Mitläufer und Abnicker – alles Normopathen* oder was?

Irgendwann habe ich aufgegeben.
Aufgegeben, begreifen verstehen zu wollen, was Menschen dazu bringt, tatenlos mit anzusehen, wie anderen fühlenden Wesen Unrecht zugefügt wird.
Aufgegeben, unterscheiden zu wollen zwischen Denjenigen, die schädliche Handlungen begehen und Denjenigen, die sie zulassen und/oder unwidersprochen hinnehmen.
Generell. In allen Lebensbereichen.
Daher eben auch – oder insbesondere – innerhalb der Jobcenter…

Verstehen vs. „ErklärenKönnen“

Es gab in der Vergangenheit immer wieder einmal Diskussionen mit Bezug auf mein vermeintliches „Verständnis“ für eigentlich „nicht hinnehmbare Taten“.
Es verwunderte nicht, dass (nicht nur) mir – insbesondere, aber nicht nur – von gegnerischer Seite unterstellt wurde, „böse Taten“ zu relativieren und zu „verstehen“.
Auch Kollegen  unterstellten mir bisweilen „Verständnis“ für die (Schand)Taten der Jobcenter-Mitarbeiter….
An dieser Stelle möchte ich daher zum wiederholten Male darauf hinweisen, dass ein „ErklärenKönnen/Wollen“ nichts, aber auch rein gar nichts mit Verständnis im originären Sinn zu tun hat.
Es handelte und handelt sich bei meinen Versuchen des „VerstehenWollens“ dem Grunde nach nur um die Nutzung des „Krückstocks Rationalisierung“.
Rationalisieren…
…weil es (für mich) gerade keinerlei tiefes inneres Verständnis für so viele schädliche Handlungen und Unterlassungen gibt.
…weil das Verhalten vieler Menschen in „Macht“positionen mich noch immer fassungslos macht, mich häufig zutiefst entsetzt.
Soziologie, (Sozial)Psychologie und sogar die buddhistische Lehre helfen bei dieser Rationalisierung zwar ungemein…und doch bleibt eine Leere, die auch dieser „Krückstock“ nicht füllen kann.Mit dieser „Leere“ werde ich wohl lernen müssen, zu leben…

Normopathen*

Während es mir noch einigermaßen gut gelingt, rationale Erlärungen zu finden für die Handlungen so mancher – ich nenne sie jetzt einfach einmal so – „Direkt-Täter“, fällt es mir ungeheuer schwer, Mitläufer-und Abnickertum – dieses oft sogar wider besseres Wissen resp. Gewissen – zu versachlichen.
Wenn ich ganz tief in mich hineinlausche, muss ich zudem feststellen, dass mich diese Menschen fast noch mehr anwidern als die Sorte Täter, die ihre schädlichen Handlungen als richtig befinden, Überzeugungstäter also…dies mag durchaus auch auf die diversen Erfahrungen in letzter Zeit zurückzuführen sein.
Irgendwann einmal stieß ich auf das Wort „Normopath“…und befand es für so treffend, dass ich es nur zu gerne künftig stellvertretend für Mitläufer, Abnicker und Ja-Sager verwendet hätte…aber:
Wäre ich so anmaßend, allen Abnickern eine psychische Erkrankung zu unterstellen (ich mag die inflationäre Verwendung psychischer Diagnosen aus nicht-berufenem Munde ohnehin nicht), so spräche ich sie gleichsam auch frei von Schuld oder Verantwortung…und das ist nun gewiss nicht meine Intention.
* https://de.wikipedia.org/wiki/Normopathie

Ein paar Sätze über den Charakter eines „typischen Ja-Sagers“

…ein subalterner (= untergeordneter/unterwürfiger) Bürokrat ohne nennenswerte eigene Initiative.
…sowohl diabolischer (= teuflischer) Charakter und ideologischer Fanatismus fehlen, jedoch erstickt systematisch vorangetragene Indoktrinierung jedweden Ansatz von Solidarität.
…ungewöhnliche Beflissenheit, alles zu tun, was dem eigenen Fortkommen dient, verbunden mit persönlichem Ehrgeiz hinsichtlich irregeleiteter Pflichterfüllung, der in bürokratischen Kadavergehorsam mündet.
…sich nicht vorstellen können, was man anstellt (=Schutzwall gegen die Realität:absoluter Mangel an Vorstellungskraft)
…Nutzung von „Amtssprache“ á la Phrasen. Dahinter könnte man Gedanken vermuten, die aber nicht vorhanden sind. Die Unfähigkeit, sich selbst auszudrücken, ist eng verbunden mit dem nicht selbst denken können,d.h.,sich aus dem Gesichtsfeld eines anderen Menschen heraus, etwas vorstellen zu können.
…Rückzug auf die Funktion: Wenn ich es nicht mache, macht es ein Anderer
…Rückzug auf die Statistik: Einer muss es ja machen
…der psychologische Habitus (Einstellung zu Familie/Freunden) ist völlig normal bis vorbildlich

Falls Du, geneigter Leser, jetzt vermutest, dass ich…

…genau „Deinen“ unempathischen Sachbearbeiter zu beschreiben versuchte, dass mit diesen Sätzen haargenau „Dein“ Arbeitsvermittler gemeint sein könnte oder der Teamleiter „Deines“ persönlichen Ansprechpartners im Jobcenter treffend skizziert wurde…
weit gefehlt.
Diese Beschreibung eines kadavergehorsamen Bürokraten ohne eigenständige Meinung ist bereits über 50 Jahre alt, stammt nicht aus meiner Feder und ist – das „Grundsätzliche“ wiedergebend, leider noch immer brandaktuell.
Manche Dinge ändern sich offenbar nie wirklich.
Ich habe mir erlaubt, die zitierten Sätze minimalst umzuformulieren, es dürfte dennoch kein wirkliches Problem darstellen, ihre Quelle herauszufinden… 😉

Nachtrag zum Thema „Beistand“ – Info’s (nicht nur) für Betroffene

In der Wut verliert der Mensch seine Intelligenz.
-Dalai Lama-

Mein gestriger Beitrag zum Thema „MainArbeit vs. Beistand“ war – aus brandaktuellem Anlass – im Zorn geschrieben und dadurch sehr emotional.
Nicht etwa, dass ich diesen „Ausbruch“ jetzt bedauern würde…das käme mir nun wirklich nicht in den Sinn.
Nur ist es leider bei aufwallenden Emotionen so, dass dadurch eine sachliche Faktenschilderung häufig „vergessen“ wird 😉
Das hole ich hiermit nach.

Was ist ein Beistand nach § 13 SGB X ?

Ein Beistand ist kein Betreuer!
Ein Beistand ist eine begleitende Person des Vertrauens.

http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_10/__13.html

Muss ein Beistand sich ausweisen ?

Nein!
Der Beistand tritt – anders als ein Bevollmächtigter – neben dem Betroffenen auf, nicht für ihn.
Es besteht für den Beistand keinerlei Ausweispflicht und auch keine gesetzliche Verpflichtung, den Namen zu nennen.

Darf ein Beistand zurück gewiesen werden ?

Das ist nur unter ganz wenigen Bedingungen zulässig!
Der Beistand muss volljährig sein und im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte (= wissen, was er sagt oder  macht).
Der Beistand darf nicht (merkbar) unter Alkoholeinfluss oder Drogen stehen, siehe „Vollbesitz der geistigen Kräfte“.
Im Gesetzestext heißt das, er muss zum sachgemäßen Vortrag fähig sein.
Der Beistand sollte in früheren Zeiten nicht durch unflätiges Benehmen, (verbale) Übergriffe oder Ähnliches bereits negativ aufgefallen sein.
Desweiteren darf der Beistand nicht gegen das Rechtsdienstleistungsgesetz (ein überarbeitetes Relikt aus der NS-Zeit) verstoßen. Dies dürfte aber ohnehin so gut wie nie der Fall sein.
Nähere Informationen dazu -> https://dejure.org/gesetze/RDG

Ansonsten gibt es keine rechtliche Grundlage, einen Beistand zurückzuweisen!

Sollte – nur und ausschließlich aus einem der vorgenannten Gründe zulässig!! – der Beistand zurückgewiesen werden, muss der Behördenmitarbeiter dies schriftlich begründen!

Wann ist ein Beistand zuzulassen ?


Ein Beistand ist bei allen Verhandlungen und Besprechungen mit der jeweiligen Behörde – welche dem Sozialgesetzbuch untersteht – zuzulassen.
Das wären u.A. die Agenturen für Arbeit (SGB 3), die Jobcenter (SGB 2) Jugendämter (SGB 8) Sozial-und Grundsicherungsämter (SGB 12) ff.

Darf nur eine Person Beistand sein ?

Nein!
Es kann durchaus sinnvoll sein, mehrere Beistände mitzubringen. Ein „heilloses Chaos“ gilt es natürlich, auch im Sinne des Betroffenen, zu vermeiden.
Dennoch (siehe auch die Kommentierung in Hauck und/oder Wannagat zum § 13 SGB X) gilt:

Der Begriff „ein Beistand“ im Gesetz ist  nicht etwa nummerativ, also anzahlbezogen zu verstehen, sondern nur begrifflich, also nominativ.

Darf der Beistand reden ?

Ja!
Es ist also nicht nur grob unhöflich, wenn der Sachbearbeiter, Arbeitsvermittler oder sonstiger Behördenmitarbeiter dem Beistand den Mund verbieten will!
Es ist zudem nicht rechtskonform!
Der Beistand darf sich in das Gespräch mit einbringen.
Er sollte es nur nicht „torpedieren“, denn damit erwiese er den Betroffenen häufig einen Bärendienst.
Zu beachten ist ferner, dass das vom Beistand Vorgebrachte als vom Betroffenen gesagt gilt, wenn dieser nicht unverzüglich widerspricht.
Es empfiehlt sich daher, vor dem Termin zu besprechen, wann und wie der Beistand einschreiten soll.

Ergänzendes (nicht nur) für Mitarbeiter 😉

Aus der obigen Zusammenfassung ist leicht zu entnehmen, dass das Hinzuziehen eines Beistands ein Rechtsanspruch ist!

Ein Betroffener, der mit Beistand vorspricht, ist also jemand, der sein Recht als Bürger wahrnimmt!

Ein Betroffener, der mit Beistand vorspricht, ist deswegen also keinesfalls:

Unselbstständig,
geistig nicht auf der Höhe,
auf gesetzliche Betreuung gesetzt,
Muttersöhnchen,
feige,
lebensuntüchtig,
unreif,
ein Angsthase…die Aufzählung der von mir bislang gehörten Frechheiten ist unvollständig.Und noch etwas:
Das Alter der Betroffenen spielt keine Rolle!
Und der Beziehungsstatus zwischen Betroffenem und Beistand ebensowenig!

Derartige Unterstellungen – direkt ausgesprochen, subtil oder unverblümt, bevorzugt aber hinter dem Rücken der Betroffenen in abwertendem Duktus geäußert, zeugen von einem ganz miesen Menschenbild.

Lasst es sein, denn es steht Euch schlicht nicht zu, Menschen abzuwerten! Respektiert endlich die Rechte der Betroffenen!

Respektlosigkeit, Abwertung, Verächtlichmachung von bestimmten Menschen(gruppen)…das ist nichts Neues. Wohin dies letztlich führen kann, hat die Vergangenheit gezeigt…
Daher -äußerst passend aus dem Talmud zitiert –


Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Worte.
Achte auf Deine Worte, denn sie werden Handlungen.
Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten.
Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter.
Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal.

Talmud

»Lehre«, Sammlung der Gesetze und religiösen Überlieferungen des Judentums

MainArbeit vs. Beistand – BrainFuck de Luxe, Bosheit oder doch…

…“nur“ dümmliche Arroganz?

Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht!
(B. Brecht)

Vorweg: Ich bin zornig, sehr zornig sogar!
Es ist mir daher völlig egal, ob sich „irgendein“ Mitarbeiter oder Honorartätiger der MainArbeit jetzt auf den Schlips getreten fühlt, denn mein Zorn richtet sich nicht gegen diejenigen, welche rechtskonform handeln. Diesen „sage“ ich:
„Ihr seid nicht gemeint, wenngleich ich im Anschluss die verallgemeinernden Begriffe wie -Ihr- oder -Euch- verwenden werde.“

Könnt oder wollt Ihr nicht begreifen, was ein Beistand ist?

Ebenso, dass ein Beistand zuzulassen ist, nahezu immer, mit nur ganz wenigen Ausnahmetatbeständen?
Mit Verlaub, Euer selbstherrliches und im Höchstmaße arrogantes Verhalten kotzt mich mittlerweile nur noch an.
Es ist aber auch beschämend, und zwar ausschließlich für Euch selbst! Egal, wie man Euer Gebaren auch einordnet!
Woran also liegt es, dass selbst einer an Eindeutigkeit und Klarheit kaum zu übertreffenden Paragraphen – § 13 SGB X -> http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_10/__13.html – in schöner Regelmäßigkeit mißachtet wird? Erklärungen fallen mir einige ein…

Variante 1:
Ihr, die Ihr „das Gesetz“ umsetzt, seid tatsächlich völlig unbedarft in dem, was Ihr tut.
Wenn Ihr aber keinerlei – nicht einmal marginale – Kenntnisse über die Rechte der Leistungsberechtigten nach SGB 2 habt, wieso erdreistet Ihr Euch dann, Euch über genau diese Rechte hinweg  setzen zu wollen?
Hier möchte ich ausnahmsweise Dieter Nuhr zitieren:

Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten

Variante 2:
BrainFuck de Luxe.
Die stetige, (mediale) Gehirnwäsche hat Euren Geist derart vernebelt, dass Ihr nicht einmal im Ansatz auf die Idee kommt, ein Betroffener des SGB2 und/oder dessen Beistand  könnte (politisch) gebildet sein, seine spärlichen Rechte kennen und diese auch einfordern.
Leistungsbezug = grenzdebil, so könnte Eure Einstellung entsprechend dann lauten.Sollte dies die Erklärung sein, dann ist dies Menschenverachtung pur. Und Ihr merkt es nicht einmal…

Variante 3:
Bösartigkeit. Ihr habt einfach Spaß daran, Menschen zu demütigen und zu verunsichern. Es gefällt Euch, Eure mickrige Macht zu demonstrieren. Für Euch sind „Hartzer“ doch ohnehin Untermenschen keine wertvollen Mitglieder der Gesellschaft. An „denen“ darf man sich getrost abarbeiten, an diesem elenden Schmarotzerpack…
Dies als Erklärung für Euer Verhalten anzunehmen, ist die unschönste aller Varianten. Ausschließen kann ich sie leider nicht…

Eure Respektlosigkeit ist widerlich!

