MainArbeit, Obdachlosigkeit und die verlorene Menschenwürde

Wie bereits hier https://erbendertara.wordpress.com/2015/02/21/mainarbeit-der-unsagliche-umgang-mit-obdachlosen/ berichtet, begleite ich derzeit eine ältere Dame, die Tag für Tag ein wenig mehr an den unwürdigen und gesundheitsbeeinträchtigenden Zuständen innerhalb der ihr zugewiesenen „Hotel-Notunterkunft“ zerbricht.

Dass sowohl die Gesundheit als auch der letzte Rest Menschenwürde für obdachlose Offenbacher unter Finanzierungsvorbehalt stehen, ist leider nichts Neues.
Die – auch in anderen Fällen – immer wieder bis zum Erbrechen betriebene Politik der Schuldzuweisungen und Schutzbehauptungen ist ebenfalls kein Novum.
Es ist auch eine Tatsache, dass sich weder Kommunalpolitik noch sonstige „honorige Bürger“ für das obdachlose Klientel einsetzen, diese Menschen interessieren schlicht nicht.
So lässt es sich vermutlich auch erklären, dass niemand ausser den Betroffenen selbst aufschreit und sich gegen Grundrechtsverletzungen – körperliche Unversehrtheit sei beispielhaft genannt – zur Wehr setzt.

Besuchsverbot in allen Notunterkünften…

aus „gutem“ Grund!
Das wahre Ausmaß, die wahren Zustände sollen (!) nicht bekannt werden… auch wenn eine Bekanntheit nichts daran ändern würde, dass sich niemand für diese unsäglichen Zustände interessiert, besser, zumindest niemand, der diese Zustände zum Positiven hin verändern könnte…

Auf der Suche nach Informationen stieß ich auf diesen Artikel in der Offenbach Post
http://www.op-online.de/lokales/nachrichten/offenbach/offenbach-bewohner-berichten-notunterkuenften-3514400.html

Auszugsweise daraus zitiert:
Dann sei vier Wochen lang in der Wohnung kein warmes Wasser geflossen; in den Wänden klafften Löcher, der Abfluss sei kaputt gewesen, das Licht im Hausflur defekt, das Bad schimmelig. „Der Hausmeister tut, was er kann, aber er kriegt kein Geld für die Renovierung, weil Mainarbeit und Diakonie (Dachverband der ZVU; die Red.) sich um die Kosten streiten...

Das möge mir bitte jemand erklären!

Alle (!) Offenbacher Notunterkünfte, ob gemeinschaftliche oder „Hotels“ gehören privaten Betreibern/Besitzern.
Es bestehen Nutzungsverträge, welche die finanzielle Seite klar regeln.
Ein Objektbesitzer bekommt von der MainArbeit als Leistungsträger also ein gewisses Entgelt für die Überlassung der Räumlichkeiten an Obdachlose.Abgerechnet wird über die bevollmächtigte (?) ZVU.
Die Räumlichkeiten befinden sich dennoch im privaten Besitz!
Für Reparaturen und Instandhaltung ist somit der Besitzer verantwortlich, denn es ist SEIN Haus, sein Hotel.
Diese meine Überlegung erachte ich auch insofern noch als schlüssig, alsdass es der Gipfel des Hohns wäre, den Leistungsträger hier ebenfalls in’s Obligo nehmen zu wollen, denn:
Pro Bett (!) werden täglich minimum etwa 20.-€ seitens der privaten Betreiber/Hausbesitzer eingefordert.
So kommt man bei einer notuntergebrachten 10-köpfigen Familie ganz schnell einmal auf knapp 3000.-€ Mieteinnahme – für eine Wohnung (!) mit 64m² http://www.extratipp.com/news/aufreger/familie-kleine-2483630.html

Mensch muss wahrlich kein Rechenkünstler sein, um eine Hochrechnung anzustellen: Diese privat betriebene Notunterkunft hält 8 oder mehr (müsste ich nochmals aufsuchen) Wohnungen vor. Legt man eine durchschnittliche Belegung von 4 Menschen pro Wohnung zugrunde (8×4=32) und einen durchschnittlichen Kostenaufwand von 500.-€ pro Mensch und Monat (30×20…abgerundet) so kommt man auf (32×500) ca. satte 16000.-€ Mieteinnahmen monatlich.
Von einer solchen Summe träumt wohl jeder Besitzer einer derart heruntergekommen Immobilie.
Zum Vergleich:
In meinem – sehr gepflegten – Wohnhaus (ebenfalls 8 vermietete Wohnungen) erzielt der Vermieter 4000.-€ +/-.
Selbst wenn man noch evtl. fällige Gebühren für die Koordination der ZVU, den Lohn für den Hausmeister und die Stromkosten in Abzug bringt, bleibt zu konstatieren:

Mit Armut verdient sich so mancher eine goldene Nase

Allein dieser private Hausbesitzer (GbR) hält drei große, heruntergekommene (und damit an Nichtbedürftige kaum zu vermietende) Immobilien vor.
Unter Einsatz des gesunden Menschenverstandes lässt sich dann auch eine Analogie herstellen zu den Hotelbetreibern:
Würde „es sich nicht rechnen“, träfen sie auch keine Abkommen mit der Kommune!

Besuchsverbot auch in Hotels, damit die Zustände nicht publik werden ?

„Behördlicherseits“ wurden auch die sanitären Anlagen in Hotels offenbar in Augenschein genommen und als „angemessen“ befunden.
Nun, ich glaube zunächst nichts, was ich nicht selbst gesehen habe.Insbesondere, wenn die MainArbeit in irgend einer Form involviert ist. Doch steht einem Besuch in einer Notunterkunft zunächst das Besuchsverbot entgegen.
Dies mit „Hausrecht“ zu begründen, ist aus meiner Sicht aus mehreren Gründen nicht haltbar (hier jetzt das Grundgesetz – Art. 1, 2, 3 – und/oder die Europäische Menschenrechtskonvention – Art. 8/Art. 14 – anzuführen, geht an dieser Stelle zu weit )
Wenn Mitarbeiter der MainArbeit dann aber noch auf Beschwerden diesbezüglich mit – Zitat aus dem oben verlinkten Artikel in der Offenbach Post – folgender Aussage glänzen:

Hausrecht geht vor Grundrecht“, habe ihm der zuständige Sachbearbeiter auf seine Beschwerde hin gesagt…

dann fällt mir so rein gar nichts mehr ein.

Eine eigene Inaugenscheinnahme vorzunehmen, ist für Aussenstehende also sehr schwierig (Zerberus, der Höllenhund könnte von so manchem „Concierge“ noch viel lernen 😉 ), nichtsdestotrotz ist es mir mehrfach gelungen.
Die Schilderungen, auch oder insbesondere die der Leistungsberechtigten Geyer, sind nicht übertrieben.

Das Alles sind bislang nur (teils fotodokumentarisch fixierte) Feststellungen, die den Betroffenen (noch) nichts nützen.Und doch – nennt mich gerne naiv, liebe Leser – werde ich am Ball bleiben und die Hoffnung, dass sich etwas Grundsätzliches verändern kann, nicht vorschnell aufgeben…

 

 

 

 

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Das Charakter-ABC / Heute: B wie…

… Der Blender

Timeo Danaos et dona ferentes – Ich fürchte die Danaer, auch wenn sie Geschenke bringen (aus einer Geschichte mit einem Holzpferd 😉 ).

Von Furcht ist – insbesondere in „Sachen Jobcenter“ – abzuraten. Furcht ist immer ein schlechter Ratgeber . Erhöhte Aufmerksamkeit und Wachsamkeit sind jedoch immer angezeigt.
Ganz besonders gut hinsehen und hinhören ist bei der Gattung der Blender geboten. Das Problem ist nur – und hier passt das obige Zitat wie die Faust auf’s Auge – auch heutzutage sind trojanische Pferde nicht eben leicht zu erkennen.

Die Verpackung hui, der Inhalt…

Es ist gewiss nicht leicht, einen Blender zu durchschauen. Richtig schwierig wird es, wenn der Blender sein Blendwerk nicht nur versteht, sondern dazu noch mit professionellen Methoden daherkommt.
Ja, es gibt tatsächlich so etwas wie „Profi-Manipulation“ , auch ausserhalb der dafür bekannten Bereiche wie beispielsweise dem Verkauf überflüssiger Versicherungen, überteuerter Ware oder windigen Geldanlagen. Die bekannteste Methode ist NLP (Neurolinguistische Programmierung).

Mittels dieser Methode lässt sich auch so manch nicht wirklich naive Mensch durchaus leicht hinter die Fichte führen…und erkennt den Inhalt des trojanischen Pferdes erst, wenn es zu spät ist.
Nun ist NLP dem Grunde nach lediglich ein Werkzeug. Es kommt daher immer darauf an, WER es zu WELCHEM Zweck verwendet. Das ist bei allen Werkzeugen gleich. NLP ist in Teilen der Psychotherapie entliehen. Es stellt sich für mich daher die grundsätzliche Frage, ob ein solches Werkzeug in Laienhände gehört. Und vor Allem:
Was hat dieses Werkzeug im Jobcenter zu suchen?

Der Blender nutzt dieses Werkzeug (wie auch der profitgeile Vertreter oder der windige Bankster) jedoch niemals, um anderen Menschen nützlich zu sein, Dingen einen „positiven Schubs“ zu geben, denn der Blender hat stets nur sein eigenes Wohl im Visier, auch wenn es anfänglich anders erscheint. Trojanisches Pferd eben…

Wer sich mit fundierter Kritik zu NLP auseinandersetzen möchte, hier die Seite des Dr. Bördlein http://www.boerdlein.gmxhome.de/nlpmemo.html

Egopolitur und so

Den Blender (in den allermeisten Fällen männlicher Natur) trifft man im Jobcenter kaum im Backoffice an.
Er braucht Publikum, je applaudierender, desto besser. Er wird dementsprechend bevorzugt den Kundenkontakt suchen, sei es im Arbeitgeber-Service, sei es als Arbeitsvermittler.
Anzutreffen ist er auch häufig als Dozent/Leiter dubioser Maßnahmen, die qua Gießkannenprinzip über die Erwerbslosen ausgeschüttet werden. Auch dort kann er sich so richtig ausleben, Gehirnwäsche-Programme abspulen, die Betroffenen manipulieren.
Die „alten Hasen“ unter den Aktivisten und sehr viele Betroffene wissen aus teils leidvoller Erfahrung, wovon ich hier schreibe…
Doch das ist eine andere Baustelle, daher zurück zum Jobcenter.

Präsenz und Wortschwall

Die erste Begegnung mit einem Blender kann positiv wirken.
Er gibt – immer! vorausgesetzt, dass es ihm lohnenswert für sich/sein Ego erscheint – sich richtig Mühe. Er legt sich tüchtig in’s Zeug, um „seinen Kunden“ Wege zu öffnen.
Und doch tut er dies nur für sich selbst, indem er sich und anderen zeigt, was für ein toller Hecht er doch ist.
Oftmals zeigt er nahezu kumpelhaftes Verhalten, betont, dass seine Vorgehensweise so ganz anders sei als die der Kollegen. Er wirbt damit um Vertrauen, oft mit Erfolg. Breitbeinig, männlich, dynamisch präsent stellt er sich dar, lacht gerne und viel, wirkt oftmals charismatisch und leider auch überzeugend.
Der Blender redet viel und laut, am allerliebsten über sich. Er kennt Alles, weiß Alles und vermittelt immer wieder sehr geschickt mit Worten und Gesten, dass er sein Gegenüber versteht. Im NLP-Jargon nennt man dies übrigens „spiegeln“ oder „Rapport herstellen“, d.h., sich in Körperhaltung, Stimmlage und Wortwahl an den anderen angleichen
Seine beruflichen Erfolge (gute bis beste Quoten) sind nicht von der Hand zu weisen. All das schafft zunächst häufig Vertrauen, aber…

Warte, warte nur ein Weilchen

Da der Blender egozentriert ist, ist er nur insoweit an seinen „Kunden“ interessiert, wie deren „Erfolge“ seinem Erfolg dienen. Denn dem Blender ist es egal, was er „verkauft“, Arbeitsplätze (eher:Jobs) , Humankapital oder Versicherungsverträge, Hauptsache, seine Quote stimmt.
Oder die Anerkennung. Am besten beides.
Wie unecht das vermeintlich menschenfreundliche Verhalten ist, merkt der Betroffene spätestens dann, wenn Probleme auftauchen.
Ruckzuck zeigt der Blender dann die andere Seite seines Januskopfes. Das Erwachen kann dann für den zuvor vertrauensvollen Betroffenen brutal werden.
An arbeitsintensiven Problemlösungen ist der Blender nämlich nicht annähernd so interessiert wie am schnellen Erfolg, der (öffentlich) geäußerten Wertschätzung, der Politur seines Egos.
Der jetzt um Unterstützung und Hilfe Nachsuchende lernt rasch, wie sich ein heiße Kartoffel fühlen mag…
Oft erfahren Betroffene dann auf unangenehmste Art und Weise, dass sich die wirklichen Ansichten des Blenders auch kaum unterscheiden von denen der Kollegen, die ihren Sozialrassismus offen ausleben.

