Das Charakter-ABC / Heute: B wie…

… Der Blender

Timeo Danaos et dona ferentes – Ich fürchte die Danaer, auch wenn sie Geschenke bringen (aus einer Geschichte mit einem Holzpferd 😉 ).

Von Furcht ist – insbesondere in „Sachen Jobcenter“ – abzuraten. Furcht ist immer ein schlechter Ratgeber . Erhöhte Aufmerksamkeit und Wachsamkeit sind jedoch immer angezeigt.
Ganz besonders gut hinsehen und hinhören ist bei der Gattung der Blender geboten. Das Problem ist nur – und hier passt das obige Zitat wie die Faust auf’s Auge – auch heutzutage sind trojanische Pferde nicht eben leicht zu erkennen.

Die Verpackung hui, der Inhalt…

Es ist gewiss nicht leicht, einen Blender zu durchschauen. Richtig schwierig wird es, wenn der Blender sein Blendwerk nicht nur versteht, sondern dazu noch mit professionellen Methoden daherkommt.
Ja, es gibt tatsächlich so etwas wie „Profi-Manipulation“ , auch ausserhalb der dafür bekannten Bereiche wie beispielsweise dem Verkauf überflüssiger Versicherungen, überteuerter Ware oder windigen Geldanlagen. Die bekannteste Methode ist NLP (Neurolinguistische Programmierung).

Mittels dieser Methode lässt sich auch so manch nicht wirklich naive Mensch durchaus leicht hinter die Fichte führen…und erkennt den Inhalt des trojanischen Pferdes erst, wenn es zu spät ist.
Nun ist NLP dem Grunde nach lediglich ein Werkzeug. Es kommt daher immer darauf an, WER es zu WELCHEM Zweck verwendet. Das ist bei allen Werkzeugen gleich. NLP ist in Teilen der Psychotherapie entliehen. Es stellt sich für mich daher die grundsätzliche Frage, ob ein solches Werkzeug in Laienhände gehört. Und vor Allem:
Was hat dieses Werkzeug im Jobcenter zu suchen?

Der Blender nutzt dieses Werkzeug (wie auch der profitgeile Vertreter oder der windige Bankster) jedoch niemals, um anderen Menschen nützlich zu sein, Dingen einen „positiven Schubs“ zu geben, denn der Blender hat stets nur sein eigenes Wohl im Visier, auch wenn es anfänglich anders erscheint. Trojanisches Pferd eben…

Wer sich mit fundierter Kritik zu NLP auseinandersetzen möchte, hier die Seite des Dr. Bördlein http://www.boerdlein.gmxhome.de/nlpmemo.html

Egopolitur und so

Den Blender (in den allermeisten Fällen männlicher Natur) trifft man im Jobcenter kaum im Backoffice an.
Er braucht Publikum, je applaudierender, desto besser. Er wird dementsprechend bevorzugt den Kundenkontakt suchen, sei es im Arbeitgeber-Service, sei es als Arbeitsvermittler.
Anzutreffen ist er auch häufig als Dozent/Leiter dubioser Maßnahmen, die qua Gießkannenprinzip über die Erwerbslosen ausgeschüttet werden. Auch dort kann er sich so richtig ausleben, Gehirnwäsche-Programme abspulen, die Betroffenen manipulieren.
Die „alten Hasen“ unter den Aktivisten und sehr viele Betroffene wissen aus teils leidvoller Erfahrung, wovon ich hier schreibe…
Doch das ist eine andere Baustelle, daher zurück zum Jobcenter.

Präsenz und Wortschwall

Die erste Begegnung mit einem Blender kann positiv wirken.
Er gibt – immer! vorausgesetzt, dass es ihm lohnenswert für sich/sein Ego erscheint – sich richtig Mühe. Er legt sich tüchtig in’s Zeug, um „seinen Kunden“ Wege zu öffnen.
Und doch tut er dies nur für sich selbst, indem er sich und anderen zeigt, was für ein toller Hecht er doch ist.
Oftmals zeigt er nahezu kumpelhaftes Verhalten, betont, dass seine Vorgehensweise so ganz anders sei als die der Kollegen. Er wirbt damit um Vertrauen, oft mit Erfolg. Breitbeinig, männlich, dynamisch präsent stellt er sich dar, lacht gerne und viel, wirkt oftmals charismatisch und leider auch überzeugend.
Der Blender redet viel und laut, am allerliebsten über sich. Er kennt Alles, weiß Alles und vermittelt immer wieder sehr geschickt mit Worten und Gesten, dass er sein Gegenüber versteht. Im NLP-Jargon nennt man dies übrigens „spiegeln“ oder „Rapport herstellen“, d.h., sich in Körperhaltung, Stimmlage und Wortwahl an den anderen angleichen
Seine beruflichen Erfolge (gute bis beste Quoten) sind nicht von der Hand zu weisen. All das schafft zunächst häufig Vertrauen, aber…

