„Der Menschenabfall – Die Toten aus der Hartz IV-Maschine“: Eine Jobcenter-Mitarbeiterin klagt das Hartz IV System an

Ich danke dem Leser Pixel herzlich für den link zu „gegen Hartz 4“.
Die Hoffnung, die ich nie aufgeben wollte, hat durch diesen Bericht neue Nahrung bekommen. Wenn „wir“ mit Appellen nichts erreichen, vielleicht hat die „Insiderin“ hingegen ansteckendes Potential? Vielleicht fangen jetzt endlich auch die „Bauernopfer der anderen Schreibtischseite“ an, die Perversität dieser A-Sozialgesetzgebung zu erkennen, sich dagegen zur Wehr zu setzen?
Vielleicht steigt Ver.di nach Vorbild der französischen Gewerkschaft ein und unterstützt die Mitarbeiter?
Vielleicht, vielleicht, vielleicht………die Hoffnung stirbt zuletzt.

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Seit August 2005 bin ich Beschäftigte in der Hartz-IV-Maschine mit täglichem Kundenkontakt. Häufig schon wurde ich von Freunden und Bekannten aufgefordert, meine Erfahrungen einem größeren Publikum öffentlich zu machen. Vor wenigen Tagen hatte ich damit begonnen, erste Stichworte und Überschriften zu Papier zu bringen. Eine der Überschriften lautet: „Die Toten aus der Maschine“. Gemeint ist die Hartz IV-Bürokratie, die Hartz IV-Maschine.

Am 26. September 2012 war es soweit. Eine Mitarbeiterin des Jobcenters Neuss wurde von einem ihrer „Kunden“ tödlich mit einem Messer verletzt. Die Reaktion der Bundesagentur für Arbeit war symptomatisch: Übergriffe in Behörden kämen leider immer wieder vor, sagte die Sprecherin der Bundesagentur für Arbeit (BA), Ilona Mirtschin. „Es sind Einzelfälle, die hohe mediale Aufmerksamkeit erregen. Das ist nichts, was spezifisch für Jobcenter ist.“ In einigen Jobcentern und Arbeitsagenturen würden externe Sicherheitsdienste beschäftigt, die im Falle eines Konflikts einschreiten könnten. Die BA biete Mitarbeitern, die regelmäßig in Kontakt mit Kunden sind, spezielle Deeskalationstrainings an. Für mich kam es nicht überraschend, dass am 26. September 2012 eine meiner Kolleginnen durch einen ihrer „Kunden“ zu Tode kam. Anders als es die Bundesagentur für Arbeit durch ihre Sprecherin verlauten ließ, liegt die Ursache dafür in der Struktur, im System, in der Organisation der Verwaltung des „Menschenabfalls“. Jenes Menschenabfalls, der in den Jobcentern zu nützlichen Mitgliedern für die Gesellschaft recycelt werden soll. Dabei wird über Leichen gegangen, nicht nur im übertragenen Sinne, sondern im Wortsinn…

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http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/eine-jobcenter-mitarbeiterin-klagt-hartz-iv-an-9001142.php

Nichts wurde begriffen – Jobcenter Neuss: Mail-Info: BA stellt knapp 40 Strafanzeigen

ohne Kommentar (zunächst)

Betreff: BA-Presseinfo Nr. 40: Mordfall im Jobcenter Neuss: BA stellt knapp 40
Strafanzeigen

Pressemitteilung der Bundesagentur für Arbeit vom 10. Oktober 2012
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Nach dem Messerangriff im Jobcenter Neuss, bei dem eine Kollegin tödlich
verletzt wurde, hat die Bundesagentur für Arbeit (BA) knapp 40 Strafanzeigen
gegen die Verfasser von hetzerischen Online-Kommentaren gestellt. Die
Äußerungen, die über Facebook, Twitter und Youtube verbreitet wurden oder per
E-Mail bei der BA eingingen, erfüllen verschiedene Straftatbestände: Zum
Beispiel Öffentliche Aufforderung zu Straftaten, Beleidigung, Üble Nachrede,
Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener, Nötigung oder Volksverhetzung.
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Tod im Jobcenter – Offener Brief an Ursula von der Leyen

Tod im Jobcenter  –  Frankfurt 2011 und Neuss 2012

Offener Brief an Ursula von der Leyen

Sehr geehrte Frau von der Leyen,

Den nunmehr in kurzer Zeit zweiten Gewalttod eines Menschen im Jobcenter nehme ich zum Anlass, Sie, Frau von der Leyen, dazu aufzurufen, alles in Ihrer Macht stehende zu tun, das Klima der Angst und Gewalt in einer deutschen Behörde zu beenden.

Sie sagen zu Recht, ich zitiere:

„Das ist ein abscheuliches Verbrechen und durch nichts zu rechtfertigen.“ Weiterlesen

Tod im Jobcenter – offener Brief an Alt (BA Nürnberg) und Schneider (SPD)

Das Betroffenheitsgefasel -unter Ausblendung der Realität- der in der Betreffzeile genannten – Heinrich Alt von der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg und Guntram Schneider, NRW Arbeitsminister (SPD) empfinde nicht nur ich, gelinde gesagt, als beschämend!

Konkret gemeint sind die Äußerungen hier gegenüber dem WDR http://www1.wdr.de/themen/panorama/jobcenterneuss100.html

…Auch NRW-Arbeitsminister Guntram Schneider (SPD) war vor Ort und sprach Mitarbeitern und Angehörigen sein Mitgefühl und Beileid im Namen der Landesregierung aus. Schneider zeigte sich bestürzt: „Diese Tat ist durch nichts zu rechtfertigen. Weder durch eine schwierige private noch berufliche Situation.“ Die Tat zeige, welchem Druck und welchen Spannungen die Beschäftigten von Jobcentern ausgesetzt seien….

und Alt

…“Nichts, aber auch gar nichts, rechtfertigt eine solche Handlungsweise.“ In den Jobcentern gebe es zwar diverse Sicherheitsmaßnahmen, ein Vorfall dieser Art sei aber leider nicht zu verhindern gewesen. „Unsere Mitarbeiter können sich nicht hinter Schutzglas verschanzen. Wir brauchen eine Vertrauensbasis mit unseren Kunden. Dazu müssen wir eine offene Behörde sein“, sagte er am Mittwoch in Nürnberg

Leider ist es mir nicht möglich, den offenen Brief eines lieben Kollegen und Freundes aus Aachen hier hinein zu kopieren.
Somit bitte ich meine Freunde und die Leser dieses Blogs, sich hier

http://wp3.t-ac.de/archive/911#comment-46

den offenen Brief durchzulesen. Ich denke, Weiterverbreitung ist nicht unerwünscht…

Ohne Kommentar/Wertung – Jobcentermitarbeiterin in Neuss erstochen

In Neuss ist eine Jobcenter-Mitarbeiterin erstochen worden. Ein 52-jähriger Kunde hatte die Frau am Morgen angegriffen und schwer verletzt, wie die Polizei mitteilte. Der Notruf ging um kurz nach neun Uhr bei der Polizei ein: Im Jobcenter in Stresemannalle in der Neusser Innenstadt werde eine Mitarbeiterin bedroht.

http://www.sueddeutsche.de/panorama/neuss-jobcenter-mitarbeiterin-von-kunden-erstochen-1.1479218