Von „Schwarzköppen“, „Gutmenschen“ und der Wichtigkeit des Mitgefühls

Vorwort
Es herrschte Stille hier im Blog. Über einen längeren Zeitraum. Wieder einmal.
Nun könnte ich es mir einfach machen und lapidar eine „Schreibblockade“ als Erklärung vorschieben. Doch ganz so einfach möchte ich es mir gerade nicht machen, zudem ich ja auch recht gut weiß, worauf diese meine „Schreibblockade“ zurückzuführen ist.
Um es kurz zu machen:
Ich war und bin angewidert. Ich verspüre Ekel, großen Ekel. Ich ertrage das ganze Unrecht, die Ungerechtigkeiten und vor Allem die allgegenwärtigen Lügen kaum mehr. Dieses – für mich dem Grunde nach relativ neue – Gefühl wiegt mittlerweile tonnenschwer. Und derartige Gewichte „blockieren“…

Gewiss muss ich meinen Lesern nichts (mehr) von „Krisen“und von den großen menschlichen Nöten weltweit erzählen.Sie sind wohl mittlerweile unübersehbar geworden…im Gegensatz zu den oft versteckten Nöten derer, für die sich auch „im Jahre 10 nach Hartz“ viel zu wenig Menschen interessieren.
Die Rede ist von drangsalierten, gedemütigten und gebrochenen Menschen im Leistungsbezug des SGB2.
Von „Hartz4-Beziehern“ also.
Begleitet man diese Menschen bei ihren Besuchen im Jobcenter, versucht man, diese Menschen zu unterstützen, wird man dann häufigst mit genau dem konfrontiert, was (zumindest mir persönlich) schon allein via Presse, Internet und TV immer mehr Übelkeit, Zorn und Ekel verursacht:

Schamlose Lügen und geballte Menschenverachtung

Nein, ich werde jetzt nicht umfangreich schreiben, wie sehr es mich anwidert, wenn ich höre/sehe/lese, wie dreist den betroffenen Menschen (nach Lesart Mancher leider: Unter-Menschen) das Wort im Munde herumgedreht wird, wie man versucht, zugunsten des eigenen, aufgeblähten und dennoch kleinen Egos seine – eigentlich lächerlich geringe – „Macht“ zu demonstrieren und dabei auch vor gröbsten Lügen, widerlichsten Äußerungen und Handlungen nicht zurückschreckt.
Bis hin zur völligen, existentiellen Vernichtung des „Schmarotzers“!
Wie hinter geschlossener Bürotür so lautstark über „Schwarzköppe, Kanacken (Anm.: Migranten sind damit gemeint) und gefährliche Gutmenschen“ abgeledert wird, dass dies sogar Wartenden auf dem Flur nicht verborgen bleibt…
Nein, das unterlasse ich an dieser Stelle (noch!)
Vielmehr wollte ich festhalten, dass der folgene Satz Nietzsches (aus „Jenseits von Gut und Böse“) offenbar nichts an Bedeutung verloren hat:

„Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehn, dass er nicht dabei zum Ungeheuer wird. Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein.“

Für mich persönlich bedeuten diese Worte sehr viel, hielt ich mich doch für genug gefestigt und gefeit gegen „das Böse“.
Welch Trugschluss!
Mein Ekel vor einer ganz bestimmten „Sorte Mensch“, mein Zorn darüber, dass diese (scheinbar) ungebremst ihre schändlichen Taten fortsetzen können, ließ auch mich in manch Stunde gedanklich bereits zum „Ungeheuer“ werden…Näheres hierzu zu schreiben, verkneife ich mir…

Dank an meine Freunde in Nah und Fern

Vielen Gesprächen mit unterschiedlichen Menschen ist es letztlich zu verdanken, dass das „Ungeheuer in mir“ erkannt und (hoffentlich dauerhaft) gebannt wurde.
Das, was ich seit Jahren „predige“ 😉 (Empathie, Mitgefühl ect) ist in der Theorie schnell anzunehmen. Nur sollte mensch eben niemals das „Annehmen“ mit dem „Verinnerlichen“ gleichsetzen, denn erst in „Extrem-Situationen“ zeigt es sich wohl, ob man diese Werte auch tatsächlich zu 100% leben kann…und ich hoffe, es gelingt mir selbst auch künftig (wieder) besser, mich nicht mehr zu sehr von Ekel, Wut und Zorn vereinnahmen zu lassen.
Letztlich blockieren diese negativen Energien (bis hin zur Schreibblockade), verhindern eine klare Sicht auf die Dinge und verursachen schlechtestenfalls irreparable Schäden…bei anderen fühlenden Wesen UND sich selbst…