Daher jetzt kurz und bündig im Klartext, gerichtet an alle Mitarbeiter und Honorarkräfte mit Doktortitel, welche (noch immer erfolglos 😉 ) sich gegen das Hinzuziehen eines Beistands „wehren“:

Zu unterstellen – mal mehr, mal weniger subtil – ein Betroffener sei ein „Muttersöhnchen“, weil der Beistand die eigene Mutter ist, ist eine bodenlose Frechheit!
Der Betroffene kennt seine Rechte und nimmt sie wahr, punktum!

Scheinheilig nachzufragen, ob der Beistand die „Betreuung“ sei, ist entweder schiere Blödheit oder bewusste Provokation!
Betroffene haben einen Rechtsanspruch auf das Hinzuziehen eines Beistands, punktum!

Sprüche wie:“ Sie sind ein erwachsener, junger Mann, wieso wollen Sie eine Begleitung?“ gehören in die Abteilung verbaler Sondermüll!
Dies gilt auch für alle ähnlich lautenden Einlassungen und Fragen wie: „Haben Sie Angst, alleine zu kommen“ oder „Brauchen Sie jemanden an Ihrer Seite, sie sind doch ein Mann…“
Betroffene müssen sich vor Euch
für die Wahrnehmung Ihrer Rechte niemals rechtfertigen, punktum!

Ein solches Verhalten, völlig unabhängig vom Warum, ist in jeder Hinsicht beschämend. Und es offenbart Euer noch viel beschämenderes Menschenbild.
Noch dazu sorgt es von der ersten Sekunde an für eine schlechte Stimmung, die ein sachliches Gespräch danach letztlich verunmöglicht.
Auf diese Art sorgt Ihr – bewusst? – dafür, dass sich die Wahrscheinlichkeit eines Eklats vervielfacht. Kommt es dann zum Eklat, ist das Wehgeschrei groß. Und der Schuldige steht auch gleich fest:
Es ist natürlich der Erwerbslose. So kann man natürlich auch für „sich selbst erfüllende Prophezeihung“ sorgen…

Wer nichts zu verbergen hat…

…der scheut auch keinen Beistand!
Es gibt genügend Mitarbeiter innerhalb der MainArbeit, die das Recht des Betroffenen auf einen Beistand ohne vorheriges Gezeter respektieren.
„Witzigerweise“ sind das genau die Mitarbeiter, mit denen konstruktive/sachliche Gespräche möglich sind, die sich noch keinen Namen gemacht haben in Bezug auf rüdes Verhalten, versuchte „Rechtsbeugung“ ect ect.
Das lässt tief blicken…

Werdet endlich professionell, verflixt und zugenäht!

Eure lächerlichen Versuche, die wenigen, verbliebenen Rechte der Betroffenen zu atomisieren, führen zu nichts…ausser zu Frust.
Diejenigen, die um ihre Rechte wissen, werden sich diese ohnehin nicht nehmen lassen!
Da könnt Ihr noch so sehr die Backen aufblasen!
Da könnt Ihr auch noch weitere Demütigungsversuche starten und (vermutlich) reichlich angepi**t sein darüber, dass diese Betroffenen nicht untertänigst und unterwürfig gehorchen.
Ihr verschwendet – nicht nur Eure – Lebenszeit und Energie, und wofür?
Nicht einmal Streicheleinheiten für’s Ego fallen für Euch ab, im Gegenteil!
Ganz im Ernst:
Ist ein derartiges Einbringen persönlicher Befindlichkeiten nicht im Höchstmaß unprofessionell?
Glaubt Ihr wirklich, da nimmt man Euch noch ernst?

Denkt mal über Eure eigene „Aussenwirkung“ nach…vielleicht hilft das.
Denn an Eure nicht vorhandene Empathie gegenüber Erwerbslosen appelliere ich schon lange nicht mehr…ich habe dazu gelernt!
Seid auch Ihr lernfähig?

 

Bubi ist ein Idiot – oder: Vom scheinbaren Versagen in Zeiten des Fördern und Forderns

Bubi ist ein Idiot…der Titel dieser Kolumne, geschrieben von Strafverteidiger Heinrich Schmitz, hat mich zunächst doch sehr irritiert.
Als ich den Artikel  http://www.theeuropean.de/heinrich-schmitz/9488-bubi-eine-wahre-geschichte-ueber-das-system dann durchgelesen hatte, stellte sich einmal mehr tiefe Nachdenklichkeit ein.
Denn auch ich kenne solche Menschen…die letzten Tage erst hatte ich einen „Idioten“ bei mir aufgenommen, da akute Obdachlosigkeit drohte.
Aber der Reihe nach…

Formen und Normen

Es ist wahrlich keine subjektive Wahrnehmung, wenn ich schreibe, dass unser vermeintlich „so wunderbar funktionierendes, soziales Netz“ sehr große Löcher hat. Mit der Einführung der unsäglichen Agenda 2010 und der dort beinhalteten „Hartz-Gesetze“ wurde letztlich auch das Ende der individuellen Hilfestellung eingeläutet.
Nein, ich werde gewiss nicht das Hohelied auf alte Zeiten anstimmen, denn auch das „alte System“ (BSHG = Bundessozialhilfegesetz) war für die Betroffenen kein Zuckerschlecken.
Doch war es immerhin möglich, individuelle Hilfe zu bekommen, wenn man um diese nachsuchte. Wenngleich auch in den Sozialämtern oft ein rauher Ton herrschte, so wurden die Betroffenen dennoch als Mensch wahrgenommen, nicht als BG-Nummer.
„Man“ kannte eben seine Pappenheimer, wusste um die unterschiedlichsten Problemlagen ( was nicht heißt, dass alle Mitarbeiter vor Mitgefühl nur so strotzten) und meist auch, wie „man“ damit umzugehen hatte. „Man“ wusste auch, dass manche Hilfebedürftigen sehr „speziell“ waren.
Anders als in den heutigen, „hartzigen Zeiten“, in denen ohne Rücksicht auf die jeweilige Persönlichkeitsentwicklung, mögliche Traumata, intellektuelle oder emotionale Einschränkungen ect. ect. von jedem Hilfebedürftigen das Gleiche abgefordert wird. Es wird normiert, was nicht normiert werden kann…one size fits all, das funktioniert eben nur in der Textilbranche, und selbst da nicht immer.

Funktionieren oder…

…am System zerbrechen, früher oder später, auf die eine oder andere Art.

Was im Umkehrschluss keinesfalls bedeutet, dass die angepasst Funktionierenden vor dem Zerbrechen geschützt wären. Denn während es die „Non-Konformisten“ früher erwischt (wohl denen, die ihren Widerstandsgeist bewahren können), kommt bei den Angepassten das Leid eher schleichend daher. Aber es kommt.
Es äußerst sich vielleicht zunächst in eher diffuser Unbehaglichkeit, in  psychosomatischen Beschwerden, in “grundloser” schlechter Laune und so manchem mehr. Dem Grunde nach könnte ich hier, etwas spekulativ (?), sogar einen Bogen spannen bis hin zu PEGIDA, aber dies hier ist kein politischer Beitrag…
Fakt ist:
Dieses “Sozialsystem” ist schon allein aus einem Grund als unmenschlich zu bezeichnen: Weil es keinen Raum bietet für Unterschiede.
Aber Menschen sind nun einmal unterschiedlich!
“Der Mensch” – auch der leistungsbeziehende Mensch, der “Hartzer” – ist  kein Teil einer homogenen Masse.
Der Mensch unterscheidet sich von anderen Menschen nicht nur durch Geschlecht, Alter, Hautfarbe usw.
Der Mensch ist noch immer ein Individuum mit eigenen Wünschen und  Problemen, mit einer Vergangenheit, die ihn prägte, mit eigenen Fähigkeiten, Träumen, Sehnsüchten und Abneigungen.
Wir sind eben Menschen, keine Humanoiden!

Menschen wie „Bubi“…
haben in diesem System keinen Platz.
„Bubi’s“ Werdegang steht hier exemplarisch, ich könnte – aus momentanem, direktem Miterleben heraus – auch die Geschichte von „Tracey“ skizzieren (Der Name ist ebenfalls nicht echt)
Tracey ist jung, sie sieht gut aus und hat das Herz auf dem rechten Fleck. Sie schaut nicht weg bei menschlichem Leid, ist meist fröhlich und sehr hilfsbereit.
Doch Tracey ist, wie auch „Bubi“, nach den Wertevorstellungen Vieler (und insbesondere nach der Einschätzung ihres Jobcenter-„Beraters“) nicht mehr als eine asoziale Kriminelle.
Dass Tracey niemals „bodenständig sozialisiert“ war, dass ihr eigener Vater versuchte, sie schon in frühester Jugend auf den Strich zu schicken, dass sie niemanden hatte, der sie auffing, dass Drogen gerade dann am verführerischsten sind, wenn das Umfeld kaum zu ertragen ist…all das weiß man im Jobcenter nicht, all das steht nicht in Traceys Akte.
Und das ist vermutlich auch gut so, denn selbst wenn man darum wüsste, so wäre sie noch immer „eine eigenverantwortliche Erwerbsfähige“, die zu funktionieren hat.Punkt. Egal wie. Sonst Sanktion.Gerne auch auf 0,00 €.
Das System ist nun mal nicht zum wirklichen Helfen da. Auch nicht dazu, um auf die individuell belastenden Hintergründe eines Menschen einzugehen.
Funktioniere oder verrecke, so einfach ist das.
Tracey wollte funktionieren, aber es gelang ihr nicht.Wirkliche Hilfe (zur Selbsthilfe) erhielt sie nie. Das sieht das Hartz-System nicht vor.
Tracey ist jetzt obdachlos…

Funktionsunfähigkeit und die (tödlichen) Folgen

Wurde anhand von „Bubis“ und „Traceys“ Geschichten gezeigt, wie schnell mensch in diesem System zum „asozialen Kriminellen“ werden kann, so ist dies doch nur ein winziger Ausschnitt dessen, was es bedeutet, den Anforderungen eines fordernden Systems nicht gewachsen zu sein.
Nein, ich schreibe jetzt nicht über die rasante Zunahme depressiver Erkrankungen, auch nicht über die zahllosen Suizide, die in (un)mittelbarem Zusammenhang mit „Hartz4“ stehen.
Ebensosowenig schreibe ich über Deutschlands ersten Hungertoten nach Kriegsende, zu ihm (André Kirsch) hier nur ein link. Es steht jedem Leser frei, sich diese belastende Schilderung lesenderweise anzutun ->
http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/0344e1992c0af5213.php

Ich schreibe nicht darüber, weil all dies unter uns „alten Aktivisten“ leider sattsam bekannt ist.
Ich schreibe auch deshalb nicht darüber, weil diejenigen, die “ so etwas“ nicht glauben wollen, es auch dann nicht tun würden, erschienen auch noch hunderte weiterer Artikel darüber.
Worüber ich aber schreiben möchte ist, dass ich es mittlerweile auch als unfassbar töricht empfinde, wie mit menschlichen Potentialen umgegangen wird.

Sich in die Gegenseite hineindenken…

…ist oft hilfreich. Versucht mensch nun, das „System“ zu verstehen, ist relativ schnell klar, welche „Sorte Mensch“ – auch oder insbesondere unter Zuhilfenahme der „Hartz-Gesetze“ – gezüchtet werden soll.
Ora et labora (Bete und arbeite) war früher, heute lautet die Devise consumo et labora (konsumiere und arbeite).
Erwünscht ist der unreflektierte Mensch, der auch unter den unsäglichsten Bedingungen schuftet, immer vom irrigen Wunsch beseelt, sich das kaufen zu können, von dem die Werbung ihm vorgaukelt, dass es unerlässlich für ihn sei. Ein „nützlicher Idiot“, sozusagen.
Was ich dabei nicht begreifen kann:
Gerade die „Bubis“ und „Traceys“ sind doch wie geschaffen dafür,  solch „nützliche Idioten“ zu werden.
Gäbe man ihnen die Chance, das zu tun, was sie können, mögen und wollen, sie würden sich doch in’s Zeug legen! Glückliche, zufriedene Konsumsklaven, die das, was sie tun, gerne tun. Auch, aber nicht nur wegen des Geldes…

Warum um alles in der Welt investiert man also nicht ordentlich in diese Menschen, es rechnet sich doch langfristig? Warum nimmt man ihre Vorstellungen (welche selten völlig unrealistisch sind) nicht ernst?
Wie töricht ist es also, Potentiale brachliegen zu lassen oder diese Menschen so lange zu schurigeln, bis sie sich völlig aufgeben? Es wäre ein so Leichtes, sie zu konditionieren, man müsste doch nur ein wenig auf ihre Wünsche eingehen…

Dass ich im vorherigen Absatz versucht habe, den zynischen „Advocatus Diaboli“ zu geben, ist dem geneigten Leser hoffentlich klar 😉
Meine persönliche Denke ist selbstredend völlig anders.
Mit meinen, schlichten Gedanken – z.B. denen, dass jeder Mensch ein Dasein in Würde führen dürfen soll, unabhängig von seinen Verdiensten, einfach, weil er ein Mensch ist – stehe ich zwar auch nicht allein da, aber:
So etwas ist im Zeitalter der Effizienz doch eher verschrieen als

Sozialromantisches Gutmenschentum

Meinetwegen. Ist mir persönlich völlig egal, als was „man“ meine Denke bezeichnet. Denn es geht nicht um mich, nicht um meine Befindlichkeiten.
Es geht um alle Traceys und Bubis, um alle Ayshes und Zorans, es geht um die betroffenen Menschen.

