, weil Mainarbeit und Diakonie (Dachverband der ZVU; die Red.) sich um die Kosten streiten...

Das möge mir bitte jemand erklären!

Alle (!) Offenbacher Notunterkünfte, ob gemeinschaftliche oder „Hotels“ gehören privaten Betreibern/Besitzern.
Es bestehen Nutzungsverträge, welche die finanzielle Seite klar regeln.
Ein Objektbesitzer bekommt von der MainArbeit als Leistungsträger also ein gewisses Entgelt für die Überlassung der Räumlichkeiten an Obdachlose.Abgerechnet wird über die bevollmächtigte (?) ZVU.
Die Räumlichkeiten befinden sich dennoch im privaten Besitz!
Für Reparaturen und Instandhaltung ist somit der Besitzer verantwortlich, denn es ist SEIN Haus, sein Hotel.
Diese meine Überlegung erachte ich auch insofern noch als schlüssig, alsdass es der Gipfel des Hohns wäre, den Leistungsträger hier ebenfalls in’s Obligo nehmen zu wollen, denn:
Pro Bett (!) werden täglich minimum etwa 20.-€ seitens der privaten Betreiber/Hausbesitzer eingefordert.
So kommt man bei einer notuntergebrachten 10-köpfigen Familie ganz schnell einmal auf knapp 3000.-€ Mieteinnahme – für eine Wohnung (!) mit 64m² http://www.extratipp.com/news/aufreger/familie-kleine-2483630.html

Mensch muss wahrlich kein Rechenkünstler sein, um eine Hochrechnung anzustellen: Diese privat betriebene Notunterkunft hält 8 oder mehr (müsste ich nochmals aufsuchen) Wohnungen vor. Legt man eine durchschnittliche Belegung von 4 Menschen pro Wohnung zugrunde (8×4=32) und einen durchschnittlichen Kostenaufwand von 500.-€ pro Mensch und Monat (30×20…abgerundet) so kommt man auf (32×500) ca. satte 16000.-€ Mieteinnahmen monatlich.
Von einer solchen Summe träumt wohl jeder Besitzer einer derart heruntergekommen Immobilie.
Zum Vergleich:
In meinem – sehr gepflegten – Wohnhaus (ebenfalls 8 vermietete Wohnungen) erzielt der Vermieter 4000.-€ +/-.
Selbst wenn man noch evtl. fällige Gebühren für die Koordination der ZVU, den Lohn für den Hausmeister und die Stromkosten in Abzug bringt, bleibt zu konstatieren:

Mit Armut verdient sich so mancher eine goldene Nase

Allein dieser private Hausbesitzer (GbR) hält drei große, heruntergekommene (und damit an Nichtbedürftige kaum zu vermietende) Immobilien vor.
Unter Einsatz des gesunden Menschenverstandes lässt sich dann auch eine Analogie herstellen zu den Hotelbetreibern:
Würde „es sich nicht rechnen“, träfen sie auch keine Abkommen mit der Kommune!

Besuchsverbot auch in Hotels, damit die Zustände nicht publik werden ?

„Behördlicherseits“ wurden auch die sanitären Anlagen in Hotels offenbar in Augenschein genommen und als „angemessen“ befunden.
Nun, ich glaube zunächst nichts, was ich nicht selbst gesehen habe.Insbesondere, wenn die MainArbeit in irgend einer Form involviert ist. Doch steht einem Besuch in einer Notunterkunft zunächst das Besuchsverbot entgegen.
Dies mit „Hausrecht“ zu begründen, ist aus meiner Sicht aus mehreren Gründen nicht haltbar (hier jetzt das Grundgesetz – Art. 1, 2, 3 – und/oder die Europäische Menschenrechtskonvention – Art. 8/Art. 14 – anzuführen, geht an dieser Stelle zu weit )
Wenn Mitarbeiter der MainArbeit dann aber noch auf Beschwerden diesbezüglich mit – Zitat aus dem oben verlinkten Artikel in der Offenbach Post – folgender Aussage glänzen:

Hausrecht geht vor Grundrecht“, habe ihm der zuständige Sachbearbeiter auf seine Beschwerde hin gesagt…

dann fällt mir so rein gar nichts mehr ein.

Eine eigene Inaugenscheinnahme vorzunehmen, ist für Aussenstehende also sehr schwierig (Zerberus, der Höllenhund könnte von so manchem „Concierge“ noch viel lernen 😉 ), nichtsdestotrotz ist es mir mehrfach gelungen.
Die Schilderungen, auch oder insbesondere die der Leistungsberechtigten Geyer, sind nicht übertrieben.

Das Alles sind bislang nur (teils fotodokumentarisch fixierte) Feststellungen, die den Betroffenen (noch) nichts nützen.Und doch – nennt mich gerne naiv, liebe Leser – werde ich am Ball bleiben und die Hoffnung, dass sich etwas Grundsätzliches verändern kann, nicht vorschnell aufgeben…

 

 

 

 

MainArbeit – Der unsägliche Umgang mit Obdachlosen

Ich fasse die Vorgeschichte kurz zusammen, ausführlich kann mensch sie in der Offenbach Post -> http://www.op-online.de/lokales/nachrichten/offenbach/mainarbeit-offenbach-gibt-hartz-iv-empaengerin-drei-tage-zeit-umzug-4707465.html nachlesen.

Und es wird wahrlich nicht bei diesem bislang „ersten Schritt in die Öffentlichkeit“ bleiben!

Ene mene mu, und schuld bist Du (?)

Frau Geyer (64 Jahre) hat ein arbeitsames Leben gelebt, weit mehr als dreißig Jahre in die Sozialkassen einbezahlt. Dann verlor sie ihre jahrelange Arbeitsstelle aufgrund von Firmeninsolvenz, es folgten nurmehr kurzfristige und Aushilfstätigkeiten, letztlich Erwerbslosigkeit und „Hartz4“.
Irgendwann in dieser Zeit erkrankte sie an Alkoholismus, der dann zu „Impulskontrollverlusten“ führte.Diese zogen den Verlust der Wohnung nach sich, obwohl zu keinem Zeitpunkt Mietschulden bestanden.
Frau Geyer wurde von der MainArbeit „notuntergebracht“.

Trotz dieser schlimmen Situation gelang es Frau Geyer, ihre Krankheit als solche anzuerkennen, einen klinischen Alkoholentzug zu durchstehen und therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen.Und sie ist trocken – bis zum heutigen Tag –
Dies nötigt mir gehörigen Respekt ab!
Umso schlimmer also, wie mit der Betroffenen seitens der MainArbeit umgegangen wurde und wird!

Krank und alt

Wie im Artikel geschildert, liegt der MainArbeit ein fachärztliches Attest seit nunmehr 3 Wochen vor.
Die Erkrankungen als solche sind aber bereits seit Jahren bekannt.

Daher ist die Einlassung des Geschäftsführers, Dr. Schulze-Boeing, „man habe nichts von relevanten Krankheiten gewusst“, als reine Schutzbehauptung zu werten (ich selbst bevorzuge dafür allerdings das, meiner persönlichen Meinung hierzu entsprechende, Wort: Lüge)

Da Frau Geyer vor Längerem schon dem damals noch zuständigen ärztlichen Dienst der BA zugewiesen wurde, müssen ihre Erkrankungen aktenkundig sein (Eintrag in Verbis bzw. Lämmkomm, das sind die Erfassungssysteme des Jobcenters, bevor und nachdem die MainArbeit Optionskommune wurde).
Die insulinpflichtige Diabetes (und die damit verbundene, zwingend einzuhaltende Hygiene, Stichwort „Diabetischer Fuß“) ist noch viel länger aktenkundig, denn Frau Geyer erhielt den 2008 abgeschafften ( BA in ihrer „HEGA 05/08 – 23 – Prüfung des Mehrbedarfs wegen kostenaufwändiger Ernährung (§ 21 Abs. 5 SGB II) /GA Nr. 17/2008) Mehrbedarf  zuvor im entsprechenden Umfang.
Noch etwas zur Diabetes:
Es sind zwingend (Zwischen)Mahlzeiten einzunehmen. Wie das in einem Zimmer ohne Kochmöglichkeit, ohne Kühlmöglichkeit und ohne einen Tisch funktionieren soll, erschließt sich dem Herrn Geschäftsführer offenbar als Einzigem

Meine Einlassungen sind, s.O., verifizierbar!

Fakten vs. Schutzbehauptungen, weiter im Text

Die Darstellung, dass die Betroffene sich nicht um die Anmietung einer Wohnung gekümmert habe, ist ebenso falsch.
Gespräche hierzu fanden auch mit der zuständigen Arbeitsvermittlerin und der Leistungssachbearbeitung statt.
Wenngleich eine „Dokumentationsliste“ nicht wie gewünscht geführt wurde (krankheitsbedingt fällt Frau Geyer das handschreiben schwer), so müssten sich in den entsprechenden Akten auch Beratungsvermerke finden lassen, die Akteneinsicht (beantragt) wird dies zeigen.
Dass sich die Leistungssachbearbeiterin weigert, den entsprechenden E-Mail- und Schriftverkehr, auch innerhalb der bekannten Plattformen wie ImmobilienScout/ImmoNet, auf dem Tablet der Betroffenen anzusehen und entsprechend als „Bemühungen“ anzuerkennen, ist nicht Frau Geyers Problem.