Ein Appell an die Empathie von Arno Grün

Die nachstehenden Worte des wunderbaren, weisen Psychologen Arno Grün möchte ich daher all den Menschen anreichen, die – wie ich selbst – das Vertrauen in den Sinn empathischen Eingehens auf „die Menschen“ ein Stück weit eingebüßt haben/hatten.
Vielleicht helfen sie dem ein‘ oder anderen Zweifler dabei, zu vermeiden, dass der Abgrund allzu tief in sie hineinblickt…
Danke für’s Lesen.
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„Wir glauben, unser Denken sei realistisch, wenn es von Mitgefühl befreit ist, von der Fähigkeit, Schmerz zu teilen, Leid zu verstehen, und vom Gefühl der Verbundenheit mit allen Lebewesen.
Denken wir aber ohne Mitgefühl, dann leben wir in einer Scheinwelt aus Abstraktionen, die Kampf und Konkurrenz zu den Triebkräften unserer Existenz machen. In dieser Welt der Abstraktionen dominiert die Gewalt.
Ein Bewusstsein, das auf Abstraktionen basiert und das Empathische verdrängt, entfernt den Menschen von der Realität. Es führt zu den uns zerstörenden gewalttätigen Kriegen, welche die Geschichte der Zivilisationen charakterisieren….
Der unmittelbare Ausdruck des Wahnsinns derer, die sich ganz ausschließlich der „Realität“ widmen, ist immer eine Art von Zerstörung. Dieser Wahnsinn verleugnet das Menschliche, wird aber öfters nicht erkannt, da es unter dem Deckmantel der scheinbaren Sorge für Menschen ausgetragen wird. Ihre Vertreter verstehen sich ein menschliches Antlitz zu geben, haben aber keinerlei entsprechende Gefühle, da sie keine Verantwortung für ihr zerstörerisches Tun akzeptieren….
Dies zu erkennen würde bedeuten, an das Fundament unserer, die Empathie unterdrückende, Zivilisation zu gelangen sowie Wettbewerb, Egoismus, Profitdenken, Wachstum und Leistung in Frage zu stellen. Wir müssen deshalb unser Bewusstsein zur Integration des Kognitiven und des Empathischen zurückführen.“
(Zitate aus „Der Wahnsinn der Normalität“)

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4 Kommentare zu “Von „Schwarzköppen“, „Gutmenschen“ und der Wichtigkeit des Mitgefühls