Warte, warte nur ein Weilchen

Da der Blender egozentriert ist, ist er nur insoweit an seinen „Kunden“ interessiert, wie deren „Erfolge“ seinem Erfolg dienen. Denn dem Blender ist es egal, was er „verkauft“, Arbeitsplätze (eher:Jobs) , Humankapital oder Versicherungsverträge, Hauptsache, seine Quote stimmt.
Oder die Anerkennung. Am besten beides.
Wie unecht das vermeintlich menschenfreundliche Verhalten ist, merkt der Betroffene spätestens dann, wenn Probleme auftauchen.
Ruckzuck zeigt der Blender dann die andere Seite seines Januskopfes. Das Erwachen kann dann für den zuvor vertrauensvollen Betroffenen brutal werden.
An arbeitsintensiven Problemlösungen ist der Blender nämlich nicht annähernd so interessiert wie am schnellen Erfolg, der (öffentlich) geäußerten Wertschätzung, der Politur seines Egos.
Der jetzt um Unterstützung und Hilfe Nachsuchende lernt rasch, wie sich ein heiße Kartoffel fühlen mag…
Oft erfahren Betroffene dann auf unangenehmste Art und Weise, dass sich die wirklichen Ansichten des Blenders auch kaum unterscheiden von denen der Kollegen, die ihren Sozialrassismus offen ausleben.

Game over

Weiß der Blender, dass er durchschaut ist, lernt man schnell sein eigentliches Wesen kennen. Jetzt macht es für den Blender keinen Sinn mehr, sich zu verstellen.
Der zuvor vermeintlich „auf Augenhöhe“ wahrgenommene Mensch ist dem Blender völlig gleichgültig. Er war es ja auch schon immer, nur begriffen hat er es leider vorher nicht.Insbesondere, weil er glaubte, ernstgenommen und real gefördert zu werden. Doch ernstgenommen hat der Blender stets nur sich selbst.
Als Mittel zum Zweck hat der Kunde ausgedient…aber es warten ja genügend Neu-Kunden, die sich vermutlich auch beeindrucken lassen.
Und doch mag es der Blender irgendwie nicht, durchschaut zu werden. Obschon er sich oft selbst verrät (sei es durch einen dummen Zufall, sei es, weil es halt doch schwierig ist, sich dauerhaft zu verstellen) ist nach Lesart des Blenders IMMER die andere Seite schuld.
Selbstzweifel, so sie denn doch vielleicht einmal kurz aufkommen, werden zur Seite gewischt, Schuldzuweisungen im üblichen Jobcenter-Duktus gemacht. Diese Sprüche kennen wahrscheinlich alle Betroffenen zur Genüge…
Auch werden dann die üblichen Jobcenter-Karten gezückt, von (versuchten) Rechtswidrigkeiten bis hin zu kleineren oder größeren Schikanen, ab jetzt unterscheidet sich der Blender in nichts mehr von dem Großteil seiner Kollegen.
Mit ganz viel Pech hört der enttäuschte Betroffene dann mit eigenen Ohren noch (hinter vermeintlich verschlossener Tür oder auf anderem Wege) die entwürdigenden, menschenverachtenden und abwertenden Lästereien über sich. Worte, die ich hier im O-Ton aus Respekt vor den Leistungsberechtigten niemals wiedergeben würde…

Abwehr/Hilfestrategien, wenn der pAP ein Blender ist

Schwierig bis sehr schwierig, um es kurz zu beschreiben.
Schwierig in erster Linie deswegen, weil es nicht ganz einfach ist, einen Blender als solchen auf Anhieb zu erkennen.Einige typische Merkmale habe ich beschrieben, letztlich aber schützt nur erhöhte Wachsamkeit.
Hat mensch den Durchblick (herzlichen Glückwunsch 🙂 ) dann kommt es auf den eigenen Grad der Coolness und auf die eigene Manipulationsfähigkeit an.
Da der Blender ein eitler Mensch ist, möchte er beeindrucken.
Diese Eitelkeit kann man sich zunutze machen, ein Quäntchen Abgebrühtheit vorausgesetzt.