Völlig unerwähnt von mir blieben zudem diejenigen, die weder „behindert“, noch „kriminell“ sind. Hier sind die Individualisten gemeint, die mit ihren Lebens-und Wertevorstellungen ebenfalls nicht in das „System“ passen. Künstlertypen, unkonventionell Daherkommende, Menschen, die eher unangepasst, nicht obrigkeitshörig sind usw.
Statt hier zu unterstützen, werden auch diese Menschen mit Forderungen überzogen und vermeintlichen „Notwendigkeiten“ konfrontiert, die mit allem zu tun haben, nur nicht mit der Lebenswirklichkeit dieser Personen. Und dann ist man seitens der Jobcentermitarbeiter noch verwundert, weshalb ihnen Mißtrauen, Verachtung und „mangelnde Kooperationsbereitschaft“ entgegenschlägt?
Das ist nun wirklich naiv!

Um zum Abschluss zu kommen:
Menschen WIRKLICH zu fördern, die eine Förderung wünschen und brauchen, muss überhaupt nichts mit humaner Einstellung zu tun haben.
Man kann dies auch unter dem Gesichtspunkt kalter Effizienz angehen, sachlogisch, rechnerisch:
Investiert man in die von den Betroffenen erwünschte Förderung, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass diejenigen dann in ihrem Wunschberuf auch verbleiben. Denn das, was sie tun, ist das, was sie mögen.
Nachhaltigkeit lässt grüßen.
Verfrachte ich einen solchen Menschen hingegen in Zeitarbeit  oder ähnlich prekäres Gedöns, liegt es auf der Hand, dass die „innerliche Kündigung“ schon vor dem ersten Arbeitstag ausgesprochen wird.
Dann grüßt der Drehtür-Effekt.
Ob man es also aus mitfühlend-humaner Sicht betrachtet oder nur rechnerisch kalkuliert, nicht individuell zu fördern ist und bleibt in jedem Fall eine Narretei!
Und solange solche Narretei vorherrscht, werden Menschen wie ich nicht ruhen. Denn vielleicht haben auch die Bubis und Traceys so doch noch eine Chance…

 

 

 

 

 

Das Charakter ABC – Heute K wie…

…die/der Korrekte

Ein kleiner Exkurs zuvor:

„Es gibt kein richtiges Leben im Falschen.“ (Adorno)

Meine Interpretation dieses Spruches ist: Wer im Kleinen, also in der Wahl seiner Mittel, immer anständig bleibt, für den der übergeordnete Zusammenhang – Sinn und Ziel – aber unbedeutend sind, handelt letztlich auch verantwortungslos.
So könnte man denn auch sagen, dass kein noch so „anständiges Verhalten“ eines Jobcenter-Mitarbeiters letztlich richtig sein kann, da seine Tätigkeit per se dazu beiträgt, ein falsches, weil zutiefst inhumanes System am Leben zu erhalten.
Über diesen Standpunkt zu diskutieren, ist jedoch hier nicht der richtige Beitrag, denke ich. Letztlich ist auch dieser Teil der „Mini-Serie Charakterbeschreibung“ nur eine (subjektive) Wiedergabe von persönlichen Erfahrungen…

Vorrang für die Sachlichen

Die/der Korrekte zeichnet sich bereits bei der ersten Begegnung durch  Sachlichkeit aus. Persönliche Befindlichkeiten (so sie vorhanden sind) kommen nicht zum Tragen, die Sachebene wird nicht verlassen.
Damit unterscheidet sich die/der Korrekte in wesentlichen Teilen schon einmal angenehm von den Kollegen, welche diese Professionalität  nicht beherrschen.

Sachlich korrektes Vorgehen bedeutet nun keinesfalls, dass das „amtliche Gegenüber“ ein Ausbund an Empathie sein muss. Das Gegenteil kann durchaus der Fall sein…aber letztlich suchen die Betroffenen ja auch keine Freunde in „ihrem“ Jobcenter.
Was sie hingegen völlig zu Recht erwarten dürfen, ist ein stringentes Vorgehen nach der Rechts/Gesetzeslage (die ist ohnehin schon schlimm genug). Und da sind sie bei der/dem Korrekten vergleichsweise „gut aufgehoben“

Wie im Finanzamt

So oder so ähnlich geht die/der Korrekte vor. Um die jeweilige Rechtslage  wissen diese Mitarbeiter meist Bescheid. Ist dies nicht der Fall, dann machen sie sich schlau. Dies liegt aus meiner Sicht auch darin begründet, dass es ihrem Charakter entspricht, sich „nichts nachsagen lassen zu wollen“. Ein Stück weit also lässt sich die/der Korrekte mit manch Finanzbeamten vergleichen.
Begegnungen mit solchen Menschen sind „naturgemäß“ nicht unbelastend (je nach Sachstand), jedoch nutzt der Korrekte seinen Status nicht aus, um sein Gegenüber zu erniedrigen, demütigen oder zu quälen.
Dazu fehlt ihm schlicht das Interesse, denn so, wie der Leistungsberechtigte im Jobcenter keine Freunde sucht, so hegt auch der Mitarbeiter keinen Wunsch, dem Gegenüber „menschlich näher zu kommen“. Doch mit etwas Glück addiert sich zur Korrektheit des Mitarbeiters auch noch ein wenig Mitgefühl…
Grundsätzlich gilt aber:
Die/der Korrekte will die übertragene Arbeit ordentlich erledigen, fertig.

Stichwort Finanzen

Die/der Korrekte arbeitet meist in der Leistungsabteilung, Zahlen und „Fakten“ liegen ihr/ihm doch ein wenig mehr als die ständige Konfrontation mit Arbeitssuchenden, deren individuellen Bedürfnissen  wenig Rechnung getragen werden kann (und soll).
Der korrekte Mitarbeiter braucht eine gewisse Klarheit und Verlässlichkeit, Zahlen und Gesetzestexte vermitteln diese Sicherheit.
Wie bereits geschrieben, auch ohne Verbeamtung könnte man – ohne Wertung in die eine oder andere Richtung- daher durchaus von einem „Beamten-Charakter“ sprechen.

Tipps zum Umgang mit den Korrekten

Viel gibt es nicht zu anzuraten. Die Begegnung mit dem korrekten Mitarbeiter sollte aber unbedingt frei von eigenen Emotionen sein, auch wenn es schwer fällt. Damit kann die/der Korrekte eher nicht ganz so gut umgehen, da sie/er eher ein Faktenmensch ist.
Daher ist es ratsam, sich (zumindest den eigenen „Fall“ betreffend)Faktenwissen anzueignen. Einem sachlichen Faktenaustausch ist der korrekte Mitarbeiter gegenüber nämlich durchaus aufgeschlossen, Fehlentscheidungen werden auch entsprechend korrigiert, sollten sie stattgefunden haben.
Auf die wenigen, vorhandenden Ermessensspielräume sollte man diese Mitarbeiter gelegentlich aber doch hinweisen… 😉 es lohnt sich meist, da sie diese a) manchmal nicht kennen und b) ohne Bewertung ihres Gegenübers ihre (dann häufig positive) Entscheidung fällen.
Das ganze findet dann in sachlich-friedlicher Atmosphäre und frei von Eitelkeiten statt…das ist alles Andere als unangenehm.

Kurzum, bezüglich dieser Mitarbeiter braucht es keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen. Nur leider sind auch sie eher „dünn gesäht“…
…und wenn ein MainArbeits-kundiger Leser jetzt vermutet, in diesem Artikel eine (irgendwie geartete) Anspielung auf ganz bestimmte Sachbearbeiter gefunden zu haben hat, dann hat er sich vermutlich nicht getäuscht 😉

„Hartz4“ – Das große Vermittlungshemmnis

Ob es mit Bescheidenheit zu tun hat, wenn eine „Hartz4-Altaktivistin“ wie ich  sich dankbar zeigt für jede öffentliche, kritische Stellungnahme eines Arbeitsvermittlers?
Oder doch eher mit partieller Resignation?
Vielleicht spielt ein Fünkchen Hoffnung die entscheidende Rolle für diese Dankbarkeit? Ich weiß es nicht…

Statt Arbeitslosen zu neuen Jobs zu verhelfen, unterstellen die Jobcenter ihnen Vermittlungshemmnisse. Auch die Politik stigmatisiert Hartz-IV-Empfänger…

Dies sind die einleitenden Worte zu dem Leserartikel von Lars Naundorf, der als privater Arbeitsvermittler tätig war und nunmehr beratend für die AVs, pAp’s und co in den Jobcentern tätig ist.
Im Wesentlichen bringt er eines der Hauptmerkmale der permanenten Stigmatisierung – die „Unfähigsprechung“ der Leistungsberechtigten – auf den Punkt.
Dafür Chapeau!

Papier ist geduldig, das www auch…

…dennoch komme ich nicht umhin, dem, was Naundorf auf seiner Homepage beschreibt, Glauben schenken zu wollen. Sollte es also i.d.T. so sein, dass die nachfolgenden Sätze der Wahrheit entsprechen, dann ist seine Arbeit gute Arbeit, siehe ->

Und jeder vermittelte Arbeitsplatz ist ein richtiger Arbeitsplatz, wir vermitteln keine Minijobs, Zeitarbeit oder sonstige Maßnahme-Alibiarbeitsplätze….

http://www.vermittlungstrainer.de/lars-naundorf

Gebranntes Kind scheut das Feuer…

…oder beäugt es zumindest sehr, sehr kritisch. Aussagen wie ->
Es ist falsch, Hartz-IV-Empfänger gleichzusetzen mit arbeitsmarktfernen langzeitarbeitslosen Menschen. <- hörte ich auch hier vor Ort, geschmückt mit netten Umschreibungen wie „dort abholen, wo der Betreffende steht“ oder „Möglichkeiten zu schaffen, sein Baby (gemeint war da der Traumberuf) zu verwirklichen“.
Hohle Phrasen ohne jedweden Nährwert, wie sich später herausstellte.
Von daher bin ich mittlerweile sehr kritisch, wenn ich (vermeintlich) Kritisches lese oder höre…

Unfähigsprechung, Infantilisierung und zunehmende Pathologisierung

Wenngleich Herr Naundorf (ob aus Unkenntniss oder „Zurückhaltung“) wesentliche Punkte zum Thema Langzeiterwerbslosigkeit/Ursachen auslässt, so geht er in seinem Artikel doch auf einen sehr wichtigen Fakt ein, den der Fokussierung von Vermittlern auf „Vermittlungshemmnisse“.
Somit zieht er dann auch das (derzeit noch) folgerichtige Fazit, Zitat:
„Letztlich mangelt es nicht an potenziellen Fachkräften, sondern an einer fachgerechten Vermittlung der verfügbaren Potenziale. Wir brauchen deshalb dringend eine Reform der staatlichen Arbeitsvermittlung.“

Es wäre nicht fair, würde man Naundorf nun vorwerfen, er verkenne die (politisch gewollten) Gründe, die hinter solch Vorhalten wie „Vermittlungshemmnis“ stehen.
Oder dass die Infantilisierung durchaus erwünscht ist, Motto:
Wir halten Euch „dumm“ UND arm, denn nur so können wir willige und vor allem billige Jobber züchten, zugunsten der herrschenden Klasse.
Ähnliches gilt auch für die zunehmende Pathologisierung (= für [psychisch] krank erklären)…
Und auch ein noch so effektiv arbeitender Arbeitsvermittler kann nichts aus dem Hut zaubern, was nun einmal nicht vorhanden ist:
Arbeitsplätze für alle Arbeitswilligen.
Das derzeitige Verhältnis ist (unter Zugrundelegung von Unterbeschäftigung) 8:1, d.h., 8 potentielle Arbeitnehmer stehen 1 (einer) offenen Stelle gegenüber!
Welche Arbeitsplätze das sind, ob sie den Arbeitenden auch ernähren, steht nochmals auf einem anderen Blatt.

Auch könnte man aufführen, dass eine „Vollbeschäftigung“ nie erreicht werden kann (und soll), ausser in Kriegsvor-und nachbereitenden Zeiten…o.k., mit etwas Sarkasmus und Pessimismus ließe sich feststellen, dass dann die Chancen dafür gar nicht so schlecht stehen (siehe das Unterstrichene)

Aber das ist die politische Seite der Medaille, zudem natürlich meine ganz persönliche Sicht, basierend auf Fakten zwar, aber noch immer persönlich 😉
In der Stellungnahme des Herrn Naudorf geht es aber ausschließlich um das „Wie“ in der Arbeitsvermittlung.

Arbeitsplätze statt Jobs

Bleiben wir also beim Positiven. Naundorf spricht von Arbeitsplätzen, nicht von Jobs. Wie wohltuend!
Naundorf vermittelte offenbar in echte Raritäten. Sehr löblich.
Nunmehr möchte er mittels Schulungen den jobcenteransässigen Arbeitsvermittlern „auf die Sprünge helfen“.
Auch das ist – insbesondere, da er die Macht der Worte wohl verstanden hat – ein guter Ansatz.
Wie realistisch dieses Unterfangen ist (siehe meine Einschätzung/Argumentation oben) sei dahingestellt. Sollten dank seiner Methode auch nur 10 Arbeitsvermittler bundesweit jeweils 10 Lohnerwerbslose in „echte Arbeit“ bringen (wollen) bedeutete dies 100 x weniger Entwürdigung, Angst und Scham…lohnenswert, so lange der Fetisch Lohnarbeit besteht und aus meiner Sicht ein winziger Lichtblick.

Der ganze Artikel hier -> http://www.zeit.de/community/2014-12/jobcenter-arbeitsvermittlung-arbeitslose-stigmatisierung

Die Antwort ließ übrigens nicht lange auf sich warten

Durch und durch der Propaganda aufgesessen, vor Euphemismus triefend, die unterschwellige Miß/Verachtung bzgl. der Erwerbslosen in den eigenen Worte nicht begreifend, nahm zu diesem Artikel eine Jobcentermitarbeiterin Stellung.
Anonym, versteht sich!
Gruselig zu erkennen, wie perfekt selbst bei offenbar „gutwilligen“ Mitarbeitern die Manipulation mittlerweile funktioniert. Das Schlimme an diesen Hirngewaschenen ist aus meiner Sicht, dass sie ihre Aussagen – von „uns“ häufig als dreistes Belügen wahrgenommen – als Wahrheit empfinden.