  1. Hallo Ellen! Ich verstehe Herrn Gruens Anliegen sehr gut und ich bin hinsichtlich dessen, was „wir“ brauchen um „unsere“ Elendsbeschaffungsmaßnahmen zu erkennen, nicht so weit von ihm entfernt. Auch ich habe schon lange erkannt, wie verderblich unser – freilich systemimmanentes- Streben nach Anerkennung ist. Durch was und wie kann wer da heilsame Strömungen reinbringen? Weder deskriptive noch normative Ausführungen verändern, was nach den Gesetzmäßigkeiten unserer Natur sich als unsere Identität, verbunden mit unserem geistig-seelischen Vermögen, herausgebildet hat. Im Kampf zwischen der Bewahrung unserer mühsam erworbene Identität einschließlich unserer Ängste, und dem vom Leben vorgegebenen unausweichlichen Wachstum durch Wandel, erscheint als Sieger seit Jahrhunderten das Verderbnis; wodurch einige sich in der Erkenntnis verfangen haben, der Mensch sei von Grund auf schlecht. Nun sagt ein geistig umhergewanderter Mann, der Mensch sei vom Grunde her gut. Ich sage, der Mensch ist vom Grunde her weder gut noch schlecht. Ihm sind neben dem, was er zur Entwicklung anstehendes mitbringt, seine Eltern inklusive Kultur und Religion und auch noch die Zeitgeschichte respektive die Geschehnisse um ihn herum, in die Wiege gelegt. Und das ist ihm, auf Gedeih oder Verderb, aufgegeben zu bewältigen. Er ist, um zu überleben, gezwungen, seiner Anlagen gemäß, Abwehrstrategien bzw. Verhaltensmuster oder Charaktereigenschaften hervorzubringen, die ihm dann das Prädikat Gut oder Schlecht einbringen. Darüber hinaus erhält er noch solche Titel wie Psychopath, Masochist, Oralo usw. Darüber kann ich eine Mängelliste herausgeben und noch einen Wunschzettel dranhängen. Wenn ich das aber tue, wie es schon immer getan wurde, zeugt das eben nicht gerade von Weisheit. Nun bringt es, bezogen auf unser Anliegen in eine verträglichere Welt zu leben, nicht viel, sich auch noch darüber auseinander zusetzen, was Weise ist. Doch in Anbetracht der Funktion, die eine solche Zuschreibung zu erfüllen scheint, reizt es mich hier und dort den einen oder anderen Weisheitszahn zu ziehen. Noch mehr reizt es mich, wenn – wer auch immer- gegen die Normalität des Wahnsinns wettert und nicht bemerkt, wie sehr er selbst darin verstrickt ist. Freilich könnte ich – sofern ich daran irgend eine Hoffnung auf Erfolg außerhalb von mir knüpfe- auch meine Schreiberei dem normalen Wahnsinn zuordnen.

  2. „Wir glauben, unser Denken sei realistisch, wenn es von Mitgefühl befreit ist, von der Fähigkeit, Schmerz zu teilen, Leid zu verstehen, und vom Gefühl der Verbundenheit mit allen Lebewesen.“
    Und warum befreit er sich nicht von seinem Mitgefühl und von seiner Fähigkeit, Schmerz zu teilen, Leid zu verstehen und von seinem Gefühl der Verbundenheit, wenn er doch glaubt, dass sein Denken dann realistisch ist? Entweder er lebt gegen seinen Glauben, oder er ist gar so arg Psychologe, oder er unterliegt ganz einfach nur dem Wahnsinn der Normalität. Spricht er aber nur vom Wahnsinn der Normalität der anderen, ist es sicher schön für Herrn Grün, wenn er sich ob seiner Fähigkeit, sich mit allen Lebewesen verbunden zu fühlen, nicht die Kugel geben muss. Das heißt, dass er einen Weg gefunden hat, sich trotz Mitgefühl und Fähigkeit, Schmerz zu teilen, vom Leid der anderen abzugrenzen, was wiederum bedeuten könnte, dass er sein eigenes Leid entweder gut im Griff oder geheilt hat. Davon aber schreibt der wunderbare, weise Psychologe nichts. Er beschränkt sich auf die Aufklärung dessen, was falsch ist. Er lässt seine Kundschaft quasi im Regen stehen. Fehlt nur noch das biblische „Du sollst“. Und das eben ist Teil des normalen Wahnsinns, der im Chor der weisen Abgesänge freilich, kaum mehr erkennbar ist.

    Denken wir aber ohne Mitgefühl, dann leben wir in einer Scheinwelt aus Abstraktionen, die Kampf und Konkurrenz zu den Triebkräften unserer Existenz machen. In dieser Welt der Abstraktionen dominiert die Gewalt.
    Hier wird es ziemlich abstrakt. Herr Grün fällt das Denken ohne Mitgefühl auf. Bei wem? In erster Linie und nur so wirklich Aussagekräftig in der Schlussfolgerung auf dessen Wirkung, bei sich selbst. Er spricht aber nicht an, was Sein Denken ohne Mitgefühl bei ihm bewirkt hat bzw. in welch einer Welt ihn das gebracht hat. Nein, er führt das, was er bei anderen beobachtet hat darauf zurück, dass sie ohne Mitgefühl denken, und leitet davon eine allgemeine Erkenntnis ab. So ist die beobachte Scheinwelt der Abstraktion des Herrn Grün eben auch nur eine Abstraktion. Er abstrahiert/ überführt das Denken ohne Mitgefühl in einer Scheinwelt unbenannter Denkweisen?; unbenannter Einstellungen?; unbenannter Glaubenssätze, „die Kampf und Konkurrenz zu den Triebkräften unserer Existenz machen“. Diese seine Scheinwelt ist ziemlich realistisch und nicht alleine auf das Denken ohne Mitgefühl zurückzuführen. Auch hier unterliegt Herr Grün dem Wahnsinn der Normalität. Er unterliegt einem „induktiven Denkprozess des Weglassens von Einzelheiten und des Überführens auf etwas Allgemeines oder Einfacheres“. Und in dieser Welt, die in seiner Entstehung einer Folgerichtigkeit unterliegt, einschließlich der Folge ohne Mitgefühl zu denken, bestimmen nicht allein Kampf und Konkurrenz die Triebkräfte der Existenz. Wobei Kampf und Konkurrenz durchaus positive, ja geradezu heilsame Aspekte des Lebens darstellen können. Ja, auch in der Einteilung in Gut und Nichtgut kann der Wahnsinn der Normalität enthalten sein.

