Wetteraukreis – Quo vadis, LINKE ?

Dem ein oder anderen Leser ist gewiss geläufig, dass ich – trotz Ablehnens von „Schubladen-Denke“ – politisch im linken Spektrum 😉 beheimatet bin.
Dass ich einmal gegen „Genossen“ (noch dazu solchen, die sich aktiv in die Erwerbslosenarbeit einbringen) „anschreiben“ würde, hätte ich mir nicht träumen lassen…dachte ich doch in meiner Naivität, dass zumindest in Bezug auf die Definitionen von „Arbeit und Würde“ bundesweiter Konsens bestünde.
Hier habe ich mich offenbar getäuscht. Besser: Auch (!) hier…

Worum gehts?

Meine Empörung richtet sich gegen den, von der LINKEN herausgebrachten, „Sozialkompass“, siehe -> http://www.die-linke-wetterau.de/content/presse/557-neu-sozialkompass-f%C3%BCr-die-wetterau.html
Ich erlaube mir zunächst, Kollegen zu zitieren:
Viele Jahre ist es mittlerweile her, als Die Linke noch Widerstand gegen Hartz IV leistete. Siehe  die Broschüre „Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt“ – Hinweise und Tipps für Hartz IV-Betroffene:

http://die-linke.de/…/0801_fraktion_tipps_fuer_hartz_iv_bet…

Die Linke heute (und nicht nur Die Linke – Kreisverband Wetterau!) schlägt sich mittlerweile auf die Seite der Hartz IV-„Begünstigten“.
In Ihrem „Sozialkompass“ findet man keinen Widerstand, nein, im Gegenteil, dem ALG-II-Empfänger werden unter dem Begriff „Arbeit finden“ Adressen von Leih- und Zeitarbeitsfirmen, privaten Arbeitsvermittlern, präsentiert. (Seite 6)
Was ist das Linken-Credo doch sonst?
Gegen Leiharbeit, gegen prekäre Arbeit…wenn ich mich recht erinnere!

Private Firmen und private Adressen sind die Ausnahme…

…so lautet es in der Einleitung auf der HP der Linke/Wetterau. Genau dies trifft auf die „Arbeitgeber“ (natürlich) nicht zu. Da wäre es – nicht nur – aus meiner Sicht gewiss sinnvoller gewesen, auf Adressen von Ausbeuterfirmen und „privaten Arbeitsvermittlern“ gänzlich zu verzichten

Und auch sonst erinnert diese „Hilfebroschüre“ ein Stück weit an das Pamphlet des Jobcenters Pinneberg aus dem Jahr 2013 ( http://www.n-tv.de/politik/Hartz-IV-Empfaenger-verkauft-eure-Moebel-article11013516.html )…auf die Infantilisierung durch bunte Comicbildchen haben die Genossen dankenswerterweise verzichtet (einen gewissen Intellekt traut „der LINKE“ seinen erwerbslosen Mitbürgern als doch noch zu…wenigstens ein winziger Lichtblick)

Ebenso soll man sich, laut Die Linke Wetterau, bei der Jobbörse der Arbeitsagentur bewerben. Ob jemals einer der Autoren dieses „A-Sozialkompasses“ einen Blick auf die Seite der Arbeitsagentur geworfen hat, ist fraglich. Oder handelt es sich um Absicht? Vielleicht gar um Anbiederei oder sogar um Zusammenarbeit? Man weiß es nicht und wird es nie erfahren.

Weiter zu Punkt 3. Überleben – Seite 10.
Hier wird der Leser in unterwürfiger Weise auf die Tafeln, hauptsächlich von Caritas und AWO ( also auf Profiteure [siehe u.A. die von diesen Orgas gern ausgebeuteten genommenen „Ein-Euro-Jobber]), verwiesen, ebenso auf „Kinderkisten“, Kleiderläden und ähnliches im Umkreis von Wetterau. Dies könnte man so deuten: „Und hast Du nichts zum Fressen, dann wehr Dich nicht, sondern friss Müll!“

Die „Ratschläge“ zum Thema Wohnung/Umzug (Seite 58) sind in Teilen unterirdisch.
Es wird auf ein „Muss“ zur vorherigen Einholung einer „Umzugsbewilligung“ abgestellt.
Danach könne ein Antrag auf Umzugskosten und Kautionsdarlehen gestellt werden.
Dies so (vereinfacht) zu formulieren, ist aus meiner Sicht sowohl faktisch eine falsche Darstellung, daher irreführend als auch ein (vermutlich nicht gewolltes) „Unterstützen rechtswidriger Forderungen“ mancher Jobcenter(mitarbeiter).
Und noch etwas zum Thema Wohnen, liebe Genossen:
Wenn Ihr schon (vermutlich zu Recht) beanstandet, dass das sog.“schlüssige Konzept“ des Wetteraukreises alles andere als schlüssig ist, warum geht Ihr dann nicht geschlossen dagegen vor?
Betroffene mit der Ablehnung für eine vermeintlich „unangemessen teure Wohnung“ in der Hand dürften doch gewiss bei Euch schon vorgesprochen haben.
Die könntet Ihr begleiten und unterstützen auf dem Klageweg.
Der Wetteraukreis wäre nicht die erste Kommune, deren „nicht-schlüssiges Konzept“ seitens der Gerichtsbarkeit in den Orkus geschickt wurde…

Fast schon gnädig erscheint es, wenn man nach Durchsicht dieses unsozialen Pamphlets zum Ende der Broschüre gelangt und liest, dass der Verkaufspreis für Menschen mit geringem Einkommen 1 € beträgt – statt 2,50 €. Es stellt sich nur die Frage, ob Die Linken in der Wetterau einen stigmatisierenden Nachweis für diese Preisreduzierung verlangt.

Tja, verehrte Genossen, gut gemeint ist noch lange nicht gut gemacht, das zeigt Euer netter Sozialkompass deutlich. Und nett ist halt noch immer der kleine Bruder von Sch****

@Undine 😉 Ich glaube, wir sollten unser Nachschlagewerk bald in Angriff nehmen…

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Offener (Antwort)Brief an einen Mitstreiter

Da ich denke, im Kommentarbereich des vorherigen Artikels geht meine Antwort schlicht unter, hier nochmals gesondert als Artikel.


Worum geht’s?

Ich übte im Beitrag „Denn sie wissen nicht, was sie tun“ recht harsche Kritik an einer, aus meiner Sicht, unüberlegten „Aktion“ eines Kollegen.Die Tatsache, dass dies nun in Foren, zu denen ich keinen Zutritt mehr habe, „zerpflückt“ wurde bis an die Grenze der Respektlosigkeit, hat mich veranlasst, hier nochmals Stellung zu beziehen.
Hier kann und darf jeder kommentieren, hier werden auch „Ellen-kritische“ Beiträge freigeschaltet.Hier kann ich erwidern. Das nenne ich zumindest fair.
In Foren hingegen (auf welche mich eine liebe Freundin hinwies), bei denen ich keine User-Rechte habe und somit nicht auf Vorhalte eingehen kann, zu „palavern“, ist…zumindest mal merkwürdig.

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Hallo Roman,
zunächst einmal Respekt, dass Du Dich hier äußerst (wenngleich, intensives Lesen zuvor hätte Dir Fehleinschätzungen und mir ellen  😉 langes Zitieren erspart)
Ich werde – in der Reihenfolge bewusst losgelöst – auf Deine Fragen, Deine Versuche, mich zu psychologisieren ect. gerne eingehen. Hier hoffe ich, dass Du gründlicher liest und Dir/mir/uns allen weitere Interpretationsfehler somit erspart bleiben.

Zitat …anstatt erst mal bei mir nachzufragen, diskutierst du öffentlich über dinge, die du überhaupt nicht wissen kannst…
Nun, bei Dir nachzufragen, das Thema sprach ich bereits live an. Deine Erreichbarkeit und vor allem Dein Unwille, den Du selbst öffentlich bekundet hast, auch einmal Rückrufe zu tätigen, erschwert eine Nachfrage bis hin zur Unmöglichkeit.
Was ich “weiß”, das lass’ mal getrost meine Sorge sein…nebenbei noch:
Ein Blog ist eine Art öffentliches Tagebuch, da muss ich zur Niederschrift meiner Gedanken bzgl. vieler Themen niemanden um Erlaubnis bitten, gelle.Gerade Du als Pirat solltest um solch Dinge wie Meinungs/”Presse”freiheit/Art 5 GG wissen…

Zitat…mir ist ein wenig unverständlich, wie du hier die behauptung aufstellen kannst, du hättest “recherchiert” und dabei herausgefunden, dass meine darstellungen nicht den tatsachen entsprechen…
Hier, lieber Roman, widersprichst Du Dir bereits im übernächsten Satz resp. mit Deinem Beispiel selbst. Denn wie Du selbst schreibst, hast Du die Darstellung der Betroffenen als Tatsache dargestellt in Deiner Veröffentlichung. Und genau DAS ist aus meiner Sicht der falsche Weg. Wir wissen beide, dass emotional aufgewühlte Menschen zu einer sehr einseitigen Darstellung neigen, hier wäre zwingend ein Einblick in die Vorgeschichte BEIDER Betroffener nötig gewesen. Dazu wäre entweder ein zeitaufwändiges Sichten BEIDER Dokumentationen oder eben Akteneinsicht bei der MainArbeit dienlich. Ohne diese Schritte konntest Du natürlich Dich nur darauf verlassen, was Dir aktuell vorgelegt wurde plus eben die Schilderung aus Betroffenensicht.Das ist als Basis für einen solch einseitigen Artikel schlicht zuwenig.

Zitat…dies würde ja bedeuten, dass mitarbeiter der mainarbeit sich nach §85a SGBX strafbar gemacht hätten.
Netter Versuch ;)
Wenn Du das Schreiben an alle MA der Mainarbeit mailst, musst Du damit rechnen, dass Menschen auch (!) mit mir Kontakt aufnehmen, die mit einem solchen “Wurf” weder einverstanden sind, noch ihn nachvollziehen können. Dass ggfs.-und selbstverständlich OHNE Benennung der BG/Klarnamen (!!) – eine Sichtweise der “anderen Seite” an mich herangetragen wird, ist der Tatsache geschuldet, dass solche MA sich besonders betroffen fühlen, die im Rahmen ihrer engen Möglichkeiten sehr wohl versuchen, zu unterstützen.
Und es gibt auch Mitarbeiter, die mir gegenüber schlicht darüber ihrem Unverständnis Luft machten, warum eine e-mail-Schwemme lanciert wurde. Wer da wie, wo bei wem involviert ist, tut hier nichts zur Sache.
Derartige Sätze, Zitat
Die Lebenspartnerin des Betroffenen und ihre Kinder sollen nach dem Willen der Stadt nämlich gefälligst gleich mitverhungern.
sind nun mal eine Pauschalschelte, welche aus meiner Sicht unlauter ist.Und hier, spätestens, wäre eine Beweisführung vonnöten gewesen (anonym. Bescheide)

Zitat…du wirfst mir hier vor, dass ich einen fall in die öffentlichkeit gezerrt habe und dabei möglicherweise risiken in kauf genommen habe, die du siehst.
Hast Du! Definitiv!Jedoch weniger mit der Veröffentlichung in div. Portalen, als vielmehr mit der Mailaktion.
Hier musst Du Dich fragen lassen, was das sollte.
Glaubst Du wirklich noch immer, eskalieren sei den Menschen/der “Sache” dienlich?? Andernorts hast Du das grundsätzlich bejaht (O-Ton:besser schlechte Öffentlichkeit als gar keine…oder so ähnlich)

Zitat…du selbst aber machst das seit jahren in regelmässigeen abständen, wobei du die betroffenen in ihrer psychischen ausnahmesituation dann mit familienfoto und krankengeschichte der welt vorführst.
Bei allem Respekt, Roman, hier vergreifst Du Dich (erneut ohne Hintergrundwissen) im Ton.
Du selbst spötteltest darüber, dass ich mich “viel zu intensiv” mit den Betroffenen beschäftige. Dies Vorgehen bedeutet aber auch:Jeder noch so kleine Schritt wird grundsätzlich mit den Betroffenen abgesprochen, in einigen “Fällen” kam der Vorschlag, an die Presse zu gehen, gar von ihnen selbst!Wissen “Deine” Betroffenen um die Verbreitung der Publikation?

Zitat…deine kritik kommt mir deshalb ein wenig vor, wie klassische projektion.
:) Schuster, bleib bei Deinem Leisten.
Eine pseudo-psychologische Bewertung meiner Person ist hier so etwas von überflüssig, das erinnert lediglich an einen Beißreflex.

Zitat…welche konkreten fehler wirfst du mir bei der beratung vor? was hättest du anders gemacht? was möchtest du selbst dazu beitragen?
Ich habe Deine Beratung niemals bewertet, wie auch?
Es geht hier konkret um die reißerische Darstellung, um die Übernahme der Sichtweise der Betroffenen ohne die “Gegenseite” anzuhören, ohne konkrete Akteneinsicht, es geht um Effekthascherei und Zementierung eines Feindbildes durch Pauschalen (s.o.) Es geht um um die Provokation um der Provo willen (E-Mail-Aktion).

Zitat…mehr als erstaunen löst dann bei mir auch dein selbstlob über deine arbeit in der kommunalpolitik nicht mehr aus
Wo steht irgendetwas von MIR?
Ich schrieb, dass ich partizipiere, mehr nicht!Ich vermied, anders als Du übrigens, das Herausstreichen, wer,wie,von wem “eingeladen” und seitens der Stadtverordneten auch zügig wieder “ausgeladen” wurde…
Keinen Ton verlor ich über MEINE “Rolle” im Arbeitskreis!
Übrigens, das, was ich als Erfolg werte, ist die Tatsache, dass unser aller Anliegen erstmals ernstgenommen wird!! Das ist ein Dammbruch aus meiner Sicht!
Und jetzt Butter bei die Fische:
Es gibt Aktionen, die politisch als ernsthaft zu bewerten sind.Bewusstes Herbeiführen von mehreren Eklats gehört da nicht dazu!Das betrifft auch insbesondere die e-mail-Schwemme an die MainArbeit!
Als ernst zu nehmender Gesprächspartner disqualifiziert man sich mit solchen Aktionen (zumal, wenn der Name “vorbelastet” ist).
Verflixt nochmal, willst Du nicht, dass “wir” ernst genommen werden???

Warum hat Hannemann binnen kürzester Zeit mehr Aufmerksamkeit erregt, als die Betroffenenvertreter innerhalb von 10 Jahren? Man nimmt sie ernst!
Das mag natürlich ein Schlag in’s Gesicht aller Aktivisten sein,es ist aber schlicht Fakt. Also haben “wir”, wenn sich die Chance ergibt, (die –von mir niemals anders dargestellt!!- auf die Arbeit des damals noch vereinigten SGB2Dialog zurück zu führen ist) unser Anliegen darzustellen, die PFLICHT, diese auch ernsthaft zu nutzen.