Hoch soll er leben

Der Blender ist anfällig für Vergleiche, in welchen er positiv abschneidet. Die gewünschte Weiterbildung, die Förderung des Führerscheines oder Ähnliches lässt sich daher eventuell erreichen, wenn der Betroffene betont, wie engagiert er seinen neuen pAP doch findet, wie wenig sich man bislang für seine Belange eingesetzt habe und dass man jetzt ein völlig anderes Bild von Jobcentermitarbeitern habe.

Aber Vorsicht, nicht auf der Schleimspur ausrutschen 😉 !
Blender sind manipulative Meister und kennen „ihre Schweine am Grunzen“. Das bedeutet, es ist schwer, einen (durchwegs intelligenten) Manipulateur zu manipulieren.
Klar muss auch sein, dass man immer und zu jeder Zeit damit rechnen muss, keinen Rückhalt mehr zu haben, fallengelassen zu werden und letztlich doch in der Prekärarbeit zu landen.Also:

Versuchen, Nutzen zu erzielen – Ja
Vertrauen haben – Niemals
Auf der Hut sein – Immer

Aus meiner Sicht ist der Blender einer der gefährlichsten Charaktere und sich ihm stellen zu müssen, setzt Durchblick und Nervenstärke voraus.
Ist mensch zudem abgebrüht und geschickt, kann er aus den Charakterschwächen (Geistesgifte/Verblendungen) des Blenders durchaus Vorteile für sich generieren.
Aber: Will mensch das?
Wäre ich betroffen, ich käme mir reichlich seltsam vor bei derart Heuchelei, selbst wenn sie mir zum Vorteil gereichen würde.Kaum etwas irritiert mich mehr als Verlogenheit und ich lehne daher alles Manipulative i.V.m.Unehrlichkeit strikt ab.
Aber ich bin ja dankenswerterweise kein Maßstab und wünsche mir daher, dass die Betroffenen keinerlei Bedenken haben, selbst tief in die Manipulationskiste zu greifen…wat mutt, dat mutt 😉

Götz Eisenberg: Vernetzung – Gedanken über Worthygiene und mehr

Das Essay von Götz Eisenberg hat mich einmal mehr sehr nachdenklich gemacht.

Dem Grunde nach gehöre ich ja zu der „Sorte Mensch“, die die Macht, welche von Worten ausgeht, keinesfalls unterschätzt. Ich störe mich an zu vermeintlichem Bewusstsein gewordenen Phrasen, ich glaube ebenso, dass mir die Gefahr der Manipulation durch Worte durchaus bewusst ist.
Auch weiß ich um die möglichen Verletzungen, die wir unserem Gegenüber zufügen können, wenn Gedanken – ohne notwendige Achtsamkeit und ohne ein kurzes Innehalten – als schnelle Worte formuliert, „herausgerotzt“ werden.
Kurzum, ich bin ein Fan der Worthygiene 😉
Und dennoch fühle ich mich nach Lesens des Essay ertappt. Denn auch ich hatte das Wort „vernetzt“ bisher ausschließlich positiv besetzt und habe mich wohl auch sonst manch fragwürdiger Phrase bedient…

Zitat (…) Es geht um die Etablierung neuer und universaler Überwachungssysteme. Vernetzung ist der Zentralbegriff einer geschmeidigen Herrschaft, die sich als Technik und Sachzwang tarnt. Vernetzung ist für die meisten Leute ein positiver Topos, während der „böse Blick“ des Kritikers in ihr ein neues „Dispositiv der Macht“ im Sinne Foucaults erblickt. Die Macht, die ehedem darauf fußte, dass sie zerteilte, zerlegte, segregierte, stellt nun auf einer höheren Ebene zwischen den Segregierten und Atomisierten auch wieder Verbindungen her, telekommunikative Vernetzungen, die zugleich der Kontrolle von Herrschaft unterliegen und ihrer Aufrechterhaltung und Verfeinerung dienen.
Geschickter und perfider geht’s kaum.

Subjekt oder Objekt?