Game over

Weiß der Blender, dass er durchschaut ist, lernt man schnell sein eigentliches Wesen kennen. Jetzt macht es für den Blender keinen Sinn mehr, sich zu verstellen.
Der zuvor vermeintlich „auf Augenhöhe“ wahrgenommene Mensch ist dem Blender völlig gleichgültig. Er war es ja auch schon immer, nur begriffen hat er es leider vorher nicht.Insbesondere, weil er glaubte, ernstgenommen und real gefördert zu werden. Doch ernstgenommen hat der Blender stets nur sich selbst.
Als Mittel zum Zweck hat der Kunde ausgedient…aber es warten ja genügend Neu-Kunden, die sich vermutlich auch beeindrucken lassen.
Und doch mag es der Blender irgendwie nicht, durchschaut zu werden. Obschon er sich oft selbst verrät (sei es durch einen dummen Zufall, sei es, weil es halt doch schwierig ist, sich dauerhaft zu verstellen) ist nach Lesart des Blenders IMMER die andere Seite schuld.
Selbstzweifel, so sie denn doch vielleicht einmal kurz aufkommen, werden zur Seite gewischt, Schuldzuweisungen im üblichen Jobcenter-Duktus gemacht. Diese Sprüche kennen wahrscheinlich alle Betroffenen zur Genüge…
Auch werden dann die üblichen Jobcenter-Karten gezückt, von (versuchten) Rechtswidrigkeiten bis hin zu kleineren oder größeren Schikanen, ab jetzt unterscheidet sich der Blender in nichts mehr von dem Großteil seiner Kollegen.
Mit ganz viel Pech hört der enttäuschte Betroffene dann mit eigenen Ohren noch (hinter vermeintlich verschlossener Tür oder auf anderem Wege) die entwürdigenden, menschenverachtenden und abwertenden Lästereien über sich. Worte, die ich hier im O-Ton aus Respekt vor den Leistungsberechtigten niemals wiedergeben würde…

Abwehr/Hilfestrategien, wenn der pAP ein Blender ist

Schwierig bis sehr schwierig, um es kurz zu beschreiben.
Schwierig in erster Linie deswegen, weil es nicht ganz einfach ist, einen Blender als solchen auf Anhieb zu erkennen.Einige typische Merkmale habe ich beschrieben, letztlich aber schützt nur erhöhte Wachsamkeit.
Hat mensch den Durchblick (herzlichen Glückwunsch 🙂 ) dann kommt es auf den eigenen Grad der Coolness und auf die eigene Manipulationsfähigkeit an.
Da der Blender ein eitler Mensch ist, möchte er beeindrucken.
Diese Eitelkeit kann man sich zunutze machen, ein Quäntchen Abgebrühtheit vorausgesetzt.

Hoch soll er leben

Der Blender ist anfällig für Vergleiche, in welchen er positiv abschneidet. Die gewünschte Weiterbildung, die Förderung des Führerscheines oder Ähnliches lässt sich daher eventuell erreichen, wenn der Betroffene betont, wie engagiert er seinen neuen pAP doch findet, wie wenig sich man bislang für seine Belange eingesetzt habe und dass man jetzt ein völlig anderes Bild von Jobcentermitarbeitern habe.

Aber Vorsicht, nicht auf der Schleimspur ausrutschen 😉 !
Blender sind manipulative Meister und kennen „ihre Schweine am Grunzen“. Das bedeutet, es ist schwer, einen (durchwegs intelligenten) Manipulateur zu manipulieren.
Klar muss auch sein, dass man immer und zu jeder Zeit damit rechnen muss, keinen Rückhalt mehr zu haben, fallengelassen zu werden und letztlich doch in der Prekärarbeit zu landen.Also:

Versuchen, Nutzen zu erzielen – Ja
Vertrauen haben – Niemals
Auf der Hut sein – Immer

Aus meiner Sicht ist der Blender einer der gefährlichsten Charaktere und sich ihm stellen zu müssen, setzt Durchblick und Nervenstärke voraus.
Ist mensch zudem abgebrüht und geschickt, kann er aus den Charakterschwächen (Geistesgifte/Verblendungen) des Blenders durchaus Vorteile für sich generieren.
Aber: Will mensch das?
Wäre ich betroffen, ich käme mir reichlich seltsam vor bei derart Heuchelei, selbst wenn sie mir zum Vorteil gereichen würde.Kaum etwas irritiert mich mehr als Verlogenheit und ich lehne daher alles Manipulative i.V.m.Unehrlichkeit strikt ab.
Aber ich bin ja dankenswerterweise kein Maßstab und wünsche mir daher, dass die Betroffenen keinerlei Bedenken haben, selbst tief in die Manipulationskiste zu greifen…wat mutt, dat mutt 😉

Don’t let me be misunderstood – Klarstellungen!

Dem Grunde nach sollten Beiträge wie der nachstehende überflüssig sein.
Dass ich ihn dennoch schreibe, liegt daran, dass es mir – nicht wegen! mir, vielmehr wegen evtl. völlig falscher Verknüpfungen, die aus meinem Geschreibsel entstehen könnten – doch wichtig scheint, einmal wieder Klartext zu „sprechen“.

Insbesondere auch wegen der „Mini-Serie“ Charakter-ABC…

Unterstellung 1 – „Das Jobcenter“ ist mein Feindbild

Quatsch im Quadrat.
Ich verallgemeinere nicht, ich differenziere. Aufmerksames Lesen könnte hier übrigens hilfreich sein…
Auch meine – oft drastische – Wortwahl ändert nichts an der Tatsache, dass ich NICHTS und NIEMANDEN hasse !
Die Tatsache, dass ich „den Menschen“ gedanklich von dessen Handlungen trenne, ist offenbar schwer zu verstehen. Und doch ist es so, und allein das ist der Grund dafür, weshalb ich Handlungen/Taten als zutiefst verabscheuungswürdig empfinden kann, diese auch auf das Polemischste anprangere…und doch den Menschen, der hinter diesen Handlungen steckt, NICHT verdamme, als „Feind“ wahrnehme oder gar hasse.

Unterstellung 2 – Wer so daherkommt, hat einen an der Klatsche

Mag sein.
Aber wer bestimmt, was „normal“ ist und was nicht? Also, ICH traue mir das jedenfalls nicht zu (und sogar der „PsychiatriePabst“ Frances nimmt mittlerweile Abstand von diesen unsäglichen, arroganten, Alles-und-Jeden-pathologisierenden „Diagnosestellungen“ 😉 …)
Dem Grunde nach ist diese (meine) Haltung doch total simpel.
„Der Mensch“ – so er nicht zu den wenigen „echten Sozipathen“ gehört – lässt sich blenden, unterliegt Geistesgiften wie Gier, Neid, Hass und Ähnlichem. Von Geburt an.
Diese Geistesgifte bewirken schädliches Verhalten.
Othello wäre ein klassisches Beispiel. Klar, letztlich war er ein Mörder, doch was trieb ihn an?
Ein Geistesgift, eine Verblendung (vermutlich sogar mehrere).
Sollte jetzt Othello gehasst werden für seine Tat? Nach Lesart Vieler – Ja.
Nach meiner Auffassung:
Nein!
Ihn trieb das „Gift“, also gilt es, das „Gift“ zu „hassen“ und nicht den Vergifteten.
Wäre es  gerechtfertigt gewesen, sich Othello entgegen zu stellen, ihn – notfalls auch mit Gewalt – von seinem tödlichen Vorhaben abzubringen?
Ja.
Und das wären dann sogar (zunächst einmal) gleich zwei gute/nützliche Verdienste. Desdemona wäre nicht so zu Tode gekommen und Othello davor bewahrt geblieben, Schuld auf sich zu laden.
Was die zuvor erwähnten „Soziopathen“ betrifft:
Diese treibt nicht das Geistesgift, ihre Handlungen resultieren aus Krankheit. Ist der Mensch zu verdammen, hat er sich diese Krankheit ausgesucht, ist er „hassenswert“?
Meiner Meinung nach: Nein.
Aber auch seine Handlungen gehören unterbunden, seine schädlichen Taten für die Zukunft verhindert.Mit aller Kraft, unter Einsatz aller – als human geltenden – Möglichkeiten.
Ist das wirklich so schwer zu verstehen, wie ich denke? Damit wären wir angelangt bei ->

Unterstellung 3 – Ich allein glaube zu wissen, wie die Welt sich dreht

Sorry, aber auch das ist Humbug.
Es mag sein, dass meine teils „gestelzte“ Art zu schreiben, überheblich wirkt. Es mag auch sein, dass ich bei meinen Versuchen, Dinge kurz und bündig auf den Punkt zu bringen, apodiktisch rüberkomme.
Das bedaure ich zutiefst, da es sich dann um Mißverständnisse handelt, die mit – Interesse am Thema vorausgesetzt – 1-2 kurzen Nachfragen gewiss geklärt werden könnten.
Beruhen nicht die allermeisten Auseinandersetzungen, Streitereien und Zerwürfnisse zunächst auf Mißverständnissen (von den Geistesgiften einmal abgesehen, die ihrerseits ja Grundlage für Mißverständnisse sind) ?

Was ich habe, wozu ich stehe, ist meine grundsätzliche Einstellung…manche nennen es auch Glaube (ich nicht).
Ich bin fest überzeugt davon, dass in nahezu jedem Menschen das Gute wohnt (nennt es meinethalben „göttlicher Funke“ oder „Buddhanatur“) Und ja, es schmerzt mich, wenn ich tagtäglich sehe/erlebe/erfahre, wie sehr dieses „Gute“ verschüttet geht.
Ist es da anmaßend oder arrogant, wenn ich behaupte, die  Beendigung so vieler „Probleme“ liege dem Grunde nach „auf der Hand“?
Es ist nun einmal meine Überzeugung, dass Hass niemals Hass besiegen wird, dass die Lösung ausschließlich in einer Umkehr zur Liebe zu finden ist.

Zurück zum „Feindbild“ Jobcenter

Wer jetzt noch immer nicht verstanden hat, wie ich „ticke“, der will mich vermutlich nicht verstehen. Das ist auch völlig o.k., denn es ist letztlich niemand verpflichtet, mich verstehen zu müssen 😉
Dennoch ist es mir wichtig, es (letztmalig) versucht zu haben, jedem Leser zu vermitteln…

…dass ich Handlungen zwar auf eine Art anprangere, die manchesmal wie eine Ohrfeige wirken kann.

Dass ich dennoch ohne zu zögern mich genau vor Denjenigen schützend stellen würde, dem ich zuvor seine schädlichen Handlungen um die Ohren gehauen habe, sollte wiederum er in einer bedrohlichen Lage sein.

Dass ich Rache(gedanken) zwar verstehen, aber niemals gutheißen kann. Dies gilt ebenso für „Bestrafung“, aber das verdeutlichen zu wollen, führt an dieser Stelle zu weit.

Dass ich künftig die „charakterlichen Defizite“ so darstelle, wie ich es erlebte in diversen Begegnungen (also subjektiv und keinesfalls mit dem Anspruch, zu 100% richtig zu liegen) und doch den Menschen nicht verurteile.

Dass mich diverse Handlungen zwar sehr zornig machen und ich diesen Zorn in scharfe Worte fasse (oder selbst so handele, wie es mir sinnvoll erscheint, um schädliche Handlungen künftig zu verhindern), dem „Täter“ aber dennoch mein Mitgefühl gehört.

Wobei das Wort „dennoch“ hier eigentlich falsch gewählt ist, denn es leicht, mit „Opfern“ mitzufühlen oder mit Menschen, die einem nahestehen.Das ist nicht das Mitgefühl, von dem ich hier schreibe.
„Othello“ mitfühlend zu begegnen (oder dies zumindest anzustreben), das käme so in etwa hin…

 

Neue Kategorie im Blog – das ABC der Charaktere von Jobcentermitarbeitern

Nahezu jeder Leistungsberechtigte des (A)Sozialgesetzbuch 2 weiß ein Lied davon zu singen, wie es sich „anfühlt“, wenn der Umgang mit ihm nicht im Mindesten dem entspricht, was gemeinhin als „auf Augenhöhe“, höflich, rechtskonform usw usf bezeichnet wird.
Wenigen Leistungsberechtigten hingegen widerfährt „Positives“ , dennoch – oder gerade deswegen – sollte
auch dies nicht unerwähnt bleiben.

Das Gesetz – das SGB2 also – ist für die Betroffenen schon schlimm genug. Darum geht es in dieser Kategorie auch nicht.
Ich möchte mich hier denjenigen widmen, die das in Teilen sehr schwammig gehaltene Gesetz umsetzen, den Mitarbeitern der bundesweiten Jobcenter.
Sie sind letztlich für die rechtskonforme Umsetzung verantwortlich. Dass dies häufig nicht „gelingt“, hat viele Ursachen.
Wie diese Mitarbeiter aber mit den Menschen umgehen, liegt ausschließlich in deren Verantwortung, ist also keine Gesetzesangelegenheit, vielmehr „Charaktersache“

Charaktere von A bis Z

Einige meiner Leser wissen, dass ich an einem (hoffentlich trotz der unangenehmen Materie unterhaltsamen) Buch arbeite, welches voraussichtlich im März 2015 erscheinen wird.
Ein kleines Kapitel darin widmet sich den verschiedenen Charakteren der Menschen, die letztlich verantwortlich sind für das Wohl und Wehe unzähliger Betroffener des SGB2.
Ohne große Übertreibung kann man durchaus sagen:

Letztlich sind sie „Herr über Leben und Tod“, zumindest mittelbar.