Zitate…Erst wenn es eine längere Zeit nicht mit einer Vermittlung in den Zielberuf geklappt hat, werden Alternativen entwickelt…

…Das Alter darf übrigens nicht ohne Weiteres als Hemmnis aufgeführt werden, da man es nicht ändern kann…

…Wenn es keine Hemmnisse gäbe, dann wären die Menschen nicht im Jobcenter. Sicher gibt es Ausnahmen, aber das sind eben nur Ausnahmen, zumindest in Berlin…

…Die Aufgabe der Jobcenter ist es, diese Menschen aus ihrem Loch herauszuholen und an den Arbeitsmarkt heranzuführen. Dafür sind Maßnahmen wichtig. Entweder sollen sie aktivieren und bei den Bewerbungen unterstützen (mittlerweile zu einem Großteil im Einzelcoaching, wo sich keiner in einer Gruppe verstecken kann) oder sie sollen dazu dienen, eine Tagesstruktur herzustellen und das Arbeits- und Sozialverhalten zu trainieren

http://www.zeit.de/community/2014-12/jobcenter-beratung-arbeitslose-vermittlungshemmnis?commentstart=129#comments

Auf dass der von mir oft zitierte Max Liebermann nicht erneut herhalten muss, frage ich an dieser Stelle (fast ernsthaft):


Wird in den Kaffeeküchen der Jobcenter eigentlich täglich die nötige Portion Soma verabreicht oder nur wöchentlich?


Schöne, neue Welt lässt grüßen…Soma (Auszug Wiki) -> Allen Kasten gemeinsam ist die Konditionierung auf eine permanente Befriedigung durch Konsum, Sex und die Droge Soma, die den Mitgliedern dieser Gesellschaft das Bedürfnis zum kritischen Denken und Hinterfragen ihrer Weltordnung nimmt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Sch%C3%B6ne_neue_Welt

 

 

 

 

 

 

Das Charakter-ABC / Heute: B wie…

… Der Blender

Timeo Danaos et dona ferentes – Ich fürchte die Danaer, auch wenn sie Geschenke bringen (aus einer Geschichte mit einem Holzpferd 😉 ).

Von Furcht ist – insbesondere in „Sachen Jobcenter“ – abzuraten. Furcht ist immer ein schlechter Ratgeber . Erhöhte Aufmerksamkeit und Wachsamkeit sind jedoch immer angezeigt.
Ganz besonders gut hinsehen und hinhören ist bei der Gattung der Blender geboten. Das Problem ist nur – und hier passt das obige Zitat wie die Faust auf’s Auge – auch heutzutage sind trojanische Pferde nicht eben leicht zu erkennen.

Die Verpackung hui, der Inhalt…

Es ist gewiss nicht leicht, einen Blender zu durchschauen. Richtig schwierig wird es, wenn der Blender sein Blendwerk nicht nur versteht, sondern dazu noch mit professionellen Methoden daherkommt.
Ja, es gibt tatsächlich so etwas wie „Profi-Manipulation“ , auch ausserhalb der dafür bekannten Bereiche wie beispielsweise dem Verkauf überflüssiger Versicherungen, überteuerter Ware oder windigen Geldanlagen. Die bekannteste Methode ist NLP (Neurolinguistische Programmierung).

Mittels dieser Methode lässt sich auch so manch nicht wirklich naive Mensch durchaus leicht hinter die Fichte führen…und erkennt den Inhalt des trojanischen Pferdes erst, wenn es zu spät ist.
Nun ist NLP dem Grunde nach lediglich ein Werkzeug. Es kommt daher immer darauf an, WER es zu WELCHEM Zweck verwendet. Das ist bei allen Werkzeugen gleich. NLP ist in Teilen der Psychotherapie entliehen. Es stellt sich für mich daher die grundsätzliche Frage, ob ein solches Werkzeug in Laienhände gehört. Und vor Allem:
Was hat dieses Werkzeug im Jobcenter zu suchen?

Der Blender nutzt dieses Werkzeug (wie auch der profitgeile Vertreter oder der windige Bankster) jedoch niemals, um anderen Menschen nützlich zu sein, Dingen einen „positiven Schubs“ zu geben, denn der Blender hat stets nur sein eigenes Wohl im Visier, auch wenn es anfänglich anders erscheint. Trojanisches Pferd eben…

Wer sich mit fundierter Kritik zu NLP auseinandersetzen möchte, hier die Seite des Dr. Bördlein http://www.boerdlein.gmxhome.de/nlpmemo.html

Egopolitur und so

Den Blender (in den allermeisten Fällen männlicher Natur) trifft man im Jobcenter kaum im Backoffice an.
Er braucht Publikum, je applaudierender, desto besser. Er wird dementsprechend bevorzugt den Kundenkontakt suchen, sei es im Arbeitgeber-Service, sei es als Arbeitsvermittler.
Anzutreffen ist er auch häufig als Dozent/Leiter dubioser Maßnahmen, die qua Gießkannenprinzip über die Erwerbslosen ausgeschüttet werden. Auch dort kann er sich so richtig ausleben, Gehirnwäsche-Programme abspulen, die Betroffenen manipulieren.
Die „alten Hasen“ unter den Aktivisten und sehr viele Betroffene wissen aus teils leidvoller Erfahrung, wovon ich hier schreibe…
Doch das ist eine andere Baustelle, daher zurück zum Jobcenter.

Präsenz und Wortschwall

Die erste Begegnung mit einem Blender kann positiv wirken.
Er gibt – immer! vorausgesetzt, dass es ihm lohnenswert für sich/sein Ego erscheint – sich richtig Mühe. Er legt sich tüchtig in’s Zeug, um „seinen Kunden“ Wege zu öffnen.
Und doch tut er dies nur für sich selbst, indem er sich und anderen zeigt, was für ein toller Hecht er doch ist.
Oftmals zeigt er nahezu kumpelhaftes Verhalten, betont, dass seine Vorgehensweise so ganz anders sei als die der Kollegen. Er wirbt damit um Vertrauen, oft mit Erfolg. Breitbeinig, männlich, dynamisch präsent stellt er sich dar, lacht gerne und viel, wirkt oftmals charismatisch und leider auch überzeugend.
Der Blender redet viel und laut, am allerliebsten über sich. Er kennt Alles, weiß Alles und vermittelt immer wieder sehr geschickt mit Worten und Gesten, dass er sein Gegenüber versteht. Im NLP-Jargon nennt man dies übrigens „spiegeln“ oder „Rapport herstellen“, d.h., sich in Körperhaltung, Stimmlage und Wortwahl an den anderen angleichen
Seine beruflichen Erfolge (gute bis beste Quoten) sind nicht von der Hand zu weisen. All das schafft zunächst häufig Vertrauen, aber…

Warte, warte nur ein Weilchen

Da der Blender egozentriert ist, ist er nur insoweit an seinen „Kunden“ interessiert, wie deren „Erfolge“ seinem Erfolg dienen. Denn dem Blender ist es egal, was er „verkauft“, Arbeitsplätze (eher:Jobs) , Humankapital oder Versicherungsverträge, Hauptsache, seine Quote stimmt.
Oder die Anerkennung. Am besten beides.
Wie unecht das vermeintlich menschenfreundliche Verhalten ist, merkt der Betroffene spätestens dann, wenn Probleme auftauchen.
Ruckzuck zeigt der Blender dann die andere Seite seines Januskopfes. Das Erwachen kann dann für den zuvor vertrauensvollen Betroffenen brutal werden.
An arbeitsintensiven Problemlösungen ist der Blender nämlich nicht annähernd so interessiert wie am schnellen Erfolg, der (öffentlich) geäußerten Wertschätzung, der Politur seines Egos.
Der jetzt um Unterstützung und Hilfe Nachsuchende lernt rasch, wie sich ein heiße Kartoffel fühlen mag…
Oft erfahren Betroffene dann auf unangenehmste Art und Weise, dass sich die wirklichen Ansichten des Blenders auch kaum unterscheiden von denen der Kollegen, die ihren Sozialrassismus offen ausleben.

Game over

Weiß der Blender, dass er durchschaut ist, lernt man schnell sein eigentliches Wesen kennen. Jetzt macht es für den Blender keinen Sinn mehr, sich zu verstellen.
Der zuvor vermeintlich „auf Augenhöhe“ wahrgenommene Mensch ist dem Blender völlig gleichgültig. Er war es ja auch schon immer, nur begriffen hat er es leider vorher nicht.Insbesondere, weil er glaubte, ernstgenommen und real gefördert zu werden. Doch ernstgenommen hat der Blender stets nur sich selbst.
Als Mittel zum Zweck hat der Kunde ausgedient…aber es warten ja genügend Neu-Kunden, die sich vermutlich auch beeindrucken lassen.
Und doch mag es der Blender irgendwie nicht, durchschaut zu werden. Obschon er sich oft selbst verrät (sei es durch einen dummen Zufall, sei es, weil es halt doch schwierig ist, sich dauerhaft zu verstellen) ist nach Lesart des Blenders IMMER die andere Seite schuld.
Selbstzweifel, so sie denn doch vielleicht einmal kurz aufkommen, werden zur Seite gewischt, Schuldzuweisungen im üblichen Jobcenter-Duktus gemacht. Diese Sprüche kennen wahrscheinlich alle Betroffenen zur Genüge…
Auch werden dann die üblichen Jobcenter-Karten gezückt, von (versuchten) Rechtswidrigkeiten bis hin zu kleineren oder größeren Schikanen, ab jetzt unterscheidet sich der Blender in nichts mehr von dem Großteil seiner Kollegen.
Mit ganz viel Pech hört der enttäuschte Betroffene dann mit eigenen Ohren noch (hinter vermeintlich verschlossener Tür oder auf anderem Wege) die entwürdigenden, menschenverachtenden und abwertenden Lästereien über sich. Worte, die ich hier im O-Ton aus Respekt vor den Leistungsberechtigten niemals wiedergeben würde…

Abwehr/Hilfestrategien, wenn der pAP ein Blender ist

Schwierig bis sehr schwierig, um es kurz zu beschreiben.
Schwierig in erster Linie deswegen, weil es nicht ganz einfach ist, einen Blender als solchen auf Anhieb zu erkennen.Einige typische Merkmale habe ich beschrieben, letztlich aber schützt nur erhöhte Wachsamkeit.
Hat mensch den Durchblick (herzlichen Glückwunsch 🙂 ) dann kommt es auf den eigenen Grad der Coolness und auf die eigene Manipulationsfähigkeit an.
Da der Blender ein eitler Mensch ist, möchte er beeindrucken.
Diese Eitelkeit kann man sich zunutze machen, ein Quäntchen Abgebrühtheit vorausgesetzt.

Hoch soll er leben

Der Blender ist anfällig für Vergleiche, in welchen er positiv abschneidet. Die gewünschte Weiterbildung, die Förderung des Führerscheines oder Ähnliches lässt sich daher eventuell erreichen, wenn der Betroffene betont, wie engagiert er seinen neuen pAP doch findet, wie wenig sich man bislang für seine Belange eingesetzt habe und dass man jetzt ein völlig anderes Bild von Jobcentermitarbeitern habe.

Aber Vorsicht, nicht auf der Schleimspur ausrutschen 😉 !
Blender sind manipulative Meister und kennen „ihre Schweine am Grunzen“. Das bedeutet, es ist schwer, einen (durchwegs intelligenten) Manipulateur zu manipulieren.
Klar muss auch sein, dass man immer und zu jeder Zeit damit rechnen muss, keinen Rückhalt mehr zu haben, fallengelassen zu werden und letztlich doch in der Prekärarbeit zu landen.Also:

Versuchen, Nutzen zu erzielen – Ja
Vertrauen haben – Niemals
Auf der Hut sein – Immer

Aus meiner Sicht ist der Blender einer der gefährlichsten Charaktere und sich ihm stellen zu müssen, setzt Durchblick und Nervenstärke voraus.
Ist mensch zudem abgebrüht und geschickt, kann er aus den Charakterschwächen (Geistesgifte/Verblendungen) des Blenders durchaus Vorteile für sich generieren.
Aber: Will mensch das?
Wäre ich betroffen, ich käme mir reichlich seltsam vor bei derart Heuchelei, selbst wenn sie mir zum Vorteil gereichen würde.Kaum etwas irritiert mich mehr als Verlogenheit und ich lehne daher alles Manipulative i.V.m.Unehrlichkeit strikt ab.
Aber ich bin ja dankenswerterweise kein Maßstab und wünsche mir daher, dass die Betroffenen keinerlei Bedenken haben, selbst tief in die Manipulationskiste zu greifen…wat mutt, dat mutt 😉

„Kurz“ in eigener Sache – Meine Scharfzüngigkeit, werte MainArbeiter…

…. ist NIEMALS !! ausschließlich Selbstzweck!

Vorweg: Das nachfolgende Ihr/Euch ect. ist keine Despektierlichkeit, ich habe nur schlicht keine Lust dazu, mich auf formelle „Anrede“ zu konzentrieren, mir ist lediglich die Übermittlung „der Botschaft“ wichtig, sonst nichts!

Boshaft, zynisch, aggressiv und scharfzüngig ?

Ja, so werden die von mir auf’s Korn genommenen Mitarbeiter der MainArbeit (und anderer Jobcenter) meine Schreibe gewiss  sehen.
Und ja, ich würde lügen, wenn ich bestritte, dass einige Formulierungen AUCH (!!) dazu dienen, meinem Zorn und meiner Empörung Raum zu geben, bevor ich daran „ersticke“.
Die Betonung liegt auf „AUCH“…

Ihr fühlt Euch bloßgestellt, diffarmiert und angegriffen?

Mag sein, und gewiss ist das kein gutes Gefühl. Ich bedaure es auch, für unschöne Emotionen zu sorgen, denn JEDER hat das Recht, glücklich und unbelastet zu sein!
Aber manche von Euch können offenbar – wenn überhaupt – nur dann nachfühlen, wie es ist, wie ein Stück Dreck behandelt zu werden, wenn sie es (in abgeschwächter Form) am eigenen „Leib spüren“.