Zitat…unter https://erbendertara.wordpress.com/2013/09/04/mainarbeit-erstausstattung-wohnung-so-nicht-update/ schreibst du über herrn schulze-böing:
Richtig lesen beugt vor, lieber Roman!
Diese harschen Worte galten Herrn S. – Leiter des ZEBRA/Goab-Möbelhauses – nicht dem Herrn Dr.!Und ja, es waren NACHWEISLICH Lügen, welche er äußerte.Und Lügen sind nun mal dreist und unanständig, diese hier waren ob der Situation zudem noch widerwärtig! Justitiabel sind solche Äußerungen (aufgrund der subjektiven, moralischen Bewertung von Lügen 😉 ) nicht.

Wie mir übermittelt wurde, gehst Du andernorts gar so weit, meine Arbeit als,
Zitat
zumal sie selbst diejenige ist, die seit vielen jahren in regelmäßigen abständen reisserische artikel in einer lokalzeitung lanciert, bei denen man nicht mal ansatzweise nachvollziehen kann, was eigentlich sache ist….
unsachlich und nicht verifizierbar zu diskreditieren!
Das ist nun wirklich nicht die feine englische…aber Du gehst in Deinem 2ten Kommentar ja auch (erneut ohne Basis-Info) die http://www.ali-gegenwind.de/ an, in dem Du Unterstellungen einfach so weiter verbreitest.
Nein, das ist nicht in Ordnung!
Im Gegensatz zu Dir kenne ich zumindest eine der Aktiven dort und bin mit den Umständen des Hausverbotes (einkassiert, übrigens) vertraut!
Was meine “Öffentlichkeitsarbeit” betrifft:
Ich kann (tat es hier im Blog auch des Öfteren) jedwede “Behauptung”, Sachdarstellung oder Basis für Presseartikel belegen mit Bescheiden, Schriftstücken ect.
Die Journalisten, mit denen ich zusammenarbeite, ÜBERPRÜFEN mit Einwilligung (!) der jeweiligen Betroffenen auch das Material, welches die Basis für Presseartikel bildet.

Bzgl. der Zwickauer Jugendsamtsgeschichte vs. Offenbach nur ein Satz:
Bitte informiere Dich, ggfs. über Deine Fraktion, denn Deine verharmlosende, relativierende Darstellung ist weder richtig noch ohne Risiko.

Bleibt noch die Antwort auf die Frage, wie ICH es gehandhabt hätte.
Falls das jetzt arrogant rüberkommt, bedaure ich dies. Tatsache aber ist:
Ich habe trotz unzähliger “Auseinandersetzungen mit der MainArbeit” kein Hausverbot.
Meine Anfragen/Ersuchen/Anträge werden IMMER sachlich, in Teilen sehr freundlich UND zeitnah bearbeitet, bisher konnte ich mit Ausnahme 2er “Fälle” ohne Anwalt/Sozialgericht eine schnelle und zufriedenstellende Lösung herbeiführen.
Über fehlende Kommunikation kann ich mich auch nicht beschweren.
Warum nur, grübel…..

Du schriebst sinngemäß (auch in anderen Foren), dass ich meine Vorgehensweise für das Maß aller Dinge halte.
Das ist Quatsch!
Allerdings steht zu vermuten, dass ich aufgrund meiner “speziellen Art” jedem MainArbeiter zunächst (!) sofort signalisiere, dass er/sie NICHT per se mein Feind ist!Das übrigens meinte ich mit “entmenschlichen”:
Ich nehme den Mitarbeiter als Menschen wahr, mit positiven wie negativen Eigenschaften! Ich reduziere ihn/sie nicht auf Schreibtischtäter.Ich trenne zwischen Mensch und (vorgegebener) Handlung.Das Positive versuche ich, zu bestärken
In “der Sache” bleibe ich dennoch hart. Jedoch versuche ich nach besten Kräften, einseitige Schuldzuweisung zu vermeiden. Das gelingt mir, weil ich jeden “meiner” Betroffenen als Menschen ernst nehme und mich mit den Hintergründen vertraut mache.Und wenn einer “Meiner Leute” Bockmist macht, dann beschönige ich das eben auch nicht.
Der (überwiegende) Respekt, der mir auch in der MainArbeit entgegenschlägt, zeigt aus meiner Sicht, dass ich zumindest sehr viel richtig mache.Das Wichtigste – im Sinne “meiner” Betroffenen – ist jedoch, dass ich ernst genommen werde!
Zimperlich bin ich nie mit meiner Kritik gewesen und dennoch….

Mehr habe ich nicht zu erwidern. Sollten noch Fragen offen sein, ICH ;) bin über diverse Kommunikationswege rund um die Uhr erreichbar.

Es grüßt Dich
Ellen

Denn sie wissen nicht, was sie tun…

 

… oder doch?
Auch auf die Gefahr hin, künftig als „Nestbeschmutzer“ zu gelten, muss ich meinem Unmut dennoch Luft machen.

Es sei zunächst dahingestellt, ob „man“ meine Art und Weise, Betroffenen des unsäglichen SGB2 zur Seite zu stehen für „gut“ oder richtig befindet. Fakt ist, dass meine Vorgehensweise bis jetzt niemandem geschadet und – mit Verlaub und ohne Eitelkeit – Unzähligen nützlich/dienlich war, ist und auch künftig sein wird.
Ich kann verstehen, wenn Betroffene (Schikanierte/Gedemütigte) das Feindbild Jobcenter haben, denn es ist nun einmal eine Tatsache, dass alle Mitarbeiter dort dem System dienen, völlig gleichgültig, ob sie dem Grunde nach nette Menschen sind. Und die Netten sind zudem nicht in der Überzahl…

Scheiße bleibt Scheiße, auch wenn man Parfum darüber kippt…

…daher gehört auch aus meiner Sicht das Hartz-System eindeutig auf die Müllkippe der Geschichte.
Das nochmals zur Klarstellung!
Und jedwede Aktion, welche aufrüttelt, sensibilisiert, Protest ein Gesicht gibt, den Betroffenen hilft findet daher meine Unterstützung.
Wirklich jedwede?
Nein! Hier muss ich mich korrigieren!

Wer mit Dreck wirft, bleibt selbst nicht sauber

Nochmals: Man darf mich durchaus als „System-Feind“ bezeichnen 😉 dennoch sind mir schmutzige Tricks, Effekthascherei um jeden Preis und das Entmenschlichen meines Gegenübers zutiefst zuwider.Wer sich derartiger Mittel bedient, ist schlußendlich auch nicht „besser“ als der, welcher angeprangert wird.
Aus journalistischer Sicht sollten zudem Behauptungen, welche man publiziert, zumindest in anonymisierter Form verifizierbar sein.

Schwarz-Weiß-Malerei ist töricht

Menschen, egal wo man sie antrifft und welche Position sie bekleiden, sind keine homogene Masse. Ergo ist nicht jeder Erwerbslose ein hochanständiger Mensch und nicht jeder Jobcenter-Mitarbeiter ein sadistischer, sanktionsgeiler Scherge.
Es ist aus meiner persönlichen Sicht daher schlicht ein Unding, Behauptungen in die Welt zu posaunen, ohne sich mit der „hartzigen“ Vorgeschichte des betroffenen Leistungsbeziehers zu befassen.

darum geht es, klick

Kontraproduktiv, in Teilen falsch und ein Bärendienst für künftige Hilfesuchende

Der Hammer ist aus meiner Sicht, dass diese Darstellung -warum auch immer- an alle (!) ü-hundert Mitarbeiter der MainArbeit gemailt wurde!
Was um alles in der Welt bezweckt mensch mit derartigen Aktionen?
War da die Profilneurose derart übermächtig? Sorry, anders kann ich es mir nicht erklären!
Es gibt derzeit einen Arbeitskreis aus Betroffenenvertretern und Stadtverordneten, wir bemühen uns seit Wochen darum, auf Sachebene künftige Rechtskonformität und weitere deutliche Verbesserungen für die Leistungsberechtigten zu erreichen.
Diese ganze Scheiße hier vor Ort ist nun mal in großen Teilen ein Politikum, es gilt also zunächst einmal, ernst genommen zu werden, den Kommunalpolitikern aufzuzeigen, woran es (jenseits der Gesetzgebung) hier in Offenbach „hakt“.
Wir sind ein ganzes Stück voran gekommen, und dann kommt eine derart unreflektierte, in Teilen schlicht unrichtig dargestellte Aktion…ich könnte grad mal wieder -mit Verlaub – im Kreis kotzen.

Zurück auf Los…und Schlimmeres

Mit Teilwahrheiten, teils falschen Anschuldigungen wird das ohnehin unschöne Bild, welches viele „MainArbeiter“ von Betroffenenvertretern haben, ohne Not verstärkt.
Auf gut deutsch:
So lange dieses Dreckssystem/Gesetz noch Bestand hat, ist es richtig, aufzuzeigen und ggfs. zu skandalisieren. Aber bitte mit umfassendem Hintergrundwissen und mit absoluter Wahrheitstreue!
Polemisch, JA! Aber ehrlich, bitte!

Die aller Wahrscheinlichkeit nach auftretenden Folgen für die Kinder (!) der sanktionierten Eltern sind dem Verfasser dieses Artikels nicht bekannt, vermute ich.
Woher auch?
Da müsste „man“ sich ja wirklich und ernsthaft einmal mit den Menschen auseinandersetzen und diese nicht lediglich benutzen/instrumentalisieren.
Ich habe mir erlaubt, zu recherchieren…und ich bin traurig und zornig, weil hier mit einer völlig überzogenen Aktion nun Reaktionen provoziert wurden, die für ALLE sanktionsbetroffenen BG’s mit Kindern künftig sehr bitter werden können.
Von der Tatsache, dass hier ein beginnender Konsens (s.o.) , der mühsam mit den Händen „aufgebaut“ wurde, lässig mit dem Hintern umgeschubst wurde, einmal ganz abgesehen…

 

„Hartz4“, Kapitalismus und Veränderung – ich bin verwirrt…

Vorweg möchte ich Euch, liebe Leser, um Nachsicht bitten…auch dieser Beitrag wird (wie so viele vor ihm ;) ) ein langer werden.
Ich versuche, meine derzeit galoppierenden Gedanken dennoch einigermaßen zu strukturieren.

Die leidigen Schubladen

Wo fange ich jetzt an? Ich probiere es damit, bei mir zu beginnen.
Meine Einstellung zum Leben (und leben lassen) war und ist dem Grunde nach seit über 30 Jahren kaum verändert. Der einzige Unterschied mag sein, dass ich bis vor wenigen Jahren eher der “ausschließliche Bauch-Mensch” war, welcher auf (soziale) Ungerechtigkeiten, auf (für mich) nicht nachvollziehbare “Konkurrenz bis auf’s Blut”,
(All)Macht-Phantasien und ausbeuterischen Egoismus verständnislos re- und agierte….währenddessen ich heute zusätzlich versuche, gelassen und rational die “Dinge” anzugehen.
Dass das, was ich als schlicht “richtig/falsch” schon immer empfand, “linkes Gedankengut” ist, dass das, wie ich mir ein menschliches Miteinander vorstelle, “marxistische Züge” trägt, dass meine Vorstellung von Gerechtigkeit “Kapitalismuskritik/Ablehnung” ist – noch vor 10 Jahren war mir das nicht bewusst! Viele tausend Lesestunden später erst wurde mein “Bauchgefühl” durch Wissen ergänzt.

Für mich ist das ein deutliches Indiz dafür, dass ein Denken (und nachfolgendes Handeln) in Schubladen/Kategorien Unsinn ist.
Wenn Grundsätzliches übereinstimmt, sollten mMn die unterschiedlichen Tellerränder überwunden werden und die gedanklichen Schubladen verschlossen (inkl. Wegwerfen des Schlüssels ;) )

“Truckerin” vs. Intellektuelle und Weise – Schnittstellen

Als ich vor einigen Jahren begann, mich mit dem Buddhismus zu beschäftigen und mich darin “gespiegelt” sah, entdeckte ich zeitgleich, dass Vieles in dieser Erkenntnisslehre gleichsam “linke/marxistische” Thesen sind.
Ich war zutiefst erstaunt und begann, nach weiteren Schnittstellen zu suchen.
Exkurs:
So sind jetzt meine Bücher gespickt mit Zettelchen und handschriftlichen Anmerkungen, Gedanken,Querverweisen ;)

Interessanterweise las ich dann vor einiger Zeit ein Interview mit dem Dalai Lama (man sehe es mir nach, es erschien in der “Welt”)

Zitat (…) Dalai Lama: Ja, in meiner Grundeinstellung bin ich ein marxistischer Mönch. Ich sehe da auch keinen Widerspruch. In der marxistischen Theorie liegt der Schwerpunkt auf der gerechten Verteilung des Wohlstands. Moralisch betrachtet ist das der richtige Anspruch. Der Kapitalismus legt hingegen viel Wert auf die Entstehung von Wohlstand, die Verteilung spielt aber erst einmal keine Rolle. Im schlimmsten Fall werden die Reichen immer reicher und die Armen immer Ärmer.

Lesenswert, Quelle und Volltext Gier macht Unternehmen krank

“Hartz4″ als Folge des Turbokapitalismus – viele Wege führen nach Rom

Gestern nun, in Bezug auf  mein immer auf’s Neue wiederholtes „Plädoyer für die Einheit in Vielfalt“ (bezogen auf den Kampf gegen das menschenverachtende “Hartz-System”) erhielt ich eine Mail des von mir sehr geschätzten Autoren Holdger Platta.
Er überließ mir dankenswerterweise eine Schrift aus 2010, in welcher er sich intensivst mit dem “linken entweder/oder Denken” auseinandersetzt.

Um es mal mit einem alten Werbespruch der Klitschko-Brüder zu beschreiben:
“Ist schwäre Kost” ;) – es lohnt sich aber definitiv, sich hierfür Zeit zu nehmen!

Auszug:

Da wird zum Beispiel dem Kampf gegen Hartz-IV an der juristischen Front der Kampf angesagt. Aber wieso eigentlich? Wieso nicht Kampf an der juristischen Front gegen Hartz-IV und gleichzeitig Kampf gegen Hartz-IV an zig anderen Fronten? Welch Nichtbegreifen kapitalistischer Realität verbirgt sich hinter diesem polarisierenden Entweder-Oder-Gedenke! Dieses sogenannte „Denken“ ist – bei aller Schärfe gegen den Jeweils-Andersdenkenden – nichts anderes als undeutliches Brabbeln im Kopf. Ist das Folgende so schwer zu verstehen? Die Front Kapitalismus besteht nicht nur aus einem Frontabschnitt, sondern aus sehr vielen Abschnitten, und überall sollten wir die Feldherrenhügel den Armleuchtern von rechts streitig machen. Folgen wir diesem pseudolinken “Entweder-Oder”-Heruntermachen der jeweils anderen Genossen durch die jeweils eigene Mißverständnisgruppe (statt mal das “Sowohl-Als auch” zu prüfen), bleibt am Ende dieser famosen Debatten nämlich gar nichts mehr übrig. Ich konkretisiere:

Bücher schreiben oder in klugen wissenschaftlichen Zeitschriften kluge Aufsätze veröffentlichen: Scheiße!