Bah, watt habt Ihr für e’ne fiese Charakter

Manch Leser wird noch die wunderbare Komödie „Die Feuerzangenbowle“ kennen. Der Ausspruch, den ich hier als Zwischenüberschrift wählte, stammt von dem Physiklehrer Crey, genannt „Bömmel“.Ein deftiger Lausejungenstreich brachte ihn zu dieser Äußerung.

Anders als im Film bewirkt aber leider manch „fieser Charakter“ in Gestalt eines Jobcentermenschen weitaus Schlimmeres als die Offenbarung von Ringelsocken (in der Komödie wurden „Bömmels“ Schuhe versteckt).

Charakter“studien“…

…durfte ich im Laufe der mithin siebenjährigen Unterstützungstätigkeit, häufig unfreiwillig, zur Genüge machen.
Vorwiegend in der MainArbeit Offenbach, aber auch in einigen anderen Jobcentern. Studien schrieb ich übrigens bewusst in Apostrophen, schließlich habe ich nicht studiert.
Es sind unzählige „Momentaufnahmen“, die sich im Laufe der Zeit zu diversen Charaktereinschätzungen verdichteten.
In meinem „Charakter ABC“ erhebe ich daher weder Anspruch auf Vollständigkeit noch auf  „empirische Erhebungen“ 😉
Es sind die Erfahrungen, die ich machen durfte und musste, welche mich anregten, die verschiedensten Charaktere alphabetisch zu sortieren.
Misch-Charaktere 😉 sind dabei natürlich auch völlig normal.
Wichtig zu erwähnen ist vielleicht noch, dass ich selbstverständlich nur davon ausgehen kann, wie sich die Mitarbeiter gegenüber den Leistungsberechtigten zeigen.
Dieses Verhalten aber gibt selbstredend keinerlei Aufschluss darüber, wie diese Herrschaften im privaten Leben „drauf sind“. Stellte man Berufsleben dem privaten gegenüber, könnte man zu völlig unterschiedlichen Ergebnissen kommen…das aber ist (allerspätestens seit Milgram http://de.wikipedia.org/wiki/Milgram-Experiment ) nun so gar keine neue Erkenntniss…

Peu á peu

Künftig und in unregelmäßigen Abständen werden in dieser neuen Kategorie also – gewohnt sarkastisch – Typisierungen auftauchen, bis ich das Alphabet abgearbeitet habe.
Von F wie „Die Freundliche“ bis X wie „Xanthippe“ wird vieles vertreten sein…

Fehdehandschuh? Danke, nein! Oder…

…bleibt mir am Ende doch keine andere Wahl, als ihn aufzunehmen? Alternativlos, sozusagen? Ich befürchte es…

„Jemandem den Fehdehandschuh hinwerfen“ bedeutet, ihn herauszufordern oder mit ihm Streit beginnen zu wollen. Von „Den Fehdehandschuh aufnehmen/aufheben“ spricht man, wenn jemand eine Herausforderung annimmt.(Wiki)

Streit? Nicht wirklich mein Ding

Und doch ist es leider Realität, dass aufgrund meiner (nunmehr stark reduzierten) Tätigkeit als „Anti-Hartz-Aktive“ Auseinandersetzungen Tagesgeschäft sind. Das ist, wie so vieles andere Unschöne, systemimmanent.
So weit, so unangenehm, so „normal“.
Ein Fehler wäre es daher, würde ich jedwede (!) Anfeindung von Mitarbeitern der MainArbeit persönlich nehmen.
Ich vertrete nun einmal die „Gegenseite“, bin somit häufig Sand im Getriebe der trögen Entrechtungsmaschinerie. Wer ich bin, spielt dabei keine Rolle.
Ob eine Frau Vaudlet oder irgend ein Herr Meier, letztlich ist es nur das Agieren, welches bei denjenigen, denen auf die Finger geschaut (und geklopft) wird, Ärger auslöst.
Namen und Personen sind hingegen völlig austauschbar und damit unwichtig…

Persönlich nehmen? Persönlich nehmen!

Dies ist zu meinem Bedauern die häufige und leider sehr unprofessionelle Reaktion auf meine Aktivitäten. Kritik an den Handlungen (!) und am bisweilen extrem unethischen Verhalten mancher Jobcenter-Mitarbeiter wird überwiegend als „Angriff“ gewertet.
Ich habe es mittlerweile aufgegeben, klarmachen zu wollen, dass ich lediglich Fehler anprangerte, in der Hoffnung, die Menschen mögen aus den aufgezeigten Fehlern lernen.
Dieses Vorgehen hat  leider, wie so viele andere Versuche zuvor (auch die anderer „Hartz-Aktivisten“), keine nachhaltigen Erfolge gebracht.
Doch bislang zumindest hat es noch kein MainArbeiter für folgerichtig befunden, sich deswegen an „meinen Schützlingen“ abzuarbeiten, weil sie ihren Ärger über mich nicht an mir auslassen konnten. Bislang.

Und dabei soll es bitte auch bleiben!

Den neuralgischen Punkt in’s Visier nehmen

Wie jeder Mensch, so denke ich, habe auch ich „Schwachstellen“.
Und damit sind nicht nur meine angegriffene Gesundheit und die damit einhergehende Tatsache, dass starke Aufregung äußerst negative Folgen für mich haben könnte, gemeint.
„Man(n)“ kann durchaus  auch subtil  Attacken auf mein Herz starten.
Das Herz steht ja symbolisch auch für Liebe, und was schmerzt wohl mehr als zu bemerken, dass offenbar versucht wird, genau dem Menschen zu schaden, der seinen festen Platz im Herzen hat?

Es ist zutiefst beschämend, so denke ich, wenn aus offenbar rein persönlichen Befindlichkeiten heraus nun augenscheinlich zum Hallali geblasen wird.
Wenn überhaupt, hätte die „Treibjagd“ in diesem Fall im Hinblick auf mich (!) eröffnet werden müssen und nicht (!) auf denjenigen, der tief in meinem Herzen ist.
Das wäre auf Augenhöhe! Das wäre „angemessen“! Das zeugte im Übrigen auch von cojones!

Fehlende öffentliche Präsenz = geschwächte Vaudlet?

Es wäre eine verfrühte (Fehl)Interpretation meines Verhaltens, zöge man derartige Rückschlüsse aus meiner derzeitigen Zurückhaltung in Sachen Öffentlichkeit.
Von daher ist es aus meiner Sicht schon ein gewisses „timing mit G’schmäckle“, gerade zum jetzigen Zeitpunkt „Machtspielchen“ mit mir spielen zu wollen, bar jeden Wissens um meine Verfassung.

Könnte es nicht auch durchaus so sein, dass ich gerade dabei bin, mich still und leise in die Startlöcher zu begeben für die nächste, „größere“ Aktion?
Stille Wasser sind bekanntermaßen tief…

Ein eindringlicher Appell

Mit allem Verständnis für persönliche Befindlichkeiten, Zorn gegen meine Person ff, appelliere ich jetzt eindringlich an das, was ich flapsig als das „Rest-Gute im Menschen“ bezeichnen möchte.
Ich appelliere auch an die Fairness resp. an das, was von ihr übrig blieb!
Wir alle haben „Unzulänglichkeiten“.
Von daher wäre es unangebracht, eine vermeintliche (!) Machtposition zum Schaden derer anzuwenden, welche „unschuldig“ in einen Strudel aus persönlichen Befindlichkeiten Zweiter/Dritter geraten sind!
Ein solches Verhalten wäre/ist schlicht unanständig!
Daher appelliere ich auch an den menschlichen Anstand…

Er kleidet mich nicht, dieser Fehdehandschuh…

…und doch bin ich bereit, ihn aufzunehmen!
Höchst widerwillig! Mit sehr starken Bauch-und Herzschmerzen!

Um ein Vielfaches größer als dieser Widerwille ist hingegen meine Bereitschaft, diesen Handschuh nicht anzuziehen!
Ich möchte, besser, ich WILL keine völlig unnötige Auseinandersetzung, die auf dem Rücken Unschuldiger ausgetragen wird!

Braucht es neben all den aktuellen, realen und grauenvollen Kriegsschauplätzen dieser Welt noch obendrein „semi-private Klein-Kriege“?
Ich denke, nein!

Irgendwann einmal hörte ich die Worte:
„Frau Vaudlet, ich möchte Sie nicht zum Feind haben“
Seinerzeit erwiderte ich sinngemäß, dass ich zwar stur im Durchsetzen der Rechte „Hartz4-Betroffener“ bin und mich auch der bissigen Polemik bediene, um anzuprangern, zu beschämen, zum Nach/Umdenken anzuhalten…dass ich jedoch niemals eine feindliche Haltung einnehme und keine „Feindbilder per se“ pflege.
Es war wohl reichlich naiv von mir, anzunehmen, dass mein Denken, Fühlen und Handeln intellektuell und/oder auf der Ebene der emotionalen Intelligenz wirklich verstanden wurde.
Um „verstehen“ zu können, muss mensch auch verstehen wollen. Und diesem „Wollen“, wiederum ist ein echtes Interesse am menschlichen Gegenüber vorgeschaltet.
Ist dieses (wie auch immer basierte) echte Interesse nicht vorhanden, gibt es keine Notwendigkeit, zu reflektieren.
Dann bleibt es beim oberflächlichen spiegeln…
Mittlerweile bin ich zu müde geworden, meine (Lebens)Einstellung erklären zu wollen, es ist meist doch nur verschwendete Energie…denn hören und verstehen (wollen) waren halt schon immer zwei Paar Schuhe.
Dies gilt übrigens für „beide Seiten des Schreibtischs“.

Alle zur Verfügung stehenden rechtlichen Mittel…

werden meinerseits ausgeschöpft, wenn die – von mir als kleinliche Schikaneversuche definierten – Handlungsweisen zulasten eines wunderbaren Menschen fortgesetzt werden.
Das ist viel Schreibkram, nicht nur für mich. Unnötig obendrein.

Mein Angebot, ein klärendes Gespräch zu führen, um eine (juristische) „Schlammschlacht“ zu vermeiden, steht dementsprechend nach wie vor.
Meine Adresse 🙂 E-Mail-Adresse  ist bekannt, das Gleiche gilt für meine Rufnummer.
Sie zu nutzen, wäre aus meiner Sicht eine Vernunftshandlung.

Daher nochmals:
Ich habe keine Lust, mich „stellvertretend zu zoffen“ und appelliere – ergänzend zu oben – somit auch an die Vernunft.
Auch im kleinsten „Krieg“ gibt es  keine Gewinner, wozu ihn also austragen?
Mir auszumalen, dass es Menschen gibt, die sich gerne in völlig unnötige, vermeidbare Auseinandersetzungen begeben, übersteigt mein Vorstellungsvermögen. „Meine“ Vernunft sollte vielleicht unser aller Vernunft sein…

* Dieser Artikel mag für die allermeisten Leser ziemlich „kryptisch“ daherkommen.
Dafür entschuldige ich mich.
Er wurde verfasst in der Hoffnung, dass er von der Seite, an welche sich insbesondere mein Appell richtete, gelesen UND verstanden wird…

 

Cari*** OF – Wenn Arroganz mit Feigheit kopuliert


caritas
bedeutet übersetzt: Barmherzigheit.
Barmherzigkeit = ein Herz, welches sich erbarmt, auch Nächsten-Liebe genannt
.

Geht man nun so vor, wie es (leider) en vogue ist, und vermischt deutsche – oder wie hier möglich, lateinische – Worte mit englisch, können durchaus absurde Wortkreationen entstehen.
Ich warte bereits auf den Tag, an welchem das vom katholischen Pfarrer gesprochene Wort zum Sonntag zu cari-TV mutiert.
Oder darauf, dass die von katholischen Gemeinden geführten Armenspeisungen in cari-food umgetauft werden.
Cari-Job gibt es bereits…

Vorweg, weil wichtig!

Wenngleich ich dem, was sich aus – irgendwann in grauer Vorzeit löblich angedachten – kirchlichen Hilfeorganisationen entwickelt hat, kritisch bis offen ablehnend gegenüber stehe, so verkenne ich dennoch nicht, dass viele der Mitarbeiter wirklich „Gutes tun“ wollen. Ich unterstelle also niemandem, der dort tätig ist, per se „Negatives“.

Wie passen aber „Barmherzige Arbeit“ und boshafte Feigheit zueinander?

Bis jetzt schrieb ich eher allgemein (kryptisch 😉 ).
Jetzt folgt Klartext.
Im Mai erstattete ich Strafanzeige gegen einen Kommentator meines Blogs. Der Straftatbestand der üblen Nachrede  und der der Beleidigung ist erfüllt, mangels öffentlichem Interesse wurde ich von der Staatsanwaltschaft jedoch auf den Privatklageweg verwiesen.
Der Verfasser der Schmähungen ist entgegen meiner damaligen Vermutung (die ich noch immer zutiefst bedaure!) KEIN Mitarbeiter der MainArbeit.
Es ist ein (führender) Mitarbeiter einer „Untergruppe“ der Caritas.

Nein, ich bin kein Streithansel!