Obendrein liegen mir stapelweise Zeitungen mit angekreuzten Annoncen und Kurzbemerkungen der Betroffenen vor.
Somit ist auch diese Einlassung von mir nachweissicher!

Was die Akzeptanz von vor Ort gezeigter, elektronischer Nachweise anbelangt, wird es Zeit, dass auch die MainArbeit endlich in „Neuland“ ankommt.
Eine Verweigerung diesbezüglich ist nicht nur engstirnig ausgelegtes Ermessen, es riecht schon förmlich nach Willkür…

Dazu kommt:
Es gibt nicht sehr viele „angemessene“ Wohnungen, die provisionsfrei (ohne Makler) zu bekommen sind.Frau Geyer ist seit knapp zwei Jahren notuntergebracht.

Wieso wurden dann erst vor kurzer Zeit sog. „Maklerscheine“ ausgehändigt? Warum nicht vor 6,8,10 oder 15 Monaten bereits?

Gefälligkeitsatteste, Exempel statuieren und Weiteres

Herr Dr. Schulze-Boeing sicherte gegenüber dem Journalisten der Offenbach Post zu, dass man das Attest Frau Geyers prüfen lassen wolle.

Dies ist nunmehr 3 (!) Wochen her, geschehen ist bis dato – NICHTS.

Und überhaupt:
Das Attest ist sowohl fachlich dezidiert geschrieben als auch laienverständlich formuliert. Mit welchem Recht wird also zum wiederholten Male übrigens – ein ärztliches Attest angezweifelt?
DAS erinnert an die Einlassung eines gewissen Herrn N. (Zuweiser der Zentralen Vermittlung von Unterkünften) welcher sich mir gegenüber im Falle einer risikoschwangeren Obdachlosen vor knapp zwei Jahren dergestalt dreist äußerte, dass er das Attest für ein Gefälligkeitsgutachten halte!

Jetzt möchte man also ein Gespräch veranlassen zwischen der „beratenden Ärztin“ – die MainArbeit verfügt über keinen Ärztlichen Dienst im Sinne der BA – und der Betroffenen.
Wäre ich gehässig, würde ich behaupten, man spiele auf Zeit, vielleicht erledigt sich der Problemfall ja von allein…aber Gehässigkeit liegt mir fern.

Da diese sog. „ärztliche Beraterin“ doch ohnehin angehalten ist, Stellungnahmen möglichst nur nach Aktenlage vorzunehmen, wieso ist das nicht bereits längstens geschehen? Das Attest liegt seit drei Wochen vor!

Chefsache, leider

Meinem gestrigen Telefonat mit der Teamleitung Leistung – welche ich im Übrigen nach wie vor als angenehmen Menschen wertschätze – war klar zu entnehmen, dass der „Fall Geyer“ nunmehr Chefsache ist.
Aus meiner Sicht war dies nach Einschaltung der Presse ohnehin zu erwarten, bedauerlich ist es dennoch. Gerade in einer solch verzwickten Situation wäre neben fundiertem Rechtswissen (dazu weiter unten mehr) nämlich auch Empathie gefragt!

Rechtsgrundlagen/ Rechtsmeinungen vs. Menschenwürde

Wenn Herr Dr. Schulze-Boeing darstellt, dass die MainArbeit „gesetzlich nicht zur Unterbringung verpflichtet sei“, dann ist diese Einlassung bestenfalls eine Halbwahrheit.
Tatsächlich sieht das SGB2 eine Notunterbringung als originäre Aufgabe nicht vor.
Die Unterbringung von Obdachlosen unterliegt dem Hessischen Gesetz über die öffentliche Sicherheit und Ordnung.
Im Spannungsfeld zwischen Finanzierung der Unterbringung (Sozialrecht) und eben diesem Landesrecht ist es aber eine – aus meiner Sicht unzulässige – Irreführung, eine solche Verlautbarung in der Presse zu lancieren. Der geneigte Leser sieht sich dadurch veranlasst, eine „mitfühlende Handlung“ der MainArbeit zu mutmaßen, im Sinne von:

„Ach schau an, das Jobcenter hilft, obwohl es gar nicht müsste“

Und dem ist mitnichten so!
Die Kommune ist in der Pflicht, und die MainArbeit ist Teil der Kommune. Es wäre ja durchaus möglich, dieses Aufgabenfeld den Ordnungs-und Sozialämtern zu übertragen, aber das wurde bislang nicht gemacht, im Gegenteil.
Daher ist die MainArbeit im Obligo, punktum.

Damoklesschwert Gemeinschaftsunterbringung

Nach wie vor steht die „Drohung“ im Raum, in diesem Kabuff Zimmer, welches Frau Geyer derzeit bewohnt, eine weitere Person unterzubringen.
Völlig abgesehen von dem  Zustand des Zimmers und unter Berücksichtigung der gesundheitlichen Situation Frau Geyers, ist dies schon rein rechtlich nicht haltbar. So zumindest lege ich das Hessische Gesetz über die öffentliche Sicherheit und Ordnung hinsichtlich der Menschenwürde aus (Fußnoten und Aufsätze hierzu s.u.)
Das „Zimmer“ im Hotel Europa, welches Frau Geyer „bewohnt“, hat die Maße 4,7 x 2,4 Meter, also nicht einmal 12m².
Gut 5 m² also pro Person!
Ohne Tisch, ohne Kochgelegenheit. Es darf getrost bezweifelt werden, ob dies noch mit „Menschenwürde“ ** in Einklang zu bringen ist.

Dies als „Doppelzimmer“ zu deklarieren – wobei es immer zu bedenken gilt, dass es sich bei den Bewohnern dann um 2 sich völlig unbekannte Menschen handelte – ist schon einigermaßen infam.

Zu dieser persönlichen Wertung muss dann noch das
http://www.landesrecht-hessen.de/gesetze/31_oeffentliche_sicherheit/310-63-hsog/hsog.htm

i.V.m. dem
http://www.rv.hessenrecht.hessen.de/jportal/portal/t/j60/page/bshesprod.psml?pid=Dokumentanzeige&showdoccase=1&js_peid=Trefferliste&documentnumber=2&numberofresults=22&fromdoctodoc=yes&doc.id=jlr-WoAufGHErahmen%3Ajuris-lr00&doc.part=X&doc.price=0.0&doc.hl=1#jlr-WoAufGHEpP1
addiert werden.

Die Fragen die sich hieraus ergeben, werden die nächsten Tage in Antragsform der MainArbeit zugehen, zudem werde ich mich an die entsprechenden Ministerien wenden.

Die Umquartierung

Wie im Artikel beschrieben, musste der Umzug von der „akzeptablen Notunterkunft“ im Kaiserhof hin zum Hotel Europa (1,5 KM) binnen drei Tage bewältigt sein.
Auf Nachfrage der Betroffenen, wie sie – alt und krank – das denn bewerkstelligen solle, riet ihr die Leistungssachbearbeitung, sich im Supermarkt hierfür einen Einkaufswagen zu holen.
O.k., die junge Dame hat offenbar
1.
keine Ahnung vom Verwaltungsrecht, denn eine Umquartierung ist ein Verwaltungsakt, der schriftlich und rechtsbehelfsfähig zu ergehen hat. Aber in Offenbach genügt, so vermutlich die Meinung der involvierten Bediensteten, ein schlichter Zuruf.*
2.
Einkaufen geht diese Mitarbeiterin offensichtlich auch nicht, sonst wüsste sie, dass Einkaufswagen eine Blockierung eingebaut haben und jenseits des Marktgeländes nicht mehr rollen.

Und was haben  syrische Flüchtlinge mit dem Ganzen zu tun?

Die Behauptung, dass Frau Geyer das Zimmer im Kaiserhof hätte räumen müssen, da Raum benötigt würde für, u.A., Flüchtlinge aus Syrien, lässt sich trotz gründlicher Recherche nicht verifizieren.
Das Argument „es kommen 17 syrische Flüchtlinge“ hörte ich im Übrigen bereits vor über drei Wochen vom Hausmeister einer der privaten Notunterkünfte in Offenbach.
Auch hier wurde binnen zweier Tage eine junge Frau von einer Unterkunft in die andere verlegt.
Daher halte ich die Aussage, das Zimmer im Kaiserhof sei einem anderen „Kunden“ der MainArbeit zugewiesen worden, zunächst für glaubhaft, Recherche folgt.