In die Medien gehen: Scheiße!

In die Parlamente gehen: Scheiße!

Zu Latschdemos gehen: Scheiße!

Stände auf dem Marktplatz errichten: Scheiße!

Vorträge halten oder Reden: Scheiße!

Flugblättter schreiben: Scheiße!

Vors Gericht ziehen: Scheiße!

Ja, was denn dann bitte? Den Revolver ziehen? Aha, und wo sind unsere Kampfeinheiten? Wann und wie haben wir sie überzeugt und rekrutiert? Wie stark sind unsere Truppen? Wird dieser Staat dann stillhalten? Verfügt plötzlich über keine Polizei mehr? Über keine Bundeswehr mehr? Über keine Mainstream-Medien mehr? Über keine Justiz mehr?  Undundund?

Meine Güte, da war schon Rosa Luxemburg in ihrer Rede am 31. Dezember 1918 weiter (…)

Linke Heideggerei

Und dann war da gestern noch…

…ein langes Telefonat mit einem aktiven Arbeitsvermittler. Aktiv im doppelten Wortsinne  🙂
Seine gedanklichen Ansätze und Äußerungen waren ähnlich, und doch wieder anders. Auf alle Fälle nachdenkenswert. Kritisch (auch selbstkritisch), sehr reflektiert und in manch theoretischer Überlegung, wie zunächst zumindest eine Veränderung zugunsten aller (!) vom „Hartz-System“ Betroffenen erreicht werden könnte, fast schon radikal 😉
Wohlbemerkt: Es waren Verbesserungs-Überlegungen, die sich auf das derzeit bestehende System beziehen…mit etwas Sarkasmus könnte man auch sagen:
Kleben von „anarchistischen“ Pflästerchen.

Tja, und nun?

Klar ist leider, dass Adornos Aussage, es gäbe kein richtiges Leben im falschen, unvermindert Gültigkeit hat.
Somit kann es erst recht kein richtiges Leben im falschen „Hartz-Leben“ geben…

Klar ist (mir) auch, dass dennoch, bevor dieses System überwunden werden wird (wenn!) zuvor „Linderung“ und nicht noch weitere Verschärfung stattfinden muss.
Also doch zunächst „Pflästerchen kleben“?
Leider ja (aus meiner Sicht), denn ich könnte nicht guten Gewissens schlafen, wenn ich wüsste, zu vermeidbaren „Kollateralschäden“ durch Unterlassung beigetragen zu haben.
Klar ist leider auch, dass die Gefahr der Gewöhnung („Hartz4 – next Generation“) an Entwürdigung ff sehr groß ist, dass, wenn nicht bald etwas geschieht, gar nichts mehr geschehen wird.
Oder im Gegensatz dazu sehr Schlimmes.

Klar ist mir leider nicht, ob (sollte es doch zu dem von mir befürchteten,unkontrollierten „Volkszorn“ kommen) dieser ein befriedetes Miteinander und eine Überwindung der kapitalistischen Auswüchse nach sich ziehen wird…oder ob dann wieder einmal die Revolution ihre Kinder frisst…

Klar ist mir ebensowenig, wie generell das Denken in Kategorien überwunden werden kann, wenn es selbst innerhalb linker Strömungen kaum möglich scheint

Klar ist somit, dass mir derzeit nichts wirklich klar ist.
Fazit also (zunächst):

Jetzt steh‘ ich hier, ich armer Tor und hand’le weiter, wie zuvor

Aufruf, vorm Spiegel zu verweilen – Ein Ex-Fallmanager appelliert an seine Kollegen

Kurzes Vorwort/persönliche Meinung:

Inge Hannemann und Burhard Tomm-Bub (beide Ex-Mitarbeiter versch. Jobcenter) sind in der Erwerbslosen-Aktivisten-Szene nicht unumstritten. Vielfach werden ihnen eigennützige, monetäre,narzisstische oder sonstwie geartete negative Beweggründe unterstellt.

Ich teile diese Auffassung nicht, schlicht, weil ich diese Menschen nicht kenne und mir daher keine negative „Beurteilung“ anmaße!
Und ja, ich verstehe die Wut, den Zorn der Betroffenen, welche unter Kollegen dieser beiden Aussteiger unsäglich gelitten haben.
Für Hasstiraden aber, die diesen beiden Mitmenschen schon entgegenschlugen, habe ich keinerlei Verständnis.
Wir, die Aktivisten, haben in acht Jahren des Widerstandes wenig, zu wenig erreicht!

Es ist an der Zeit, über den Tellerrand hinweg zu schauen und diesen Aussteigern den Schulterschluß anzubieten!
Es ist an der Zeit, den Aussteigern ihre frühere „Naivität“ zu verzeihen!
Ja, Naivität – denn Überzeugungstäter steigen niemals aus!
Es ist an der Zeit, zu begreifen, dass „wir“ die eigenen Reihen nicht zu überzeugen brauchen, denn „wir“ wissen, wie der Hase läuft!
Vielmehr brauchen wir weitere Aussteiger, um die Noch-Nichtbetroffenen zu erreichen.
„Wir“ schaffen es alleine nicht, „wir“ sind (wahlweise) die Unpersonen, die Kommunisten, die Faulen, die Schmarotzer, die professionellen Jammerer…
„wir“ sind nicht glaubwürdig!
Bedanken wir uns dafür bei Politik und den willfährigen Medien.

„Amts-Menschen“, Insider oder wie man sie auch nennen mag, wirken per se glaubwürdiger auf die nicht betroffene Bevölkerung.
Das ist zwar schei**, aber leider Fakt!
Und diesen Fakt sollten wir uns zunutze machen!
Potentielle weitere „Whistleblower“ zu verprellen ist da schlicht töricht.

Suchten wir nicht jahrelang nach einer deutschen Fabienne? Und jetzt beäugen „wir“ Aussteiger mit Argusaugen und hauen ihnen verbal ihn in’s Gesicht?
Muss ich das verstehen?

Was  hindert „uns“, neue Wege zu probieren? Mehr als nicht funktionieren kann es doch nicht!

Zur Erinnerung: Solidarität und Tellerrand

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Aufruf vorm Spiegel zu verweilen!

FallmangerInnen, ArbeitsvermitterInnen – KollegInnen!


Einige von Euch werde ich mit meinen Worten nicht erreichen, zumindest nicht ihre Herzen … (vielleicht aber doch ihren Verstand).

 

Einigen ist recht vieles egal, einige legen es sich so zurecht, dass Andere schuld sind, die Kunden, die Gesetze, die Chefs, …

 

Einigen ist es wichtig, ihre Ruhe zu haben, ein gutes Auskommen, Versorgung für die Kinder, evtl. sogar noch ein kleiner beruflicher Aufstieg. Das kann man verstehen.

 

DOCH VIELEN IST ES NICHT EGAL

 

Ich kann Euch hier nur Schlagworte liefern – doch sie sind belegt (s.u.).

 


 

  • Bei UNGÜNSTIGSTER Rechnung haben wir für JEDE (!) offene Stelle ZWEI verfügbare und topmotivierte ALG II – BezieherInnen. WARUM konzentrieren wir uns auf die Kontrolle und Sanktionierung von (angeblich) Unwilligen?

 


 

  • Ein ExistenzMINIMUM kann man schon vom Begriff her nicht mehr kürzen. Auf keinen Fall aber um 60% oder 100%. Das ist verfassungswidrig und unmenschlich, in einem reichen Land wie unserem allemal.

 


 

  • Das handling von Fallzahlen, EGV`s, Maßnahmezuweisungen, Sanktionsquoten, Bewerbungsnachweisen, u.ä. hat schon lange das Urkonzept vollständig verraten und wird immer sinnloser und absurder.

 

Schon diese wenigen Beispiele reichen völlig aus, finde ich.

 

Aufruf vorm Spiegel zu verweilen

 

Wir alle wissen, dass es stimmt, was oben beschrieben wird.

 

Wir alle stehen am Morgen vor dem Badezimmerspiegel.

 

Verweilt. Schaut Euch in die Augen.

 

Was kann ICH tun, um das zu geben, was ich ja auch selbst bekommen will?
Was kann ICH tun, um etwas mehr Würde, etwas mehr Gerechtigkeit, etwas mehr Menschlichkeit zurück zu bringen in die (jobcenter-) Welt?

 

Vielleicht etwas ganz Großes. Kündigen, Klage einreichen, etwas in dieser Art. Vielleicht etwas anderes. Im Alltag den MENSCHEN helfen. In Teamgesprächen diskutieren. In Foren im Internet mitreden. Leserbriefe schreiben. Mit Kollegen reden. Mit den örtlichen Hartz IV – Gruppen / Beratungsstellen Kontakt aufnehmen. Etwas noch ganz anderes, kreatives.

 

Und dann schaut wieder in den Spiegel. Ihr werdet schöner aussehen, stärker und stolzer – versprochen! Mein Wort darauf.

 

Unterstützt von / Unterstützend für:

 


Marcel Kallwass, Student a.d. Hochschule der BA (Bundesanstalt für Arbeit).

 

 

Norbert Wiersbin, (Dipl.-Päd., Dozent und Ex – Fallmanager)

 

 

Inge Hannemann, z.Zt. suspendierte jobcenter – MitarbeiterinBlog: http://altonabloggt.wordpress.com/

 

V.i.S.d.P.: Burkhard Tomm- Bub, M.A., 67063 Ludwigshafen, 

 

Mailto: ogma1@t-online.de
(Ex – Fallmanager)

 

BELEGE im Blog „tombbloggt“: http://tombbloggt.blogspot.de/

 

 

 

taz Panterpreis für Inge Hannemann

Den diesjährigen taz Panterpreis für ihr Engagement erhielten am 14. September, im Deutschen Theater Berlin der LeserInnen: Inge Hannemann, Preis der Jury: „Welcome2Europe“.

taz: „Der taz Panter Preis ist ein Preis für Menschen, die sich mit großem persönlichen Einsatz für andere starkmachen und mutig Missstände aufdecken. Menschen, die uneigennützig und hartnäckig für eine bessere Welt kämpfen, ohne viel Aufhebens um ihr Engagement zu machen. Mit dem Preis möchten wir die Arbeit all dieser Engagierten würdigen und sie ins Licht der Öffentlichkeit rücken.“

weiterlesen auf altonabloggt

Von mir an dieser Stelle nur 3 Worte:
Herzlichen Glückwunsch
und
wohlverdient! 🙂

Ich habe einen Donk ;)

Der eine oder andere Leser wird sich noch an „Crocodile Dundee“ erinnern. Eine der witzigsten Szenen war die mit dem Donk 🙂

Diese Szene kam mir heute wieder in den Sinn.
Nachdem ich „meiner“ jungen Schwangeren berichtete, dass sie ab Montag im Besitz von Möbeln ist, meinte sie ganz trocken: „Und wenn Du nicht gewesen wärst, dann säße ich noch immer auf der Strasse oder in so ’ner widerlichen Unterkunft“.

Tja, irgendwie hat sie da wohl Recht. So sehr ich mich auch freue, dass es mir möglich war, wieder einem Menschen zu helfen, so dringend stellt sich mir die Frage, was mit all den anderen Betroffenen ist, die keinen „Pitbull-ähnlichen“ (= nicht zwangsläufig bissigen, aber äußerst unnachgiebigen) Helfer haben?

Jeder sollte einen Donk haben

Die Helferszene in Offenbach ist aktiv und fleißig, leider aber auch sehr überschaubar. Klonen kann sich auch niemand von uns. Zwangsläufig bleiben dadurch viele Leistungsberechtigte mit dem Durchsetzen ihrer berechtigten Anliegen sich selbst überlassen.
Irgendwo las ich einmal – sinngemäß –
Wenn nur 10% mehr Betroffene mit starker Rückendeckung aufwarten könnten, wäre im Jobcenter „Kapitulation“ angesagt. Diese Aussage kam von einer/einem SB.

Daher meine Bitte an alle „stillen Mitleser“:
Stellt Euch in Eurem Bekanntenkreis als Beistand zu Verfügung.
Ein Beistand muss nicht rechtskundig sein. Er sollte lediglich die deutsche Sprache gut beherrschen und bei Vorsprachen ein Gesprächsprotokoll führen.
Das Ausloten dieses Protokolls auf – beispielsweise – rechtswidrige Forderungen der Jobcenter-Mitarbeiter, kann später erfolgen.
Es gibt einige gute Foren, die virtuell den ersten groben Durchblick vermitteln können. Die auch mithelfen, Widersprüche zu formulieren ect.

Die Mitläufer

Wer sich engagieren mag auch für  völlig unbekannte Menschen, kann sich bei dem Verein – Wir gehen mit eintragen lassen.
Es wäre nützlich, wenn viele Menschen sich auf diese Art solidarisch zeigten. Es hilft den Betroffenen, weil sie sich nicht allein und ausgeliefert fühlen. Der Beistand hat auch eine Zeugenfunktion, schon deswegen sind die JC-Mitarbeiter häufig höflicher, wenn die Betroffenen mit Begleitung auftauchen.

Auch wenn nicht jeder gleich ein Donk ist 😉 Beistand/Begleitung allein bewirkt manches Mal schon ein kleines „Wunder“.

Es gilt mehr denn je: Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt…

Andere Wege? Der „Sozialstaat“ Deutschland und die (Verwaltungs)Ethik

Lesern, die diesen Blog mitverfolgen, dürfte aufgefallen sein, dass (durchaus unter Einbeziehung der buddhistischen Ethik-Grundsätze) meine Gedanken häufig darum kreisen, wie zunächst (!) ein rechtskonformer und „anständiger“ Umgang mit Betroffenen des Agenda-Wahnes – SGB – angestoßen werden kann.

Damit wird sich die verordnete „Armut per Gesetz“ natürlich nicht ad hoc beenden lassen, darauf möchte ich auch hier und heute nicht hinaus. Zur Verwirklichung dieses „hehren Zieles“ braucht es selbstverständlich weitaus mehr kritische Akteure und Aktive, die der gewollten Volksverdummung entgegenwirken. Leider ist diese (u.A. mediale) Verdummung sehr erfolgreich gewesen und hat die Spaltung zwischen den einzelnen Bevölkerungsschichten fest in den Köpfen der Bürger verankert- auf beiden (!) Seiten, wohlbemerkt -.

Monetäre Armut oder Demütigung – was wiegt schwerer?

Diese Frage allgemeingültig beantworten zu wollen, kann nicht funktionieren. Es ist vermutlich ähnlich wie bei der „Huhn oder Ei – was war zuerst da – Frage“. Ich denke, wenn in den Teilen der noch nicht von Armut betroffenen Bevölkerung ein Umdenken eintritt, schwindet auch die Gleichgültigkeit/Akzeptanz/Bejahung gegenüber diesen (finzanziellen) Zuständen, die den Betroffenen zugemutet werden.
Daher denke ich, dass zunächst die häufig als „richtig“ oder „normal“ wahrgenommene Diffarmierung, die Demütigung angegangen werden muß. Erst wenn Nicht-Betroffene wissen, nachvollziehen und verstehen, was wirklich (!) mit den Betroffenen geschieht, wenn echte (!) Empörung folgt, dann entsteht auch die dafür notwendige Solidarität zwischen „Normal-Bürgern und Ausgegrenzten“.
Erst dann  wird auch die Forderung nach einem menschenwürdigen Einkommen für Nicht-Arbeitende auf breitere Akzeptanz treffen und Unterstützung finden.
Solange das diffarmierende Bild des „Schmarotzers“ in den Köpfen ist, wird das nicht geschehen.