Ich halte Euch nur den Spiegel vor

Genau SO – gekränkt, verletzt, in ihrer Würde angegriffen – fühlen sich Eure „Kunden“.
Ihr seid nichts Anderes als sie, Ihr seid Menschen wie sie, mit allen Stärken und Schwächen, die Menschen haben können!
Also benehmt Euch !
Zeigt menschlichen Anstand!
Zeigt Respekt vor Eurem Gegenüber!

Was Du nicht willst, dass man Dir tu…

…das füg‘ auch keinem Andern zu!
Es liegt an Euch, wenn Ihr Euch hier im Blog und andernorts – anonymisiert, und doch für Euch selbst und enge Kollegen  zu identifizieren – unschön dargestellt,wiederfindet!
Beachtet doch einfach die wichtigsten Regeln des Umgangs miteinander, und es gibt auch für mich keinen Grund mehr, Euch anzuprangern!
Zum Nachlesen hier noch einmal die

10 Gebote für Jobcentermitarbeiter

https://erbendertara.wordpress.com/2012/09/30/10-gebote-fur-die-sicherheit-von-jobcentermitarbeitern/

Ich verallgemeinere nie!

Es gibt genügend Mitarbeiter, die ihren Job – soweit es der Rahmen zulässt und manchmal auch darüber hinaus – ordentlich verrichten.
Ich bin der festen Überzeugung, dass die emotionalen Amöben, die Menschen mit „sadistischen“ und/oder soziopathischen Zügen, auch im Jobcenter die Minderheit bilden.

Es ist viel häufiger „nur“ Abgestumpftheit, Trägheit, Obrigkeitshörigkeit, Desinteresse, Unachtsamkeit und Gleichgültigkeit, die Euch handeln lassen, wie Ihr handelt.
Aber macht dies das Ergebnis weniger schlimm?
Nein, denn für Euer Gegenüber macht es KEINERLEI Unterschied!
An dieser Stelle sei kurz an Hannah Arendt’s „Banalität des Bösen“ erinnert
Zitat: …Er war psychisch normal, kein Dämon oder Ungeheuer. Er erfüllte nur seine Pflicht, er hat nicht nur Befehlen gehorcht, sondern dem Gesetz gehorcht…

Ich möchte mich so gerne öfter positiv äußern…

…gebt mir doch einfach die Möglichkeit dazu!
Ich lobe gerne, bin ein Fan der Skinnerschen Theorie zum Thema POSITIVE Bestärkung!

„Naturgemäß“ komme ich aber nur bei den Menschen „in’s Spiel“, welche Probleme mit „Euch“ haben.
Nehmt mir doch einfach die Chance, mich einmischen und darüber berichten zu „müssen“. Mich würde es freuen!
Handelt rechtskonform (und wenn Ihr keine Ahnung habt, dann macht Euch halt schlau, das ist nicht so schwer) und benehmt Euch Eurem Gegenüber respektvoll!
So schwer kann das doch nicht sein!
Und ja, ich weiß zur Genüge, dass es durchaus problematisches Klientel gibt.
Dann bleibt aber bitte zumindest professionell!
Ich gebe letztlich nur wieder, was mir im Rahmen meiner „Tätigkeit“ auffällt.
Es liegt also an Euch, was ich über Euch schreibe!

Das war’s dazu von meiner Seite…ich wünsche ALLEN Lesern 😉 ein schönes, vielleicht auch etwas „nachdenkliches“ Wochenende.

ProArbeit Dietzenbach – Eingliederungsvereinbarung für ein Kind !

Ich verspüre grad‘ einen sehr, sehr großen Zorn!
Die Bekannte meines langjährigsten Freundes bat um Rat
. Es ging „eigentlich“ zunächst nur um das leidige Thema KdU.
Im Verlauf des Gespräches kamen wir auf ihre Kinder zu sprechen und da dachte ich zunächst, ich habe mich verhört:

Eingliederungsvereinbarung für einen 14 (!!) jährigen Schüler

So richtig volles Programm, mit Bewerbungsunterlagen, EinVorladungen – sanktionsbewehrt versteht sich – bei Verstoß gegen die Pflichten der EinV wird die 100% Sanktion fällig ect.pp.

( EGV wird nochmals eingeschwärzt und erneut eingefügt)
Nun sagt der Gesetzgeber ausnahmsweise einmal glasklar, wer ein erwerbsfähiger Hilfebedürftiger denn überhaupt ist:

§ 7 Abs. I Satz 1 SGB II definiert den Begriff des „erwerbsfähigen Hilfebedürftigen“ und nennt dazu vier Kriterien. Eines davon (Nr. 1) ist das Alter (von 15 bis 65).

Hallo, Frau V. vom Team U25 …

…leiden Sie an Dyskalkulie und können 14 nicht von 15 unterscheiden, sind Sie schlicht kackdreist, resultiert ihr Vorgehen vielleicht aus einer Mischung von Menschenverachtung und schierer Bosheit oder sind Sie einfach nur so doof wie ein Meter Feldweg??
Die Wahrheit dürfte wie immer irgendwo in der Mitte angesiedelt sein, zusätzlich mit leichtem Überhang von Allmachtsphantasien.

Rechtsbruch und Druck, Druck, Druck

Ich war natürlich ziemlich geschockt, denn die EGV trug die Unterschriften von Mutter und Sohn . Auf Nachfrage, warum so ein Dreckswisch überhaupt unterschrieben wurde, erzählte die Betroffene von dem hohen Druck, welchen diese „Fachkraft“ aufgebaut hatte, von „müssen“ sei die Rede gewesen, von Sanktionen, wenn er sich weigere, der Junge sei wegen seines Zeugnisses beschimpft worden ect. ect. ect.
Ich maße mir nicht an, die Mutter zu kritisieren, sie hat nach der Trennung von ihrem Mann mit den Kindern und dem ihr unvertrauten Stress mit dieser Pseudo-Behörde genug zu kämpfen.Dennoch gestattete ich mir  Nachhaken, fragte,ob sie denn immer sofort ohne Nachdenkfrist ihre Unterschrift leisten würde, wenn man ihr es sage. Die Antwort war ein Nein, dem Grunde nach sei sie sogar sehr vorsichtig…aber dieser enorme Druck….

Schlechte Presse…

hatte die ProArbeit Dietzenbach seit der „Gnadenlos Gerechten Helena Fürst“als TV-Sozialschnüfflerin meines Wissens nach nicht mehr wirklich zu vermelden. Das kann sich sehr rasch ändern, und wenn die Mutter ihr OK gibt, wird es das auch!
Dass die Jobcenter junge Menschen gerne massiv unter Druck setzen, siehe Schüler unter Druck/Spiegel oder Jobcenter droht Schülern mit Sanktionen/Stern
ist ein mieser, alter Hut. Eines unterscheidet die Schüler in den Artikeln (und die einschlägigen Foren sind ebenfalls voll von dieser Problematik) aber gravierend von dem Jungen aus Dietzenbach:

Die drangsalierten, jungen Menschen waren wenigstens „de jure“ erwerbsfähig, sie waren/sind allesamt 15 Jahre oder älter.

Das muss öffentlich skandalisiert werden!

Zu diesem unsäglichen Vorgehen addiert sich, dass vom 11 (!!) jährigen Geschwisterkind Zeugnisse der Grundschule (!) eingefordert wurden, ganz „fürsorglich“ möchte man prüfen, ob hier vielleicht Leistungen nach dem Bildung und Teilhabe Paket in Form von Nachhilfe erforderlich sei!

Liebe Leser, macht Euch den Spaß und klickt mal auf den link zu Bildung und Teilhabe 😉 Ihr werdet feststellen, dass ein kleiner Teil dieser Mittel zunächst besser beim Verfasser dieser kommunalen Homepage des Kreises Offenbach aufgewandt werden müsste, siehe:

Bildung und Teilhabe
„Mit dabei sein!“ sollen Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene am sozialen und kulturellen Leben in der Gemeinschaft. Daher werden Ihnen neben dem moonatlichen Regebedarf auch sogenannte Leistungen für Bildung und Teilhabe gewährt. Informieren Sie sich!

Was folgt, nach dem ich fertig damit bin, mal wieder im Kreis zu kotzen?

Sobald ich diese EinV in Kopie habe, werde ich durchstarten. Leistungsbescheide voller Fehler, viel zu kurze Frist zur KdU-Kostensenkung,dazu dieses grob rechtswidrige Vorgehen gegen Kinder…das gibt nicht nur Kündigung der EinV, Dienst-und Fachaufsichtsbeschwerde, Widerspruch und Überprüfungsanträge, da werde ich härtere Geschütze auffahren (müssen)

Ich entschuldige mich für die harte Wortwahl. Auch Menschen mit Rechenschwäche mögen sich bitte nicht angegangen fühlen. Aber ein deftiger Wortschwall ist für mich ein wichtiges Ventil 😉
Danke für Euer Verständnis.

Inge Hannemann – Petition Abschaffung der Sanktionen und Leistungseinschränkungen

 

Liebe Freunde, Leser und Mitstreiter,
ich bitte auf diesem Wege herzlich um Weiterverbreitung und Mitzeichnung dieser Petition:

https://epetitionen.bundestag.de/content/petitionen/_2013/_10/_23/Petition_46483.nc.html

Danke dafür im Voraus…die Zeit drängt, Zeichnungsschluß ist bereits am 18.12.2013

Heute nun ist die Petition von Inge Hannemann zur Abschaffung der Sanktionen und Leistungseinschränkungen bei Hartz IV und Sozialhilfe auf der Bundestagswebseite freigeschaltet worden. Sie kann ab sofort mitgezeichnet werden.

Jede Unterzeichnung zählt!
Bis zum 18.12. 2013 müssen 50.000 Mitzeichnungen erreicht werden, damit der „offene Strafvollzug Hartz IV“ endlich auch in einer Anhörung im Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags öffentlich skandalisiert werden kann.

Die Petition von Inge Hannemann kann im Internet online mitgezeichnet werden:
„Arbeitslosengeld II – Abschaffung der Sanktionen und Leistungseinschränkungen (SGB II und SGB XII)“
https://epetitionen.bundestag.de/content/petitionen/_2013/_10/_23/Petition_46483.nc.html

Auch für diejenigen, die noch kein Passwort für eine Mitzeichnung einer öffentlichen online-Petitionen an den Deutschen Bundestag haben, geht das einfach.
Hier
https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2013/_10/_23/Petition_46483.mitzeichnen.registrieren.html
trägt man sich einmalig ein. Damit sind auch zukünftig andere Petitionen unkompliziert mitzeichenbar. Auch das Petitionsforum ist nutzbar.

Die Petition von Inge Hannemann kann statt über das Internet auch schriftlich mitgezeichnet werden.
Hier das Formular auf Inge Hannemanns Blog:
http://altonabloggt.files.wordpress.com/2013/11/ersatzlose-streichung-sanktionen-leistungseinschrc3a4nkungen-sgb-ii-und-sgb-xii.pdf

Wichtig ist, dass das Formular mit allen notwendigen Angaben der UnterzeichnerInnen vollständig und gut leserlich ausgefüllt und bis zum 11.12. 2013 an die im Formular angegebene Anschrift postalisch übermittelt wird. Spätere Übermittlungen können zur Erreichung einer öffentlichen Anhörung zur Petition im Deutschen Bundestag nicht berücksichtigt werden.
Achtung: Eine Doppelunterzeichnung schmälert das Ergebnis!

Los geht es also! Gegen den „offenen Strafvollzug Hartz IV“!

„Hartz4“ und psychische Erkrankung – Teil 2

In Anlehnung an Franks bissigen Artikel zu der kürzlich publizierten „Studie“ hier ein paar weitere (teils vielleicht unausgegorene) Gedanken dazu.

Ich habe im Laufe von fast sieben Jahren „Stellvertreterkämpfe in Sachen Hartz“ viele Menschen kennenlernen dürfen.
Zu einigen davon entwickelten sich langfristige Beziehungen, es entstanden Freundschaften (und zerbrachen teilweise auch wieder, leider). Feststellen musste ich, dass – je nach Disposition – sich früher oder später bei den meisten dieser Menschen Veränderungen einstellten, die durchaus als „psychische Beeinträchtigungen“ zu klassifizieren sind.
Dies sehe ich (für mich) als Erfahrung, bedauernd, generell aber wertfrei .

Die „Schuld“frage…

…freilich stellt sich den Forschern des IAB nicht.Der Kontext von permanenter Entwürdigung, „Verfolgungsbetreuung“, allmonatlich wiederkehrender materieller Sorge, dem Gefühl von Ohnmacht und (Selbst)Wertverlust findet ebenso keine Niederschrift.
Man denkt hingegen an, Kranke mit dem Mittel gesunden zu lassen, welches (wenn vielleicht nicht ursächlich Auslöser) zumindest aber der Trigger war, Zitat:
(…) In ihrer Untersuchung plädieren die Forscher für mehr Unterstützung und Förderung der Betroffenen. So erscheine es beispielsweise mit Blick auf die Jobcenter „hilfreich, die personellen Voraussetzungen für eine möglichst adäquate Betreuung von Personen mit psychischen Beeinträchtigungen zu verbessern“(…)

Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit, gut angepasst zu sein an eine kranke Gesellschaft
Jiddu Krishnmurti

Oder anders formuliert:
Für den britischen Psychiater ( und Mitbegründer der antipsychiatrischen Bewegung!) Ronald D. Laing  standen auch  psychische Störungen im Kontext einer – familiären und gesellschaftlichen – Genese.
Salopp angepasst an das Hartzsystem also: Wer da nicht krank wird, der kann nicht ganz gesund sein…

Das menschenverachtende (A)Sozialsystem, so könnte man also schlußfolgern, macht krank. Wenngleich richtig, geht mir dieser gedankliche Ansatz dennoch nicht weit genug.
Schaut man sich offenen Auges und Herzens um, wird „man“ zügig feststellen, dass es rundum krankt. Die kranke Mißgeburt „Hartz4“ konnte nur aus einem völlig kranken, größeren System heraus geboren werden.