Was ich mit meiner damaligen Strafanzeige bezweckte, war, dass ich den Namen des Täters herausfinden und ihn danach „zur Rede stellen“ wollte.
Ich wollte wissen, was Menschen dazu bringt, in der vermeintlichen Anonymität des Internets beleidigend zu werden. Ohne Kenntniss der Person, ohne Sachkritik, ohne zumindest rudimentäres Wissen um die von ihm zum Anlass genommenen Sachverhalte…wie in meinem Fall.
Ich wollte diesem Menschen in die Augen sehen und ihn fragen:

Warum?

Ein solches Verhalten ist möglicherweise auf der „psychologischen Schiene“ erklärbar. Ich bin aber kein Psychologe und maße mir da nichts an.
Nein, ich wollte den Menschen erleben, sehen, hören…und vielleicht sogar irgendwie zumindest ansatzweise seine Handlung „nachvollziehen können“.
Jenseits meiner Grundhaltung ( die, dass alle „Schlechtigkeiten“ der Menschen auf die drei Geistesgifte – oder zumindest eines davon – Gier, Hass und Verblendung zurück zu führen sind ) wollte ich nicht einfach nur entsprechend Arschloch mitfühlend denken.
Angesichts der Tatsache, dass die Verrohung in Wort und Tat rapide zugenommen hat, dass es bereits Suizide gab aufgrund von verbalen Attacken im I-Net, schien es mir wichtig, mit solchen Menschen das Gespräch zu suchen.

Kontakt aufgenommen und dann?

Tja, es möge mir bitte niemand mehr erzählen, dass „über Dinge reden“ der Königsweg sei!
Ein Königsweg muss nach meiner Auffassung nämlich eines sein: Be-geh-bar!

Lange Rede, kurzer Sinn:
Ich rief diesen Menschen heute an und schlug (sachlich, ruhig, tendenziell nicht mal unfreundlich) ein klärendes Gespräch vor, vielmehr :
Ich wollte es vorschlagen.
Doch dazu kam es nicht .
Herr G. „bot an“, mich zurück zu rufen. Nun, ich denke, dass ich meine Telefonnr nicht ausgerechnet einem Menschen überlasse, der offenbar Probleme mit dem Mindestmaß an Anstand hat (sonst wäre er „anonym“ nicht so krass unterwegs) verstehen auch meine Leser .
Es erfolgte – jedwede Grundform der Höflichkeit ausser Acht lassend – ein rüdes Unterbrechen meines Satzes (in welchem ich ansetzte, ihm vorzuschlagen, nachzuschauen, wann ein persönlicher Gesprächstermin möglich sei) mit den Worten, „dann ginge es eben nicht“ und der Hörer wurde aufgeknalltlegt.

Schlussfolgerung und Konsequenz

Ein solches Verhalten in seiner Gesamtheit ist aus meiner ganz persönlichen Sicht eine Gemengelage aus Arroganz, Uneinsichtigkeit und Feigheit.
Oder um es gewohnt 😉 polemisch zu formulieren:
Kein Arsch inne Büx, aber zuvor anonym den Bunten geben.

Das ist schon ein Stück weit erbärmlich, und wenn auch da das Wort erbarmen drinsteckt, hat das alles mit der postulierten „Barmherzigkeit“ sehr, sehr wenig gemein…
Jetzt könnte ich die Angelegenheit auf sich beruhen lassen. Könnte!
Da ich aber weder mit Feigheit noch mit Überheblichkeit gut zurecht komme und es mir jetzt noch wichtiger erscheint, zu sehen, wes Geistes Kind da unter dem Mäntelchen der „barmherzigen Arbeitsgelegenheits-Beschaffung“ zu Hause ist, werde ich den Privatklageweg gehen.
Zuvor ist es in Hessen verpflichtend, ein Schlichtungsgespräch zu suchen.
Tja, Nichts anderes wollte ich ja, nur eben ganz ohne Schiedsmann… aber bitte, wer das nicht will, der bekommt dann eben Post von Herrn Frei
http://www.offenbach.de/offenbach/themen/rathaus/aemter-und-gesellschaften/schiedsamt/amt/schiedsamt.html

Ob der Schiedsmann die ladungsfähige Privatadresse erhält, weiß ich nicht. Zur Not müsste die Ladung dann an den Arbeitsplatz erfolgen.
Ebensowenig weiß ich, wie die Caritas als Arbeitgeber reagieren könnte (!), würde sie erfahren, wie wenig ein Mitarbeiter die christliche Ethik privat achtet…

Formal darf in der Caritas nur tätig werden, wer der christlichen Werte-Gemeinschaft angehört.
Dadurch wird sogar die Kündigung eines Mitarbeiters wegen dessen Austritt aus der katholischen Kirche legitimiert -> http://www.n-tv.de/ratgeber/Kirchlicher-Arbeitgeber-muss-entschaedigen-article12025186.html

Vermutlich ist es aber ein himmelweiter Unterschied zwischen der „Wichtigkeit“  zwingend notwendiger Konfessionszugehörigkeit und der Wichtigkeit des Handelns nach christlich-ethischen Werten.
Wäre ich zynisch, würde ich wohl von einer Mogelpackung schreiben 😉 …
Im Übrigen gilt dieses Konfessions-Prinzip freilich nur für „echte Angestellte“.
Als Ein-Euro-Jobber sind selbstverständlich auch Atheisten, Buddhisten, Muslime ff bei Caritas willkommen… Ethik ist offenbar biegsam.

Über die (Un)Wichtigkeit des Redens

Nur reden will ich Dolche, keine brauchen. William Shakespeare (1564 – 1616), englischer Dichter, Dramatiker, Schauspieler

Rede, haben sie gesagt.
Such‘ das Gespräch, haben sie gesagt.
Sprich über das, was Dich belastet, haben sie gesagt.
Reden kann Mißverständnisse aufklären, haben sie gesagt.
Im Gespräch lassen sich Irrtümer aus dem Weg schaffen, haben sie gesagt.

Dass dies nicht jeder so sieht, haben sie leider nicht gesagt.

„Ignorieren ist noch keine Toleranz.Theodor Fontane

Ist schweigen wirklich Gold? Oftmals ja. Doch hat mensch sich für das Silber (reden) einmal entschieden, kam dabei gar unedles Metall aus seinem Mund, was liegt dann näher, als zu versuchen, diesen MetallVerbalschrott in die Tonne zu treten und den Versuch zu wagen, erneut nach Silber zu suchen?

Das Schlimmste ist nicht: Fehler haben, nicht einmal, sie nicht bekämpfen, ist schlimm. Schlimm ist, sie zu verstecken.Bertolt Brecht

Verstecken ist spaßig…solange mensch Kind ist und dies spielerisch tut. Doch wie kann mensch lernen, seine „Fehler“ – vielmehr: Schwächen – zu sehen, wenn sie ihm nicht in aller Ehrlichkeit aufgezeigt werden (dürfen)? Selbstreflexion wäre ein Weg. Doch nur und ausschließlich auf das Selbst zurückgeworfen, kann auch dieser Weg schnell zum Irrweg werden.
Ein wunderbares Zitat, wie ich finde, und nur eines von Vielen, die sich mit diesem Thema beschäftigen (Lao Tse und Lessing wären noch hervorzuheben.
Mir erscheinen diese Worte als völlig schlüssig und klar, und es wäre hilfreich (gewiss nicht nur für mich) , könnte jeder sie verinnerlichen und danach handeln.
Nun, ich bin Lichtjahre von Weisheit entfernt. Und doch schäme ich mich meiner Fehler, meiner Schwächen, wenn diese dazu beitrugen, andere fühlende Wesen zu verletzen. Und nur zu gerne bin ich bereit, sie zu korrigieren, Dinge in Zukunft anders zu handhaben, wenn denn das „Anders“ nützlich(er) ist.
Aber:
So wenig wie die Welt ausschließlich aus schwarz und weiß besteht, so wenig ist auch die menschliche Interaktion einseitig mit Fehlern behaftet.
Aktion-Reaktion…wertfrei, ohne Schuldzuweisung, einfach Fakt.

Warum ich das Alles schreibe?
Weil ich genau die Menschen, welche (aus völlig unterschiedlichen und mir zudem [teils] unbekannten Gründen heraus) ein Gesprächsangebot ausschlugen und/oder zwar mitverfolgen, was ich online so veranstalte (und auf FB gar kommentierten 😉 ) leider nur auf diesem Weg fragen kann, was aus Eurer Sicht sogar die kleinsten Respektbezeugungen – einen Gruß, ein Hallo oder ein klärendes Gespräch –  überflüssig machen ?
Mit einer Antwort rechne ich freilich nicht…

Sollte aber nicht jeder Mensch die Chance erhalten, zu erfahren, was dem Anderen an ihm so sehr mißfällt, dass selbst die „guten Seiten“ diese Schwächen nicht wenigstens relativieren, abschwächen, tolerabel machen? Und – jetzt mal völlig egozentriert – bin ich in Euren Augen wirklich ein solch großes asshole, dem nichts Anderes gebührt als völlige Ignoranz?
Seid Ihr (kleiner, dennoch Plural!!) , die Ihr es für richtig befindet, mir eine solche „Behandlung“ angedeihen zu lassen, denn selbst ohne Fehl und Tadel? Dann, aber nur dann, wäre eine derart ignorante Überheblichkeit vielleicht (!) angebracht.

Herzliche Grüße aus dem Haus der offenen Türen…

PS für promovierte Mitlesende: Dieses EINE Mal habe ich tatsächlich eine Zitatensammlung bemüht… 😉

„Kurz“ in eigener Sache – Meine Scharfzüngigkeit, werte MainArbeiter…

…. ist NIEMALS !! ausschließlich Selbstzweck!

Vorweg: Das nachfolgende Ihr/Euch ect. ist keine Despektierlichkeit, ich habe nur schlicht keine Lust dazu, mich auf formelle „Anrede“ zu konzentrieren, mir ist lediglich die Übermittlung „der Botschaft“ wichtig, sonst nichts!

Boshaft, zynisch, aggressiv und scharfzüngig ?

Ja, so werden die von mir auf’s Korn genommenen Mitarbeiter der MainArbeit (und anderer Jobcenter) meine Schreibe gewiss  sehen.
Und ja, ich würde lügen, wenn ich bestritte, dass einige Formulierungen AUCH (!!) dazu dienen, meinem Zorn und meiner Empörung Raum zu geben, bevor ich daran „ersticke“.
Die Betonung liegt auf „AUCH“…

Ihr fühlt Euch bloßgestellt, diffarmiert und angegriffen?

Mag sein, und gewiss ist das kein gutes Gefühl. Ich bedaure es auch, für unschöne Emotionen zu sorgen, denn JEDER hat das Recht, glücklich und unbelastet zu sein!
Aber manche von Euch können offenbar – wenn überhaupt – nur dann nachfühlen, wie es ist, wie ein Stück Dreck behandelt zu werden, wenn sie es (in abgeschwächter Form) am eigenen „Leib spüren“.

Ich halte Euch nur den Spiegel vor

Genau SO – gekränkt, verletzt, in ihrer Würde angegriffen – fühlen sich Eure „Kunden“.
Ihr seid nichts Anderes als sie, Ihr seid Menschen wie sie, mit allen Stärken und Schwächen, die Menschen haben können!
Also benehmt Euch !
Zeigt menschlichen Anstand!
Zeigt Respekt vor Eurem Gegenüber!

Was Du nicht willst, dass man Dir tu…

…das füg‘ auch keinem Andern zu!
Es liegt an Euch, wenn Ihr Euch hier im Blog und andernorts – anonymisiert, und doch für Euch selbst und enge Kollegen  zu identifizieren – unschön dargestellt,wiederfindet!
Beachtet doch einfach die wichtigsten Regeln des Umgangs miteinander, und es gibt auch für mich keinen Grund mehr, Euch anzuprangern!
Zum Nachlesen hier noch einmal die

10 Gebote für Jobcentermitarbeiter

https://erbendertara.wordpress.com/2012/09/30/10-gebote-fur-die-sicherheit-von-jobcentermitarbeitern/

Ich verallgemeinere nie!

Es gibt genügend Mitarbeiter, die ihren Job – soweit es der Rahmen zulässt und manchmal auch darüber hinaus – ordentlich verrichten.
Ich bin der festen Überzeugung, dass die emotionalen Amöben, die Menschen mit „sadistischen“ und/oder soziopathischen Zügen, auch im Jobcenter die Minderheit bilden.

Es ist viel häufiger „nur“ Abgestumpftheit, Trägheit, Obrigkeitshörigkeit, Desinteresse, Unachtsamkeit und Gleichgültigkeit, die Euch handeln lassen, wie Ihr handelt.
Aber macht dies das Ergebnis weniger schlimm?
Nein, denn für Euer Gegenüber macht es KEINERLEI Unterschied!
An dieser Stelle sei kurz an Hannah Arendt’s „Banalität des Bösen“ erinnert
Zitat: …Er war psychisch normal, kein Dämon oder Ungeheuer. Er erfüllte nur seine Pflicht, er hat nicht nur Befehlen gehorcht, sondern dem Gesetz gehorcht…

Ich möchte mich so gerne öfter positiv äußern…

…gebt mir doch einfach die Möglichkeit dazu!
Ich lobe gerne, bin ein Fan der Skinnerschen Theorie zum Thema POSITIVE Bestärkung!