Positive Impulse

Ja, ich wiederhole mich 😉 und ich wiederhole auch die Darstellung eines Ex- Jobcenter-Mitarbeiters nur zu gerne, Zitat:
„…Ein fundamentales Problem scheint mir darin zu liegen, dass viele Hartz IV-Kritiker der Meinung zu sein scheinen, dass sie nur energisch, laut und anklagend genug über Ungerechtigkeiten und Zumutungen des Systems klagen müssten. Dann, so die Annahme, würde man sie schon irgendwann hören, so dass sich der erhoffte Protest dann endlich Bahn brechen würde. Darauf kann man aber lange warten, das funktioniert nicht. Denn wie gesagt: Es geht nichts, wenn nicht auch die Angehörigen der Mittelschichts-Milieus davon überzeugt werden, dass Hartz IV Deutschland längst nicht so gut tut, wie uns das Regierung, große Teile der Opposition und ein Großteil der Medienkonzerne und Industrie-Lobbyisten weismachen wollen…“
„…Meiner Überzeugung nach sind mindesten zwei Dinge erforderlich:
1) Charismatische “Frontmänner und Frontfrauen”, die die Funktion von Aushängeschildern und Multiplikatoren der Bewegung verkörpern (auf Anhieb einfallen würden mir Leute wie Sarah Wagenknecht und Ullrich Schneider)
2) Eine zwar energische, aber gleichsam gemäßigte, differenzierte Kritik an Hartz IV, in der Abstand genommen wird von argumentativer Zuspitzung und einer schwarz-weißen Freund/Feind-Zeichnung.

Gedanken zu Solidarität, Tellerrand und mehr

Es macht auch aus meiner Sicht daher großen Sinn, zu versuchen, den „Mittelstandsbürger“ positiv in Richtung Unmoral, Unanständigkeit und unethische Umgangsweise mit den Armen zu sensibilisieren.

Auch der Mitarbeiter im Jobcenter, der pAP, der SB, der Fallmanager ist in den allermeisten Fällen (gefühlt) dem Mittelstand zugehörig.
Warum also nicht da auch (!) ansetzen?

Verwaltungsethik

Dieser Begriff war auch mir neu. Zur Erklärung:

Verwaltungsethik ist ein Teilbereich der angewandten Ethik. Sie befasst sich mit der kritischen Reflexion über „gute“ öffentliche Administration. Verwaltungsethik ist damit der Rechtsanwendung und dem Handeln (in) der öffentlichen Verwaltung in gewisser Weise vorgelagert. Verwaltungsethik kann darüber hinaus die Erarbeitung und Verwirklichung korrekter, gut begründeter Verhaltensstandards in öffentlichen Verwaltungen ermöglichen.
Im deutschsprachigen Raum ist der Begriff „Verwaltungsethik“ bislang wenig verbreitet. Gründe hierfür liegen vor allem in der stark auf Legalität (und weniger auf Legitimität) ausgerichteten Verwaltungskultur. Insoweit wird ethisch-kritischen Reflexionen traditionell eher mit Zurückhaltung bzw. gar mit Misstrauen begegnet.
(…) In jüngster Zeit indes befassen sich Verwaltungen im deutschsprachigen Raum zunehmend mit Fragen der Ethik. So wurden etwa in mehreren österreichischen Bundesländern erste Handreichungen zur Ethik in öffentlichen Verwaltungen erarbeitet.
Generell sind die Ursachen für das gewachsene Interesse vor allem in folgenden, sich teilweise überschneidenden Problembereichen zu erblicken:
(…) Ethisch fragwürdige Anwendung physischer bzw. psychischer Gewalt (z. B. bei Polizei und Bundeswehr)
Anmerkung von mir: Der Tatbestand der psychischen Gewalt ist im Sinne von struktureller Gewalt in den Jobcentern auch gang und gäbe.
Quelle

Sisyphosarbeit oder: Wenn Du merkst, Du reitest ein totes Pferd, dann steig‘ ab

Ob es flächendeckende Veränderungen nach sich ziehen könnte, wenn eine Seite damit anfinge, dem „Feindbild“ abzuschwören, weiß ich natürlich nicht. Wie auch, wenn von beiden Seiten das Feindbild kultiviert wird?
Jedoch besagen positive Erfahrungen („Erfolge“) hier vor Ort, dass es eben nicht sinnlos ist, zu versuchen, als „Mensch vor dem Schreibtisch“ den „Menschen (!) hinter dem Schreibtisch“ anzusprechen. Ein solches Vorgehen kann durchaus auch mit der „Moralkeule“ erfolgen 😉 , sich in Sätzen äußern, wie beispielsweise: „Stop! Wie würden Sie, Frau X , sich fühlen, wenn jemand so mit Ihnen spricht? Würde Sie das nicht verletzen?
Gewiss ist das Sisyphos-Arbeit, aber ist es nicht einen Versuch wert?
Das kann aber nur gelingen, wenn das Gegenüber nicht reduziert wird auf „SB“, sondern als Mensch wahr-und angenommen. Mit all seinen Verblendungen, denen auch andere Nicht-Betroffene unterliegen.

Wenn bisherige Methoden nicht zum Erfolg führen, was hindert „uns“ daran, einen anderen Weg auszuprobieren? Erste Gedanken im Hinblick auf mögliches, ethisches Handeln in den „Amtsstuben“ sind doch offenbar da, warum also nicht versuchen, da anzuknüpfen?
Wir können nur gewinnen, denn schlimmstenfalls ändert sich nichts. Im günstigen Fall erreichen wir Nachdenklichkeit und ggfs. auch Nachhaltigkeit. Im allergünstigsten Fall handelt „der SB“ künftig anders und wirkt ansteckend auf das Kollegium…

Zusammengefasst:
Ein solches Vorgehen in der direkten „Erwerbslosenarbeit“, flankiert von Öffentlichkeitsarbeit – bunt, laut, direkt – aber dennoch nicht über Gebühr polemisch – und sachlichem Einbringen in die kommunale politische Arbeit könnte in der Summe erfolgversprechend sein.
Erfolg heißt in diesem Fall:
Umdenken erzielt zu haben. Neue Gedanken ziehen neue Handlungen nach sich. Nebenbei: Jeder, dem künftig Demütigung erspart bleiben würde, ist einen solchen Versuch wert.

Ich denke da an den alten Spruch:
„Stellt Euch vor es ist Krieg, und keiner geht hin“.
Vielleicht könnte der später (nach einer „ethischen Revolution“ 😉 ) so lauten:
„Stellt Euch vor, es gibt Repression, und keiner setzt sie um“…

Protestform? Na, ich weiß ja nicht…

…was das nachstehend Geschilderte bringen soll.

Gestern erfuhr ich über einen guten Freund von der Idee, sich selbst zu „outen“ als armer Mensch, öffentlich sichtbar durch einen getragenen „Wimpel“ (in „hübscher“ Analogie zu der Kennzeichnung für Asoziale im dritten Reich, siehe hier) Geboren wurde diese Idee im virtuellen Rahmen.

Nachdem ich ihn spontan fragte, ob ich von dem Zeug, welches er wohl geraucht haben müsse, um so etwas gut zu heißen, auch etwas abbekomme 😉 entspann sich eine lebhafte Diskussion.
Mich interessiert jetzt, wie meine Leser über diese Form des „Protestes“ so denken. Ich selbst kann dem nichts, rein gar nichts abgewinnen, hier meine

Gedanken, warum eine freiwillige Stigmatisierung aus meiner Sicht keinen Sinn ergibt

1.
Dass Betroffene des SGB/Prekäre/Erwerbslose nach Lesart vieler Mitbürger „asozial“ sind, ist leider Fakt. Sich dazu aber noch selbst und freiwillig mit einem „Assi-Wimpel“ schmücken zu wollen, hat mit „Ironie“ nichts zu tun. Es zeigt aus meiner Sicht von einem eher sehr merkwürdigen „Selbstverständnis“. Wo bleibt da der Selbst-Respekt? Zwischen arm (gemacht) und asozial liegen Welten…

2.
Protest soll etwas/jemanden erreichen. Um etwas zu erreichen, muss ich zwingend ernst genommen werden. Wer nimmt aber Menschen ernst, die sich freiwillig als „Asoziale“ kennzeichnen?

3.
Was soll das Ziel einer solch vereinzelten Aktion sein? Man stelle sich das bildlich vor: Da laufen in Köln 2 Menschen mit dem Wimpel herum, in München einer und in Flensburg 3 (mal so als Beispiel, viel mehr „Protestler“ sind es nicht) Was kann damit bewirkt werden? Im schlechtesten Fall werden diese „Protestler“ angepöbelt und mit Stammtischsprüchen wie…„dann geh doch arbeiten“… überzogen. Glaubt wirklich jemand, dass sich ein konstruktives Gespräch ergibt durch den Wimpel? Dass Neugierde geweckt wird, echtes Interesse gar?

4.
In der Vereinzelung ist nichts zu erreichen. Dazu kommt:Die Vereinzelten sind unter Umständen weder psychisch so stabil, dass sie mit Pöbeleien gut klar kämen,  noch -sollte sich tatsächlich doch einmal eine Nachfrage durch Passanten ergeben- könnten Alle sachlich und mit belegbaren Fakten argumentieren.

5.
Armut ist sichtbar. Wer sie sehen will (und nicht die Augen verschließt), der kann sie erkennen. Dazu braucht es keinen „Assi-Wimpel“. Wer die zunehmende Armut aber ohnehin leugnet, der wird gewiss nicht das Gespräch suchen, weil ihm im Penny oder Aldimarkt ein „Geouteter“ über den Weg läuft…

6.
Es verbietet sich eigentlich von selbst, mit Methoden und Symbolen, welche von den Nazis benutzt wurden, um (die zudem höchst unwahrscheinliche) Aufmerksamkeit zu heischen. Auch wenn es „selbst-ironisch“ angedacht ist, was löst es evtl. aus? Derartiges kann durchaus als Verhöhnung der NS-Opfer angesehen werden…und gerade auf die „politisch Korrekten“ wird es höchstwahrscheinlich abstoßend wirken.

7.
Phantasievoller Protest -insbesondere vor den Parteiständen kurz vor der Wahl- wäre eine sinnvollere Geschichte. Mit einem knackig-kurzen Flyer die Untaten der Agendaparteien aufzeigen, könnte Unentschlossene noch dazu bringen, ihre Stimmen nicht CDUSPDFDP zu geben.
Dazu ein Shirt, vielleicht mit dem Spruch: „arm im reichen Deutschland – heute ich, morgen Du?“
könnte u.U. zumindest einen kleinen Effekt haben. 2-3 Personen wären hierzu ausreichend.
Der Phantasie sind dem Grunde nach keine Grenzen gesetzt, wichtig aus meiner Sicht ist jedoch, dass sich die Aufmerksamkeit positiv auf den Protestler richtet, das Auge des Passanten „gefangen genommen“ wird. Sei es durch angenehme Farben, durch „witzige“ (dennoch seriöse!) Hingucker oder was auch immer.

Abstoßend, mit negativer Grundhaltung und offensichtlicher Bitterkeit versehen weckt man höchsten den Flucht-Instinkt der Passanten, aber keinesfalls Interesse, denn „der Mensch“ ist bereits überfrachtet mit Negativem. Ein schwarzer „Assi-Wimpel“ ist negativ, damit kontraproduktiv.
Das ist meine Überzeugung.

8.
Zu guter Letzt: Der Grundgedanke zum „Assi-Wimpel“ war wohl (so habe ich es verstanden), dass verarmte Menschen sich gegenseitig schnell erkennen UND solidarisieren. Entlehnt wohl dieser Überlieferung:

Im alten Rom hat ein Senator vorgeschlagen, man sollte alle Sklaven mit einem weißen Armband versehen, um sie besser erkennen zu können. „Nein“, sagte ein anderer weiser Senator. „Wenn sie sehen wie viele sie sind, dann gibt es einen Aufstand gegen uns.“

Das mag seinerzeit gewiss klug im Sinne der Herrschenden gewesen sein. Hier und heute sehe ich diese -wahlweise- Gefahr oder Chance jedoch nicht.
Die Betroffenen selbst sehen es tagtäglich, dass sie ihr Schicksal mit vielen teilen. Sie sehen es in den Jobcentern, in Maßnahmen, bei der Tafel usw. usf.
Und?
Bis auf eine „Handvoll Aktivisten“, die unermüdlich beistehen, anprangern,Klagen anstrengen, politisch aktiv sind ect.,ist von Solidarität im Sinne von Protest/offenem Widerstand  kaum etwas zu bemerken.
Der Löwenanteil Betroffener wurschelt sich irgendwie alleine durch und hofft vielleicht, dass „es irgendwann einmal besser wird“. Dass vielleicht ein neuer Polit-Messias wieder alles in Ordnung bringt. Oder auf was auch immer Menschen so hoffen…

Auch so gesehen macht ein „Wimpel-Outing“ also wenig bis keinen Sinn.

Dies ist nun also meine ganz persönliche Einschätzung.Dennoch bin ich für Gegenargumente offen.Wer will, darf somit gerne mit der Diskussion beginnen 😉 …

Aufstehen! Frau von der Leyen – offener Brief von Inge Hannemann

Hamburg, im Juli 2013

Sehr geehrte Frau Dr. von der Leyen

Die Zeit ist reif, auch Ihnen einen offenen Brief zu schreiben. Auf eine Kurzvorstellung meiner Person verzichte ich, da ich fest davon ausgehe, dass ich Ihnen inzwischen bekannt sein dürfte.

Sie, Frau Dr. von der Leyen sitzen in Berlin, bald im Urlaub und lächeln. Ein jahrzehntelanger Mechanismus, mit dem Sie bereits als Kind aufgewachsen sind. Mir ist leider schon lange nicht mehr nach Lächeln zumute, wenn ich mir die Umsetzung der desolaten Agenda 2010 ansehe. Als zeitlich begrenzte Verantwortliche im Bundesministerium für Arbeit und Soziales sämtlicher vermeintlich demokratischer Mächte der Arbeitsmarktpolitik schauen Sie schweigend den Kämpfen innerhalb der Jobcenter zu. Von Ihnen folgt nichts. Ein Aussitzen im schwarzen, tiefen Loch aller geschädigten Erwerbslosen und Abhängigen in den Jobcentern.