Das Argument, welches Frau Geyer gegenüber ebenfalls noch gebracht wurde, war das der Kostenersparnis.Sie „dürfe nicht mehr als 20.-€ pro Nacht kosten“.
Wenn die Unterbringung im Kaiserhof 820.-€ monatlich betrug , wie hoch ist die Einsparung (geschätzt 200.-€/Monat) dann?

Rechtfertigen 200.-€ monatlich an Einsparungen tatsächlich die billigende Inkaufnahme der gesundheitlichen Gefährdung Frau Geyers?
Wieviel ist ein Menschenleben wert?

Zudem äußerte die Leistungssachbearbeiterin gegenüber der Betroffenen sinngemäß, dass durch den „Umzug“ ihre Bereitschaft, sich eine Wohnung zu suchen, erhöht werden soll.
Auch das ist dreist, denn Frau Geyer muss nicht motiviert werden, sie will (!) endlich eine eigene Bleibe! Und sie suchte und sucht noch immer!
Fakt ist aber, dass ein Leistungsberechtigter, zudem ein Notuntergebrachter, denkbar schlechte Karten auf dem ohnehin angespannten Wohnungsmarkt hat.
Da hilft auch eine Zuweisung zur „Wohnraumberatung der Caritas“ herzlich wenig, der Termin war somit völlig überflüssig…
Stopp ganz so überflüssig doch nicht, denn auf diesem Wege erhielt ich Kenntniss über die rechtswidrigen Versuche (Lex Offenbach specialis), die Mietobergrenzen nach unten zu „regulieren“
Aber das ist ein anderes Thema…

Die ominösen 17 syrischen Flüchtlinge…

…argumentativ gegenüber einem verzweifelten Menschen in’s Feld zu führen, der sich in einer unerträglichen „Wohn“situation befindet, ist an Dummheit kaum zu überbieten.

So, genau so schürt und nährt man Ressentiments gegenüber „den Ausländern“, die „den Deutschen alles wegnehmen“.

Von PEGIDA und  anderem (braunen) G’sockse hat diese SB offenbar nichts mitbekommen, von den irrationalen Ängsten vieler „Geburtsdeutscher“ in Bezug auf „die Ausländer“ offenbar auch nicht…oder es interessiert sie schlicht nicht, was sie mit solchen Sprüchen auslösen kann. Das grenzt an geistige Brandstiftung!
Unfassbar!

Und überhaupt: Ich recherchiere seit Tagen, finde aber in der Presse keinerlei Mitteilungen darüber, dass, und wenn ja, wie viele Flüchtlinge die Stadt Offenbach überhaupt aufgenommen hat.
Immer wieder lese ich nur, dass die Kommunen im Landkreis Offenbach keine Kapazitäten mehr haben…von der Stadt Offenbach lese ich – NICHTS –
Die ominöse Zahl „17“ findet nur Niederschlag in einer Meldung aus Neu-Isenburg, doch da war von 117 Menschen die Rede (und das bereits zum Ende des letzten Jahres)
http://sdp.fnp.de/lokales/kreise_of_gross-gerau/Trafohaus-fuer-Fluechtlinge;art688,885023

War es nicht auch so, dass Offenbach eine Art „Sonderstatus“ hinsichtlich Flüchtlingsaufnahme genoss, weil hier noch bis vor Kurzem Hessens einziger Abschiebeknast war?

Es mag dennoch sein (die Abschiebehaft wurde ja nach Ffm-Preungesheim verlegt), dass auch die Stadt Offenbach (syrische) Flüchtlinge aufgenommen hat , aber hier gilt für mich: quod erat demonstrandum = beweist es (denn ich vertraue nicht auf eine solche Aussage aus dem Munde von bestimmten Mitmenschen)
Ich lasse mich gerne überzeugen!

Zum Abschluss sei gesagt:
Das Thema Geyer ist noch lange nicht durch. Das gilt im Übrigen für die gesamte Situation der Offenbacher Notunterbringungen und Notunterkünfte.
Offenbach ist kein rechtsfreier Raum, so sehr sich manch Zeitgenosse dies auch wünschen mag…

Fußnote *
Soll ein Obdachloser von einer bisherigen gemeindlichen Obdachlosenunterkunft in eine andere durch eine einheitliche Verfügung „umgesetzt“ werden, so muß in dieser grundsätzlich die Räumung der bisherigen Unterkunft und die Einweisung in die neue verfügt werden; gegebenenfalls bedarf es auch der Aufhebung der bisherigen Einweisungsverfügung.
VGH-BADEN-WUERTTEMBERG – Beschluss, 1 S 147/96 vom 08.02.1996

Fußnote **
problemfeldunterkunft

MainArbeit – eine Täuschung der ganz perfiden Art…

…und für mich, dieses Mal so ganz persönlich, eine mehr als unangenehme Form des Blendwerks (wahlweise auch: Hinterlist)
Kurzum:

Ich möchte speien, nicht nur wegen des Umgangs mit der Betroffenen, die heute bei mir war…

Versuchter Rechtsbruch oder „nur“ mieser Manipulationsversuch?

Das eigentliche Thema ist mit wenigen Sätzen erklärt. Eine Klientin, U25, alleinerziehende Mutter eines heute 7 Monate alten Babys, erhielt eine Einladung zur Arbeitsberaterin. So weit, so „normal“.
Direkt bei der Begrüßung äußerte diese Mitarbeiterin, es freue sie, dass die junge Frau diesmal ohne ihren Beistand (bis dato 😉 ich) gekommen sei, jetzt könne man ja „richtig“ reden.
Das „Reden“ zielte darauf ab, dass die junge Frau förmlich genötigt wurde, für ihr Baby (!) einen Platz in einer Krabbelgruppe zu organisieren, sie – die Mutter – müsse (!) – schließlich arbeiten…oder zumindest in eine Maßnahme!
Obschon die junge Frau betonte, dass sie für ihr Kind (man erinnere sich, ein Säugling , Mutter ist alleinerziehend) da sein möchte und sie wisse, dass das Gesetz ihr diese Möglichkeit auch einräumt, wurde der Druck erhöht.
Das ganze Spektrum der üblichen Psycho-Maschine kam zum Tragen, von Sprüchen wie
“ wer stellt Sie denn noch ein, wenn Sie 3 Jahre zu Hause bleiben“
über
„das Kind (damals 5 Monate!) müsse unter Gleichaltrige“
bis hin zu
„Ich (damit meinte die „Beraterin“ sich selbst) bin schließlich auch arbeiten gegangen“.

Für „Nicht-Informierte“:
Bis zum vollendeten dritten Lebensjahr eines Kindes muss sich ein (!) Elternteil nicht (!) dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stellen.
Eine alleinerziehende Mutter hat also alles Recht der Welt, erst einmal ausschließlich ihr Muttersein genießen zu dürfen!

Die Mitarbeiterin händigte der Betroffenen noch eine Liste mit KiTa’s aus, dann war das Gespräch beendet.
Es folgte später ein Schreiben, in welchem stand:

…am xxx forderte ich Sie auf, Ihr Kind in den Kitas „Erasmus“ und „Krawallschachtel“ ( Anm.: U3 – Kitas) mittels den ausgehändigten Kitaanmeldebescheinigungen anzumelden und mir diese bis xxx einzureichen.Dies haben Sie bis heute nicht erledigt.
Bitte reichen Sie bis zum xxx folgende Unterlagen ein bzw. beantworten Sie die Fragen:
1. Anmeldebescheinigung für beide Kitas oder wenn vorhanden
2. Kitavertrag
3. Betreuungszeiten in der Kita?
Sollte keine Aufnahme stattgefunden haben, bitte ich um Angabe der Hinderungsgründe.

Im Westen nichts Neues…

könnte mensch jetzt gelangweilt abwinken. Das probieren „die“ doch immer, könnte man ebenso sagen.
Alles richtig, auch Mütter von Säuglingen wurden und werden drangsaliert, auch ihnen wird viel erzählt…nur selten rechtlich Korrektes. Das ist leider bundesweit Gang und Gäbe.
Weshalb bin ich also, wie eingangs geschrieben, „persönlich“ so echauffiert?

Diese Frau gibt tatsächlich vor, Buddhistin zu sein!

Mit Verlaub, ich könnte ko****
Und ich ärgere mich doch auch ein wenig über mich selbst, dieses verlogene Blendwerk nicht viel eher durchschaut zu haben. Ich verteidigte diese Mitarbeiterin sogar, als sie mir zu einem früheren Zeitpunkt als unehrlich und „sanktionsgeil“ beschrieben wurde.
Ich wollte nicht glauben, dass ein Mensch, der die ethische Lehre des Buddha als seine annimmt, anderen fühlenden Wesen schaden will.
Durch Einsatz eklatanter Falschbehauptungen (…arbeiten müssen) zu versuchen, die eigene Vermittlungsquote in die Höhe zu treiben, ist unethisch und zudem eine Lüge!
Einen Menschen unter psychischen Druck zu setzen (die Betroffene weinte sehr lange nach diesem Gespräch) trotz Wissens um die anderslautende Rechtslage, ist als billigende Inkaufnahme der Schädigung eines fühlenden Wesens anzusehen!
Jeder Buddhist bejaht – ohne Zwang und mit freiem Willen – die 5 Silas (Sittlichkeitsregeln), die vierte dieser Regeln lautet:

Nicht lügen oder unheilsam reden.