„Naturgemäß“ komme ich aber nur bei den Menschen „in’s Spiel“, welche Probleme mit „Euch“ haben.
Nehmt mir doch einfach die Chance, mich einmischen und darüber berichten zu „müssen“. Mich würde es freuen!
Handelt rechtskonform (und wenn Ihr keine Ahnung habt, dann macht Euch halt schlau, das ist nicht so schwer) und benehmt Euch Eurem Gegenüber respektvoll!
So schwer kann das doch nicht sein!
Und ja, ich weiß zur Genüge, dass es durchaus problematisches Klientel gibt.
Dann bleibt aber bitte zumindest professionell!
Ich gebe letztlich nur wieder, was mir im Rahmen meiner „Tätigkeit“ auffällt.
Es liegt also an Euch, was ich über Euch schreibe!

Das war’s dazu von meiner Seite…ich wünsche ALLEN Lesern 😉 ein schönes, vielleicht auch etwas „nachdenkliches“ Wochenende.

Nächste Haltestelle : Endstation

Des Einen Freud‘, des Anderen Leid…

Vermutlich wird es den einen oder anderen treuen Leser geben, den meine Texte (wahlweise) erfreuten, anregten, nachdenklich machten ff.
Andere Leser fanden vielleicht die just benötigten Informationen.
Ganz unnütz war dieser Blog für eine Anzahl Mitmenschen also gewiss nicht.

Natürlich gab es auch Kritiker, das ist auch gut und richtig so. Kritik hält mich immer zum Nachdenken an, lässt mich mein Tun hinterfragen und schützt vor Betriebsblindheit.
Kritik eröffnet mir auch die Chance, „Dinge besser machen“ zu können. Ich habe versucht, diese Chancen zu nutzen…

Mit manchem Artikel habe ich mir zudem gewiss keine Freunde gemacht…das lag dann aber auch nie in meiner Absicht, denn die kritischen Beiträge sollten ja „wachrütteln“ (siehe Begrüßungsseite) und nicht für „likes“ sorgen.

Schaden/Nutzen-Abwägung…

…kann ich nicht. Will ich auch nicht.
Mir genügt der Gedanke – resultierend aus diesbzgl. erfolgter „Kritik“ -,  durch meine Aktivitäten (virtuell und im echten Leben) möglicherweise (!!) Menschen geschadet haben zu können (!!) vollends, um zu sagen:

Feierabend, das war’s

Es ist schon witzig irgendwie. Die (nicht eben wenigen) Angriffe der Menschen, die mich aufgrund meines Engagements für Erwerbslose zum „Feindbild“ erklärten, vermochten nicht, mich langfristig auszubremsen. Auch diverse „Attacken“ aus den eigenen Reihen waren zwar teils sehr unangenehm, dennoch keine wirkliche Bremse.
Kriegsvokabular nutzend wäre „shot by friendly fire“ wohl die noch am besten passende Formulierung, um auszudrücken, was mich letztlich zur Aufgabe brachte…

HerzSchmerz

Den „letzten Gong“ schlug mein Körper, der mich heute Nacht schmerzlich daran erinnerte, dass er nicht mehr der Belastbarste ist.
Diejenigen unter meinen Lesern, welche mich persönlich kennen, wissen, dass meine Pumpe mir seit geraumer Zeit Schwierigkeiten macht.
Die Alten prägten den Spruch von „sich etwas zu Herzen nehmen“ ( und viele weitere rund um die Verletzlichkeit dieses Organs)
Es steckt viel Wahrheit in diesen Küchenkalendersprüchen, wie ich erkennen durfte.

Zu Herzen nehmen

Ja, die Gedanken, Menschen durch mein Tun – welches niemals jemandem schaden sollte – geschädigt zu haben, der Anlass gewesen zu sein, dass ihnen Ungemach widerfuhr/widerfährt, sind mir im doppelten Wortsinn an’s Herz gegangen.
Heute Nacht schlußendlich deutlich fühlbar.
Das Geringste, was ich nunmehr tun kann, um zumindest künftig niemandem unwissentlich (!!) zu schaden, ist, meine Tätigkeit zu beenden. Dazu gehört auch (!!) das Beenden meiner Bloggerzeit….Worte ohne Aktion sind nun mal nicht meins.
Und meine Pumpe wird es mir hoffentlich danken…

 

Vieles bleibt ungesagt…

…und manches wäre besser vielleicht un“gesagt“ geblieben.
si tacuisses philosophus mansisses und so...


Nur zu gerne würde ich noch über den ein oder anderen Menschen schreiben, die zu dieser meiner „Entscheidungsfindung“ ebenfalls viel beigetragen haben.
Ich tu es nicht. Es wäre irgendwie „anrüchig“ aus meiner Sicht.
Nur soviel: Offene Worte, Ehrlichkeit UND klare Ansagen, auch oder insbesondere bzgl. der eigenen (gesellschaftspolitischen) Überzeugung sind aus meiner Sicht immer der bessere Weg , sie lassen weniger Raum für Verletzungen.
Ich denke, dass ich selbst mich genau darum redlich und nicht ganz ohne Erfolg bemüht habe…
Ansonsten halte ich es mit Lao Tse:

So sind die guten Menschen die Lehrer der Nichtguten, und die nichtguten Menschen sind der Stoff für die Guten. Wer seine Lehrer nicht werthielte und seinen Stoff nicht liebte, der wäre bei allem Wissen in schwerem Irrtum. Das ist das große Geheimnis.“ – Kapitel 27, Übersetzung Richard Wilhelm, 1911 (Wiki)

Und doch bin ich unendlich traurig…

Danke

Mein Dank geht daher an all meine „Lehrer“, an die diversen Sorten „Stoff“ und nicht zuletzt natürlich an all die anderen Leser, die mir die Treue hielten.
Es hat überwiegend Spaß gemacht mit Euch.
Man liest sich (vielleicht) irgendwo in den Weiten des www

Habe fertig.

 

Vom sterbenden „Wir“

Auslöser für diesen Artikel ist das nachstehende Video.
Sein Wahrheitsgehalt ist natürlich für mich nicht überprüfbar, dennoch bin ich mir sicher, dass es sich um kein Fake handelt. Dieses Video ist ein Abbild – leider kein Zerrbild – dessen, was „überall in der Welt“ geschieht. Es ist ein Symbol für den zunehmenden Verlust an Mitgefühl, ein Ausdruck dafür, dass das „Wir-Gefühl“ im Sterben liegt…

Vielleicht ist eine Warnung angebracht, gerichtet an die sensiblen Leser dieses Blogs. Ich selbst war nach diesem Clip tränenüberströmt und fühle mich hilf/machtloser denn je…

https://www.youtube.com/watch?v=IgtzQH5cuSg

Schrei in der Brandung

Es gibt viele, wundervolle und engagierte Menschen auf diesem Planeten. Und doch kommt es mir so vor, als sei ihr aufrechtes, mitfühlendes Handeln zu vergleichen mit einem Menschen am Meer, der gegen die tobende Brandung anschreit…ihm reißt der Wind den Atem weg, als habe er nichts zu sagen und sollte doch besser schweigend resignieren.
Nun sind Wind und Meer ja natürliche Gegebenheiten und es erscheint gewiss ein wenig „töricht“, als kleiner Mensch gegen die Naturgewalten anbrüllen zu wollen.
Anders hingegen bei all den unsäglichen, menschverursachten Zuständen. Hier wäre ein „Wir“, ein quasi Herunterbrechen auf den kleinsten gemeinsamen Nenner, ein danach erfolgendes vereintes, entschlossenes Handeln bestimmt nicht sinnlos.
Die Realität sieht leider anders aus…

Der kleinste gemeinsame Nenner…

…ist der des fühlenden Wesens. Niemand will leiden, kein Lebewesen fühlt gerne Schmerz (gewisse sexuelle Spielarten einmal ausgenommen). Warum, wenn diese schlichte Wahrheit doch jedem Menschen bewusst ist, handeln „wir“ nicht dementsprechend?
Warum scheint das Leid des Anderen unwesentlicher als unser eigenes?
Warum hat die goldene Regel „Was Du nicht willst, das man Dir tu, das füg‘ auch keinem andern zu“ als „Spruch“ so viele Jahre überlebt und ist dennoch mehr und mehr bedeutungslos geworden?

Im Kleinen wie im Großen

Die Egozentriertheit hält viele (immer mehr?) Menschen offenbar davon ab, den Blick über den eigenen Tellerrand hinaus zu wagen.
Das Ich gewinnt zunehmend an Bedeutung, während das Wir dahinsiecht.
Und alles Engagement scheint nur ein Tropfen auf den heißen Stein…sieht man nach Sudan, beispielweise. Sam Childers kämpft dort für die kindlichen Opfer des „früheren“ Krieges, ein Engagement, das seinesgleichen sucht. Und doch herrscht dort erneut wieder Krieg…was die Arbeit Childers an ein perpetuum mobile erinnern lässt.
Oder nehmen wir Jane Goodall .
Ihr Engagement für Menschenaffen, für eine humanere Forschung und für den Erhalt des Lebensraumes von Primaten sucht seinesgleichen. Und doch:
Für Palmöl sind in Indonesien bereits viele Millionen Hektar Regenwald zerstört worden. Und diese Entwicklung geht weiter – angeheizt auch durch die Nachfrage von Konzernen wie Unilever. Dieser Palmöl-Boom hat maßgeblich zum dramatischen Rückgang der Orang Utan-Population in Indonesien beigetragen. Schätzungen des WWF gehen davon aus, dass innerhalb eines Jahrhunderts drei Viertel der Population ausgestorben sind und bis heute nur noch 50 000 Tiere überlebt haben.

Und hierzulande ?

Jeder gegen jeden, davor schützen offenbar weder Intelligenz noch Intellektualität.
Mit Besorgnis las und lese ich von den gegenseitigen Angriffen und Zerfleischungen, welche der Friedensbewegung mittlerweile innewohnen. Welch Widerspruch in sich…
Die offenkundige Sturheit gewisser „Alt-Linker“ erschreckt mich zusehends. Gerade hier hätte ich mir differenzierteres Denken und Handeln gewünscht. Für Interessierte hier ein aus dieser Sicht wohltuender Artikel zum Thema In Bewegung geraten

Und selbst in den kleinsten Zellen dominiert der Ichling mittlerweile. Da wird Kritik Angriff gleichgesetzt, es wird mit Boshaftigkeiten „gekontert“, häufig wohlwissend, wie sehr dadurch das Gegenüber verletzt wird. Aber das ist dem egozentrierten Menschen völlig schnuppe, denn nicht er, vielmehr „nur“ der „Andere“ leidet gegebenenfalls…also g’schissen drauf.

Es ist und es macht krank

Offen gestanden fällt es mir zusehends schwer, mein Prinzip des Seesterne retten aufrecht zu erhalten. Klar, mein Verstand und mein Gefühl sagen mir, dass es jeder ehemalige Kindersoldat (Childers), jeder gerettete Primat (Goodall) wert ist, für ihn gekämpft zu haben.
Das gilt dem Grunde nach auch für mein Tun (ohne mich jetzt mit den genannten Helden auch nur im Ansatz vergleichen zu wollen!).
Jeder einzelne Leistungsbezieher, welcher nicht sanktioniert wurde, welcher nicht (mehr) obdachlos ist, ist es wert, sich für ihn engagiert zu haben.
Einfach, weil es fühlende Wesen sind…
Und doch erscheint mir das ganze System mittlerweile wie eine Ansammlung riesiger Hamsterräder, in denen die mitfühlenden, engagierten Menschen rennen und rennen.
Zwischendurch kleben sie dann Pflästerchen auf die blutenden Wunden Einzelner, während zeitgleich Tausende und Abertausende neu verletzt werden…und nach diesen kurzen Stopps rennen sie weiter im Rad.
Irgendetwas läuft verflixt schief, und ein Ende scheint nicht in Sicht …

 

 

taz Panterpreis für Inge Hannemann

Den diesjährigen taz Panterpreis für ihr Engagement erhielten am 14. September, im Deutschen Theater Berlin der LeserInnen: Inge Hannemann, Preis der Jury: „Welcome2Europe“.

taz: „Der taz Panter Preis ist ein Preis für Menschen, die sich mit großem persönlichen Einsatz für andere starkmachen und mutig Missstände aufdecken. Menschen, die uneigennützig und hartnäckig für eine bessere Welt kämpfen, ohne viel Aufhebens um ihr Engagement zu machen. Mit dem Preis möchten wir die Arbeit all dieser Engagierten würdigen und sie ins Licht der Öffentlichkeit rücken.“

weiterlesen auf altonabloggt

Von mir an dieser Stelle nur 3 Worte:
Herzlichen Glückwunsch
und
wohlverdient! 🙂

Studie zu Vorurteilen „Menschenfeindlichkeit ist weitverbreitet in München“

Vorweg:
Ein wenig kritisch sollte mensch derart Studien schon beäugen. Etwas mehr als 1100 Münchner wurden befragt, ob das nun ein wirklich repräsentativer Schnitt ist?
Fraglich auch, ob man die „Münchner Sicht“ bundesweit verallgemeinern kann/sollte. In Bayern war und ist es ein wenig „anders“ als im Rest der Republik (böse Zungen behaupten ja noch immer, die Bayern hätten siebzehn Knochen mehr, da bei ihnen das Gehirn noch mechanisch funktioniere 😉
)
Nix für ungut, liebe Bayern, das war jetzt natürlich nur Spaß!