    Ein Bewusstsein, das auf Abstraktionen basiert und das Empathische verdrängt, entfernt den Menschen von der Realität. Es führt zu den uns zerstörenden, gewalttätigen Kriegen, welche die Geschichte der Zivilisationen charakterisieren.
    Ganz richtig! Nun unterstelle ich Herrn Grün nicht, dass er das Emphatische verdrängt, obgleich sein Bewusstsein sicher einige Abstraktionen nicht entbehrt, und, wenn gleich seine Empathie nicht ausreicht um eine Rede führen zu können, die ihn – seinem Wirkungsgrad entsprechend- der Realität bewusst zeigt. Realität nämlich ist zuforderst, dass Hand in Hand, das naturgegebene Bestreben/ Grundlebensprinzip der Lebenserhaltung, und das „Erwachsenen“angebot zur Erhaltung des Lebens, die Geschichte der Zivilisation charakterisiert. Der in großer Hilflosigkeit geborene Mensch, der sich, in seiner überaus großen Abhängigkeit, zwecks Überleben, den allgemeinen, üblichen, kulturellen, von Mama und Papa vermittelten, Gepflogenheiten anpasst, und die Gesellschaft, der Staat, als ein aus diesen Menschen gewachsener Organismus passt sich seinerseits seine menschlichen Zellen ein. Steigbügelhalter sind religiöse Vereinigungen, in denen Empathie und Mitgefühl höchstes Gut sind. Welche Informationen also brauchen die Menschen, um sich einem Wandel ihrer mühsam erworbene Identität auch nur zu nähern? Schlaue, der Weisheit oder gar dem einfachen Wissen der Psychologie enthobene Reden, helfen wohl kaum.
    Der unmittelbare Ausdruck des Wahnsinns derer, die sich ganz ausschließlich der „Realität“ widmen, ist immer eine Art von Zerstörung.
    Was denn nun? Heißt das, dass es Ausdruck des zerstörerischen Wahnsinns ist, sich ganz der Realität inklusive der Empathie zu widmen? Ups! Jetzt habe ich doch glatt übersehen, das Herr Grün die Realität in Gänzefüßchen gesetzt hat. Da gehört sie letztlich entsprechend der Wahrheiten so zahlreich, wie es Menschen gibt, auch hin.

    Dieser Wahnsinn verleugnet das Menschliche, wird aber öfters nicht erkannt, da es unter dem Deckmantel der scheinbaren Sorge für Menschen ausgetragen wird.
    Ich unterstelle Herrn Grün nicht, dass er das Menschliche verleugnet und frage dennoch, welchen Wahnsinn er öfters oder auch nur manchmal nicht erkennt. Und freilich und selbstverständlich widmet er seinen Beitrag seiner Sorge dem Menschen gegenüber. Leider hängt er damit immer noch in der Nähe jenes Wahnsinns, den er denen anhängen will, die sich immer noch vor Empathie und Mitgefühl schützen müssen.