Ich spreche hier nicht, wie die Bundesagentur für Arbeit aus selbstverständlicher Subjektivität es tut, von Einzelfällen. Ich spreche hier von vielen Hundertausenden. Umso erstaunlicher ist es, dass Sie nicht von Einzelfällen sprechen, wenn die Mitarbeiter in den Jobcentern verbal angegriffen werden. Hier sind es auf einmal alle Mitarbeiter, die unter den Erwerbslosen leiden, die durch diese psychisch krank werden oder überlastet sind. Somit wenden Sie eine Verdrehung des Kollektivs zum Nachteil und weiterer Stigmatisierung der Leistungsberechtigten an. Aus meiner Sicht jedoch sind es im Ursprung nicht die Betroffenen beider Seiten des Tisches, sondern die Politiker, und damit auch Sie, die jedwede Zustände zulassen und noch viel schlimmer: akzeptieren durch Aussitzen.

Es wird zugelassen, dass Behörden wie die Bundesagentur für Arbeit eine eigene Souveränität erhält, ohne Kontrolle von wirklichen messbaren Zielen durch Ihr Ministerium. Es wird zugelassen, dass jedes einzelne Jobcenter sich Autonomiemächte greifen kann und greift, die zu Lasten von Menschen gehen. Und es wird zugelassen, dass Menschen aus Verzweiflung über das System und deren Handhabung aufgeben. Das sind nicht nur die Bittsteller, denen ein Rechtsanspruch auf Sozialleistungen zusteht und zum Teil verweigert wird. Es sind ebenso teilweise die Beschäftigten in den „heiligen“ Räumen der Jobcenter. Auch hier finden sich Mutlosigkeit, Ignoranz, Wegsehen und das automatische Funktionieren. Beim genaueren Hinsehen ein gespenstisches Agieren von gezüchteten „Marionetten“, die vor lauter Angst ihren Arbeitsplatz zu verlieren, keine eigene Meinung äußern oder nur im stillen Kämmerlein. Darunter leiden die Familien, Kollegen aber auch Freunde, die das interne „Jammern“ nicht mehr hören wollen. Diese Ängste sitzen tief. Damit sage ich nicht aus, dass diese ihre Arbeit nicht im Sinne der Erwerbslosen ausführen. Durchaus zeigt sich an manchen Orten die Empathie und der unbedingte Wille etwas zu bewirken. Zum Glück. Aber spätestens bei der Umsetzung der Paragrafen 31 und 32 kommt die Mauer und für viele Erwerbslose die Not. Nun hat der Mitarbeiter jedoch immerhin rechtskonform gehandelt, wozu ein schlechtes Gewissen und wozu darüber hinausdenken. Die erzwungene Loyalität zum Arbeitgeber wird in diesem Moment höher angesetzt, als die Loyalität gegenüber unserer Gesellschaft. Die Gesellschaft sind wir – ob in Arbeit oder nicht – von klein bis groß, von jung bis alt, von gesund bis krank. Einfach alle.

Ein Trauerspiel, ohne Mut mit fatalen Konsequenzen. Sowohl für den Einzelnen, als auch für unsere Gesellschaft und somit auch für den Erhalt unserer Demokratie.

Möglich durch die konsequente und immer verschärftere Umsetzung der Hartz IV-Gesetze und mit Ignoranz unseres Grundgesetzes, welches unsere Grundlage darstellt. Sind die geringen Lebenserhaltungskosten der Regelsätze eine Sache, so sind die damit verbundenen Zwänge und Beschränkungen eine andere. Menschen dürfen ihre Stadtgrenzen nicht verlassen, Alleinerziehende werden trotz Elternzeit in das Jobcenter gezwungen, Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen werden in Tätigkeiten gepresst, die nicht zu bewältigen sind, Zwangsarbeit wie Zeitarbeit sind staatlich verordnet, Schülern und jungen Menschen werden Aus- oder Schulbildungen verweigert, zu pflegende Angehörige werden alleine gelassen, weil Jobcenter diese Pflege nicht schätzen, Gelder werden nicht ausbezahlt, weil die Jobcenter hoffnungslos unterbesetzt sind und jede zweite Klage vor Gericht gewinnt, weil die Gerichte die Arbeit der Sachbearbeiter aus den Jobcentern übernehmen. Die Liste ist um vieles zu ergänzen. Frau von der Leyen, es stimmt nicht mehr im System, aber Sie lächeln.

Weder die Jobcenter mit diesen unmenschlichen Bestimmungen, noch die übergeordneten Behörden haben das Recht und die selbst zugeschriebene Macht, alle Akteure zu entmündigen und somit zu bevormunden. Die Würde des Menschen ist unantastbar (Art. 1 GG). Jeder hat ein Recht auf ein Leben zu führen, das der Würde entspricht (§1 SGB II). Das ist jedoch täglich erlebte Realität – zum Leid vieler Millionen und schlussendlich zur Fragestellung: Was ist Ihnen unsere Demokratie noch wert? Und nein, auch diesmal erwarte ich keine Antwort. Weiß ich auch so, dass dieser Brief Sie erreichen wird und das ist zunächst mal, für heute, ausreichend. Stehen Sie auf! Jetzt!

Inge Hannemann – Offener Brief an meine Unterstützer

Liebe Unterstützer/innen

 

Seit dem 4. März 2013 verteidigen wir unsere Würde und Menschenrechte, welche durch die Agenda 2010 immer mehr verloren geht, gegangen ist und wie sehr viele Mails, Nachrichten und Anrufen von Betroffenen an mich bestätigen. Eine Würde, die uns nach dem Grundgesetz Art. 1 mehr als zusteht und es hier keiner Diskussion bedarf.

 

Wir betreiben einen stillen Widerstand, der jedoch nach meinem subjektiven Empfinden immer lauter wird. Auch das steht uns zu und ist zu finden im Grundgesetz Art. 20 (Widerstandsrecht).

 

Warum schreibe ich diesen Brief an euch? Das hat einen einfachen Grund. Zum einen bin ich für den TAZ Panter Preis 2013 nominiert. Ein Portrait meiner Person über die Nominierung wird vermutlich Ende Juli oder August in der TAZ erscheinen. So schrieb die TAZ am 24. Mai 2013 an mich:„taz.die tageszeitung verleiht den taz Panter Preis einmal im Jahr für soziales, politisches und menschliches Engagement. Es ist ein Preis für solche Heldinnen und Helden, die sich selbstlos, mutig und kreativ für andere einsetzen. Eine interne Jury hat aus 253 Bewerbungen sechs HeldInnen nominiert, und Sie sind eine davon!“ Die TAZ begann dieses Wochenende mit der ersten Portraitvorstellung von „Stille Straße 10 e.V..” Gratulation an “Stille Straße 10″!

 

Weiterhin bin ich für den „Deutschen Engagementpreis 2013“ nominiert. Dieses Schreiben kam per Post am 21. Juni 2013. Hier muss ich noch den Fragebogen ausfüllen.

 

Ebenso bin ich für den „Whistleblower-Preis“ der „Vereinigung Deutscher Wissenschaftler“ vorgeschlagen und betitelt sich folgendermaßen: „Mit dem Preis sollen Persönlichkeiten geehrt werden, die in ihrem Arbeitsumfeld oder Wirkungskreis schwerwiegende, mit erheblichen Gefahren für Mensch und Gesellschaft, Umwelt oder Frieden verbundene Missstände aufgedeckt haben (“Whistleblower”).“ 

 

Nominierungen, die nicht mir gebühren, sondern all den Unterstützern, also Euch!

Manchmal braucht es einen Menschen, der mit dem Widerstand beginnt, laut oder leise. Widerstände gegen die unsäglichen Missstände um und mit Hartz IV gibt es seit Jahren. Die Foren, die privaten Blogs und die Klagen in den Erwerbsloseninitiativen, bei den Beiständen und schlussendlich die vielen, auch gewonnenen Klagen vor den Gerichten zeigen, dass es Missstände und Widerstände gibt. Stimmen, die kaum einer hören wollte, die von den Medien unter den Tisch gekehrt wurden und entsprechend sogar durch diese als „faule Hartzer, die neue Unterschicht“ propagiert wurde. So sagten mir letztens mehrere Journalisten und Redakteure, es fehlte eine Bestätigung von Innen heraus. Das kann ich nachvollziehen, aufgrund einer Glaubwürdigkeit. Ich kann aber nicht nachvollziehen, warum all diese Millionen Stimmen in der Vergangenheit keine Lobby hatten und haben. Sind diese nichts mehr wert, in unserer Demokratie? Das erschreckt mich und darf so nicht sein. Aber genau diese Lobby ist es, die unseren Widerstand am Leben hält. Niemals hätte ich das so bis heute in dieser Macht und Schnelligkeit in die Öffentlichkeit bringen können. Und somit bedanke ich mich bei: (Die Reihenfolge stellt keine Wertigkeit dar – diese ist nämlich gleich!)

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„Mit Verlaub, Herr Kollege ,Sie verbreiten (teils) gefährlichen Unsinn“

Ich mache so etwas selten.
Sehr selten sogar.
Aber jetzt komme ich nach reiflicher Überlegung doch nicht mehr umhin, Kritik an einem bloggenden Sozialaktivisten zu üben.

Der Kollege ist überzeugt vom Minimalismus.
Das ist wunderbar, ich freue mich für jeden Menschen, der „sich gefunden“ hat und mit sich und der Welt weitestgehend im Reinen ist.
Und wie es mit der „festen Meinung“ nun mal ist, der Mensch versucht oft, Andere von seinen Lebensvorstellungen zu überzeugen.
Ich verstehe auch das Anliegen, weshalb er versucht, insbesondere Menschen in prekärer Lage den Minimalismus schmackhaft zu machen. Er meint es gewiss nur gut…

Stockholmsyndrom oder echte Überzeugung?

Grundsätzlich ist gegen Minimalismus nichts einzuwenden. Im Gegenteil.
Wenngleich ich den Hype, der teilweise darum gemacht wird, so gar nicht nachvollziehen kann. Die Gründe hat der Wiener Blogger Emanuel in diesem Beitrag, klick scharfzüngig aufgezeigt 😉

Darum geht es mir aber nicht vorrangig.
Das, wie ich finde, recht Anmaßende an den von mir kritisierten Beiträgen wie hier, klick oder hier findet seinen Ausdruck in Behauptungen wie, Zitat:
(…) Ich werde nicht müde, zu wiederholen, dass es durchaus möglich ist, mit dem Regelsatz von Hartz 4 ein gutes Leben zu führen und davon noch zu sparen.

Solche Darstellungen sind meiner Ansicht nach ein Schlag in das Gesicht für viele Menschen in prekärer Lebenssitution. Derart Aussagen implizieren, dass diejenigen, die mit dem Regelsatz nicht auskommen, falsche Prioritäten setzen. Mit Geld nicht umgehen können.Solche Sprüche wirken überheblich.
Und sie unterscheiden sich auf den ersten Blick kaum von ähnlichen Tiraden diverser Politiker. Wenngleich die Intention des Bloggers eine andere ist.
Ebenfalls anmaßend ist die Behauptung, dass einer solchen Lebenseinstellung der Zen-Buddhismus, klick  zugrunde liegt.
Leben nach Zen bedeutet Konzentration aufs Wesentliche mit einer Tendenz zum Purismus.
Keine Ablenkung durch Überflüssiges.
Ein derart spartanisches Umfeld jedoch, wie es der Blogger propagiert, ist für Mönche und Nonnen vorgesehen. Oder für Menschen, die freiwillig so leben wollen. Das will (!) aber nicht jeder…
Nebenbei:
Reichtum wird auch im Buddhismus nicht als verwerflich angesehen. Es kommt hier lediglich darauf an, ob der Reichtum auf Basis ethischen Verhaltens angesammelt wurde und ob der Reiche ohne eigenes Nutznießen zu geben bereit ist – oder eben nicht.
Armut allein aber ist auch kein Indikator, „richtig“ und nützlich zu leben.
Armut und (erzwungener) Verzicht erschaffen keinen „guten“ oder weisen Menschen…das erkannte der  Buddha – Siddhartha Gautama – während seiner freiwilligen Askese recht schnell.
Vielleicht sollte der Kollege diesbezüglich noch mal den Hermann Hesse lesen 😉

Mir kommt es vor, als versucht der Blogger, die Not zur Tugend zu erklären („Stockholmsyndrom“). Das ist aber nicht das Einzige, was solche Aussagen gefährlich macht/machen kann.

Ein Jeder nach seiner Facon

Das wusste bereits der alte Fritz.
Das heißt, wenngleich es gewiss Sinn macht, die eigenen Wünsche zu hinterfragen hinsichtlich Konsumismus, Werbemanipulation ect….
…wenngleich viele Konsumwünsche sich bei genauer Betrachtung als überflüssiger Blödsinn herausstellen werden, muss mensch dennoch auch gegenteilige Entscheidungen seinen Mitmenschen überlassen.
Das nennt man, so glaube ich, andere Lebensformen respektieren.
Ich selbst konsumiere sehr bewusst, mache Kaufentscheidungen häufig von (gesellschafts)politischen Hintergründen abhängig und rate (!) dieses Verhalten auch jedem an, unabhängig von dessen finanzieller Situation.
Aber mit einer solchen (vielleicht ungewollten) Überheblichkeit wie der Kollege es da macht, an’s Werk zu gehen ist nicht sinnvoll. Kaum ein Prekärer wird die eigentliche und grundsätzliche Notwendigkeit der Konsumbremse sehen, wenn der Anlass, diese Bremse zu ziehen, die eigene finanzielle Not ist!

Eine Steilvorlage für die ReGierung

Das ist die eigentliche Gefahr und es ist der Hauptgrund, weshalb ich diese Minimalismus-Propaganda
– explizit (!) für arme Menschen, denn nirgendwo las ich, dass der Blogger diese Lebensform Jedem (!) anempfiehlt
als  so unangebracht empfinde.
Was wurde nicht alles aus der Regelleistung gestrichen?
Was blieb nicht alles als „nicht essentiell wichtig“ unberücksichtigt?
Die ReGierenden erdreisteten sich, darüber zu befinden, dass beispielsweise ein Weihnachtsbaum („Warenkorb“ Abteilung Schnittblumen) ersatzlos aus der Regelleistung zu streichen ist.
Das monatliche Budget für Kinderspielzeug liegt etwas über 1.- €!
Jeder Euro für Bedürftige ist denen, die im Überfluss leben und über die „Überflüssigen“ zu befinden haben, zu viel!
Und ausgerechnet ein Sozialaktivist, ein Berater für arm Gemachte, ein Sozialpädagoge, erkennt nicht, dass er mit seinen Minimalismus-Thesen den „Zuarbeiter für die regierenden Armuts-Apologeten“ gibt??
Dass solche (öffentlich verbreiteten) Sprüche, wie oben genannt, Wasser auf die Mühlen der Sparwütigen sind?
Angesichts dessen, was die südeuropäischen Länder erleben müssen (und was auch uns noch droht) bekommen solche Ansagen einen zynischen Touch. Und wenn sie auch hundert mal gut gemeint sein mögen…

Keine heimtückische Kollegenschelte

Ich hätte sehr gerne dem Kollegen meine Bedenken mitgeteilt. Doch leider wurde die Kommentarfunktion deaktiviert, ziemlich genau nach dem ersten Auftauchen von Kritik an seinen Minimalismus-Thesen.
Somit bleibt mir lediglich hier der Platz für meine Gedanken zu Sinn, Unsinn und Gefahren.
Aber vielleicht liest der Kollege ja mit und äußert sich 😉 dazu…es könnte eine spannende Diskussion werden.