Menschen lügen, das ist nichts Neues. Unabhängig vom Glauben, ob sie Atheisten oder Agnostiker sind, das ist völlig egal.
Den Glauben sucht sich der Mensch meist eher selten aus.
Eltern Christen, Kind wird Christ ect.
Gebote (ähnlich, teils identisch mit den Grundregeln im Buddhismus) werden damit bereits mit der Taufe (oder anderen Riten) quasi „übergestülpt“. Ob sie später, im Erwachsenendasein, dann auch bereitwillig angenommen und gelebt werden, ist eine andere Sache.Mensch hält sich dran, oder auch nicht.

Wenn ich mich hingegen als längst erwachsener Mensch entscheide, der Lehre Buddhas zu folgen und dennoch gegen die damit freiwillig (!) von mir angenommenen ethischen Grundsätze verstoße, dann gibt es dafür – aus meiner Sicht – nur zwei Erklärungen:

1.
Ich bin Wellness-Buddhist. Das bedeutet, den äußeren Schein (Buddhafigürchen, Räucherwerk und co) toll zu finden, vielleicht auch versuchen, hin und wieder zu meditieren, weil mir die dazu passende, ruhige Musik so gut gefällt.
2.
Ich bin durch Familie, Eheschließung oder Ähnliches „zum Buddhismus gekommen“, weiß aber letztlich nichts darüber (und dessen Ethik interessiert mich eh einen feuchten Kehrricht).

Dann aber wäre es einfach nur richtig, wenn mensch sich nicht als Buddhist bezeichnet.
Das Symbol für das „Om“ an die Bürowand zu kleben und zu erzählen, auch Buddhistin zu sein, reicht vielleicht aus, eine Zeitlang Menschen (leider auch mich) dahingehend täuschen zu können.
Es reicht aber keinesfalls aus, auch nur im Ansatz das, was man vorgibt, auch wirklich zu sein.
Vielleicht, Frau P., sollten Sie daher überdenken, Ihr Büro neu zu dekorieren.
Auf einen Appell an Sie,  Ihre Haltung – insbesondere hinsichtlich Ihrer Anhaftungen – einmal deutlich zu hinterfragen, verzichte ich…

Dennoch: Namaste

 

 

 

 

 

Nachtrag zum Thema „Beistand“ – Info’s (nicht nur) für Betroffene

In der Wut verliert der Mensch seine Intelligenz.
-Dalai Lama-

Mein gestriger Beitrag zum Thema „MainArbeit vs. Beistand“ war – aus brandaktuellem Anlass – im Zorn geschrieben und dadurch sehr emotional.
Nicht etwa, dass ich diesen „Ausbruch“ jetzt bedauern würde…das käme mir nun wirklich nicht in den Sinn.
Nur ist es leider bei aufwallenden Emotionen so, dass dadurch eine sachliche Faktenschilderung häufig „vergessen“ wird 😉
Das hole ich hiermit nach.

Was ist ein Beistand nach § 13 SGB X ?

Ein Beistand ist kein Betreuer!
Ein Beistand ist eine begleitende Person des Vertrauens.

http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_10/__13.html

Muss ein Beistand sich ausweisen ?

Nein!
Der Beistand tritt – anders als ein Bevollmächtigter – neben dem Betroffenen auf, nicht für ihn.
Es besteht für den Beistand keinerlei Ausweispflicht und auch keine gesetzliche Verpflichtung, den Namen zu nennen.

Darf ein Beistand zurück gewiesen werden ?

Das ist nur unter ganz wenigen Bedingungen zulässig!
Der Beistand muss volljährig sein und im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte (= wissen, was er sagt oder  macht).
Der Beistand darf nicht (merkbar) unter Alkoholeinfluss oder Drogen stehen, siehe „Vollbesitz der geistigen Kräfte“.
Im Gesetzestext heißt das, er muss zum sachgemäßen Vortrag fähig sein.
Der Beistand sollte in früheren Zeiten nicht durch unflätiges Benehmen, (verbale) Übergriffe oder Ähnliches bereits negativ aufgefallen sein.
Desweiteren darf der Beistand nicht gegen das Rechtsdienstleistungsgesetz (ein überarbeitetes Relikt aus der NS-Zeit) verstoßen. Dies dürfte aber ohnehin so gut wie nie der Fall sein.
Nähere Informationen dazu -> https://dejure.org/gesetze/RDG

Ansonsten gibt es keine rechtliche Grundlage, einen Beistand zurückzuweisen!

Sollte – nur und ausschließlich aus einem der vorgenannten Gründe zulässig!! – der Beistand zurückgewiesen werden, muss der Behördenmitarbeiter dies schriftlich begründen!

Wann ist ein Beistand zuzulassen ?


Ein Beistand ist bei allen Verhandlungen und Besprechungen mit der jeweiligen Behörde – welche dem Sozialgesetzbuch untersteht – zuzulassen.
Das wären u.A. die Agenturen für Arbeit (SGB 3), die Jobcenter (SGB 2) Jugendämter (SGB 8) Sozial-und Grundsicherungsämter (SGB 12) ff.

Darf nur eine Person Beistand sein ?

Nein!
Es kann durchaus sinnvoll sein, mehrere Beistände mitzubringen. Ein „heilloses Chaos“ gilt es natürlich, auch im Sinne des Betroffenen, zu vermeiden.
Dennoch (siehe auch die Kommentierung in Hauck und/oder Wannagat zum § 13 SGB X) gilt:

Der Begriff „ein Beistand“ im Gesetz ist  nicht etwa nummerativ, also anzahlbezogen zu verstehen, sondern nur begrifflich, also nominativ.

Darf der Beistand reden ?

Ja!
Es ist also nicht nur grob unhöflich, wenn der Sachbearbeiter, Arbeitsvermittler oder sonstiger Behördenmitarbeiter dem Beistand den Mund verbieten will!
Es ist zudem nicht rechtskonform!
Der Beistand darf sich in das Gespräch mit einbringen.
Er sollte es nur nicht „torpedieren“, denn damit erwiese er den Betroffenen häufig einen Bärendienst.
Zu beachten ist ferner, dass das vom Beistand Vorgebrachte als vom Betroffenen gesagt gilt, wenn dieser nicht unverzüglich widerspricht.
Es empfiehlt sich daher, vor dem Termin zu besprechen, wann und wie der Beistand einschreiten soll.

Ergänzendes (nicht nur) für Mitarbeiter 😉

Aus der obigen Zusammenfassung ist leicht zu entnehmen, dass das Hinzuziehen eines Beistands ein Rechtsanspruch ist!

Ein Betroffener, der mit Beistand vorspricht, ist also jemand, der sein Recht als Bürger wahrnimmt!

Ein Betroffener, der mit Beistand vorspricht, ist deswegen also keinesfalls:

Unselbstständig,
geistig nicht auf der Höhe,
auf gesetzliche Betreuung gesetzt,
Muttersöhnchen,
feige,
lebensuntüchtig,
unreif,
ein Angsthase…die Aufzählung der von mir bislang gehörten Frechheiten ist unvollständig.Und noch etwas:
Das Alter der Betroffenen spielt keine Rolle!
Und der Beziehungsstatus zwischen Betroffenem und Beistand ebensowenig!

Derartige Unterstellungen – direkt ausgesprochen, subtil oder unverblümt, bevorzugt aber hinter dem Rücken der Betroffenen in abwertendem Duktus geäußert, zeugen von einem ganz miesen Menschenbild.

Lasst es sein, denn es steht Euch schlicht nicht zu, Menschen abzuwerten! Respektiert endlich die Rechte der Betroffenen!

Respektlosigkeit, Abwertung, Verächtlichmachung von bestimmten Menschen(gruppen)…das ist nichts Neues. Wohin dies letztlich führen kann, hat die Vergangenheit gezeigt…
Daher -äußerst passend aus dem Talmud zitiert –


Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Worte.
Achte auf Deine Worte, denn sie werden Handlungen.
Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten.
Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter.
Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal.