Gestern hatte ich nach dem Treffen unseres Arbeitskreises noch ein hochinteressantes Gespräch. Zwar ging es dabei um die immer mehr um sich greifende Haltung von Erwerbslosen und Prekären, sich selbst als Subjekt nicht mehr wahrnehmen zu können und  dementsprechend sich mit der Rolle des „Objekts“ zunächst zu befrieden, diese Rolle später dann so zu verinnerlichen, dass Taubheit gegenüber jedem Einwand eintritt. Schlimmer noch bei manch Niedriglöhner, welche eine Art pervertierten Positivismus an den Tag legen und sich häufig mit ihrem Ausbeuter identifizieren.
Lese ich ich jetzt das Essay, stelle ich fest, dass sich diese Haltung offenbar in allen Lebensbereichen breit macht. Wohlbemerkt, natürlich nicht bei Jedem.
Irgendwie erschreckend…

Zitat (…) Die Menschen haben das Bewusstsein ihrer Entfremdung eingebüßt und fühlen sich in ihr heimisch. Damit ist Entfremdung auf eine zynisch-perverse Art und Weise aufgehoben. Statt dass die Subjekte sich die entfremdeten Gestalten ihrer gesellschaftlichen Praxis wieder aneignen, gehen sie selbst in den Formen der Entfremdung auf und erleben die Funktionsimperative des Systems als ihre ureigensten Impulse und intimsten Leidenschaften. Die Subjekte sind, heißt es bei Adorno, „bis in ihre innersten Verhaltensweisen hinein mit dem identifiziert, was mit ihnen geschieht. Subjekt und Objekt sind, in höhnischem Widerspiel zur Hoffnung der Philosophie, versöhnt. Der Prozess zehrt davon, dass die Menschen dem, was ihnen angetan wird, auch ihr Leben verdanken. Die affektive Besetzung der Technik, der Massenappell des Sports, die Fetischisierung der Konsumgüter sind Symptome dieser Tendenz. Der Kitt, als der einmal die Ideologien wirkten, ist von diesen einerseits in die übermächtig daseienden Verhältnisse als solche, andererseits in die psychologische Verfassung der Menschen eingesickert.“

Quelle und vollständiges Essay

„Claqueure“, Verblendete oder schlicht „nur“ hirngewaschen?

Vorweg: Mein direktes Umfeld (Freunde und Bekannte) besteht  nahezu ausschließlich aus kritischen Menschen. Menschen, die nicht unhinterfragt alles glauben, was „man“ sie glauben machen will. (Links)Intellektuelle, Selbstdenker ohne politische Ausrichtung, Buddhisten, Menschen mit Empathie und Bauchgefühl…und manchmal gilt für sie: „sowohl als auch“ 😉

Es wäre aber lebensfremd, anzunehmen, dass mensch nicht auch mit anderen Zeitgenossen in Berührung kommt. Da gibt es Nachbarn, Bekannte von Bekannten usw.usf.
Meist ist es für mich interessant, oft auch lehrreich, zu hören, welche Meinung diese Menschen so vertreten. Manchesmal jedoch gelingt es mir nicht, völlig gelassen mit diesen „Meinungen“ umzugehen.
So auch an diesem Wochenende.

Immer feste druff

Irgendwie bin ich noch immer etwas geschockt. Und irgendwie weiß ich nicht wirklich, wie ich mit Menschen umgehen soll, die dem Grunde nach „nett“ sind, auch hilfsbereit ect. Mit denen sich zudem ein zumindest oberflächlicher Kontakt nicht ganz vermeiden lässt.
Menschen, welche sich aber im Brustton der Überzeugung über „diese kriminellen Randalierer und Vandalen“ dergestalt äußern, dass „man sie totschlagen müsse“ – im Hintergrund lief NTV mit Berichten über die Demonstrationen in der Türkei –
Menschen, die der Ansicht sind, dass die Polizeigewalt anlässlich der Blockupy-Demo in Frankfurt nicht nur „völlig gerechtfertigt“ sei, vielmehr hätten die Ordnungskräfte „viel fester druff schlagen sollen“
Ganz normale Menschen, die sich auf die TV-Berichte berufen, O-Ton:“ wir haben das in den Nachrichten gesehen“ und deren Begründung unter anderem auch die „Vermüllung nach solchen sinnlosen Demo’s“ war.

Hübsch, aber hochgradig kriminell

Und da gibt es  andere (männliche) Mitmenschen, die ihre „Bürgerpflicht erfüllen“ und das Ordnungsamt kontaktieren, weil die „gelbe Tonne“ (Wertstoff) mit Pflanzenresten und merkwürdiger Folie gefüllt ist.
Wie sich herausstellte, waren es Überreste einer „Hanf-Plantage“.
Und natürlich wußten genau diese männlichen Mitmenschen jetzt plötzlich „von Anfang an“, dass mit der „Gärtnerin“ etwas nicht stimmte. Dass sie schon immer gewusst haben, sie sei gewiss kriminell.
Merkwürdig nur, dass die Äußerungen noch vor wenigen Wochen sich völlig anders anhörten, da wurde die Dame als „süß,sexy,hübsch,lecker“ usw. bezeichnet.