 

 

 

Nicht in unserem Namen (?) – diskussionswürdige Kritik am „Bündnis für ein menschenwürdiges Existenzminimum“

Vorab von mir:
Nach mehrmaligem Durchlesen des nachstehenden Artikels bin ich noch immer zwiespältig, ob und wie ich ich das Geschriebene denn eigentlich werten soll.

Wenngleich ich beispielsweise das unsägliche Zensieren in namhaften HilfeForen als unvereinbar mit vorgeblich demokratischen Grundsätzen halte und selbst der Meinung bin, dass viele Foren/Blogbetreiber ihre „Spielwiese“ zur höchstpersönlichen Profilierung nutzen (möchten), so scheint mir die nachstehende Kritik in weiten Teilen doch als eine Art der „sehr persönlichen Abrechnung“
Natürlich überkommt auch mich  das kalte Grausen, wenn ich beispielsweise derartige Meinungen lese. Solches und Ähnliches trägt gewiss nicht dazu bei, ein echtes Problembewusstsein zu schaffen, bezogen auf derartige Ergüsse kann ich der teils sehr harschen Kritik nur zustimmen.

Selbstverständlich sind auch insbesondere die Initiatoren des „Bündnisses für ein menschenwürdiges Existenzminimum“  als solche (Institutionen und Einzelpersonen)  sehr kritisch zu hinterfragen.
Zweifelsfrei sind hier viele unmittelbare Nutznießer und/oder Abnicker der katastrophalen Verarmungspolitik versammelt.
Dennoch wäre es meiner Meinung nach zunächst einmal wichtig, die „Mitte der Gesellschaft“ überhaupt erst einmal ansprechen zu können. Und, das dürfte wohl unstrittig sein, die „üblichen Verdächtigen“ wie ErwerbslosenAktivisten und/oder Linke haben diesen „Zugang“ nun einmal eher nicht. Dem Grunde nach, so meine Meinung, sind Bündnisse mit Gesellschaften, welche auch ausserhalb der Erwerbslosenszene Akzeptanz erfahren, ein zunächst (!) richtiger Schritt – diesen Satz schreibe ich mit etwas Bauchgrummeln, zugegeben –
Richtig ist auch, dass in der Erwerbslosenszene  meist nur Detailkritik an Hartz IV geübt wird , aber nicht die Systemfrage gestellt.
Natürlich ist die Entrechtung, die Entwürdigung Dreh-und Angelpunkt, die miserablen Regelleistungen sind nur ein Teil dieser, tragen sie doch auch (!) zum Gefühl des Gedemütigtseins einen Großteil bei.
Aber, und hier kommt einmal mehr die „Huhn oder Ei“ Frage in mir auf:
Ist es denn überhaupt möglich, „hungrige“ Leistungsabhängige politisch zu motivieren? Bekanntermaßen kommt ja zuerst das Fressen, dann die Moral…
Umgekehrt ließe sich natürlich sagen, dass, wenn das Grundbedürfnis (Essen und Wohnen) annähernd gestillt ist, die Betroffenen denn überhaupt keinen Sinn mehr in Protesten und wirklicher Änderung (Abschaffung) sehen.
Ich denke, hier trifft eine durchaus richtige „Ideologie“ auf gelebte Realität und auch schlicht auf das zunächst Machbare…einen wirklichen Lösungsansatz habe auch ich nicht…

daher wie immer interessiert an Euren Meinungen 😉

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Das „Bündnis für ein menschenwürdiges Existenzminimum“, welches vor Kurzem -am 06.12.12 öffentlich in Erscheinung trat, ist eine Ermutigung für die Mit-/Täter des sozialen Grauens, eine Wahlkampfhilfe für Rot/Grün und ein Verrat an den Interessen der Erwerbslosen, die politisch bewusst und emanzipatorisch handeln und denen ihre Selbstachtung noch was wert ist !

Erwerbslose mit solch einer Haltung müssten laut aufschreien „Nicht in unserem Namen !“

Vorbemerkung: Auf der Homepage des zuvor erwähnten Bündnisses
(http://www.menschenwuerdiges-existenzminimum.org/) existierte die Möglichkeit einer Kommentierung. Diese wurde von uns und anderen genutzt, und warum auch immer, rasch wieder entfernt. Mittlerweile werden weitere Kommentare durch Deaktivierung vollkommen verunmöglicht !

Bei dem ohnehin grauenhaften willkürlichen Ausmaß an Zensur in den Foren der Erwerbslosenszene, beschränkt auf die Zensur, wo Verstöße gegen die Regeln der Netiquette nicht vorliegen, braucht mensch sich nicht zu wundern, dass Enttäuschung, Demotivation und Rückzug ins Private, möglicherweise auch in die Isolation -manchmal sogar mit letalen Ausgang- die Folge ist. Zumal für neu betroffene und infrastrukturell benachteiligte Erwerbslose Foren ihnen die Möglichkeit bieten, ihrem Ärger Luft zu machen und mutmaßen zu dürfen, sich darin solidarisch aufgehoben zu fühlen.

Mit der Vermittlung solch eines Ohnmachtsgefühls fördern die Zensoren politische Inaktivität und Stützung der herrschenden miesen sozialen Verhältnisse.

Ausgerechnet bei den stark frequentierten Foren wie Tacheles und Eloforum pflastern Zensurleichen ihren Weg. Aber auch die anderen haben da keinerlei Hemmungen.

Trotzdem würde es nicht verwundern, wenn ausgerechnet diese Zensoren der Solidarität das Wort redeten und heuchlerisch vorgeben diese wertzuschätzen.

Gerne wird sich dabei feige hinter der „Verantwortung als Foruminhaber“ versteckt.

Wir brauchen nicht noch zusätzlich zu der Erniedrigung in den Jobcentern die Erniedrigung durch die Zensoren in den Foren !
Vielleicht aber schaffen unabhängige, politisch bewusst und emanzipatorisch handelnde Erwerbslose mit Selbstachtung eine bundesweite Alternative. Zu wünschen wäre es !

Ein bundesweites Forum, worüber alle unzensiert mobilisieren und berichten können. Wo vor allem „Rechtsberatung“ lediglich als ein Teil von Widerständigkeit gesehen wird. Denn Rechtstipps enden da, wo die Exekutive (Jobcenter etc.) Recht mit Füßen tritt und die Judikative (Sozialgerichte) dies mehr oder weniger deckt bzw. durchgehen lässt.

Dabei ist das Frequenzierungs- und Anzeigesystem der Suchmaschinen zu bedenken.
Statt Benennungskreativität sollte durch dominierende Worte/Wortbestandteile, wie arbeitslos, erwerbslos, Hartz 4, etc., für Szene-Neulinge das Auffinden erleichtert werden.

Das Kommentierungsangebot eines Homepagebetreibers -wie das des Bündnisses- ist genauso zu betrachten!

Hier vor allem aber deswegen, weil die im diesem Bündnis agierenden Erwerbsloseninstitutionen mit Renommee („Sozialprofis der Erwerbslosenszene“) zuvor angemahnt worden sind, dass der mediale Eindruck ihres Handelns im negativen Sinne nicht auf sie beschränkt bleibt, sondern sich auf „die Erwerbslosen als solche“ erfahrungsgemäß undifferenziert medial niederschlägt.

Daher braucht man sich über die provozierte Reaktion, die hier nun Raum bekommt, nicht zu wundern.

Insbesondere deshalb auch nicht, weil diese „Sozialprofis der Erwerbslosenszene“ in Einschätzung der mutmaßlichen Reaktion der Erwerbslosenszene, uns einen Maulkorb über unsere Obliegenheitsverpflichtung als ehemalige Vorstände der BAG-PLESA verpassen konnten. Die so gern zitierte Netiquette bzw. ein Mindestmaß an Anstand hätte es dann erfordert, dass sich alle daran hätten halten müssen.

Tacheles, genauer Harald Thome –einer dieser „Sozialprofis“-, hat sich aber in seiner Austrittsbegründung aus der BAG-PLESA uns angreifend nicht daran gehalten.
Siehe hierzu:
http://www.tacheles-sozialhilfe.de/harry/view.asp?ID=2094

Durch diesen Tabubruch, über uns zum Schweigen verdonnerte Personen herzufallen, entbindet selbstredend auch uns von diesem nunmehr amoralischen Status.

Aus diesem Grund sind wir allen Multiplikatoren dankbar, wenn sie Transparenz in der Erwerbslosenszene herstellen und auf ihrer Website unsere Kritik veröffentlichen. Und wir vertrauen auf deren Anstand, Versuche von dritter Seite, hierauf Einfluss zu nehmen, für uns alle aufklärend zu veröffentlichen. Es dient der Transparenz und schreckt nachahmende Versuche ab. Vorbemerkung Ende

Warum schadet dieses Bündnis langfristig Erwerbslosen ?

1. Es sollte hier klar gestellt werden, dass aufgeklärte, politisch bewusst und emanzipatorisch handelnde Erwerbslose mit Selbstachtung weder sich am elenden Hungerregelsatz abarbeiten, noch ausgerechnet mit denen ein Bündnis eingehen, die den Hungerregelsatz ja überhaupt erst mit ermöglicht haben.

So handelnde Erwerbslose gehen prinzipiell keine Allianz ausgerechnet mit denen ein, die mittelbar oder unmittelbar durch Tun oder Unterlassen die Hartzgesetze, mit dem daraus folgenden Sozialterror, ermöglicht haben.
Um wen handelt es sich hierbei ? Um die Bündnispartner aus der sog. Sozial-/ Wohlfahrts- und Armutsindustrie (manche reden auch von der sog. Sozial- und Wohlfahrtsmafia) und den Interessenvertretern von noch Arbeitsplatzinhabern, dem sog. gewerkschaftlichen Komplex.

Und Erwerbslose, die so handeln, ermöglichen auch nicht, ausgerechnet diesen vorstehend erwähnten Mit-/Verursachern des sozialen Grauens -in Zeiten des bevorstehenden Wahlkampfs von Rot/Grün- im Vertrauen auf das Kurzzeitgedächtnis der Betroffenen und Wählerinnen und Wählern, denen soziale Gerechtigkeit wichtig ist, sich als Heilsbringer meinen verkaufen zu können und zu dürfen.

Offenbar schreckt es einige dieser „Sozialprofis“ der Erwerbslosenszene nicht ab, wenn Bündnispartner sogar heute noch an diesen elenden Strukturen weiterhin verdienen !
Das ist schon so oft über die politischen Magazinsendungen in die Öffentlichkeit transportiert worden, dass Unkenntnis unglaubhaft ist. Diese Bündnispartner haben in der Vergangenheit dem Sanktionsregime der Jobcenter zugearbeitet und werden es vermutlich auch weiterhin tun. Der Sanierung der Erwerbslosenstatistik wurde und wird ja alles untergeordnet.

Unverzeihlich ist vor allem -ob gewollt oder nicht- zum einen die erteilte Absolution bzw. die nun nicht mehr widerrufbare Imageaufbesserung, die ausgerechnet die Mit-/Täter des sozialen Grauens durch den gemeinsamen Auftritt mit renommierten Institutionen der Erwerbslosenszene in der medialen Öffentlichkeit erfahren.

Und zum anderen die Ermöglichung der Erweckung des Eindrucks, ausgerechnet die „Sozial- und Armutsindustrie“ sowie der „gewerkschaftliche Komplex“ würden für „die Interessen der Erwerbslosen“ stehen.

Das tun sie beileibe nicht !

Das Bündnis für ein menschenwürdiges Existenzminimum ist eine Ermutigung an die, die den Sozialterror mit ermöglicht haben, ungeschoren davon zu kommen und solche Dinge ungestraft wiederholen zu dürfen.

Es wird nur eine Frage der Zeit sein, bis diese Sozial- und Armutsindustrie und der gewerkschaftliche Komplex Gewehr bei Fuß steht, wenn die SPD-Politik Gehorsam einfordert.

2. Offenbar korrumpiert nicht nur „der Gang durch die Institutionen der Macht“ Menschen. Sondern auch merkantile und anderweitig kompensatorische Interessen, diejenigen, die sich als „Sozialprofis“ in der Erwerbslosenszene eingerichtet haben. Ihre Kritiker, hinsichtlich des eingegangenen Bündnisses, konfrontieren sie mit der rhetorischen Frage nach einer besseren Alternative.

Darauf sollte unsere Entgegnung sein:
So verzweifelt können Erwerbslose gar nicht sein, sich ausgerechnet mit denen in ein Bett zu legen, die ihnen die Suppe des sozialen Grauens mit eingebrockt haben.

Das gewerkschaftseigene Gewächs „KOS – Koordinierungsstelle gewerkschaftlicher Arbeitslosengruppen“ (besonders hierbei zu erwähnen Martin Künkler), als Mitglied des Krachschlagen-Bündnisses, war nicht von ungefähr der Anreger zu diesem daraus folgenden und jetzt in Erscheinung tretenden Bündnis für ein sog. menschwürdiges Existenzminimum.
Und dieser DGB-Internet-Auftritt ist da nur folgerichtig:
http://www.dgb.de/presse/++co++456ae934-3eec-11e2-a3c5-00188b4dc422

Ein Bündnis, welches zur rechten Zeit des rot/grünen Wahlkampfs in die Öffentlichkeit tritt.
Ausgerechnet die SPD macht die Frage der sozialen Gerechtigkeit zu einem ihrer Wahlkampfschwerpunkte. Bei den Grünen macht sich die Ziehtochter von Joschka Fischer Katrin Göring-Eckhardt http://www.youtube.com/watch?v=dn0psOaaZHw auf, sich dafür zu positionieren. Sie, die laut eigener Aussage damals mit Clement … das soziale Grauen ausgehandelt hat. <die letzten fünf Worte sind von den Autoren kommentierend hinzugefügt worden>

Etwa ein Schelm, der die zeitliche Nähe zur Nominierung des Kanzlerkandidaten und Hartz-4-Befürworters Peer Steinbrück für keinen Zufall hält ?! In wie weit machen sich die „Sozialprofis der Erwerbslosenszene“ zu dessen bzw. deren Steigbügelhalter ?

Etwa ein Zufall, dass diesbezüglich kritische Mitglieder des Vorstands der BAG-PLESA, zu denen wir gehörten, aus dem Vorstand gekickt wurden, nachdem es uns gelang sowohl die BAG-PLESA als auch den ABSP (Aktionsbündnis Sozialproteste) nicht zu den Unterzeichern dieses Positionspapiers des Bündnisses werden zu lassen.
Siehe hierzu auch die Stellungnahme von Harald Thome (Tacheles) in seinem Newsletter vom 04.07.12, wonach wir seiner Bündnispolitik schaden:
http://www.tacheles-sozialhilfe.de/harry/view.asp?ID=2094
Und auf der Website von „Gegen Hartz.de“ vermisste man dazu unsere Stellungnahme:
http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/tacheles-steigt-aus-bag-plesa-aus-9001008.php
Die fehlende Stellungnahme liegt hiermit jetzt vor.