Talmud

»Lehre«, Sammlung der Gesetze und religiösen Überlieferungen des Judentums

Bubi ist ein Idiot – oder: Vom scheinbaren Versagen in Zeiten des Fördern und Forderns

Bubi ist ein Idiot…der Titel dieser Kolumne, geschrieben von Strafverteidiger Heinrich Schmitz, hat mich zunächst doch sehr irritiert.
Als ich den Artikel  http://www.theeuropean.de/heinrich-schmitz/9488-bubi-eine-wahre-geschichte-ueber-das-system dann durchgelesen hatte, stellte sich einmal mehr tiefe Nachdenklichkeit ein.
Denn auch ich kenne solche Menschen…die letzten Tage erst hatte ich einen „Idioten“ bei mir aufgenommen, da akute Obdachlosigkeit drohte.
Aber der Reihe nach…

Formen und Normen

Es ist wahrlich keine subjektive Wahrnehmung, wenn ich schreibe, dass unser vermeintlich „so wunderbar funktionierendes, soziales Netz“ sehr große Löcher hat. Mit der Einführung der unsäglichen Agenda 2010 und der dort beinhalteten „Hartz-Gesetze“ wurde letztlich auch das Ende der individuellen Hilfestellung eingeläutet.
Nein, ich werde gewiss nicht das Hohelied auf alte Zeiten anstimmen, denn auch das „alte System“ (BSHG = Bundessozialhilfegesetz) war für die Betroffenen kein Zuckerschlecken.
Doch war es immerhin möglich, individuelle Hilfe zu bekommen, wenn man um diese nachsuchte. Wenngleich auch in den Sozialämtern oft ein rauher Ton herrschte, so wurden die Betroffenen dennoch als Mensch wahrgenommen, nicht als BG-Nummer.
„Man“ kannte eben seine Pappenheimer, wusste um die unterschiedlichsten Problemlagen ( was nicht heißt, dass alle Mitarbeiter vor Mitgefühl nur so strotzten) und meist auch, wie „man“ damit umzugehen hatte. „Man“ wusste auch, dass manche Hilfebedürftigen sehr „speziell“ waren.
Anders als in den heutigen, „hartzigen Zeiten“, in denen ohne Rücksicht auf die jeweilige Persönlichkeitsentwicklung, mögliche Traumata, intellektuelle oder emotionale Einschränkungen ect. ect. von jedem Hilfebedürftigen das Gleiche abgefordert wird. Es wird normiert, was nicht normiert werden kann…one size fits all, das funktioniert eben nur in der Textilbranche, und selbst da nicht immer.

Funktionieren oder…

…am System zerbrechen, früher oder später, auf die eine oder andere Art.

Was im Umkehrschluss keinesfalls bedeutet, dass die angepasst Funktionierenden vor dem Zerbrechen geschützt wären. Denn während es die „Non-Konformisten“ früher erwischt (wohl denen, die ihren Widerstandsgeist bewahren können), kommt bei den Angepassten das Leid eher schleichend daher. Aber es kommt.
Es äußerst sich vielleicht zunächst in eher diffuser Unbehaglichkeit, in  psychosomatischen Beschwerden, in “grundloser” schlechter Laune und so manchem mehr. Dem Grunde nach könnte ich hier, etwas spekulativ (?), sogar einen Bogen spannen bis hin zu PEGIDA, aber dies hier ist kein politischer Beitrag…
Fakt ist:
Dieses “Sozialsystem” ist schon allein aus einem Grund als unmenschlich zu bezeichnen: Weil es keinen Raum bietet für Unterschiede.
Aber Menschen sind nun einmal unterschiedlich!
“Der Mensch” – auch der leistungsbeziehende Mensch, der “Hartzer” – ist  kein Teil einer homogenen Masse.
Der Mensch unterscheidet sich von anderen Menschen nicht nur durch Geschlecht, Alter, Hautfarbe usw.
Der Mensch ist noch immer ein Individuum mit eigenen Wünschen und  Problemen, mit einer Vergangenheit, die ihn prägte, mit eigenen Fähigkeiten, Träumen, Sehnsüchten und Abneigungen.
Wir sind eben Menschen, keine Humanoiden!

Menschen wie „Bubi“…
haben in diesem System keinen Platz.
„Bubi’s“ Werdegang steht hier exemplarisch, ich könnte – aus momentanem, direktem Miterleben heraus – auch die Geschichte von „Tracey“ skizzieren (Der Name ist ebenfalls nicht echt)
Tracey ist jung, sie sieht gut aus und hat das Herz auf dem rechten Fleck. Sie schaut nicht weg bei menschlichem Leid, ist meist fröhlich und sehr hilfsbereit.
Doch Tracey ist, wie auch „Bubi“, nach den Wertevorstellungen Vieler (und insbesondere nach der Einschätzung ihres Jobcenter-„Beraters“) nicht mehr als eine asoziale Kriminelle.
Dass Tracey niemals „bodenständig sozialisiert“ war, dass ihr eigener Vater versuchte, sie schon in frühester Jugend auf den Strich zu schicken, dass sie niemanden hatte, der sie auffing, dass Drogen gerade dann am verführerischsten sind, wenn das Umfeld kaum zu ertragen ist…all das weiß man im Jobcenter nicht, all das steht nicht in Traceys Akte.
Und das ist vermutlich auch gut so, denn selbst wenn man darum wüsste, so wäre sie noch immer „eine eigenverantwortliche Erwerbsfähige“, die zu funktionieren hat.Punkt. Egal wie. Sonst Sanktion.Gerne auch auf 0,00 €.
Das System ist nun mal nicht zum wirklichen Helfen da. Auch nicht dazu, um auf die individuell belastenden Hintergründe eines Menschen einzugehen.
Funktioniere oder verrecke, so einfach ist das.
Tracey wollte funktionieren, aber es gelang ihr nicht.Wirkliche Hilfe (zur Selbsthilfe) erhielt sie nie. Das sieht das Hartz-System nicht vor.
Tracey ist jetzt obdachlos…

Funktionsunfähigkeit und die (tödlichen) Folgen

Wurde anhand von „Bubis“ und „Traceys“ Geschichten gezeigt, wie schnell mensch in diesem System zum „asozialen Kriminellen“ werden kann, so ist dies doch nur ein winziger Ausschnitt dessen, was es bedeutet, den Anforderungen eines fordernden Systems nicht gewachsen zu sein.
Nein, ich schreibe jetzt nicht über die rasante Zunahme depressiver Erkrankungen, auch nicht über die zahllosen Suizide, die in (un)mittelbarem Zusammenhang mit „Hartz4“ stehen.
Ebensosowenig schreibe ich über Deutschlands ersten Hungertoten nach Kriegsende, zu ihm (André Kirsch) hier nur ein link. Es steht jedem Leser frei, sich diese belastende Schilderung lesenderweise anzutun ->
http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/0344e1992c0af5213.php

Ich schreibe nicht darüber, weil all dies unter uns „alten Aktivisten“ leider sattsam bekannt ist.
Ich schreibe auch deshalb nicht darüber, weil diejenigen, die “ so etwas“ nicht glauben wollen, es auch dann nicht tun würden, erschienen auch noch hunderte weiterer Artikel darüber.
Worüber ich aber schreiben möchte ist, dass ich es mittlerweile auch als unfassbar töricht empfinde, wie mit menschlichen Potentialen umgegangen wird.

Sich in die Gegenseite hineindenken…

…ist oft hilfreich. Versucht mensch nun, das „System“ zu verstehen, ist relativ schnell klar, welche „Sorte Mensch“ – auch oder insbesondere unter Zuhilfenahme der „Hartz-Gesetze“ – gezüchtet werden soll.
Ora et labora (Bete und arbeite) war früher, heute lautet die Devise consumo et labora (konsumiere und arbeite).
Erwünscht ist der unreflektierte Mensch, der auch unter den unsäglichsten Bedingungen schuftet, immer vom irrigen Wunsch beseelt, sich das kaufen zu können, von dem die Werbung ihm vorgaukelt, dass es unerlässlich für ihn sei. Ein „nützlicher Idiot“, sozusagen.
Was ich dabei nicht begreifen kann:
Gerade die „Bubis“ und „Traceys“ sind doch wie geschaffen dafür,  solch „nützliche Idioten“ zu werden.
Gäbe man ihnen die Chance, das zu tun, was sie können, mögen und wollen, sie würden sich doch in’s Zeug legen! Glückliche, zufriedene Konsumsklaven, die das, was sie tun, gerne tun. Auch, aber nicht nur wegen des Geldes…

Warum um alles in der Welt investiert man also nicht ordentlich in diese Menschen, es rechnet sich doch langfristig? Warum nimmt man ihre Vorstellungen (welche selten völlig unrealistisch sind) nicht ernst?
Wie töricht ist es also, Potentiale brachliegen zu lassen oder diese Menschen so lange zu schurigeln, bis sie sich völlig aufgeben? Es wäre ein so Leichtes, sie zu konditionieren, man müsste doch nur ein wenig auf ihre Wünsche eingehen…

Dass ich im vorherigen Absatz versucht habe, den zynischen „Advocatus Diaboli“ zu geben, ist dem geneigten Leser hoffentlich klar 😉
Meine persönliche Denke ist selbstredend völlig anders.
Mit meinen, schlichten Gedanken – z.B. denen, dass jeder Mensch ein Dasein in Würde führen dürfen soll, unabhängig von seinen Verdiensten, einfach, weil er ein Mensch ist – stehe ich zwar auch nicht allein da, aber:
So etwas ist im Zeitalter der Effizienz doch eher verschrieen als

Sozialromantisches Gutmenschentum

Meinetwegen. Ist mir persönlich völlig egal, als was „man“ meine Denke bezeichnet. Denn es geht nicht um mich, nicht um meine Befindlichkeiten.
Es geht um alle Traceys und Bubis, um alle Ayshes und Zorans, es geht um die betroffenen Menschen.