Vermeidungsstrategie: ja, nein, vielleicht?

Ich gebe es gerne zu:
Diese „Ambivalenz“ mancher meiner Mitmenschen macht mir zu schaffen. Zwar bin ich mir sicher, dass  ihnen das „Gute“ innewohnt (wie geschrieben, zeigten sie sich in der Vergangenheit durchaus als „menschlich“ und hilfsbereit) und nein, ich verurteile sie nicht, wohlwissend um die Macht der Geistesgifte, insbesondere der Verblendung, klick
Nur:
Ich weiß derzeit nicht, wie ich künftig mit ihnen „umgehen“ soll.
Da war soviel Hass in den Augen bei den einen, als sie über die Demonstranten schwadronierten und soviel Abscheu in den Blicken der anderen, als es um die „Kriminelle“ ging.
Klar, ich muß es so hinnehmen, sie sind wie sie sind und ich werde keinesfalls versuchen, politisch aufzuklären, zu missionieren oder andererseits Verständnis/Mitgefühl für „kriminelle“ – pardon, törichte – Handlungen wie Hanfanbau zu wecken.
Das alles wäre ein sinnloses Unterfangen, gegen derart verfestigte Meinungen komme ich nicht an.
Und doch fehlt mir seit diesem Wochenende meine Unbefangenheit.
Ich will auch diese Menschen verstehen…und kann es irgendwie nicht. Das macht mich durchaus etwas unsicher den künftigen Umgang betreffend. Es bleibt wohl (vorerst) nur Vermeidung jedweden Kontaktes mit diesen Menschen…

Holdger Platta auf der HP von Konstantin Wecker – Arbeitslosigkeit als Urlaubsparadies – lesenswert

Wer, wenn nicht Wecker 😉 , versteht sich auf die Wirkung von Worten? Auch auf Botschaften jenseits des direkten Wortes? Auf Suggestion mittels ausgewählter Sprache?

update!

Natürlich ist Konstantin Wecker ein phantastischer Texter. Den nachfolgend verlinkten Artikel allerdings verfasste nicht er, der pointierte Text stammt aus der Feder von Holdger Platta.
Diesen Fehler bitte ich zu entschuldigen.

Nun, was einem Konstantin Wecker und anderen „linguistischen Tranchiermessern“ 😉 recht ist, ist den Vertretern des Neusprech schon lange billig.
Sie haben die Macht der Sprache vor Langem erkannt, leider.
Und so muß es nicht verwundern, dass – mit Unterstützung der gleichgeschalteten Presse – der lesende und/oder hörende, verständige Mensch sich täglich mit einer Manipulation sondersgleichen konfrontiert sieht.
Ob Reform, ob alternativlos, ob das eigentlich harmlose Wörtchen „wir“ – im Zusammenhang mit Sparzwang und Gürtel enger schnallen – hierzulande herrscht ein bewußt irreführender Sprachgebrauch.

Cui bono – wem nutzt es?

Holdger Platta zeigt in seinem Artikel auf, dass mensch sich nicht sonderlich gut mit Semantik auszukennen braucht (wenngleich er selbst diese bravourös beherrscht 🙂 ) um die Absicht hinter dem Schönsprech/Neusprech zu durchschauen. Eine Portion gesunder Menschenverstand genügt völlig…

Die soziale Hängematte

Zitat (…) Fazit mithin: Die Metaphorik von der „sozialen Hängematte“ macht aus der Zwangsuntätigkeit der Arbeitslosen so etwas wie einen ewigen Urlaub, aus ihrem Elend ein Luxus-Leben. Und auf die Menschen, die sich an ihrem Arbeitsplatz oft bei spärlichster Bezahlung und unter menschenunwürdigsten Bedingungen abrackern müssen, wirkt das fast wie Unverschämtheit und Provokation. Die wahren Ausbeuter der Gesellschaft scheinen, aus dieser Perspektive betrachtet, die Ärmsten der Armen in unserer Gesellschaft zu sein, nicht aber die sogenannten Eliten in Wirtschaft und Politik. Verkehrte Welt! Psychotricks! Aber so funktionieren die Slogans. Und: so sollen sie funktionieren!

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