(…)  Arbeitslose, Homosexuelle, Obdachlose – wie kommen Münchner mit solchen Gruppen zurecht?

Insbesondere Langzeitarbeitslosen stehen viele Münchner feindselig gegenüber. Fast die Hälfte der Befragten zeigte sich skeptisch. Bei Obdachlosen sind es immerhin noch 23,5 Prozent. Dagegen haben sich nur 8,2 Prozent der Münchner frauenfeindlich geäußert. 9,1 Prozent ausländerfeindlich. Das sind natürlich immer noch zu viele. Auffällig ist: Feindseligkeit wird vor allem dann geäußert, wenn Themen salonfähig sind. Seit der Einführung von Hartz IV ging es beispielsweise viel um angeblich faule und arbeitsscheue Arbeitslose. Und über Muslime wird vor allem in Zusammenhang mit Terror berichtet (…)

Quelle und weiterlesen bei der Süddeutschen

Bedenklich und gleichzeitig nachvollziehbar

Vermutlich sind die Ressentiments insbesondere gegenüber „den Hartzern“ auch in Restdeutschland ähnlich stark ausgeprägt. Der Sozialrassismus ist seit Clement wieder salonfähig, Pamphlete wie Sarrazin’s „Werk“ fanden sich kurz nach Erscheinen in der Bestseller-Liste wieder.
Liz Mohn und Friede Springer (Bertelsmann/Bild ect.) – die als beste Freundinnen von – und mit Merkel fast schon Nornengleich die Meinungsbildung beeinflussen – sei dafür „gedankt“.
Andere Medien sind auf den (Hetz)Zug der Zeit aufgesprungen, ebenso wie diverse Vorder und Hinterbänkler aus den politischen Kreisen.
Eine Sammlung von diskriminierenden Äußerungen findet man u.A. bei Andreas Kemper
Wen wundert’s da noch, wenn der deutsche Durchschnittsmichel rechtsherum im Rückwärtsschritt tanzt, wenn doch überall der Takt vom Vorurteils-Orchester vorgegeben wird?

Einmal mehr sollte darüber nachgedacht werden, wie diesen Vorurteilen entgegen zu treten ist. Dass dies durch jeden einzelnen Menschen mit Hirn und Herz geschehen sollte, daran besteht kein Zweifel…

 

Mir wird soeben übel…

…denn derart erzreaktionäres und menschenverachtendes Geseiere ist kaum aushaltbar.
Den ganzen Beitrag muss sich kein Leser antun, es genügt völlig, den „Darlegungen“ zwischen Minute 27 und Minute 30 zu lauschen.

Ich bin wirklich froh, dass dieser Prof. Hoppe wohl nur einen recht geringen Bekanntheitsgrad innerhalb „seiner Kreise“ hat. Wenn meine Verlinkung jetzt vielleicht auch fast schon schädlich ist (er wird dadurch evtl. ein wenig bekannter), so ist es doch u.U. sinnvoll, zu erfahren, wie Menschen „ticken“ können.

Grauenhaft
Ich habe aufgehört zu zählen, wie oft dieser Mensch sich des Nazi-Duktus‘ bediente und von (armen) Menschen als Parasiten/parasitär schwafelte.
Leider – und ich bedaure das außerordentlich! – ist in seinen Äußerungen aus meiner Sicht keinerlei strafrechtliche Relevanz erkennbar.

Oder doch? Erfüllen die Aussagen innerhalb der 3 von mir erwähnten Minuten bereits den Tatbestand der Volksverhetzung/Beleidigung?
Sieht sich ein Leser in der Lage, eine sachgerechte Einschätzung diesbezüglich vorzunehmen?
Wenn ja, bitte ich um Kommentar(e), danke.

 

Projekt Wohnen für Hilfe – eine prima Idee (nicht nur) wegen steigender Mieten

Schön, zwischendrin auch einmal von Positivem zu erfahren 🙂

Hintergrund:
Dem ein oder anderen Leser dürfte aufgefallen sein, dass Offenbach nun nicht eben die Stadt ist, der ich Zuneigung entgegenbringe. Dazu kommt erschwerend: meine Wohnung bringt mich zunehmend an den Rand meiner Belastbarkeit. Sie ist überteuert (ich zahle zu den KdU aus eigener Tasche dazu) sie ist so laut durch stetig zunehmenden Verkehrslärm, dass an durchschlafen nicht zu denken ist, sie ist mängelbehaftet noch und nöcher…und sie liegt in der Offenbacher Bronx.

Meine Affinität zum „hohen Norden“ ist -zumindest einigen Menschen- bekannt. Ich suche seit geraumer Zeit bezahlbaren Wohnraum in Küstennähe. Von hier unten gestaltet sich das schwierig, zudem ich ja nun nicht eben „die Traummieterin“ bin (kleine Rente + Aufstockung, Katzenhalter ect) und die KdU passen müssen.
Umso mehr freute ich mich, als ein langjähriger und sehr lieber Freund mir Informationen über das Projekt „Hand gegen Koje an Land“ zukommen ließ.

http://www.wohnlotsen-flensburg.de/startseite.html

Auszug (…) Als Faustformel gilt: pro Quadratmeter werden eine Stunde Hilfsdienste im Monat als Kaltmiete angerechnet. 
Wer also ein Zimmer mit 15 Quadratmetern zur Verfügung stellt, erhält als Gegenleistung 15 Stunden z. B. für Garten-, Hausarbeiten, Einkaufs-, Computer- oder Internet-Hilfe. Oder etwa für Arztbesuche, Fremdsprachentraining, Freizeitbedarf wie Bücher vorlesen, Theater, mehr Mobilität für Gehbehinderte .

Vielleicht für manch Leser ebenso interessant wie für mich?

Zumindest wollte ich dieses Projekt nicht „geheimhalten“. Die Grundidee des „ein jeder, wie er kann“ hat seit langer Zeit meine Sympathie. Was liegt denn näher, als sich mit menschlichen Fähigkeiten gegenseitig zu unterstützen, sich zu ergänzen? Wohin uns die egozentrierte Gesellschaftsform gebracht hat, ist unübersehbar.
Solche Projekte sind, um es überspitzt auszudrücken, vielleicht sogar ein erster, kleiner Schritt in Richtung der (vermeintlich) utopischen Skinner’schen Vision von einer besseren Gesellschaft

Düsseldorf: Gericht stärkt Raucher im Kampf gegen Wohnungskündigung

Es verursacht mir wirklich kein unangenehmes Gefühl, wenn ich mich in meiner laienhaften Rechtseinschätzung einmal mehr bestätigt sehe 😉

Schrieb ich doch noch vor wenigen Tagen in Bezug auf die Düsseldorfer Richterposse, klick

…“In Deutschland herrscht Richterrecht und die nächste Instanz kann/wird vermutlich anders befinden. Sich gegen gefestigte Rechtsprechung (siehe BGH) zu stellen, dürfte nicht so einfach sein…“

Und siehe da:

Zitat (…) Die nächsthöhere Instanz sieht das jedoch anders – und hat die Entscheidung nun wieder gekippt. Das Landgericht Düsseldorf teilte mit, dem Mann die Prozesskostenbeihilfe bewilligt zu haben, nachdem dieser sofort Beschwerde gegen die Entscheidung eingelegt hatte.

Das Landgericht begründete dies mit höchstricherlicher Rechtsprechung: Der Bundesgerichtshof zähle das Rauchen zum vertragsgemäßen Gebrauch der Mietsache und habe diese Rechtsprechung auch nach dem Wandel der gesellschaftlichen Anschauungen über das Passivrauchen nicht geändert. Angesichts dieser gefestigten Rechtsprechung könne die Erfolgsaussicht der Rechtsverteidigung nicht ohne Bewilligung von Prozesskostenhilfe verneint werden.

weiterlesen auf SPON/Quelle

 

Positive Psychologie – Todfeind der Wirklichkeit (?)

Zunächst ein paar Auszüge aus dem Artikel (Hervorhebungen von mir), dessen Überschrift ich übernommen habe – Quelle und vollständig lesen, klick

Lasst uns die Welt mit anderen Augen sehen“ – Coca Cola ruft derzeit im Privatfernsehen zwischen den Sendezeiten zu einem positiven Weltbild auf. Durch die Perspektive von Überwachungskameras werden Szenen gezeigt, die scheinbar zufällig aufgenommene altruistische und harmonische Interkationen von Menschen zeigen. Dass ausgerechnet ein Konzern, der Menschenrechte verletzt, vielerorts Lebensgrundlagen und die Umwelt zerstört, mit einem positiven Weltbild zu glänzen versucht, zeugt von grotesker Respektlosigkeit und doch ist es ein Paradebeispiel für den Zustand unserer Gesellschaft

(…) drei „Fallen“ des Konzepts hin. Sie glaube an das „Zeitalter des Glücks“ (Optimismusfalle), bezeichnen „Glück“ als das einzig Erstrebenswerte und wichtigste im Leben (Absolutheitsfalle) und beschuldige den Einzelnen für seine psychische Gesundheit (Individualismusfalle). Die Grenzen des Konzepts werden schon zu seinem Beginn erreicht. Positive Psychologie ist in jedem Fall nichts anderes als Selbstbetrug unserer unterdrückten Gefühle und Emotionen.

(…) Diese Art der „Therapie“ ist nicht nur Nachhaltig-destruktiv für den Einzelnen, weil es bei positiver Psychologie nicht um Vergangenheitsbewältigung sondern um positives Zukunftsdenken geht, sie steht einer freien Gesellschaft sogar unverträglich gegenüber. Sie verschleiert die Realität und setzt sich alternativen Handlungsmöglichkeiten eines kranken Individuums entgegen. Sie ist der Todfeind der Erkenntnis von gesellschaftlicher Wirklichkeit und jeden Fortschritts in ein besseres Leben. Sie legt verbildlicht das Diktat der Gesundheit über den Metastasenüberzogenen Gesellschaftskörper.

(…) Wir leben in einer Gesellschaft am Rande des Abgrunds, in der immer mehr Menschen aufgrund unsozialer und schädlicher Zustände erkranken, aufgrund deren zu Drogen und Medikation greifen oder sich gar das Leben nehmen. Das eigentlich “Gute” im Menschen, dessen er in der bestehenden Gesellschaft beraubt wird und zu Menschenuntypisch unsozialen Verhaltensweisen gezwungen wird, bringen ihn in Konflikte mit seinen Sehnsüchten nach Liebe, Entfaltung und Anerkennung.
Jeder ist sich selbst der nächste, und das nicht aufgrund natürlich-angeborener Eigenschaften des Menschen, sondern durch die Sozialisation in einer kranken Gesellschaft, in der Erfolg, Konkurrenz und unsoziale Verhaltensweisen im Sinne des Wirtschaftswohles gefördert werden.

(…) Positive Psychologie pauschalisiert viele Aspekte unter ihrem Namen. Sie wehrt sich selbst gegen die Medikation von psychisch Kranken und fordert die Akzeptanz des Einzelnen gegenüber seinem Unheil. Doch schon der indische Philosoph Jiddu Krishnamurti erkannte frühzeitig, dass es „kein Zeichen von Gesundheit“ ist, „an eine zutiefst kranke Gesellschaft gut angepasst zu sein“.
Wichtig ist der positiven Psychologie nicht die Analyse des Ursprungs, der Wurzel des Übels. Viel wichtiger sei der Blick nach vorne, das blinde Vertrauen in ein positives Weltbild gegenüber eine kranken Gesellschaft, die eigentlich keinerlei Gründe haben sollte, sich selbst zu zelebrieren.

Erste Gedanken dazu

Viele Aussagen des Artikels kann ich bejahen, Einiges hingegen sehe ich als zu sehr im schwarz-weiß-Denken verhaftet. Wichtig wäre vielleicht, zunächst einmal zu fragen, wann „der Mensch“ sich „glücklich“ fühlt. Den Glücksbegriff als solchen also zu durchleuchten. Vielleicht wäre es gut, den Begriff „Glück“ zunächst durch „Wohlfühlen“ zu ersetzen, denn ich denke, „Glück“ ist mittlerweile zu vielseitig „verfälscht“ worden.
Beispiel: „Ich hatte Glück, ich wurde bei dem Unfall nicht verletzt“. Die Frage stellt sich aber, ob sich in der Unfallsituation auch nur ein Hauch des Wohlbefindens fand. Vermutlich nein.

Wann tritt wirkliches Wohlbefinden ein? Ich denke, es steht im direkten Zusammenhang mit der Erfüllung grundsätzlicher Bedürfnisse: Liebe, Nähe,Zuwendung auf der einen Seite und die Befriedigung körperlicher Bedürfnisse wie Hunger und Durst.
Warum  entzückt uns ein Babylächeln so sehr? Es zeigt uns schlicht ZuFriedenheit und Wohlbefinden.

Ein Streben nach Zufriedenheit, nach Wohlfühlen hat, denke ich, nichts mit der benannten „Absolutismusfalle“ zu tun,vorausgesetzt ist aber, dass wir anerkennen:

Im Alleingang ist Zufriedenheit nicht machbar

Wir sind, ob wir das gutheißen oder nicht, immer verbunden. Unser aller Leben beruht auf Interdependenz. Eine wechselseitige Abhängigkeit. Einzig die Natur braucht uns Menschen nicht. Hier ist die menschliche Abhängigkeit einseitig.
Begreifen wir uns also als einen Teil des Gesamten, ist es nur folgerichtig, nichts und niemandem schaden zu wollen.