Völlig unerwähnt von mir blieben zudem diejenigen, die weder „behindert“, noch „kriminell“ sind. Hier sind die Individualisten gemeint, die mit ihren Lebens-und Wertevorstellungen ebenfalls nicht in das „System“ passen. Künstlertypen, unkonventionell Daherkommende, Menschen, die eher unangepasst, nicht obrigkeitshörig sind usw.
Statt hier zu unterstützen, werden auch diese Menschen mit Forderungen überzogen und vermeintlichen „Notwendigkeiten“ konfrontiert, die mit allem zu tun haben, nur nicht mit der Lebenswirklichkeit dieser Personen. Und dann ist man seitens der Jobcentermitarbeiter noch verwundert, weshalb ihnen Mißtrauen, Verachtung und „mangelnde Kooperationsbereitschaft“ entgegenschlägt?
Das ist nun wirklich naiv!

Um zum Abschluss zu kommen:
Menschen WIRKLICH zu fördern, die eine Förderung wünschen und brauchen, muss überhaupt nichts mit humaner Einstellung zu tun haben.
Man kann dies auch unter dem Gesichtspunkt kalter Effizienz angehen, sachlogisch, rechnerisch:
Investiert man in die von den Betroffenen erwünschte Förderung, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass diejenigen dann in ihrem Wunschberuf auch verbleiben. Denn das, was sie tun, ist das, was sie mögen.
Nachhaltigkeit lässt grüßen.
Verfrachte ich einen solchen Menschen hingegen in Zeitarbeit  oder ähnlich prekäres Gedöns, liegt es auf der Hand, dass die „innerliche Kündigung“ schon vor dem ersten Arbeitstag ausgesprochen wird.
Dann grüßt der Drehtür-Effekt.
Ob man es also aus mitfühlend-humaner Sicht betrachtet oder nur rechnerisch kalkuliert, nicht individuell zu fördern ist und bleibt in jedem Fall eine Narretei!
Und solange solche Narretei vorherrscht, werden Menschen wie ich nicht ruhen. Denn vielleicht haben auch die Bubis und Traceys so doch noch eine Chance…

 

 

 

 

 

Wie kann man von Grundsicherung leben? – offener Brief an Heinrich Alt


Eigentlich darf ich mich überhaupt nicht mehr aufregen.
Eigentlich beschäftigen mich reale Probleme.
Eigentlich könnte und müsste mir das Propaganda-Geseiere des BA-Vorstands H. Alt dort vorbeigehen, wo auch bei
mir die Sonne niemals hinein scheint 😉

Uneigentlich konnte ich mir dennoch das Dampfablassen nicht verkneifen…
Wen es interessiert, ich beziehe mich auf H. Alts Antwort bezüglich der Frage: Wie kann man von der Grundsicherung leben?
Hier der Artikel
http://www.tagesspiegel.de/meinung/hartz-iv-wie-kann-man-von-der-grundsicherung-leben/11181368.html#commentInput

——————————————————————————————-

Guten Tag, Herr Alt

Mit diesem Schreiben möchte ich Sie zunächst meines Mitgefühls versichern.
Diese Einleitung mag (nicht nur) Sie zu Recht erst einmal befremden, seien Sie aber bitte versichert, dass ich diese Worte durchaus ernst meine.Die Erläuterung hierzu folgt etwas später.

Zunächst aber stelle ich klar, weshalb ich mich überhaupt veranlasst sehe, Ihnen zu schreiben:
Da sind zum Einen die Aussagen in Ihrem – mit Journalisten der Süddeutschen Zeitung geführten – Interview, auf die ich mich beziehe. Und im Tagesspiegel fand ich eine ähnlich lautende, bemerkenswerte Antwort von Ihnen auf die Leserfrage:
Wie kann man von der Grundsicherung leben?
http://www.tagesspiegel.de/meinung/hartz-iv-wie-kann-man-von-der-grundsicherung-leben/11181368.html#commentInput
Ich zitiere zunächst einmal auszugsweise. Sie sagten:

„… Es gibt keine Klassengesellschaft mehr…“
„…Armut wurde sichtbar und deutlich abgebaut…“
„…Ich halte es für Unsinn zu sagen, Hartz IV ist Armut per Gesetz…“
„…Nur Lebenskünstler können dauerhaft am Existenzminimum leben. Als Überbrückung ist das vertretbar, aber auf lange Sicht ist Transferbezug menschenunwürdig…“
„…Wir lösen das Problem der Menschen nicht, in dem wir immer nur über Geld reden…“
„…Ich sehe keine viel zitierte und oft beschworene Verrohung der Gesellschaft. Im Gegenteil. Ich sehe viel zivilgesellschaftliches Engagement in Form von Patenschaften, Jobcoaches, Sozialfirmen und Unternehmen die bereit sind, auch soziale Verantwortung zu übernehmen…“

Soviel zu Ihren Einlassungen.
Jetzt komme ich auf mein Eingangsstatement zurück, dem des Ihnen gegenüber ausgesprochenen Mitgefühls.
Was, außer Mitgefühl, kann oder sollte man einem Menschen gegenüber auch sonst aufbringen, wenn eben dieser Mensch augenscheinlich an völligem Realitätsverlust leidet?
Wenn die Wahrnehmung offenbar völlig gestört ist?

Meine Besorgnis, es könnte sich gar um eine beginnende psychische Einschränkung handeln, möchte ich nicht unerwähnt lassen.
Nun bin ich kein promovierter Psychiater oder Psychologe, weiß aber, dass die Erkrankten Schwierigkeiten mit der Konzentration und logischen Abfolgen haben. So geraten alltägliche Gedanken durcheinander und können auch nicht mehr geordnet werden. Es werden unverständliche Dinge gesagt, die in keinem Zusammenhang stehen.

Nein, Herr Alt, bitte legen Sie dieses Schreiben jetzt nicht ob dieser , meiner Vermutung naserümpfend zur Seite!
Die Alternativerklärung zu psychisch bedingtem Realitätsverlust ist nämlich keineswegs angenehmer.

Unterstellte man nämlich völlige geistige Gesundheit hinsichtlich der Realitätswahrnehmung, dann blieben letztlich nurmehr blanker Zynismus, fehlendes Mitgefühl, Egozentriertheit und notorisches Lügen zu attestieren.
Dies in einem Maße, dass ein Laie wie ich sofort erneut geneigt wäre, zu pathologisieren.
Und so weit ich weiß, nennt man ein solches Krankheitsbild soziopathisch.

Ich habe Ihre Einlassungen immer und immer wieder gelesen und doch stehen diese im eklatanten Gegensatz zur Lebenswirklichkeit, die (auch) ich als langjährige Unterstützerin der Leistungsberechtigten wahrnehme.
Von „meiner Sorte“ gibt es unzählige, weitere Menschen mit einem großen Erfahrungsschatz . Es gibt (Ex)Mitarbeiter, die ebenfalls die Mißstände anprangern.Von den Millionen Betroffenen mit einschlägigen Erfahrungen schreibe ich erst gar nicht.
Daher frage ich mich in ernsthafter Besorgnis:
Was ist bloß los mit dem  Vorstand der Bundesagentur für Arbeit? Ist er krank und wenn ja, ist diese Krankheit heilbar?

Nein, Herr Alt, ich möchte Sie weder beleidigen noch unterstelle ich Ihnen etwas. Ich bin lediglich besorgt und suche nach Erklärungen.

Erklärungen dafür, wieso Sie die mannigfachen Studien renommierter Wissenschaftler wie Prof. Butterwegge, Prof. Spindler u.v.m. zum Thema „Armut per Gesetz“ als Unsinn abtun.

Erklärungen dafür, wieso das millionenfach öffentlich geschilderte, erlebte Leid der Betroffenen von Ihnen als eher „subjektive Wahrnehmung“ abgetan wird.

Erklärungen dafür, wie Sie sagen können, dass die Höhe der Regelleistungen auf Dauer nur Lebenskünstlern das (Über)Leben sichert, wenig später aber behaupten, Probleme seien nicht mit Geld zu lösen.

Erklärungen dafür, wieso ausgerechnet „Sozialfirmen“ und „Jobcoaches“ – vermutlich meinen Sie hier die sog. „Bildungsträger“/Maßnahmenbetreiber – gesellschaftliches Engagement unterstellt wird. Das Engagement dieser (g)GmbH’s ist zweifelsfrei vorhanden, nur dient es nicht den Betroffenen, vielmehr der Geldvermehrung des Trägers (wenige Ausnahmen mögen die Regel bestätigen)

Erklärungen auch dafür, wie ein völlig aus dem Ruder gelaufener Niedriglohnsektor, wie prekäre Arbeit, die den Arbeitenden ob schlechtester Bezahlung in der Abhängigkeit des Jobcenters belässt, „den Menschen das Gefühl geben kann, gebraucht zu werden“.