Exkurs:
Als seinerzeit Christy Schwundeck unter Umständen getötet wurde , die die Justiz nicht aufklären will, fanden Treffen dieser „Sozialprofis“ im Vorfeld des jetzigen Bündnisses statt. Beim Update zur sozialen Lage beschlossen diese „Sozialprofis der Erwerbslosenszene“ dazu nichts zu unternehmen und diese Angelegenheit der Initiative vor Ort zu überlassen. Die sich dann zum einen zerstritten hatte und zum anderen laut Auskunft einer der beiden daraus entstandenen Inis ,sich überfordert und allein gelassen fühlte.
Parallel dazu stattfindende bundesweite Mobilisierungsversuche wurden sowohl im Tacheles-Forum als auch im Eloforum und anderen Foren zensiert.

Aber „Hartz-4“ hat ja nicht nur finale Konsequenzen hinsichtlich der Lebensfähigkeit Erwerbsloser, sondern auch hinsichtlich der der Sachbearbeiter_innen in den ARGEN und Jobcentern. Obwohl das Eloforum schon vor Jahren gleich gelagerte staatsanwaltschaftliche Angriffe erfolgreich abgewehrt hatte, löschten Eloforum und Tacheles im vorauseilendem Gehorsam die Threads zu dem tödlichen Vorfall in Neuss, nur weil die Regionaldirektion Nordrhein-Westfalen der BA in analogem Sinne drohend die Backen aufblies. Exkurs Ende

Da mögen die „Sozialprofis“ der Erwerbslosenszene noch sooft scheinheilig beteuern, sie hätten ja nur in ihrem Namen sich in dem Bündnis verortet. Nein, es kommt letztendlich auf die Wirkung in der Öffentlichkeit an. Da differenzieren Medien erfahrungsgemäß in dieser Sache kaum bis gar nicht. Da werden alle Erwerbslose in einen Topf geschmissen. Darauf wurden sie von ihren Kritikern von der BAG-PLESA und dem ABSP hingewiesen.Doch das haben diese „Sozialprofis“ der Erwerbslosenszene nicht nur leichtfertig, sondern erkennbar vorsätzlich in Kauf genommen. Ausgerechnet sie werfen ihren Kritiker_innen vor, die Erwerbslosenszene zu spalten. Dieses Totschlagargument und rhetorische Mittel greift jetzt nicht mehr. Sie haben mit ihrer Leichtfertig- und Vorsätzlichkeit nunmehr das spalterische Potential geschaffen.

Was hier anschaulich und lebensnah beschrieben ist, findet sich hinsichtlich der fatalen Wirkung von sog. Sozialprofis (auch Avantgarde, Führungs-/Reisekader oder Organizer genannt) in dem dazu lesenswerten Artikel von Anne Seeck in der „trend-onlinezeitung 01/11“ mit dem Titel „Aufstand der Armen? Fehlanzeige !“ soziologisch und historisch beschrieben wieder. Hier sei insbesondere auf die drei Absätze mit den Überschriften „Die Rolle der Organizer“ verwiesen. Dankenswerterweise von der Autorin mit Auszügen aus dem ihrer Kritik zu Grunde liegenden und bedauerlicherweise vergriffenen Buch von Frances Fox Piven, Richard A. Cloward, Aufstand der Armen, Suhrkamp Frankfurt /Main 1986 versehen, wodurch ihr Artikel umfangreich wurde; aber sehr lesenswert bleibt !
Hier der Link: http://www.trend.infopartisan.net/trd0111/t210111.html

Wie bei Kenntnis der Medienbranche nicht anders zu erwarten, wurde nun der Eindruck erweckt, dass die Erwerbslosen mit diesen Mit-/Tätern des sozialen Grauens sich in ein Bett begeben haben. Diesem Eindruck entsprechend können jetzt ausgerechnet SPD und Grüne im Glashaus sitzend mit Steinen -hier die sog. soziale Frage als ein Wahlkampfschwerpunkt- nach der CDU/ FDP werfen, ohne dass die hier im Bündnis verorteten Erwerbsloseninstitutionen mit Renommee bei den Medien sich erlauben könnten, ihnen die Maske der Heuchelei vom Gesicht zu reißen. Und wenn sie es denn überhaupt wollen, dann bekämen sie selber ein Glaubwürdigkeitsproblem.

Niemand hat sie gezwungen, ausgerechnet in so einem Bündnis, so ein Positionspapier, was sich auch noch ausgerechnet am elenden Hungerregelsatz abarbeitet, massenmedial zu verbreiten. Sie hätten es auch im alleinigen Verbund der Erwerbsloseninstitutionen und Inis aus deren Lobbysicht mit eigenen Forderungen tun können.

Es ist Zeit und angebracht darüber nachzudenken, solchen Institutionen wie KOS (Koordinierungsstelle gewerkschaftlicher Arbeitslosengruppen), Tacheles, Erwerbslosen Forum Deutschland und ALSO das Vertrauen zu entziehen ! Zumindest in Bündnisangelegenheiten.

3. Und schaut Euch, als Betroffene oder Sympathisanten, die Erklärung des DGB im Namen der Erwerbslosen an:
http://www.dgb.de/presse/++co++456ae934-3eec-11e2-a3c5-00188b4dc422)

Und die Kurzdarstellung der zeichnenden Verbände dieses Bündnisses, auf Seite 35 ff. der Langfassung des auf dieser Seite herunterladbaren Positionspapiers. Dann wisst Ihr, mit wem sich diese „Sozialprofis“ der Erwerbslosenszene in ein Bett gelegt haben. In der Langfassung des Positionspapiers ausgerechnet auf der Homepage des Bündnisses fehlt die Kurzdarstellung der Mitglieder. Etwa ein Schelm, der sich da fragt, ob der DGB hier nicht strategisch mitgedacht hat ?

Sie haben sich mit sanktionsfähigen Maßnahmeträgern in ein Bett begeben. Und Organisationen, deren Strukturen sich der „Ein-Euro-Jobs bzw. der Leiharbeit bedienen; und manche, die selbst organisationsinterne Verleihfirmen inne haben. Seht Euch hierzu auch den Bündnispartner „Evangelischer Fachverband für Arbeit und soziale Integration e.V. (EFAS)“ an
http://www.o-ton-arbeitsmarkt.de/o-ton-original/rund-die-halfte-der-hartz-iv-empfanger-ist-arbeitsmarktfern
und http://web2.cylex.de/firma-home/jobcenter-stammheim-5637942.html

Die Diakonie ist massenmedial für ihre diesbezüglichen „Maßnahmen“ bekannt. Auch sie triumphiert über das Bündnis mit den Erwerbslosen als bundesdeutsches Novum:
http://www.diakonie.de/buendnis-fuer-ein-menschenwuerdiges-existenzminimum-11571.html

Es lohnt sich auch ein Blick hinter den Bündnispartner NAK (sog. Nationale Armutskonferenz) und deren Mitglieder zu werfen. Der Lebensmittelabfallverwerter „Bundesverband Deutsche Tafeln“ ist da mit den großen Akteuren der Armutsindustrie und den Gewerkschaften in einem Boot:
http://nationalearmutskonferenz.de/index.php/mitgliederliste
Für ihr Mitglied „Der Paritätische Gesamtverband“ ist die FDP offenbar der richtige Ansprechpartner für die Lösung von Langzeiterwerbslosigkeit:
http://paritaet-alsopfleg.de/index.php/themenuebergreifend/2314-paritaetischer-gesamtverband-zur-initiative-menschen-teilhaben-lassen-neue-perspektiven-fuer-langzeitarbeitslose-schaffen

Na, das wäre doch gelacht, wenn die Bündnispartner ihrem „inoffiziellen Auftrag“ gemäß, der sog. sozialen Befriedung, nicht erfolgreich nachkommen würden. Dieses Tätigkeitsfeld gehört nun mal zum staatlichen „Herrschaftsmanagement“ zu Lasten der Überflüssigen u.a. ökonomisch und sozial benachteiligten Gruppen.

4. Was sagt Ihr dazu, wenn die „Sozialprofis“ der Erwerbslosenszene sich mit den Vertretern der Sozial-/ Wohlfahrts- und Armutsindustrie, manche nennen sie auch Sozial-/Armutsmafia, und dem gewerkschaftlichen Komplex, für deren Zwecke in ein Bett legen. Unter Inkaufnahme der öffentlichkeitswirksamen Vereinnahmung durch diese, unter dem Vorwand der Abarbeitung am Hungerregelsatz ?

Wäre es nicht an der Zeit diesen „Sozialprofis“ klar zu machen, sich auf ihr Feld der Dienstleistung in sozialrechtlichen Beratungsangelegenheiten zu beschränken und die Politik der Interessenvertretung denen zu überlassen, die ihre soziale Deklassierung und Ohnmacht nicht versuchen als Führungskader bzw. Organizer zu kompensieren ? Und in einem sich selbst referenzierenden und protegierenden System zu verharren? Avantgarde, nein danke ! Abgesehen davon, dass einige dieser „Sozialprofis“ ihren Lebensunterhalt darüber bestreiten.

Lasst uns zu ihrem jetzigen Bündnis sagen: Nicht in unserem Namen !

A. Auer und M. Wengorz

Am Anfang war das Wort…

…nein, ich beziehe mich hier keinesfalls auf die Bibel.

Mir fiel, (nicht nur) in letzter Zeit, häufig auf, dass sowohl Betroffene des sog. „Sozialsystems“ als auch insbesondere sog. Helfer in Iniativen,Foren und Blogs es teils scharf verurteilen, wenn in Berichten und Beiträgen despektierliche Worte verwendet werden für die Macher und Vertreter dieses Systems.
Es ist damit nicht nur „Kriegsvokabular“ -welches auch ich keinesfalls für gut heiße- gemeint. Nein, auch -eher- emotionale Begriffe wie Jobcenter-Schergen, Hanseln, Leih-Sklave usw. werden da heftig kritisiert.
Nun frage ich mich einmal mehr:
Wer will es den schikanierten, gedemütigten Leistungsbeziehern verübeln, wenn sie sich auf diese Weise „Luft verschaffen“ ? Wenn sie ihrem  Empfinden (!)  mit „politisch unkorrekten“ Worten Ausdruck verleihen?

Waren  es nicht bereits ganz zu Anfang der unsäglichen „Agenda 2010“ die (politisch) Verantwortlichen, welche sich als Erste eines verunglimpfenden Vokabulars bedienten, das in den Köpfen vieler Mitbürger verfing?
Waren es nicht solche Worte und Behauptungen (wie nachfolgend aufgeführt), welche eine Hetze übelster Art gegen Leistungsbezieher erst salonfähig machte?

Und dem Leistungsbezieher wollen selbsternannte „Helfer“ dann vorwerfen, sein Duktus sei „der Sache nicht dienlich“, nur weil er sich Worten wie SB-Tussi oder Ähnlichem bedient?

Hier zeigt sich, wie ich persönlich finde, einmal mehr mangelnde Empathie und möglicherweise auch ein -vielleicht sogar bewusstes?- Ausblenden dessen, was sog. Honorigkeiten so vom Stapel ließen…

An dieser Stelle danke ich dem Kollegen „Grilleau“ herzlich für die Überlassung der nachfolgenden Aufstellung. Aussagen, über die die Kritiker emotionaler „Ausbrüche“ seitens der Betroffenen vielleicht einmal gründlich nachdenken sollten…

Henner Schmidt, FDP-Fraktionsvize meint: Hartz-IV-Empfänger sollen Ratten jagen.

SPD-Arbeitsminister Franz Müntefering meint: Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen.

Altkanzler Gerhard Schröder meint: Es gibt kein Recht auf Faulheit.

FDP-Chef Guido Westerwelle meint: Es gibt kein Recht auf staatlich bezahlte Faulheit und Hartz IV -Empfänger sind eine Gruppe, die anstrengungslosen Wohlstand genießt und bezeichnete diesen Zustand als „spätrömische Dekadenz“.

Michael Glos, CDU Bundesminister für Wirtschaft und Technologie meint: Arbeitspflicht für alle Arbeitslosen muss eingeführt werden.

Genozidforscher Professor Dr. Gunnar Heinsohn, meint: Man müsse der Unterschicht den Hahn zu drehen, denn nur ein ungeborenes Kind aus diesem Milieu, ist auch ein gutes Kind, denn es schlägt einem schon keinen Baseballschläger den Kopf.

Grünenpolitikerin Claudia Hämmerling meint: Hartz IV Empfänger könnten als Hundekotkontrolleure eingesetzt werden.

Vorstandsmitglied der Bundesbank, Thilo Sarrazin (SPD) meint: Finanznot wäre angeblich nicht das zentrale Problem bei Hartz IV-Beziehern, sondern ihr übermäßiger TV-Konsum, ihre Wortarmut und Fettleibigkeit.

CDU- Philipp Mißfelder meint: Kinder von ALG-II-BezieherInnen solle es keine Anhebung des Regelsatzes geben, denn diese Maßnahme würde ja nur zu einer Absatzsteigerung führen bei Alkohol- und Tabakindustrie.

FDP- Dr. Oliver Möllenstädt meint: Die Empfängerinnen würden das Geld eher in den nächsten Schnapsladen tragen, als es in Vorsorge und selbstbestimmte Familienplanung zu investieren.

CDU-Vorsitzende Roland Koch meint: Hartz IV eine „angenehme Variante” des Lebens und fordert eine Arbeitspflicht für Arbeitslose, zur Not in Billig-Jobs.

Wolfgang Clement SPD vergleicht Hartz IV Empfänger mit Parasiten.

Heinz Buschkowsky Bezirksbürgermeister des Berliner Bezirks Neukölln und seit 1973 Mitglied der SPD meint: Elterngeld sei Fortpflanzungsprämie für Unterschicht.

Gesundheitsexperten, Peter Oberender meint: Wenn jemand existenziell bedroht ist, weil er nicht genug Geld hat, um den Lebensunterhalt seiner Familie zu finanzieren. So muss er seiner Meinung nach die Möglichkeit haben, durch den Verkauf von Organen dies zu sichern.

Die bayrische Arbeits- und Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU) meint: fordert härtere Sanktionen bei Hartz IV. Nach ihrer Ansicht, gebe es bei Hartz IV noch „zu wenig Leidensdruck“ für die betroffenen Menschen.

Frank Steffe CDU-Politiker meint: „Hartz IV-Familien“ die Bildungsgutscheine aus dem Bildungspaket nicht wollen, weil diese sich nicht „zu Bargeld machen lassen“ „Die Bildungsgutscheine sind ausschließlich für das Wohl der Kinder, man kann sie nicht für Nikotin und Alkohol benutzen. Sie lassen sich eben nicht verrauchen und versaufen.“

Dr. Dietmar Bartsch Die Linken meint: In Zeiten schlechter Wahlergebnisse die Mandate knapper seien, würden sich die Abgeordneten der Linkspartei um die Posten streiten wie die“ die Hartz-Vierer um den Alkohol“.