Die Glieder, als Teile meines Körpers, erscheinen mir wichtig, die Menschen, als Teile der Menschheit, etwa nicht ?
Dalai Lama

Daher sehe ich es kritisch, wenn gesagt wird, „die Gesellschaft“ sei schuld an herrschenden Verhältnissen.
Wer ist „die Gesellschaft“ denn ? Das bin ich, das bist Du (Leser), das sind wir alle.
Somit ist es ein Unding, „die Gesellschaft“ ändern zu wollen, die Veränderung kann nur in/aus Jedem selbst heraus entstehen. Mit einer Besinnung darauf, was uns wirklich (!) wohlfühlen lässt.
Von daher ist der Ansatz, dass jeder einzelne Mensch nach „Glück“ streben sollte, nicht grundsätzlich falsch. Unter Beachtung der Tatsache, dass wir keine unabhängig voneinander existierenden Einzelwesen sind. Und in Erkenntniss, dass Vieles, was uns „Glück“ suggeriert, nur eine Befriedigung künstlich erzeugter Bedürfnisse ist.

Analyse der Vergangenheit, der Blick nach vorn… und wo bleibt die Gegenwart?

Der Autor des Artikels kritisiert völlig zurecht, dass ein Ausblenden der „Ursachen des Übels“ in der positiven Psychologie stattfindet. Ob sie gleichsam ein „blindes , posivistisches Vertrauen“ in die Zukunft propagiert, vermag ich so nicht zu beurteilen.
Reflektion und Analyse der Vergangenheit, Ursachenforschung, das Alles ist völlig in Ordnung. Ich fürchte aber, der einzelne Patient wird mit einer gesamtgesellschaftlichen Rückschau überfordert sein.
Schon von daher tendiere ich persönlich dazu, die Vergangenheit als das anzunehmen, was sie ist:
Vergangen. Unabänderlich. Dienlich bestenfalls als Lehre.
Schmerzlich vermisse ich zudem in dem Artikel  die Wichtigkeit der Bedeutung des Hier und Jetzt.

Hierzu gibt es eine wunderbare, buddhistische Parabel, Quelle:

Nehmen wir an, ein Mensch wäre von einem giftigen Pfeil durchbohrt, und seine Verwandten und Freunde kämen zusammen, um einen Chirurgen zu holen, der den Pfeil herausziehen und die Wunde behandeln sollte.

Wenn der verwundete Mann protestieren und sagen würde: „Warte ein bißchen! Bevor du ihn herausziehst, möchte ich wissen, wer diesen Pfeil schoß.
War es ein Mann oder eine Frau?
War es jemand von edler
Herkunftoder war es ein Bauer?
Woraus bestand der Bogen?
War es ein großer oder ein kleiner Bogen, der den Pfeil schoß?
Bestand er aus Holz oder aus Bambus? Woraus bestand die Bogensehne?
War sie aus einem Faserstoff oder aus Darm?
War der Pfeil aus Rohr oder aus Schilfrohr?
Was für Federn wurden verwendet?
Bevor du diesen Pfeil herausziehst, möchte ich alles über diese Dinge wissen!“ Was wird dann passieren?

Bevor alle diese Informationen beschafft werden können, wird das Gift zweifellos Zeit gehabt haben, durch das ganze Blutsystem zu kreisen, und der Mann stirbt wahrscheinlich.

Deshalb besteht die erste Aufgabe darin, den Pfeil zu entfernen und zu verhindern, daß sich sein Gift ausbreitet.

Die Gefahr der „Betriebsblindheit“

Um zum Ende zu gelangen: Ein blindes Vertrauen in eine unsichere Zukunft zu propagieren, wie es die positive Psychologie dem Vernehmen nach machen soll, wäre natürlich töricht.
Dass dazu noch die diesbezüglichen Forschungsergebnisse des Begründers Seligman äußerst dankbar von Motivationstrainern und Coaches aufgegriffen wurden,ist nach meiner Einschätzung bedenklich.
Denn genau diese „Tschakka-Propheten“ coachen ja überwiegend Mitarbeiter hinsichtlich besserer Selbstvermarktung, Nutzen bringt dies meist nur den Konzernen, welche von motivierten Mitarbeitern monetär profitieren.
Das ganze (ursprünglich gewiss gut Angedachte) mündet schlußendlich in eine Art kapitalismusfreundlichen Zirkelschluß…und keinesfalls in eine „bessere Gesellschaftsform“

Dennoch ist eine nicht ausschließlich negativ besetzte Grundhaltung wichtig, wie ich finde.
Denn wenn die Analyse der Vergangenheit nur Negatives aufzeigt, wenn der Blick in die Zukunft auch nur wolkenverhangen ist, wie soll dann in der Gegenwart das so wichtige „Selbstbesinnen“ funktionieren? Der Blick bleibt wohl verstellt…
Und wie geschrieben, die „gesamtgesellschaftliche“ Veränderung beginnt nun einmal in jedem Einzelnen selbst.
Eine, das wenige noch vorhandene Positive ausblendende Haltung, eine Haltung auch ohne den Hauch einer Hoffnung, führt höchstwahrscheinlich zu Betriebsblindheit. Sie führt zur Verbitterung, sie bremst aus, sie lässt versteinert zurück.Die Bibel hat da die Geschichte von Frau Lot im Angebot, sehr passend, wie ich finde…

Eine solche, ausschließlich negative Einstellung ist gewiss schädlich, was die eigene Veränderung betrifft und endet vermutlich im Ringelpietz der sich selbst erfüllenden, negativen Prophezeihung.
Gerade die Klugen, die Analytiker, die Systemkritischen fallen dem häufig zum „Opfer“, das ist derart schade und traurig (leider oft schon so miterlebt), eine solche Verschwendung von so tollem, menschlichen Potential.

Das mal so als erste Gedanken, weitere Denkanstöße sind erwünscht 😉 …

Götz Eisenberg: Vernetzung – Gedanken über Worthygiene und mehr

Das Essay von Götz Eisenberg hat mich einmal mehr sehr nachdenklich gemacht.

Dem Grunde nach gehöre ich ja zu der „Sorte Mensch“, die die Macht, welche von Worten ausgeht, keinesfalls unterschätzt. Ich störe mich an zu vermeintlichem Bewusstsein gewordenen Phrasen, ich glaube ebenso, dass mir die Gefahr der Manipulation durch Worte durchaus bewusst ist.
Auch weiß ich um die möglichen Verletzungen, die wir unserem Gegenüber zufügen können, wenn Gedanken – ohne notwendige Achtsamkeit und ohne ein kurzes Innehalten – als schnelle Worte formuliert, „herausgerotzt“ werden.
Kurzum, ich bin ein Fan der Worthygiene 😉
Und dennoch fühle ich mich nach Lesens des Essay ertappt. Denn auch ich hatte das Wort „vernetzt“ bisher ausschließlich positiv besetzt und habe mich wohl auch sonst manch fragwürdiger Phrase bedient…

Zitat (…) Es geht um die Etablierung neuer und universaler Überwachungssysteme. Vernetzung ist der Zentralbegriff einer geschmeidigen Herrschaft, die sich als Technik und Sachzwang tarnt. Vernetzung ist für die meisten Leute ein positiver Topos, während der „böse Blick“ des Kritikers in ihr ein neues „Dispositiv der Macht“ im Sinne Foucaults erblickt. Die Macht, die ehedem darauf fußte, dass sie zerteilte, zerlegte, segregierte, stellt nun auf einer höheren Ebene zwischen den Segregierten und Atomisierten auch wieder Verbindungen her, telekommunikative Vernetzungen, die zugleich der Kontrolle von Herrschaft unterliegen und ihrer Aufrechterhaltung und Verfeinerung dienen.
Geschickter und perfider geht’s kaum.

Subjekt oder Objekt?

Gestern hatte ich nach dem Treffen unseres Arbeitskreises noch ein hochinteressantes Gespräch. Zwar ging es dabei um die immer mehr um sich greifende Haltung von Erwerbslosen und Prekären, sich selbst als Subjekt nicht mehr wahrnehmen zu können und  dementsprechend sich mit der Rolle des „Objekts“ zunächst zu befrieden, diese Rolle später dann so zu verinnerlichen, dass Taubheit gegenüber jedem Einwand eintritt. Schlimmer noch bei manch Niedriglöhner, welche eine Art pervertierten Positivismus an den Tag legen und sich häufig mit ihrem Ausbeuter identifizieren.
Lese ich ich jetzt das Essay, stelle ich fest, dass sich diese Haltung offenbar in allen Lebensbereichen breit macht. Wohlbemerkt, natürlich nicht bei Jedem.
Irgendwie erschreckend…

Zitat (…) Die Menschen haben das Bewusstsein ihrer Entfremdung eingebüßt und fühlen sich in ihr heimisch. Damit ist Entfremdung auf eine zynisch-perverse Art und Weise aufgehoben. Statt dass die Subjekte sich die entfremdeten Gestalten ihrer gesellschaftlichen Praxis wieder aneignen, gehen sie selbst in den Formen der Entfremdung auf und erleben die Funktionsimperative des Systems als ihre ureigensten Impulse und intimsten Leidenschaften. Die Subjekte sind, heißt es bei Adorno, „bis in ihre innersten Verhaltensweisen hinein mit dem identifiziert, was mit ihnen geschieht. Subjekt und Objekt sind, in höhnischem Widerspiel zur Hoffnung der Philosophie, versöhnt. Der Prozess zehrt davon, dass die Menschen dem, was ihnen angetan wird, auch ihr Leben verdanken. Die affektive Besetzung der Technik, der Massenappell des Sports, die Fetischisierung der Konsumgüter sind Symptome dieser Tendenz. Der Kitt, als der einmal die Ideologien wirkten, ist von diesen einerseits in die übermächtig daseienden Verhältnisse als solche, andererseits in die psychologische Verfassung der Menschen eingesickert.“

Quelle und vollständiges Essay

„Claqueure“, Verblendete oder schlicht „nur“ hirngewaschen?

Vorweg: Mein direktes Umfeld (Freunde und Bekannte) besteht  nahezu ausschließlich aus kritischen Menschen. Menschen, die nicht unhinterfragt alles glauben, was „man“ sie glauben machen will. (Links)Intellektuelle, Selbstdenker ohne politische Ausrichtung, Buddhisten, Menschen mit Empathie und Bauchgefühl…und manchmal gilt für sie: „sowohl als auch“ 😉

Es wäre aber lebensfremd, anzunehmen, dass mensch nicht auch mit anderen Zeitgenossen in Berührung kommt. Da gibt es Nachbarn, Bekannte von Bekannten usw.usf.
Meist ist es für mich interessant, oft auch lehrreich, zu hören, welche Meinung diese Menschen so vertreten. Manchesmal jedoch gelingt es mir nicht, völlig gelassen mit diesen „Meinungen“ umzugehen.
So auch an diesem Wochenende.

Immer feste druff

Irgendwie bin ich noch immer etwas geschockt. Und irgendwie weiß ich nicht wirklich, wie ich mit Menschen umgehen soll, die dem Grunde nach „nett“ sind, auch hilfsbereit ect. Mit denen sich zudem ein zumindest oberflächlicher Kontakt nicht ganz vermeiden lässt.
Menschen, welche sich aber im Brustton der Überzeugung über „diese kriminellen Randalierer und Vandalen“ dergestalt äußern, dass „man sie totschlagen müsse“ – im Hintergrund lief NTV mit Berichten über die Demonstrationen in der Türkei –
Menschen, die der Ansicht sind, dass die Polizeigewalt anlässlich der Blockupy-Demo in Frankfurt nicht nur „völlig gerechtfertigt“ sei, vielmehr hätten die Ordnungskräfte „viel fester druff schlagen sollen“
Ganz normale Menschen, die sich auf die TV-Berichte berufen, O-Ton:“ wir haben das in den Nachrichten gesehen“ und deren Begründung unter anderem auch die „Vermüllung nach solchen sinnlosen Demo’s“ war.

Hübsch, aber hochgradig kriminell

Und da gibt es  andere (männliche) Mitmenschen, die ihre „Bürgerpflicht erfüllen“ und das Ordnungsamt kontaktieren, weil die „gelbe Tonne“ (Wertstoff) mit Pflanzenresten und merkwürdiger Folie gefüllt ist.
Wie sich herausstellte, waren es Überreste einer „Hanf-Plantage“.
Und natürlich wußten genau diese männlichen Mitmenschen jetzt plötzlich „von Anfang an“, dass mit der „Gärtnerin“ etwas nicht stimmte. Dass sie schon immer gewusst haben, sie sei gewiss kriminell.
Merkwürdig nur, dass die Äußerungen noch vor wenigen Wochen sich völlig anders anhörten, da wurde die Dame als „süß,sexy,hübsch,lecker“ usw. bezeichnet.

Vermeidungsstrategie: ja, nein, vielleicht?