Was ist krank?

Das System, der Mensch, oder die Welt ? Ich denke , die Menschheit ist an einem Punkt, an welchem Alles als krank zu bezeichnen wäre.
Was nach meinem ureigensten Empfinden (ich kann ja nur meine Sicht der Dinge darstellen) wäre nach einem kurzen Rundumblick noch als gesund zu bezeichnen?
Nichts!
Somit ist auch „Hartz4“ nur ein logischer Teil  unserer vermeintlichen und völlig kranken „Zivilisation“.
Nichts auf dieser Erde existiert unabhängig, Alles bedingt einander, ergo…
Man möge mir gerne widersprechen und dies bitte auch belegen, denn einmal mehr hätte ich sehr gerne Unrecht.
Nur bitte kein Verweis auf die – gewiss real existierenden – Menschen, welche unermüdlich versuchen, dem kollabierenden Planeten Erde noch zur Genesung zur verhelfen.
Ich weiß, dass es diese Menschen gibt mit ihren unzähligen kleinen und großen Taten, ich würdige und wertschätze jeden Einzelnen (täte ich dies nicht, würde auch ich auf Dauer resignieren) Angesichts  von gut 7 Milliarden Menschen sind diejenigen bedauerlicherweise aber in der Unterzahl und damit leider marginal…

Pessimismus?

Hmmm, vielleicht schwingt etwas davon mit…wieso sollte ausgerechnet ich unberührt bleiben von all der Krankheit, die uns umgibt.
Vorsichtig formuliert:
Ja, ich glaube noch immer daran, dass es eine – wie auch immer gestaltete – „ethische Umkehr“ geben wird.
Und nein, ich glaube nicht mehr daran, dass dies zu meinen Lebzeiten noch geschehen wird.Mittlerweile gehe ich (im Gegensatz zu früher) auch davon aus, dass es – bevor ein „neues“ Verständnis einkehren wird, welches zwingende Voraussetzung ist für eine wirkliche Änderung – eines ganz großen Knalles bedarf. Und damit meine ich nicht den „Knall“, der den Erwerbslosen gemeinhin unterstellt wird…

Karmisch gesehen sind wir dann im Arsch, oder?

Die Frage (welche nicht ganz ernst gemeint ist 😉 ) vermag ich freilich ebensowenig zu beantworten wie so viele andere Fragen, die mich beschäftigen.
Ich weiß lediglich, dass wir bei aller Tristesse und gefühlter – für mich verständlich – Sinnlosigkeit unseres Rennens im Hamsterrad gegen Ungerechtigkeit und Verrohung, den Kampf nicht aufgeben sollten.
Jedes geschützte („gerettete“) Leben ist es wert…und vielleicht dürfen sogar wir ein neues Zeitalter doch irgendwann begrüßen… in Gestalt unseres Urenkels.
So rein karmisch gesehen 😉

„Als Dank bekomm‘ ich Hartz4“ – Brief eines Langzeiterwerbslosen

An dieser Stelle herzlichen Dank für die Erlaubnis zur Veröffentlichung an Herrn Schreyer.

Sehr geehrte Damen und Herren,

in einem Beitrag von „n-tv“ steht:
„Allerdings gibt es unter Arbeitslosen große Unterschiede. Der Bremer Soziologe und Psychologe Benedikt Rogge hat in einer mehrjährigen Studie verschiedene Typen von Arbeitslosen ausgemacht. Bisher werden Arbeitslose beinahe durchgehend als „Ausgegrenzte“ oder „Kranke“ klassifiziert, Rogges Studien ergeben indes, dass Menschen ihre Arbeitslosigkeit auch ganz anders erfahren können: Als eine immer wiederkehrende Umstellung, eine ersehnte Befreiung, als ungewissen Kampf, auch als Verfall, vielleicht sogar als positive Transformation.“

Seit über 16 Jahren erwerbslos, habe ich nach einem mir selbst versorgten Computerlehrgang 2002/2003 vom Sozialamt Chemnitz im Alter von 54 Jahren schriftlich bekommen:
„aus Altersgründen sowie fehlenden Angeboten erfolgt keine Vermittlung in Arbeit! Akte wird archiviert “
2006 war ich dann für einen „Ein-Euro-Job“ zu alt.
http://www.altersdiskriminierung.de/themen/artikel.php?id=1433&search=Schreyer&searchin=all
Im Jahr 2009 wurde mir eine Kommunal-Kombi angeboten, was aber dann von der neuen sächsischen Regierung abgeschafft wurde.
Der neueste Clou.
Am 31.März 2010 wurde mir eine Stelle als „Assistent der Geschäftsleitung“ im Stadtvorstand der Linken angeboten, wo aber bereits am 15.März Bewerbungsschluss war.
Seit über 14 Jahren (01.07.1999) helfe ich Jugendlichen in Deutschland und seit dem 28.03.2010 in Österreich ehrenamtlich bei der Lehrstellensuche.
Teilnahme an mehreren Ausbildungsmessen und Informationsveranstaltungen in der Region sowie 2003
und 2006 an den Wettbewerben der Wirtschaftsjunioren Deutschlands zum „Ausbildungs-Oskar“ bzw. „Ausbildungs-Ass“.

Seit Ende November 2007 ist mein Verzeichnis „Azubi-Seiten“ mit „Internet-Adressen ausbildender Firmen©“ in Deutschland in den PLZ-Bereichen von 0 – 9 als Taschenbuch, CD und E-Book erschienen. Hier haben Schüler die Möglichkeit sich zu orientieren, wer in der Region ausbildet.

Auf das Verzeichnis mit „Internet-Adressen ausbildender Firmen©“ in Deutschland habe ich seit Februar 2007 Titelschutz http://www.titelschutzanzeiger.de/_data/ta809.pdf Seite 10.

Aktuell hat mein Verzeichnis 261 Seiten in Word dreispaltig und kann im jeweiligen zweistelligen PLZ-Bereich per Mail angefordert werden.
Für Österreich sind es bereits 19 Seiten.

de006 hat sich Herr Müntefering in einem Schreiben für mein Engagement bedankt.
http://lehrstelle2001.beepworld.de/muentefering.htm

Im Jahr 2009 wurde ich als „Botschafter 2009“ von www.verbundnetz-der-waerme.de ausgezeichnet und am 08.Mai erfolgte die Übergabe des Botschafterbriefes in Chemnitz. http://petope.beepworld.de/chemnitzer.htm

Vom 21.-24.Mai 2009 war ich auf Einladung der sächsischen Staatskanzlei Teilnehmer der Bürgerdelegation des Freistaates Sachsens zu den Feierlichkeiten „60 Jahre Bundesrepublik Deutschland“ in Berlin

Seit dem 23.08.2008 ist meine neue Homepage www.lehrstellenservice.info online
die ersten Ausbildungs-Angebote für 2014,2015 und 2016 sind auch schon präsent.

Mit freundlichem Gruß

Lehrstellen-Service Schreyer

Gunter Schreyer
Straße Usti nad Labem 221
D-09119 Chemnitz

Tel. 0371-644 63 98
http://www.lehrstellenservice.info
http://www.weltbeweger.de/toro/resource/html?locale=de#group.8c
http://www.weltbeweger.de/toro/resource/html?locale=de#wiki.3e2
http://www.aufbruch-bayern.de/idea.php?id=90000113

Ausbildung:
http://www.experto.de/b2b/personal/personalentwicklung/ausbildung-auch-kleine-initiativen-sind-erfolgreich.html
http://www.ideen-initiative-zukunft.de/projekt/anzeigen/21004#

Nominierter  Teilnehmer
Deutscher Engagementpreis 2010 + 2011
Gunter Schreyer
Chemnitz

Nominierter Teilnehmer
Deutscher Bürgerpreis 2010

Teilnehmer an der Veranstaltung
„Verleihung der Helfenden Hand 2010“
05.Dezember 2010 im Paul-Löbe-Haus in Berlin

Als „Dank“ bekomm ich Arbeitslosengeld II

„Sozialer Arbeitsmarkt“ – Ein noch gigantischerer und zudem entwürdigenderer Niedriglohnsektor

Den NachDenkSeiten entnommen und hier verkürzt wiedergegeben. Ich bitte alle Interessierten, den vollständigen Artikel aufgrund seines Umfangs mit genügend Zeit und Ruhe zu lesen.

Unter der Überschrift „Sozialer Arbeitsmarkt“ hat sich eine ungewöhnliche Allianz von Sozialverbänden, über die SPD, die Grünen bis hin zur FDP zusammengefunden. Auch in der CDU gibt es Sympathien für ein neues Beschäftigungsmodell für Langzeitarbeitslose. Freiwillig, existenzsichernd bezahlt und möglichst langfristig soll nach diesem Modell Langzeitarbeitslosen am Arbeitsmarkt und zwar am ersten Arbeitsmarkt eine „sinnvolle, normale, nicht stigmatisierende Beschäftigung“ verschafft werden. Das geltende Hartz IV-Systems soll dazu an zwei Stellen verändert werden, nämlich erstens durch den Wegfall der Voraussetzungen, dass die öffentlich geförderte Beschäftigung (Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, Arbeitsgelegenheiten, Beschäftigungszuschüsse) für Langzeitarbeitslose „gemeinnützig, zusätzlich und wettbewerbsneutral“ sein müssen und zweitens durch einen sog. „Passiv-Aktiv-Transfer“ (PAT), bei dem die Mittel für den „passiven Leistungsbezug“ aktiv zur Finanzierung von sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen, sprich als Lohnsubvention an die anstellenden Arbeitgeber eingesetzt werden sollen. Eine „Win-Win-Situation“ könnte man meinen. Helga Spindler, Professorin für Sozial- und Arbeitsrecht, widerspricht dem energisch. Sie befürchtet einen noch gigantischeren und zudem entwürdigenderen Niedriglohnsektor.

(…)Er liegt zunächst im Wegfall von „Zusätzlichkeit“ und „Gemeinnützigkeit“, die als Voraussetzungen die gesamte bisherige Förderpolitik von ABM über Hilfen zur Arbeit bis zu den Ein-Euro-Jobs und der Bürgerarbeit geprägt haben und die vor allem bei einem massenhaftem Einsatz oft schwer einzuhalten sind und deshalb immer Kritik auf sich gezogen haben. Gerade der fortschreitende Personalabbau bei öffentlichen und sozialen Dienstleistungen förderte hier den Missbrauch beim Einsatz. Es gab sogar erfolgreiche Klagen von nicht zusätzlich beschäftigten Ein-Euro-Jobbern. Und die schonungslose Kritik durch nicht in die lokalen „Konsensrunden“ eingebundene Behörden wie Bundesrechnungshof oder (jetzt bei der Bürgerarbeit) Bundesverwaltungsamt gelten als bürokratische Hindernisse bei der Ausweitung solcher Beschäftigungen.

(…)Natürlich ist eine Beschäftigung in marktnahen Tätigkeitsbereichen erstrebenswert, aber sie wird, wie noch zu zeigen sein wird, nicht unter Marktbedingungen stattfinden.
Und was den Einsatz in der Privatwirtschaft angeht: Die Ersetzung regulär organisierter Arbeit wird nicht dadurch besser, dass man das, was bisher Kommunen und soziale Einrichtungen schon missbräuchlich praktiziert haben, nun auch noch der Privatwirtschaft erlauben will. Die von Sell und von der Politik geforderte „Normalisierung“ der geförderten Verhältnisse soll nur die reibungslose Ausweitung solcher Stellen befördern und das schlechte Gewissen der Akteure beruhigen.

(…)

Stigmatisierung der Zielgruppe.

Und das Modell hat einen zweiten, gravierenden Nachteil: Wenn das Einsatzgebiet nicht mehr beschränkt ist, muss die Zielgruppe beschränkt werden und das führt zu Suche nach Kriterien zur Selektion der Zielgruppe.

(…)Die Semantik, nämlich „Grad des Vermittlungsproblems“ oder „Nachteilsausgleich“, erinnert fatal ans Behindertenrecht, zumal manche auch noch von „Handicaps“ und „assistierter Beschäftigung“ oder besserer Kooperation mit Behindertenwerkstätten sprechen, und die SPD gleich die Schwerbehinderten, die eigentlich genug andere Fördermöglichkeiten haben sollten, in die Zielgruppe einbezieht.

Geplante Änderungen im SGB2 – Positiv/Negativliste

Fachreferent Harald Thomé hat dankenswerterweise eine Zusammenfassung der Vorschläge veröffentlicht.
„Unter Federführung der Arbeits- und Sozialministerkonferenz (ASMK) wurde eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe eingerichtet, die massive Änderungen und auch Verschärfungen zum SGB II plant. Dazu gibt es eine erste Veröffentlichung mit der die Änderungen unter dem Motto: „Vereinfachung des passiven Leistungsrechts – einschl. des Verfahrensrechts – im SGB II“ dargestellt werden. Wer sich die Details anschaut, wird eine Vielzahl von Verschärfungen finden“.

Verschlimmbesserungen

Momentan fehlt mir die Zeit, mich mit dieser umfangreichen PDF Punkt für Punkt auseinanderzusetzen.
Allerdings dürfte bereits jetzt relativ klar sein, dass es ausser evtl (!) einer gewissen Rechtssicherheit in einigen Punkten nicht zu Verbesserungen für die Leistungsberechtigten kommen wird.
Das SGB2 unterlag seit Einführung anno 2005 nahezu 60 Novellierungen, welche in der Rückschau betrachtet stets zu Verschlechterungen für die Betroffenen führten. Aus dieser Erfahrung heraus wage ich die Behauptung, dass die einzelnen, zugunsten der Leistungsberechtigten Betroffenen gemachten Vorschläge verschiedener Mitwirkender gewiss nicht in Gesetzesform gegossen werden.
Die vorgeschlagenen Verschärfungen hingegen dürften dankend angenommen werden…
Nur zu gerne würde ich mich irren.