Letztlich auch Erklärungen dafür, wie das Missverhältnis von Arbeitssuchenden/Unterbeschäftigten in Relation zu vorhandenen „Jobs“ (denn Arbeitsplätze gibt es immer weniger) – also etwa 8:1 – durch „intensive Betreuung“ verändert werden könnte.
Es gäbe noch viele Fragen meinerseits, die ich Ihnen, allen Lesern und mir allerdings erspare, denn ich rechne freilich nicht mit einer Antwort Ihrerseits.
Nur eines noch:
Eingangs versicherte ich Sie meines Mitgefühls, ausgehend von der Vermutung, dass einer solchen „Realitätsferne“ wahrscheinlich eines der oben genannten Krankheitsbilder zugrunde liegt.
Da sich niemand seine Erkrankung auswählt, bleibe ich – wenngleich zähneknirschend – auch dabei.

Mein ungleich größeres Mitgefühl, mein Engagement und meine Unterstützung aber erhalten die Menschen, die unter der von Ihnen mitgetragenen und belobigten „Agenda 2010“ seit Jahren leiden.
Die Menschen, die Ihre Worte völlig zu Recht als blanken Hohn empfinden.Die Entrechteten, die Gedemütigten, die arm und krank Gemachten, die Ausgegrenzten.
Da diese Menschen an einer (möglichen, aber unwahrscheinlichen) Antwort auf diesen Brief interessiert sein könnten, habe ich diesen an diversen Stellen im Internet veröffentlicht. Der guten Ordnung halber weise ich darauf hin.

Es grüßt Sie – rein prophylaktisch baldige Genesung wünschend –
Bürgerin Ellen Vaudlet

„Weihnachtsgeschichten“…

…chemisch gereinigt (O-Ton LaPuente) oder, wie ich es formulieren möchte, der egoistischen, ellenbogenbehafteten, (sozial)rassistischen/faschistoiden Ichlingsmentalität angepasst.

Ich wünsche all meinen Lesern dennoch friedliche Festtage
——————————————————————————————

»Meister, da steht ein Mann mit einem Esel und einer Frau auf dessen Rücken, vor der Türe. Sie bitten um Einlass.«
   »Was sind das für Leute? Woher kommen Sie? Und sag mir, Schmul, wie sehen sie aus?«
   Schmul überlegte kurz und betrachtete dabei seinen Herrn. Sein unförmiger Körper lag auf dem Bett und bewegte sich kaum.
   »Es ist ein Galiläer mit seinem Weib. Meister, sie sehen aus, wie Menschen aussehen, wenn sie lange unterwegs sind.«
   »Ein galiläischer Eseltreiber also. Was klopft der an unsere Türe? Haben wir was zu verschenken? Ich kenne dieses Pack. Will ein Obdach für die Nacht und hat kein Geld dafür. Am Ende muss man froh sein, wenn sie nicht die Waschschüssel gestohlen haben.«
   Beide schwiegen.
   »Nun geh und frag den Mann, ob er schon Arbeit in unserem Land in Aussicht hat.« …
oder aber:
In den frühen Morgenstunden wurden die Behörden von einem besorgten Bürger alarmiert. Er hatte eine junge Familie entdeckt, die in einem Stall haust. Bei der Ankunft fanden die Beamten des Sozialdienstes, die durch Polizeibeamte unterstützt wurden, einen Säugling, der von seiner erst 14-jährigen Mutter, einer gewissen Maria aus Nazareth, in Stoffstreifen gewickelt in eine Futterkrippe gelegt worden war.

Bei der Festnahme von Mutter und Kind versuchte ein Mann, der später als Joseph, ebenfalls aus Nazareth identifiziert wurde, die Sozialarbeiter abzuhalten. Joseph, unterstützt von anwesenden Hirten, sowie drei unidentifizierten Ausländern, wollte die Mitnahme des Kindes unterbinden, wurde aber von der Polizei daran gehindert. Festgenommen wurden auch die drei Ausländer, die sich als „weise Männer aus dem Morgenland“ bezeichneten.

Sowohl das Innenministerium als auch der Zoll sind auf der Suche nach Hinweisen über die Herkunft dieser drei Männer, die sich anscheinend illegal im Land aufhalten. Ein Sprecher der Polizei teilte mit, dass sie keinerlei Identifikation bei sich trugen, aber im Besitz von Gold, sowie einigen möglicherweise verbotenen Substanzen waren, möglicherweise Drogen?…

weiterlesen ->

Tod, Angst und „prophetische Träume“

Ein Vorteil, wenn man es so nennen mag, an der buddhistischen Einstellung ist, dass das „irdische“ Dasein als eine Art Übergangslösung zu betrachten ist, der Tod nicht den Abschluss bildet. Etwas flapsig habe ich früher gesagt, dass das Vergehen eines Lebens wie ein Kleiderwechsel zu sehen ist, da ja lediglich die aktuelle (fleischliche) Hülle abgelegt wird, auf dass sich die „Seele“später im neuen Gewand wieder findet.

Aus der Distanz heraus gesehen, als Nichtbetroffene/r und als rationaler Anhänger der Lehre des Buddha ist es leichter, mit dem Thema Tod/mögliche todbringende Erkrankung umzugehen.
Und als Betroffener?
Nun, mir wurde vor geraumer Zeit die Fehldiagnose Lungenkrebs mitgeteilt. Mich erzürnte zwar die äußerst unsensible Art der Übermittlung, mit der vermeintlichen Tatsache als solcher konnte ich jedoch verhältnismäßig gut umgehen.Geboren werden, leben, sterben…ein natürlicher Kreislauf, den ich für mich selbst längst als völlig normal und keineswegs erschreckend angenommen habe.

Heute jedoch, genauer gesagt vor wenigen Stunden, erfuhr ich, dass mein Sohn mehrere Tumore auf der Zunge hat.
Da er seit geraumer Zeit über unerträglichen Druck im Kopf und permanenten Schwindel klagt, weder Augenarzt, Orthopäde, HNO fündig wurden und vom konsultierten Neurologen eine computerdiagnostische (CT) Abklärung verweigert wurde, wies ihn der heutige Behandler dem CT zu.
Auf der Überweisung steht: Verdacht auf Hirntumor.

Noch ist nichts abgeklärt, weder die Diagnose, noch ich…

Ich wünschte, ich könnte auch nur annähernd so rational mit diesem Verdacht umgehen wie seinerzeit mit der mir gestellten Diagnose, die sich ja erst später als Fehldiagnose entpuppte.
Es gelingt mir nicht…

Noch dazu kommt (und jetzt ist es mir merde-egal, ob irgendwer mich für völlig durchgeknallt hält) dass die weibliche Linie unserer Familie manches Mal „Dinge“ wahrnimmt/“sieht“/weiß, die so nicht gewusst werden können. Oder aber Dinge träumt, die später so oder ganz ähnlich eintreffen.
Meine Großmutter träumte u.A. vom Tod ihrer augenscheinlich kerngesunden Nachbarin, der kurze Zeit später eintrat…ich schreibe also nicht von psychologisch erklärbaren Phänomenen, sich selbst erfüllender Prophezeihung oder Ähnlichem.

So träumte ich vor Kurzem davon, dass ich im Jobcenter dem Arbeitsvermittler die Todesanzeige meines Sohnes auf den Tisch legte mit den Worten: „Jetzt können Sie die Akte schließen.Zufrieden?“
Der vorhandene, sehr rationale Anteil in mir erklärte diesen Traum damit, dass die vorausgegangenen, belastenden und zukunftsbeeinflussenden Handlungen dieses AV ursächlich waren für einen solchen Traum.
Dass meine Enttäuschung, mein Zorn über dessen unsägliches Vorgehen sich eben auf diese Art Bahn brachen.Dass auch die Sorge um die schlechte Gesundheit meines Sohnes maßgeblich Schuld an derartigen Träumen hat.
Eine sehr liebe Freundin, der ich von diesem, mich umtreibenden Traum erzählte, sah es genau so.Nur, ihr erzählte ich eben nichts von diesen merkwürdigen „Phänomenen“, die es seit Generationen in meiner Familie gibt…
Hirn einschalten, sachlich bleiben.Alles logisch, alles rational. Nur nichts Prophetisches, Irrationales…alle Phänomene lassen sich doch prima über die Psychologie erklären, nicht wahr? Nunja, zumindest ist die Ratio ein hilfreicher Krückstock, wenn die Angst groß ist…so wie seit 18.00 Uhr bei mir…

Und an Ratio halte ich auch fest. Bis zum 30ten. Bis ich das CT-Bild sehe…und danach hoffentlich auch.