Hessischer Justizminister Dr. Christean Wagner meint: Die elektronische Fußfessel bietet damit auch Langzeitarbeitslosen und therapierten Suchtkranken die Chance, zu einem geregelten Tagesablauf zurückzukehren und in ein Arbeitsverhältnis vermittelt zu werden. Viele Probanden haben es verlernt, nach der Uhr zu leben, und gefährden damit gerade auch ihren Arbeitsplatz oder ihre Ausbildungsstelle. Durch die Überwachung mit der elektronischen Fußfessel kann eine wichtige Hilfe zur Selbsthilfe geleistet werden.“

In einem Interview gibt der scheidende Vorsitzende des Vermieter-Arbeitskreises „Stadtspuren“, Ulf Hahn, zu, dass durchgespielt wurde, „wie es wäre, alle Potsdamer Hartz-IV-Empfänger“ umzusiedeln und in leer stehenden Plattenbauten unterzubringen. Auf Nachfrage, gibt er zu, dass dieses Gedankenspiel zwar „absurd“ sei, aber angesichts der Tatsache, dass in Potsdam „jährlich 2.000 Menschen zuziehen“ und es an entsprechenden Wohnungen mangele, sei „querdenken“ erlaubt und Lösungen müssten gesucht werden. Durch eine Umsiedlung der Hartz-IV-Empfänger, so Hahn, würden dann wieder Wohnungen in Potsdam frei und die Umgesiedelten hätten es von Brandenburg/Havel auch nicht allzu weit nach …

Das Eisen schmieden, solange es…ergänzende Presseinfo: Fallbeispiele aus Offenbach / wohnen vs. Willkür

In Zusammenarbeit mit dem Vorstand unserer Erwerbsloseninitiative entstand die nachstehende Information, die als Ergänzung zur Pressekonferenz vom 11.10.2012 und der ausgearbeiteten Analyse der örtlichen Presse zugesandt wurde.

Presseinformation:
Fälle der Verweigerung von Wohnungsanmietung durch leistungsberechtigte Bezieher von Arbeitslosengeld II durch die MainArbeit mit üblen Folgen für Familien und Einzelpersonen.

Sehr geehrte Damen und Herren,

Es geht nicht um „faire Grenzen“ in Fragen der angemessenen Kosten der Unterkunft (KdU) für Bezieher von Arbeitslosengeld II und Sozialhilfe, wie uns der Geschäftsführer des Jobcenters MainArbeit weismachen will(FR 12.10.12). HartzIV ist keine Sportveranstaltung bei der es „fair“ zugeht.

„ HartzIV“ ist ein Armutsprogramm, das bei der Mehrheitsbevölkerung das Image des Fürsorgestaats erweckt und die Angst vor solch brutaler Fürsorglichkeit schürt. Fair ist daran nichts.
Wir, der Vorstand der Erwerbsloseninitiative SGB2Dialog Offenbach e.V., haben die Vorgaben zur Angemessenheit der KdU, das schlüssige Konzept der MainArbeit, einer Untersuchung unterworfen. Ergebnis ist, dass diese „Konzept“ von jedem Sozialgericht mit hoher Wahrscheinlichkeit verworfen würde. Dass das noch nicht geschehen ist, liegt an der Vermeidungsstrategie des Jobcenters.

Der klagenden Partei wird ein Vergleich angeboten, um einer Überprüfung der Angemessenheitsgrenzen durch das Gericht zu entgehen. Das zeigt auch die merkwürdig zurückhaltende Einlassung des Geschäftsführers, Dr. Schulze-Böing, die Angemessenheitsgrenze basiere auf „umfangreichen Ermittlungen“. Welche das sein sollen, bleibt sein Geheimnis.

Dieses Geheimnis ist anscheinend so geheim, dass es nicht einmal den gewählten Mitgliedern im Sozialausschuss von SPD und Bündnis90/Die Grünen offenbart werden darf. Ist dem so, wird die Arbeit eines parlamentarischen Ausschussses durch den Amtseiter eines städtischen Eigenbetriebs hintertrieben.
Das ist neu in Offenbach – oder etwa nicht?

Auflistung mir persönlich bekannter und von mir begleiteter „Fälle“ in Bezug auf rechtswidriges Vorgehen betreffend die Kosten der Unterkunft (KdU)
von Ellen Vaudlet

Vorweggenommenes Ergebnis:
Die MainArbeit knickt ein, wenn sachkundig und energisch vorgegangen wird – mal früher, mal später – ein Urteil meidet die MainArbeit, wie der Teufel das Weihwasser .

Anmerkung:
Die „Baualtersklassen“ sind immer DAS Beweismittel für Unangemessenheit und zwar auch dann bzw. trotzdem, wenn die Heranziehung von Baualtersklassen gegen einschlägige Urteile der Sozialgerichte verstößt.

  1. Leistungsberechtigter, Bismarckstraße in denkmalgeschütztem, verrottetem Bau (Bauamt weiß Bescheid, wg. Denkmalschutz ist der Hausbesitzer „unantastbar“) will umziehen. Umzug wird abgelehnt, die Wohnung sei nicht unzumutbar, wegen der „Probleme“ –hier defekte Treppe, haltloses Geländer = lebensgefährlich, Starkstromleitung frei, keine Haustür u.A. – solle er sich an den Vermieter wenden.
    Leistungsberechtigter zieht zu seinem Freund nach Frankfurt, hat den Widerstand aufgegeben.
  2. Dame, Ü 60, wird während des Krankenhausaufenthaltes zwangsgeräumt. Ihr wurde der Unterschenkel amputiert. Noch im Krankenhaus bewirbt sie sich um eine Wohnung, welche aufgrund zu hoher m² Zahl abgelehnt wird – sie ist auf Gehhilfe (Rollator) angewiesen, daher schon gesetzlich festgeschriebener höherer Wohnraumbedarf.
    Sie legt vom gleichen Hausbesitzer ein weiteres, günstigeres Angebot vor, hierauf wird ihr ohne Vorwarnung die komplette Leistung eingestellt. Sie solle begründen, warum sie trotz „Verbotes“ die unangemessene Wohnung bezogen hat und von was sie den Umzug bezahlte. Das Schreiben wurde adressiert an die vorrübergehende Notadresse, in der sie schlief und kam dort auch an! Nachdem der Teamleiter hinzugezogen wurde, wurde der Fehler erkannt und die Kostenübernahme zugesichert wie auch die Leistung sofort freigegeben.
  3. U25 – Wohnung wird wg. Baualtersklasse abgelehnt, ein Gespräch mit der Teamleitung brachte Klarheit, die Wohnung konnte angemietet werden
  4. Ü25 – Ablehnung wegen Baualtersklasse, Widerspruch, Androhung von eA, nun war die Wohnung plötzlich angemessen. Nach 2 Jahren (neuer SB) plötzlich Aufforderung zur Senkung der Kosten. Widerspruch und sofortiges Gespräch mit der Teamleitung und das Ding war vom Tisch.
  5. Dame – hochschwanger – in Mutterschaftszeit und in Scheidung lebend, legt diverse Mietangebote vor, die alle abgelehnt werden. Begründung: Baualtersklasse!
    Besonders pervers: Trotz ihres Hinweises Ende Dezember, dass sie ab 1ten Januar obdachlos sei, lehnte man ihr telefonisch ein Mietangebot ab und wünschte ihr einen guten Rutsch!
    Eine Vorsprache bei der stellv. Bereichsleitung bewirkte, dass nur 2 Tage später die Wohnung „angemessen“ war.
  6. Ehepaar, Aufstocker , bekommt Kostensenkungsaufforderung. Begründung: Baualtersklasse.
    Ein Schreiben mit Verweis auf sofortigen Widerspruch und einstweilige Anordnung, sollte nach Ablauf von 6 Monaten nicht weiter die volle Miete übernommen werden, erbrachte einen neuen Bewilligungsbescheid mit Anerkennung die Miete weiterhin. Eine Erklärung gab es freilich nicht
  7. U25 wird vom Vater aus der Wohnung geworfen. Trotz Befürwortung des örtlichen Jugendamtes und der Tatsache, dass sie einen Ausbildungsvertrag hat, entspinnt sich ein schikanöser Ablauf. Ein permanenter Wechsel von Zusage und (bei Vorlage von Angeboten) sofortiger Absage. Ihr wurde ein „Hotelzimmer“ bewilligt, aus dem sie sofort ausgewiesen wurde, weil sie sich darüber beschwerte, dass in ihrer Abwesenheit ihr persönliches Hab und Gut vom „Hotelmanager“ durchwühlt wurde (Notunterkunft). Danach schlief sie in einem Keller! Hier zeigte sich die MainArbeit dermaßen hart, dass ich die Presse einschaltete, weil auch das Sozialgericht einfach nicht zu Potte kam. Danach erst wurde ein zwischenzeitlich organisiertes Mietangebot genehmigt.
  8. Dame legt Mietangebote vor, zuvor wurde sie zur Kostensenkung aufgefordert. Mietangebote werden nicht bearbeitet, keine Anmietung möglich, Wohnungen weg (den Mut, zu mieten und dann zu klagen, hat leider nicht jeder)
    Das letzte Mietangebot wurde dann ohne Termin oder sonstiges beim Teamleiter eingereicht und ich bestand darauf, die Zusage, welche die WoBauGes bis zum nächsten Tag wollte, noch am gleichen Tag zu erhalten. Das hat dann auch geklappt, wobei jetzt ein Anwalt damit beschäftigt ist, nicht übernommene Kosten des Umzugs einzuklagen
  9. Familie S**** – mittlerweile wohl hinreichend bekannt – lebt seit einem Jahr mit 9 Personen in einer 60m² großen abgewrackten Notunterkunft. Die KdU Vorgaben sind unrealistisch (zudem wollen Vermieter keine Großfamilie mit Hilfebezug und Migrationshintergrund!), die Familie hatte nur ein Angebot, welches UNGEPRÜFT abgelehnt wurde, obwohl sie im Angemessenheitsrahmen des Jobcenters lag. Hier wäre zwingend vom Ermessensspielraum und einer konkreten Einzelfallprüfung auszugehen, beides Fehlanzeige.
    Freistehende Wohnungen der GBO wurden ebenfalls nicht zugewiesen, da diese in Appartements umgebaut werden sollen.
  10. Im gleichen Notunterkunftshaus lebt eine alleinerziehende Mutter mit 4 Töchtern seit mehr als 4 (!) Jahren – Kosten dafür unbekannt , geschätzt etwa 2000.-€ monatlich – Mehrere Mietangebote wurden abgelehnt, nicht angemessen.
  11. Alleinerziehende Mutter, Untermieterin bei einem Mann. Wegen vorgeblicher „Einstandsgemeinschaft“ wurde kein Cent Leistung bewilligt, auch keine Kosten der Unterkunft. Es drohte die Obdachlosigkeit, fristlose Kündigung lag vor.
    Die Dame hatte die Chance, die Wohnung komplett zu übernehmen, der eigentliche Mieter will sich ohnehin verkleinern. Mietangebot von Sachbearbeiter zunächst abgelehnt, die Heizkosten seien um 50.-€ und die Kaltmiete um 4.-€ (!) zu hoch.
    Ein Gespräch mit der stellv. Geschäftsführer der MainArbeit bewirkte, dass ich mit der Kostenzusicherung in der Tasche die MainArbeit verließ

Dieser Liste ließen sich noch einige Fälle aus dem Dossier der Erwerbsloseninitiative hinzufügen.
Gerne bieten wir Ihnen an, mit Ihnen ein weiteres Pressegespräch, auch unter Aufzeigen bzw. Falldokumentationen der geschilderten Vorkommnisse, zu führen.

Unsere jeweiligen Kontaktdaten finden Sie im Briefkopf des Anschreibens.
Wir danken für Ihr Interesse.

Mit freundlichen Grüßen

Johannes Günther und Ellen Vaudlet

Schachzug, Schleimspur, Konsensfähigkeit beweisen ? Gedanken über „Kollegen“

 

Vorweg möchte ich Eines betonen:
Die Arbeit, welche von unzähligen Aktiven/Aktivisten innerhalb der Erwerbslosenberatung oder sonstigen Initiativen geleistet wird, ist von unschätzbarem Wert. Ich zolle jedem, der seine wertvolle Zeit für andere Menschen und zugunsten des sozialen Wandels einsetzt, höchsten Respekt.

Dabei ist es für mich unerheblich, ob in erster Linie gegen untragbare Gesetzgebung gekämpft wird – wie beispielsweise Klagen bis hin zum BVG – oder direkte Hilfestellung wie Beistand, Zahltag ect. erbracht wird. Oder ob auf kommunalpolitischer Ebene Veränderungen erreicht werden sollen, insbesondere in Bezug auf das Verwaltunghandeln der Optionskommunen.
Alles das ist löblich.

Wie die  Motivation jedes Aktiven aussieht, kann und darf mich dem Grunde nach auch nicht interessieren. Ob mensch aus einem tief ausgeprägten Gerechtigkeitsgefühl heraus etwas verändern möchte, ob er sich Humanität als Leitmotiv gesetzt hat, ob er von seinem Glauben oder sozialem Gewissen motiviert wird, ob er am alten Leitbild sozialer („linker“) Politik festhält, unmaßgeblich für mich. Weiterlesen

Gutes Gefühl – erste Eindrücke von umFairteilen – Nachtrag

Wenn ich diese Digi verstehen würde, könnte ich Bilder einstellen…es waren vielfältige Eindrücke, die ich versucht habe, festzuhalten. 😦 hier mal stellvertretend -> http://www.flickr.com/photos/umfairteilen/8035449919/in/set-72157631649093274/

Ich kann es (noch) nicht logisch/analytisch angehen, dafür empfand ich die Stimmung als zu „menschelnd“. Und genau das ist, glaube ich, gut und richtig. Aufzuzeigen, halloooo, es geht hier um Menschen – um durchaus auch frohmütige, bunte Menschen – Individuen eben und nicht Zahlen in irgendeiner Statistik.

Und dennoch war es kraftvoll, ernergisch, ein Stück weit „frisch“. Weiterlesen

Wie passen Erwerbslosenhilfe und „russische Methoden“ zusammen ?

Ich lasse den hier verlinkten (langen) Beitrag unkommentiert und denke, der geneigte Leser wird sich sein eigenes Bild machen, so er kann oder will

http://www.brd-sozial.info/Leserartikel/martin-behrsing-der-betreiber-des-erwerbslosen-forums-deutschland-und-die-russischen-methoden.html

SocialLeaks – eine sehr gute Idee…

…einer in NRW ansässigen Erwerbslosen-Initiative. Ich verlinke das mal, Interessierte klicken bitte hier

Die „deutsche Fabienne“ wird ja seit 2008 bereits verzweifelt gesucht-  guckst Du hier –

ich hoffe jetzt, dass durch vielfache Verbreitung des Projektes sich der ein oder andere Mitarbeiter im JC daran erinnert, Mensch zu sein und mithilft, Transparenz zu schaffen.