Mithilfe

Wie geschrieben, mir fehlt momentan die Zeit, mich mit den Interpretationen hierzu innerhalb diverser Foren/Blogs auseinander zu setzen.
Ein paar der Negativ-Vorschläge greife ich nachstehend heraus.
Die restlichen Punkte…ja, ich wäre wirklich sehr dankbar, wenn der ein oder andere Leser sich damit beschäftigen könnte und sie hier in der Kommentarfunktion hinsichtlich der (möglichen)  Folgen für Betroffene äußern würde.
Also quasi eine „Übersetzung“ : Kommission – Deutsch für Normalbürger 😉

Besonderes Augenmerk ist zu richten auf Anlage 2 (ab Seite 8)

Punkte, welche mir als nachteilig und verschärfend in’s Auge stachen:

Punkt 11:
Nur bei Erwerbseinkommen über 400.-€ sollen Ausgaben hierzu (erhöhte Fahrt/Verpflegungskosten) künftig in Anrechnung gebracht werden dürfen.
Klartext:
Minijobber mit 400.-€ Einkommen und nachgewiesenen Kosten von 150.-€ hierzu verliert 30.-€ monatlich.

Punkt 17:
Einkommen und Vermögen von Kindern auch auf die Eltern anrechnen
Klartext:
Der Azubi in der BG dürfte künftig von von seinem Lehrlingseinkommen die Eltern mitfinanzieren.

Punkt 21:
Begrenzung des Leistungsbezugs für hilfebdürftige Selbstständige auf 24 Monate
Klartext:
Wer binnen zwei Jahren nicht für sich (und die BG-Mitglieder?? ungeklärt und fatal für Alleinerziehende) keine rentable Selbstständigkeit auf die Füße stellt, fliegt aus dem Bezug. Indirekt also Zwang zur Geschäftsaufgabe in der Aufbauphase

Punkt 25:
Verantwortungs/Einstandsgemeinschaft („eheähnliche Gemeinschaft“). Hier soll das als „Probejahr“ anerkannte erste Jahr des Zusammenlebens abgeschafft werden.
Und weitere Verschlimmerungen, bitte selbst lesen.

Punkt 32:
Mehrbedarf für Alleinerziehende nur noch für Erwerbstätige (Aufstocker), um Fehlanreize zu vermeiden.
Ist selbsterklärend

Punkt 39:
Bei einem Umzug ohne Zustimmung künftig nur noch Übernahme der bisherigen KdU, auch bei Ortswechsel.
Klartext:
Betroffene zieht (selbstfinanziert) aus Meck-Pommer Plattenbau für 180.-€ in’s Rhein-Main-Gebiet (Chance auf mögliche Arbeit, näher bei der Familie ect.).
Statt  die hier nun angemessenen KdU wie bislang zu eralten, darf die Wohnung dann nurmehr 180.-€ kosten.
Faktische Abschaffung der innerdeutschen Freizügigkeit durch die Hintertür!

Punkt 42:
Konkretisierung der Auszugsgründe für U25.
Bitte selbst lesen, dieser Vorschlag ist ein „Anschlag“ auch auf junge Erwerbstätige

Punkt 50:
Streichung der Lernföderung bei Schülern, Auswirkungen unzureichenden Lernniveaus bleibt in Verantwortung der Schule
Klartext:
Arme Kinder mit Nachhilfebedarf bleiben schlicht auf der Strecke.

Punkt 73:
Abschaffung der aufschiebenden Wirkung bei Widerspruch wg. Aufrechnungsbescheids.
Klartext:
Falsche Berechnung (Aufrechnung), dem zu Unrecht einbehaltenen Geld darf mensch dann hinter rennen

Weitere augenfällige Punkte:
62, 63, 66, 69,74, 102, 123 (!!)
94, 95, 98,99 (!!!)
Ich bitte herzlich um Stellungnahmen und Einschätzungen/Auseinander“pflücken“

„Hartz4“ Konstruktiv im Schulterschluss – eine Utopie?

Dieser Beitrag ist ein Versuch, dort fortzufahren, wo der (vorerst) letzte Kommentar zum Beitrag Aufruf, vorm Spiegel zu verweilen endete.
Burkhard Tomm-Bub, Ex-Fallmanger schrieb:

Ich fände, es wäre an der Zeit zu schauen, ob man konstruktiv und konkret zusammenarbeiten kann.“

Es folgen (lest bitte selbst nach) Vorschläge, auf die ich jetzt im Einzelnen nicht eingehen werde. Der grundsätzliche Tenor liegt auf der sog. Vernetzung innerhalb und übergreifend von „sozialen Netzwerken“.
Nun, ich selbst habe (nicht nur, weil ich ein funktionaler PC-Analphabet bin 😉 ) beispielsweise keine allzu großen Sympathien für FB,Twitter und co.
Dennoch halte ich den Vorschlag für diskussionswürdig.

Wesentlich interessanter für mich wird es hier:

Die “Gretchenfrage” ist aber eigentlich IMHO immer:
Wie kann es konkret nutzen?
Nutzen über reines lesen, schreiben, klagen, usw. hinaus?Der reale, anwendungsbezogene Nutzen, – was kann man in der Praxis damit machen?

Immer nur „klein-klein“?

Die Frage, wie man als einzelner Mensch dazu beitragen kann, aktiv auf einen „Sturz des Hartz-Systems“ hinzuarbeiten, ist obsolet.
Es geht nur im Miteinander. Und das Miteinander sieht in der Praxis (noch) trübe aus. Ich erspare Euch und mir jetzt Auslassungen über das von mir vermutete „Warum“…das lässt sich in vielen Beiträgen hier nachlesen.

Wie also lässt sich – mannigfach im Netz auffindbares – Wissen also im echten Leben verwenden?
In dem man es „Nicht-Networkern“ auf direktem Weg zugänglich macht.
Auf der Strasse, im Supermarkt, im Park…
Beispiel Arbeitslosenstatistik:
Mit den echten Zahlen, kurz und knackig zusammengefasst und ggfs. mit einem Slogan versehen á la:
Jetzt kennst auch Du die Zahlen – sagst Du noch immer, wer arbeiten will, findet Arbeit?

Das als Flyer ausgedruckt und für den Fall der Fälle („Stammtisch“) immer ein Päckchen mitführen.
Oder einen Infostand – regelmäßig! – mit (wahlweise) provokativem/vordergründig „positiven“ Bannerspruch. Neugier wecken!
Ein Herz für Kinder! Wirklich?
Den Interessierten dann Flyer in die Hand drücken, wieviel im Regelsatz für Kinder beispielsweise für Essen vorgesehen ist. Lässt sich mit einfachen Mitteln zusätzlich auch auf einem mitgebrachten Tisch darstellen…

Ganz wichtig – die „Hirngewaschenen“ Noch-Malocher sensibilisieren

Viele der Geringverdiener sind – zu Recht – frustriert. Nur entlädt sich deren Frust auf die „Schmarotzer, die genausoviel haben und nix tun“. Und nicht auf die Verantwortlichen in Wirtschaft und Politik.
Diese Zielgruppe halte ich für die eigentlich wichtigste, weil gefährlichste.
Diesen Menschen muss klar werden, welch großer Lüge sie aufgesessen sind!

Hierbei könnten – in direkter Aktion vor Ort – auch (Ex)Jobcentermitarbeiter mithelfen. Das Dumme ist ja, dass dem „Amts-Mensch“ noch immer mehr geglaubt wird als den Betroffenen selbst. „Outing“ setzt das natürlich voraus…

Der erste Schritt wäre dann für die Aussteiger, sich mit Ini’s kurzzuschließen und den aktiven Schulterschluss anzubieten.
Vielleicht würde dies, was das Ausgebranntsein der Aktivisten betrifft, kleine Wunder bewirken, neuen Auftrieb geben.
In unserer Ini könnte ich das beispielsweise sehr gut vorstellen…

Ja, es scheint zunächst bei „klein-klein“ zu bleiben

Es bedarf dazu auch einer gewissen Offenheit, auf Menschen zuzugehen, ohne aufdringlich zu wirken. Das liegt nicht jedem, klar.
Es braucht Mut. Nicht jeder Angesprochene wird angenehm reagieren…
Aber ich bin mir sicher, dass es eine Veränderung nur geben wird, wenn viel, viel mehr Menschen erkennen, was in unserem Land schief läuft.
In diesem Fall also eher Masse statt Klasse…
Sicher ist auch, dass dies ein mühseliges Unterfangen würde, dazu mit ungewissem Ausgang.
Aber mal Hand auf’s Herz:
Was haben „wir“ noch zu verlieren?

Weitere Gedanken folgen…weitere Ideen sind willkommen 🙂

 

Gedanken aus der „Mittelschicht“

Ich bin jedesmal hocherfreut, wenn ich bemerke, dass es unter (Noch)Nicht-Betroffenen des Verarmungssystems nicht nur  die „stammtischlastigen Hartz-Apolegeten“ gibt.

Der nachstehende Kommentar entstammt der Feder eines lieben Freundes, ehemals SPD-Wähler, auskömmliche Rente…also ein Mensch, der sich um soziale Belange und die immer weiter klaffende Schere zwischen arm und reich eigentlich keine Gedanken machen müsste – würde er egozentriert denken –
Schön, dass dies nicht so ist.
Für mich sind solche Selbstdenker ein weiterer Hoffnungsschimmer…und zeitgleich ein „Beweis“ dafür, wie wichtig es ist, zu versuchen, die „Mittelschicht“ zu sensibilisieren. Denn ich stehe unverbrüchlich zu meiner schon oft geäußerten Aussage:
Ohne Schulterschluss mit großen Teilen der nicht-prekär lebenden Bürger wird es keine positive Veränderung für die Arm(gemacht)en geben…

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Silberstedt, d. 16.09.2013

Kommentar zur Situation von Rentnern und Hartz IV Bezieher

Fallende Börsenkurse erregen mehr Aufmerksamkeit bei der Öffendlichkeit als das Thema Armut.

Der Absturz in die Armut kann schnell erfolgen. Bei den rasant ansteigenden Kosten für Lebensmittel, Energie und gestiegene Kosten für Wohnraum. Im Gegensatz dazu die „herausragende“ Rentensteigerung im Westen von 0,25 % und plötzlich, reicht die Rente nicht mehr aus und der Betroffene Rentner muß ggf. wieder arbeiten gehen.

Die Anhebung der Hartz IV Sätze ist auch nicht gerade berauschend unter den vorgenannten Bedingungen, wobei die Wohnraumkosten, wenn die m² stimmen, übernommen werden. Aber die m² sind ein separates Thema. Letztendlich bleibt es dabei, Armut hat viele Gesichter aber keine Lobby.

Ein Vetorecht für Arme gibt es leider auch nicht, aber Demonstrieren können die Armen trotzdem, nur tun sie es noch nicht, und wenn, nicht an der richtigen Stelle. Vor dem Jobcenter nützt es nicht`s. Es müsste sie nur jemand auffordern, Ala Montagsdemo, die zur Wiedervereinigung geführt hat.

Ich hoffe, die Betroffenen werden es an der Wahlurne zeigen, denn da können sie gegen die herrschende Gesetzgebung und das System etwas unternehmen, ohne Unannehmlichkeiten hinzunehmen oder gedemütigt zu werden.

Sind Beamte oder staatlich bedienstete der Job-Center eigendlich Christen oder Atheisten? „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ Muß ich als guter Christ Gesetze, die ich für ungerecht halte und nicht den christlichen Grundsätzen folgen, durchsetzen, obwohl ich ggf. für die Auslegung Spielraum habe. Warum nutzen diese Büttel-Bürger diesen Spielraum nicht aus? Aber man kann als Katholik ja Beichten, damit einem die täglich bewust begangenen Sünden vergeben werden. Als Protestant muß man allerdings mit den getroffenen Entscheidungen leider selbst fertig werden und leben.

Manche können dieses auf die Dauer nicht und verzweifeln oder gehen seelisch vor die Hunde. Die Entscheidungsträger sitzen ja auch nicht vor Ort oder direkt am Geschehen. Sie sehen auch nicht in die verzweifelten Gesichter der Betroffenen Hartz IV Empfänger.

Die meisten Mitarbeiter/innen der Job-Center oder der MA in den Ämtern, die für diesen Bereich der Hartz IV Gesetzgebung zustädig sind, haben auf Durchzug geschaltet und sind im Laufe der Jahre abgestumpft. Das ist eigendlich bereits eine innerliche Kündigung. Diese MA kann man nur bedauern, denn sie haben keine eigene Meinung und kuschen vor Ihrem Vorgesetzten. Es wird ja auch schon die Arbeit von einigen MA verweigert. Auf die Verweigerer wird ein erheblicher Druck aufgebaut dem Sie standhalten müssen und brauchen dafür alle Unterstützung. Sie werden von Ihrer Arbeit ferngehalten und bei den Kollegen werden Sie als Verräter gebrandmarkt.

Es stehen zig Tausende von Wiederrufen und Klagen in der Sozialgesetzgebung an, hauptsächlich zum Thema Hartz IV. Das schafft natürlich Arbeitsplätze in der Justizverwaltung und somit wiederum zu mehr Steuereinnahmen.

Es muß doch die Justizverwaltung eigendlich hellhörig werden, wenn soviele Klagen in einem einzigen Bereich anfallen, da kann doch etwas nicht stimmen! Oder hat das Justizministerium andere Gedankengänge? Mehr Klagen, gleich mehr Richter somit auch mehr Budgetforderung. Auch auf diesen Aspekt sollte man näher eingehen, denn hier geht es um die Umverteilung von Steuergeldern.