Ich gebe es gerne zu:
Diese „Ambivalenz“ mancher meiner Mitmenschen macht mir zu schaffen. Zwar bin ich mir sicher, dass  ihnen das „Gute“ innewohnt (wie geschrieben, zeigten sie sich in der Vergangenheit durchaus als „menschlich“ und hilfsbereit) und nein, ich verurteile sie nicht, wohlwissend um die Macht der Geistesgifte, insbesondere der Verblendung, klick
Nur:
Ich weiß derzeit nicht, wie ich künftig mit ihnen „umgehen“ soll.
Da war soviel Hass in den Augen bei den einen, als sie über die Demonstranten schwadronierten und soviel Abscheu in den Blicken der anderen, als es um die „Kriminelle“ ging.
Klar, ich muß es so hinnehmen, sie sind wie sie sind und ich werde keinesfalls versuchen, politisch aufzuklären, zu missionieren oder andererseits Verständnis/Mitgefühl für „kriminelle“ – pardon, törichte – Handlungen wie Hanfanbau zu wecken.
Das alles wäre ein sinnloses Unterfangen, gegen derart verfestigte Meinungen komme ich nicht an.
Und doch fehlt mir seit diesem Wochenende meine Unbefangenheit.
Ich will auch diese Menschen verstehen…und kann es irgendwie nicht. Das macht mich durchaus etwas unsicher den künftigen Umgang betreffend. Es bleibt wohl (vorerst) nur Vermeidung jedweden Kontaktes mit diesen Menschen…

„Mit Verlaub, Herr Kollege ,Sie verbreiten (teils) gefährlichen Unsinn“

Ich mache so etwas selten.
Sehr selten sogar.
Aber jetzt komme ich nach reiflicher Überlegung doch nicht mehr umhin, Kritik an einem bloggenden Sozialaktivisten zu üben.

Der Kollege ist überzeugt vom Minimalismus.
Das ist wunderbar, ich freue mich für jeden Menschen, der „sich gefunden“ hat und mit sich und der Welt weitestgehend im Reinen ist.
Und wie es mit der „festen Meinung“ nun mal ist, der Mensch versucht oft, Andere von seinen Lebensvorstellungen zu überzeugen.
Ich verstehe auch das Anliegen, weshalb er versucht, insbesondere Menschen in prekärer Lage den Minimalismus schmackhaft zu machen. Er meint es gewiss nur gut…

Stockholmsyndrom oder echte Überzeugung?

Grundsätzlich ist gegen Minimalismus nichts einzuwenden. Im Gegenteil.
Wenngleich ich den Hype, der teilweise darum gemacht wird, so gar nicht nachvollziehen kann. Die Gründe hat der Wiener Blogger Emanuel in diesem Beitrag, klick scharfzüngig aufgezeigt 😉

Darum geht es mir aber nicht vorrangig.
Das, wie ich finde, recht Anmaßende an den von mir kritisierten Beiträgen wie hier, klick oder hier findet seinen Ausdruck in Behauptungen wie, Zitat:
(…) Ich werde nicht müde, zu wiederholen, dass es durchaus möglich ist, mit dem Regelsatz von Hartz 4 ein gutes Leben zu führen und davon noch zu sparen.

Solche Darstellungen sind meiner Ansicht nach ein Schlag in das Gesicht für viele Menschen in prekärer Lebenssitution. Derart Aussagen implizieren, dass diejenigen, die mit dem Regelsatz nicht auskommen, falsche Prioritäten setzen. Mit Geld nicht umgehen können.Solche Sprüche wirken überheblich.
Und sie unterscheiden sich auf den ersten Blick kaum von ähnlichen Tiraden diverser Politiker. Wenngleich die Intention des Bloggers eine andere ist.
Ebenfalls anmaßend ist die Behauptung, dass einer solchen Lebenseinstellung der Zen-Buddhismus, klick  zugrunde liegt.
Leben nach Zen bedeutet Konzentration aufs Wesentliche mit einer Tendenz zum Purismus.
Keine Ablenkung durch Überflüssiges.
Ein derart spartanisches Umfeld jedoch, wie es der Blogger propagiert, ist für Mönche und Nonnen vorgesehen. Oder für Menschen, die freiwillig so leben wollen. Das will (!) aber nicht jeder…
Nebenbei:
Reichtum wird auch im Buddhismus nicht als verwerflich angesehen. Es kommt hier lediglich darauf an, ob der Reichtum auf Basis ethischen Verhaltens angesammelt wurde und ob der Reiche ohne eigenes Nutznießen zu geben bereit ist – oder eben nicht.
Armut allein aber ist auch kein Indikator, „richtig“ und nützlich zu leben.
Armut und (erzwungener) Verzicht erschaffen keinen „guten“ oder weisen Menschen…das erkannte der  Buddha – Siddhartha Gautama – während seiner freiwilligen Askese recht schnell.
Vielleicht sollte der Kollege diesbezüglich noch mal den Hermann Hesse lesen 😉

Mir kommt es vor, als versucht der Blogger, die Not zur Tugend zu erklären („Stockholmsyndrom“). Das ist aber nicht das Einzige, was solche Aussagen gefährlich macht/machen kann.

Ein Jeder nach seiner Facon

Das wusste bereits der alte Fritz.
Das heißt, wenngleich es gewiss Sinn macht, die eigenen Wünsche zu hinterfragen hinsichtlich Konsumismus, Werbemanipulation ect….
…wenngleich viele Konsumwünsche sich bei genauer Betrachtung als überflüssiger Blödsinn herausstellen werden, muss mensch dennoch auch gegenteilige Entscheidungen seinen Mitmenschen überlassen.
Das nennt man, so glaube ich, andere Lebensformen respektieren.
Ich selbst konsumiere sehr bewusst, mache Kaufentscheidungen häufig von (gesellschafts)politischen Hintergründen abhängig und rate (!) dieses Verhalten auch jedem an, unabhängig von dessen finanzieller Situation.
Aber mit einer solchen (vielleicht ungewollten) Überheblichkeit wie der Kollege es da macht, an’s Werk zu gehen ist nicht sinnvoll. Kaum ein Prekärer wird die eigentliche und grundsätzliche Notwendigkeit der Konsumbremse sehen, wenn der Anlass, diese Bremse zu ziehen, die eigene finanzielle Not ist!

Eine Steilvorlage für die ReGierung

Das ist die eigentliche Gefahr und es ist der Hauptgrund, weshalb ich diese Minimalismus-Propaganda
– explizit (!) für arme Menschen, denn nirgendwo las ich, dass der Blogger diese Lebensform Jedem (!) anempfiehlt
als  so unangebracht empfinde.
Was wurde nicht alles aus der Regelleistung gestrichen?
Was blieb nicht alles als „nicht essentiell wichtig“ unberücksichtigt?
Die ReGierenden erdreisteten sich, darüber zu befinden, dass beispielsweise ein Weihnachtsbaum („Warenkorb“ Abteilung Schnittblumen) ersatzlos aus der Regelleistung zu streichen ist.
Das monatliche Budget für Kinderspielzeug liegt etwas über 1.- €!
Jeder Euro für Bedürftige ist denen, die im Überfluss leben und über die „Überflüssigen“ zu befinden haben, zu viel!
Und ausgerechnet ein Sozialaktivist, ein Berater für arm Gemachte, ein Sozialpädagoge, erkennt nicht, dass er mit seinen Minimalismus-Thesen den „Zuarbeiter für die regierenden Armuts-Apologeten“ gibt??
Dass solche (öffentlich verbreiteten) Sprüche, wie oben genannt, Wasser auf die Mühlen der Sparwütigen sind?
Angesichts dessen, was die südeuropäischen Länder erleben müssen (und was auch uns noch droht) bekommen solche Ansagen einen zynischen Touch. Und wenn sie auch hundert mal gut gemeint sein mögen…

Keine heimtückische Kollegenschelte

Ich hätte sehr gerne dem Kollegen meine Bedenken mitgeteilt. Doch leider wurde die Kommentarfunktion deaktiviert, ziemlich genau nach dem ersten Auftauchen von Kritik an seinen Minimalismus-Thesen.
Somit bleibt mir lediglich hier der Platz für meine Gedanken zu Sinn, Unsinn und Gefahren.
Aber vielleicht liest der Kollege ja mit und äußert sich 😉 dazu…es könnte eine spannende Diskussion werden.

 

 

 

Solidarität mit Inge H. – offener Brief von Norbert Wiersbin

Norbert Wiersbin war Fallmanager. Aus ethischen und Gewissensgründen hat er den Dienst quittiert.

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@ jobcenter-team-arbeit-hamburg

 

Meine sehr verehrten Damen und Herren, verehrte                                                                       Kolleginnen und Kollegen,

ich erlaube mir die Ansprache, da ich selbst über 30 Jahre lang in der Arbeitsmarktpolitik aktiv war, zuletzt als Fallmanager und Personalratsvorsitzender eines kommunalen Jobcenters. Sie dürfen also davon ausgehen, dass sich hier ein Bürger an Sie wendet, der über fundierte Kenntnisse des Systems verfügt, der die Entwicklungen der letzten Dekaden intensiv und aktiv begleitet hat und der in der Lage ist, diese zu analysieren und auch darzustellen. Ich nehme das vorweg: Ich bin inzwischen aus dem Dienstverhältnis ausgeschieden, ich konnte es mit meiner Ethik und mit meinem Gewissen nicht mehr vereinbaren, an der Verelendung großer Bevölkerungsschichten mitzuwirken. Ich konnte die Ungerechtigkeit und die Unmenschlichkeit nicht mehr ertragen, mit der dieses System beseelt ist und das den Betroffenen wie den Akteuren auf der anderen Seite des Schreibtisches die Seele, die Menschlichkeit raubt.

Ich bin kein Verwaltungsmensch, ich bin Geisteswissenschaftler und daher mag auch mein Blick auf die Realitäten ein anderer sein, als Ihrer. Anlässlich der öffentlichen Diskussion um den Konflikt zwischen Ihrer Behörde und Ihrer Mitarbeiterin Inge Hannemann möchte ich Ihnen ein paar Gedanken mit auf den Weg geben, Leitbilder, die ich schon als Personalrat eingebracht habe. Nicht zuletzt aus Sorge um die (seelische) Gesundheit meiner zahlreichen Kolleginnen und Kollegen.

Wer nicht bereit ist, aus falsch verstandener Loyalität gegenüber einem diffusen „Dienstherrn“, aus egoistischen Motiven oder aus ganz profaner Ignoranz heraus, weg zu schauen, dem muss es sich unmittelbar erschließen, dass in diesem System vieles, wenn nicht fast alles falsch läuft. Sie, verehrte Kolleginnen und Kollegen, werden es auch registriert haben, dass die Unzufriedenheit mit Ihrer Tätigkeit Jahr für Jahr gewachsen ist. Untersuchungen der Krankenkassen weisen seit Jahren exorbitante Krankenstände bei den JC – Mitarbeitern aus, überwiegend sind es psychische Schäden, die sie aus den Socken hauen. Da ist zum einen die unerträgliche Verdichtung der Arbeit, die ausufernde Konzentration auf die Verwaltung des Elends und die offensichtliche Erfolglosigkeit jeden Versuches, Erwerbslose wieder in den „Markt“ zu integrieren. Viel gravierender ist jedoch das wachsende Bewusstsein dafür, als mieser Handlanger missbraucht zu werden, um Menschen zu unterdrücken und sie ihrer Grundrechte zu berauben. Es werden immer mehr, die insgeheim verstanden haben, dass es so nicht weiter geht, dass wir nicht jede Moral und alle Ethik über Bord werfen können, um dem Mammon zu frönen.

Meine Solidarität und mein Respekt gilt Ihrer Mitarbeiterin, Frau Inge Hannemann. Sie hat den Mut, gegen den Strom zu schwimmen und auf Missstände hinzuweisen. Sie engagiert sich damit auch für jeden einzelnen von Ihnen! Wenn Sie in den nächsten Tagen das angekündigte Personalgespräch mit Frau Hannemann führen, so lassen Sie sie doch bitte wissen, dass ihr Engagement auf große Anerkennung stößt. Ich kann nur hoffen, dass Frau Hannemann auch unter Ihnen, der Führung Ihres Hauses und Ihrer Personalvertretung Nachahmer und Unterstützer findet, die bereit sind, eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen.

Wie auch immer werden Sie über kurz oder lang nicht um eine ehrliche Auseinandersetzung mit Ihrem administrativen Handeln umhin kommen. Sie sind gut beraten, sich schon gleich daran zu machen, der Druck im Kessel steigt und führt in absehbarer Zeit in eine Katastrophe. Ich wünsche Ihnen, dass Sie dann mit einem reinen Gewissen in den Spiegel schauen können.

Ach ja: Verbergen Sie sich bitte nicht weiterhin hinter Ihrer „Behörde“. Das klingt so kalt, so technisch. Da stecken doch Menschen dahinter, mit Gesichtern, Namen, Familien, Biographien!? Wenn Ihre Welt wirklich so in Ordnung ist, wie Sie sie gerne hätten, brauchen Sie sich doch nicht zu verstecken. Stellen sie sich der Öffentlichkeit, gerade in den Wind, nennen Sie Ihren Namen und Ihren Dienstgrad, erklären Sie denen, die sie bezahlen, was Sie für deren gutes Geld so anstellen.

In diesem Sinne, mit kollegialen Grüßen, Ihr

Norbert Wiersbin

http://norbertwiersbin.de/offener-brief-solidaritat-mit-inge-h-2/#more-1223