    Ihre Vertreter verstehen sich ein menschliches Antlitz zu geben, haben aber keinerlei entsprechende Gefühle, da sie keine Verantwortung für ihr zerstörerisches Tun akzeptieren….
    Wen genau meint er, der Herr Grün? Ist es nicht auch ein wenig Wahnsinn, oder zumindest unheilbringende Verrücktheit, so pauschal irgendwelchen Vertretern von irgendwelchen Interessen oder Einstellungen oder Seinsweisen vorzuwerfen, sie verstünden es, sich ein menschliches Antlitz zu geben, hätten aber keinerlei entsprechende Gefühle, weil sie keine Verantwortung für ihr zerstörerisches tun akzeptieren? Wer fühlt sich da angesprochen? Allenfalls verstärken solche Reden die Bereitschaft jener, deren Finger – aus Unwissenheit und Angst heraus freilich- allzu leicht auf andere zeigen.

    Dies zu erkennen würde bedeuten, an das Fundament unserer, die Empathie unterdrückende, Zivilisation zu gelangen sowie Wettbewerb, Egoismus, Profitdenken, Wachstum und Leistung in Frage zu stellen. Wir müssen deshalb unser Bewusstsein zur Integration des Kognitiven und des Empathischen zurückführen.”
    Hier kommt Herr Grün dem Wahnsinn der Normalität sehr nahe. Da Niemand und kein Vorgang konkret beschrieben ist, wird es auch keinen geben, der an das von Grün erwähnte Fundament gelangt. Und ist diese Fundament mit der Identität –wie fest oder unsicher sie auch sein mag- eines Menschen oder gar einer Gruppe verwachsen, brauchts eher eine empathische und von Herzen kommende Hand, als solche abstrakte und pauschalisierend Worte, um eine Wende einzuleiten. Wie hier Wettbewerb, Egoismus, Profitdenken, Wachstum und Leistung abgehandelt sind, das kommt Peitschenhiebe gleich, die eher das bewirken, was Herr Grün gerne beseitigen möchte. Das ist eine Realität, dessen Fundament hauptsächlich aus Unwissenheit besteht. Vielleicht auch aus Abhängigkeit. Oder in einer zertifizierten Rolle. Oder, oder, oder. Jedenfalls wiederholt sich täglich diese unheilvolle Geschichte der negativen Bewertung von Eigenschaften, in denen unumgängliche Aspekte des Lebens enthalten sind. So entsteht der Egoismus beispielsweise, aus einer nicht gelebten, gesunden Ichbezogenheit. Und könnte Herr Grün schreiben, würde er Wachstum und Leistung so pauschal in Frage stellen, wie er es hier tut?

  3. Hallo Ellen! Schön, Dich wieder aktiv zu wissen!

    Wer mit Ungeheuern kämpft, mag –im Sinne des Gewahrwerdens- zusehen, ob er und wenn, wie er dabei zum Ungeheuer wird oder werden könnte. Im Gegensatz zu Nietzsches „guten Rat“, der ob des Bedürfnisses sich zu bewahren, also richtig zu sein, sogleich einem großen Warnschild gleicht und keinerlei Tipps enthält, wie dem denn zu entkommen sei, enthält der von mir formulierte Satz einen möglichen Weg. Auf dem Weg des Gewahrwerdens, der statt Wegmachen bzw. Verhindern a priori, das Ungeheuer bzw. das Ungeheuerliche in mir erst mal braucht, erübrigt sich der unheilvolle und Jahrhunderte andauernde Kampf. Was eigentlich ist der Abgrund? Ist es „nur“ der Blick auf das Verhalten des Ungeheuers? Oder ist es auch der Blick auf den, der auf das Ungeheuer blickt? Die Ungeheuerlichkeit tritt zu Tage und verliert ihre Verurteilung in dem Maße, in dem ich die Folgerichtigkeit meines Handelns und Verhandeln erkenne. Bestenfalls kann ich dann anderes folgen lassen, was dann freilich wiederum dem einen oder andern auch nicht ganz geheuer vorkommen mag.

    Diesen Appell des Herrn Grün empfinde ich nach erstem Lesen ziemlich abstrakt und so losgelöst von Konkretem, schwer verständlich. Fehlt dem Voraussetzen, das Vorgetragene könne vielleicht auch von denen verstanden werden, die einer Klärung bedürfen, nicht gerade jenes Attribut, welches Herr Grün hier anmahnt? Schon fast witzig, eher aber tragisch ist der Wahnsinn der Normalität den er zu dessen Beschreibung walten lässt. Ich führe das nach Wunsch gerne weiter aus.

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