Bitte seht mir diesen Beitrag, trotz dem ihm innewohnenden „Belastungsfaktor“ nach. Ich musste es mir von der Seele schreiben…

„Hartz4“ – Das große Vermittlungshemmnis

Ob es mit Bescheidenheit zu tun hat, wenn eine „Hartz4-Altaktivistin“ wie ich  sich dankbar zeigt für jede öffentliche, kritische Stellungnahme eines Arbeitsvermittlers?
Oder doch eher mit partieller Resignation?
Vielleicht spielt ein Fünkchen Hoffnung die entscheidende Rolle für diese Dankbarkeit? Ich weiß es nicht…

Statt Arbeitslosen zu neuen Jobs zu verhelfen, unterstellen die Jobcenter ihnen Vermittlungshemmnisse. Auch die Politik stigmatisiert Hartz-IV-Empfänger…

Dies sind die einleitenden Worte zu dem Leserartikel von Lars Naundorf, der als privater Arbeitsvermittler tätig war und nunmehr beratend für die AVs, pAp’s und co in den Jobcentern tätig ist.
Im Wesentlichen bringt er eines der Hauptmerkmale der permanenten Stigmatisierung – die „Unfähigsprechung“ der Leistungsberechtigten – auf den Punkt.
Dafür Chapeau!

Papier ist geduldig, das www auch…

…dennoch komme ich nicht umhin, dem, was Naundorf auf seiner Homepage beschreibt, Glauben schenken zu wollen. Sollte es also i.d.T. so sein, dass die nachfolgenden Sätze der Wahrheit entsprechen, dann ist seine Arbeit gute Arbeit, siehe ->

Und jeder vermittelte Arbeitsplatz ist ein richtiger Arbeitsplatz, wir vermitteln keine Minijobs, Zeitarbeit oder sonstige Maßnahme-Alibiarbeitsplätze….

http://www.vermittlungstrainer.de/lars-naundorf

Gebranntes Kind scheut das Feuer…

…oder beäugt es zumindest sehr, sehr kritisch. Aussagen wie ->
Es ist falsch, Hartz-IV-Empfänger gleichzusetzen mit arbeitsmarktfernen langzeitarbeitslosen Menschen. <- hörte ich auch hier vor Ort, geschmückt mit netten Umschreibungen wie „dort abholen, wo der Betreffende steht“ oder „Möglichkeiten zu schaffen, sein Baby (gemeint war da der Traumberuf) zu verwirklichen“.
Hohle Phrasen ohne jedweden Nährwert, wie sich später herausstellte.
Von daher bin ich mittlerweile sehr kritisch, wenn ich (vermeintlich) Kritisches lese oder höre…

Unfähigsprechung, Infantilisierung und zunehmende Pathologisierung

Wenngleich Herr Naundorf (ob aus Unkenntniss oder „Zurückhaltung“) wesentliche Punkte zum Thema Langzeiterwerbslosigkeit/Ursachen auslässt, so geht er in seinem Artikel doch auf einen sehr wichtigen Fakt ein, den der Fokussierung von Vermittlern auf „Vermittlungshemmnisse“.
Somit zieht er dann auch das (derzeit noch) folgerichtige Fazit, Zitat:
„Letztlich mangelt es nicht an potenziellen Fachkräften, sondern an einer fachgerechten Vermittlung der verfügbaren Potenziale. Wir brauchen deshalb dringend eine Reform der staatlichen Arbeitsvermittlung.“

Es wäre nicht fair, würde man Naundorf nun vorwerfen, er verkenne die (politisch gewollten) Gründe, die hinter solch Vorhalten wie „Vermittlungshemmnis“ stehen.
Oder dass die Infantilisierung durchaus erwünscht ist, Motto:
Wir halten Euch „dumm“ UND arm, denn nur so können wir willige und vor allem billige Jobber züchten, zugunsten der herrschenden Klasse.
Ähnliches gilt auch für die zunehmende Pathologisierung (= für [psychisch] krank erklären)…
Und auch ein noch so effektiv arbeitender Arbeitsvermittler kann nichts aus dem Hut zaubern, was nun einmal nicht vorhanden ist:
Arbeitsplätze für alle Arbeitswilligen.
Das derzeitige Verhältnis ist (unter Zugrundelegung von Unterbeschäftigung) 8:1, d.h., 8 potentielle Arbeitnehmer stehen 1 (einer) offenen Stelle gegenüber!
Welche Arbeitsplätze das sind, ob sie den Arbeitenden auch ernähren, steht nochmals auf einem anderen Blatt.

Auch könnte man aufführen, dass eine „Vollbeschäftigung“ nie erreicht werden kann (und soll), ausser in Kriegsvor-und nachbereitenden Zeiten…o.k., mit etwas Sarkasmus und Pessimismus ließe sich feststellen, dass dann die Chancen dafür gar nicht so schlecht stehen (siehe das Unterstrichene)

Aber das ist die politische Seite der Medaille, zudem natürlich meine ganz persönliche Sicht, basierend auf Fakten zwar, aber noch immer persönlich 😉
In der Stellungnahme des Herrn Naudorf geht es aber ausschließlich um das „Wie“ in der Arbeitsvermittlung.

Arbeitsplätze statt Jobs

Bleiben wir also beim Positiven. Naundorf spricht von Arbeitsplätzen, nicht von Jobs. Wie wohltuend!
Naundorf vermittelte offenbar in echte Raritäten. Sehr löblich.
Nunmehr möchte er mittels Schulungen den jobcenteransässigen Arbeitsvermittlern „auf die Sprünge helfen“.
Auch das ist – insbesondere, da er die Macht der Worte wohl verstanden hat – ein guter Ansatz.
Wie realistisch dieses Unterfangen ist (siehe meine Einschätzung/Argumentation oben) sei dahingestellt. Sollten dank seiner Methode auch nur 10 Arbeitsvermittler bundesweit jeweils 10 Lohnerwerbslose in „echte Arbeit“ bringen (wollen) bedeutete dies 100 x weniger Entwürdigung, Angst und Scham…lohnenswert, so lange der Fetisch Lohnarbeit besteht und aus meiner Sicht ein winziger Lichtblick.

Der ganze Artikel hier -> http://www.zeit.de/community/2014-12/jobcenter-arbeitsvermittlung-arbeitslose-stigmatisierung

Die Antwort ließ übrigens nicht lange auf sich warten

Durch und durch der Propaganda aufgesessen, vor Euphemismus triefend, die unterschwellige Miß/Verachtung bzgl. der Erwerbslosen in den eigenen Worte nicht begreifend, nahm zu diesem Artikel eine Jobcentermitarbeiterin Stellung.
Anonym, versteht sich!
Gruselig zu erkennen, wie perfekt selbst bei offenbar „gutwilligen“ Mitarbeitern die Manipulation mittlerweile funktioniert. Das Schlimme an diesen Hirngewaschenen ist aus meiner Sicht, dass sie ihre Aussagen – von „uns“ häufig als dreistes Belügen wahrgenommen – als Wahrheit empfinden.

Zitate…Erst wenn es eine längere Zeit nicht mit einer Vermittlung in den Zielberuf geklappt hat, werden Alternativen entwickelt…

…Das Alter darf übrigens nicht ohne Weiteres als Hemmnis aufgeführt werden, da man es nicht ändern kann…

…Wenn es keine Hemmnisse gäbe, dann wären die Menschen nicht im Jobcenter. Sicher gibt es Ausnahmen, aber das sind eben nur Ausnahmen, zumindest in Berlin…

…Die Aufgabe der Jobcenter ist es, diese Menschen aus ihrem Loch herauszuholen und an den Arbeitsmarkt heranzuführen. Dafür sind Maßnahmen wichtig. Entweder sollen sie aktivieren und bei den Bewerbungen unterstützen (mittlerweile zu einem Großteil im Einzelcoaching, wo sich keiner in einer Gruppe verstecken kann) oder sie sollen dazu dienen, eine Tagesstruktur herzustellen und das Arbeits- und Sozialverhalten zu trainieren

http://www.zeit.de/community/2014-12/jobcenter-beratung-arbeitslose-vermittlungshemmnis?commentstart=129#comments

Auf dass der von mir oft zitierte Max Liebermann nicht erneut herhalten muss, frage ich an dieser Stelle (fast ernsthaft):


Wird in den Kaffeeküchen der Jobcenter eigentlich täglich die nötige Portion Soma verabreicht oder nur wöchentlich?


Schöne, neue Welt lässt grüßen…Soma (Auszug Wiki) -> Allen Kasten gemeinsam ist die Konditionierung auf eine permanente Befriedigung durch Konsum, Sex und die Droge Soma, die den Mitgliedern dieser Gesellschaft das Bedürfnis zum kritischen Denken und Hinterfragen ihrer Weltordnung nimmt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Sch%C3%B6ne_neue_Welt