In einer Gesellschaft, in der Banken, korupte Staaten (in meinen Augen Zocker und somit Zecken am Körper des gemeinen Bürgers) durch den deutschen Staat mit Milliarden € unterstützt werden. Beamte und Politiker jeden Schaden vom Staat abwenden sollen, aber nicht umsetzen, sondern sich egoistisch verhalten, sind wir nichts anderes als eine Bananenrepublick, die Häuptlinge vom Stamme nimm. Von der einstigen Sozialen Marktwirtschaft sind wir meilenweit entfernt.              Armes Deutschland.

taz Panterpreis für Inge Hannemann

Den diesjährigen taz Panterpreis für ihr Engagement erhielten am 14. September, im Deutschen Theater Berlin der LeserInnen: Inge Hannemann, Preis der Jury: „Welcome2Europe“.

taz: „Der taz Panter Preis ist ein Preis für Menschen, die sich mit großem persönlichen Einsatz für andere starkmachen und mutig Missstände aufdecken. Menschen, die uneigennützig und hartnäckig für eine bessere Welt kämpfen, ohne viel Aufhebens um ihr Engagement zu machen. Mit dem Preis möchten wir die Arbeit all dieser Engagierten würdigen und sie ins Licht der Öffentlichkeit rücken.“

weiterlesen auf altonabloggt

Von mir an dieser Stelle nur 3 Worte:
Herzlichen Glückwunsch
und
wohlverdient! 🙂

Ich habe einen Donk ;)

Der eine oder andere Leser wird sich noch an „Crocodile Dundee“ erinnern. Eine der witzigsten Szenen war die mit dem Donk 🙂

Diese Szene kam mir heute wieder in den Sinn.
Nachdem ich „meiner“ jungen Schwangeren berichtete, dass sie ab Montag im Besitz von Möbeln ist, meinte sie ganz trocken: „Und wenn Du nicht gewesen wärst, dann säße ich noch immer auf der Strasse oder in so ’ner widerlichen Unterkunft“.

Tja, irgendwie hat sie da wohl Recht. So sehr ich mich auch freue, dass es mir möglich war, wieder einem Menschen zu helfen, so dringend stellt sich mir die Frage, was mit all den anderen Betroffenen ist, die keinen „Pitbull-ähnlichen“ (= nicht zwangsläufig bissigen, aber äußerst unnachgiebigen) Helfer haben?

Jeder sollte einen Donk haben

Die Helferszene in Offenbach ist aktiv und fleißig, leider aber auch sehr überschaubar. Klonen kann sich auch niemand von uns. Zwangsläufig bleiben dadurch viele Leistungsberechtigte mit dem Durchsetzen ihrer berechtigten Anliegen sich selbst überlassen.
Irgendwo las ich einmal – sinngemäß –
Wenn nur 10% mehr Betroffene mit starker Rückendeckung aufwarten könnten, wäre im Jobcenter „Kapitulation“ angesagt. Diese Aussage kam von einer/einem SB.

Daher meine Bitte an alle „stillen Mitleser“:
Stellt Euch in Eurem Bekanntenkreis als Beistand zu Verfügung.
Ein Beistand muss nicht rechtskundig sein. Er sollte lediglich die deutsche Sprache gut beherrschen und bei Vorsprachen ein Gesprächsprotokoll führen.
Das Ausloten dieses Protokolls auf – beispielsweise – rechtswidrige Forderungen der Jobcenter-Mitarbeiter, kann später erfolgen.
Es gibt einige gute Foren, die virtuell den ersten groben Durchblick vermitteln können. Die auch mithelfen, Widersprüche zu formulieren ect.

Die Mitläufer

Wer sich engagieren mag auch für  völlig unbekannte Menschen, kann sich bei dem Verein – Wir gehen mit eintragen lassen.
Es wäre nützlich, wenn viele Menschen sich auf diese Art solidarisch zeigten. Es hilft den Betroffenen, weil sie sich nicht allein und ausgeliefert fühlen. Der Beistand hat auch eine Zeugenfunktion, schon deswegen sind die JC-Mitarbeiter häufig höflicher, wenn die Betroffenen mit Begleitung auftauchen.

Auch wenn nicht jeder gleich ein Donk ist 😉 Beistand/Begleitung allein bewirkt manches Mal schon ein kleines „Wunder“.

Es gilt mehr denn je: Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt…

Im Gespräch mit Katja Kipping/MdB Die Linke

Katja Kipping bereist ja derzeit die Bundesländer. In Offenbach machte sie ebenfalls Halt, um unter Anderem auch mit Vertretern der Erwerbslosen-Initiative SGB2Dialog  zu sprechen. Dass auch ich eine Einladung erhielt, freute mich sehr.

Katja besticht in erster Linie durch ihre Natürlichkeit und die Fähigkeit, zuzuhören und Anteil zu nehmen. Sie unterscheidet sich damit wohltuend von den selbstdarstellerischen Polit-Sprechblasenpuppen anderer Fraktionen. Die verschiedenen, Offenbach-spezifischen Schilderungen von Fällen aus unserer Beratungspraxis, insbesondere der Umgang mit Obdachlosen und die Problematik rund um die sog. Notunterkünfte löste bei ihr tiefe Empörung aus.
Man darf ja nicht vergessen, dass sie bislang „theoretisch“ zwar den Themenkomplex „menschenverachtendes Hartz4“ kennt, mit Details und realen „Einzelfällen“ aber eher nicht in Berührung kam.

Inwieweit die eingeladene Presse das Thema auch noch einmal aufgreift, weiß ich nicht. In der online-Ausgabe der Rundschau fand ich heute zumindest nichts…

Auf jeden Fall war es ein interessanter Tag mit noch interessanteren Gesprächen zwischen uns Aktiven und den Linken aus dem KV Offenbach – und eben auch Katja Kipping –

Schade nur, dass sie mich gestern nicht überzeugen konnten, am 22ten September die Kreuze „links“ zu setzen 😉 wie auch, wenn es schon vorher für mich feststand 🙂

 

Foto: Treffe mich gerade mit der Erwerbsloseninitiative sgb2dialog Offenbach und erfahre von einer 10köpfigen Familie,  die im 2. Jahr in einer 60 m2 großen Notunterkunft lebt. Die Stadt bezahlt an den Betreiber im Monat 3000 Euro. Das Zynische daran: Die Familie wurde wohnungslos, weil ihnen die Behörde Wohnkosten fur 1200 verweigerte.

https://www.facebook.com/KatjaKipping?fref=ts

MainArbeit Offenbach – Erstausstattung spezial, oder…

…“Bürgernähe“ – Fehlanzeige!

Wie  berichtet, hat es relativ zügig funktioniert, eine angemessene Wohnung für die ehemals obdachlose, schwangere junge Frau zu organisieren.
Nun nutzt die hübscheste Wohnung nichts, wenn es an Einrichtung fehlt. Der Antrag auf Leistungen nach § 24 Abs. 3 SGB2 wurde gestellt und auch zügig bearbeitet.
Soviel zum Angenehmen.

Der unangenehme Teil beginnt damit, dass die MainArbeit nach, welchen auch immer, offenbar „hauseigenen Kriterien“ Hausrats-und Einrichtungsgegenstände nicht bewilligt hat. Ein Spiegel scheint nach Lesart der MainArbeit ebenso wenig notwendig zur (vom Gesetzgeber so formulierten) „einfachen und ordentlichen Haushaltsführung“ zu sein, wie ein Duschvorhang oder ein Regal für Handtücher. Ein (1) Laken wird für ausreichend befunden.
Eine Waschmaschine wird erst dann bewilligt, wenn der Vermieter nachweislich (!) einen Anschluss installiert.
Dumm nur, dass die, lapidar als Vermieterpflicht dargestellte, Installation im Mietrecht nirgendwo zu finden ist. Klartext: Wegen scheinbarer Ersparnis bzgl. eines etwa 40.-€ teueren Eckventils werden Bescheide versandt, sich Arbeit gemacht und die junge, schwangere Frau muss zu Fuß mit dem Wäschekorb in einen über 2 KM entfernten Waschsalon. Für einen Waschsalon ist in der Regelleistung übrigens nichts vorgesehen…

Damit aber nicht genug

Wer jetzt glaubt, den Betroffenen sei es möglich, Gegenstände auf dem Gebrauchtmarkt (Trödel, ebay) oder bei günstigen Anbietern nach eigenem Wunsch zu erwerben, der irrt.
Sowohl Einzelpreise als auch Artikel werden vorgeschrieben und der „Kunde“ erhält einen Anforderungsschein für ein „Möbelhaus“. Zuzahlungen oder ein Abwägen, den günstigeren Tisch, dafür aber das teurere Bett zu erwerben (was in der Summe gleich kommt) sind strikt untersagt.
Die Rechtsprechung sieht das freilich ein klein wenig anders, darauf wurde im sofort gestellten Antrag Beratung.Erstausst. auch unter entsprechender Zitierung verwiesen.

Zebra – das „Möbelhaus“

Wer ist jetzt das bevorzugte und bevorteilte Möbelhaus? Und warum werden nur dorthin die Berechtigten geschickt, um teils überteuerte Möbel nach Vorgabe zu erhalten?
Zebra ist ein Projekt des größten Offenbacher Beschäftigungsträgers, der Goab. Hier stellen sich GOAB und Zebra vor
Die GOAB – Gemeinnützige Offenbacher Ausbildungs- und Beschäftigungsgesellschaft mbH – ist eine Tochter der Stadt Offenbach am Main.
Gesellschafter der GOAB sind die Stadt Offenbach (98 %) und das Paritätische Bildungswerk Hessen e.V. (2 %). Gründung: September 1985. Webseite der Stadt Offenbach: http://www.offenbach.de

Noch Fragen?
Wettbewerbsrechtlich eine mehr als bedenkliche Handhabung, klar aber eine win-win-Situation für die Stadt Offenbach und den Träger. Nur eben nicht für die Betroffenen, die dort vorgeschrieben bekommen, was sie erwerben dürfen…

Eine weitere Zumutung ist

dass seit Anfang des Jahres nurmehr bis Bordsteinkante geliefert wird. Abweichungungen hiervon sind nur mit Genehmigung der MainArbeit möglich.
Schwanger und Möbelschleppen in’s Dachgeschoss, genial!
Erwarte ich zuviel, wenn ich denke, dass die MainArbeit bereits bei Ausstellen des „Anforderungsscheines“ auf eine Wohnungslieferung zwingend hätte hinweisen müssen? Ich denke, nein.
Desweiteren werden Kosten angedroht (50.-€, zahlbar sofort) wenn die problemlose Anlieferung nicht möglich ist und eine 2te Anfahrt nötig wird.
Das wird dann spaßig, wenn in einer zugeparkten, schmalen Einbahnstrasse nicht mal eben in zweiter Reihe gehalten werden kann…wie im Fall „meiner“ Schwangeren.
Ganz charmant, Zitat: „Sie haben für einen reibungslosen Zugang zur Lieferadresse zu sorgen„, siehe Zebra

Fachfirmen, Subunternehmer und die Kommunikation

Der Anforderungsschein enthält den Hinweis, dass aufgrund des Küchenschnittes zuvor Aufmaß genommen werden muss (was aber die Leistungs-SB dennoch nicht davon abhielt, pauschal eine Spüle, einen Unterschrank und einen Hängeschrank zu bewilligen, völliger Unsinn, weil das so nicht funktioniert, wie auch der Aussendienst feststellte)
Auf diese Anmerkung musste ich den Zebra-Mitarbeiter (der völlig überfordert wirkte und insgesamt fünf mal zum „Chef“ in’s Büro verschwand) erst einmal deutlich hinweisen. Wir erhielten dann einen Flyer mit der Handynr. eines „Subunternehmers“ mit dem Hinweis, dieser würde sich am Nachmittag (gestern) wegen Terminvereinbarung mit uns kurzschließen.
Fast schon erwartungsgemäß: Ein Anruf erfolgte nicht.
Also rief ich vorhin an mit dem Ergebnis, dass er mitteilte, von Zebra läge ihm kein Auftrag vor. Zebra selbst ist nur an 16 Std. in der Woche erreichbar, davon Freitags von 10.00 – 12.00 Uhr.
Eine Küche ist also noch lange nicht in Sicht.

In der Summe – einfach unmöglich –

Wenn ich an alte BSHG-Zeiten zurückdenke, wächst der Zorn in mir. Damals war das Procedere ebenso schlicht wie effektiv: Antrag, Aussendienst,Barscheckausgabe mit dem Hinweis, nach Erwerb die Quittung beizubringen, fertig! Nix da mit Subventionierung von stadteigenen Firmen, nix mit Vorschrift, was konkret erworben werden darf, nix mit demütigendem und unprofessionellen Gebaren irgendwelcher Träger-Menschen.
Da ich das Ganze natürlich so nicht hinnehmen kann, habe ich einen ausführlichen Antrag auf Auskunft und Beratung gestellt und hoffe einmal mehr, dass die Bereichsleitung sich noch immer menschlich kompetent zeigt und den Ermessensspielraum wahrnimmt.
Auf Widerspruch/Klage habe ich nämlich so gar keine Lust, da dies die Betroffene nicht kurzfristig aus ihrer Situation befreit. Mensch, das Mädel muss ordentlich und gesund essen, dafür braucht’s eine Küche. Ein Stück weit erinnert mich das „Küchendrama“ an letztes Jahr.
Da saß eine frischgebackene Mutter mit Säugling in einer Wohnung, in der – wie jetzt – keine Küche vorhanden war. Das alles, weil die damalige SB sturköpfig war und sich erst durch die Eiklage-Entscheidung des Sozialgerichts beeindrucken ließ.Und die Küche gibt es doch

All das ließe sich vermeiden. Was ich nicht begreifen kann: Wenn die SB’s schon nicht mitfühlend/altruistisch agieren können (das sieht das widerwärtige SGB2 nun einmal nicht vor) warum um alles in der Welt handeln sie dann nicht dergestalt „egoistisch“, indem sie sich selbst jede Menge Arbeit ersparen? Falsch ausgelegtes Ermessen zieht weitere Anträge, ggfs. Widerspruch/Klage/Stellungnahme nach sich. Das kann man sich doch schenken, das ist hausgemachte Mehr-Arbeitsbelastung. Ich verstehe das nicht und befinde solches Vorgehen schon irgendwie als töricht…

update 15.00 Uhr

Soeben rief die -wie immer angenehme- Assistenz der Bereichsleitung an. Alle von mir genannten Punkte sind in Klärung, es werde sich seitens der Leistungsabteilung bereits jetzt um Abhilfe bemüht.
Prima soweit, nur (s.o. meine Anmerkung) warum denn nicht gleich so? Jetzt wird es um ein Wesentliches arbeitsintensiver, das war vermeidbar…